Drachenkompendium

Fasse dich kurz

Liebe Drachenbuchautoren! Als ihr noch klein gewesen seid und die Bücher eure großen Idole gelesen habt, die euch vielleicht sogar dazu bewogen haben werden selbst zu schreiben, wie lang waren da die Geschichten? Ich frage, weil es schwer geworden ist heutzutage ein Buch mit weniger als 600 Seiten zu kaufen. Noch seltener sind Bücher, die in sich abgeschlossene Geschichten bieten. Es scheint mir, als ob es nur noch Trilogien, Quadrilogien, Pentalogien…Dodecalogie auf dem Markt gibt. Versteht mich nicht falsch, jemand der eine tolle Welt erschaffen hat, sollte diese natürlich mit Leben füllen. Aber müssen die Bücher immer aufeinander aufbauen? Schafft ihr es nicht euch mal kurz zu fassen? Nicht jede Geschichte die dem Kopf entspringt hat das epische Ausmaß eines Tolkien’schen Herr der Ringe oder die kommerzielle Ausmaß einer J.K. Rowling-Zauberlehrlings. Wir alle kennen die Autoren, die es tatsächlich schaffen über mehrere Bücher hinweg zu faszinieren. Aber die Länge einer Geschichte ist doch kein Maß, dem man nacheifern muss. Ein Buch besticht durch eine spannende Geschichte, ihre Charaktere und Einfallsreichtum. Sie bleibt dann auch durchaus im Kopf hängen, wenn sie nur wenige hundert Seiten lang ist, wie es selbst Tolkien mit dem Hobbit oder auch George R.R. Martin mit „Der Eisdrache“ beweisen.

Ich besuche jedes Jahr auf der Spielemesse in Essen die zwei dort befindlichen Antiquariate. 10qm voll mit alten Büchern aus dem Goldmann oder Heyne Verlag…Trilogien findet man dort eher selten. Meist sind es Taschenbücher. Kleine, dünne Taschenbücher von oftmals weniger als 400 seiten Dicke. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die Bücher sind auch gut! Vielleicht sogar besser, weil die Autoren ihre Ideen in weniger Seiten pressen mussten? „Fasse dich kurz“ heißt es doch so schön. Aber Tiefe und Immersion funktioniert natürlich auch erst mit entsprechend ausführlicher Beschreibung der Welt des Buches. Also doch mit Adjektiven um sich schmeissen und den Schreibstil aufblasen?

Nochmal zusammengefasst: Ganz subjektiv wünsche ich mir mal wieder in sich abgeschlossene Bücher ohne Teil 1-x am Horizont zu sehen. War das Buch ein Erfolg? Fein! Eine neue Geschichte im selben Universum evtl. sogar mit den selben Charakteren? Spitze! Aber bitte plant doch nicht immer gleich im 4-stelligen Seitenbereich.

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Kindchenschema bei Drachen

Habt ihr in Bio aufgepasst? Das Kindchenschema bezeichnet einen Schlüsselreiz bei höheren Tieren und Menschen, ein Fürsorgeverhalten gegenüber ihren Jungen zu entwickeln. Meistens ist das Kindchenschema durch eine hohe Stirn, tief liegende Gesichtszüge mit große Augen, kleiner Nase, einem kleinen Kinn, und rundlichen Wangen geprägt. Was das mit Drachen zu tun hat? Das frage ich mich allerdings auch. Schaue ich aber etwas länger mal in die Auswüchse des Massenmediums Film, dann offenbahrt sich eindeutig der Zusammenhang. Beinahe jeder kommerziell erfolgreiche Film in dem ein Drache erscheint, verwendet ein dem Kindchenschema entsprechendes Modell. Demgegenüber sind Filme in denen der Drache ein Widersacher ist entweder nicht kommerziell erfolgreich, oder werden von den „Drachenfans“ als schlecht bezeichnet. Beispiele? Gerne!

  • Eragon: Kindchenschema sowohl als frisch geschlüpftes, als auch ausgewachsenes Exemplar! (Bild 1+2)
  • Mein Freund der Wasserdrache: Auf Teufel komm raus auf niedlich getrimmt! (Bild 3)
  • Dragonheart 1+2:  Kindchenschema…und auch noch Kulleraugen… (Bild 4+5)
  • Drachenzähmen leicht gemacht: Auch hier wurde das Schema angewandt. (Bild 6)
  • Die unendliche Geschichte: Auch Fuchur zeigt eindeutig obige Merkmale (Bild 7)
Kindchenschema bei DrachenKindchenschema bei DrachenKindchenschema bei DrachenKindchenschema bei DrachenKindchenschema bei Drachen
Kindchenschema bei DrachenKindchenschema bei Drachen

Aber es gibt auch Filme mit Drachenmodellen, die nicht niedlich, süß oder beschützenswert sind, im Gegenteil. Drachen, so jedenfalls unsere Überlieferung seit einigen Jahrhunderten, sind böse und ein Werk des Teufels. Gute Filme mit bösen Drachen? Auch die gibt es.

  • Disneys Dragonslayer: Diesen Film kennt leider kaum jemand, er ist aber ein wahrer Klassiker! (Bild 1)
  • Herrschaft des Feuers: Ein genialer Film, aber die Fans nehmen ihn nicht in den Olymp und ihre Herzen auf. (Bild 2)
  • Age of Dragons: Die schuppige Neuverfilmung von Moby Dick kam in Deutschland weder in die Kinos noch in die Videotheken. (Bild 3)
  • D-Wars: Eine trashiger Science Fiction – Fantasy – Mix, mit vielen ungewöhnlichen, asiatischen Drachen. (Bild 4)
Kindchenschema bei DrachenKindchenschema bei DrachenKindchenschema bei DrachenKindchenschema bei Drachen

Man erkennt deutlich die Abweichung zu obigen Beispielen: Spitze Schnauzen, Reisszähne, schlitzförmige- oder Repitilienaugen, gestreckter, rauptierähnlicher Körperbau. Mir persönlich gefielen stets Filme mit eben jenen bösartig aussehenden Drachen am besten, weil sie meiner Vorstellung  am ehesten entsprechen. Zum Glück flimmert mein liebstes Schuppentier verhältnismäßig oft über die große Leinwand oder auf dem heimischen Fernseher, auch wenn ich meine Favoriten meist nur in Statistenrollen oder als Werkzeuge der Zerstörung betrachten darf. Ich hoffe auf einen Film der sich auf eine Stufe mit Herrschaft des Feuers oder Dragonheart stellt und mir keinen sprechenden pummelbäuchigen Liebhabdrachen präsentiert. Bis dahin muss ich wohl Nischenprodukte betrachten oder mich im Internet umschauen, denn auch dort gibt es einige Kurzfilme mit teilweise hervorragenden visuellen Ergebnissen, wie zum Beispiel:

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Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband. Oder: Was ist ein Drachenbuch?

(Quelle:creative-workshop.de)Als ich Anfang der 1990er begann Drachenbücher zu sammeln und zu lesen war die Sache leicht. Wenn ich durch eine Buchhandlung ging, brauchte ich zwei Durchläufe. Zunächst neigte ich meinen Kopf um 90° und strich mit langsamen Schritten das Buchregel ab – für jede Etage einmal! Ich las die Titel und suchte nach Schlüsselworten wie „Drache“ oder „Feuer“. Danach überflog ich die Coverbilder und griff alles, was nach Drache aussah. Meist blieben dabei ein bis zwei Bücher wie magisch an meinen Fingern kleben. Deren Klappentexte bestätigten dann meist, was ich sowieso schon wusste: Drachenbuch! Es wollte zu mir.

Den Zeitpunkt als sich das änderte kann ich nicht mit Gewissheit benennen. Vielleicht war es Dragonheart im Kino, vielleicht die Tolkien-Welle oder sogar Eragon. In jedem Fall wuchs durch das Interesse der Massen Fantasy von seinem Nischendasein zu einem richtig großen Markt heran und somit auch die Popularität an seinen großen, schuppigen Galeonsfiguren, den Drachen. Drachen sind In und nach einer kurzen Übergangsphase sind sie heute allgegenwärtig. Drachen starren mich von Müslipackungen, vom Duschgel und beinahe jedem zweiten Buch im Handel an. Jetzt ist es für mich ungleich schwieriger geworden Drachenbücher zu identifizieren. Es scheint den Verlagen völlig Wurst zu sein, ob es in Ihren Büchern um mutierte Hamster oder liebestolle Werwolfrüden geht, auf das Titelbild muss ein Drache, wenn es sich einrichten lässt auch in den Titel und wenn nicht, dann wenigstens in den Klappentext. Hauptsache das Fantasy Buzzword „Drache“ ist gefallen, die Zielgruppe angesprochen und das Buch erstmal gekauft. Ist doch wurscht, ob die Titelbilder oder gar Titel etwas mit dem Inhalt zu tun haben, hauptsache das Ding verkauft sich gut die Geschichte ist gut.

Liebe Verlage, mir ist das nicht egal! Es gab mal Zeiten, da haben Autoren den Künstlern gesagt welche Szene ihres Buches sie gern auf dem Cover finden würden, oftmals haben diese sogar die Manuskripte zuvor gelesen. Aber vielleicht liegen die Urheber dieser Marketing – Reizüberflutung auch viel weiter hinten in der Schöpfungskette. Evtl sind die Autoren selbst Schuld an der Misere? Schaue ich auf meine Regale, dann kann ich meine Bücher relativ gut kategorisieren:

  1. Bildbände (Die lassen wir mal außen vor)
  2. Zusammenleben mit Drachen
  3. Drachen terrorisieren einen Landstrich
  4. Drachen als Protagonisten

Die dritte Kategorie macht unter den Romanen den größten Teil aus. Doch ab wann darf sich ein Buch eigentlich Drachenbuch schimpfen? Wie ich bereits erwähnte, handelt es sich bei Drachen um ein Buzzword, ein Begriff oder Spruch, mit dem beim Zuhörer um besondere Beachtung gebuhlt wird. Oft steckt ein Drache also nur seine Schnauze in ein Buch, um dem Leser zu signalisieren:“Oh, Drache als Gegenspieler oder Gefahr am Horizont, das muss ja eine spannende Geschichte und gefährliches Abenteuer werden.“ Nun ja, wütende Delphine würden ihren Zweck verfehlen, das gebe ich zu. Also reiten die Autoren auf schuppigen Welle der Popularität mit und schreiben Drachenbücher, die gar keine sind – Pfui schämt euch! Die eigentliche Kategorisierung – Drachen ja oder nein – ist aber dennoch sehr subjektiv. Sie wird nicht durch die Autoren oder Verlage, sondern allein durch meine Kaufentscheidung vorgenommen. Heisst das, dass ich selbst schuld bin, wenn ich mir ein Buch im guten Glauben kaufe es würde Drachen thematisieren und diese dann nur am Rande in Erscheinung treten? Beurteile ich selbst das Buch nur nach seinem Einband? Vielleicht.

Was rege ich mich schlussendlich darüber auch überhaupt auf? Bin ich traurig, dass mein Hobby inflationär thematisiert wird? Beschwere ich mich, dass ich genug zu lesen finde? Oder bin ich einfach nur schon in die Phase eingetaucht in der ich behaupte, dass früher als besser gewesen sei? 😉

Darum versuche ich mich also an einer losen Definition:

Drachenbuch – Ein Drachenbuch ist eine fiktive Geschichte, in der Drachen beliebiger Kulturkreise eine zentrale Rolle spielen. Dies kann entweder durch Vermenschlichung, Bindung zu weiteren Protagonisten oder als deren Widerpart geschehen.

