Gedichte

Andre Zeiten, andre Drachen (Christian Morgenstern)

Immer nicht an Mond und Sterne
mag ich meine Blicke hängen –:
Ach man kann mit Mond und Sternen,
Wolken, Felsen, Wäldern, Bächen
allzuleichtlich kokettieren,
hat man solch ein schelmisch Weibchen
stets um sich wie Phanta Sia.

Darum senk ich heut bescheiden
meine Augen in die Tiefe.
Hier und da ein Hüttenlichtlein;
auch ein Feuer, dran sich Hirten
nächtliche Kartoffeln braten –
wenig sonst im dunklen Grunde.
Doch! da drunten seh ich eine
goldgeschuppte Schlange kriechen …

Hochromantisches Erspähnis!
Kommst du wieder, trautes Gestern,
da die Drachen mit den Kühen
friedlich auf den Almen grasten,
wenn sie nicht grad Flammen speien
oder Ritter fressen mußten –
da der Lindwurm in den Engpaß
seinen Boa-Hals hinabhing
und mit grünem Augenaufschlag
Dame, Knapp und Maultier schmauste –
kommst du wieder, trautes Gestern?

Eitle Frage! Dieses Schuppen-
Ungetüm da drunten ist ein
ganz modernes Fabelwesen,
unersättlich zwar, wie jene
alten Schlangen, doch auch wieder
jenem braven Walfisch ähnlich,
der dem Jonas nur auf Tage
seinen Bauch zur Herberg anbot.

Feuerwurm, ich grüße froh dich
von den Stufen meines Schlosses!
Denn ob mancher dich auch schmähe,
als den Störer stiller Lande,
und die gelben Humpeldrachen,
die noch bliesen, noch nicht pfiffen,
wiederwünschte, – ich bekenne,
daß ich stolz bin, dich zu schauen.
Höher schlägt mir oft das Herze,
seh ich dich auf schmalen Pfaden
deine Wucht in leichter Grazie
mit dem Flug der Vögel messen
und mit Triumphatorpose
hallend durch die Nächte tragen.

Sinnbild bist du mir und Gleichnis
Geistessiegs ob Stoffesträgheit!
Gleichnis bist du neuer Zeit mir,
die, jahrtausendalter Kräfte
Erbin, Sammlerin, sie spielend
zwingt und formt, beherrscht und leitet!

Andre Zeiten, andre Drachen,
andre Drachen, andre Märchen,
andre Märchen, andre Mütter,
andre Mütter, andre Jugend,
andre Jugend, andre Männer –:
Stark und stolz, gesund und fröhlich,
leichten, kampfgeübten Geistes,
Überwinder aller Schwerheit,
Sieger, Tänzer, Spötter, Götter!

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Auf den Schwingen der Fantasy (Karin Roth)

Auf den Schwingen der Phantasie

Schwingen aus Leder und Schuppen
einst stumpf und ohne Glanz,
erheben sich nun wieder
 zum freudigen Wolkentanz.

Schuppen die leuchten
 selbst in dunkler Nacht,
die Magie der Liebe
 gab ihnen wieder ihre ureigenste Macht.

Die Winde bezwingen,
den Flug zu träumen,
das ist als ob man baute
Türme aus Wolkenschäumen.

Nun flieg oh Drache
und fange den Wind,
bist in deinem Herzen
wie ein unzähmbares Kind.

Zu fliegen
Zu träumen
Zu fangen die Magie,
das ist der Sinn des Lebens
vergiss das bitte nie.

So tanz auf den Winden,
bring den Menschen den Zauber zurück,
damit auch sie finden,
ihr persönliches Glück.

Drachen am Himmel
man kann sie wieder sehen,
wenn Menschen die Wege
der Phantasie begehen.

