Gedichte

Andre Zeiten, andre Drachen (Christian Morgenstern)

Immer nicht an Mond und Sterne
mag ich meine Blicke hängen –:
Ach man kann mit Mond und Sternen,
Wolken, Felsen, Wäldern, Bächen
allzuleichtlich kokettieren,
hat man solch ein schelmisch Weibchen
stets um sich wie Phanta Sia.

Darum senk ich heut bescheiden
meine Augen in die Tiefe.
Hier und da ein Hüttenlichtlein;
auch ein Feuer, dran sich Hirten
nächtliche Kartoffeln braten –
wenig sonst im dunklen Grunde.
Doch! da drunten seh ich eine
goldgeschuppte Schlange kriechen …

Hochromantisches Erspähnis!
Kommst du wieder, trautes Gestern,
da die Drachen mit den Kühen
friedlich auf den Almen grasten,
wenn sie nicht grad Flammen speien
oder Ritter fressen mußten –
da der Lindwurm in den Engpaß
seinen Boa-Hals hinabhing
und mit grünem Augenaufschlag
Dame, Knapp und Maultier schmauste –
kommst du wieder, trautes Gestern?

Eitle Frage! Dieses Schuppen-
Ungetüm da drunten ist ein
ganz modernes Fabelwesen,
unersättlich zwar, wie jene
alten Schlangen, doch auch wieder
jenem braven Walfisch ähnlich,
der dem Jonas nur auf Tage
seinen Bauch zur Herberg anbot.

Feuerwurm, ich grüße froh dich
von den Stufen meines Schlosses!
Denn ob mancher dich auch schmähe,
als den Störer stiller Lande,
und die gelben Humpeldrachen,
die noch bliesen, noch nicht pfiffen,
wiederwünschte, – ich bekenne,
daß ich stolz bin, dich zu schauen.
Höher schlägt mir oft das Herze,
seh ich dich auf schmalen Pfaden
deine Wucht in leichter Grazie
mit dem Flug der Vögel messen
und mit Triumphatorpose
hallend durch die Nächte tragen.

Sinnbild bist du mir und Gleichnis
Geistessiegs ob Stoffesträgheit!
Gleichnis bist du neuer Zeit mir,
die, jahrtausendalter Kräfte
Erbin, Sammlerin, sie spielend
zwingt und formt, beherrscht und leitet!

Andre Zeiten, andre Drachen,
andre Drachen, andre Märchen,
andre Märchen, andre Mütter,
andre Mütter, andre Jugend,
andre Jugend, andre Männer –:
Stark und stolz, gesund und fröhlich,
leichten, kampfgeübten Geistes,
Überwinder aller Schwerheit,
Sieger, Tänzer, Spötter, Götter!

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(Schiller) Der Kampf mit dem Drachen

Was rennt das Volk, was wälzt sich dort
Die langen Gassen brausend fort?
Stürzt Rhodus unter Feuers Flammen?
Es rottet sich im Sturm zusammen,
Und einen Ritter, hoch zu Roß,
Gewahr ich aus dem Menschentroß,
Und hinter ihm, welch Abenteuer!
Bringt man geschleppt ein Ungeheuer,
Ein Drache scheint es von Gestalt,
Mit weitem Krokodilesrachen,
Und alles blickt verwundert bald
Den Ritter an und bald den Drachen.

Und tausend Stimmen werden laut:
„Das ist der Lindwurm, kommt und schaut!
Der Hirt und Herden uns verschlungen,
Das ist der Held, der ihn bezwungen!
Viel andre zogen vor ihm aus,
Zu wagen den gewaltgen Strauß,
Doch keinen sah man wiederkehren,
Den kühnen Ritter soll man ehren!“
Und nach dem Kloster geht der Zug,
Wo Sankt Johanns des Täufers Orden,
Die Ritter des Spitals, im Flug
Zu Rate sind versammelt worden.

Und vor den edeln Meister tritt
Der Jüngling mit bescheidnem Schritt,
Nachdrängt das Volk, mit wildem Rufen,
Erfüllend des Geländes Stufen.
Und jener nimmt das Wort und spricht:
„Ich hab erfüllt die Ritterpflicht,
Der Drache, der das Land verödet,
Er liegt von meiner Hand getötet,

Frei ist dem Wanderer der Weg,
Der Hirte treibe ins Gefilde,
Froh Walle auf dem Felsensteg
Der Pilger zu dem Gnadenbilde.“

Doch strenge blickt der Fürst ihn an
Und spricht: „Du hast als Held getan,
Der Mut ists, der den Ritter ehret,
Du hast den kühnen Geist bewähret.
Doch sprich! Was ist die erste Pflicht
Des Ritters, der für Christum ficht,
Sich schmücket mit des Kreuzes Zeichen?“
Und alle ringsherum erbleichen.
Doch er, mit edelm Anstand, spricht,
Indem er sich errötend neiget:
„Gehorsam ist die erste Pflicht,
Die ihn des Schmuckes würdig zeiget.“

„Und diese Pflicht, mein Sohn“, versetzt
Der Meister, „hast du frech verletzt,
Den Kampf, den das Gesetz Versager,
Hast du mit frevlem Mut gewaget!“
„Herr, richte, wenn du alles weißt“,
Spricht jener mit gesetztem Geist,
„Denn des Gesetzes Sinn und Willen
Vermeint ich treulich zu erfüllen,
Nicht unbedachtsam zog ich hin,
Das Ungeheuer zu bekriegen,
Durch List und kluggewandten Sinn
Versucht ichs, in dem Kampf zu siegen.

Fünf unsers Ordens waren schon,
Die Zierden der Religion,
Des kühnen Mutes Opfer worden,
Da wehrtest du den Kampf dem Orden.
Doch an dem Herzen nagte mir
Der Unmut und die Streitbegier,

Ja selbst im Traum der stillen Nächte
Fand ich mich keuchend im Gefechte,
Und wenn der Morgen dämmernd kam
Und Kunde gab von neuen Plagen,
Da faßte mich ein wilder Gram,
Und ich beschloß, es frisch zu wagen.