Kommt das hin? Wieviele eurer Bücher sind jetzt noch Drachenbücher?

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Der versteinernde Blick

In der Mythologie finden sich vornehmlich zwei Legenden, die von Versteinerungen durch den puren Anblick eines Wesens berichten, die Gorgonen und die Basilisken.

Der griechischen Mythologie entstammen die Gorgonen Stheno, Euryale und Medusa. Die bekannteste Gorgo ist wohl zweifelsohne die sterbliche Medusa, denn einst war die Tochter der Keto und des Phorkys eine schöne Frau. Als Pallas Athene Medusa jedoch bei ihrer Liebschaft mit Poseidon überraschte, erzürnte sie und gab ihr die Gestalt ihrer Schwestern. Fortan erschien sie als geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, langen Eckzähnen, einem Schuppenpanzer, glühenden Augen und gespaltener Zunge. Der gräßliche Anblick der Medusa ließ jeden zu Stein erstarren. Nur Perseus, dem Sohn des Zeus und der Danae gelang es mit einer List die Medusa zu enthaupten.

Der Basilisk gilt als der König der Schlangen und wird in Büchern meist als Hybride mit dem Oberkörper eines Hahns und dem Unterleib einer Schlange dargestellt.Auf dem Kopf trägt der "kleine König" eine Krone. Sein Blick versteinert oder tötet. Sein Atem ist tödlich giftig. Im Mittlealter wurde diese Beschreibung noch erweitert, so dass man seitdem gemeinhin annimmt, dass der Basilisk aus dem Ei eines alten Hahnes oder aus einem dotterlosen Hühnerei schlüpfe, welches von einer Kröte, einer Schlange oder im Mist ausgebrütet wird. Sein stinkender Atem ist unerträglich und sein Blick soll versteinern können.

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Basilisk von Plinius dem Älteren in seinem Buch Naturalis Historia.

"Durch sein Zischen verjagt er alle Schlangen und bewegt nicht, wie die anderen, seinen Körper durch vielfache Windungen, sondern geht stolz und halb aufgerichtet einher. Er lässt die Sträucher absterben, nicht nur durch die Berührung, sondern auch schon durch den Anhauch, versengt die Kräuter und sprengt Steine: eine solche Stärke hat dieses Untier. Man glaubte, dass jemand ihn einst zu Pferde mit einem Speer erlegt habe und dass das wirkende Gift an diesem emporstieg und nicht nur dem Reiter, sondern auch dem Pferd den Tod brachte. Und dieses gewaltige Ungeheuer – denn häufig haben Könige es tot zu sehen gewünscht – wird durch die Ausdünstung des Wiesels umgebracht: so sehr gefiel es der Natur, nichts ohne etwas Gegenkraft zu lassen. Man wirft die Wiesel in die Höhlen [der Basilisken], die man leicht an dem ausgedörrten Boden erkennt. Diese töten durch ihren Geruch, sterben aber zugleich selbst, und der Streit der Natur ist bereinigt."

Wendet man sich nun dem versteindernden Blick zu und lässt die Option auf "Magie" außer Acht, so kann man selbst mit viel Fantasie keine Begründung finden warum sich ein Lebewesen in Stein verwandeln sollte. In der Natur gibt es jedoch durchaus ähnliche Phänomene zu beobachten, nämlich die Hypnose, Paralyse oder die Schreckstarre.

Allerdings sollte man die Hypnose oder das versetzen in einen tranceähnlichen Zustand aus den Beobachtung auslassen. Zwar gibt es die sogenannte Blitzinduktion, die eine leichte Trance innerhalb weniger Sekunden induzieren kann, aber eine hohe Erwartungshaltung des Hypnotisanden und ein Überraschungsmoment benötigen.  Obwohl der Überraschungsmoment zweifelsohne gegeben ist, wird es selbst dem besten Hypnotiseur nicht gelingen einen Menschen gegen seinen Willen zu hypnotisieren, sondern diesen nur unterstützen, sich selbst in Trance zu versetzen. Auch Reptilien können ihre Beute nicht hypnotisieren. Dieser Irrglaube liegt in den großen lidlosen Augen begründet. Somit scheidet die Hypnose als Ursache für den "versteindernden Blick" aus.

Unter der Paralyse oder Plegie versteht man eine teilweise oder vollständige Lähmung der Skelettmuskeln. Diese entstehen meist durch Nervenschädigungen wie sie bspw. bei deren Zerstörung oder der Anwendung von Giften auftreten können. Schlangen haben dieses Prinzip zur Jagd perfektioniert. Ihr Biss und das damit eingeführte Gift kann das zentrale Nervensystem ihrer Opfer derart schädigen, dass diese paralysiert sind. Wird das Gift hingegen ausgespiehen, so geschieht dies meist nur zur Verteidigung und führt bei den Opfern meistens zur Erblindung, da das Gift sehr treffsicher auch über größere Entfernungen in Richtng der Augen verschossen werden kann.

Die Schreckstarre ist die meiner Meinung nach die wahrscheinlichste Herkunft des versteindernden Blickes, denn es handelt sich um das verhaltensbiologische Phänomen eines Zustandes völliger Bewegungsunfähigkeit die eintreten kann, wenn ein Tier von einem Fressfeind bedroht wird oder einer extremen Stresssituation ohne erkennbaren Ausweg konfrontiert wird. Da viele Fressfeinde ihre Beute primär durch deren Bewegung erkennen können ist dieses Verhalten ein biologisch zweckmäßiger Reflex und als Instinkt auch beim Menschen zu beobachten. Menschen die in eine solche Situation geraten sind könnten später davon berichtet haben, dass sie sich in Gegenwart eines Basilisken nicht bewegen konnten, sie waren förmlich wie versteinert und nährten somit den Mythose des "versteinernden Blicks".

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Drachen und Jungfrauen

Taucht ein Drache als Symbol des Unterdrückers oder in der gotteslästerlichen Form des Teufels in den Geschichten und Überlieferungen auf, so wird er seit jeher gern mit Jungfrauen beschwichtigt. Diese per Definition reinen, meist christlichen jungen Frauen, die oft auf dubiose Weise auserwählt werden, retten ihr Dorf vor dem Ungetüm, indem sie sich selbst und ihre Reinheit opfern. Aber warum müssen es gerade Jungfrauen sein? 
Der Begriff Jungfrau entspringt dem Mittelhochdeutschen „Juncfrouwe“ des 11. Jahrhunderts und galt damals als Anrede für eine „junge Herrin“, einer Edeldame. Erst später, aus dem Marienkult entstammend, wurde das Wort in seiner Bedeutung auf die sexuelle Unberührtheit eingeschränkt und derartig modifiziert bis heute beibehalten.
In vielen Religionen spielt die Jungfräulichkeit in dieser Bedeutung seit jeher eine wichtige Rolle. So sind zum Beispiel die griechischen Göttinnen Athene, Artemis und Hestia Jungfrauen, der römische Gott Mithras wurde laut einer persischen Überlieferung von einer Jungfrau empfangen und auch im Christentum wurde Jesus von Nazareth von der Jungfrau Maria geboren, was den hohen Status und Wert der Jungfräulichkeit zeigt. Wird nun das „erste Blut“ einer Jungfrau als Opfergabe dargeboten, so ist dies ein wertvoller, aber auch göttlicher Pfand gegen die drohenden Verwüstungen von Seiten des Drachen. Die Annahme, dass der Drache die dargebotene Jungfrau verspeist, führt also zur Vermengung der beiden Extreme. Der Drache, in seiner Wildheit und Bosheit, vermengt sich mit dem Symbol der Reinheit und Milde, was zu einer Angleichung führt. Glaubt man den Überlieferungen, so soll sich ein Drache nämlich nach einer solchen Opferung für eine bestimmte Zeit stets ruhiger verhalten und seine zerstörerischen Absichten niedergelegt haben, ein Einfluss, den nur das Blut der Jungfrau auf den Drachen ausgeübt haben kann.
Oftmals kommt mit der Wahl einer Jungfrau als Opfergabe jedoch auch ein praktischer Nutzen für den Drachen daher. Eine Frau, die rein, unberührt und edel ist, mag sich weniger gegen ihr drohendes Schicksal wehren, da sie es schlichtweg nicht gewohnt ist, sich körperlich zur Wehr zu setzen und hinterlässt auch keinen Ehemann, der dem Drachen blutige Rache schwören kann. Zusätzlich ist solch eine Frau meist von jungem Alter und oft nicht im Vollbesitz der körperlichen Kräfte eines ausgewachsenen Menschen. Selbst wenn der Drache sich selbst mit seinen Klauen und Schuppen zu schützen weiß, so sind doch z.B. die Fingernägel einer um Ihr Leben kämpfenden Beute eine nicht zu unterschätzende Bedrohung, z.B. für die empfindlichen Augen des Drachen.
Die Vorliebe für Jungfrauen auf den besonderen Geschmack des unberührten Fleisches zu reduzieren, möchte ich jedoch ausschließen, da es keine nichtreligiöse Erklärung gibt, die bestätigen kann, dass mit Verlust der Jungfräulichkeit eine tief greifende Veränderung der Körperchemie einhergeht. Eher kann man davon ausgehen, dass dem Drachen junge Menschen schlichtweg besser schmecken als alte und die fehlerhafte Überlieferung aus jungen Menschen jungfräuliche Menschen machte. Warum dies jedoch Frauen sein müssen, kann nur geraten werden. Wahrscheinlich ist jedoch, dass dies eng mit den Bestattungsritualen oder auch dem Totenkult mancher Völker zusammenhängt. So wurden beispielsweise die Pharaonen der Ägypter reich ausgestattet auf ihre letzte Reise gesandt, während die Wikinger gemeinhin zusammen mit ihren Waffen gen Walhalla fuhren. Ich möchte also folgende These aufstellen: Wenn Menschen für die Opferung an den Drachen vorgesehen sein sollten, so scheint es nicht abwegig, dass auch diese eine ähnliche Ausstaffierung erhielten, wie die Toten. Die Frauen erhielten wertvolle Preziosen, die Männer reich verzierte Waffen. Damit wird zumindest klar, warum der Drache Frauen bevorzugen musste. Männer stellen eine potentiell größere Gefahr dar als Frauen und Frauen liefern zudem noch wertvolle Kleinodien, die der Drache horten kann (s.Der Drachenhort). Diese These ist jedoch nicht ohne Vorsicht zu genießen, denn einerseits ist zu bedenken, dass es nicht üblich war, dass einer noch lebenden Opfergabe Präsente auf dem Weg ins Jenseits mitgegeben werden und andererseits war diese Art der Bestattung meist nur Kriegern, Priestern, Herrschern und Anwälten vorbehalten, während es sich bei besagten Opfern – geht man von einem realistischen und weniger dem märchenhaften Standpunkt aus – größtenteils um verarmte Bauern handelte.
Glücklicherweise kann man dieses doch recht blutige Thema auch von einer anderen Seite betrachten, die dem Drachenfan besser gefallen wird, da es den Fokus vom blutrünstigen, boshaften Wesen entfernt und in Richtung des unverstandenen, sanftmütigen Riesen verschiebt.
So beschreiben z.B. Montse Sant und Ciruelo Cabral in ihrem Buch „Das große Buch der Drachen“, dass Drachen junge Frauen in ihrer Höhle wohnen lassen. Diesen fehle es dort an keinem erdenklichen Komfort, wohingegen im Gegenzug die Nähe und Aufmerksamkeit der Frauen des Drachen Lohn für seine Gastfreundschaft darstellen. Es wird angenommen, dass Drachen großartige Poeten und Sänger seien und nicht nur gerne selbst ihre Werke zum Besten geben, wie es beispielsweise der Film „Dragonheart“ eindrucksvoll zeigt, sondern auch selbst den Klängen der Frauen lauschen, die zu ihrer Unterhaltung.
Die Auswahl der (un)glücklichen Jungfrau erfolgt stets durch den zweifelhaften Zufall einer Lotterie, an der alle Frauen des bedrohten Landstriches teilnehmen, die in Frage kommen, oder nicht reich genug sind, um sich von der Teilnahme freizukaufen.