© Aquamarin Juli 2002

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Das Sternbild des Drachen (Karin Roth)

Das Sternbild des Drachens
ist mein zu Haus
dort flieg ich in Gedanken
so oft hinauf

Das Sternbild des Drachens
wo die Phantasie lebt
und meine Seele
weit in den Himmel hebt

Das Sternbild des Drachens
ein Ort voll von Magie
ein Funkeln und Leuchten
das man vergessen kann nie

Das Sternbild des Drachens
es bringt mich zum schreiben
es inspiriert meinen Geist
läd ein mich zum bleiben

Das Sternbild des Drachen
ist in mein Herz gebrannt
hat mich voller Güte
zum Hüter von Legenden ernannt

Das Sternbild des Drachens
ist in jedem meiner Worte
und trägt diese Werke
an viele weit entfernte Orte

Das Sternbild des Drachens
ist mein Ziel in jeder Nacht
es hütet auch dich
und hält über dich wacht

Das Sternbild des Drachens

für Dragonslayer

@ Aquamarin 2.12.2003

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Der letzte Drache (Karin Roth)

Blutrot spannte sich der Himmel
über das Land
als der letzte der großen Drachen
 daraus verschwand.

Er ward gejagt
von den Männern aus Stahl
die Hetzjagd
ließ ihm keine andere Wahl.

Er stürzte herab
um die Ritter zu zerstören
man konnte ihre Schreie
noch in weiter Ferne hören.

Da lagen sie nun
haßerfüllte Seelen
doch des Drachens Herz
begann sich schwer zu quälen.

Wußte er doch
Er hatte viele Leben beendet
sie sind unter seinen Fängen
in ihrem Blut verendet

So beschloß der Drache
diese Welt zu verlassen
war ihm doch klar
die Menschen werden ihn nun hassen.

So flog er davon
dem Horizont entgegen
auf der Suche nach einem Ort
wo er kann in Frieden leben.

So entschwand der letzte von ihnen
und ward nie wieder gesehen
doch meine Seele
würde gern mit ihn gehen

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Der Erddrache (Melanie Möller)

Hört ihr den Donner grollen in der Ferne
wo am Himmel leuchten die Sterne
fliegt geschwind wie der Wind
Mutter Erde liebstes Kind

Ein Wesen, das Jungfrauen gefangen hält,
und erretten vor ihm will sie der Held
möchte auch die Sorgen der Dörfler lindern und ihre Not
bringt dem grausamen Ungeheuer den Tod.

Seine Haut ist voll Schuppen und Falten,
er wohnt in dunklen Höhlen und Felsspalten.
Ist der Wächter von Metallen und Edelsteinen
liebevoll zur eignen Brut und bös‘ zu den Seinen

– der Erddrache

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Drachengeburt (Karin Roth)

Geschlüpft aus dem Ei
in der Erde Bauch,
so ist die Geburt
bei den Drachen Brauch.

Das Feuer der Mutter,
erweckt sie zum Leben,
nur das kann ihnen
Lebenskraft geben.

Das erste was nun
ein kleiner Drache sieht,
ist der Mutter
heiße Feuerglut.

Gestählt in den Flammen,
gestärkt durch ihre Kraft,
ist geboren ein Wesen,
das neue Legenden schafft.

So wird der kleine Drache
den Himmel nun erstürmen,
sein Reich zu erkunden
wo hohe Wolken sich türmen.

Flieg kleiner Drache
und stähle deine Schwingen,
nur so kannst du uns
dereinst neue Träume bringen.

© Aquamarin Feb. 2003

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Der Feuerdrache (Melanie Möller)

Hörst Du es brodeln, kochen und speien
dann kannst Du Dir sicher sein
das in der Nähe ein Dorf lichterloh brennt
und ein Bewohner in Panik rennt.

Am Himmel steht der Mond
und eine Kreatur, die im Vulkane wohnt
fliegt über ein verkohltes Moor
hindurch durch des Dörfchens kleines Tor.