Und zu mir selber sprach ich dann:
Was schmückt den Jüngling, ehrt den Mann,
Was leisteten die tapfern Helden,
Von denen uns die Lieder melden?
Die zu der Götter Glanz und Ruhm
Erhub das blinde Heidentum?
Sie reinigten von Ungeheuern
Die Welt in kühnen Abenteuern,
Begegneten im Kampf dem Leun
Und rangen mit dem Minotauren,
Die armen Oper zu beirein,
Und ließen sich das Blut nicht dauren.

Ist nur der Sarazen es wert,
Daß ihn bekämpft des Christen Schwert?
Bekriegt er nur die falschen Götter?
Gesandt ist er der Welt zum Retter,
Von jeder Not und jedem Harm
Befreien muß sein starker Arm,
Doch seinen Mut muß Weisheit leiten,
Und List muß mit der Stärke streiten.
So sprach ich oft und zog allein,
Des Raubtiers Fährte zu erkunden,
Da flößte mir der Geist es ein,
Froh rief ich aus: Ich habe gefunden!

Und trat zu dir und sprach dies Wort:
Mich zieht es nach der Heimat fort.
Du, Herr, willfahrtest meinen Bitten,
Und glücklich war das Meer durchschnitten.

Kaum stieg ich aus am heimschen Strand,
Gleich ließ ich durch des Künstlers Hand.
Getreu den wohlbemerkten Zügen,
Ein Drachenbild zusammenfügen.
Auf kurzen Füßen wird die Last
Des langen Leibes aufgetürmet,
Ein schuppigt Panzerhemd umfaßt
Den Rücken, den es furchtbar schirmet.

Lang strecket sich der Hals hervor
Und gräßlich wie ein Höllentor
Als schnappt‘ es gierig nach der Beute
Eröffnet sich des Rachens Weite,
Und aus dem schwarzen Schlunde dräun
Der Zähne stacheligte Reihn,
Die Zunge gleicht des Schwertes Spitze
Die kleinen Augen sprühen Blitze
In einer Schlange endigt sich
Des Rückens ungeheure Länge,
Rollt um sich selber fürchterlich
Daß es um Mann und Roß sich schlänge.

Und alles bild ich nach genau
Und kleid es in ein scheußlich Grau,
Halb Wurm erschiene, halb Molch und Drache
Gezeuget in der giftgen Lache.
Und als das Bild vollendet war,
Erwähl ich mir ein Doggenpaar,
Gewaltig, schnell, von flinken Läufen
Gewohnt, den wilden Ur zu greifen.
Die hetz ich auf den Lindwurm an
Erhitze sie zu wildem Grimme,
Zu fassen ihn mit scharfem Zahn
Und lenke sie mit meiner Stimme.
Und wo des Bauches weiches Vlies
Den scharfen Bissen Blöße ließ,

Da reiz ich sie, den Wurm zu packen,
Die spitzen Zähne einzuhacken.
Ich selbst, bewaffnet mit Geschoß,
Besteige mein arabisch Roß,
Von adeliger Zucht entstammet,
Und als ich seinen Zorn entflammet,
Rasch auf den Drachen spreng ichs los
Und stachl es mit den scharfen Sporen
Und werfe zielend mein Geschoß,
Als wollt ich die Gestalt durchbohren.

Ob auch das Roß sich grauend bäumt
Und knirscht und in den Zügel schäumt,
Und meine Doggen ängstlich stöhnen,
Nicht rast ich, bis sie sich gewöhnen.
So üb ichs aus mit Emsigkeit,
Bis dreimal sich der Mond erneut,
Und als sie jedes recht begriffen,
Führ ich sie her auf schnellen Schiffen.
Der dritte Morgen ist es nun,
Daß mirs gelungen, hier zu landen,
Den Gliedern gönnt ich kaum zu ruhn,
Bis ich das große Werk bestanden.

Denn heiß erregte mir das Herz
Des Landes frisch erneuter Schmerz,
Zerrissen fand man jüngst die Hirten,
Die nach dem Sumpfe sich verirrten,
Und ich beschließe rasch die Tat,
Nur von dem Herzen nehm ich Rat.
Flugs Unterricht ich meine Knappen,
Besteige den versuchten Rappen,
Und von dem edeln Doggenpaar
Begleitet, auf geheimen Wegen,
Wo meiner Tat kein Zeuge war,
Reit ich dem Feinde frisch entgegen.

Das Kirchlein kennst du, Herr, das hoch
Auf eines Felsenberges Joch,
Der weit die Insel überschauet,
Des Meisters kühner Geist erbauet.
Verächtlich scheint es, arm und klein
Doch ein Mirakel schließt es ein,
Die Mutter mit dem Jesusknaben,
Den die drei Könige begaben.
Auf dreimal dreißig Stufen steigt
Der Pilgrim nach der steilen Höhe,
Doch hat er schwindelnd sie erreicht,
Erquickt ihn seines Heilands Nähe.

Tief in den Fels, auf dem es hängt,
Ist eine Grotte eingesprengt,
Vom Tau des nahen Moors befeuchtet,
Wohin des Himmels Strahl nicht leuchtet
Hier hausete der Wurm und lag,
Den Raub erspähend, Nacht und Tag.
So hielt er wie der Höllendrache
Am Fuß des Gotteshauses Wache,
Und kam der Pilgrim hergewallt
Und lenkte in die Unglücksstraße,
Hervorbrach aus dem Hinterhalt
Der Feind und trug ihn fort zum Fraße.

Den Felsen stieg ich jetzt hinan,
Eh ich den schweren Strauß begann,
Hin kniet ich vor dem Christuskinde
Und reinigte mein Herz von Sünde,
Drauf gürt ich mir im Heiligtum
Den blanken Schmuck der Waffen um
Bewehre mit dem Spieß die Rechte,
Und nieder steig ich zum Gefechte.
Zurücke bleibt der Knappen Troß,
Ich gebe scheidend die Befehle
Und schwinge mich behend aufs Roß,
Und Gott empfehl ich meine Seele.

