Drachen in der Literatur

Andre Zeiten, andre Drachen (Christian Morgenstern)

Immer nicht an Mond und Sterne
mag ich meine Blicke hängen –:
Ach man kann mit Mond und Sternen,
Wolken, Felsen, Wäldern, Bächen
allzuleichtlich kokettieren,
hat man solch ein schelmisch Weibchen
stets um sich wie Phanta Sia.

Darum senk ich heut bescheiden
meine Augen in die Tiefe.
Hier und da ein Hüttenlichtlein;
auch ein Feuer, dran sich Hirten
nächtliche Kartoffeln braten –
wenig sonst im dunklen Grunde.
Doch! da drunten seh ich eine
goldgeschuppte Schlange kriechen …

Hochromantisches Erspähnis!
Kommst du wieder, trautes Gestern,
da die Drachen mit den Kühen
friedlich auf den Almen grasten,
wenn sie nicht grad Flammen speien
oder Ritter fressen mußten –
da der Lindwurm in den Engpaß
seinen Boa-Hals hinabhing
und mit grünem Augenaufschlag
Dame, Knapp und Maultier schmauste –
kommst du wieder, trautes Gestern?

Eitle Frage! Dieses Schuppen-
Ungetüm da drunten ist ein
ganz modernes Fabelwesen,
unersättlich zwar, wie jene
alten Schlangen, doch auch wieder
jenem braven Walfisch ähnlich,
der dem Jonas nur auf Tage
seinen Bauch zur Herberg anbot.

Feuerwurm, ich grüße froh dich
von den Stufen meines Schlosses!
Denn ob mancher dich auch schmähe,
als den Störer stiller Lande,
und die gelben Humpeldrachen,
die noch bliesen, noch nicht pfiffen,
wiederwünschte, – ich bekenne,
daß ich stolz bin, dich zu schauen.
Höher schlägt mir oft das Herze,
seh ich dich auf schmalen Pfaden
deine Wucht in leichter Grazie
mit dem Flug der Vögel messen
und mit Triumphatorpose
hallend durch die Nächte tragen.

Sinnbild bist du mir und Gleichnis
Geistessiegs ob Stoffesträgheit!
Gleichnis bist du neuer Zeit mir,
die, jahrtausendalter Kräfte
Erbin, Sammlerin, sie spielend
zwingt und formt, beherrscht und leitet!

Andre Zeiten, andre Drachen,
andre Drachen, andre Märchen,
andre Märchen, andre Mütter,
andre Mütter, andre Jugend,
andre Jugend, andre Männer –:
Stark und stolz, gesund und fröhlich,
leichten, kampfgeübten Geistes,
Überwinder aller Schwerheit,
Sieger, Tänzer, Spötter, Götter!

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Aufenthalt im Wasserreich (Ciruelo Cabral)

Durch Weingärten und Olivenhaine im Süden Frankreichs, vorbei an den bernsteinfarbenen Schlössern der Herren der Provence und an den rotgedeckten Häusern ihrer Untertanen entlang, floss die Rhone. Der stetige Strom ihres Wassers verriet nicht, dass sie Drachen beherbergte. Einer jedoch hauste in ihren Tiefen: Nahe der Stadt Beaucaire, wo die Rhone in Biegungen dem Meer zustrebte, war die Lagerstatt des Drac verborgen, eines riesigen, uralten Wesens; er verstand sich auf Zauberei, die er für seine eigenen blutigen Zwecke einsetzte.

Der Drac besaß eine Vorliebe für Menschenfleisch und machte sich ein Vergnügen daraus, Sterbliche zu jagen. Von Zeit zu Zeit verließ er den Fluss und begab sich zum Marktplatz von Beaucaire, wo er, für die geschäftigen Stadtbewohner unsichtbar, im Schatten der Platanen herumstrich, ein wachsamer Schatten zwischen Körben voller Fische und Bergen von Obst. Mit kalten, blassen Augen beobachtete der Drache die Hausfrauen, die mit den Händlern schwatzten; mit gekrümmten Klauen schnappte er sich dann geschwind ein unbeaufsichtigtes Kind.

Zum Zeitvertreib lockte der Drac manchmal auch Menschen in seinen Fluss. Einmal tat er dies zu einem seltsamen Zweck, und das geschah so:

An einem Sommernachmittag, als die Sonne unbarmherzig auf Stadt und Felder niederbrannte, ging eine junge Frau aus der Stadt zum Fluss, um die Kleider ihres Kindes zu waschen. Wie sie so ihrer Arbeit nachging, blickte die Frau über das glitzernde Wasser – und dann machte sie große Augen. Auf dem Wasser, nicht weit vom Ufer, schwamm ein goldener Becher. In dem prachtvollen Gefäß schimmerte eine Perle.

Ohne zu überlegen nahm sie den Köder an. Sie streckte die Hand nach dem hübschen Zierat aus, der Becher aber glitt außer Reichweite und glitzerte verführerisch im Sonnenlicht. Die Frau versuchte ihn abermals zu greifen; sie beugte sich über den Uferrand und verlor dabei das Gleichgewicht. Als sie fiel, griff eine Klaue nach ihr; wie eine Fessel schloss sie sich fest um die Taille der jungen Frau. Sie stöhnte und zappelte, aber gegen den Griff war sie machtlos. Sie fühlte, wie sie nach unten gezogen wurde. Während ihre Röcke sich mit Wasser vollsogen, warf sie einen letzten, verzweifelten Blick zum Ufer – sie sah, wie kleine Kleidungsstücke auf dem Gras am Fluss trockneten und das Kind, ganz allein, dasaß und wimmerte. Dann schlugen die Wasser der Rhone über ihrem Kopf zusammen.

Unerbittlich wurde sie in die kalten Tiefen des Flusses hinabgezogen, bis sie nichts wahrnahm als nasse Schwärze, durchbrochen von winzigen Lichtern, strahlend und glitzernd wie die Sterne am nächtlichen Himmel. Sie wurde ohnmächtig.

Als sie die Augen wieder aufschlug, befand sie sich in einer kristallenen Höhle. Vor den durchsichtigen Wänden wogten Wasserpflanzen, als wehe ein Landwind darüber hin. Fische schnellten vorbei. Neben ihr lag der goldene Becher, der sie verlockt hatte, und die Perle, die darin war. Und dann sah sie, wer sie gefangen genommen hatte. Riesenhaft und schimmernd hockte der Drache reglos neben dem Becher und betrachtete sie. Von seinem grünen, starren Blick gebannt, stand die Frau auf, und während sie dies tat, verblasste die Erinnerung an ihr Leben: Ihr kleiner Sohn, ihr Mann, ihr Haus im sonnigen Beaucaire, die Felder und Olivenhaine und die Stadt, das alles wurde zu winzigen Bildern, zu Miniaturen, an die sie sich undeutlich erinnerte, wie an Träume. Nur die Worte des Drachen ertönten in ihrem Kopf. Der Drac sprach mit einer Stimme, die wie ein Gong wiederhallte, und die Sterbliche gehorchte. Der Drache hatte der Frau aufgelauert, weil sie jung und gesund war – und weil sie ihren Sohn stillte. Der Drache brauchte Menschenmilch, um sein eigenes Gezücht, ein schwaches Drachenjunges, zu nähren. So wurde die junge Frau, in einem Zaubergespinst gefangen, die Sklavin des Drac und die Amme eines Drachen. Die Tage vergingen friedlich, und für die menschliche Gefangene in dem trüben Zwielicht der kristallenen Höhle unter dem Fluss war ein Tag wie der andere. Eingelullt von der Bewegung des Wassers draußen und vom Bann des Drachen, lebte sie wie in Trance. Sie säugte das Gezücht des Drac und hegte es, als sei es ihr eigener Sohn. Sie schlief, wann es der Drache gebot, und aß, was er ihr gab. Sie beobachtete die Bewegungen des Wassers durch die durchscheinenden Wände der Höhle, und mit der Zeit wurden ihr die Lebewesen der Rhone – der grün-gold gestreifte Hecht, der schlängelnde Aal, die flinke Forelle – vertraut wie einst die Bewohner von Beaucaire. Mit jedem Tag wurde ihr die Wasserwelt, die sie umgab,verständlicher und bekannter, als seien die Steine und Wasserpflanzen die Felder und Wälder ihrer vergessenen Heimat.

Ihre Sehkraft erhielt sie vom Zauber des Drachen, aber das wusste sie nicht. Jeden Abend rieb sie, wie ihr befohlen war, die Augen des Drachenjungen mit einer Salbe ein, die der Drac ihr gab. Die Salbe verlieh dem Kleinen den durchdringenden Drachenblick, und immer wenn die Frau sich ein Auge rieb, blieb etwas von der Salbe dort hängen, sodass sie ein wenig von der Zauberkraft des Geschöpfes empfing.