Der Mensch rennt und ihm ist Angst und Bange
ob er den Lauf durchhält ? Wohl nicht mehr lange!
Ein Wesen in den Farben Gelb, Orange und Rot
bringt es dem Unglückseligen gleich den Tod.

– der Feuerdrache

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Drachenherz (Karin Roth)

Mit eines Drachen Herzen leben,
was kann es denn viel schöneres geben.
Zu gehen auf die Himmelsreise,
zu leben auf eine besondere Weise.
Im Herzen große Stärke spüren
und andere auf den Weg des Fliegens führen.
Magie zu fühlen bei jedem Gedanken,
zu sehen wie sich Zauber um die Seele ranken.
Den Wind bezwingen bei jedem Flügelschlag,
zu steigen hoch hinauf in den beginnenden Tag.
Das Firmament ist deine Welt der Freude,
es gibt kein Gestern.. nur noch Heute.
Zu leben frei und ungebunden,
so hat dein Herz doch Frieden gefunden.
Das Herz des Drachen schlägt in dir,
du lebst dein Leben jetzt und hier.
Genieße dann den Flug des Lebens,
auf das er dir immer
Freude kann geben.

© Aquamarin August 02

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Der Wasserdrache (Melanie Möller)

Er lebt im feuchten, kalten Nass
in unterirdischen Stollen, Höhlen und Grotten
am Leid der anderen hat er Spaß
bekannt ist er auch bei den Schotten

Er schimmert in Grün, Türkis und Blau
fordert als Tribut jährlich eine junge Frau
mit Vorliebe ein schönes Wesen von Güte und Fleiß,
das ist für die Dörfler stets ein sehr hoher Preis.

Doch verliebt sich das Wesen und wart den Schein
kann sich die Jungfrau sicher sein
das sie weg ist die Gefahr und die Härte
und er wird zum poetischen, treusorgenden Gefährten

– der Wasserdrache

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Drachenkind (Karin Roth)

Breite deine Flügel weit aus
und fliege mit mir in den Himmel hinaus
Sehe die Sterne im Firmament stehen
lass uns die Wege der Träume begehen
Flieg hoch hinaus mein Drachenkind
folge deinen Träumen ganz geschwind
Träume von Welten die dir stehen offen
so lässt mein Herz mich weiterhin hoffen
Bezwinge den Sturm und reite den Wind
so liebe ich dich, mein Drachenkind
Erkämpfe deinen Weg und gib niemals auf
nur so kannst du gelangen
hoch in die Sterne hinauf
Von oben dann kannst du sehen auf die Welt
die uns beherbergt wie ein schützendes Zelt
Hilf mit sie zu pflegen und sorge dich um Sie
so wird dir verwehrt ihre Dankbarkeit nie
Nun flieg in dein Leben und denke an mich
denn meine Gedanken kreisen immer um dich
Egal wo du bist, ich bin immer für dich da
So ist meine Seele der deinen immer nah
In Gedanken verbunden
breiten wir nun die Flügel weit aus
und fliegen gemeinsam in neue Welten hinaus

© Aquamarin Sep. 2002

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Der Feendrache (Melanie Möller)

Ein Wesen gar lieblich und klein
sein Herz ist edel und rein.
Sein Gemüt ist von Güte und Sanftmut
in den Blättern der Bäume es friedlich ruht.

Wurzeln, Obst und Nüsse sind seine Speisen,
mit den Elfen und Feen geht es auf Reisen.
Auf seinem Rücken sind schimmernde Schwingen
ist selig und glücklich mit seinem Sinnen.

