Drachen in der Literatur

Andre Zeiten, andre Drachen (Christian Morgenstern)

Immer nicht an Mond und Sterne
mag ich meine Blicke hängen –:
Ach man kann mit Mond und Sternen,
Wolken, Felsen, Wäldern, Bächen
allzuleichtlich kokettieren,
hat man solch ein schelmisch Weibchen
stets um sich wie Phanta Sia.

Darum senk ich heut bescheiden
meine Augen in die Tiefe.
Hier und da ein Hüttenlichtlein;
auch ein Feuer, dran sich Hirten
nächtliche Kartoffeln braten –
wenig sonst im dunklen Grunde.
Doch! da drunten seh ich eine
goldgeschuppte Schlange kriechen …

Hochromantisches Erspähnis!
Kommst du wieder, trautes Gestern,
da die Drachen mit den Kühen
friedlich auf den Almen grasten,
wenn sie nicht grad Flammen speien
oder Ritter fressen mußten –
da der Lindwurm in den Engpaß
seinen Boa-Hals hinabhing
und mit grünem Augenaufschlag
Dame, Knapp und Maultier schmauste –
kommst du wieder, trautes Gestern?

Eitle Frage! Dieses Schuppen-
Ungetüm da drunten ist ein
ganz modernes Fabelwesen,
unersättlich zwar, wie jene
alten Schlangen, doch auch wieder
jenem braven Walfisch ähnlich,
der dem Jonas nur auf Tage
seinen Bauch zur Herberg anbot.

Feuerwurm, ich grüße froh dich
von den Stufen meines Schlosses!
Denn ob mancher dich auch schmähe,
als den Störer stiller Lande,
und die gelben Humpeldrachen,
die noch bliesen, noch nicht pfiffen,
wiederwünschte, – ich bekenne,
daß ich stolz bin, dich zu schauen.
Höher schlägt mir oft das Herze,
seh ich dich auf schmalen Pfaden
deine Wucht in leichter Grazie
mit dem Flug der Vögel messen
und mit Triumphatorpose
hallend durch die Nächte tragen.

Sinnbild bist du mir und Gleichnis
Geistessiegs ob Stoffesträgheit!
Gleichnis bist du neuer Zeit mir,
die, jahrtausendalter Kräfte
Erbin, Sammlerin, sie spielend
zwingt und formt, beherrscht und leitet!

Andre Zeiten, andre Drachen,
andre Drachen, andre Märchen,
andre Märchen, andre Mütter,
andre Mütter, andre Jugend,
andre Jugend, andre Männer –:
Stark und stolz, gesund und fröhlich,
leichten, kampfgeübten Geistes,
Überwinder aller Schwerheit,
Sieger, Tänzer, Spötter, Götter!

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Aufenthalt im Wasserreich (Ciruelo Cabral)

Durch Weingärten und Olivenhaine im Süden Frankreichs, vorbei an den bernsteinfarbenen Schlössern der Herren der Provence und an den rotgedeckten Häusern ihrer Untertanen entlang, floss die Rhone. Der stetige Strom ihres Wassers verriet nicht, dass sie Drachen beherbergte. Einer jedoch hauste in ihren Tiefen: Nahe der Stadt Beaucaire, wo die Rhone in Biegungen dem Meer zustrebte, war die Lagerstatt des Drac verborgen, eines riesigen, uralten Wesens; er verstand sich auf Zauberei, die er für seine eigenen blutigen Zwecke einsetzte.

Der Drac besaß eine Vorliebe für Menschenfleisch und machte sich ein Vergnügen daraus, Sterbliche zu jagen. Von Zeit zu Zeit verließ er den Fluss und begab sich zum Marktplatz von Beaucaire, wo er, für die geschäftigen Stadtbewohner unsichtbar, im Schatten der Platanen herumstrich, ein wachsamer Schatten zwischen Körben voller Fische und Bergen von Obst. Mit kalten, blassen Augen beobachtete der Drache die Hausfrauen, die mit den Händlern schwatzten; mit gekrümmten Klauen schnappte er sich dann geschwind ein unbeaufsichtigtes Kind.

Zum Zeitvertreib lockte der Drac manchmal auch Menschen in seinen Fluss. Einmal tat er dies zu einem seltsamen Zweck, und das geschah so:

An einem Sommernachmittag, als die Sonne unbarmherzig auf Stadt und Felder niederbrannte, ging eine junge Frau aus der Stadt zum Fluss, um die Kleider ihres Kindes zu waschen. Wie sie so ihrer Arbeit nachging, blickte die Frau über das glitzernde Wasser – und dann machte sie große Augen. Auf dem Wasser, nicht weit vom Ufer, schwamm ein goldener Becher. In dem prachtvollen Gefäß schimmerte eine Perle.

Ohne zu überlegen nahm sie den Köder an. Sie streckte die Hand nach dem hübschen Zierat aus, der Becher aber glitt außer Reichweite und glitzerte verführerisch im Sonnenlicht. Die Frau versuchte ihn abermals zu greifen; sie beugte sich über den Uferrand und verlor dabei das Gleichgewicht. Als sie fiel, griff eine Klaue nach ihr; wie eine Fessel schloss sie sich fest um die Taille der jungen Frau. Sie stöhnte und zappelte, aber gegen den Griff war sie machtlos. Sie fühlte, wie sie nach unten gezogen wurde. Während ihre Röcke sich mit Wasser vollsogen, warf sie einen letzten, verzweifelten Blick zum Ufer – sie sah, wie kleine Kleidungsstücke auf dem Gras am Fluss trockneten und das Kind, ganz allein, dasaß und wimmerte. Dann schlugen die Wasser der Rhone über ihrem Kopf zusammen.

Unerbittlich wurde sie in die kalten Tiefen des Flusses hinabgezogen, bis sie nichts wahrnahm als nasse Schwärze, durchbrochen von winzigen Lichtern, strahlend und glitzernd wie die Sterne am nächtlichen Himmel. Sie wurde ohnmächtig.

Als sie die Augen wieder aufschlug, befand sie sich in einer kristallenen Höhle. Vor den durchsichtigen Wänden wogten Wasserpflanzen, als wehe ein Landwind darüber hin. Fische schnellten vorbei. Neben ihr lag der goldene Becher, der sie verlockt hatte, und die Perle, die darin war. Und dann sah sie, wer sie gefangen genommen hatte. Riesenhaft und schimmernd hockte der Drache reglos neben dem Becher und betrachtete sie. Von seinem grünen, starren Blick gebannt, stand die Frau auf, und während sie dies tat, verblasste die Erinnerung an ihr Leben: Ihr kleiner Sohn, ihr Mann, ihr Haus im sonnigen Beaucaire, die Felder und Olivenhaine und die Stadt, das alles wurde zu winzigen Bildern, zu Miniaturen, an die sie sich undeutlich erinnerte, wie an Träume. Nur die Worte des Drachen ertönten in ihrem Kopf. Der Drac sprach mit einer Stimme, die wie ein Gong wiederhallte, und die Sterbliche gehorchte. Der Drache hatte der Frau aufgelauert, weil sie jung und gesund war – und weil sie ihren Sohn stillte. Der Drache brauchte Menschenmilch, um sein eigenes Gezücht, ein schwaches Drachenjunges, zu nähren. So wurde die junge Frau, in einem Zaubergespinst gefangen, die Sklavin des Drac und die Amme eines Drachen. Die Tage vergingen friedlich, und für die menschliche Gefangene in dem trüben Zwielicht der kristallenen Höhle unter dem Fluss war ein Tag wie der andere. Eingelullt von der Bewegung des Wassers draußen und vom Bann des Drachen, lebte sie wie in Trance. Sie säugte das Gezücht des Drac und hegte es, als sei es ihr eigener Sohn. Sie schlief, wann es der Drache gebot, und aß, was er ihr gab. Sie beobachtete die Bewegungen des Wassers durch die durchscheinenden Wände der Höhle, und mit der Zeit wurden ihr die Lebewesen der Rhone – der grün-gold gestreifte Hecht, der schlängelnde Aal, die flinke Forelle – vertraut wie einst die Bewohner von Beaucaire. Mit jedem Tag wurde ihr die Wasserwelt, die sie umgab,verständlicher und bekannter, als seien die Steine und Wasserpflanzen die Felder und Wälder ihrer vergessenen Heimat.

Ihre Sehkraft erhielt sie vom Zauber des Drachen, aber das wusste sie nicht. Jeden Abend rieb sie, wie ihr befohlen war, die Augen des Drachenjungen mit einer Salbe ein, die der Drac ihr gab. Die Salbe verlieh dem Kleinen den durchdringenden Drachenblick, und immer wenn die Frau sich ein Auge rieb, blieb etwas von der Salbe dort hängen, sodass sie ein wenig von der Zauberkraft des Geschöpfes empfing.

Sieben Jahre vergingen. Das Junge wurde groß und stark, und es kam der Tag, an dem der Drac keine Verwendung mehr für seine Gefangene hatte. Er tötete sie nicht, was er durchaus hätte tun können; aber sie hatte seinen Nachkommen genährt, und deshalb ließ er sie frei. Er belegte sie mit einem Bann des Vergessens und versenkte sie in Schlaf, bevor er sie durch den Fluss ans Tageslicht trug.

Die Frau wachte am Ufer in der Nähe ihres Hauses auf. Ein wenig verwirrt sah sie sich um, denn sie erinnerte sich an einen heißen, sonnigen Tag, als sie ihre Wäsche gewaschen und mit ihrem Kind gelacht hatte, das im Gras spielte. Jetzt aber war die Sonne untergegangen, und eines nach dem anderen flammten die Lichter der Stadt auf. Weder die Wäsche auf dem Rasen noch ihr Kind waren irgendwo zu sehen. Sie eilte über die Felder und durch die Straßen der Stadt.