Kaum seh ich mich im ebnen Plan,
Flugs schlagen meine Doggen an,
Und bang beginnt das Roß zu keuchen
Und bäumet sich und will nicht weichen,
Denn nahe liegt, zum Knäul geballt,
Des Feindes scheußliche Gestalt
Und sonnet sich auf warmem Grunde.
Auf jagen ihn die flinken Hunde,
Doch wenden sie sich pfeilgeschwind,
Als es den Rachen gähnend teilet
Und von sich haucht den giftgen Wind
Und winselnd wie der Schakal heulet.
Doch schnell erfrisch ich ihren Mut,

Sie fassen ihren Feind mit Wut,
Indem ich nach des Tieres Lende
Aus starker Faust den Speer versende,
Doch machtlos wie ein dünner Stab
Prallt er vom Schuppenpanzer ab,
Und eh ich meinen Wurf erneuet,
Da bäumet sich mein Roß und scheuet
An seinem Basiliskenblick
Und seines Atems giftgern Wehen,
Und mit Entsetzen springts zurück,
Und jetzo wars um mich geschehen

Da schwing ich mich behend vom Roß,
Schnell ist des Schwertes Schneide bloß,
Doch alle Streiche sind verloren,
Den Felsenharnisch zu durchbohren,
Und wütend mit des Schweifes Kraft
Hat es zur Erde mich gerafft,
Schon seh ich seinen Rachen gähnen,
Es haut nach mir mit grimmen Zähnen,
Als meine Hunde wutentbrannt
An seinen Bauch mit grimmgen Bissen
Sich warfen, daß es heulend stand,
Von ungeheurem Schmerz zerrissen.

Und eh es ihren Bissen sich
Entwindet, rasch erheb ich mich,
Erspähe mir des Feindes Blöße
Und stoße tief ihm ins Gekröse
Nachbohrend bis ans Heft den Stahl
Schwarzquellend springt des Blutes Strahl,
Hin sinkt es und begräbt im Falle
Mich mit des Leibes Riesenballe,
Daß schnell die Sinne mir vergehn.
Und als ich neugestärkt erwache
Seh ich die Knappen um mich stehn,
Und tot im Blute liegt der Drache.“

Des Beifalls lang gehemmte Lust
Befreit jetzt aller Hörer Brust
Sowie der Ritter dies gesprochen,
Und zehnfach am Gewölb gebrochen
Wälzt der vermischten Stimmen Schall
Sich brausend fort im Widerhall,
Laut fordern selbst des Ordens Söhne,
Daß man die Heldenstirne kröne,
Und dankbar im Triumphgepräng
Will ihn das Volk dem Volke zeigen,
Da faltet seine Stirne streng
Der Meister und gebietet Schweigen.

Und spricht: „Den Drachen, der dies Land
Verheert, schlugst du mit tapfrer Hand,
Ein Gott bist du dem Volke worden,
Ein Feind kommst du zurück dem Orden,
Und einen schlimmern Wurm gebar
Dein Herz, als dieser Drache war.

Die Schlange, die das Herz vergiftet,
Die Zwietracht und Verderben stiftet,
Das ist der widerspenstge Geist
Der gegen Zucht sich frech empöret,
Der Ordnung heilig Band zerreißt,
Denn der ists, der die Welt zerstöret.

Mut zeiget auch der Mameluck,
Gehorsam ist des Christen Schmuck;
Denn wo der Herr in seiner Größe
Gewandelt hat in Knechtes Blöße,
Da stifteten, auf heilgem Grund,
Die Väter dieses Ordens Bund,
Der Pflichten schwerste zu erfüllen:
Zu bändigen den eignen Willen!
Dich hat der eitle Ruhm bewegt,
Drum wende dich aus meinen Blicken,
Denn wer des Herren Joch nicht trägt,
Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken.“

Da bricht die Menge tobend aus,
Gewaltger Sturm bewegt das Haus,
Um Gnade flehen alle Brüder,
Doch schweigend blickt der Jüngling nieder,
Still legt er von sich das Gewand
Und küßt des Meisters strenge Hand
Und geht. Der folgt ihm mit dem Blicke,
Dann ruft er liebend ihn zurücke
Und spricht: Umarme mich, mein Sohn!
Dir ist der härtre Kampf gelungen.
Nimm dieses Kreuz: es ist der Lohn
Der Demut, die sich selbst bezwungen.“

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Kinder des Himmels (Karin Roth)

Kinder des Himmels,
wurden sie einst genannt,
bis Habgier und Neid,
sie aus unserer Welt verbannt.

Kinder des Himmels,
ein Volk rein und klar,
sie waren für die Menschheit,
immer verzaubert und wunderbar.

Kinder des Himmels,
verschwanden aus unserer Welt
nun ist es öde und leer,
das blaue Himmelszelt.

Kinder des Himmels,
wir möchten euch wieder lieben,
möchten mit euch träumen
und mit euch auf Wolken fliegen.

Kinder des Himmel,
kehrt doch zurück in euer altes Heim,
lasst uns mit unseren Sorgen und Ängsten
bitte nicht länger allein.

Kinder des Himmels,
ihr Drachen aus alter Zeit,
ich glaube die Menschheit ist
nun endlich soweit.

Kinder des Himmels,
wir sind nun etwas weiter,
wir stiegen hinauf
die Evolutionsleiter.

Kinder des Himmels,
ich bitte euch kommt zurück
und bringt den Menschen
wieder Hoffnung und Glück

© Aquamarin 2.03

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In Phanta’Schloss

Immer nicht an Mond und Sterne
mag ich meine Blicke hängen -:
Ach man kann mit Mond und Sternen,
Wolken, Felsen, Wäldern, Bächen
allzuleichtlich kokettieren,
hat man solch ein schelmisch Weibchen
stets um sich wie Phanta Sia.

Darum senk ich heut bescheiden
meine Augen in die Tiefe.
Hier und da ein Hüttenlichtlein;
auch ein Feuer, dran sich Hirten
nächtliche Kartoffeln braten –
wenig sonst im dunklen Grunde.
Doch! da drunten seh ich eine
goldgeschuppte Schlange kriechen . . .