Sein Körper hat kleine seidene Härchen
seine Existenz ist verankert in Legenden und Märchen.
Mühelos fliegt es durch Zeit und Raum
ist viel mehr als nur ein Kleinmädchentraum

– der Feendrache

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Drachenmagie (Karin Roth)

Siehst du wie Drachenschwingen sich entfalten,
wie sie die Winde
 unter Ihren Flügeln halten.
Siehst du die Freiheit dort in ihrem Flug,
in ihnen ist keine Falschheit,
Lug oder Trug.
Siehst du sie Tanzen auf der Wolkenbank,
wie sich ihre Flugspirale
 in den Himmel rankt.
Siehst du die Sanftheit in ihren Augen schimmern,
wie ihre Schuppen Juwelen gleich
in der Sonne glimmern.
Siehst du Drachen dort am Himmel schweben,
wie sie deine Gedanken
zu einer Geschichte verweben.
Siehst du sie bei Tag und Nacht
dann hat auch die Magie
über dich ihre Macht.
So sieh hinauf in des Himmels weiten
auf das die Phantasie
dich kann für alle Zeiten begleiten

© Aquamarin Juli 2002

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Der chinesische Drache (Melanie Möller)

Bin des Kaiser Symbol für Stärke und Macht
und schütze ihn auf seinem Thron.
Bringe Glück und Weisheit in die Welt,
Ehrung und Anbetung sind mein Lohn.
Bin Herrscher über Elemente und die Natur
behüte und schütze sie wie meinen Sohn.

Ich bin ein Drache.

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Drachentraum 2 (Karin Roth)

Ein Drache im Wind
das wollte sie einst sein
war sie doch ängstlich
und immer allein.
Ein Gefährte aus alten Zeiten
Sie damals fand zitternd im Wald
Ihre Seele war schon verkümmert
Und eises kalt.
Der Drache den sie dort traf,
der machte ihr Mut
und sagte zu ihr,
es würde alles wieder gut.
So ging sie nach Haus
und begann ihr Leben neu
erst stetig und langsam
und unendlich scheu.
Doch irgendwann dann,
erstarkte ihr Herz,
sie vergaß den Kummer
und den bohrenden Schmerz.
Als ihre Seele nun breitete
die Flügel weit aus,
flog sie auf den Schwingen der Liebe
in den Himmel hinaus.
Sie war erstarkt
durch des Drachen Wort
und wusste auch für sie
gab es einen schützenden Ort.
Nun  hat sie endlich gefunden
die Liebe in ihrem Leben
und weiß tief im Herzen
sie kann diese Liebe nun auch geben.
Der Dank an den Drachen
der dieses Gefühl ihr einst gab,
den wird sie noch nehmen
hinein in ihr Grab.
Denn ohne diese Hoffnung,
wäre sie nicht mehr hier
und spürte nicht mehr
diese Lust auf Leben tief in ihr.
So hat sie gelernt
das es sich wirklich lohnt,
das der Mensch hier auf Erden
in einem Himmelreich wohnt

© Aquamarin 1.03

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Der Drachentöter (Melanie Möller)

In glänzender Rüstung steht er da,
unter seinem Helme schimmert sein güldenes Haar.
Stolz bewaffnet mit dem Schwert in der Hand
und einem hölzernen Schild wie man es nur selten gekannt.

Getroffen hat es ihn wie Schläge, wie Hiebe
als man ihm nahm seine einzig‘ wahre Liebe
als Opfer wurde sie dem schrecklichen Untier überlassen
wie sollte er des Königs Entscheidung da nicht hassen.

Doch gegen des Königs Wille kein einfacher Herr kann bestehen
nun muss er selbst als mutiger Mann seinen Helden stehen.
Und als er der Kreatur gegenüberstand, sah er rot
mobilisierte seine ganzen Kräfte und stach das Tier tot.