Die Tür ihres Hauses stand offen, um die Abendkühle hereinzulassen, und die Frau ging hinein. Zwei Gesichter wandten sich ihr zu – das eines bärtigen Mannes und eines Knaben, der ihrem Mann glich, als dieser jung gewesen war. Einen Moment starrten sie sich gegenseitig an. Dann sprang der Mann mit einem gellenden Schrei auf. Während der Knabe mit geweiteten Augen zusah, umarmte der Mann die Frau. Er war ihr Ehemann, der sie ertrunken geglaubt und getreu sieben Jahre betrauert hatte. Er überschüttete sie mit Fragen, aber sie konnte keine Antwort geben, denn sie besaß keine Erinnerung an die Welt des Drachen. Der Knabe war ihr Sohn, aber er sprach nicht mit der bleichen, zerlumpten Fremden, ihre Schweigsamkeit schreckte ihn. Aber die Liebe des Vaters zu seiner Frau war so stark und seine Freude über ihre Wiederkehr so groß, dass der Knabe die Fremde allmählich als Mutter annahm. Und in den Wochen ihrer rätselhaften Wiederkehr gewöhnten sich auch die Nachbarn an sie. Ihre siebenjährige Abwesenheit blieb ihnen ein Geheimnis, und ihre Reden schreckten sie zuweilen. Sie träumte von Drachen, erzählte sie oft. Doch ihre Nachbarn waren liebenswürdige Menschen und ließen die Frau gewähren. Sie nahm ihr früheres geordnetes, friedliches Leben wieder auf, kochte und sorgte für den Mann und den Knaben und arbeitete mit den Leuten auf den Feldern. So hätte sie fortleben können, wäre nicht der Drachenblick gewesen. Eines Tages ging sie wie gewohnt auf den Markt, und dort, zwischen den Gemüseverkäufern und Fischhändlern, sah sie den Drac. Schuppig und schimmernd ragte er über den Stadtleuten auf. Sein Haupt reichte fast bis zu den Dachfirsten hinauf, und seine Augen schillerten grün, aber die geschäftigen Händler und ihre Kunden gingen nichtsahnend ihren Geschäften nach. Nur die Frau sah ihn. Als sie aufschrie, blickte er sie scharf an. "Siehst du mich, Sterbliche?", fragte eine Stimme in ihrem Kopf.

"Ich sehe dich, Drache", sagte sie laut, und in diesem Augenblick fielen ihr die ganzen verlorenen sieben Jahre wieder ein. Sie stand regungslos, als die Drachenklaue sich senkte und ihr das linke Auge zuhielt.

"Siehst du mich jetzt?", sagte die Drachenstimme. Sie sah ihn noch. Die Klaue wanderte zu ihrem rechten Auge,und wo der Drache gestanden hatte, sah sie nur den Marktplatz und ihre Mitmenschen. Folgsam sagte sie dem Drachen, dass sie ihn nicht mehr sehe. Sogleich durchfuhr ein blendender Schmerz ihren Kopf. Die Klaue hatte das Auge entfernt, das den Drachenblick besaß.

Halbblind lebte die Frau noch viele Jahre, und wieder und wieder erzählte sie ihre Drachengeschichte. Die Leute hielten sie für verrückt und schlugen ihre traurigen Warnungen in den Wind. So verschwanden Jahr für Jahr Kinder vom Marktplatz von Beaucaire und niemand wußte warum.

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Die Geschichte von Melusine (Ciruelo Cabral)

Diese wunderbare Erzählung von Jean d`Arras berichtet von den Ereignissen im Schloß von Lusignan im französischen Poitou. Eines Tages erblickte der Graf von Lusignan bei einem Ausritt ein wunderschönes Mädchen, ihr Name war Melusine. Er entflammte sofort in leidenschaftlicher Liebe zu diesem unbekannten Mädchen und bat sie, seine Frau zu werden. Melusine hatte nur einen einzigen Vorbehalt:Der Edelmann dürfte niemals versuchen, sie beim Baden zu beobachten. Sie lebten glücklich für viele Jahre und hatten viele Kinder. Obgleich menschlich, zeigten die Kinder aus ihrer Ehe doch einige seltsame Züge, wie große Zähne oder ungewöhnlich leuchtende Augen. Dann geschah es: Angestachelt von einer mißtrauischen Magd brach der Graf sein Versprechen und beobachtete seine Frau im Bade. Er entdeckte, daß Melusine sich in einen Drachen verwandelt hatte, und ließ einen gewaltigen Schrei des Entsetzens erschallen – Der Drache bemerkte den Betrug des Gatten und floh für immer vom Schloß. Von nun an herrschte das Unglück über Lusignan. Die ansässigen Bauern berichteten, daß jedesmal, wenn ein Mitglied von Melusines Familie starb, ein Drache gesichtet wurde, der um das Schloß kreiste und bittere Tränen vergoß. Es wurde auch später noch berichtet, daß ein Drache über dem Poitou gesehen wurde, der die adeligen Opfer der französischen Revolution beweinte.

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Der Dachentöter (Sigrid Früh)

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne. Als sie erwachsen waren, ließ er ihnen kostbare Gewänder anfertigen, gab jedem einen schön verzierten Gürteldolch und ein gutes Schwert in die Hand und sprach: „Nun reist hinaus in die Welt, seht euch überall wohl um und versucht euer Glück!“ Dazu waren die drei Brüder gleich bereit, nahmen Abschied von ihrem alten Vater und zogen zum Tor hinaus. Als sie ein gutes Stück gewandert waren, kamen sie zu einer großen Tanne; da beschlossen sie, sich zu trennen. „Wir wollen unsere Dolche in diese Tanne stecken“, sagte der älteste. „Kommt einer von uns zu irgendeiner Zeit wieder einmal hier vorbei, so mag er an ihnen erkennen, ob wir noch am Leben oder ob wir gestorben sind, und dies wird das Zeichen sein: wessen Dolch einen Rostfleck zeigt, der ist tot und wird die Heimat seiner Väter nie mehr wiedersehen.“ – Sie stießen also die blanken Klingen tief in den Baum; dann ging der eine zur Rechten, der andere zur Linken, der jüngste aber zog geradeaus und kam bald in einen großen, finsteren Wald.

Wie er nun so allein zwischen den dunklen Tannen dahinging, kam ihm mit einem Mal ein Bär entgegen. Ohne langes Besinnen griff er nach seinem Schwert und wollte ihm auf den Pelz rücken. Der Bär aber rief: „Töte mich nicht, es wird dein Glück sein!“ trottete freundlich und zutraulich heran und begleitete den Königssohn durch den Wald. Als er wieder eine Strecke gewandert war, kam plötzlich ein großer, wilder Wolf dahergesprungen. „Im nächsten Augenblick schon schwang der Prinz sein Schwert, stellte sich ihm in den Weg und wollte ihn erschlagen. Der Wolf aber rief: „Töte mich nicht, es wird dein Glück sein!“ – Da ließ er auch ihn am Leben, und nun zog der Wolf mit dem Bären hinter ihm her. Es dauerte nicht lange, da stand, wie aus der Erde gewachsen, ein mächtiger Löwe vor ihm und fletschte die Zähne. Dem Königssohn fuhr geschwind der Schreck in die Glieder; dann aber zog er blitzschnell sein Schwert, um es ihm in den Rachen zu stoßen. Weil aber der Löwe sagte: „Töte mich nicht, es wird dein Glück sein!“, schenkte er auch ihm das Leben. Nun zog auch der Löwe mit dem Wolf und dem Bären hinter ihm her, und alle drei Tiere wichen nicht mehr von ihm.

Lange Zeit wanderte der Prinz mit seinen Begleitern durch den Wald, ohne einem Menschen zu begegnen. Endlich sah er in der Ferne eine Stadt. Da schritt er munter voran und zog bald darauf mit seinen Tieren durch das Tor ein. Doch seltsam: Alle Häuser waren mit schwarzem Flor behangen, und die Menschen gingen stumm und traurig durch die Straßen. Da fragte der Prinz, was denn der Stadt widerfahren sei. „Ach !“ erzählten ihm da die Leute, „auf dem Berg dort, wo die Kapelle steht, haust ein siebenköpfiger Drache. Dem muß man jeden Tag ein unschuldiges Mädchen zum Fressen bringen sonst ist vor ihm niemand seines Lebens sicher. Nun aber soll ihm morgen die einzige Tochter des Königs ausgeliefert werden, und darum ist die Stadt in so tiefer Trauer.“ – „Das verstehe ich wohl“, meinte der Prinz, „aber – ist denn gar keine Rettung möglich?“ -„Ja, das fragen wir auch, lieber Herr“, sagten sie. „Der König hat wohl schon lange im ganzen Lande bekanntmachen lassen, daß er dem Drachentöter die schöne Prinzessin zur Frau geben wolle; doch bis heute hat sich keiner gefunden, der den Kampf mit dem Ungeheuer wagen will.“ – Der Prinz hörte sich alles genau an und dachte: „Wenn d u den Drachen erlegen und die schöne Königstochter gewinnen könntest! Vielleicht würden die drei Tiere dir helfen?“ Und er nahm sich vor, den Kampf gegen den Drachen zu versuchen.

Am anderen Morgen, als die Sonne aufging, gürtete er sich sein Schwert um und stieg auf den Drachenberg, von seinen treuen Tieren begleitet. Als er zu der Kapelle kam, ging die Prinzessin gerade hinein, um zu beten. Sie war so jung und schön, daß er wie gebannt stehenblieb und ihr nachschaute. Da wurde er plötzlich durch ein fürchterliches Brüllen und Fauchen aufgeschreckt, und aus der Felsschlucht hervor stürzte der siebenköpfige Drache ungestüm auf ihn ein. Der Bär, der Wolf und der Löwe warfen sich wütend auf das Untier und jeder riß und biß ihm zwei Köpfe ab. Der siebente Kopf aber, der schrecklichste und gefährlichste von allen, fiel unter dem scharfen, Schwert des Prinzen in den Sand. Lang ausgestreckt lag der tote Drache in seinem Blute. Da trat die Prinzessin aus der Kapelle, ihrem Retter zu danken. Sie nahm die goldene Kette, die sie bisher selber, getragen, zerteilte sie und legte jedem der Tiere ein Stück davon um den Hals. Zu dem Prinzen aber sagte sie: „Ich danke dir von Herzen, du tapferer Mann! Du hast mich vom Tode errettet, und dafür will ich dir für mein ganzes Leben als deine liebe und treue Frau gehören! Nun aber komm mit zu meinem Vater. „Es kann noch nicht sein, liebe Prinzessin“, sagte er; „ich muß mich zuerst noch eine Weile in der Welt umsehen. Heute übers Jahr aber komme ich wieder und dann wollen wir Hochzeit halten!“ Darauf schnitt er aus den sieben Drachenköpfen die Zungen heraus, wickelte sie in ein seidenes Tuch und steckte sie in die Tasche. Dann nahm er Abschied von seiner Braut und zog mit seinen getreuen Tieren auf gut Glück in die weite Welt hinaus.