 

 

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Der erste Drache

Als man mich vor einigen Jahren einmal fragte, ob ich den Namen des ersten Drachen kennen würde, musste ich geknickt verneinen. Ich kannte ihn tatsächlich nicht, wie ich mir zu meiner Schande eingestehen musste und ich begann mit Nachforschungen. Zwar ist es mir auch heute nicht möglich den wahren Namen des ersten uns bekannten Drachen auszusprechen (aus Gründen, die ich im Kapitel "Der Name des Drachen" erläutere), allerdings bin ich der endgültigen Klärung dieser faszinierenden Frage ein beachtliches Stück näher gekommen.

Nidhögg war es also, Nidhögg war der erste Drache unserer Welt. Aber stimmt dies auch wirklich? Woher sollen wir wissen, ob es nicht schon zuvor Drachen gab?

Einem Jahrtausende alten Babylonier und seiner auf 7 Tontafeln niedergeschriebenen Schöpfungsgeschichte können wir beispielsweise die Geschichte der göttlichen Drachenmutter "Tjamat" verdanken. Dieser Schreiber aus dem fruchtbaren Mesopotamien, welches von den Flüssen Euphrat und Tigris umflossen wird, schrieb die Entstehung der Ordnung als die Trennung des Lichts von der Dunkelheit und des Himmels von der Erde, nieder, eine Geschichte, die schon Jahrhunderte lang immer weiter mündlich übertragen worden war. Endlich war das Chaos von der Ordnung getrennt, die schöpferische Energie aller Dinge beruhte nun auf zwei göttlichen Urwesen. Eines war männlich und verkörperte den Geist des Süßwassers und der Leere. Sein Name, "Aspu", schallte in die formlose Leere. Das andere Wesen hingegen war weiblich und ihm wohnte der Geist des Salzwassers und des Chaos inne. Dieses Wesen, mit dem Kiefer eines Krokodils, den Zähnen tausender Löwen, den Flügeln einer gigantischen Fledermaus, den Beinen einer Eidechse, den Krallen eines Adlers, dem Leib einer Python und den Hörnern eines Stieres war die Drachenmutter "Tjamat" und Ihr Name war es, der die Unterwelt zum Erzittern brachte. Das Ungleiche Paar in Ihrem Liebesspiel schuf die Götter. Jedoch eines eben dieser Kinder erschlug seinen Vater "Aspu". In Ihrer unendlichen Drachenwut gebar "Tjamat" Nachkommen, die so durchtrieben und chaotisch waren wie sie selbst. Diese Ungeheuer sollten Ihre Erstgeborenen für den Frevel und dem Mord an Ihrem Gatten auf ewig peinigen und so herrschten fortan Skorpione, Dämonenlöwen, Riesenschlangen und Drachen, ein Abbild "Tjamats" selbst, über das Chaos und die formlose Leere und lehrten den Göttern das Fürchten.

Zu Ihrem eigenen Schutze beriefen die Götter einen der ihren zum Kämpfer gegen die Ungeheuer. Es war "Marduk", Herrscher des Weltalls, der bewaffnet mit einem Netz und einer Keule, Giftpfeil und Bogen sowie einem Köcher voller Blitze sich aufmachte, das Weltall nach "Tjamat", der Drachenmutter zu durchsuchen. Begleitet wurde sein kräftiger Sturmwagen von vier Winden und einem Wirbelsturm. "Marduk" breitete sein Netz über dem Weltall aus und fing darin seine Drachenmutter ein. Und er ließ die Winde in Ihr Gesicht blasen, bis sich Ihr Leib blähte und Sie Ihr Maul nicht mehr schließend konnte. Marduk zielte und mit einem einzigen Schuss durchschlug er Ihre Wangen, bohrte sich tief durch Ihr Herz und spießte ihr Inneres. Er spaltete Ihr Herz und rächte sich an Ihrem Körper, bis sie machtlos zu seinen Füßen sank und Ihr Leben aushauchte. "Tjamats" Tod und der sich aufrecht auf ihren Körper stützende "Marduk" ließen "Tjamats" Geschöpfe des Chaos schaudern und sie flohen in großer Panik in alle Richtungen der Leere. Doch Marduk fing Sie alle, legte sie in Ketten und warf sie in die Unterwelt herab, wo sie auf ewig für Ihre Taten und Ihr chaotisches Dasein leiden sollten. Darauf spaltete er "Tjamats" Körper, durchtrennte Ihre Adern und formte aus den entstandenen Hälften das Firmament und die Erde. Er errichtete seinen Götterbrüdern und Götterschwestern einen prächtigen Wohnsitz im Firmament und befestigte daran die Sterne und den Mond, den Hüter der Zeit. Aus dem Blut seiner erschlagenen Mutter jedoch formte "Marduk" die Menschen, auf das die Welt ein Ort werde, der die Götter erfreute.

Auf diese Weise, so heißt es in den ältesten Schriften, wurde die Welt aus dem Kosmos gehoben!

Viele Geschichten ranken also um die ersten Drachen, immer in Verbindung mit der Entstehung des Universums und der Trennung des ordentlichen, bekannten und des chaotischen, gefährlichen. Seit jeher haben sich demnach schon die Menschen mit der Existenz der Drachen beschäftigt. Sie sind ein Sinnbild des chaotischen, der Zerstörung und somit der jedem Menschen inne wohnenden Furcht vor dem Unbekannten.

Jedes Volk hat Ihre ureigenste Verkörperung dieser Angst in einer Legende, einem Mythos, der um einen Drachen rankt, aber den Ersten, den werden wir wohl nie finden.

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Der Drachenhort

Wird ein Drache erschlagen, so ist dem Helden dessen ungeheuer reichhaltiger Schatz sicher. Die schönsten Preziosen, die größten Karfunkel, alle finden sich angehäuft in seiner Höhle und bewacht bis zu dessen Tode.

Warum aber sammeln Drachen dieser Kleinodien, warum hält sich hartnäckig die Aussage von den goldgierigen Monstern?

Im Kapitel "Sind Drachen gierig?"[1] haben wir bereits eine mögliche Erklärung angedeutet, nämlich die mythische. Drachen sind so alt wie die Zeit selbst. Alles was sie einst kennen und lieben lernten verging neben Ihnen und hinterließ Risse in Ihren Herzen. Edelsteine jedoch sind geduldig. Sie überdauern Verfall und Epochen genau wie Drachen es zu tun pflegen. In ihnen sieht der Drache einen Begleiter durch sein Leben. Viele Prunkstücke verbindet er mit Epochen oder bestimmten Ereignissen seines Lebens. Er kann diese Erinnerungen in seinen Lieblingen fokussieren und wieder zu neuem Leben erwecken, denn die Erinnerung in Ihnen ist stark. So stellt es sich im Laufe seines Langen Lebens ein, dass der Drache beginnt eben diese Steine zu sammeln und zu verteidigen, sind sie doch seine einzige Erinnerung an frühere Glanz und Glorie.

Natürlich hatten diese Steine auch einen praktischen Nutzen für den Drachen. Wie im Kapitel "Der Bauch des Drachen"[2] beschrieben, war der Bauch des Drachen aus verschiedenen Gründen eine sehr labile Konstruktion, die es um jeden Preis zu schützen galt. Viele Drachen machten es sich deswegen zur Gewohnheit Ihr Preziosen auf der Unterseite Ihres Körpers zu befestigen, wodurch diese nicht nur besser geschützt war, sondern auch die Edelsteine selbst einen gewissen Schutz vor Plünderungen genossen. Der Hort konnte also tatsächlich nur über die Leiche des Drachen ergattert werden.

Eine ganz und gar andere Theorie kann man jedoch aufstellen, wenn man das Phänomen des Gold hortens auf biologischer Ebene betrachtet.

Der Drache als solcher ist ein Wesen mit einer gar unglaublichen Körperchemie. Der Drachenatem, das Drachenblut, das Drachengas, welches ihn fliegen lässt, all diese Faktoren sollte uns eines vor Augen führen. Was passiert mit den Nebenprodukten? Diese müssen natürlich auch von einem Drachen ganz normal ausgeschieden werden. Das Ergebnis ist mit Sicherheit ein Chemiecocktail sonder gleichen, den der Drachen, ähnlich wie der Mensch ständig "ausschwitzt". Binnen kürzester Zeit würde jede Umgebung in der sich der Drache länger aufhält in eine Sickergrube verschiedenster Chemikalien verwandelt werden. Drachen sind Hort Bauer, sie verbringen oftmals viele Jahrhunderte in ihren Höhlen und sammeln deswegen auch eine Menge des oben genannten Schlamms an. Das dies auch nicht spurlos an ihnen vorüber gehen kann, ist folglich logisch, denn auch für den Menschen wäre ein ständiger Aufenthalt in seinen Ausscheidungen kein positives Unterfangen.

Hier kommen wir nun erneut an die Stelle an der wir uns Fragen müssen, warum Drachen begannen Gold zu sammeln. Es scheint keinen bekannten angeborenen auslösenden Mechanismus irgendeines uns bekannten Tieres zu geben, der ein ähnliches Verhalten zur Folge hätte, weswegen wir nicht von vererbtem Wissen sprechen können. Auch scheint der Gedanke an durch Elternpaare geprägtes Wissen eher abwegig zu sein, da Drachen bekanntermaßen Einzelgänger sind und häufig ohne einen elterlichen Schutz aufwachsen. Trotzdem, eine Gier nach Preziosen entwickelt sich bei fast allen Drachen schon früh, wodurch wir schließen können, dass wir uns einem Lernprozess des Drachen gegenüber finden. Führen wir an dieser Stelle noch einmal die angebliche Vorliebe des Drachen an, die wir schon im Kapitel "Drachen und Jungfrauen" angesprochen haben. In vielen der uns bekannten Sagen und Legenden werden den Drachen Jungrauen edlen Geschlechts vorgesetzt, um diesen für eine gewisse Zeitspanne zu besänftigen. Diese Jungfrauen werden, als eine Folge des Volksglaubens, reich mit Gold und Edelsteinen geschmückt und vom Drachen, dessen Gier nach Gold noch nicht so stark ausgeprägt ist, verschlungen. Der Metabolismus des Drachen, also dessen Stoffwechselvorgänge, sind so ausgelegt, dass sie dessen Nahrung bestmöglich zersetzen, wozu auch die starke Drachensäure ihren Beitrag leistet. Interessant jedoch erscheint, dass Gold und Edelsteine in hohem Maße resistent gegen die zersetzende Wirkung der Magensäuren eines Drachen sind. Sie werden, im Falle des Goldes, hauptsächlich unverändert wieder ausgeschieden oder aber bleiben, im Falle der Edelsteine, im Magen des Drachen zurück.