Sieben Jahre vergingen. Das Junge wurde groß und stark, und es kam der Tag, an dem der Drac keine Verwendung mehr für seine Gefangene hatte. Er tötete sie nicht, was er durchaus hätte tun können; aber sie hatte seinen Nachkommen genährt, und deshalb ließ er sie frei. Er belegte sie mit einem Bann des Vergessens und versenkte sie in Schlaf, bevor er sie durch den Fluss ans Tageslicht trug.

Die Frau wachte am Ufer in der Nähe ihres Hauses auf. Ein wenig verwirrt sah sie sich um, denn sie erinnerte sich an einen heißen, sonnigen Tag, als sie ihre Wäsche gewaschen und mit ihrem Kind gelacht hatte, das im Gras spielte. Jetzt aber war die Sonne untergegangen, und eines nach dem anderen flammten die Lichter der Stadt auf. Weder die Wäsche auf dem Rasen noch ihr Kind waren irgendwo zu sehen. Sie eilte über die Felder und durch die Straßen der Stadt.

Die Tür ihres Hauses stand offen, um die Abendkühle hereinzulassen, und die Frau ging hinein. Zwei Gesichter wandten sich ihr zu – das eines bärtigen Mannes und eines Knaben, der ihrem Mann glich, als dieser jung gewesen war. Einen Moment starrten sie sich gegenseitig an. Dann sprang der Mann mit einem gellenden Schrei auf. Während der Knabe mit geweiteten Augen zusah, umarmte der Mann die Frau. Er war ihr Ehemann, der sie ertrunken geglaubt und getreu sieben Jahre betrauert hatte. Er überschüttete sie mit Fragen, aber sie konnte keine Antwort geben, denn sie besaß keine Erinnerung an die Welt des Drachen. Der Knabe war ihr Sohn, aber er sprach nicht mit der bleichen, zerlumpten Fremden, ihre Schweigsamkeit schreckte ihn. Aber die Liebe des Vaters zu seiner Frau war so stark und seine Freude über ihre Wiederkehr so groß, dass der Knabe die Fremde allmählich als Mutter annahm. Und in den Wochen ihrer rätselhaften Wiederkehr gewöhnten sich auch die Nachbarn an sie. Ihre siebenjährige Abwesenheit blieb ihnen ein Geheimnis, und ihre Reden schreckten sie zuweilen. Sie träumte von Drachen, erzählte sie oft. Doch ihre Nachbarn waren liebenswürdige Menschen und ließen die Frau gewähren. Sie nahm ihr früheres geordnetes, friedliches Leben wieder auf, kochte und sorgte für den Mann und den Knaben und arbeitete mit den Leuten auf den Feldern. So hätte sie fortleben können, wäre nicht der Drachenblick gewesen. Eines Tages ging sie wie gewohnt auf den Markt, und dort, zwischen den Gemüseverkäufern und Fischhändlern, sah sie den Drac. Schuppig und schimmernd ragte er über den Stadtleuten auf. Sein Haupt reichte fast bis zu den Dachfirsten hinauf, und seine Augen schillerten grün, aber die geschäftigen Händler und ihre Kunden gingen nichtsahnend ihren Geschäften nach. Nur die Frau sah ihn. Als sie aufschrie, blickte er sie scharf an. "Siehst du mich, Sterbliche?", fragte eine Stimme in ihrem Kopf.

"Ich sehe dich, Drache", sagte sie laut, und in diesem Augenblick fielen ihr die ganzen verlorenen sieben Jahre wieder ein. Sie stand regungslos, als die Drachenklaue sich senkte und ihr das linke Auge zuhielt.

"Siehst du mich jetzt?", sagte die Drachenstimme. Sie sah ihn noch. Die Klaue wanderte zu ihrem rechten Auge,und wo der Drache gestanden hatte, sah sie nur den Marktplatz und ihre Mitmenschen. Folgsam sagte sie dem Drachen, dass sie ihn nicht mehr sehe. Sogleich durchfuhr ein blendender Schmerz ihren Kopf. Die Klaue hatte das Auge entfernt, das den Drachenblick besaß.

Halbblind lebte die Frau noch viele Jahre, und wieder und wieder erzählte sie ihre Drachengeschichte. Die Leute hielten sie für verrückt und schlugen ihre traurigen Warnungen in den Wind. So verschwanden Jahr für Jahr Kinder vom Marktplatz von Beaucaire und niemand wußte warum.

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Der Tarasque (Ciruelo Cabral)

Eine alte Legende aus dem Mittelalter berichtet über einen riesenhaften, blauen Wasserdrachen mit stählernen Schuppen, der im Süden Frankreichs in einem See hauste und Tarasque genannt wurde.
Die Einheimischen lebten in ständiger Furcht, denn von Zeit zu Zeit kam das Ungeheuer aus dem See hervor und verschlang eine Jungfrau- wie es unter Wasserdrachen ja üblich ist. Niemand wußte, was man unternehmen sollte, um sich von dem Tarasque zu befreien. Keiner war mutig genug, gegen das Ungeheuer anzutreten, es wagte niemand auch nur zu der Bestie zu sprechen, um einen Frieden zu schließen. So schickte man endlich einen Hilferuf an den Hof des Königs von Frankreich, doch der König war mit anderen Problemen beschäftigt und nicht an den Schwierigkeiten eines Dorfes interessiert, das so weit weg war von der Hauptstadt. Auch die Ritter am Hof zeigten kein Interesse. Der Drache bewachte keinen Schatz, was eine würdige Entlohnung für ihre Mühen bedeutet hätte, noch hielt er eine Prinzessin gefangen, für deren Befreiung Ruhm und Ehre gewunken hätten. „Der Drache frißt nur dumme, schmutzige und einfältige Bauern, die Turniere und Wettkämpfe bei Hofe bringen wesentlich mehr Ruhm ein“, dachten die „edlen“ Herren. Bei ihrer Verzweiflung sprachen die Bewohner des Dorfes schon davon, ihre Heime zu verlassen, sie fühlten sich außerstande, auch nur das nötigste gegen dieses Ungeheuer zu unternehmen. Die Diskussion wurde gerade richtig hitzig, als die Heilige Martha, eine wunderschöne junge Frau, die in der gesamten Region für ihre Gutherzigkeit bekannt war und verehrt wurde, des Weges kam. Die Alten der Stadt hielten ihre Ankunft für ein Zeichen des Himmels und baten sie inständig um Hilfe. Bedrängt durch die verzweifelten Bewohner bot die junge Frau an, den Drachen zu fangen, hatte allerdings auch eine Bedingung. „Sag uns, was du verlangst“, stimmten die hoffnungslosen Menschen sofort zu. „Ich möchte, daß ihr drei Tage lang zu Gott betet, damit ER mir bei der Überwältigung des Tarasque beisteht“, antwortete Martha. Die Bedingung wurde sofort akzeptiert und voller Hoffnung wartete man auf das Wunder, das endlich das Schicksal des Ortes und seiner Bewohner verbessern würde.
So machte sich die Heilige dann eines Morgens auf den Weg zum See, in dem der Tarasque lebte. Trotz seiner Wildheit war der Drache ein großer Musikliebhaber. Die junge Frau stellte sich an das Ufer auf und stimmte mit ihrer klaren und reinen Stimme Loblieder auf den Herrn und die Jungfrau Maria an. Verzaubert vom Wohlklang der Melodien stieg der Tarasque aus dem Wasser und legte sich Martha zu Füßen. Blitzschnell schlang die Heilige einen Gurt um den Nacken des Drachen, der auch nicht die leiseste Gegenwehr leistete. Der Drache war überwältigt und konnte ohne Schwierigkeiten in die Stadt geführt werden, wo er von den Bauern getötet wurde. Zur Erinnerung an diese Begebenheit nannten sie ihre Stadt von nun an Tarascon.

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Der Drache von Murnau

Die Stadt Murnau soll vormals Wurmau geheißen haben. Nach alter Sage wurde in grauer Vorzeit bei Murnau ein ungeheurer Drache oder Wurm erlegt, der Menschen und Vieh großen Schaden zugefügt hatte. Noch vor wenigen Jahren stand eine gemauerte Säule bei dem Ort, mit einer unleserlichen Schrift in den Stein gehauen, auf dem der schädliche Wurm erlegt worden sein soll. Ein Schnapphahn rettete den Ort. Er füllte die Haut eines Kalbes mit ungelöschtem Kalk und warf diesen Fraß dem Drachen vor.
Noch heute führt der Markt in seinen Wappen einen Drachen mit vorwärts greifenden Klauen, aufgesperrtem Rachen und ausgestreckter roter Zunge.