Als der Prinz ihren Blicken in der Ferne entschwunden war, stieg die Prinzessin in die Kutsche, die am Fuße des Berges wartete, um sich nach Hause fahren zu lassen. Der Kutscher fuhr aber erst ab, nachdem er die sieben Drachenköpfe zu sich auf den Wagen geladen hatte. Und wie sie unterwegs durch einen dunkeln Wald kamen, hielt er plötzlich die Pferde an und sagte zu der Prinzessin: „So, nun sind wir allein und keiner ist da, der dir helfen könnte! Sage zum König, i c h hätte den Drachen getötet! Versprich es mir, oder du mußt auf der Stelle sterben!“ Was konnte da die Prinzessin anderes tun, als zustimmen, wenn ihr das Leben lieb war? Als sie im Schloß ankamen, wies der Kutscher dem König die sieben Drachenköpfe vor, verlangte die Prinzessin zur Frau und wollte, daß die Hochzeit gleich am anderen Tage stattfinden sollte. Der König, der sein Wort halten wollte, war damit einig; die Prinzessin aber brachte es unter allerlei Vorwänden fertig, daß die Hochzeit immer wieder aufgeschoben wurde. Ein ganzes Jahr lang trieb sie es so; dann aber mußte sie dem Drängen des Kutschers doch nachgeben. Sie tat es auch scheinbar willig, weil sie hoffte, daß der rechte Bräutigam sich nun bald einfinden werde, so wie er es ihr versprochen hatte.

Und richtig, als das Jahr bald um war, hatte der Prinz sich genug in der Welt umgesehen und die Heimreise angetreten. Als gerade noch ein einziger Tag an dem Jahr fehlte, kam er in der Stadt an und war erstaunt darüber, wie lustig und lebendig es überall zuging. Er kehrte in einem Wirtshaus ein, fragte den Wirt, ob er hier übernachten könne und fügte so beiläufig hinzu: „Was geht denn hier vor? Vor einem Jahr war die Stadt mit Trauerflor behangen und die Leute gingen stumm und traurig umher; heute dagegen sehe ich überall fröhliche Gesichter und die Stadt ist wie zu einem Fest geschmückt!“ -„lhr habt’s erraten“, antwortete der Wirt und erzählte ihm, daß morgen die Königstochter Hochzeit halte mit dem Kutscher, der sie vor einem Jahr aus den Klauen des Drachen errettet habe. „Soso“, sagte der Prinz, trank sein Glas leer und begab sich in seine Schlafkammer hinauf.

Am anderen Tag, während droben im Schloß das Hochzeitsmahl im Gange war, saß der Prinz, als Jäger gekleidet, mit dem Wirt in der Schankstube. Sie sprachen von der schönen Prinzessin und dem Drachentöter und dem prachtvollen Fest, und dabei sagte der Prinz: „Herr Wirt, holt mir doch auch einen Krug von, dem Wein, den die Braut im Schlosse trinkt!“ – „Das kann ich nicht, Herr!“ antwortete der Wirt. „Dann muß ich halt meinen Wolf hinschicken!“ meinte der Prinz; rief den Wolf zu sich und sagte: „Geh zu der Prinzessin ins Schloß und sage, dein Herr lasse um einen Krug von dem Wein bitten den sie selbst trinke!“ Es dauerte nicht lange, und der Wolf kam mit dem Krug angesprungen. Da konnte der Wirt sich nicht genug wundern“, saß nur da und sah den Fremden an und schüttelte den Kopf. „So, jetzt will ich auch von dem Braten haben, den die Braut ißt!“ sprach der Prinz und schickte den Bären aufs Schloß, und der brachte wahrhaftig nach einer Weile ein Stück vom allerbesten Braten. „Nun fehlt bloß noch ein Stück von dem Brot, das die Prinzessin ißt!“ sagte der Prinz, und schickte den Löwen hin. Der kam nach kurzer Zeit mit einem großen Stück Brot im Maul angetrottet.

Die Prinzessin aber, die an der Hochzeitstafel saß, hatte die Tiere erkannt und wußte wohl, wer ihr Herr war. Darum gab sie ihnen auch alles, was sie forderten, von Herzen gerne. Der König hatte die sonderbaren Besucher mit Staunen beobachtet, nahm endlich seine Tochter beiseite und sprach: „Nun sage mir doch einmal, meine liebe Tochter: Was hast du eigentlich mit diesen wilden Tieren im Sinn?“ Da erzählte die Prinzessin ihrem Vater alles, so wie es sich zugetragen hatte, und gestand ihm zuletzt, daß der wahre Drachentöter nun da sei und daß sie den und keinen anderen heiraten werde. Der König schickte sogleich einen Boten in das Wirtshaus und ließ den Herrn, dem die drei wilden Tiere gehörten, zur Tafel laden. Als die Hochzeitsgäste nun alle genug gegessen und getrunken hatten und noch eine Weile so recht vergnügt beisammen saßen, sagte der König: „Wir wollen uns zur Unterhaltung ein wenig erzählen. Und wer wird mehr erzählen können als der Drachentöter und unser lieber Gast, der Jäger, der heute erst von einer weiten Reise zurückkehrte? Beginne also, Freund Drachentöter!“ Da ließ der falsche Drachentöter die sieben Drachenköpfe auf den Tisch legen und berichtete mit vielen aufgeblähten Worten, wie er sie damals im Kampf dem Untier abgeschlagen habe. Und alle, die von dem bösen Betrug nichts wußten und den Kutscher für den Drachentöter hielten, bewunderten ihn und spendeten ihm Lob über Lob. Der König aber verzog keine Miene und sagte nur: „Nun denn, Herr Jäger, erzählt Ihr einmal von Euren Abenteuern!“

Der erhob sich, verbeugte sich höflich und gestand zum ersten, daß er kein Jäger, sondern ein Prinz sei. Dann schilderte er getreulich, auf welch eigentümliche Weise er zu den treuen Tieren gekommen sei und wie sie geholfen hätten, einen siebenköpfigen Drachen zu überwinden und eine Königstochter vom sicheren Tode zu erretten. „Und welch ein Zufall“, sagte er, „gerade heute vor einem Jahr und nahe bei dieser Stadt hat sich all das zugetragen. Auch die Drachenköpfe hier kommen mir so bekannt vor, als ob ich sie schon einmal gesehen hätte. Nur, will mir scheinen, haben sie keine Zunge im Maul, was doch sonst gewiß bei allen Tieren der Fall ist.“ Da erhob sich der König und rief: „Diener! Öffnet die Drachenmäuler!“ Und richtig, – in keinem von allen sieben war eine Zunge zu entdecken. „Wo sind die Zungen, Kutscher?!“ stellte der König den falschen Mann zur Rede. „Da müßt Ihr nicht den da, sondern, mich fragen, Herr König“, entgegnete der Prinz. „Hier sind sie!“ – und dabei wickelte er die sieben Zungen aus dem seidenen Tuch. Und siehe, sie paßten genau auf die abgeschnittenen Enden in den Rachen der Drachenköpfe. „Und nun, edle Prinzessin“, wandte sich der Prinz an die Königstochter, „kennt Ihr vielleicht die goldene Kette am Hals meiner Tiere?“ – „O gewiß!“ sagte sie, „die kenne ich gut! Ich selbst habe sie ja deinen Tieren umgehängt, weil sie dir so treu und tapfer im Kampf gegen den Drachen beigestanden haben.“

Nun wußte der König gewiß, daß der Prinz der wahre Drachentöter, der Kutscher aber ein arglistiger Betrüger war. In der gleichen Stunde noch wurde der Falsche dem Henker übergeben. Der Prinz und die Prinzessin aber hielten Hochzeit und lebten nach des alten Königs Tod noch lange Jahre in Glück und Freude als König und Königin.

Was aus den beiden Brüdern des Königs geworden ist? Niemand weiß, ob sie heimgekehrt sind oder heute noch in der Welt umherwandern. Wenn ich aber an die große Tanne komme, will ich doch nachsehen, ob sie noch am Leben sind oder ob die blanken Klingen Rostflecke bekommen haben.

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Kadmos

Kadmos war ein Sohn des phönizischen Königes Agenor, ein Bruder der Europa. Als Zeus, in einen Stier verwandelt, diese entführt hatte, sandte ihr Vater den Kadmos und dessen Brüder aus, sie zu suchen, und ohne sie erlaubte er ihnen nicht wieder zurückzukommen. Lange hatte Kadmos vergebens die Welt durchirrt, ohne des Zeus Schliche entdecken zu können. Als er die Hoffnung verloren hatte, seine Schwester wieder aufzufinden, scheute er seines Vaters Zorn, wandte sich an das Orakel des Phöbos Apollo und forschte, welches Land er inskünftige bewohnen sollte. Apollo gab ihm die Weisung: »Du wirst ein Rind auf einsamen Auen treffen, das noch kein Joch geduldet hat. Von diesem sollst du dich leiten lassen, und an dem Platze, wo es im Grase ruhen wird, erbaue Mauern und nenne die Stadt Theben.« Kaum hatte Kadmos die Kastalische Höhle verlassen, wo Apolls Orakel war, als er schon auf der grünen Weide eine Kuh sich bedächtig ergehen sah, die noch kein Zeichen der Dienstbarkeit um den Nacken trug. Lautlos zu Phöbos betend, folgte er mit langsamen Schritten den Spuren des Tieres. Schon hatte er die Furt des Kephissos durchwatet und war über eine gute Strecke Landes gekommen, als auf einmal das Rind stillestand, sein Gehörn gen Himmel streckte und die Luft mit Brüllen erfüllte; dann schaute es rückwärts nach der Schar der Männer, die ihm folgte, und kauerte sich endlich im schwellenden Grase nieder.

Voll Dankes warf sich Kadmos auf der fremden Erde nieder und küßte sie. Hierauf wollte er dem Zeus opfern und hieß die Diener sich aufmachen, um ihm Wasser aus lebendigem Quell zum Trankopfer zu holen. Dort war ein altes Gehölz, das noch von keinem Beile jemals ausgehauen worden war; mitten darin bildete durch zusammengefügtes Felsgestein, mit Gestrüppe und Strauchwerk verwachsen, eine Kluft, reich an Quellwasser, ein niedriges Gewölbe. In dieser Höhle versteckt ruhte ein grausamer Drache. Weithin sah man seinen roten Kamm schimmern, aus den Augen sprühte Feuer, sein Leib schwoll von Gift, mit drei Zungen zischte er und mit drei Reihen Zähne war sein Rachen bewaffnet. Wie nun die Phönizier den Hain betreten hatten und der Krug, niedergelassen, in den Wellen plätscherte, streckte der bläuliche Drache plötzlich sein Haupt weit aus der Höhle und erhub ein entsetzliches Zischen. Die Schöpfurnen entglitten der Hand der Diener, und vor Schrecken stockte ihnen das Blut im Leibe. Der Drache aber verwickelte seine schuppigen Ringe zum schlüpfrigen Knäuel, dann krümmte er sich im Bogensprunge, und über die Hälfte aufgerichtet schaute er auf den Wald herab. Darauf reckte er sich gegen die Phönizier aus, tötete die einen durch seinen Biß, die andern erdrückte er mit seiner Umschlingung, noch andere erstickte sein bloßer Anhauch, und wieder andere brachte sein giftiger Geifer um.