Scheidet ein Drache auch relativ wenig von seiner Nahrung wieder aus, so ist dies beim Gold definitiv der Fall. Dieses Gold sammelt sich natürlich mit der Zeit in dessen Hort an. Früher oder später bemerkt dies der Drache und er stellt auch fest, dass das weiche Gold sich hervorragend dafür eignet, um darauf zu ruhen. Die relativ weiche Erscheinungsart reinen Goldes macht es ihm dadurch möglich sich eine Unterlage ohne für seinen ungeschützten Unterleib gefährliche Spitzen und Kanten zu erzeugen. Unser Drache lernt. Er beginnt zu verstehen, dass das goldene Metall, welches sein jungfräuliches Futter stets zu tragen pflegt, sich außerordentlich gut dazu eignet, die eigenen Schuppen vor dem erwähnten Schlamm zu schützen und beginnt seinerseits mit der Suche nach mehr Gold, welches ihm die verschüchterte Landbevölkerung natürlich auch prompt liefert, sobald er deren Herden und Felder terrorisiert.

Für die Edelsteine in des Drachen Bauch gibt es indes einen anderen Verwendungszweck. Wie wir aus dem Kapitel "Drachen und der Flammenatem"[3] wissen, benötigen Drachen um zu fliegen und Feuer zu speien ein selbst produziertes Gas, welches durch die Reaktion von Salzsäure und den Knochenwänden entsteht. Dem Drachen dürfte schon recht früh im Laufe seiner Entwicklung aufgefallen sein, dass er anschließend erheblich besser fliegen kann, wenn er Kalkgestein zu sich nimmt. Doch selbst für die Drachensäure und die starken Muskeln des Drachen sollte es, wenn schon nicht schwer fallen, so doch zumindest lange dauern, bis diese zersetzt werden und der Drache das enthaltene Kalzium an seinen Knochen ablagern und für die Gasproduktion verwenden kann. Die harten Edelsteine in seinem Magen jedoch beginnen ab einer gewissen Menge wie natürliche Mahlsteine zu wirken und diesen Vorgang zu beschleunigen. Im Zusammenspiel mit den Magenwänden zerkleinern sie die gefressenen Steine viel effektiver und schneller, wodurch sie der Drache schneller verwerten kann. Ein möglicherweise entscheidender Vorteil!

Werfen wir einen Blick zurück auf unsere mythischere These. Ein Drache besetzt seinen Bauch mit Edelsteinen, um ihn zu schützen? Auf den ersten Blick mag dies durchaus so wirken. Ein Drache hinterlässt seinem Bezwinger seinen Hort? Selbstverständlich! Denn wurde der Drache besiegt, was ja zumeist durch einen Streich gegen seinen Bauch vollzogen wurde, so quellen dem kühnen Recken plötzlich die über die Jahrhunderte gesammelten Edelsteine entgegen. Die These des Edelstein-Gespickten Bauches drängt sich nun förmlich auf und auch der bis zum Tode bewachte Hort erscheint uns plötzlich logisch verständlich zu werden.

Wie aber erklären wir folgende Ungereimtheit, die sich aus diesem Zusammenhang ergibt? Trotz eines relativ langen Lebens erscheint es unwahrscheinlich wenn nicht gar unmöglich solch unglaubliche Massen an Gold anzusammeln, wie sie manchen Drachen zugesprochen werden. Den Versuch zur Lösung bei reichen anwohnenden Menschen anzusetzen führt uns in eine Sackgasse, denn diese mögen vielleicht Ihre "Opfergaben" reichhaltig schmücken, doch geschieht auch dies nur einmal alle paar Monate oder gar Jahre und auch Drachen werden nicht jünger. Der Ansatz am Zahn der Zeit führt dabei schon ein klein wenig weiter, denn der Drache hat ein sehr langes leben während dessen er eine Menge Gold ansammeln kann. Hierbei stört jedoch die Tatsache, dass Drachen dazu geschaffen wurden, um zu fliegen. Mit einer größeren Menge an Edelsteinen im Bauch ist dies jedoch nur bedingt bis gar nicht mehr möglich. Mit der Zeit würde der Drache also immer verwundbarer werden.

Verwundbarer also! Eventuell auch verwundbarer gegenüber den Versuchen eines jungen Drachen ihm sein Revier und seine sichere Schutzhöhle streitig zu machen? Wäre es nicht also gut möglich gewesen, dass unser alter Drache, schwer durch die Last der vielen Edelsteine und behäbig durch sein langes Leben durch einen jüngeren, kräftigeren Drachen ersetzt wurde, nachdem dieser den alten Drachen tötete und somit dessen Hort erbte? War es vielleicht sogar möglich, dass im Laufe der Jahrhunderte viele Drachen auf eben diese Art und Weise ersetzt wurden und sich deswegen immer mehr Gold und Edelsteine ansammelten, die ein einzelner Drache niemals hätte anhäufen können?

Für welche These man sich auch letztendlich entscheidet, der Hort eines Drachen ist und bleibt eine Ansammlung der wertvollsten Preziosen, die für viele Möchtegern Helden einen Anreiz auf ein Abenteuer bildeten.

  1. [1]s. Sind Drachen gierig
  2. [2]s. Der Bauch des Drachen
  3. [3]s. Flammenatem

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Sind Drachen gierig?

Eigentlich durch einen Übersetzungsfehler entstanden wurde diese Frage an mich weitergeleitet. Ich verwendete eine Zeit lang als Signatur den Spruch "May the dragons be greedy"(Mögen die Drachen gierig sein) anstelle des erwünschten "May the dragons be gracious" (Mögen die Drachen gnädig sein). "Drachen sind gierig?", war die Frage. Aber wonach? Nach Macht? Reichtum? Wissen? Gehen wir das Thema von der phantastischen Seite an.

Wir alle wissen um der unglaublichen Lebensspanne eines Drachen. Im Alter von 300-400 Jahren noch von einem Jüngling zu sprechen und im Alter von über tausend Jahren in den besten Jahren zu sein erscheint uns Menschen schon eine ewige Zeitspanne zu sein. Aber nun sollte man das ganze einmal aus der Sichtweise eines Drachen betrachten. Man hat fast alles erlebt, gesehen und kennen gelernt; man hat Geschichte nicht nur erlebt, man IST die Geschichte. Natürlich kann man auch nicht immer Abenteuer bestreiten oder einige kleine Menschlein verängstigen. So kommt es, das man teilweise Jahrzehnte in seinem Hort verbringt und sich langweilt! Ja, richtig, es ist eine draconische Langeweile. Und so sucht man sich Hobbys mit denen man sich ablenken kann, am einfachsten wäre es natürlich etwas zu sammeln. Etwas, mit dem man gemeinsam die Zeit übersteht, auf das man blicken kann, um darin bestimmte Geschehnisse eines sehr langen Lebens spirituell einzufangen. Was würde sich also besser eignen als edle Kristalle, Rubine, Saphire und Diamanten, die Zeugen der Zeit. Sie sind nicht nur schön sondern gelten auch als Prestigeobjekte, fast jedes mit seiner eigenen Geschichte verbunden, die ein Drache nur viel zu gerne zum Besten geben würde. Also wächst mit dem Alter eines Drachen auch zwangsläufig sein Schatz, den er hütet wie sein eigenes Karfunkel (Man meint dies sei die Seele des Drachen in kristalliner Form in seinem Schädel eingeschlossen). Manchmal sind Drachen deswegen für Monate allein mit Ihren Lieblingen. Sie lieben sie, wollen mehr, immer mehr, sie horten, besitzen…dieser Wert, diese Historie und sie alle gehören ihm…Ja, Drachen sind habgierig was ihre Lieblinge betrifft, ganz ohne Zweifel. Natürlich sind diese Preziosen nicht nur schön anzuschauen sondern haben auch einen praktischen Nutzen für den Drachen. Die einzige Schwachstelle eines Drachen ist sein ungeschützter Bauch, auf dem sich, auf Grund seiner kriechenden Fortbewegungsart unter der Erde kein solch fester Schuppenpanzer bilden konnte wie zum Beispiel am harten Schädel. Diese "Achillesferse" schützt der Drache, indem er ihn mit Edelsteinen bestückt, die ja, wie wir wissen, erstaunlich hart sind. Je mehr Edelsteine, desto sicherer also seine verwundbare Stelle, ein weiterer Grund möglichst viele von Ihnen zu besitzen.

Neugierig…sind Drachen neugierig?…Ja und nein würde ich meinen. Junge Drachen wollen alles erfahren, sie stürzen sich in jedes Abenteuer, fliegen waghalsige Manöver, messen sich in Zweikämpfen, lösen Rätsel, kurz, sie können nicht genug neues bekommen, womit Sie ihren Wissensdurst stillen könnten. Eine Gier nach Neuem stellt sich ein…Neugier also. Aber auch dies währt nicht lang, denn über kurz oder lang gibt es kaum noch Abenteuer, die der Drache bestehen könnte, er hat vieles gesehen, fast alles gehört, der junge Spunt wird zu einem weisen Drachen, der lieber seinen geliebten Hort bewacht und vorsichtig bis scheu ist, abgeneigt bezüglich jeglicher Neurungen die sich einstellen könnten. Schließlich war ja "früher immer alles besser". Ob sie Recht haben sei dahin gestellt, denn sie müssen es wissen, denn sie sind Teil der Geschichte…oder sind sie doch nur vertatterte alte Echsen die Ihrer eigenen Jugend nachjagen? Gierig also nach Wissen? Ja, dem kann ich zustimmen, denn schließlich ist es bekannt, das sich Drachen mit Vorliebe in Rätselduellen messen in denen die alten den jungen Drachen imponieren können. Und Wissen ist ja bekanntlich Macht. Aber kann man deswegen von Machtgier sprechen? Ich persönlich denke nicht, denn was hätten sie davon? Sie besitzen doch schon alles! Was könnte dem noch hinzukommen? Sie herrschen über Ihr Gebiet, die Menschen fürchten sie, sie sind weise und wünschen sich nichts als Ruhe. Keine weiteren Abenteuer, denn das Streben nach größerer Macht ist zwangsläufig immer ein Wagnis, ein Abenteuer, welches sie lieber den jungen überlassen, die Ihren Platz auf der Welt noch finden müssen. Hierbei gehe ich natürlich von "normalen" Drachen aus. Sicher gibt es immer wieder Drachen die sich von Besitz und Reichtümern ködern lassen, gierig nach Macht werden und aus dem typischen Bild herausfallen. Aber dies ist hoffentlich eher die Seltenheit.

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Der Name des Drachen

Immer wieder hören wir ein und dieselbe Geschichten über Drachen aus mehreren Quellen und wundern uns, warum die Namen der Drachen nicht nur divergieren, sondern teilweise komplett andere Namen verwendet werden. Ist dies einfach nur Teil der fehlerhaften mündlichen Überlieferung oder hat dies einen tieferen Sinn?

Sicher ist die Überlieferung dieser uns bekannten Legenden mehr als bruchstückhaft und nach dem "Stille-Post-Prinzip" wurden auch die Namen der in ihnen enthaltenen Protagonisten und Drachennamen überliefert und verändert. Jedoch selbst wenn es uns möglich wäre einen Augenzeugen einer Legenden befragen zu können, so würde auch dieser uns nicht den wahren Namen eines Drachen nennen können. Denn so vielgestaltig ein Drache sein kann, so vielgestaltig sind auch die Namen unter denen er bekannt ist. Ähnlich den menschlichen Spitznamen besitzen Drachen Namen, wie Schuppen am Körper; nicht ganz unverständlich wenn man sich die schier unendliche Lebensspanne vorstellt über die hinweg ein Drache auf Erden wandelt, deren Wandlung erlebt oder Formung selbst in die Hand nimmt.