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His free

„His free“

i see its fierey eyes, burning into me
they tell me „i want to die“ will you do the deed?
he knows that he is the last,and does not want to be
in one sharp pain his eyes go blank,and he starts to bleed

the pain, the fear, the lonelyness of life
his every thought ,his every fear all flowed into me
he wanted to die ,his heart now held the knife
but the pain was inside of me

i did it, it was me
i slain the last
i let him go free
i freed him from his past

by Samantha Stewart of Tasmania, (c) All Right reserved

Dieses Gedicht wurde augestellt mit freundlicheGenehmigung von
http://www.dragonsight.net

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Auf den Schwingen der Fantasy (Karin Roth)

Auf den Schwingen der Phantasie

Schwingen aus Leder und Schuppen
einst stumpf und ohne Glanz,
erheben sich nun wieder
 zum freudigen Wolkentanz.

Schuppen die leuchten
 selbst in dunkler Nacht,
die Magie der Liebe
 gab ihnen wieder ihre ureigenste Macht.

Die Winde bezwingen,
den Flug zu träumen,
das ist als ob man baute
Türme aus Wolkenschäumen.

Nun flieg oh Drache
und fange den Wind,
bist in deinem Herzen
wie ein unzähmbares Kind.

Zu fliegen
Zu träumen
Zu fangen die Magie,
das ist der Sinn des Lebens
vergiss das bitte nie.

So tanz auf den Winden,
bring den Menschen den Zauber zurück,
damit auch sie finden,
ihr persönliches Glück.

Drachen am Himmel
man kann sie wieder sehen,
wenn Menschen die Wege
der Phantasie begehen.

© Aquamarin Juli 2002

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Dragon’s Awakening

„Dragon’s Awakening“

In the glitter,
of the morning dew,
sleeps the creature,
of incredible hue.

It’s heavy breathing,
the deep red hide,
it’s gentle face,
full of pride.

Awake, mighty beast,
the day has come,
tell the world,
of the battles won.

Fly, powerful creature,
spread your wings,
we await your presence;
the world sings.

The dragon stirs,
from morning’s light,
it unfurls it’s wings,
it takes to flight.

Yes, beautiful creation,
be honorable and true,
the world awaits,
your incredible hue.

By: John Rowe

Dieses Gedicht wurde augestellt mit freundlicher Genehmigung von
http://www.dragonsight.net

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The night is a dragoness

The night is a dragoness

Home
Six point eight light years away
Everyone fled
Eight hundred ninety one years past

But not alone.
The clock speaks of midnight
The computer grows silent
And she comes, only safe when the light dies.

The night is a dragoness
Ten billion metres long
Age-softened black scales
Her wings glow with the warmth of unseen stars
And she lifts me from the squalor of the lair

I look around with weary eyes
Around rest billions of dragons
My brothers, her children.
And she speaks to them and I
Telling of the billions of years previous
Warning of the fights with oppresor Morning
Singing lullabies as to my fathers and theirs
She loves our kind; she needs us
And I have grown to think we need her

She has told me of her role
As the egg is formed
And a new heart flows black
She implants the thirst in us
In the core of our essences
We need the calm she feeds on
Our hearts beat as one
An entire race unified in rest

Flame-eyes open at half past dawn
She is gone
And the discomfort, heat, and irritation returns
Dangling like spread wings from the rising sun.

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Kinder des Himmels (Karin Roth)

Kinder des Himmels,
wurden sie einst genannt,
bis Habgier und Neid,
sie aus unserer Welt verbannt.

Kinder des Himmels,
ein Volk rein und klar,
sie waren für die Menschheit,
immer verzaubert und wunderbar.

Kinder des Himmels,
verschwanden aus unserer Welt
nun ist es öde und leer,
das blaue Himmelszelt.

Kinder des Himmels,
wir möchten euch wieder lieben,
möchten mit euch träumen
und mit euch auf Wolken fliegen.

Kinder des Himmel,
kehrt doch zurück in euer altes Heim,
lasst uns mit unseren Sorgen und Ängsten
bitte nicht länger allein.

Kinder des Himmels,
ihr Drachen aus alter Zeit,
ich glaube die Menschheit ist
nun endlich soweit.

Kinder des Himmels,
wir sind nun etwas weiter,
wir stiegen hinauf
die Evolutionsleiter.

Kinder des Himmels,
ich bitte euch kommt zurück
und bringt den Menschen
wieder Hoffnung und Glück

© Aquamarin 2.03

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Das Ungeheuer Tarasque (Sigrid Früh)

Vor langer, langer Zeit, als die Rhone noch ungestüm dahin floß und gewaltige Wälder ihre Ufer säumten, geschah es, daß eines Tages ein riesiges Ungeheuer dem Meere entstieg und die Rhone zu seinem neuen Reich machte. Es war eine Drächin, halb Landtier, halb Fisch, größer und stärker als zwölf Elefanten, mit Zähnen wie Schwerter und mit einer Haut wie von Eisen. Sie war die Brut des Leviathan, des grausamen Meeresdrachen, und der schrecklichen Riesenschlange Onachus, und sie hieß Tarasque. Wohin das Untier kam, verbreitete sich Angst und Schrecken. Es flohen vor ihm die Fische und die Vögel und alle Tiere und Menschen. Wenn das Ungeheuer Wasser trank und wieder ausspie, so zerbarsten die Schiffe, und es ertranken die Fährleute. Mit einem einzigen Hieb ihrer riesigen Pranken konnte die Tarasque Häuser zusammenstürzen lassen und mit ihrem Atem alles ringsum in ein Flammenmeer verwandeln.
Kühn und tapfer waren die Söhne der Provence, und so mancher wagte den Kampf gegen das Ungeheuer. Doch keinem gelang es, die Tarasque zu besiegen, und sie verloren alle ihr junges Leben.
Sieben Jahre schon wütete das Untier, verheerte das Land und bracht Not, Tod und Unglück über die Menschen. Da sah eines Tages ein Schäfer die Drachenhaut im Sonnenlicht glänzen, und er glaubte nicht anders, als daß die Tarasque tot sei. Es war aber nur ihre abgestreifte Haut, die am Boden lag, denn die Drächin mußte sich alle sieben Jahre gleich einer Schlange häuten.
Weitere sieben Jahre zogen ins Land, und die Menschen litten mehr denn je unter der Grausamkeit der Tarasque, denn sie riß alle Brücken ein und tötete jeden, der von einem Ufer der Rhone zum andern wollte. So mußten die Menschen voneinander getrennt leben, und es war des Jammerns und des Klagens kein Ende. Endlich beschlossen sie, das Ungeheuer mit Hilfe einer List zu besiegen: Unweit der Stadt Avignon nämlich war
ein tiefer, tiefer Sumpf, und wer da hineingeriet, der war für immer verloren. Dorthin wollten sie die Drächin locken. Also banden sie auf dem Wege zu jenem Sumpf Pferde, Schafe, Ochsen und Ziegen an Bäumen fest. In der Tat folgte das Ungeheuer dieser Fährte mit den leichten
Beutetieren. Aber als die Tarasque den Sumpf erreichte, geschah etwas Seltsames: Die Tarasque achtete nicht auf ihr letztes dargebotenes Opfer, einen jungen Stier, sondern brüllte dreimal donnernd, daß die Erde erzitterte, drehte sich uni und ging geradewegs zur Rhone zurück. Den enttäuschten und verwunderten Menschen blieb nur noch die Flucht übrig. Der tiefe Sumpf nämlich war ein Ort des Teufels, und auch die Tarasque war ein Satansgeschöpf, und so konnte er ihr nichts anhaben.
Noch weitere peinvolle sieben Jahre folgten diesem Ereignis.
Da gelangte eines Tages die heilige Martha in jene Gegend, in der das Ungeheuer hauste. Sie kam vor die Tore von Jarnegues, und weil die Bewohner jener herrlichen Stadt schon viel von ihren Wundertaten gehört hatten, fielen sie vor ihr auf die Knie und baten, sie von dem Ungeheuer zu befreien.
Da machte sich Martha auf und ging in die Wälder am Ufer der Rhone. Sie ging ganz allein, barfuß und weißgewandet, und sie hatte keine Waffe zu ihrem Schutze bei sich als ein Krüglein mit Weihwasser.
Endlich fand sie das Ungeheuer. Als dieses die Jungfrau
gewahrte, brüllte es vor Freude über das neue Opfer und bewegte sich auf Martha zu. Sie aber erhob ihre Hände und formte das Zeichen des Kreuzes. Da brach die Gewalt der Tarasque, so wie die wilde Brandung sich an felsigen Gestaden bricht. Noch einmal erhob Martha ihre Hände und besprengte das Haupt der Drächin mit Weihwasser. Da wurde diese sanft wie ein Lamm. Martha band ihr ihren blauen Gürtel um den Hals und führte sie mit sich, gleich wie plan ein Pferd am Halfter führt. So ging die schöne Jungfrau mit dem Untier auf die Stadt Jarnegues zu. Die Tore waren weit geöffnet, und groß war der Jubel des Volkes. Groß war aber auch der Zorn der Menschen über die Tarasque, die so viel Unglück und Leid über sie gebracht hatte. So töteten sie die Drächin mit Lanzen und Steinen. Wenngleich Martha darüber bittere Tränen vergoß, so verzieh sie doch den Bewohnern von Jarnegues, die ihr zu Ehren eine Kirche errichteten und ihre Stadt von nun an Tarascon nannten.
[Märchen aus Südfrankreich]