Kadmos wußte nicht, warum seine Diener solange zauderten. Zuletzt machte er sich auf, selbst nach ihnen zu schauen. Er deckte sich mit dem Felle, das er einem Löwen abgezogen hatte, nahm Lanze und Wurfspieß mit sich, dazu ein Herz, das besser war als jede Waffe. Das erste, was ihm beim Eintritt in den Hain aufstieß, waren die Leichen seiner getöteten Diener, und über ihnen sah er den Feind mit geschwollenem Leibe triumphieren und mit der blutigen Zunge die Leichname belecken. »Ihr armen Genossen«, rief Kadmos voll Jammer aus, »entweder bin ich euer Rächer oder der Gefährte eures Todes!« Mit diesen Worten ergriff er ein Felsstück und sandte es gegen den Drachen. Mauern und Türme hätte wohl der Stein erschüttert, so groß war er. Aber der Drache blieb unverwundet, sein harter schwarzer Balg und die Schuppenhaut schirmten ihn wie ein eherner Panzer. Nun versuchte es der Held mit dem Wurfspieß. Diesem hielt der Leib des Ungeheuers nicht stand, die stählerne Spitze stieg tief in sein Eingeweide nieder. Wütend vor Schmerz drehte der Drache den Kopf gegen seinen Rücken und zermalmte dadurch die Stange des Wurfspießes, aber das Eisen blieb im Leibe stecken. Ein Streich vom Schwerte steigerte noch seine Wut, der Schlund schwoll ihm auf, und weißer Schaum floß aus dem giftigen Rachen. Aufrechter als ein Baumstamm schoß der Drache hinaus, dann rannte er mit der Brust wieder gegen die Waldbäume. Agenors Sohn wich dem Anfalle aus, deckte sich mit der Löwenhaut und ließ die Drachenzähne an der Lanzenspitze sich abmüden. Endlich fing das Blut an, denn Untier aus dem Halse zu fließen, und rötete die grünen Kräuter umher; aber die Wunde war nur leicht, denn der Drache wich jedem Stoß und Stiche aus und verstattete den Streichen nicht, fest zu sitzen. Zuletzt jedoch stieß ihm Kadmos das Schwert in die Gurgel, so tief, daß es hinterwärts in einen Eichbaum fuhr und mit dem Nacken des Ungeheuers zugleich der Stamm durchbohrt wurde. Der Baum wurde von dem Gewichte des Drachen krummgebogen und seufzte, weil er seinen Stamm von der Spitze des Schweifes gepeitscht fühlte. Nun war der Feind überwältigt.

Kadmos betrachtete den erlegten Drachen lange; als er sich wieder umsah, stand Pallas Athene, die vom Himmel herniedergefahren war, zu seiner Seite und befahl ihm, sofort die Zähne des Drachens als Nachwuchs künftigen Volkes in aufgelockertes Erdreich zu säen. Er gehorchte der Göttin, öffnete mit dem Pflug eine breite Furche auf dem Boden und fing an, die Drachenzähne, wie ihm befohlen war, die Öffnung entlang auszustreuen. Auf einmal begann die Scholle sich zu rühren, und aus den Furchen hervor blickte zuerst nur die Spitze einer Lanze, dann kam ein Helm hervor, auf welchem ein farbiger Busch sich schwenkte, bald ragten Schulter und Brust und bewaffnete Arme aus dem Boden, und endlich stand ein gerüsteter Krieger da, vom Kopf bis zum Fuße der Erde entwachsen. Dies geschah an vielen Orten zugleich, und eine ganze Saat bewaffneter Männer wuchs vor den Augen des Phöniziers empor.

Agenors Sohn erschrak und war gefaßt darauf, einen neuen Feind bekämpfen zu müssen. Aber einer von dem erdentsprossenen Volke rief ihm zu: »Nimm die Waffen nicht, menge dich nicht in innere Kriege!« Sofort holte dieser auf einen der ihm zunächst aus der Furche hervorgekommenen Brüder mit einem Schwertstreich aus; ihn selbst streckte zu gleicher Zeit ein Wurfspieß nieder, der aus der Ferne geflogen kam. Auch der, welcher ihm den Tod gegeben, verhauchte unter einer Wunde den kaum empfangenen Lebensatem bald wieder. Der ganze Männerschwarm tobte in fürchterlichem Wechselkampfe; fast alle lagen mit zuckender Brust auf dem Boden, und die Mutter Erde trank das Blut ihrer eben erst geborenen Söhne. Nur fünf waren übriggeblieben. Einer davon – er ward später Echion genannt – warf zuerst auf Athenes Geheiß die Waffen zur Erde und erbot sich zum Frieden; ihm folgten die anderen.

Mit dieser fünf erdentsprossenen Krieger Hilfe baute der phönizische Fremdling Kadmos die neue Stadt, dem Orakel des Phöbos gehorsam, und nannte sie, wie ihm befohlen war, Theben.

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Dragon prayer

Dragon Prayer

Great Sairys, Ruler in the East
Of dragons soaring in the dawn
The golden light of faith and hope
That cheers us that the night is gone
Please see me from your gardens fair
And lend the wondrous power of Air

Great Fafnir, Ruler in the South
Of dragons of the warmth of life
The ruddy cheerful glow of strength
That bears us up in worldly strife
For Good to which I dare aspire
Please breathe on me your cleansing Fire

Great Naelyan, Ruler in the West
Of dragons of the restless sea
The blue light of the world of dreams
Of visions of the world to be
Please let the power of Water flow
To feed a blessing, make it grow

Great Grael, Ruler in the North
Of dragons of the solid earth
The white light come to shine on me
And purify my little worth
The strength of Earth beneath my feet
Please send to make the four complete

Earth and Fire, Water, Air,
Stone and light and sea and sky
I call on you to ward my friends
Because they need you more than I
But if there still is something left
When you have done these other things
Come dwell, so welcome, in my home
And shelter me beneath your wings.

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A knight in the life of a dragon

A KNIGHT IN THE LIFE OF A DRAGON

In a cave cool and dark, sleeps a beast, with beating heart.
One eye open in search of danger,
Fully aware of the approaching stranger.
The footsteps, closer to the beast at rest.
Who dare enter the Dragon Nest?

A shimmer of light reflects off his sword.
He moves still forward with out a word.
Drawing the steel from the sheath on his side,
In a haze of darkness, he seems to glide.


The beast is now fully awake,
He raises his head at the silent break.
Who disturbes my peaceful slumber?”
What are you? And how many in number?”


Rest easy Great Beast, I mean you no harm”
I can tell by your teeth I have caused alarm.”
He lowers his staff and is taken aback.
I am one in number, no threat of attack.”


The Dragon in his magestic grace,
extends his neck and growls in his face.
Why have you come then if not for my head?”
If I thought you a threat, would you not be dead?”


I have been sent by the King of Mauldon”
It is my duty to see his will, done”
He demands proof you your death”
With this, I must bring your last breath”


Perhaps it’s your death he wishes to see”
To send one like you, to kill one like ME!”
Be gone from me O’ Knight of Mauldon”
Or you’ll not see the morrow’s sun”


Look closely Knight at the scares I wear”
I do not cringe or tremble with fear”
I’ll give you a breath, but not the last from my lung”
This breath is a warning! The final one!”


The air is charged with impending doom,
as the dragon stands and fills the room.
The Beast roars out his battle cry,
as lightning and thunder fill the sky.


The Knight determined to fill his vow,
raised his sword with a mocking bow.
With a swish of steel, and batting of wings
tis a battle, to end all things.


For one today will loose his life.
As fate would have it, so falls the Knight.

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Spiral

Spiral’s Breach
————————————————

Dark shades fall nearing dusk
Waters still with autumn’s musk.
Alone, lost, of place and time
True form tossed with force malign.

Now borne fool, bent and weak
Wanders fore for lands to seek.
Souls wed of World’s beast
Bones ground with leaven yeast.

Searching guides in false lands
The fool’s quest, with wrinkled hands.
Knowing only what cannot be
Empty sockets, with eyes that see.

Ending hope with passing day
The trackless night lights the way.
Tears of knowing should there be
Emerald Lady hear this plea.

Flowered serpent on dry land
Water’s mountain past the sand.
Let plumed pinions rise once more
Coiled serpent fly storm’s shore.

Oh Great Mother of gods slain
Of cruel sons with swords of pain.
Please Wise Lady let fly free
Mortal’s chains of hanging tree.

A broken dragon seeks once more
Past lives stolen, through fate, restore.
A desperate child cries a plea
Oh Bright Lady, can it be?

Alone and hurt, could hope yield,
The spiral’s breach, for lives revealed?
Of scales bright and wings strong
For playful flight and joyful song.

Kestrel (c) 2000

Dieses Gedicht wurde augestellt mit freundliche Genehmigung von
http://www.dragonsight.net

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Drachengeburt (Karin Roth)

Geschlüpft aus dem Ei
in der Erde Bauch,
so ist die Geburt
bei den Drachen Brauch.

Das Feuer der Mutter,
erweckt sie zum Leben,
nur das kann ihnen
Lebenskraft geben.

Das erste was nun
ein kleiner Drache sieht,
ist der Mutter
heiße Feuerglut.

Gestählt in den Flammen,
gestärkt durch ihre Kraft,
ist geboren ein Wesen,
das neue Legenden schafft.

So wird der kleine Drache
den Himmel nun erstürmen,
sein Reich zu erkunden
wo hohe Wolken sich türmen.

Flieg kleiner Drache
und stähle deine Schwingen,
nur so kannst du uns
dereinst neue Träume bringen.

© Aquamarin Feb. 2003

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Der Feuerdrache (Melanie Möller)

Hörst Du es brodeln, kochen und speien
dann kannst Du Dir sicher sein
das in der Nähe ein Dorf lichterloh brennt
und ein Bewohner in Panik rennt.

Am Himmel steht der Mond
und eine Kreatur, die im Vulkane wohnt
fliegt über ein verkohltes Moor
hindurch durch des Dörfchens kleines Tor.

Der Mensch rennt und ihm ist Angst und Bange
ob er den Lauf durchhält ? Wohl nicht mehr lange!
Ein Wesen in den Farben Gelb, Orange und Rot
bringt es dem Unglückseligen gleich den Tod.