Hochromantisches Erspähnis!
Kommst du wieder, trautes Gestern,
da die Drachen mit den Kühen
friedlich auf den Almen grasten,
wenn sie nicht grad Flammen speien
oder Ritter fressen mußten –
da der Lindwurm in den Engpaß
seinen Boa-Hals hinabhing
und mit grünem Augenaufschlag
Dame, Knapp und Maultier schmauste –
kommst du wieder, trautes Gestern?

Eitle Frage! Dieses Schuppen-
Ungetüm da drunten ist ein
ganz modernes Fabelwesen,
unersättlich zwar, wie jene
alten Schlangen, doch auch wieder
jenem braven Walfisch ähnlich,
der dem Jonas nur auf Tage
seinen Bauch zur Herberg anbot.

Feuerwurm, ich grüße froh dich
von den Stufen meines Schlosses!
Denn ob mancher dich auch schmähe,
als den Störer stiller Lande,
und die gelben Humpeldrachen,
die noch bliesen, noch nicht pfiffen,
wiederwünschte, – ich bekenne,
daß ich stolz bin, dich zu schauen.
Höher schlägt mir oft das Herze,
seh ich dich auf schmalen Pfaden
deine Wucht in leichter Grazie
mit dem Flug der Vögel messen
und mit Triumphatorpose
hallend durch die Nächte tragen.

Sinnbild bist du mir und Gleichnis
Geistessiegs ob Stoffesträgheit!
Gleichnis bist du neuer Zeit mir,
die, jahrtausendalter Kräfte
Erbin, Sammlerin, sie spielend
zwingt und formt, beherrscht und leitet!

Andre Zeiten, andre Drachen,
andre Drachen, andre Märchen,
andre Märchen, andre Mütter,
andre Mütter, andre Jugend,
andre Jugend, andre Männer
Stark und stolz, gesund und fröhlich,
leichten, kampfgeübten Geistes,
überwinder aller Schwerheit,
Sieger, Tänzer, Spötter, Götter!

v. Christian Morgenstern (1871-1914)

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Tal der Tränen (Karin Roth)

Als die Nacht sich hernieder senkte ,
begrüßte das Tal seinen neusten Bewohner.
Eine Wölfin ..
Jung an Jahren war sie,
Ihre Muskeln zeichneten sich deutlich unterm dem nachtschwarzen, wie Rabenfedern schimmernden  Fell ab.
Wenn sie lief,
tat sie es mit einem geschmeidigem ,
federnden Gang der allen Wölfen eigen war.
Ihre Augen glänzten Bernsteinfarbig über dem strahlendweißem Gebiss aus Raubtierzähnen.
Sie war eine wunderschöne Vertreterin ihrer Art.
Doch..
Sie kam alleine,
ohne Rudel,
ohne Gefährten,
wollte sich in ihrer Trauer ob dem Verlust des Rudels zurückziehen
und hier im Tal der Tränen das letzte Mal die wundersame Scheibe am Himmel anheulen und ihre Reise zu den Sternen antreten.
Sie suchte sich zwischen den mächtigen Granitblöcken die dort lagen  einen Platz,
ließ sich auf die Hinterläufe nieder
hob ihr Stolzes Haupt und begann die Uralte Klage der Wölfe anzustimmen.
Als ihre kraftvolle Stimme im Tal wiederhallte,
verstummten alle Geräusche im Tal und jedes Lebewesen dort,
lauschte der Klage der Wölfin voller Andacht und Trauer.
Stunden über Stunden saß sie dort,
klagte über ihre Einsamkeit,
klagte über den Verlust ihres Rudels
und klagte über ihr Schicksal.
Dann,
als langsam die Sonne begann über den Gipfeln der Berge ihren Blutroten Schein erstrahlen zu lassen,
vernahm die Wölfin ein fernes Rauschen und ein merkwürdig Summen erklang in ihren hellhörigen Ohren.
Dort.. über dem höchsten Berg ,
wurde das glühen der Sonne unterbrochen und sie sah einen mächtigen Leib der sich in den Himmel schwang.
Furchtlos blicke die Wölfin in den Himmel und betrachtete das Wesen das mit langen Flügelschlägen sich ihr näherte.
Blau wie der Ozean schimmerte es,
Schwingen aus Leder und Schuppen,
Krallen so scharf wie der Berggrad den es eben überflogen hatte
und einen Kopf der alleine größer war als ihr ganzer Körper.
Die Schwingen entfachten um sie einen Sturm,
 der sie fast von den Läufen gefegt hatte als der Drache landete.
Er faltete seine Flügel auf den Rücken,
senkte sein Haupt
und blickte mit den selben Bernsteinaugen die sie selber hatte in die ihren.
Stolz wie sie war,
hob sie den Kopf und blickte in seine Augen.
Was störst du mich fragt die Wölfin,
ich möchte alleine sein mit meinem Kummer und mit dem Schmerz über meinen Verlust.
Ich hörte dein Klagen ,
hörte den Gesang,
der über die Berge hinauf zu meinen Hort schallte
sprach nun der Drache die Wölfin an.
Du sangst von Einsamkeit,
von Verlust
und von vielen Schmerzen.
Es hat mich gerührt dein Klageruf sprach der Drache nun weiter,
Wisse du Wesen der Erde.
du bist uns Drachen verbunden.
Wir sind beide freie Geister,
wir leben nach unseren eigenen Gesetzen
durch diese Verbundenheit im Geiste
kannst du niemals einsam sein.
Du magst dein Rudel verloren haben,
magst im Augenblick alleine über deine Erde streifen,
doch deine Seele fliegt,
dein Gesang trug sie zu mir und hat sich verbunden mit mir ,
so wie nur freiheitsliebende Seelen sich finden können.
Selbst wenn ich weiterfliegen mag zu meinem eigenen Horizont,
selbst wenn ich weit von dir meine Flügel die Wolken streifen lassen werde,
so wird in Zukunft immer ein Teil von mir in deinem Herzen über die Steppen dieser Erde wandeln und uns beide verbinden.
So wandere nun zurück meine kleine Schwester,
trage den Kampf deines Lebens von neuem aus
und vergiss nie das dir eine Drachenseele zur Seite stehen wird.
Mit diesen Worten breitete der Drache seine Schwingen aus
und hob sich mit einem mächtigen Schwung hinauf in die Wolken.
Lange noch saß die Wölfin dort und dachte über diese Worte nach.
Sie spürte in sich eine neue Kraft.. das Wissen um Freundschaft und Verbundenheit erwärmte ihr Herz und sie machte sich auf, so wie der Drache sagte
und begann aufs neue den Kampf des Lebens,
immer in der Gewissheit das sie,
auch wenn von vielen verlassen,
einen Freund hatte der zu ihr stand und immer in den schweren Zeiten ihres Lebens
einen Teil seiner Seele opfern würde um bei der ihren zu sein.
Denn durch die Macht der Freundschaft,
ist niemand alleine,