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Dragons of autmn

Dragons of Autumn

When summer’s leaves are falling,
and dragons are old and worn.
The lulling voices of autumn are calling,
dragons from the misty early morn.
To circle over forests of red and gold,
and a sea of fallen leaves so old.
They wander ancient woods of yore,
where none but legends hath tread before.
A song they sing to morn the passing of each year,
a melancholy tune enchanting all who hear.
Slowly the hourglass doth empty,
as the ancient hands of time wind down.
Ever watchful guardians they watch the seasons change,
for the silvery frost touch where only dragons range.
As the chilling snow of winter blankets the land,
the dragons of autumn disappear and with them their song disband.

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The dragon of quelm

The Dragons of Quelm

Ancient dragons from a land far away,
a place where the power of magic held sway.
These great docile giants without a care in the world,
had not an inkling their lives soon would unfurl.
Mystical cities of beauty they built,
had they but known their joys would soon wilt.
They enjoyed their last days in truth without knowing,
that ever closer to their doom they were flowing.
The moment had arrived their doom was at hand,
and all their power and might did disband.
Nothing was left of the dragons of quelm,
save the lone traveler psyra on a ship without helm.
Cast out into the bleakness across time and space,
lost in a sea of stars the last of his race.
Until at last a beacon of hope he did spy,
and toward this pale blue dot with great speed did he fly.
A land he did find of richness and beauty,
and of memories of his homeworld it reminded him truly.
Yet a link to this world he had to find,
through dreams he found it in human mind.
To the human he came without worry or shame,
to ask for his aid and the power of quelm reclaim.
So together they would stay and cause past tragedies to be undone,
for with psyra of quelm would the human become one.

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Der Drachentöter (Melanie Möller)

In glänzender Rüstung steht er da,
unter seinem Helme schimmert sein güldenes Haar.
Stolz bewaffnet mit dem Schwert in der Hand
und einem hölzernen Schild wie man es nur selten gekannt.

Getroffen hat es ihn wie Schläge, wie Hiebe
als man ihm nahm seine einzig‘ wahre Liebe
als Opfer wurde sie dem schrecklichen Untier überlassen
wie sollte er des Königs Entscheidung da nicht hassen.

Doch gegen des Königs Wille kein einfacher Herr kann bestehen
nun muss er selbst als mutiger Mann seinen Helden stehen.
Und als er der Kreatur gegenüberstand, sah er rot
mobilisierte seine ganzen Kräfte und stach das Tier tot.

– der Drachentöter

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Der Zigeuner und der Drache (Ciruelo Cabral)

In den weiten Steppen Rußlands lebte ein Zigeunervolk, das durch die Lande zog, Heilmittel und Schmuck verkaufte und nie lange an einem Ort blieb. Ihr Anführer war Yuri, ein scharfsinniger und gewitzter Mann, der sechs Söhne hatte.
Am Feiertag des heiligen Basil, als das Zigeunervolk nahe einer Stadt lagerte, erfuhr Yuri, daß nur wenige Werst entfernt Fohlen zu einem sehr guten Preis verkauft würden. Der Zigeuner dachte an ein gutes Geschäft – er würde die Tiere mit Gewinn weiterverkaufen. Er packte einen frischen Käse und einen Kanten Roggenbrot in seinen Beutel und machte sich auf den Weg. Seine Leute blieben zurück, um die Waren auf dem Markt zu verkaufen. Als er im Nachbarort ankam, war er sehr erstaunt – alles war still und verlassen. Voller Verwunderung wanderte er durch die leeren Gassen und suchte nach einem Hinweis darüber, was da wohl passiert war. Plötzlich vernahm er eine verängstigte Stimme; „Fliehe von hier, Elender, oder der Drache wird auch dich verspeisen!“ „Wer spricht da?“ fragte Yuri. „Ich bin es, der alte Westija.“ Hinter einigen Weidenkörben tauchte ein alter Mann mit langem Bart auf. Er zitterte ängstlich und war so dünn, daß er nur aus Haut und Knochen zu bestehen schien.
„Hallo Großväterchen“, sagte Yuri freundlich, „was geht hier vor sich?“ „Oh mein Sohn“, seufzte der Alte, „ein furchtbarer Drache hat alle Bewohner dieses Städtchens gefressen … Menschen, Tiere, sogar die Katzen! Ich bin der einzige Überlebende, denn ich bin alt und dem Ungeheuer waren Haut und Knochen wohl zu wenig. Doch heute kehrt es zurück, und da es sonst nichts mehr zu fressen findet, wird es sich wohl über mich hermachen. Also laufe schnell fort von hier, damit du nicht auch dieses Schicksal erleidest!“ „Mach‘ dir keine Sorgen, Väterchen“, sagte Yuri mutig, „ich fürchte mich nicht vor dem Drachen. Wenn du tust, was ich dir sage, dann wird dir kein Leid geschehen. Verstecke dich hinter den Körben und schweig ganz still.“ Schon bald erbebte die Erde unter den Schritten des Drachen. Er war enorm groß und er sah hungrig aus. Yuri wußte, daß Drachen von Natur aus eitel und neugierig sind, und begrüßte ihn wie einen Kaiser: „Guten Tag, Zar aller Drachen!“ Der Drache fühlte sich durch diese Anrede sehr geschmeichelt. Er schlug mit dem Schwanz auf den Boden und spreizte die Schwingen, um die wundervolle juwelenbesetzte Brustplatte zu präsentieren, senkte den Kopf und sagte bescheiden; „Es ist ja gar nicht so, ich bin nur ein ganz gewöhnlicher Drache.“ „Ihr seid nicht gewöhnlich wunderbarer Herr“, protestierte Yuri, „ihr seid der größte und schönste von allen. Ich bin stolz darauf, eure Kraft bewundern zu dürfen.“ „Ja, es ist wahr“, gab das eitle Tier zu, „ich bin sehr stark, und man nennt mich üblicherweise schön. Doch wer bist du, daß du so ohne Furcht vor mir stehst?“ „Ich bin der stärkste Mensch der Welt!“ gab Yuri fröhlich zur Antwort. „Du bist der stärkste? Bring‘ mich nicht zum Lachen!“ „Und doch bin ich es, auch wenn du an meinen Worten zweifelst.“ Der Drache wurde nun doch neugierig auf den Zigeuner. Er hob einen Stein auf und zerdrückte ihn zu Staub. „Vielleicht kannst du das ja auch, wenn du der stärkste Mensch bist.“ „Das wäre nicht besonders schwierig“, antwortete Yuri frech, „aber kannst du Wasser aus einem Stein pressen, so wie ich?“ Ohne dem Drachen zu zeigen, was er da aus seinem Beutel genommen hatte, drückte Yuri den frischen Käse, bis Flüssigkeit zwischen seinen Fingern hervorrann. „Nun gut“, dachte der Drache, „er ist wirklich sehr stark. Es ist wohl besser, ihn nicht zum Feind, sondern zum Freund zu haben.“ Um die Freundschaft des Mannes zu gewinnen, schlug er vor: „Komm‘ mit in meine Behausung und esse mit mir. Du bist ein nettes menschliches Wesen, und ich möchte, daß wir Freunde werden.“ „Sehr gut, Drache, laß uns gehen.“
Das Ungeheuer nahm Yuri mit zu der Höhle, in der es hauste, und bat ihn dann: „Wärest du wohl so nett, in den Wald zu gehen und einen Eichenbaum für das Feuer zu holen?“ Yuri machte sich auf den Weg, fest entschlossen, seinen Trick dem Drachen nicht preiszugeben, doch seine Arme waren bei weitem nicht stark genug, um einen der mächtigen Bäume zu entwurzeln und zur Höhle zurückzuschaffen. Doch da kam ihm eine Idee: er band eine Gruppe stämmiger Eichen mit dem Tau zusammen, das der Drache ihm mitgegeben hatte. Nach einer Weile bemerkte der Drache, daß der Zigeuner noch immer nicht zurückgekehrt war. Er begab sich ebenfalls in den Wald und fand Yuri, der eifrig damit beschäftigt war, die Bäume fest aneinander zu binden. „Was um alles in der Welt machst du da?“ fragte das Reptil erstaunt. „Nun, ich dachte, ich bringe gleich all diese Bäume hier mit, dann haben wir genügend Brennholz für mehrere Tage.“ „Laß es gut sein, wir wollen ja nicht gleich den ganzen Wald fällen“, antwortete der Drache, mehr und mehr von Yuris Kräften überzeugt. „Ich werde einen Stamm nach Hause schaffen, du kannst inzwischen einen Ochsen zum Kochen besorgen. Hinter dem Haus auf dem Feld findest du eine schöne Herde. Suche einfach den feistesten aus.“ Entschlossen schritt Yuri auf das Feld zu. Nach einer Weile fand ihn der Drache dabei, wie er alle Ochsen zusammenband. „Was machst du denn nun?“ „Ich wollte gleich alle Ochsen mitbringen, dann könnten wir einen schönen Eintopf kochen.“ „Freund“, seufzte der Drache, „du hast eine seltsame Methode, die Dinge anzugehen. Ein Ochse wird schon genug sein, ich werde ihn selbst nach Hause schaffen.“ Etwas verwundert über das Verhalten seines Gastes suchte sich der Drache den feistesten Ochsen, tötete ihn, häutete ihn und begann mit dem Kochen. Die beiden Freunde taten sich an dem Mahl gütlich; mit vollem Magen war der Drache dann in einer friedlichen Stimmung und bot dem Zigeuner an, ihn nach Hause zu begleiten. „Vielen Dank“, antwortete Yuri, „doch ich hatte eigentlich daran gedacht, einige Pferde zu kaufen.“ „Mach‘ dir darum keine Sorgen. Ich besitze einen wunderschönen Hengst, den ich dir für 100 Rubel verkaufen werde.“ Yuri stimmte dem Handel zu und machte mit dem Drachen aus, ihn zu bezahlen, sobald sie zurück bei den Zigeunern wären. Da es ein langer Weg werden würde, entschloß sich der Drache, dazu Menschengestalt anzunehmen. Sie nahmen zwei Pferde aus dem Besitz des Drachen und machten sich auf die Reise. Unterwegs warnte Yuri den Freund vor seinen sechs Söhnen, die nicht nur sehr kräftig wären, sondern auch über hellseherische Fähigkeiten verfügen würden. Als sie das Lager erreichten, rannten die Söhne Yuri entgegen. Sie sahen nur den einen Hengst und begannen zu rufen: „Du hast nur einen mitgebracht!“ „Der muß für mich sein!“ rief der Älteste. „Nein, nein, ich möchte ihn haben!“ erwiderte der Kleinste. Yuri sah den Drachen an und sagte: „Diese Spitzbuben. Habe ich dir nicht gesagt, daß sie hellsehen können? Sie haben dich erkannt!“ Der Drache war entsetzt, womöglich wollten sie ihn als Spielzeug behalten oder ihn gar verspeisen. Da sie ja so stark waren wie ihr Vater, gab es wohl kaum Hoffnung auf ein Entkommen. Schnell stieg er vom Pferd ab, nahm wieder Drachengestalt an und flog in wilder Panik davon. Nie wieder dachte er daran, auch nur in die Nähe der russischen Steppen zu kommen, wo Zigeuner so stark sind, daß sie sich über Drachen streiten.