– der Feuerdrache

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Die goldenen Äpfel der Hesperiden (Ciruelo Cabral)

Der kühnste unter allen griechischen Helden war Herakles, Sohn des Zeus und der Alkmene. Der eifersüchtige Eurystheus, König von Mykene, stellte ihm 12 Aufgaben, darunter eine, die unlösbar schien: Herakles sollte die goldenen Äpfel zurückbringen, die in einem der göttlichen Gärten versteckt waren und von dem furchtbaren Drachen Ladon und den Töchtern der Nacht – als Hesperiden bekannt – bewacht wurden. Das erste Problem bestand darin, daß niemand wußte, wo sich dieser Garten befand. Doch Herakles machte sich gehorsam auf die Suche, er war begierig darauf, diese Heldentaten zu vollbringen. Er suchte, er befragte, doch ohne Erfolg. Doch zu guter Letzt konnte ihm Nereus, der Gott des Meeres, weiterhelfen: der Garten der Hesperiden lag an einem verzauberten Platz hinter dem Ende der Welt, wo der Titan Atlas das Dach des Himmels auf seinen Schultern trug. Der Halbgott machte sich sofort auf den Weg. Er reiste durch unbekannte Gebiete voller Gefahren, wurde mit blutrünstigen und monströsen Kreaturen konfrontiert, doch am Ende erreichte er den gesuchten Ort, wo Atlas das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern stützte. Gleich in der Nähe lag der wunderbare Garten, umrankt von Jelängerjelieber und Kletterrosen. Die Luft war erfüllt vom perlenden Lachen der wunderschönen Nymphen, die mit dem Drachen spielten oder einander zwischen den Bäumen haschten. Der Sohn des Zeus, nur in ein Löwenfell gehüllt und mit einer schweren Keule bewaffnet, befürchtete, daß sein Aufzug die Hesperiden verschrecken könnte, und wagte es nicht, sich zu nähern. Er begab sich also hinüber zu dem Giganten und sagte: „Mächtiger Atlas, du kennst die Nymphen. Könntest nicht du in den Garten gehen und für mich die Äpfel holen? Niemand würde sich vor dir erschrecken. In der Zwischenzeit werde ich den Himmel für dich halten.“ Atlas stimmte sofort zu und setzte die unglaubliche Last beinahe hastig auf den Schultern des Halbgottes ab. Mit einem glücklichen Lächeln und einem Winken betrat er den Garten. Von dort, wo er stand, konnte Herakles die Schreie des Entzückens und der Überraschung hören, als die jungen Frauen den Titanen erblickten, aber auch die tiefere Stimme des Drachen, der Atlas willkommen hieß. Für drei Tage hörte Herakles nichts weiter von Atlas als das Gelächter von Freude und Spiel, das aus dem verzauberten Garten zu ihm herüberdrang. Am dritten Tag kam Atlas endlich zurück und legte die Äpfel zu Füßen des Helden. „Herakles, mein Freund“, sagte er, „ich habe mit dem Drachen gesprochen. Er hat mir erklärt, daß die Hesperiden über den Verlust der Äpfel wütend sind – außerdem: Ich bin es leid, immer nur den Himmel hochzuhalten, ohne jemals Spaß zu haben. Ich hatte eine herrliche Zeit mit dem Drachen und den Nymphen“, fügte er mit einem Winken hinzu, „ich verlasse dich jetzt mein Freund, um von nun an im verzauberten Garten zu leben. Doch um dir zu zeigen, daß ich mein Versprechen gehalten habe, habe ich dir die Äpfel mitgebracht. Nimm es mir nicht übel.“ „Ich verstehe es“, versicherte Herakles, „wenn ich du wäre, hätte ich genauso gehandelt. Doch gestatte mir noch eine letzte Bitte.“ „Frage nur, was auch immer es sei.“ „Du magst das Himmelsdach ja ohne Mühen halten können, doch ich bin nicht daran gewöhnt und es beginnt zu rutschen. Ich möchte ein Seil als Kissen auf meinen Kopf legen.“ „Das erscheint mir nur gerecht“, antwortete der Gigant, „ich werde es für dich halten, damit du dir das Kissen auf den Kopf legen kannst.“ Der ahnungslose Gigant übernahm wieder das Himmelszelt, damit Herakles das Kissen zurechtrücken konnte. Doch der Halbgott hatte genau auf diesen Moment gewartet. Blitzschnell duckte er sich, griff nach den Äpfeln und floh. „Drache, Drache, er flieht!“ rief der aufgeregte Atlas, doch der Drache schob nur seinen Kopf aus der Gartenpforte und sprach: „Du bist so dumm, daß du dein Schicksal verdienst. Ich habe dich davor gewarnt, dem Helden zu trauen. Nun kann niemand mehr deinen Platz einnehmen.“ Als die Hesperiden ihn zum Versteckspiel riefen, kehrte der Drache zurück in den Garten und ließ den armen Atlas allein mit seiner Last.

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Die beiden Geschwister und die drei Hunde