Der wahre Name eines Drachen allerdings wird wohl immer eines der am besten gehüteten Geheimnisse dieser Wesen bleiben. Er ist eines der wichtigsten Attribute eines Drachen, unterstreicht und ergänzt seine Persönlichkeit und ist ein Spiegel seiner Seele. Jedoch ist auch dieser Name nicht ganz so eindeutig wie er zunächst erscheinen mag. Denn nachdem ein Drache seinen wahren Namen vom Drachenvater selbst erhalten hat, bleibt dieser nicht unverändert bis zu seinem Tode, sondern ändert sich mit den verschiedensten Erlebnissen des Drachen im Laufe seines Lebens stetig. Er stellt somit eine Art Synthese dar aus der Persönlichkeit des Drachen, seiner Geschichte, seinem Trachten und Streben, seiner Kenntnisse und dem Grad seiner magischen Fähigkeit. Eine Notwendigkeit wie wir schnell erkennen werden, denn Drachen haben sich das uralte Wissen rund um all die geheimen Kräfte, die an Namen gebunden sind angeeignet. Ihre Namen sind eng mit Ihrer natürlichen Magie verknüpft und sind somit, genau wie die Fäden der Magie, ständigen Veränderungen unterworfen.

Ein einem anderen Wesen bekannter "wahrer Name" hätte somit fatale Folgen für den Drachen, bedeutet es doch die vollständige Kontrolle über ihn und seine Magie, oder aber zumindest eine wirksame Abschreckung.

Aber woher wissen wir nun, dass es einen wahren Drachennamen trotzdem geben muss, wenn dieser angeblich ein so gut gehütetes Geheimnis sein soll? Nun, einige Mythen und Legenden berichten uns von Drachen, die mit besonderen, auserwählten Menschen ein so enges, freundschaftliches Bündnis eingingen und fortwährend pflegten, so dass sich beide bis in den Tod hinein vertrauten. In solch überaus seltenen Fällen soll es vorgekommen sein, dass Drachen Ihren wahren Namen an Ihre Verbündeten weitergaben, eine der höchsten Anerkennungen die ein Mensch wohl je von einem Drachen zu erwarten hat, doch auch eine unendliche Bürde.

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Die Sprache der Drachen

"Können Drachen sprechen?- " "Ja, natürlich können Drachen sprechen.-

Egal wen man fragt, die Antwort bleibt immer gleich.

Gut, darüber sind wir uns also schnell einig geworden. Es gibt einen Weg der Kommunikation, wir verstehen sie und sie verstehen uns. Welche Sprache sprechen Drachen jedoch? Wenn wir sie verstehen, dann wohl unsere Muttersprache? Oder Ihre ureigene Sprache? Oder sprechen sie wohl am Ende gar nicht physisch sondern nur auf einer hohen psychischen Ebene, ähnlich der Telepathie? Auch hier scheiden sich letztendlich die Geister an zwei bestehenden Theorien.

Drachen sagen was sie denken…[1]

Wir beginnen mit der allgemein vorherrschenden Meinung, dass Drachen nicht nur mit uns Menschen sprechen, sondern auch in vielen anderen Sprachen und mit vielen Wesen kommunizieren können (zum Beispiel mit Tieren). Dabei erweisen sie sich jedoch dem Menschen gegenüber besonders wortgewandt und scharfsinnig. Dem gemeinen Drachen scheint demzufolge die Fähigkeit zu sprechen angeboren zu sein, wobei seine natürliche Sprache nach Expertenmeinung das Latein ist. Doch auch andere Sprachen- und seien sie noch so fremdartig- sind für den Drachen kein unüberwindbares Problem. Durch seine überdurchschnittliche Intelligenz lernt er die Dialekte seines unmittelbaren Lebensraumes und sogar ihm völlig fremde Sprachen innerhalb kürzester Zeit. Dies ist letztendlich ein Vorgang von größter Notwendigkeit für den Drachen, da sein Überleben in dieser ihm sehr feindlich gesinnten Umgebung momentan von seiner Anpassungsfähigkeit bestimmt ist.

Der gemeine Drachen besitzt eine angenehme, sogar bisweilen als lieblich bezeichnete Bariton-Stimme, deren Zauber sich niemand entziehen kann, der Ihr unvorbereitet begegnet. Kein Wunder also, dass Drachen im Mittelalter häufig in Form von fahrenden Barden angetroffen werden konnten, galten sie doch als Virtuositäten auf den Saiteninstrumenten mit phantastischem Taktgefühl auf der einen Seite und Gespür für Poesie und Wortwahl auf der anderen Seite. Es gelang ihnen hierbei regelmäßig bei Ihrem Publikum wahre Gefühls- und Begeisterungsstürme zu wecken. Früher mochte es erscheinen, als würden Drachen wissen was Ihre Zuhörer fühlen wollten und dementsprechend reagieren. Heutzutage jedoch hat sich eine völlig andere Meinung dieser Vorgänge geprägt. So vermögen es Drachen nach allgemeiner Meinung durch Ihre Poesie, Wortwahl und Intonation ihre Gefühle dem Zuhörer so deutlich zu vermitteln, dass diese sie zuweilen als Ihre eigenen interpretieren. Wurden eben jene Drachenkünstler, aus welchem Grunde auch immer, jedoch demaskiert und Ihre wahre Natur entdeckt, so wurde ihnen diese Stimme oft schnell zum Verhängnis. Es hieß, sie würden mit der honigsüßen Stimme der Sünde sprechen und die Menschen in Versuchung führen. Heute wissen wir, dass dem meistens nicht so ist, doch wer kann es den Menschen damals verübeln vor Angst starr zu werden wenn Ihnen ein Wesen gegenüber steht, das seit Menschengedenken als das personifizierte Böse gilt? Und so sollte man sich auch heute zumindest noch vorsehen wenn man in den Bann dieser wunderschönen sonoren Stimmen zu geraten scheint, denn man vergisst nur allzu leicht, dass man es mit einem Drachen zu tun hat.

Drachen denken was sie sagen…

Um die zweite Theorie, die im starken Kontrast zur ersten steht, näher bringen zu können, müssen wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Aus der Biologie ist uns bekannt, dass sich jedes Lebewesen im Laufe der Evolution an seinen Lebensraum perfekt angepasst hat. Sei dies im Falle der Fische deren Fähigkeit durch Kiemen zu atmen, im Falle der Vögel die Fähigkeit zu fliegen und im Falle des Menschen die überdurchschnittliche Intelligenz. Uns ist bis heute kein Wesen bekannt, welches sich auf mehr als eine dieser oder anderer Haupteigenschaften spezialisieren konnte ohne Einbußen zu ertragen. Fische haben Kiemen und können selbstverständlich nicht fliegen, Vögel können fliegen, jedoch nicht durch Kiemen atmen, wenn wir bei eben diesem Beispiel bleiben wollen. Betrachten wir nun jedoch Drachen in Mythen und Märchen, so fällt uns auf, dass diese sich nicht nur in einer Richtung spezialisiert haben. Sie können fliegen, sprechen, speien Feuer, sind magisch versiert, haben übernatürliche Sinne, usw. Diese Liste ließe sich beinahe beliebig erweitern. Aber ist dies dann auch korrekt? Selbst wenn wir den Drachen als uralte und einzigartige Rasse zwei dieser evolutionären Hauptspezialisierungen zusprechen würden, scheint es nicht noch immer unwahrscheinlich ein solch übernatürliches Wesen zu akzeptieren? Nüchtern betrachtet müssen wir uns eingestehen, dass folglich auch ein Drache unseren Naturgesetzen unterworfen sein muss. Betrachten wir die Tatsache, dass für die Fähigkeit zu sprechen ein beachtliches Maß an Intelligenz vorhanden sein muss, Sprache also Intelligenz erfordert und sie gleichermaßen erzeugt. Natürlich sind wir Menschen nicht die einzige Spezies die eine solche Intelligenz entwickelt hat. Aber genau diese Art von Intelligenz kann man den Drachen in solch hohem Maße, im Zuge der zuvor Besprochenen Spezialisierungen, einfach nicht mehr zusprechen. Erst recht unglaubwürdig wird diese Fähigkeit bei der Betrachtung der Fülle an Dialekten und Sprachen, die sogar schon vor tausenden von Jahren existiert haben müssen. In vielen Legenden ist es dies bestätigend eine gut dokumentierte Tatsache, dass schreckliche, in höchsten Maßen als intelligent eingestufte Drachen von einfachen Bauern mehr als einmal überlistet wurden. Hieraus kann man nur leicht zu einem Folgeschluss kommen. Auch der Mensch hat sich im Laufe seiner Evolution weiterentwickelt und seine Intelligenz ist um ein beachtliches Maß höher als sie es vor Jahrtausenden war. Wir leben nicht mehr in Höhlen, um nur ein kleines Beispiel zu nennen. Aber genau wie die Namen der Drachen, unser Wissen über deren Form, deren Können und Bedeutung einer Drachensichtung, so mag auch Ihr Wissen und Ihre Intelligenz eine aus früheren Jahrtausenden überlieferte Tatsache sein. Für einen Höhlenmenschen mag ein Drache ein überaus intelligentes Wesen sein, aber dem heutigen Menschen mag diese Intelligenz allenfalls ein müdes Lächeln entreißen.

Letztendlich sind wir bei der Betrachtung unserer Vorbedingungen an ein mehr oder minder akzeptables wenn nicht gar erstaunliches Ende gelangt. Um zu erklären, wie Drachen es trotz der offensichtlichen geistigen Defizite dennoch bewältigen mit uns zu "kommunizieren-, bedarf es einiger Überlegungen und Zitierung bekannter Quellen.

Aus der bekannten Nibelungensage, in der Siegfried Fafnir erschlug, bewachte Fafnir in Form eines Drachen den so genannten Nibelungenschatz, den er an sich nahm, nachdem er seinen Vater ermordete und sich dessen Helm der Furcht aneignete.

Die Legende der gorgonischen Medusa beschreibt ein Wesen mit Schlangenhaar, dessen Blick jeden in Stein verwandelte, der ihm begegnete.

Die Legende der Sphinx berichtet von einem Ding halb Mensch, halb Adler und Löwe, die im alten Ägypten Menschen auflauerte, um diese, bei falscher Antwort auf ihre Frage, die Felsen hinunterzustürzen.

Auch viele Griechische Legenden erzählen von Drachen, so zum Beispiel Die Geschichten um Jason Medea und Cadmus.

Alle diese und noch viele andere Legenden machen eines deutlich. Drachen sprechen zumeist in Rätseln, ihr Anblick lässt Menschen vor Furcht erstarren und sie scheinen ebensoviel von Ihren Opfern zu wissen wie diese von sich selbst!

Ich denke, dass die gesamte Fähigkeit des Drachen zu sprechen auf einer anderen Fähigkeit beruht, nämlich seinen hypnotischen Fähigkeiten. Aber warum sollte ein Drache solche Fähigkeiten entwickeln? Und spricht dies nicht gerade gegen die Theorie der Spezialisierung? Ich denke nein, da diese Fähigkeit auf des Drachens Hauptspezialisierung, der Flugfähigkeit aufbaut. Drachen sind groß und dadurch am Boden relativ unbeweglich und verwundbar. Um sich aber dennoch verteidigen und jagen zu können benötigte er eine Methode um seine körperlichen Defizite auszugleichen. Jagen ohne zu verfolgen und verteidigen ohne zu kämpfen, das war sein Ziel und seine Devise. Die natürlichen Vorzüge des Drachen waren ihm dabei nur hilfreich. Die Gestalt des Drachen war seit jeher schrecklich anzusehen. Mittels der Verfeinerung der Evolution war es dem Drachen erstmals möglich dies auch als Waffe einzusetzen. Sein Furcht erregender Anblick ließ jede Kreatur die mit seinem Anblick konfrontiert wurde in Panik erstarren, in eine Art Trance fallen. Der Schritt zu einer Möglichkeit der Hypnose ist somit nicht mehr undenkbar fern.