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Der Kampf mit dem Drachen zu Laufen im Oberland

Im Oberland oberhalb von Laufen hielt sich vor langer Zeit in einer düsteren Höhle ein mächtiger Lindwurm auf, der die ganze Umgebung mit Furcht und Grauen erfüllte. Wochen- und monatelang schlief das Untier in seiner vom Volk ängstlich gemiedenen Behausung und rührte sich nicht, nur das rasselnde Schnarchen des Ungeheuers drang nach außen. Wenn aber der Hunger den scheußlichen Lindwurm aus dem Schlafe weckte, kam er aus dem finsteren Loch gekrochen, und alle Lebewesen, ob Mensch oder Tier, die in den Bereich seines giftigen Pesthauches gerieten, waren verloren. Betäubt fielen sie zu Boden und wurden eine Beute des schrecklichen Drachen.

Um zu verhindern, daß das gefräßige Untier aus seiner Höhle herauskomme, in der Gegend herumstreife und so noch größeres Unheil anrichte, beschlossen die Bewohner, ihm sein Futter, Ochsen und Kühe, vor das Drachenloch zu bringen. Aber der Futterverbrauch des Drachen war so gewaltig, daß sich die Viehbestände auf den Almen bedenklich lichteten. Da entschloß man sich, den Versuch zu wagen, den Lindwurm zu töten.

Ein ausgehungerter Ochse, dem man einen Futtersack vor dem Maule anbrachte, sollte mit verbundenen Augen zum Drachenloch getrieben werden. Um den Leib des Ochsen wurden mehrere Säcklein mit ungelöschtem Kalk gebunden in der Hoffnung, der Drache werde sie beim Fressen mit hinabschlingen und daran zugrunde gehen. Es erhob sich nun die Frage, wer den Ochsen in die Höhle des Lindwurms treiben sollte. Das war ein gefährlicher Gang; den wenn der verderbliche Hauch des Untieres den Treiber erreichte, war er verloren; daher sollte das Los entscheiden. Es traf den Schulzen des Ortes, der sich unter dem Jammer seiner Familie anschickte, den gefährlichen Weg anzutreten. Da sprang ein junger Bursche vor, der die Tochter des Schulzen liebte, und erklärte sich bereit, an seiner Stelle den Gang zum Drachenloch zu unternehmen. Er hoffte, im Falle des glücklichen Gelingens die Hand der Geliebten zu erringen.

Nachdem er eine lange Leine um einen Baum geschlungen und das andere Ende an seinem Gürtel befestigt hatte, trieb er, mit einem langen Spieß bewaffnet, den Ochsen vor sich her zur Höhle. Mit Bangen blickten ihm die Dorfbewohner nach und harrten auf den Ausgang des gefährlichen Wagnisses. Als der Ochse in die Nähe des Drachenloches gekommen war, witterte der hungrige Lindwurm seine Beute und kam aus der Höhle heraus.

Noch ehe der Ochse sich umwenden konnte, hatte er ihn mit seinen Krallen gepackt und zog ihn in seine Behausung hinein. Der Jüngling hatte zwar seinen Speer gegen das Ungetüm abgeschleudert, aber wirkungslos prallte das Geschoß von dem dichten Schuppenpanzer des Tieres ab.

Während aus der Höhle das Krachen der Knochen und das würgende Schlingen des Lindwurms zu hören war, verspürte der Jüngling, wie ihm allmählich die Besinnung schwand. Ein Hauch des verpesteten Atems war von dem Tier zu ihm gedrungen und drohte ihn zu betäuben. Rasch suchte er sich an der Leine nach rückwärts zu ziehen, jedoch schon nach wenigen Schritten brach er bewußtlos zusammen. Aber die Dorfbewohner, die am Ende der Leine standen, hatten den Vorfall bemerkt und zogen ihn, allen voran die Tochter des Schulzen, an der Leine aus dem vergifteten Bereich auf sicheren Boden zurück.

Von der Höhle herab vernahm man das Schlürfen und Schmatzen des Drachen, der aus einer Lache seinen Durst stillte. Dann erscholl ein Heulen und Brüllen, ein Schlagen und Toben; der Kalk tat seine Dienste. Als nach einiger Zeit Ruhe eintrat, wußte man, daß der Lindwurm verendet war. Aber die Gefahr war damit noch nicht vorüber. Das Wasser, das aus der Höhle floß, führte Unrat von dem verwesenden Drachen mit und brachte die Pest unter die Leute.

Erst als die Seuche erloschen war, kehrte Ruhe und Frieden wieder ins Land. Der junge Bursche der den Weg zur Drachenhöhle getan, erholte sich bald wieder; er war noch rechtzeitig dem tödlichen Wirken des Pesthauches entgangen. Er erhielt die Tochter des Schulzen zum Lohn für seine mutige Tat.