Ein Müller und seine Frau starben nacheinander; sie hinterließen aber zwei Kinder, einen Knaben und ein Mädchen, und diesen zum Erbe nichts andres als eine Ziege und einen Hahn. Da wollten die Kinder beide Tiere verkaufen, damit sie zu leben hätten, und es band der Knabe der Ziege den Hahn zwischen die Hörner und trieb sie zum Jahrmarkt. Auf der Straße traf er zu einem Fleischhauer, der wollte gerade Vieh kaufen und führte drei Hunde mit sich, einen schwarzen, einen weißen und einen gefleckten. „Willst du nicht mit mir tauschen?“ sprach er zum Knaben. Der sah sich die Hunde an, und weil sie ihm sehr gut gefielen, schlug er ein. Der Fleischhauer gab ihm noch ein Pfeifchen und sagte: „Wenn du dieses blasest, so kommen die Hunde, wo sie auch immer sind, dir zu Hilfe!“ Damit kehrte er nach Hause. Aber seine Schwester fing an zu weinen, als sie sah, daß ihr Bruder kein Brot brachte. „So müssen wir jetzt doch verhungern!“ rief sie einmal über das andere.
Die Hunde aber hatten alles verstanden, und sie sprangen nur einmal auf und liefen fort. In der Nähe war gerade das königliche Lustschloß. Da lief der schwarze in die Küche und brachte einen Braten; der weiße lief in die Speisekammer und brachte ein Brot, der gefleckte sprang in den Keller und holte eine Flasche Wein. Nun freuten sich die beiden Kinder, aßen und tranken und hatten von da an keine Not; denn wenn sie hungrig waren, so brachten ihnen die Hunde immer Speise. Aber der König hatte gehört, daß drei Hunde so und so in seine Küche, seine Speisekammer und seine Keller einbrächen und das Beste fortschleppten und daß man sie nicht fangen könne. Da befahl er, man solle überall nachsuchen, und wenn man die Hunde fange, sie und ihre Herren umbringen. Das erfuhren auch die Kinder; sie machten sich schnell auf und zogen mit den Hunden tief in einen Wald. Hier kamen sie an eine Hütte, drinnen brannte eine Kerze; sie gingen hinein, und da war eine alte Frau. „Gottlob!“ rief sie, „heute Nacht gibt es wieder etwas zum Umbringen! Denn wisset, hier hausen zwölf Räuber, die bald nach Hause kommen.“ Die Kinder fürchteten sich sehr; allein dem Knaben kam es bald ein, was zu machen sei. Er ließ den schwarzen Hund vor der Gassentüre, den weißen hinterm Tor, den gefleckten vor der Haustüre Wache halten.
Bald kamen sechs Räuber und fluchten und tobten. Die alte Räubergroßmutter wollte hinaus und ihre Leute warnen; allein der gefleckte Hund knurrte, sprang gegen sie und ließ sie nicht heraus. Als aber die sechs an das Haus kamen, sprang der schwarze Hund auf, riß sie nieder und brachte alle um. Dann legte er sich zwischen die Toten und lauerte wieder. Nach kurzer Zeit kamen auch die sechs anderen; der schwarze riß sie ebenfalls nieder und würgte sie; nur einer von den Räubern, ein junger Kaufmann, war nicht ganz tot. Der schleppte sich noch zum Tor hinein. Da riß ihn der weiße Hund zu Boden. Die alte Räubergroßmutter mußte jetzt alles zeigen, was zu sehen war. In einer Kammer lagen große Haufen gestohlener Schätze, und an einer Wand hing ein großes Schwert, das hüpfte in der Scheide. Der Knabe nahm es und band es sich an die Seite. Der Keller war voll von Toten; dahin mußte die Alte auch die Erschlagenen schleppen; allein den halbtoten jungen Kaufmann verschloß sie unbemerkt in die Kammer.
Am andern Morgen nahm der Knabe seinen schwarzen Hund und ging fort, um die Gegend zu beschauen. Die Schwester blieb mit den beiden anderen Hunden in der Räuberhütte. Da nahm die Alte einen Topf, ging hinaus in die Kammer, schmierte den Kaufmann, und alsbald war er frisch und gesund; beide kamen nun zur Schwester und überredeten sie, sie solle den Kaufmann heiraten und hier wohnen und alle Schätze besitzen. Ihren Bruder sollten sie umbringen, doch müßten sie erst die Hunde fortschaffen. Das sei aber leicht; sie solle nur einzeln dieselben in die Kammer nach Mehl schicken, da werde sie die Alte einsperren. Dem Mädchen gefiel der junge Kaufmann, und es willigte ein, und dieser versteckte sich. Als ihr Bruder nach Hause kam, erschien ihm seine Schwester verändert, sie sprach auch ganz anders; nur einmal schickte sie die Hunde hinaus in die Kammer nach Mehl. Da merkte sich der Knabe etwas; er ging hinaus und wollte in die Kammer; diese aber war fest verschlossen. Da erinnerte er sich an das Pfeifchen, das ihm der Fleischhauer gegeben; er nahm es hervor und blies. Auf einmal sprang die Tür entzwei, und die drei Hunde waren um ihn. Nun ging er wieder in die Hütte. Da stand seine Schwester und der junge Kaufmann und wollten den Knaben eben angreifen und umbringen. Aber er zog sein Schwert und hieb dem Kaufmann den Kopf ab, ging dann in die Kammer und tat an der Alten ein Gleiches; darauf befahl er seiner Schwester, die Toten in den Keller zu schleppen, warf sie dann selbst hinein und sprach, indem er sie einschloß: „Bis du den jungen Räuber nicht aufgegessen hast, sollst du immer hier bleiben!“
Dann nahm der Knabe seine drei Hunde und zog fort. Er kam aber in eine Stadt, wo die Häuser alle mit schwarzem Flor überzogen waren. Er fragte gleich, was das zu bedeuten hätte. Da erzählte ihm der Wirt: In der Nähe sei ein siebenhäuptiger Drache; dem müßte jedes Jahr eine Jungfrau dargebracht werden, und jetzt sei es an der Tochter des Königs, und darum sei die Stadt in Trauer. Da geschah es, daß die Königstochter hinausfuhr ohne Begleitung; nur der Kutscher war auf dem. Wagen. Der Knabe nahm seine Hunde und zog auch dahin; er kam auf einem Umwege noch eher zur Stätte. Der Kutscher aber getraute sich nicht, nahe zu fahren; er hielt schon von weitem still, und die Königstochter mußte zu Fuße die übrige Strecke zurücklegen. Als sie anlangte, kam ihr der Knabe entgegen und sprach: „Fürchte dich nicht, ich will den Drachen bestehen!“ Sein Schwert hüpfte schon in der Scheide und sehnte sich nach dem Drachenblut. Bald kam der fürchterliche Wurm schnaubend herangefahren. Der Knabe erhob sein Schwert, und auf einen Hieb waren alle Häupter unten. Er blieb aber unbedacht auf der Stelle stehen, und nun traf ihn der zappelnde Schweif des Drachen, so daß er wie tot hinfiel. Die Hunde sprangen nun auf den Drachen und machten ihn in kurzem vollends tot; nur zuckten die Glieder, bis die Sonne unterging. Die Königstochter aber sank hin zur Leiche und weinte sehr. Da kamen auch die Hunde und weinten und wußten keinen Rat. Endlich erinnerten sich der weiße und gefleckte Hund an den Topf, aus dem die Alte im Wald den Kaufmann lebendig gemacht. Wie sie es erzählten, gab ihnen der schwarze einen derben Schlag, warum sie nicht eher daran gedacht hätten, und sie mußten gleich hinlaufen und den Topf bringen.
Als die Königstochter den Toten geschmiert hatte, schlug er die Augen auf, war frisch und gesund, und es schien ihm, als erwache er aus einem tiefen Schlafe. „Du hast mich gerettet und sollst nun auch meine Hand haben, wie es mein Vater versprochen hat!“ rief die Königstochter. Der Knabe freute sich des, aber er wollte sie prüfen, ob sie ihm auch treu sein würde, und sprach daher: „Ich muß noch in der Welt herumziehen und Drachen bekämpfen; aber unter Jahr und Tag komme ich, dann wollen wir Hochzeit halten!“
Die Königstochter schnitt darauf ihren Namen aus dem Taschentuch und gab ihn dem Knaben, und jedem der Hunde legte sie ein seidenes Band um den Hals, dem schwarzen ein weißes, dem weißen ein schwarzes und dem gefleckten ein gestreiftes; dann schnitt der Junge noch die Zungen aus den Drachenhäuptern, steckte sie ein und ging weiter; die Königstochter aber weinte. Als der Kutscher sah, daß der Drache erlegt und der Junge fort war, lief er auch hin und fragte die Königstochter, warum sie weine, da sie jetzt befreit sei. Wie sollte sie nicht weinen, sprach sie, da ihr Retter sie verlassen habe. Der Kutscher aber baute hierauf gleich einen bösen Plan. Er drohte der Königstochter, wenn sie nicht verspreche zu sagen, daß er den Drachen erlegt habe, so wolle er sie auf der Stelle umbringen. In der Not versprach es die Königstochter. Da nahm er die Häupter vom Drachen, lud sie auf den Wagen und fuhr mit der Königstochter heim. Alles Volk jubelte, als man sie wieder sah, und pries ihren Retter, und für den gab sich der Kutscher aus. Der König wollte auch gleich Wort halten und ordnete an, daß die Hochzeit gefeiert werde. Aber seine Tochter bat ihn sehr, er solle ihr noch ein Jahr freie Zeit gönnen, und so ließ er’s geschehen.
Eben war das Jahr zu Ende und der Hochzeitstag da; die ganze Stadt war festlich geschmückt, und in der königlichen Küche und im Keller war alles beschäftigt. Der Knabe war ebenfalls auf die verabredete Zeit in die Stadt gekommen. Der Gastwirt erzählte ihm nun, warum die ganze Stadt heute so fröhlich sei:
Der Kutscher des Königs habe vor einem Jahr den Drachen erlegt, und heute erst, weil es die Königstochter so gewünscht, solle die Hochzeit gefeiert werden. Da sah der Knabe, wie treu ihm die Königstochter gewesen und daß ein schändlicher Betrug im Spiele sei. Er sagte aber nichts von sich und von dem, was er vorhabe; nur behauptete er, er werde heute das Beste von der Königstafel essen und trinken und am Ende werde ihn der alte König selbst mit vier weißen Hengsten zum Hochzeitsmahle führen. Der Wirt glaubte nicht, daß dieses möglich sei, und wettete auf sein ganzes Vermögen.
Als es Mittag war und es hieß, daß alle schon an der königlichen Tafel säßen, schickte der Knabe seinen schwarzen Hund hin, er solle von dem Teller der Königstochter den Braten bringen. Der Hund lief in einem fort, riß alle Wachen, die ihm wehren wollten, nieder, und eben hatte man der Königstochter das beste Stück vorgelegt, als der Hund es packte und damit fortlief und es seinem Herrn brachte. Die Königstochter aber hatte den Hund an dem weißen Bande gleich erkannt und freute sich im Herzen, daß ihr Retter nahe sei. Nun wollte der Knabe auch Brot haben; das mußte der weiße Hund holen; der machte es ebenso wie der schwarze, nahm es der Königstochter neben dem Teller her fort und lief hinaus; der alte König, der Bräutigam und die Gäste erstaunten und waren zornig; nur die Königstochter freute sich. „Jetzt will ich aber auch trinken!“ sprach der Knabe, als er gegessen hatte. Der gefleckte Hund mußte den Wein holen, der vor der Königstochter auf dem Tische stand. Er machte es ebenso wie der schwarze und weiße Hund; die Königstochter freute sich, als sie auch ihn sah; aber der alte König konnte seinen Zorn nicht mehr zurückbehalten; er gab Befehl, man solle den Herrn der Hunde erforschen und gleich gebunden vor ihn bringen. Sogleich gingen eine Menge Soldaten hin und her und suchten ihn und kamen so auch ins Wirtshaus.
As sie die Hunde hier sahen und ihren Herrn daneben, wollten sie ihn packen und fortführen; allein die Hunde fielen gleich über sie her und warfen sie zu Boden. Als man dem König das meldete, stieg sein Zorn aufs höchste; er schickte alle seine Soldaten hin, um den Frevler herbeizuholen; allein auch diese konnten nichts machen; die Hunde rissen alle nieder. Da ließ der Knabe sagen, der König solle gleich mit vier weißen Hengsten nach ihm kommen und ihn zur königlichen Tafel führen. Der König hatte seinen Zorn zwar aufgegeben; denn er sah ein, daß er es mit einem mächtigen Herrn zu tun habe; allein sein Stolz ließ es ihm nicht zu, selbst hinzufahren. Er schickte nur einen Minister und einen Hofwagen mit zwei Pferden; aber der Knabe wies diesen zurück und ließ dem König sagen, er solle gleich selbst kommen und mit einem Viergespann, so wie es verlangt worden, sonst würde es ihm nicht gut gehen. Die Königstochter redete ihrem Vater zu, er solle nicht sein Leben aufs Spiel setzen, und so bemeisterte er seinen Zorn und fuhr hin. Als der königliche Wagen von vier weißen Hengsten gezogen vor dem Wirtshause hielt, lief der Wirt wie wahnsinnig zum Knaben und sprach: „Du hast die Wette gewonnen; ich aber bin ein ruinierter Mann!“ Allein der Knabe tröstete ihn gleich: „Also du glaubst mir jetzt? Nun, ich schenke dir wieder alles, was du verspielt hast!“ Damit ging er hinaus und setzte sich neben den König, und seine drei Hunde sprangen auch in den Wagen; sobald er fortrollte, rief der Wirt: „So einen Gast habe ich in meinem Leben nie beherbergt!“
Als sie im Königssaale anlangten, setzte sich der Knabe sogleich der Braut gegenüber, und neben dieser saß der Bräutigam. Nun aß man und war lustig. Zuletzt kam man nach mancherlei Gesprächen auf die Beantwortung von Fragen. Als die Reihe zu fragen an den Knaben kam, sprach er: „Was verdient der, welcher den König auf das schändlichste betrügt?“ Der Bräutigam rief sogleich: „Der verdient, daß man ihn an den Schweif eines wilden Pferdes binde und durch die Stadt schleife.“ Da erhob sich der Knabe: „Du hast dir selbst dein Urteil gesprochen, denn wisse, ich bin der Drachentöter, nicht du!“ Der Kutscher aber behauptete noch fort, daß er ihn getötet habe, und ließ zum Beweise die sieben Drachenhäupter hereinbringen. Noch waren die Gäste auf seiner Seite. Da sprach aber der Knabe, man solle dem Drachen in den Mund sehen. Da fanden sie keine Zungen darin. „Wo sind denn die Zungen“, fragte der Knabe, „wenn du den Drachen getötet hast?“ Darauf war der Kutscher nicht gefaßt und behauptete dreist, Drachen hätten keine Zungen. Den Gästen kam das nun doch sonderbar vor; allein sie wußten nicht, wie die Sache wäre. Da ließ man den Koch hereinrufen, und der König fragte diesen, ob er ein Tier kenne, das keine Zunge hätte. Der Koch sprach, er kenne keines; alle Tiere müßten auch eine Zunge haben, denn womit sollten sie sonst schmecken. „Nun!“ sprach aber der Knabe, „will ich es noch mehr beweisen, daß die Drachen Zungen haben“, nahm damit sein Tuch heraus, wickelte es auf und legte sieben Drachenzungen vor, und als man sie in den Mund hielt, paßten alle genau.
Der Kutscher fing nun an zu zittern und wollte hinaus: allein man hielt ihn fest. „Jetzt aber wird auch die Königstochter es bezeugen, daß ich den Drachen getötet habe.“ Damit nahm er den Namen aus ihrem Taschentuch und sprach: „Ist das deine Arbeit? Siehe die Halsbänder der Hunde, kennst du sie? Erzähle!“ Jetzt, da die Sache ohne ihr Zutun schon heraus war, hielt sie sich ihres Eides für los und ledig und erzählte alles vom Drachenkampf und wie sie ihrem Befreier den Namen aus ihrem Schnupftuch gegeben und den Hunden die Halsbänder umgelegt habe; wie dann der Kutscher hingekommen und gedroht habe, sie umzubringen, wenn sie ihm nicht eidlich verspreche, ihn für den Drachentöter auszugeben. Da wurde der Kutscher ergriffen und die Strafe, die er sich selbst bestimmt hatte, an ihm vollzogen.
Der Knabe aber hielt nun Hochzeit mit der Königstochter; und diese war über alle Maßen froh und glücklich. Als der alte König starb, folgte ihm der Knabe im Reiche nach, und er herrschte weise und gerecht.
Aber ein Kummer nagte doch an seinem Herzen; er dachte an seine Schwester, und obgleich diese so böse an ihm gehandelt, so hatte er ihr jetzt doch verziehen, und er wollte sie, wenn möglich, auch noch glücklich machen. Er zog daher mit seinen Hunden nach dem Waldhäuschen. Da fand er sie im Keller; sie hatte alle Toten verzehrt, nur den Kaufmann nicht, und das wollte sie auch nicht, lieber sterben. Der Bruder nahm sie jetzt mit an seinen Königshof und machte sie zum ersten Hoffräulein. Allein sie hatte ihre Falschheit noch nicht aufgegeben; ihr Bruder sollte es büßen, daß er sie so gestraft habe. Sie ließ bei einem Schmied ein scharfes Messer machen und stellte dieses in das Bett des Königs. Als dieser abends müde sich auf das Bett warf, ging es ihm durch und durch, und er war alsbald tot. Am Morgen aber, wie man hörte, daß der König ermordet wäre, wurde das ganze Land von der höchsten Trauer erfüllt; die Schwester aber hatte ihr böses Gewissen vom Hofe fortgetrieben, und so war man überzeugt, daß sie es getan habe. Die Königin aber warf sich auf die Leiche, rang die Hände und konnte nicht weinen vor Schmerz; die Hunde lagen um sie, winselten in der Trauer um ihren Herrn und ächzten. Da erinnerten sie sich an den Topf mit der lebendig machenden Salbe. Schnell liefen sie nach der Stelle, wo der Drache gelegen, fanden hier noch die Scherben und brachten sie, und es war noch so viel Salbe drinnen, daß man den König bestreichen konnte. Da schlug er wieder die Augen auf und war gesund. Alles war voller Jubel, allein niemand freute sich mehr als die Königin. Als man dem König sagte, was mit ihm vorgefallen und daß seine Schwester entwichen sei, rief er:
„Ja, die böse Schlange, das hat sie getan!“ Er ließ sie wieder aufsuchen und ins Waldhaus einsperren bei ihrem toten Kaufmann; da mußte sie nun fort an der Leiche sitzen; bis sie verhungerte.
Es geschah aber, daß die Hunde jetzt vor den König traten und sprachen: „Von nun an können wir dir nichts weiter nützen, haue uns die Häupter ab.“ — „Nein, nie und nimmermehr, das wäre ein schöner Dank für so treue Dienste!“ Wenn sie ihm auch weiter keinen Dienst mehr erweisen könnten, so wolle er sie doch getreu pflegen bis an ihren Tod. Da baten sie ihn aber so sehr und so lange, daß er gerade den größten Dank ihnen damit erweise, wenn er ihren Wunsch erfülle, und so faßte er endlich betrübten Herzens sein Schwert und hieb jedem das Haupt ab. Siehe, da standen nur einmal drei Königssöhne: „Dank dir, du hast uns erlöst; wir waren so lange verzaubert, bis zum Dank für geleistete Dienste ein junger Held uns das Haupt abschlagen würde, und das hast du getan!“ Damit zog jeder fort in seine Heimat, und so waren jetzt alle froh und zufrieden.