– der Drachentöter

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Drachentraum (Karin Roth)

Wieder einmal lief sie hinaus in den Wald,
ihre Seele fühlte sich einsam, verlassen und kalt.
Im Haus, hatte sie Angst, fürchtete gar um ihr Leben,
nur die Stille konnte ihr in solchen Momenten
Frieden geben.
Nun saß sie da, auf einen Baumstumpf
Morsch und sehr alt,
niemand, so wußte sie,
konnte ihr geben noch halt.
Sie weinte still und leise vor sich hin
Sah in ihrem Leben, keinerlei Sinn.
Da begann ganz sanft in ihren Gedanken,
eine Lied zu erklingen,
sie blickte langsam auf
wollte sehen woher kam dieses Singen.
Was sie erblickte ließ sie vor Angst erstarren,
sie konnte sich nicht mehr bewegen
der Blick der grünen Augen ließ sie stumm verharren.
Ein Wesen sie sah
Aus Fabeln und Legenden
nun dachte sie , so wird also mein Leben hier enden.
Vor ihr da stand ein rießiger Drache in leuchtenden Farben aus Licht,
Menschenfrau sprach er, hab keine Angst, fürchte dich nicht.
Die Stimme die in ihr erklang
war voller Liebe und erweckte Vertrauen
so begann sich langsam
ihre Angst abzubauen.
Warum bist du mir erschienen
Sprach sie nun den Drachen zögerlich an,
seine Augen begannen zu leuchten,
zogen sie in seinen Magischen Bann.
Menschenfrau, so hub der Drache in sanfter Stimme an,
ich konnte spüren wie dein Kummer begann,
ich hörte dich so oft weinen,
bemerkte dein tiefes Leid
fühlte mich zu zeigen, war es nun endlich an der Zeit.
Ich möchte dir helfen,
deine Kummer zu lindern,
niemand könnte mich jetzt noch daran hindern.
Ich komme aus den Wolken, aus einer anderen Zeit,
der Ruf deiner Trauer
hat die Dimensionen durcheilt.
So weißt du denn nicht ,
was du warst in einem früheren Leben,
warst eine von uns hast uns die Freude an Träumen gegeben.
So eilte ich her um dir zu helfen in deiner Not,
damit du nicht suchst
deinen Ausweg im Tod.
Ich bin ein Wesen
Aus Magie und Zauberei
eile jedem verzauberten Wesen
zur Hilfe herbei.
Blick in die tiefen deiner Seele sprach der Drache nun weiter,
da findest du einen Zauber
der bringt dich dann weiter.
Blick tief hinein..lass dich führen durch meinen Gesang,
wir werden dann Fliegen
über die Wolken entlang.
Er schloß die Augen,
begann seine Flügel auszubreiten
bereit, auf den Wolken schwerelos zu gleiten.
Ein Gesang ertönte, so zauberhaft rein,
da wußte die Frau
sie wollte ein Drache wieder sein.
Die Frau hörte zu
nahm die seltsame Weise in sich auf,
begann  sich zu Träumen
auf die Wolken hinauf.
Als sie öffnete die Augen da schwebte sie hoch oben über allem Leid,
und wusste nun war es wieder an der Zeit.
So flogen sie gemeinsam
ihrer alten Welt entgegen
sie wusste
auf sie wartete ein verzaubertes Leben.
Doch als sie erwachte
war sie wieder zu Haus
Das Leben ging weiter
doch sie brach daraus aus.
Sie dachte an Drachen
an verzauberte Orte
und lernte zu geben
anderen ihre eigenen Worte.
Sie ließ sich nicht mehr binden ,
setzte nun ihren Willen endlich ein,
doch im inneren
würd sie so gerne wieder
Ein Drache auf den Winden sein!

© Aquamarin

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Drachentränen 2 (Karin Roth)

Der Drachin Herz in Stein verschlossen
Viele Tränen hat das Wesen im Stein vergossen

Ein See entstand aus all diesem Leid,
ihre Gedanken aber lebten
und wanderten durch die Zeit.

Aus Schmerz dieser Zauber einst entstand
Ihre Seele auf diese Art
aus der Welt verschwand

Die Welt sah viele Tage kommen und gehen,
in der Drachin Herz
war immer noch ein Hoffen und Flehn.

Dann doch irgendwann, in stiller Nacht
wurde ein Wesen der Legenden zu diesem See gebracht.