Diese Art der Hypnose ist im Tierreich nicht einmal selten anzutreffen. Schlangen, Tiger und sogar Haie praktizieren eine ähnliche Form der Paralyse an ihrer Beute. Auch wir Menschen können uns selbst in diesen Zustand versetzen, wobei ich nicht die Meditation im eigentlichen Sinne, sondern eher den Augenblick der Bewegungsunfähigkeit in gefährlichen Situationen meine. Wer schon jemals einer Schlange gegenüber stand, die sich kampfbereit aufstellt, der kann dieses Gefühl eventuell nachempfinden. Der menschliche Geist beginnt zu rasen, unsere uralten Instinkte sagen uns, dass jede Bewegung unsere letzte sein könnte. Das Herz beginnt wie wild zu schlagen und in unserem Inneren hören wir Stimmen oder sehen Bilder die uns unser Geist vorgaukelt. Unser Geist sucht die Antwort auf eine Frage die ihm wort- und formlos gestellt wurde. Eine Frage, die aus dem Chaos der Situation in ihm aufsteigt. Eine Drachenfrage! Was tue ich? Ist das das Ende? Nein, das ist es nicht! Denn die Maske des Terrors die ein Drache trägt, soll nur von seiner eigenen Schwäche ablenken. Ein Drache hat nicht nur eine verwundbare Stelle wie allgemein angenommen wird. Nicht diese gilt es zu finden, sondern nur seine unverwundbare Stelle zu vermeiden. Doch selbst wer dies stets im Hinterkopf behält kann und darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Schon zu viele sind der Kraft der Augen des Drachen anheim gefallen, denn auch hier sagt ein Blick mehr als tausend Worte.

  1. [1]Diese These stammt aus dem weltweit bekannten und berühmten "Buch der Drachen- von Ciruelo Cabral und Montse Sant, welche ich mit freundlicher Genehmigung von Ciruelo Cabral verwende.

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Drachenhöhlenmalerei

Sehr häufig wird von Skeptikern behauptet, dass Drachen zu keiner Zeit existiert haben können und besonders häufig werden in diesem Zuge die Höhlenmalereien der frühen Menschen angesprochen. „Wenn schon damals Drachen existiert haben sollen“, so wird gewettert, „warum lassen sich dann heute keine Höhlenmalereien von Drachen finden?“

Dies ergibt sich aus dem Verwendungszweck der genannten Malereien. Unsere Vorfahren waren hauptsächlich Jäger und Sammler, dies steht außer Frage. Die Malereien beinhalteten jedoch eher weniger den künstlerischen als den rituellen Aspekt. Die Jäger der Steinzeit zeichneten Szenen der Jagd an Ihre Wände, um sich auf eine bevorstehende Jagd vorzubereiten und Jagdglück heraufzubeschwören. Die gemalten Tiere waren dabei das Ziel der Jäger! Nun, nach allem was wir über Drachen wissen, müssen diese auch schon während der Steinzeit ziemlich schreckliche Wesen gewesen sein. War es das Fleisch eines Drachen wert ihn „heraufzubeschwören“? Wohl kaum, denn wie wir annehmen, war der Drachen ein sehr leichtes Wesen, welches Muskeln und Fett im Zuge der Gewichtsreduzierung in Ihrer Masse minimiert hatte. Ein sehr gefährliches, fast unmöglich zu erlegendes und schon gar nicht ergiebiges Ziel. Wozu sollte es also heraufbeschworen werden? Für unsere Vorfahren gab es demnach wahrlich bessere Alternativen und für uns keine Höhlenmalereien.

„Als ich älter wurde fand ich heraus, dass es überall auf der Welt Menschen wie mich gab. Vielleicht können wir, wenn wir es uns nur richtig wünschen, es uns vorstellen und unserer Phantasie freien Lauf lassen, in jene unschuldige Zeit zurückkehren. Eine Zeit in der die Tage lange dauerten und in sonnigem Gelb endeten, in der Kreaturen geheime Kriege in den Wäldern führten, eine Hexe Ihre Höllenhunde auf das Land losließ und lila Flaschen geheimnisvolle Tränke enthielten.“[1]

  1. [1]Larry Elmore, 2002

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Waffen gegen Drachen

Siegfried, der heilige Georg, Beowulf, sie alle haben eines gemeinsam. Sie haben einen Drachen erschlagen, sich als Helden feiern lassen oder an dessen Fähigkeiten bereichert (Blut, Rüstungen, Karfunkel usw.).

Das es schwer ist, einen Drachen zu erschlagen, davon brauchen wir hier gar nicht sprechen, die besten Techniken haben wir schon erörtert. Aber was ist denn nun die beste Waffe gegen einen Drachen, sollte es tatsächlich zu solch einer Konfrontation kommen und man um sein Leben kämpfen muss? Hier deshalb einmal der Vergleich einiger gebräuchlicher Waffen, die, glaubt man den Legenden, schon erfolgreich gegen Drachen angewandt wurden. Diese Liste legt keinen Wert auf Vollständigkeit, sie soll nur einen groben überblick geben worauf zu achten ist.

Das Schwert

"Es durchdringt das heilige Schwert selbst die dicksten Drachenschuppen auf das der elende Wurm das Ende seines unheiligen Daseins besiegelt findet."

Völliger Schwachsinn. Des Drachen Schuppen sind so hart und eng anliegend, das wohl kein Schwert sie jemals durchtrennen könnte. Habt Ihr jemals versucht mit einem Taschenmesser eine Tür einzureißen? Nun, das wäre wohl im entferntesten Sinne das gleiche. Gut, ok, wenn man einen 8m großen Titanen mit einem 3m langen Schwert- lassen wir das, Ihr seht worauf ich hinaus will.

Die Lanze

"Die Lanze eines edlen Recken, im vollen Galopp gerichtet auf eines Drachen Herz durchdringt den Schutz und trifft das Mark , auf das das Untier fällt und besiegt daliegt."

Die Lanze ist eine der wenigen Waffen vor denen sich ein Drache wirklich vorsehen muss, denn so stark ein Drache und seine Schuppen auch sein mögen, gegen das Gewicht eines Pferdes und seines Reiters, die in vollem Galopp ein Gewicht von mehreren Tonnen auf einen nur wenige Quadratzentimeter große Fläche pressen, kommt er nicht an. Wie schrieb schon Gordon R. Dickson in seinem 1. Buch des Drachenritter Zyklus. "Er hatte die Kraft der Lanze unterschätzt, die Ihm beinahe das Leben gekostet hätte."

Holzwaffen

"Holzwaffen, eines redlichen Arbeiters letzter Schutz gegen das nahende Ungetüm." Nun, so lächerlich es klingen mag, aber Holz ist eine durchaus vortreffliche Waffe. Nicht auf Grund der Härte und der Schärfe, aber Holz kann sehr spitz sein und geführt gegen eines Drachen Bauch, der wie wir ja wissen nicht sehr gut geschützt ist auf Grund der Lebensbedingungen des Drachen, eine todbringende Waffe.

Pfeil und Bogen

"Die Sinne geschärft, die Sehne gespannt! Der Pfeil wird es durchbohren, des üblen Drachen Herz! Doch, oh weh, wie weiten sich des Schützen Augen? Wie Spielzeug an einer Wand so prallen sie ab, die einst schnellen Geschosse, nicht einen Kratzer zu hinterlassen war Ihnen vergönnt. Da heißt es sich nun Sputen, armer Tor, überlasse die Schlacht den wahren Helden."

In keinem Geschichtsbuch oder Film wird, wenn von glorreichen Kämpfen gesprochen wird, davon ausgegangen, dass die Schlacht nicht von Nahkämpfern geschlagen wird. Bogenschützen, so groß Ihre Rolle auch gewesen sein mag, haben eine untergeordnete Rolle, denn kein Feldherr zu Fuss mochte sich eingestehen, dass sein Gegner von Pfeilen dahingerafft wurde, anstelle durch des "Heiligen"Schwertes Klinge.

Recht ähnliches trifft auch auf die Legenden über Drachen zu. Welch traurige Gestalt würde ein Held in der Geschichte eines Troubadour abgeben, würde er sich erdreisten den Antagonisten in Form des Drachen durch ein paar "lächerliche" Pfeile dahinzuraffen. Nein, das ist in höchstem Maße indiskutabel. Ein Drache ist das personifizierte Böse, man kann es nicht auf einfachem Wege bezwingen. Satanas, der Widersacher, der Drache, das böse Selbst muss heroisch bekämpft werden. Ein einzelner Recke muss es schaffen mit reiner Seele dem Bösen zu begegnen und es zu besiegen! Es ist hierbei nicht nur ein Kampf um einen großen materiellen Lohn für Volk und Held, sondern auch ein Kampf gegen sich selbst. Mit einer heiligen Waffe tritt der Heroe gegen die Sünde selbst an, denn nichts anderes verkörpert der Drache, und versucht dieses zu vertreiben.

Das ist der Stoff aus dem Geschichten gemacht werden.

Das diese Begegnungen jedoch zumeist anders ausgehen als erwünscht verschweigt der Volksmund und Troubadour nur allzu gern. Nicht selten kommt es vor das beide Kontrahenten Ihren Verletzungen erliegen

Sehr poetisch also schätzen wir die Tatsache ein, dass ein Drache ausschließlich durch ein Schwert getötet wird. Fragt Euch selbst. Jemand, der ohne auch nur einen Kratzer zu nehmen aus der Schlacht mit einem Drachen hervortritt ist entweder göttlicher Abstammung oder ein gerissener Lügner und Bogenschütze!

Die beste Waffe?

Womit wir auch bei der besten Waffe gegen Drachen angelangt wären. Lange spitze Gegenstände die von unten in seinen ungeschützten Drachenleib gestoßen werden. Der Bauch ist ungeschützt, die Hohlkammern liegen so dicht vor dir, also stich zu wenn Du etwas Spitzes hast. Egal welches Material Du in den Händen hältst. Metall korrodiert, Holz wird bersten, Edelsteine…(wer hat es notwendig auf Drachenjagd zu gehen wenn er ein Schwert aus Edelstein besitzt?) Egal was man in den Händen hält, der Bauch sollte das erste Ziel sein, nur dort hat man überhaupt eine Chance.

Stumpfe Hiebwaffen, Dreschflegel oder Schnittwaffen kann man also getrost zu Hause lassen. Doch selbst wenn man gar keine Waffe in den Händen trägt so ist man doch nicht gänzlich unbewaffnet, denn auch der menschliche Geist ist scharf.

Wie wir wissen lieben Drachen Rätsel und Gute Geschichten. Richte also Deine tödlichste Waffe, deinen Verstand gegen Ihn und wecke sein Interesse. Überwältige ihn mit Deinem Wissen, denn sag selbst; wäre es nicht besser einen Drachen zum Freund denn zum Feind zu haben?