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Der Dachenstich zu Furth im Wald

Dieses Fest, das alljährlich am Sonntag nach dem Fronleichnamsfest begangen wird, verdanktseinen Ursprung wahrscheinlich einer jener alten Lindwurmsagen, die ehedem fast in allenGebirgsländern unter dem Volk verbreitet waren. Das Schauspiel, das zum Nutzen der Wirte,Bäcker und Metzger noch immer sehr viele Zuseher aus der Umgegend herbeizieht, geht in denersten Nachmittagsstunden des genannten Tages auf dem großen Stadtplatz vor sich.

Die auftretenden Personen sind: Ein Rittersmann zu Pferd, in Harnisch und Blechhaube, umgeben voneiner Schar Trabanten; dann eine Königstochter aus unbekanntem Land, die zum Zeichen ihreshohen Standes ein Goldkrönlein auf dem Haupt trägt und mit soviel Silbergeschnür undSchaumünzen behängt ist, als man nur immer auftreiben kann. Eine Ehrendame, die»Nachtreterin« genannt, begleitet die Prinzessin. Letztere nimmt auf einer erhabenenenBühne Platz, und ihr gegenüber stellt sich in einiger Entfernung der Drache auf, eingreuliches Ungetüm mit dickem ungestaltetem Leib; freilich nur ein Holzgerippe, mit bemalteLeinwand überzogen und von zwei im Inneren verborgenen Männern bewegt. Ein dichtesGewühl sammelt sich jedesmal um diese abenteuerliche Erscheinung, und dann macht sich deDrache bisweilen den Jux, mit weit aufgesperrtem Rachen unter die Menge zu rennen, die eiligzurückweicht und dabei in den possierlichsten Lagen übereinander purzelt. DeHauptspaß aber ist, wenn es dem Ungetüm gelingt, eine Böhmin aus dem Haufenherauszupacken und ihr mit den Zähnen die breite Tellerhaube vom Kopf zu reißen.

Inzwischen sprengt der Ritter zur Prinzessin heran, und es entspinnt sich zwischen beidennachfolgender Dialog in Knittelversen:

RitterGrüß Gott, grüß Gott, Ihr königliche Tochter mein!
Was macht Ihr auf diesem harten Stein?
Mich dünkt’s, Ihr seid ganz trauervoll,
Die Sach‘, die Sach‘ steht nicht gar wohl.
PrinzessinAch, edler, treuer Rittersmann,
Mein‘ Not und Treu‘ zeig ich Euch an.
Ich wart‘ dahier auf Drachengreul,
Er wird mich schlucken in schneller Eil‘.
RitterSchad’t nicht, schad’t nicht, seid wohlgemut!
Die Sach‘, die Sach‘ wird b’währt und gut;
Rufet zu mir, und betet zu Gott,
Er wird uns helfen aus aller Not.
PrinzessinAch, edler, treuer Rittersheld,
Flieht weit hinweg; flieht weit ins Feld!
Sonst müßt Ihr Euer ritterliches Leben
Mit nur bis in den Tod aufgeben.
RitterIch als starker Rittersmann,
Das grausam Tier macht mir nicht bang;
Mit meinem Degen und Rittershand
Will ich ihn räumen aus dem Land.
PrinzessinSeht, seht, Ihr Ritter und Herr:
Das grausam Tier tritt schon daher.

Während dieser Worte rückt der Drache gegen die Bühne vor und stellt sich an, alswollte er die Prinzessin verschlingen. Doch der kühne Ritter sprengt ihm entgegen undstößt seine Lanze tief in den Rachen des Ungeheuers. Bei diesem Manöver mußaber derjenige, der die Rolle des Ritters spielt (immer ein junger Bürgerssohn) sich wohl inacht nehmen, daß er die in der Gaumenhöhlung verborgene Blase trifft. Das Volk will heuteBlut sehen – sei es auch nur unschuldiges Ochsenblut –, und wenn der Held des Tagesfehl sticht, so überschüttet ihn ein Hagel von Spottreden. Ist der Lanzenstoßglücklich beigebracht, so zieht der Ritter sein Schwert und haut den Drachen ein paarmalüber den Schädel, dann macht er ihm mit einem Pistolenschuß vollends den Garaus.

Nachdem er auf diese Weise das Scheusal unschädlich gemacht hat, kehrt er zu der Prinzessinzurück und ruft siegesfroh aus:

     Freud‘, Freud‘, Ihr königliche Tochter mein,
Jetzt könnt Ihr frisch und fröhlich sein!
Dem Drachen hab‘ ich geben seinen Rest,
Weil er die Stadt hat lang gepreßt.

Die Prinzessin dankt ihm darauf mit diesen Worten:

Ach, edler, treuer Rittersheld,
Weil er den Drachen hat angefällt,
Zu seinem Degen und Ritterlanz‘
Verehr‘ ich ihm ein schön Ehrenkranz.

Hiermit steigt sie von der Bühne herab und spricht, indem sie dem Ritter den Kranz um den Armbindet, die Schlußverse:

Der Herr Vater und Frau Mutter werden kommen sogleich
Und werden uns geben das halbe Königreich.

Die Trabanten nehmen jetzt den Ritter und die Prinzessin in die Mitte und geleiten sie in dieHerberge zum Rittertanz. Auch die Zuschauer zerstreuen sich in die Schenken, und das Fest endet wiedie Volksfeste immer: mit einem allgemeinen Trinkgelage.

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Dragon’s Call

"Dragons Call"

We sleep with the dragons,
in the hidden lair.
We sing their call,
in our every prayer.

Threw our eyes,
their world is clear.
Their forgotten song,
our heart can hear.

They guide our way,
threw the darkest night.
We use their wisdom,
to give us sight.

Threw our voice,
you hear their cries.
Their fire can be seen,
deep in our eyes.

They are alive,
deep in our minds.
In us the dragon,
you can find.

Copyright Heather O’Connell (8/16/98), All rights reserved

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Looking for someone

„Looking for Someone"

I can see their fire far in distance,
Between shadows, between lights,
The night awaits for your flights,
There I’ll find that Dragon sight

I feel them; they’re looking at me,
Out from the deep, they are here, 
Red, blue, black… too many colors,
So my eyes, …. so my body, will have to follow,

I can see them in the distance,
Probably they are coming for me
Look…, look! Also you can see!
Dragons are here, they are here for thee.

—–
*Keep looking, Dragons are not too far…*
Cryn

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Storm

Storm

You hear the distant roar
so you prepare for the attack
as the roaring grows louder
the sky is getting darker
then you see the dragon
breathing out his flame
it lights the city up
those who stayed out
may just get it
the blue ice dragon roars
shaking all the windows
the dragon he breaths
and freezes everything
will this dragon ever leave?
you think as you wait and wait
the dragon sneezes
and it falls to the ground
(this dragon has allergies
which is why he sneezes a lot)
finally the dragon moves on
and you dress warmly
and go outside
you have to shovel the walk
the dragon left a foot of it
you survey the damage
you work on the damages
then you hear a roar
and wonder, is he coming again?