© Aquamarin 3.2003

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Traumdrache (Karin Roth)

Niemals hatte er das Licht der Sonne erblickt
und kein einziges Mal in seinem Leben wurde seine Dunkelheit durch einen Strahl von Helligkeit unterbrochen.
Er lebte sein Leben in Dunkelheit,
 fernab aller Farben und fernab aller Schattierungen die unsere Welt zu geben hatte.
 Doch er empfand es nie als Behinderung, kannte er doch nicht was sehende Menschen jeden Tag durch ihre Augen erblickten und wie sie ihre Welt erlebten.
Wieder einmal war der Streit mit seinen Eltern da,
die Besorgnis um sein Wohlergehen,
die Angst ihm könne etwas passieren,
die Furcht er käme niemals alleine zurecht.
An diesem Tage wollte er nicht mehr zuhören und begann alleine, in den ihm bis dahin unbekannten Wald, zu laufen.
Erleichtert weil er der gespannten Atmosphäre zu Hause entkommen war,
führten ihn seine Schritte den Geräuschen entgegen die er schon länger aus seinem Fenster im Dach hatte hören können.
Das Zirpen der Grillen hörte er,
er nahm wahr das Rauschen der Bäume um sich herum
und er hörte den sanften Gesang der Vögel andächtig zu.
Er fand einen kleinen Hügel auf dem er Platz nahm und so konnte er zuhören,
still und mit einem freudigem Lächeln in seinem jungen Gesicht.
Lange saß er da und überlegte wie er es anstellen konnte damit seine Eltern ihm endlich einmal ernsthaft Gehör schenken würden.
Hallo du, hörte er da eine sanfte Stimme sprechen:
Was überlegst du denn so angestrengt an einem so wunderschönen Tag wie heute?
Ach weißt du, antwortete er in Richtung der schönen Stimme,
ich habe Ärger zu Hause und weiß nicht wie ich ihn schlichten kann.
Möchtest du erzählen? fragte die Stimme wieder
und der Junge begann von sich und seinem Dilemma zu erzählen.
Als er dann geendet hatte, hörte er nur ein lautes Seufzen und die Stimme murmelte:
Was ist schon Augenlicht wert, wenn man nicht mit dem Herzen sehen kann.
Wie meinst du das denn fragte der Junge .
Weißt du sprach die sanfte Stimme weiter,
so viele Menschen können sehen,
haben die Gabe alles erblicken zu können was ihre Augen wahrnehmen können
und doch
sehen sie nicht wirklich,
sie sehen nur was sie sehen wollen
 und die Augen die ihr Herz hat ,
bleiben auf immer geschlossen.
Ich verstehe dich nicht sprach der Junge,
wie sollte man mit dem Herzen sehen können?
So richte deinen Blick einmal auf mich sprach die Stimme
und erzähle mir was du sehen kannst.
Gerade als er erklären wollte das er doch blind sei und nichts sehen konnte,
machte er eine seltsame Wahrnehmung,
In dem Augenblick indem er seinen Kopf in Richtung der Stimme lenkte,
wurde es langsam und stetig hell und er vermeinte Farben zu erkennen.
Was ist das ?
 rief er ängstlich aus, es blendet und ist so hell.
Was du siehst mein Junge, siehst du nicht mit deinen Augen,
was du im Augenblick erblickst,
siehst du mit deinem mutigen und träumenden Herzen das noch an Wunder glaubt.
In dem Moment wurde es hell ,
der Junge stand in einem gleißenden Licht und er erblickte was kein Auge vor ihm sah.
Er sah wundersame Farben die er nicht kannte,
er sah ein Funkeln das er nur aus Erzählungen kannte
und er sah eine riesige Gestalt die sich turmhoch über ihn erhob und ihn mit den sanftesten Augen anblickte,
 die man sich nur in seinen Träumen vorstellen konnte.
Wer oder besser Was bist du fragte er erstaunt.
Ich bin Solus, sprach die Gestalt,
 und ich bin der letzte der Traumdrachen, der noch auf dieser Welt wandelt.
Mich kann keines Menschen Auge erblicken,
nur sehende Herzen,
Herzen die noch an Wunder glauben und an Träume,
die können mich erblicken.
Lasse dich niemals beschränken sprach er weiter,
glaube an dich und an die Kraft deines Geistes,
glaube weiterhin an die Macht deiner Träume
auch wenn dein Auge blind bleibt,
so kannst du doch mit dem Herzen sehen
und bleibe deinen Überzeugungen immer treu,
egal was andere sagen.
Still hörte der Junge den Worten zu und nahm sie tief in sich auf
und je tiefer sie in ihm wirkten,
desto dunkler wurde es wieder um ihn herum
und die Farben die er sah verblassten langsam mit einem sanftem Klingen in seinem Gedanken.
Leise hörte er noch mal die Stimme zu ihm flüstern..
Glaube immer an dich,
sehe mit deinem Herzen
und du wirst eine neue wundersame Welt kennenlernen ,
die vielen sehenden verschlossen bleibt.
Mit Mut und Träumen, kannst du alles in deinem Leben erreichen.
Durch diese Erfahrung gestärkt,
machte er sich langsam auf den Weg nach Hause.
Niemals erzählte er jemanden von seinem Erlebnis
Doch er wuchs heran,
verlor niemals den Glauben an sich
und führte ein Erfülltes, Glückliches und Erfolgreiches Leben
 in Frieden mit sich und seiner Welt.
Doch ab und zu,
sah er mit seinem Herzen
 das gleißende Licht der Hoffnung und der Träume!