Ein Drache wie sie, mit Sehnsucht im Herzen
ließ sich nieder um zu vergessen
seine eigenen Schmerzen

Seine Seele auch gelitten
Er wollte seine Qualen lindern,
nahm ein Bad in den Tränen
um sein Leid zu mindern.

Er tauchte ein, in den Quell des Drachens aus Stein,
war sich dabei gewiß
auch er möchte nicht mehr alleine sein.

Seine Sehnen, sein Hoffen, sein starkes Herz
drang durch der Drachin steinernen Schmerz

Durch Gefühle geweckt der Stein um sie verschwand
Der Drache er bot ihr,
ein sehr starkes Band.

Zwei Seelen sich gefunden durch Raum und auch Zeit
Dadurch wurden ihre Herzen
endlich geheilt.

Nun fliegen sie frei und glücklich durch
die Nacht
und wissen genau
das ein Stern über sie wacht

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Drachentränen (Karin Roth)

Ein Himmel wie von Gottes Hand erschaffen sah dieser neue Morgen..
Wundervoll anzusehen,
Winde die in Rot und Violett Tönen schimmerten, Wolken wie aus Watte die am Horizont schwebten wie eine Mauer rund um die Welt..
Die Sonne stand als glühender Ball am Firmament und begrüßte den neuen Tag mit ihren kraftvollen Strahlen und mit ihrer Wärme.
Die Berge erglühtem im Rot der Strahlen und ließen die Welt unwirklich erscheinen in ihrem sanften Licht.
Nebelschwaden hingen in den Tälern und ließen den Tau auf den Blätter glitzern wie Sternschnuppen.
Der Dunst der vom See aufstieg gab all dem einen verzauberten Hauch von Unwirklichkeit.
Es war ein ätherischer Ort voller Schönheit und Zartheit fern aller Realität und fern allen Leides..

Dachte man..

Was allerdings der neue Tag noch sah, war ein Wesen aus einer anderen Zeit..
Groß und Ehrfurchtgebietend flog es einst am Himmel entlang..
Der Schlag der Schwingen entwurzelte einst Bäume und entfachte Orkane über den Wäldern.
Das donnernde Brüllen aus ihrer Kehle ließ ganze Völker erstarren vor Furcht und ließ die Menschen erschaudern aus Angst.
Der heiße Strahl der ihrer Kehle entrann, konnte Legionen niedermähen in seinem Zorn und in seinem Toben.

Doch nun sah der neue Tag dieses Wesen auf einer Klippe sitzen..
Geschwächt..
Müde..
Ausgebrannt..

Und aus ihren  großen .. dunklen Augen sprach die Traurigkeit und die Not eines ganzen Lebens..
Glitzernde Tropfen flossen über die Schuppen ihrer Schnauze entlang..
rannen über den matt gewordenen Panzer aus einst Stahlgrauen glänzenden Schuppen und bildetet am Fuße ihrer einst scharfen Krallen einen kleinen Teich aus Drachentränen.
Ihrer Kehle entrang sich kein Brüllen mehr..
Keine Schwingen mehr die sich kraftvoll bewegten..

Ein Gesang ertönte nur
eine Melodie die vom Schmerz der Welt kündete..
Eine Melodie,
die sang von Schönheit die einst war in ihrem Leben..

eine Melodie
die sang von der Liebe die einst beherrschte ihren Flug
eine Melodie
die sang von Sehnsucht die in ihrem Herzen herrschte

Still war die Welt um sie herum, die Geschöpfe des Waldes hielten ein in ihrem Tun und hörten auf die Stimme dieses Wesens..
Lange saß sie da auf dieser Klippe und lange war ihr Gesang an die Welt
In ihr ein Hoffen,
ein sehnen das ihr Gefährte ihren Gesang vernahm..
das er erkannte was ihr fehlte
das er erkannte warum sie nicht mehr den Spiel des Windes folgen konnte und sich nicht mehr erheben konnte in die Weiten des Firmamentes um mit langen Flügelschlägen ihre Welt wieder zu erobern.