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Drachenherz (Karin Roth)

Mit eines Drachen Herzen leben,
was kann es denn viel schöneres geben.
Zu gehen auf die Himmelsreise,
zu leben auf eine besondere Weise.
Im Herzen große Stärke spüren
und andere auf den Weg des Fliegens führen.
Magie zu fühlen bei jedem Gedanken,
zu sehen wie sich Zauber um die Seele ranken.
Den Wind bezwingen bei jedem Flügelschlag,
zu steigen hoch hinauf in den beginnenden Tag.
Das Firmament ist deine Welt der Freude,
es gibt kein Gestern.. nur noch Heute.
Zu leben frei und ungebunden,
so hat dein Herz doch Frieden gefunden.
Das Herz des Drachen schlägt in dir,
du lebst dein Leben jetzt und hier.
Genieße dann den Flug des Lebens,
auf das er dir immer
Freude kann geben.

© Aquamarin August 02

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Der Wasserdrache (Melanie Möller)

Er lebt im feuchten, kalten Nass
in unterirdischen Stollen, Höhlen und Grotten
am Leid der anderen hat er Spaß
bekannt ist er auch bei den Schotten

Er schimmert in Grün, Türkis und Blau
fordert als Tribut jährlich eine junge Frau
mit Vorliebe ein schönes Wesen von Güte und Fleiß,
das ist für die Dörfler stets ein sehr hoher Preis.

Doch verliebt sich das Wesen und wart den Schein
kann sich die Jungfrau sicher sein
das sie weg ist die Gefahr und die Härte
und er wird zum poetischen, treusorgenden Gefährten

– der Wasserdrache

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Jason Medea und der Drache (Ciruelo Cabral)

Jason war der Sohn und legitimer Erbe von Aison, dem König von Iolkos. Doch als Aison starb, bemächtigte sich sein Halbbruder – Pelias – des Thrones. Pelias befürchtete, daß Jason die Macht, die ihm rechtmäßig zustand, doch noch beanspruchen würde, er mußte ihn also auf eine Weise loswerden, die jeglichen Verdacht von ihm selbst ablenken würde. Er stellte also an Jason die Bitte, er möge ihm das goldene Vlies zurückholen, das von einem ungeheuren Drachen bewacht wurde. Das Vlies war das Fell des magischen, geflügelten Widders gewesen, den der Gott Hermes geschickt hatte, um die Geschwister Phrixos und Helle vor dem Tode zu erretten. Als beide auf dem Rücken dieses Wundertieres ritten fiel Helle ins Meer, das von nun an nach ihr den Namen Helles Meer oder Hellespont erhielt. Phrixos erreichte das Land der Kolcher an der Küste des Schwarzen Meeres. Dort opferte er den Widder für Zeus und übergab das Fell an König Aietes als Dank für dessen Gastfreundschaft. Dieser widmete das Vlies dem Gott Ares, hängte es in einem geweihten Garten auf und stellte einen Drachen zur Bewachung ab. Jason versammelte die berühmtesten Männer Griechenlands, um mit einem Schiff namens Argo auf die Fahrt zu gehen – die Männer wurden Argonauten genannt. Nach vielen Abenteuern endlich in Kolcherland angekommen, erklärte Jason dem König, daß er gekommen wäre, um das Vlies zu holen. Aietes fürchtete, seinen kostbaren Schatz zu verlieren, also verlanbgte er von Jason, daß dieser zunächst eine schwierige Aufgabe verrichten müsse:
Er solle ein Feld mit zwei wilden Stieren pflügen, deren Füße aus Eisen waren und denen Flammen aus den Nüstern schlugen. Jason hatte wenig Hoffnung, diese Aufgabe erfüllen zu können, doch Medea, die Königstochter, wollte ihm helfen. Sie hatte sich in Jason verliebt und erbat das Versprechen, daß er sie – wenn er mit ihrer Hilfe die Aufgabe erledigen konnte – heiraten und mit nach Griechenland nehmen müßte. Jason stimmte der Bitte dieser wunderschönen Frau nur allzugerne zu.
Nachdem er mit Medeas Hilfe die geforderte Arbeit erledigt hatte, verlangte Jason wieder bei König Aietes nach dem goldenen Vlies. „Du hast die schwierige Aufgabe mit Bravour gelöst“, sagte der König,“ ich vermute, daß Du es nicht allein geschafft hast, aber Du hast dir auf jeden Fall das Recht erwirkt, das Vlies zu holen. Es hängt von einem Baum und wird von einem Drachen bewacht, der niemanden in die Nähe kommen läßt. Verwunde oder verletzte ihn nicht, denn dieser Drache ist dem Gott Ares geweiht. Du mußt das Vlies also stehlen, während der Drache schläft, daß ist meine letzte Bedingung.“
Der König wußte nur zu gut, daß der schlaue Drache mit offenen Augen schlief, die Augen aber schloß, wenn er wach wahr; er hoffte, daß auch Jason auf diese List hereinfallen würde. Doch Medea belauschte den Vater, als er von diesem Trick erzählte, und gab das Geheimnis an ihrem Geliebten Helden weiter. So warteten Jason und seine Argonauten bis zur Nacht, wo der Drache seine Augen öffnete und einschlief. Heimlich stahlen sie das goldene Vlies und segelten an Bord er Argo zurück nach Iolcos. Mit ihnen kam auch Medea, gemeinesam erlebten sie noch viele Abenteuer.

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Die Königstochter in der Flammenburg

Es war einmal ein armer Mann, der hatte so viele Kinder, als Löcher sind in einem Sieb, und hatte alle Leute in seinem Dorfe schon zu Gevatter gehabt; als ihm nun wieder ein Söhnlein geboren wurde, setzte er sich an die Landstraße, um den ersten besten zu Gevatter zu bitten. Da kam ein alter Mann in einem grauen Mantel die Straße, den bat er, und dieser nahm den Antrag willig an, ging mit und half den Knaben taufen. Der alte Mann aber schenkte dem Armen eine Kuh mit einem Kalb; das war an demselben Tage, an welchem der Knabe geboren, zur Welt gekommen und hatte vorn an der Stirne einen goldnen Stern und sollte dem Kleinen gehören. Als der Knabe größer war, ging er mit seinem Rind, das war nun ein großer Stier geworden, jeden Tag auf die Weide. Der Stier aber konnte sprechen, und wenn sie auf dem Berg angekommen waren, sagte er zum Knaben: „Bleibe du hier und schlafe, indes will ich mir schon meine Weide suchen!“ Sowie der Knabe schlief, rannte der Stier wie der Blitz fort und kam auf die große Himmelswiese und fraß hier goldne Sternblumen. Als die Sonne unterging, eilte er zurück und weckte den Knaben, und dann gingen sie nach Hause. Also geschah es jeden Tag, bis der Knabe zwanzig Jahre alt war. Da sprach der Stier eines Tages zu ihm:
„Jetzt sitze mir zwischen die Hörner, und ich trage dich zum König; dann verlange von ihm ein sieben Ellen langes eisernes Schwert und sage, du wollest seine Tochter erlösen.“
Bald waren sie an der Königsburg; der Knabe stieg ab und ging vor den König und sagte, warum er gekommen sei. Der gab gern das verlangte Schwert dem Hirtenknaben; aber er hatte keine große Hoffnung, seine Tochter wiederzusehen, denn schon viele kühne Jünglinge hatten es vergeblich gewagt, sie zu befreien. Es hatte sie nämlich ein zwölfhäuptiger Drache entführt, und dieser wohnte weit weg, wohin niemand gelangen konnte; denn erstens war auf dem Wege dahin ein hohes unübersteigliches Gebirge, zweitens ein weites und stürmisches Meer und drittens wohnte der Drache in einer Flammenburg. Wenn es nun auch jemandem gelungen wäre, über das Gebirg und das Meer zu kommen, so hätte er doch durch die mächtigen Flammen nicht hindurchdringen können, und wäre er glücklich durchgedrungen, so hätte ihn der Drache umgebracht.
Als der Knabe das Schwert hatte, setzte er sich dem Stier zwischen die Homer, und im Nu waren sie vor dem großen Gebirgswall. „Da können wir wieder umkehren“, sagte er zum Stier, denn er hielt es für unmöglich, hinüber zu kommen. Der Stier aber sprach: „Warte nur einen Augenblick!“ und setzte den Knaben zu Boden. Kaum war das geschehen, so nahm er einen Anlauf und schob mit seinen gewaltigen Hörnern das ganze Gebirge auf die Seite, also, daß sie weiterziehen konnten.
Nun setzte der Stier den Knaben sich wieder zwischen die Hörner, und bald waren sie am Meere angelangt. „Jetzt können wir umkehren!“ sprach der Knabe, „denn da kann niemand hinüber!“ – „Warte nur einen Augenblick!“ sprach der Stier, „und halte dich an meinen Hörnern.“ Da neigte er den Kopf zum Wasser und soff und soff das ganze Meer auf, also daß sie trocknen Fußes wie auf einer Wiese weiterzogen. Nun waren sie bald an der Flammenburg. Aber da kam ihnen schon von weitem solche Glut entgegen, daß der Knabe es nicht mehr aushalten konnte. „Halte ein!“ rief er dem Stiere zu, „nicht weiter, sonst müssen wir verbrennen.“ Der Stier aber lief ganz nahe und goß auf einmal das Meer, das er getrunken hatte, in die Flammen, also daß sie gleich verlöschten und einen mächtigen Qualm erregten, von dem der ganze Himmel mit Wolken bedeckt wurde. Aber nun stürzte aus dem fürchterlichen Dampfe der zwölfhäuptige Drache voll Wut hervor. „Nun ist es an dir!“ sprach der Stier zum Knaben, „siehe zu, daß du auf einmal dem Ungeheuer alle Häupter abschlägst!“ Der nahm alle seine Kraft zusammen, faßte in beide Hände das gewaltige Schwert und versetzte dem Ungeheuer einen so geschwinden Schlag, daß alle Häupter herunterflogen. Aber nun schlug und ringelte sich das Tier auf der Erde, daß sie erzitterte. Der Stier aber nahm den Drachenrumpf auf seine Homer und schleuderte ihn nach den Wolken, also, daß keine Spur mehr von ihm zu sehen war. Dann sprach er zum Knaben: „Mein Dienst ist nun zu Ende. Gehe jetzt ins Schloß, da findest du die Königstochter und führe sie heim zu ihrem Vater!“ Damit rannte er fort auf die Himmelswiese, und der Knabe sah ihn nicht wieder. Der Junge aber fand die Königstochter drinnen, und sie freute sich sehr, daß sie von dem garstigen Drachen erlöst war. Sie fuhren nun zu ihrem Vater, hielten Hochzeit, und es war große Freude im ganzen Königreiche.

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