© Aquamarin 19.05.03

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Traumflug (Karin Roth)

Ich sah dich fliegen
am glühenden Firmament
man erkannte das es war
dein ureigenstes Element

Frei wie ein Adler
flogst du den Sternen entgegen
aus Ehrfurcht vor dir
konnte ich mich nicht mehr bewegen

Deine Gestalt
war mächtig und elegant
du schimmerst am Himmel
wie ein feuriger Trabant

Immer wieder
blieb mein Blick an dir hängen
unterlagst du doch dort oben
keinerlei Zwängen

Ich bewundere
deine glänzende Gestalt
und mein Herz wusste
in dir ist kein Funken von Gewalt

Wesen wie du
brachten mich zu meinen Träumen
umgeben mich
wie sanftes Meeresschäumen

Solange ich dich
in meinen Träumen fliegen sehe
weiss ich genau
das ich dir Rechten Wege gehe

Nun fliege weiter
oh Traumdrache mein
wirst immer ein Stück
von meiner Seele sein

© Aquamarin 12.8.2003

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Als ich noch Drache war (Karin Roth)

Als ich noch Drache war
war die Welt noch ein schöner Ort
und ich flog weite Runden
über meinem grünen Hort

Als ich noch Drache war
gab es noch Glück und Ehre
nun sind die Seelen der Menschen
Orte voller Leere

Als ich noch Drache war
hörte ich Kinder fröhlich lachen
heute werden sie gedrillt
um später Kriege zu machen

Als ich noch Drache war
gab es Wiesen und Wälder
heute bestellen die Menschen
riesige unnatürliche Felder

Als ich noch Drache war
hatte die Zukunft einen Sinn
heute allerdings geht alles
in der Hektik des Augenblickes dahin

Als ich noch Drache war
wünschte ich mir ein Mensch zu sein
nun bin ich Mensch
und träume wieder vom Fliegen
wünsche von Herzen
wieder Drachengestalt zu kriegen

© Aquamarin 17.06.2003

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Zwischenreich (Karin Roth)

Morgendämmerung zwischen den Welten, die Zeit in der Dämmerung und Licht sich vereinen und die Zeitzonen im ätherischem Licht erglühen lassen.
Hier, im Reich zwischen den Welten, stand SIE nun vor dem großen Teich der Seher.
SIE, die eine, die Welten erschuf und deren Schicksal bestimmen konnte, blickte hinab auf ihre Kinder.
In warme ledrige Schwingen gehüllt rief sie die Zeiten herbei…  und was sie sah, lie0 ihr innerstes erschaudern.

Bruder und Schwester bekämpften sich erbittert,
Stahl gegen Fleisch und Schuppen,
Lanzen gegen Zähne, Klauen und heißes Feuer.

Zu lange so dachte sie,
habe ich diese meine Welt vernachlässigt.
Traurig sah sie in den Gezeitenstrom und beobachtete durch Äonen hindurch den Kampf von Menschen und ihren geflügelten Brüdern.
Sie sah den Beginn der Welt, in der sich die Wesen auf diesem Planeten noch klar darüber waren das sie aus einem Blut geschaffen wurden.
Sah Menschenwesen und Geflügelte in Harmonie und Eintracht leben.
Bewacher und Schützer waren die Großen Drachen der Menschheit , doch dies alles geriet in Vergessenheit.
Ein Mantel aus Schweigen und Furcht überzog den Planeten und die alten Werte waren verschüttet konnten nicht mehr wieder auferstehen.
Sie sah die Menschheit wachsen und gedeihen und im selben Maße wurde das Volk der Drachen aus der Welt gedrängt.
Kein Platz mehr um zu überleben.. kein Platz mehr um ihre Magie zum tragen zu bringen.. kein Platz mehr für die Liebe die diese beiden Völker einst verband.

SIE.. als Geschöpf beider Völker trauerte um den Verlust der dieser Welt beschert war.
Sie blickte sich selbst im Teich an
Ihr große beeindruckende Menschengestalt … rote Augen in denen das Feuer der Lava glühte das durch ihre Adern floss.. Schwingen, die wenn sie zusammengefaltet waren, sich hoch über ihren Kopf erhoben.
Ledrig.. tiefschwarz und mit starken Muskelsträngen durchzogen,
 die sie wie eine Feder durch die Lüfte tanzen ließen.

SIE ein Wesen in denen beides vereint war,
SIE blickte auf ihre vergessene Welt und weinte heiße Feuertränen aus Trauer darüber was aus ihren Kindern wurde.
Doch da..
Sie konnte es nicht glauben..
Ein Hoffnungsschimmer
Es gab noch Menschen die ihre Brüder nicht verachteten.
Sie hatten zwar die Sprache des Herzen verlernt
Konnten sich nicht mehr ausdrücken ihren großen Brüdern und Schwestern gegenüber
aber
sie hatten einen Weg gefunden.
In Träumen.. in Wünschen, in Sehnsüchten.. in Schriften
Sie besangen ihre Brüder in Geschichten
Schrieben Fabeln und Legenden über sie
Und ließen nie Sterben die Magie der alten Welt.

Beruhigt wandte sie sich ab vom großen Teich,
ein Lächeln ließ ihr Gesicht erstrahlen,
denn sie wußte
solange noch Phantasie in den Herzen der Menschen lebte
solange noch der Glaube an Magie existierte
solange
ist immer noch die Möglichkeit das diese Welt nicht untergehen wird
solange noch Hoffnung auf Erden lebt
werden Menschen und Drachen leben
leben in jedem Wesen
und deren Magie wird die Welt erobern wie es in alten Zeiten vorherbestimmt war
©Aquamarin 2001

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An manchen Tagen (Karin Roth)

An manchen Tagen
da wünschte ich mir ein Drache zu sein,
hinaus in die Wolken zu fliegen
zu spüren keinerlei Pein.