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Drachenaugen

Abhängig von Autor oder Künstler besitzen Drachen teilweise sich stark voneinander unterscheidende Augenformen. Die künstlerische Darstellung scheint sich oftmals nicht mit wissenschaftlichen Beobachtungen anfreunden zu können, weshalb eine Beobachtung dieses Phänomens mir nicht nur notwendig erschien, sondern auch großen Spass machte. Um hier nun einmal die größten Gruppen vorzustellen wählte ich die folgenden bekannten Augenformen aus und möchte diese auf Ihre Plausibilität hin überprüfen.

  • Augenform der Säugetiere, wahlweise mit runder oder reptilienhafter Pupille
  • Insektoide Augenform, auch Facettenaugen genannt
  • Kristalline Augen, die aus Edelsteinen zu bestehen scheinen

Augenform der Säugetiere

Diese Augenform kommt in zwei Hauptformen daher. Mit einer runden Pupille oder mit einem vertikalen Schlitz. Dieses Merkmal ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Funktionsweise, die der einer Kameralinse ähnelt. Das Licht tritt durch die Hornhaut in das Auge ein, und wird beim durchlaufen der Linse, einem Glaskörper, auf die Retina fokussiert, wo das Licht in elektrische Impulse übersetzt wird, die dann vom Gehirn interpretiert werden. Die Iris, die vor der Linse liegt und aus kleinen Muskeln besteht, ist ein Mechanismus des Auges, um die Sonneneinstrahlung feinstufig anzupassen und ermöglicht es sogar bei extremen Lichtverhältnissen relativ gut zu sehen. Aber auch für nachtaktive Tiere gibt es einen Mechanismus, der diese Augenform plausibel macht. Das Tapetum ist eine reflektierende Schicht, die direkt unter der Netzhaut liegt und das einfallende Licht erneut auf diese zurückwirft und somit auch bei widrigen Lichtverhältnissen eine gute Sicht ermöglicht.

Nachteil dieser Augenform ist allerdings der geringe Fokussierungsbereich, da sich die Linse nur auf einen 0,02° breiten Bereich scharf stellen lässt.

Einer besonders Interessanten Eigenschaft der Drachenaugen kann man dabei auf die Spur kommen, wenn man annimmt, dass Drachen nicht nur das gewöhnliche Farbspektrum wahrnehmen können, wie wir Menschen es tun, sondern auch noch Licht, welches im Infrarot oder Ultravioletten Bereich auf die Retina auftrifft.

Facettenaugen

Im Gegensatz zu den Linsenaugen formen Facettenaugen das Gesamtbild aus vielen kleinen einzelnen Einheiten, die alle zusammen zwar einen sehr weiten Sichtbereich ergeben, aber nur ein sehr grobes Bild und eine sehr geringe Sichttiefe von wenigen Millimetern ermöglichen, ein Umstand, der für größere Organismen als Insekten nicht mehr praktikabel ist. Um nicht Gefahr zu laufen einen Drachen extrem kurzsichtig zu machen, belassen wir es bei dieser Betrachtung und nehmen an, dass diese Augenform wohl bei keinem Drachen realistisch wäre.

Kristalline Augen

Wie wäre es einem Drachen mit Augen aus Kristallen möglich etwas zu sehen? Ganz ohne Linse? Die einfachste Erklärung wäre, dass diese Augenform gar nicht existiert. Wie aber liesse sich dann die Augenform der Perneser Drachen erklären? Die einzige Möglichkeit wäre den Drachen aus Anne McCaffreys Romanwelt eine Augenform zuzugestehen, die gar keine Netzhaut besitzt, auf die das Licht fokussiert werden muss, sondern, dass die Photorezeptoren gleichmäßig über den gesamten Glaskörper verteilt sind. Das würde bedeuten, dass Photorezeptoren, die weiter außen liegen auf Objekte fokussieren, die weiter entfernt sind und solche die weiter im Inneren liegen auf näher liegende Objekte fokussiert sind. In diesem Fall wäre es dem Drachen möglich gleichzeitig Objekte in mehreren Entfernungen scharf zu sehen und eine verbesserte Tiefensicht schon mit einem Auge zu erreichen, wofür Säugetiere den Schnittbereich beider Augen benötigen. Doch auch bei dieser Augenform besteht kein Licht ohne Schatten! Der Nachteil bestünde in einer realtiv geringen Qualität der empfangenen Bilder, da die Dichte der Rezeptoren in jeder Tiefenschicht des Auges insgesamt nicht sehr hoch sein darf, wenn darunter liegende Schichten noch Reize aufnehmen sollen. Hieße das also, dass die Drachen zwar scharf, aber nicht sehr detailgenau sehen können? Vielleicht! Dem muss nicht so sein. Zwar können sie die Anzahl der Photorezeptoren nicht in einem Punkt gebündelt haben, wie dies beispielsweise bei Eulen der Fall ist, aber sie besitzen einen im Gegensatz zum Menschen größeren Sichtradius von über 180° (wenn die Augen leicht seitlich am Kopf liegen). Der sich hierdurch ergebende Schnittwinkel von ca. 100° verbessert die Qualität des empfangenen Bildes daher deutlich.

Abschließend bliebe nur noch zu klären, was es mit den leuchtenden Drachenaugen aus sich hat, die insbesondere den pernesischen Drachen zugesprochen werden. Ich möchte behaupten, dass dies pure künstlerische Freiheit ist und keine Drachen oder Lebewesen mit leuchtenden Augen existieren können, da das Auge, in welcher Form auch immer, darauf ausgelegt ist Licht aufzunehmen und nicht abzugeben. Man würde sich selbst blenden, vergleichbar mit dem Blick durch eine Glasscheibe aus einer beleuchteten Umgebung in eine dunkle Umgebung.

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Karfunkelsteine/Dracontias

Als Karfunkel bezeichnet man gemeinhin einen magischen oder besonders wertvollen Stein, der dem Drachen heilig ist und welchem er eine Großzahl seiner Fähigkeiten zu verdanken haben soll. Dieser Dracontias ist ein Stein von unterschiedlicher Größe, die zwischen der einer Kirsche und einer großen Faust, je nach Drachenart, variieren kann. Die Form eines solchen Steins wird, je nach betrachteter Quelle, manchmal pyramidenförmig, mal eiförmig, oder auch kristallin bezeichnet und variiert in der Farbgebung zwischen schwarzen, milchig durchsichtigen und bräunlichen Tönen

Es gibt zwei Theorien über den Ursprung der Drachensteine

  1. Die erste, aus der Fantasy und den Rollenspielen entstandene Theorie besagt, der Karfunkelstein sei ein kristallines Gebilde, welches sich im Kopfe eines jeden Drachen befindet und Quell seines Wesens sei, also seiner ganzen Macht, Weisheit und Magie. Gelänge es, an das Karfunkel eines Drachen zu gelangen, so stünde dessen Macht und Weisheit noch über seinen Tod hinaus für begrenzte Zeit zur Verfügung.
  2. Die zweite Theorie betrachtet den Dracontias, den Drachenstein, als einen ideel wertvollen Edelstein oder Mineral, welches dem Drachen als Fokus für sein Wissen und Erinnerungen dient. Diese Steine erinnern den Drachen an spezielle Ereignisse seines langen Lebens und stellen somit eine Verbindung zu seiner Vergangenheit dar.

In beiden Fällen werden dem Dracontias noch weitere Fähigkeiten zugesprochen, die hauptsächlich heilender Natur sind. So soll die Kraft, die einem Dracontias inne wohnt, nicht nur Wunden, sondern auch Vergiftungen kurieren können und das Leben seines Besitzers verlängern. Die makabere Einschränkung dieser Fähigkeiten besteht jedoch in der Extraktion des Steins. Der Stein muss einem noch lebenden Drachen entrissen werden, da seine Fähigkeiten sonst unwiderbringlich entweichen würden.

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Das Drachenei

Dracheneier unterscheiden sich in Form und Funktion nicht sonderlich von Eiern anderer Spezies. Sie weisen, je nach Art des schlüpfenden Drachens, eine Größe vergleichbar mit der eines Hühnereis auf, können jedoch die Größe einer Wassermelone erreichen. Die Oberfläche derweil ist unterschiedlich gefärbt. Von zart roten bis dunkelbraunen Melierungen kann jegliche Art von Färbung existieren, abhängig von der jeweiligen Drachenart und Gelege der Dracheneier.

Die Schale eines Dracheneis besteht hauptsächlich aus porösem Kalk, welches die Einheit aus Eiklar und Eigelb fest umgibt und dem ungeborenen Jungtier nicht nur Schutz und Tarnung, sondern auch Nahrung bietet, welches dem Drachen während der gesamten Brutzeit hinweg dazu dient, die noch weichen Knochen zu stärken und aufzubauen, was ihm später als wichtiger Grundstock für seine ersten Flugversuche auf chemischer Basis dient. Die Schale wird dabei von innen heraus langsam aufgelöst und verliert dadurch im Laufe der bis zu tausendjährigen Brut soweit an Stabilität, bis die Jungtiere es schaffen, die Schale zu durchstoßen.

Der Vorgang des Schlüpfens selbst ist ein Phänomän, wie es bei keiner anderen Spezies vorkommt. Im Laufe seiner Entwicklung beginnen nach und nach alle Stoffwechselfunktionen einzusetzen und somit auch die Erzeugung des Drachengases, welches für den Flammenatem eines ausgewachsenen Drachen und dessen Flugfähigkeit verantwortlich ist. Da Drachen das überschüssige Gas als Feueratem entweichen lassen müssen [1] ist dies auch für das Jungtier notwendig. Der hierfür nötige Sauerstoff gelangt durch die poröse Kalkhülle in das Innere des Eis. Das Innere des Eis erhitzt sich stark und schwächt die Struktur der Schalen erneut. Um jedoch nicht von den eigenen Gasen verbrannt zu werden, muss das Jungtier umgehend aus seinem Gefängnis entkommen. Es zerstört die umgebende Schale mit einem bei Reptilien üblichen kleinen Horn, welches auf der Schnauzenspitze gewachsen ist und im laufe der Entwicklung abfällt.

  1. [1]s. Der Flammenatem

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Über dieses Buch

Durch dieses Buch möchte ich wissenswertes über Drachen vermitteln. Es entstand über Jahre hinweg durch Ausübung eines Hobbys und wurde im Laufe dieser Zeitspanne immer und immer wieder überschrieben, erweitert und Korrekturen unterworfen. Das vorliegende Resultat ist schlussendlich eine aktuelle Zusammenfassung jeglicher Art von Information die in dieser Zeit von mir und anderen gesammelt wurden, momentan bekannten und erhältlichen Drachenbüchern, sowie vieler Diskussionen mit Gleichgesinnten.

Was Drachen betrifft, so bin natürlich auch ich nicht allwissend und unfehlbar und viele vor mir haben bereits ähnliche Versuche unternommen das Geheimnis der Drachen zu lüften. Sie erzielten dabei teilweise erstaunliche Ergebnisse. Auch diese möchte ich in diesem Buch noch einmal aufgreifen und der Vollständigkeit halber aufführen. Ähnlichkeiten zu den den Lesern bekannten Büchern und Geschichten sind deswegen nicht nur zufällig, sondern absolut erwünscht und stellen einen Tribut an die phantastische Arbeit der Drachenliebhaber weltweit dar.