Nach langer Zeit erkannt sie , das sie vergebens ihr Lied gesungen hatte..
Das ihr Mühen sinnlos war
und ihre Melodie im Nichts verklungen war..
das sie die einzige war aus ihrem Volke die noch am Leben war
So wob sie schweren Herzens einen Zauber um sich selber,
der ihren Leib in Stein verwandeln sollte..
ausharrend am Rande dieser Zeit..
bis sie einst geweckt werde
Geweckt von einem Zauberwesen wie sie eines ist..

So verklang leise ihre Melodie und ihr Körper verwandelte sich langsam zu Stein
Nur ganz oben.. einem Rinnsal gleich..
Entsprang diesem neuen Felsen hoch oben  ein Bächlein..
Drachentränen,
Aus Stein geboren, auf das sie zum Wasser des Lebens werden das die Menschheit erinnern sollte an Zeiten die einst waren
So wartet sie heute noch ..
Doch immer noch fließt das Wasser den Berg hinab ,
als schillernde
Drachentränen

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Der Gnom und die Eidechse

Adolf Böttger
1815 – 1870
Der Gnom und die Eidechse
Im Gestrüpp, wo dichtgeschart
Eriken und Farrenkräuter,
liegt der Gnom und streicht den Bart,
als ein Fürst der Bärenhäuter;
mausefallen ist sein Rock,
Weidenbast die Pluderhose,
ein Wachholderreis sein Stock,
und sein Dolch ein Dorn der Rose.

Horch, da rauscht es in dem Gras,
und es schwanken Halm und Farren,
leise schlüpft’s und gleißt wie Glas,
daß des Gnomen Glieder starren;
unter ziegelrotem Dach
eines mächtgen Fliegenschwammes
äugelt grün und zornig ach!
Eidechslein, das Kind des Schlammes.

Kaum nun springt der Gnom hervor,
schlängelt sich das Tier im Ringe,
schäumt und züngelt, daß empor
furchtsam fliehen die Schmetterlinge.
Hurtig zückt der Gnom den Speer
heißen Ingrimms auf den Drachen,
zischend spring das Blut empor
aus dem Salamanderrachen.

Jener trennnt den Kopf vom Rumpfe,
steckt ihn auf die Brombeerlanze
und im seligsten Triumphe
flicht er Eichlaub sich zum Kranze,
siegreich zieht er dann einher,
zeigt sich Vettern, Basen, Ohmen,
widerhallt im Land die Mär
stolz vom Ritter Görg der Gnomen.

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Hüter der Legenden (Karin Roth)

Als Kinder des Himmels
habe ich euch einst beschrieben
zurück ist nur
die Erinnerung geblieben

Wo ist der Hauch
eurer einstigen Eleganz
wo ist das Spiel
der Schuppenlichterglanz

Wo ist das Spiel
der Schwingen in der Luft
sind den alle Legenden
in der Vergangenheit verpufft

Wo ist der Frohsinn
das holprige Drachenlachen
war denn niemand da
um euren Seelen zu bewachen

Wo sind die Hüter
die eure Geschichten erzählen
habt ihr noch die Kraft
zwischen den Dimensionen zu wählen

Ihr wurdet wie Geister
taumelnd zwischen Raum und Zeit
wartet bis wieder
die Welt ist für euch bereit

So fange ich nun an
 zu träumen vom freien Flug der Drachen
auf das ein Mensch noch
wird eure Legendenwelt bewachen

Ich werde schützen
und hüten eure Sagen
damit die Winde
euer Geheimnis weit in die Welt tragen

So sehe ich mich
als Hüter eurer Legenden
werde mein bestes tun
um eure Botschaft auszusenden

© Aquamarin 3.09.2003

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