An manchen Tagen
möchte ich mit meinen Flügeln den Horizont berühren,
möchte einfach nur noch
die Freude des Fluges in mir fühlen.

An manchen Tagen
möchte ich die Wolken auf meinen Lippen schmecken,
möchte meine Flügel ganz weit
in die Weiten des Himmelszelt recken.

An manchen Tagen
ist die Sehnsucht nach dem Fliegen so groß
da lässt mich dieses Bedürfnis nach Freiheit
einfach nicht los

An manchen Tagen
kann ich in Gedanken die Welt unter mir vorbeischweben sehen,
da möchte ich nur noch
die wunderbaren Wege
des Firmaments begehen

An manchen Tagen
da fühle ich mich stark dem Himmel verbunden,
da fühle ich weder Schmerz
 Mühsal , Ärger oder jedwede Wunden

An manchen Tagen
da bin ich dann einfach eine vom Volke der Drachen
dann sehe ich auf die Erde hinunter
und ich fühle in mir die Freiheit
und das ungezähmte Lachen

An manchen Tagen
Wünschte ich einfach ein Drache zu sein

© Aquamarin 6.10.2002

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Fluss aus Tränen (Karin Roth)

Von einem Berg,
weit weg von dieser Welt
handelt die Geschichte
die euch nun hier wird erzählt

Einen See es dort gab
aus schillernden Drachentränen
ein Rinnsal daraus sprang aus dem Fels
in schillernden Wasserfontänen

Das plätschern dieses Wasser
erklang als sanfte Melodie
wurde im Lauf des Flusses
eine mächtige Symphonie

Die Menschen nun vernahmen
des Flusses klingende Weisen
und liebten es auf Booten
seine rauschenden Wellen zu bereisen

Die Menschen die dort wohnten
lebten heiter und ohne Not
denn durch die Tränen des Drachens
verdienten sie ihr täglich Brot

So priesen sie den Drachen
und seinen See aus Tränen
und taten sich für immer
im sicheren Wohlstand wähnen

Doch Menschen niemals vergaßen
wer ihnen ihren Wohlstand gab
und brachten reiche Gaben
zu des Drachens steinernen Grab

Doch irgendwann im Frühjahr
der Drache im Stein wurde geweckt
und nun ein lebendiger Drache
sich auf dem Bergrücken reckt

Keine neuen Tränen mehr flossen
der Fluss nun langsam verschwand aus der Welt
die Menschen dort am Ufer
sie bangten um all ihr Geld

So wurden sie laut und zornig
verfluchten den Drachen am Berg
und machten sich auf den Weg
zu verrichten ein Grausig Werk

Sie kamen um zu töten
die Drachin die da einst war im Stein
vergaßen in ihrer Rage
was die Tränen ihnen einst brachten ein

So kamen sie mit Äxten,
mit Schwertern und mit Beilen
um den Drachen dort am Berg
gar schrecklich zu verurteilen

Doch als sie dann am Berge
verrichten wollten ihre Tat
da hörten sie in Gedanken
einen leisen geflüsterten Rat

Oh hört mich an ihr Menschen
die ihr so undankbar seid
warum nur seid ihr so schnell
zu so schrecklichen Dingen bereit

Jahrzehnte lang da hab ich
euch Wohlstand nun gegeben
nun wo ich endlich erwachte
wollt ihr mir mein Leben nehmen

Aus meinem Leid da habt ihr
gefrönt in Völlerei
woher der Segen kam
war euch doch einerlei

Nun solltet ihr euch schämen
das ihr so egoistisch seid
und doch einmal überlegen
was das Leben für euch hält sonst noch bereit

Nun zieh ich meiner Wege
und lasse euch hier zurück
denn nun ist die Zeit gekommen
wo ich mir selber suche mein Glück

Euch geb ich noch einen Rat
den ihr befolgen solltet
und niemals auf anderer Schmerzen
aufbauen das Glück eurer Herzen

So ging die Geschichte zu Ende
Die Mär ,die ist nun aus
doch solltet auch ihr, die ihr sie gelesen
einmal prüfen euer innerstes Wesen

© Aquamarin 11.12.2003

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Auf den Schwingen der Fantasy (Karin Roth)

Auf den Schwingen der Phantasie

Schwingen aus Leder und Schuppen
einst stumpf und ohne Glanz,
erheben sich nun wieder
 zum freudigen Wolkentanz.

Schuppen die leuchten
 selbst in dunkler Nacht,
die Magie der Liebe
 gab ihnen wieder ihre ureigenste Macht.

Die Winde bezwingen,
den Flug zu träumen,
das ist als ob man baute
Türme aus Wolkenschäumen.

Nun flieg oh Drache
und fange den Wind,
bist in deinem Herzen
wie ein unzähmbares Kind.

Zu fliegen
Zu träumen
Zu fangen die Magie,
das ist der Sinn des Lebens
vergiss das bitte nie.

So tanz auf den Winden,
bring den Menschen den Zauber zurück,
damit auch sie finden,
ihr persönliches Glück.

Drachen am Himmel
man kann sie wieder sehen,
wenn Menschen die Wege
der Phantasie begehen.

© Aquamarin Juli 2002

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Das Sternbild des Drachen (Karin Roth)

Das Sternbild des Drachens
ist mein zu Haus
dort flieg ich in Gedanken
so oft hinauf

Das Sternbild des Drachens
wo die Phantasie lebt
und meine Seele
weit in den Himmel hebt

Das Sternbild des Drachens
ein Ort voll von Magie
ein Funkeln und Leuchten
das man vergessen kann nie

Das Sternbild des Drachens
es bringt mich zum schreiben
es inspiriert meinen Geist
läd ein mich zum bleiben

Das Sternbild des Drachen
ist in mein Herz gebrannt
hat mich voller Güte
zum Hüter von Legenden ernannt

Das Sternbild des Drachens
ist in jedem meiner Worte
und trägt diese Werke
an viele weit entfernte Orte

Das Sternbild des Drachens
ist mein Ziel in jeder Nacht
es hütet auch dich
und hält über dich wacht

Das Sternbild des Drachens

für Dragonslayer

@ Aquamarin 2.12.2003

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Der letzte Drache (Karin Roth)

Blutrot spannte sich der Himmel
über das Land
als der letzte der großen Drachen
 daraus verschwand.