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Of dragons and humankind

Of Dragons and Humankind

Dragons they seek yet they know not their name,
they search for these creatures dwelling in fire and flame.
Oh if only the dragon’s true nature they know,
rather than the seeds of myth they sow.
The legends that they search for in truth do not exist,
for the dragons of their made-up stores are but shadows in the mist.
But the truth can they never realize,
unless they in their dreams look into dragon eyes.
Many have come before and more will surely come after,
yet they shall never learn how the dragon they may master.
The dragon’s true nature it elludes them,
for it is something they can never comprehend.
They cannot know the dragon for they fear what they do not understand,
and in this truth lies their tragedy and the curse of man.
Yet there are thoes cherrished few whose mind’s and heart’s are clear,
and it is to them that in dreams the dragon shall appear.
For the dragons will know them when they see them,
among the rocks of humanity they are a clear unclouded gem.
And to them the dragons shall tell their secrets,
and they shall be enlightened above their earthly kin.
For they unlike their fellow seekers who seek power and to command,
shall one day with dragon eyes look and understand.

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Der letzte Drache (Karin Roth)

Blutrot spannte sich der Himmel
über das Land
als der letzte der großen Drachen
 daraus verschwand.

Er ward gejagt
von den Männern aus Stahl
die Hetzjagd
ließ ihm keine andere Wahl.

Er stürzte herab
um die Ritter zu zerstören
man konnte ihre Schreie
noch in weiter Ferne hören.

Da lagen sie nun
haßerfüllte Seelen
doch des Drachens Herz
begann sich schwer zu quälen.

Wußte er doch
Er hatte viele Leben beendet
sie sind unter seinen Fängen
in ihrem Blut verendet

So beschloß der Drache
diese Welt zu verlassen
war ihm doch klar
die Menschen werden ihn nun hassen.

So flog er davon
dem Horizont entgegen
auf der Suche nach einem Ort
wo er kann in Frieden leben.

So entschwand der letzte von ihnen
und ward nie wieder gesehen
doch meine Seele
würde gern mit ihn gehen

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Aschenhans und der Urlindwurm (Sigrid Früh)