Er ward gejagt
von den Männern aus Stahl
die Hetzjagd
ließ ihm keine andere Wahl.

Er stürzte herab
um die Ritter zu zerstören
man konnte ihre Schreie
noch in weiter Ferne hören.

Da lagen sie nun
haßerfüllte Seelen
doch des Drachens Herz
begann sich schwer zu quälen.

Wußte er doch
Er hatte viele Leben beendet
sie sind unter seinen Fängen
in ihrem Blut verendet

So beschloß der Drache
diese Welt zu verlassen
war ihm doch klar
die Menschen werden ihn nun hassen.

So flog er davon
dem Horizont entgegen
auf der Suche nach einem Ort
wo er kann in Frieden leben.

So entschwand der letzte von ihnen
und ward nie wieder gesehen
doch meine Seele
würde gern mit ihn gehen

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Der Erddrache (Melanie Möller)

Hört ihr den Donner grollen in der Ferne
wo am Himmel leuchten die Sterne
fliegt geschwind wie der Wind
Mutter Erde liebstes Kind

Ein Wesen, das Jungfrauen gefangen hält,
und erretten vor ihm will sie der Held
möchte auch die Sorgen der Dörfler lindern und ihre Not
bringt dem grausamen Ungeheuer den Tod.

Seine Haut ist voll Schuppen und Falten,
er wohnt in dunklen Höhlen und Felsspalten.
Ist der Wächter von Metallen und Edelsteinen
liebevoll zur eignen Brut und bös‘ zu den Seinen

– der Erddrache

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Drachengeburt (Karin Roth)

Geschlüpft aus dem Ei
in der Erde Bauch,
so ist die Geburt
bei den Drachen Brauch.

Das Feuer der Mutter,
erweckt sie zum Leben,
nur das kann ihnen
Lebenskraft geben.

Das erste was nun
ein kleiner Drache sieht,
ist der Mutter
heiße Feuerglut.

Gestählt in den Flammen,
gestärkt durch ihre Kraft,
ist geboren ein Wesen,
das neue Legenden schafft.

So wird der kleine Drache
den Himmel nun erstürmen,
sein Reich zu erkunden
wo hohe Wolken sich türmen.

Flieg kleiner Drache
und stähle deine Schwingen,
nur so kannst du uns
dereinst neue Träume bringen.

© Aquamarin Feb. 2003

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Der Feuerdrache (Melanie Möller)

Hörst Du es brodeln, kochen und speien
dann kannst Du Dir sicher sein
das in der Nähe ein Dorf lichterloh brennt
und ein Bewohner in Panik rennt.

Am Himmel steht der Mond
und eine Kreatur, die im Vulkane wohnt
fliegt über ein verkohltes Moor
hindurch durch des Dörfchens kleines Tor.

Der Mensch rennt und ihm ist Angst und Bange
ob er den Lauf durchhält ? Wohl nicht mehr lange!
Ein Wesen in den Farben Gelb, Orange und Rot
bringt es dem Unglückseligen gleich den Tod.

– der Feuerdrache

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Drachenherz (Karin Roth)

Mit eines Drachen Herzen leben,
was kann es denn viel schöneres geben.
Zu gehen auf die Himmelsreise,
zu leben auf eine besondere Weise.
Im Herzen große Stärke spüren
und andere auf den Weg des Fliegens führen.
Magie zu fühlen bei jedem Gedanken,
zu sehen wie sich Zauber um die Seele ranken.
Den Wind bezwingen bei jedem Flügelschlag,
zu steigen hoch hinauf in den beginnenden Tag.
Das Firmament ist deine Welt der Freude,
es gibt kein Gestern.. nur noch Heute.
Zu leben frei und ungebunden,
so hat dein Herz doch Frieden gefunden.
Das Herz des Drachen schlägt in dir,
du lebst dein Leben jetzt und hier.
Genieße dann den Flug des Lebens,
auf das er dir immer
Freude kann geben.

© Aquamarin August 02

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Der Wasserdrache (Melanie Möller)

Er lebt im feuchten, kalten Nass
in unterirdischen Stollen, Höhlen und Grotten
am Leid der anderen hat er Spaß
bekannt ist er auch bei den Schotten

Er schimmert in Grün, Türkis und Blau
fordert als Tribut jährlich eine junge Frau
mit Vorliebe ein schönes Wesen von Güte und Fleiß,
das ist für die Dörfler stets ein sehr hoher Preis.

Doch verliebt sich das Wesen und wart den Schein
kann sich die Jungfrau sicher sein
das sie weg ist die Gefahr und die Härte
und er wird zum poetischen, treusorgenden Gefährten

– der Wasserdrache

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Drachenkind (Karin Roth)

Breite deine Flügel weit aus
und fliege mit mir in den Himmel hinaus
Sehe die Sterne im Firmament stehen
lass uns die Wege der Träume begehen
Flieg hoch hinaus mein Drachenkind
folge deinen Träumen ganz geschwind
Träume von Welten die dir stehen offen
so lässt mein Herz mich weiterhin hoffen
Bezwinge den Sturm und reite den Wind
so liebe ich dich, mein Drachenkind
Erkämpfe deinen Weg und gib niemals auf
nur so kannst du gelangen
hoch in die Sterne hinauf
Von oben dann kannst du sehen auf die Welt
die uns beherbergt wie ein schützendes Zelt
Hilf mit sie zu pflegen und sorge dich um Sie
so wird dir verwehrt ihre Dankbarkeit nie
Nun flieg in dein Leben und denke an mich
denn meine Gedanken kreisen immer um dich
Egal wo du bist, ich bin immer für dich da
So ist meine Seele der deinen immer nah
In Gedanken verbunden
breiten wir nun die Flügel weit aus
und fliegen gemeinsam in neue Welten hinaus

© Aquamarin Sep. 2002

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