Es lebte einmal ein Bauer auf Leegarth, der hatte sieben Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn aber wurde nur der Aschenhans genannt. Den ganzen Tag ging er in abgerissenen Kleidern und reit ungekämmtem Haar umher, aus dem jeder Windstoß eine Aschenwolke blies. Sogar nachts schlief er in der Asche. Aschenhans n-iußte tagein, tagaus den Boden fegen, Torf für das Feuer holen und alle niedrigen Arbeiten verrichten. Von seinen Brüdern erhielt er oft Schläge und böse Worte, sie verlachten und verspotteten ihn. Nur seine Schwester hatte ihn von Herzen lieb. Sie lauschte gerne den Geschichten von Helden, Riesen und Trollen, die er so gut wie kein anderer zu erzählen wußte. Eines Tages geschah es, daß des Königs Boten zu dem Bauern kamen und ihre sagten, er solle seine Töchter an des Königs Hof senden, auf daß sie dessen einziger Tochter als Magd und Gefährtin diene. So wurden dem Mädchen die besten Kleider angelegt, und dann ritt sie mit den Boten fort. Von da an sprach Aschenhans kaum mehr ein Wort, und er ließ traurig den Kopf hängen. Als eine Zeit vergangen war, breitete sich unheilvolle Kunde im Lande aus, Es hieß, der große Lindwurm nähere sich der Küste. Diese Nachricht ließ selbst die Kühnsten unruhig werden. Wahrhaftig reckte das Untier schon sein Haupt gegen das Ufer, riß seinen greulichen Rachen auf und gähnte schrecklich. Als der Lindwurm das Maul wieder schloß, da erbebte die Erde. Dies tat er, um zu zeigen, er werde das Land vernichten, wenn man ihm nichts zu fressen gäbe.
Dieser Lindwurm war der größte und erste, der Vater von allen Übrigen, deshalb hieß er der Urlindwurm. Er konnte mit seinem giftigen Atem jede lebende Kreatur, die er anhauchte, töten und alles, was wuchs und grünte, verdorren lassen, Furcht befiel jedes Herz, und Klagen erhoben sich im ganzen Land.
Drei Tage lang berieten der König und das Thing, was in dieser grollen Not zu tun sei. Keiner aber wußte einen Weg dem Untier ZU entkommen. Nun gab es in dein Königreich einen mälchtigen Zauberer, von dem die Leute sagten, daß er um alle Dingo wisse. Der König allein hielt ihn für einen hinterlistigen Ränkeschmied und mißtraute ihm aus ganzer Seele,
Als das Thing nun Weder ein noch aus wußte, trat auf einmal die Königin in die Versammlung.
Sie war herrschsüchtig, kalt und böse, und sie sprach. Ihr seid alle tapfere Männer und kühne Krieger, solange ihr nur sterblichen Gegnern gegenübersteht. jetzt aber steht ein Feind vor euch, der eurer Kraft spottet, denn vor ihm sind eure Waffen wie Stroh. Nicht durch Schwert und Speer kann dieses Ungeheuer überwunden werden, sondern nur durch Zaubermittel. Ihr solltet euch Rat holen bei denn großen Zauberer, der von allen diesen Dingen weiß. Denn Klugheit siegt, wo Kraft und Stärke versagen.“
Also wurde der Zauberer gerufen. Er sah häßlich aus wie ein Gespenst, und sein Anblick war furchterregend. Ernst sei die Frage, und schwierig sei sie zu beantworten, sagte er zu den Männern des Things, doch werde er am folgenden Tage bei Sonnenaufgang seinen Rat mitteilen.
Am nächsten Morgen gab der Zauberer bekannt, es gäbe nur einen einzigen Weg, den großen Lindwurm zufriedenzustellen und das Land zu retten. Es müßten ihm einmal in der Woche sieben Jungfrauen zum fraß vorgeworfen werden. Wenn dieses Mittel nicht ausreiche, dann bliebe nur
noch ein weiteres, das aber sei so furchtbar, da es gar nicht ausgesprochen werden dürfe, es sei denn, das andere versage.
So sprach der Zauberer, und sein Rat wurde angenommen und als Gesetz, verkündet. Jeden Samstag wurden sieben Mädchen gebunden auf einen Felsen gelegt, und das Untier streckte seine Lange Zunge heraus und schlang sie alle in seinen furchtbaren Rachen. Eines Samstags stiegen die Leute von Leegarth auf einen Hügel, und sie sahen, wie der große Lindwurm sieben
Jungfrauen mit flaut und Haaren auffraß. Da weinten die Frauen, und die Gesichter der Männer wurden grau. Während alle jammerten und klagten, ob es denn keine andere Rettung für das Land gäbe, erhob sich Aschenhans und sprach: „Ich bin bereit, mit dem Drachen zu kämpfen, denn ich fürchte den Tod nicht.“ Da gab ihm sein ältester Bruder einen schrecklichen Hieb und befahl ihm, sich nach Hause zu scheren in sein Aschenloch. Aschenhans aber wiederholte seine Worte. Darüber gerieten die Brüder in so großen Zorn, daß sie mit Steinen nach ihm warfen, bis er davonlief. Zur Nachtzeit bekamen sie ihn in der Scheune zu fassen und hätten ihn im Stroh erstickt, wenn nicht der Vater zu Hilfe gekommen wäre.
Aschenhans aber sprach: „Du hättest mir nicht helfen müssen, Vater, denn mit Leichtigkeit hätte ich mich meiner Brüder erwehren können, wenn ich es nur gewollt hätte.“
Da lachten sie alle und fragten voller Hohn. „Und warum hast du es dann nicht versucht?“
„Weil ich all meine Kraft für den Kampf mit dem Urlindwurm aufsparen will“, antwortete Aschenhans. Darauf hielten sie sich vor Lachen den Bauch, und der Mater sagte: „Du wirst mit dem großen Lindwurm kämpfen, wenn ich Löffel aus den Hörern des Mondes mache!
Überall aber im Land erhob sich große Trauer und Wehklagen über den Tod so vieler Jungfrauen. Die Leute sagten, es werde bald keine Frau mehr sein, um Kinder zu gebären.
Also wurde wiederum das Thing einberufen, und die Männer riefen nach dem Zauberer und begehrten auch, das zweite Mittel zu erfahren. Der Zauberer reckte seine häßliche Gestalt. Der Bart hing ihm bis zu den Knien, und sein Haar war wie ein Mantel um ihn. Und er sprach: „Mit der größten Trauer spreche ich es aus, es gibt nur ein einziges Heilmittel. Oh, daß ich nie geboren wäre oder doch nicht so lange gelebt hätte, um den Tag zu sehen, an dem ich hier stehe, dieses Heilmittel zu verkünden. Des Königs ein zige Tochter Gemdelovely muß dem Lindwurm geopfert werden. Dann erst wird das Ungeheuer unser Land verlassen.“
Lange Zeit schwiegen alle Versammelten. Endlich erhob sich der König kummervoll, doch groß und aufrecht, und er sprach: „Gemdelovel ist mein einziges Kind. Sie ist das Liebste, was ich auf Erden habe. Sie sollte einmal mein Reich erben, Wenn aber ihr Tod das Land retten kann, so soll sie sterben. Es ist wohl ihre Pflicht, als die Letzte aus denn ältesten Geschlecht des Landes ihr Leben für ihr Volk hinzugeben.“
Da erhob sich der Älteste des Thing und fragte, ob dies der Wille aller sei. Keiner sprach, aber alle hoben sie die Hand. Sie taten es in großem Kummer, denn Gemdelovely wurde von allen geliebt. Darauf sprach des Königs Waffenmeister: „Wenn das Untier auch dann nicht das Land verläßt, nachdem es die Prinzessin verschlungen hat, so soll der Zauberer das nächste Opfer sein.“
Dem stimmten alle mit Beifallsrufen zu.Bevor der Spruch des Things verkündet wurde, bat der König um einen Aufschub von drei Tagen. Dies Wurde gewährt. Dann gab der Älteste den Spruch des Things bekannt. Leer König sandte Boten in alle Lande, um kundzutun, daß derjenige, dem es gelänge, den Lindwurm mit Waffengewalt oder List aus denn Lande zu bringen, Gemdelovely zur Frau bekäme. Obendrein solle er das Königreich erben und das Schwert Sicherbeißer, mit dem der große Oddie seine Feinde besiegt und ans andere Ende der Welt getrieben hatte.
Manch ein Fürst und großer Streiter hielt diesen dreifachen Preis wohl wert. Aber die Gefahr, die dem drohte, der diese drei gewinnen wollte, die wollte keiner auf sich nehmen. Und auch des Kühnsten Herr erstarrte vor Furcht. Als der Bauer von Leegarth vom Thing zurückkam mit der Kunde, daß die schöne Gemdelovely dem Untier vor geworfen werden sollte, hob ein großes Jammern und Klagen an, denn alle Menschen, außer der Königin, die ihre Stiefmutter war, liebten die Prinzessin. Aschenhans aber schwieg.Sechsunddreißig große Helden kamen zum Haus des Königs in der Hoffnung, den Preis zu gewinnen. Aber zwölf von ihnen fielen in Ohnmacht, als sie den Lindwurm erblickten, zwölf weitere waren so entsetzt, daß sie heim liefen in ihr eigenes Land. Zwölf schließlich blieben am Hofe des Königs, aber Herz und Mut waren ihnen tief gesunken.
Am Vorabend des Tages, an dem die Prinzessin geopfert werden sollte, gab der König für die zwölf Helden und seine Männer ein großes Mahl. Doch Trauer hatte alle er faßt, und so wurde wenig gegessen und noch weniger gesprochen. Wenn sie auch dem Wein zusprachen, so war doch keinem nach Scherzen zumute. Der König aber verbarg sein Antlitz vor ihnen. Als sich alle bis auf den König und seinen Waffenmeister zur Ruhe begeben hatten, öffnete der König seine große Truhe und nahm das Schwert Sicherbeißer in seine Hände. „Warum nehmt Ihr Sicherbeißer aus der Truhe?“ fragte der Waffenmeister, „morgen werden es vier mal zwanzig und sechzehn Jahre, daß Ihr in die Welt kamt, und manche heldenhafte Tat habt Ihr getan in dieser Zeit. Aber die Tage, da Ihr in den Kampf zogt, sind vorüber. Laßt Sicherbeißer ruhen, mein Herr und König. Ihr seid zu alt, seine Klinge jetzt noch zu schwingen.“ „Schweig! sprach der König, „oder ich werde meine Kraft an deinem Leibe versuchen. Glaubst du, daß ich, der ich von dem großen Oddie abstamme, ertragen könnte, daß mein einziges Kind von einem Ungeheuer verschlungen wird und ich keinen Streich wagte für mein eigen Fleisch und Blut? Ich sage dir, und ich schwöre es dir reit meinem Daunen kreuzweise auf Sicherbeißers Spitze : dieses gute Schwert und ich, wir werden untergehen, ehe meine Tochter stirbt. Und nun, mein treuer Waffenmeister, begib dich beim ersten Hahnenschrei eilends hinunter ans Meeresufer. Bringe mein Boot zu Wasser, richte den Mast auf, halte die Segel bereit und wende den Bug seewärts. Bewache es gut, bis ich komme. Dies wird der letzte Dienst sein, den du mir erweisen kannst. Schlafe nun wohl, mein alter Freund und Gefährte.“ Auch auf Leegarth traf man Vorbereitungen für den nächsten Tag, denn alle sollten hingehen am nächsten Morgen, den Tod Gemdelovelys mitanzusehen, alle, außer Aschenhans, der mußte zu Hause bleiben und die Gänse hüten. wie er nun in der Asche lag, bedrückten ihn so viele Gedanken, und es wollte kein Schlaf über ihn kommen. Da hörte er Vater und Mutter auf ihrem Lager miteinander sprechen. Er hörte, wie die Mutter sagte : „So wollt ihr also morgen alle hingehen und zusehen, wie die Prinzessin aufgefressen wird?“ „Ja, wahrhaftig, Frau und du sollst auch mitkommen. Du sollst hinter mir auf Teetang reiten, auf dem schnellsten Pferd im Lande, und keiner wird uns zuvorkommen.“ Da antwortete sinnend die Frau: „Ich habe manchmal gedacht, du liebst mich doch nicht so sehr, wie ein Mann seine Frau lieben soll.““Wie kannst du einen solchen Gedanken hegen“, rief der Mann, „habe ich jemals etwas getan oder gesagt, das dich glauben machen könnte, ich liebte dich nicht mehr als alle anderen Frauen auf Erden ?“ „Nicht, was du sagst, sondern was du nicht sagst, läßt mich an deiner Liebe zweifeln. Seit fünf Jahren schon habe ich dich wieder und wieder gebeten, mir zu sagen, wie du Teetong zu so schnellem Lauf antreibst, daß er jedes andere Pferd im Lande schlägt, aber ich könnte ebensogut den Stein in der Mauer fragen. Ist das ein Zeichen wahrer Liebe?“ Nun , liebes Weib“, antwortete der Mann, „wenn dich dies so sehr bedrückt, so will ich dir das Geheimnis verraten. Wenn ich will, da Teetong stillsteht, gebe ich ihm einen Schlag auf die linke Schulter, wenn ich will, daß er recht schnell geht, gebe ich ihm zwei Schläge auf die rechte Schulter, Soll er aber aus Leibeskräften rennen, dann blase ich durch die Luftröhre einer Gans. Ich habe stets ein solches Stück Drossel in meiner rechten Rocktasche, auf daß es notfalls zur Hand ist. Wenn Teetang meinen Pfiff hört, dann läuft er wie der Wind. So, nun weißt du alles. Laß uns noch ein wenig schlafen, denn es ist schon spät.“ Aschenhans aber hatte alles gehört. Er wartete, bis die Eltern eingeschlafen waren. Dann aber hielt es ihn nicht mehr auf seinem Lager. Er nahm die Gänsedrossel heimlich aus seines Vaters Rocktasche und schlich sich in den Stall. Dort zäumte er Teetang und führte ihn hinaus. Aschenhans schwang sich in den Sattel und gab dem Pferd zwei Schläge auf die rechte Schulter. Da schoß es wie ein Pfeil davon und wieherte dabei laut. Davon erwachte der Bauer. Er weckte eilends seine Söhne, und sie sch rangen sich auf ihre Pferde und galoppierten hinter Aschenhans und Teetong her, allen voran der Vater, und der rief. Halt, halt, he Teetore steh! Als Teetong diesen Ruf vernahm, blieb er stehen wie ein Fels. Doch Aschenhans setzte die Gänsedrossel an die Lippen und blies mit aller Macht darauf. Da schoß Teetong, davon wie der Wind, und der Vater und die Brüder hatten das Nachsehen. Bei Sonnenaufgang kahl Aschenhans zum Meeresufer. Er pflockte sein Pferd an und ging in eine kleine Hütte hinein, Dort nahm er ein brennendes Stück Torf aus dem 1-euer und gab es in einen alten Topf. Damit ging er an die Stelle, wo des Königs Boot an einem Stein vertäut war- Der Diener, der das Boot bewachen sollte, bis der König käme, zitterte vor Kälte, denn die Nacht war eisig gewesen. „Warum kommst du nicht an Land und läufst ein wenig umher, um dich aufzuwärmen?“ fagte ihn Aschenhans. „Der Waffenmeister- hat es mir verboten. ‚Wenn er mich nicht in, Boot findet, schlägt er weich halb tot..“ „Dein Waffenmeister ist ein weiser Mann“, sagte Aschenhans, ich aber will mir ein Feuer anzünden und Seeschnecken rösten.“
Er begann, ein Loch in den Boden zu schlagen, um darin das Feuer zu entfachen, irrt selben Augenblick aber rief er laut: Gold, Gold! So wahr ich der Sohn meiner Mutter bin, hier ist Gold in der Erde !“
Als der Mann im Boot das hörte, sprang; er an Land und stier Aschenhans zur Seite. Während er in dem Loch stocherte, packte Aschenhans seinen Topf, liste das Haltetau, sprang in das Boot und stieß es ab ins tiefe Wasser, der Mann am Strand mochte schreien, so laut er wollte. Als die
Sonne über die Berge heraufstieg, setzte Aschenhans seift Segel und steuerte geradewegs auf das Haupt des Lindwurms zu.
Das Scheusal lag vor ihm wie ein großer, hoher Berg. Seine Augen glühten und sprühten wie ein Leuchtfeuer. Sein Leib erstreckte sich über die halbe Welt. Seine furchtbare Zunge war Hunderte von Metern lang und konnte ganze Städte ins Meer fegen. Diese schreckliche Zunge war gespalten. Mit den beiden Spitzen konnte das Ungeheuer seine Beute packen, die größten Schiffe wie Eierschalen zerdrücken und die Mauern der größten Burgen Arie Nüsse zerknacken.
Aschenhans aber war ohne Furcht.
Währenddessen waren der König und seine Krieger zum Strand gekommen. Als der einig sein Boot weit draußen sah, geriet er in großen Zorn, Aschenhans fuhr von der Seite an den Kopf des Lindwurms heran, dann ließ er das Segel herunter und saß still da seit eingelegten Rudern und hing seinen Gedanken nach, Als der erste Sonnenstrahl die Augen des Ungeheuers traf, gähnte es. Es war das erste von sieben Malen, die der Lindwurm vor seinen grausigen Mahlzeiten zu gähnen pflegte. Jedesmal, wenn das Untier gähnte, schoß eine Wasserwoge in sein aufgesperrtes Maul hinein. Aschenhans ruderte so nahe wie möglich an des Lindwurms Maul heran, und beim nächsten Gähnen wurde wies Boot an der einwärts stürzenden Flutwelle mitgerissen und in den finsteren Schlund des Drachen hinunter
gespült. Weiter und weiter, tiefer und tiefer hinunter fuhr Aschenhans. Er steuerte sein Boot in der Mitte des Schlundes, bis das Wasser seichter wurde und der Mast sich mit
der Spitze oben an der Wandung verfing und der Kiel auf denn Grund festsaß.
Aschenhans sprang aus dem Boot. Er watete vorwärts, bis er zu der Leber des Ungeheuers kam. Er zog sein Messer
und schnitt ein Loch in die Leber und schob seinen glimmenden Torf in das Loch.. Er blies den Torf an, bis er dachte, seine Lippen müßten zerspringen. Der Torf flammte auf, und die Flamme ergriff das Fett der Leber. Ein gewaltiges Feuer entstand, Da lief Aschenhans zu seinem Boot zurück, und wie nun der Lindwurm die Hitze des Feuers spürte, fing er an, furchtbare Fluten aus seinem Magen zu speien. Eine von ihnen erfaßte das Boot, zerbrach den Mast und warf Boot und Mann heil und trocken an Land. Der König und seine Leute zogen sich auf einen hohen Hügel zurück, wo sie sicher waren vor den Fluten und vor den schrecklichen Feuer- und Rauchstößen, die das Ungeheuer von sich gab. Es war ein grauenvoller Anblick. Hinter den Flutwellen brachen aus dem Maul des Ungeheuers riesige Rauchwolken hervor, die waren schwarz wie Pech. Als das Feuer in ihn größer wurde, streckte es seine schreckliche Zunge heraus und schwang sie hin und her. Es umklammerte ein Horn des Mondes mit den gegabelten Enden, und als die Gabel ans Horn des Mondes abglitt und wieder herabstürzte, spaltete sie die Erde und schuf ein großes Stück Meer, wo vorher trockenes Land gewesen. Dieses Meer trennt noch heute Dänemark von Schweden und Norwegen. Am Ende dieses Meeres sind zwei große Meerbuchten, die von den beiden Spitzen der gegabelten Zunge des Lindwurms herrühren. Darauf zog der Lindwurm seine lange Zunge ein, und wie er sich nun wand und ringelte, bebte die ganze Erde. Schließlich zog er sich langsam zu einem riesengroßen Klumpen zusammen, und dabei peinigte ihn das Feuer in seinem Innern so sehr, daß er sein Haupt zu den WoIken aufwarf und es sogleich wieder ins Meer fallen ließ, Mit einer Gewalt, die die ganze Welt erschütterte.
Von der Wucht des Niederstürzens flogen ihm viele Zähne aus de m Maul, und diese bildeten die Orkneyinseln. Noch mehr Zähne spie das Untier ins Meer, und aus diesen wurden die Shetlandinseln. Und zum drittenmal schleuderte es Zähne aus seinem Maul, und aus diesen wurden die Färöerinseln. Danach rollte er sich zu einem mächtigen Koloss zusammen, und daraus entstand Island. Endlich hauchte der Urlindwurm sein Leben aus. Aber noch brennt das Feuer unter Island, und dieses Feuer ist es, das die feuerspeienden Berge der Insel speist. Da nahm der König Aschenhans in seine Arme, küßte und segnete ihn. Er legte ihm seinen eigenen Mantel um die Schultern und nahm Gemdelovelys Hand und legte sie in die seinige und gab sie zusammen als Mann und Frau. Und er gürtete Aschenhans mit dem Schwert Sicherbeißer. Aschenhans schwang sich auf Teetong und ritt an Gemdelovelys Seite. Als sie alle voller Freude zum Schloß geritten kamen, trat ihnen die Schwester von Aschenhans entgegen und flüsterte der Prinzessin etwas ins Ohr, und diese gab es an ihren Vater weiter. Da verfinsterte sich des Königs Antlitz, denn er hatte vernommen, daß die Königin den ganzen Morgen mit dem Zauberer gebuhlt habe,“Ich werde den Zauberer töten!“ rief der König aus, „Ach“, antwortete das Mädchen, „sie sind geflohen, auf den beiden besten Pferden sind sie hinweg geritten
„So schnell können sie nicht geritten sein, daß ich sie nicht einholen könnte“, sprach Aschenhans und sprengte auf Teetong davon wie der Wind. Bald hatte er das unselige Paar erreicht.
Der Zauberer aber höhnte: „Diesem Knäblein werde ich sogleich den Kopf abschlagen, denn er wußte wohl, daß sein Leib gefeit war gegen jedes gewöhnliche Eisen. Aschenhans aber zog das Schwert Sicherbeißer und stieß es denn falschen Unhold ins Herz, daß sein schwarzes Blut zu Boden rann.
Die Königin wurde bis zum Ende ihrer Tage in einen hohen Turm gesperrt. Aschenhans und Gendelovely
wurden miteinander vermählt, und sie feierten ein Hoch-
zeitsfest, das dauerte neun Wochen lang. Des Königs Skalde dichtete ein Langes Heldenlied, und die Hofsänger Stimmten einen neuen Gesang an, und dies war der Kehrreim
Der beste Stein im ganzen Land liegt über des Königs Tor. Er kam aus einem Aschenloch, dort lag er lang zuvor.
Später wurden Aschenhans und Gemdelovely König und Königin, und sie lebten lange in Glanz und Freude, und ihre Herrschaft war eine gesegnete.
[Märchen aus Schottland]

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Bloodlust

Bloodlust

From gleaming scales soaked with blood,
an armoured, 
clawed hand reaches up,
towards the heavens, 
relishing the smell,
of victory,
which so many,
hours of battle was the product,
a dead,
lifeless carcass,
so beautiful in its,
monstrosity,
has been slain.

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Oh to be a dragon

Oh to be a dragon

Oh to be a dragon,
whether of small or greatest size.
To live in harmony with nature,
and learn to be naturally wise.
Though trapped within this human shell,
my dragon heart and soul doth swell.
I yearn to soar among lofty peaks,
to ride the wind’s back is what my heart seeks.
If only my skin were like brilliant scales,
and my fingers and toes as sharp as nails.
From my back great wings would spread,
to lift my soul to where only angles dare to tread.
From my lungs would spring searing flame,
to burn away evil and cowardly shame.
Myths and legends would enshroud my name,
were I a dragon of mythical fame.
To perch on windward crags and peaks,
and gaze down upon lands of human reeks.
All I can do is hope and pray,
that perhaps I shall be a dragon one day.

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