Was ist also letztendlich geblieben? Ein Lesebuch? Ein Lexikon? Lexika sind allgemein recht trocken und zu wenig phantastisch und mit Geschichten verhält es sich meistens genau anders herum. Ich hoffe jedoch etwas von beidem geschaffen zu haben. Dieses Buch ist eine geordnete, aber nicht zusammenhängende Sammlung vieler "Schnipsel" die oftmals nicht so recht aneinander passen wollten. Steht auf der einen Seite noch etwas von Panzerdrachen, so kann auf der nächsten ein Beitrag über behaarte Drachen zu finden sein. Schreibe ich einmal etwas von mythischen, höchst intelligenten Wesen, so kann es passieren, dass ich sie auf der nächsten Seite als dumm bezeichne. Das ist keine Inkonsequenz und schon gar nicht von mir unbemerkt niedergeschrieben worden. Es ist Absicht und soll dem Leser zeigen, was für eine unglaubliche Vielfalt an Information, Quellen und Drachen sich genau hier unter seiner Nase tummeln. Und wenn eine der Thesen nicht ganz Eurem Verständnis entspricht? Nun, dann lest einfach weiter, denn eine der Nächsten passt bestimmt wieder auf das Bild Eurer Drachen!

„Für meine Drachen bekomme ich mehr Komplimente als für jede andere Kreatur, die ich gemalt habe. Das erste Mal, dass ich gebeten wurde, einen Drachen zu malen, war bei TSR. Sie hatten einige andere Zeichnungen, von denen sie wollten, dass ich sie als Grundlage benutze, doch mit den dort zu sehenden Drachen war ich nicht wirklich zufrieden. Es gab einen Kalender in den frühen 70er Jahren, der von den Hildebrandt-Brüdern gestaltet wurde und auf Tolkiens Arbeit basierte. Darin gab es ein Bild von Smaug – das ist ein Drache, wie er meiner Meinung nach aussehen sollte!

In der Welt von D&D sind Drachen intelligent. Ihre Vorderbeine fungieren sehr ähnlich den menschlichen Armen und Beinen, die sie benutzen um Zaubersprüchen und dergleichen mehr Gewicht verleihen. Ich studierte die Skelettstruktur der großen Dinosaurier. Eines, was mir dabei besonders ins Auge viel, waren ihre langen Hinterbeine. Zusätzlich zu diesen langen Beinen hatten sie noch einen langen Schwanz, um das Gewicht Ihres Körpers auszugleichen und nicht umzufallen. Ihr Gesicht ähnelt sehr dem von Krokodilen, Komodo-Waranen und anderen großen Echsen, die es heute noch gibt.

Meine Drachen sind eine Vermengung all dieser Elemente. Sie sind Kreaturen aus Fleisch, deren Blut mit Magie angereichert wurde. Egal wie groß ich Ihre Schwingen auch machte, ihr Abheben und Landen würde Ihrer Größe wegen immer etwas ungelenk wirken. Es ist die Größe, die Ihnen Stärke gibt, doch es ist die Magie, die ihnen Grazie verleiht.“ [1]

  1. [1]Larry Elmore, 2002

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…die Drachen sind da

Mein Name ist Kolja Engelmann, meines Zeichens Drachenfreak aus Berlin, Deutschland. Ich bezeichne mich selbst gern als Dragonslayer und werde auch oft so genannt. Natürlich ist das Unsinn. Ich habe mein Lebtag noch keinen einzigen Drachen mit meinen eigenen Augen gesehen, geschweige denn einen getötet. Jedoch bin ich fest davon überzeugt, dass es Drachen gibt, oder zumindest einmal gab. Wieso ich so denke? Nun, ich sammle seit Jahren Drachenbilder und Drachenbücher! Sammeln allein macht doch aber keine Meinung aus, möge man hier einwenden und dies stimmt gemeinhin auch. Jeder einzelne Informationsschnipsel, jedes Bild, Legende oder Geschichte für sich allein genommen kann nichts beweisen und nur selten eine Meinung prägen. Als ich jedoch dem Vorschlag des großartigen Kryptozoologen Peter Dickinson folgte, alle Arbeiten, Bücher, Legenden, Bilder und Geschichten, die ich über die Jahre gelesen oder gesammelt hatte zusammen- und somit übereinander zu legen, ergab sich ein Bild in solcher Klarheit, das zu übersehen man schon sehr blind sein musste. Ich begann deswegen bereits vor langer Zeit eben diese Informationen, die für sich allein als Fiktion zählen können, zusammenzutragen und diese zu vergleichen. Erstaunliche Ähnlichkeiten traten zu Tage, von denen ich denke, dass sie der Wahrheit um diese großartigen Wesen wohl am Nähesten kommen. Die Gemeinsamkeiten meiner vielen bearbeiteten Quellen stammen also nicht hauptsächlich aus hochwissenschaftlichen Berichten, Doktorarbeiten oder Augenzeugenberichten. Nein, sie stammen aus Geschichten – aus Büchern, Gedichten, Volkssagen und Bildern – von Menschen also, die sich rund um den Globus für Drachen ebenso, wenn nicht gar noch mehr interessieren als ich es tue.

Ich hoffe also, wenn Ihr die nächsten Seiten lest, dass Ihr eben solche Informationen findet, die Euch aus anderen Quellen bekannt vorkommen mögen. Sei es aus Euren Lieblingsromanen, Filmen, Gedichten, Sagen oder aber der Biologie. Ich hoffe Ihr seht den Zusammenhang und versteht…

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Einleitung zum Drachenkompendium

Ob bewusst oder unbewusst, Drachen beeinflussen unser aller Leben. Ob als Sternenbild am nächtlichen Firmament, in den chinesischen Tierkreiszeichen, in der Umgangssprache, Mythologie, oder sogar der Religion; Drachen lassen sich überall finden.

Aber was sind eigentlich „Drachen“? Existieren tatsächlich gigantische, feuerspeiende Bestien, die über den Himmel gleiten und in dunklen Höhlen hausen, um über Ihrem grenzenlos wertvollen Hort zu wachen und Jungfrauen zu verspeisen? Sind Drachen nur Aberglaube, mit dem sich in früheren Zeiten junge Kämpfer schmückten, um Eindruck zu schinden, von denen aber tatsächlich niemand jemals einen Blick ergattern konnte? Sind sie der teuflische Widersacher der in vielerlei Schöpfungssagen erschlagen werden musste, um die Schöpfung der Ordnung in Gang zu setzen? Oder haben Drachen gar eine ganz andere Form? Vielleicht gottgleich, wie sie in den fernöstlichen Ländern betrachtet werden?

Endgültig beantworten wird dies wohl niemand können, aber Vermutungen können wir aufstellen. Wir können erklären was uns so fasziniert und warum wir denken, dass es unsere „Drachen“ gibt. Und wer weiß? Vielleicht wird selbst der größte Skeptiker und Realist sich doch einen kleinen Moment lang fragen müssen, ob es nicht eventuell doch solche Wesen gibt, die den Namen „Drache“ verdient haben.

Betrachtet man den Forschungsstand der Kryptozoologie heute, die sich mit allen fragwürdigen oder gar mystischen Lebensformen befasst, angefangen vom Alien, über die Einhörner bis hin zu den gigantischen Oktopoden aus den Tiefen unserer Weltmeere, und sieht, mit wie viel Hingabe sie sich der Drachenforschung widmet, so muss man sich zunächst einmal selbst die Frage stellen, wie man an solch ein phantastisches Thema herangehen möchte, bevor man die hier gesammelten Thesen werten darf.

  1. Denke ich, dass Drachen ein Ammenmärchen sind und versuche Ihre Existenz zu widerlegen, indem ich auf die nicht vorhanden „harten“ Beweise, wie Fotos und Fossilien usw. , verweise?
  2. Denke ich, das es gewiss Tiere gibt, ähnlich den Alligatoren oder Waranen, deren physikalische und biologische Eigenschaften auf die Beschreibung der alten Erzählungen zutreffen und versuche herauszufinden worauf diese beruhen, um somit die Existenz von Drachen zu widerlegen oder zu beweisen?
  3. Denke ich, dass Drachen existiert haben oder noch immer existieren und es gute Gründe gibt, warum man heute keine „harten“ Beweise finden kann, die in den schon vorhandenen Quellen liegen?
  4. Denke ich, dass Drachen eine ganz andere Form besitzen als allgemein angenommen und versuche den Wahrheitsgehalt traditioneller Drachenbilder auf mein Drachenbild anzuwenden?

Eines jedoch vorweg! Ich möchte gar nicht erst versuchen den schwierigen Balanceakt zwischen mehrerer dieser Möglichkeiten durchzuführen. Ich habe mir meine eigene Meinung schon vor langer Zeit und während der Entstehung dieses Buches selbst und auf dieselbe Art und Weise gebildet. Ich werde nicht versuchen irgendjemanden davon zu überzeugen, dass geflügelte Riesen durch den Himmel flogen oder unsere Welt bevölkerten und schon gar nicht möchte ich dies beweisen. Ich möchte, so wie mich einst Ciruelo Cabral mit seinen Bildern und Montse Sant mit seinen Texten und Gedichten zu meiner Meinung führte, einen Jeden zu einer eigenen Meinung begleiten, die nach der Lektüre dieser Seiten entweder gefestigt wird, oder vielleicht doch ein wenig erschüttert ist.

Denn für mich steht seit Jahren fest…

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Der Flammenatem

Es gibt zwei weit verbreitete Thesen bezüglich der Fähigkeit unserer westlichen Drachen Flammen auszuatmen. Die eine beruht auf einem chemischen Prozess der innerhalb des Drachenmagens stattfindet und Ihren Antrieb im Verzehr bestimmter Stoffe findet, die andere erklärt dies aus der Evolutionstheorie von Darwin und attestiert einen eigenen essentiellen Vorgang im Körper des Drachen, der für sein Überleben ausschlaggebend ist. Beginnen möchte ich mit der einfacheren der beiden Thesen, nämlich der des externen Auslösemechanismus:

Externe Auslösemechanismen:

Die geheimnisvolle Fähigkeit von Drachen. Feuerstöße zu erzeugen, ist eine ihrer mächtigsten Waffen – Drachenforscher wollen bis zu 200 m lange Stöße beobachtet haben, mit Temperaturen von über 1000 °C, und viele Menschen haben versucht zu erklären, wie diese bemerkenswerte Fähigkeit erreicht wird. Professor Heinz Diebtrich vom Götlingen-lnstitut für Kryptozoologie in Deutschland vermutete, dass Drachen phosphorhaltige Felsen schlucken, die in der sauren Umgebung des Verdauungsapparats zersetzt werden, vielleicht in einem besonderen Magen (von Professor Diebtrich als phosphorokatabolischer Magen bezeichnet), wobei ein Gas frei wird, das sich bei Luftkontakt entzündet. Alle Versuche, dieses Phänomen zu untersuchen – und im Laborversuch zu wiederholen, erwiesen sich als schwierig und häufig tödlich.’ [1]

Diese These steht in direktem Widerspruch mit der Arbeitsthese die in "The flight of Dragons" aufgestellt wird, ist aber nicht minder interessant. Stellt Euch jedoch dringend die folgenden Fragen: War es für Drachen tatsächlich immer nötig phosphorhaltiges Gestein zu sich zu nehmen um Feuer zu speien? Feuerspeiende Drachen leben auch dort wo es kein phosphorhaltiges Gestein geben kann. Besitzen sie eine Möglichkeit zu Speicherung des Phosphors? Wie viel Gestein muss ein Drache zu sich nehmen, um die besagten 200m Flammensäule zu erhalten? Hier erscheint mir also diese These also etwas weit hergeholt und zu stark vereinfacht worden zu sein, wenn sie auch leicht verständlich, sogar für Nicht-Chemiker, ist.

Wie bekannt diese, ganz offensichtlich sehr vereinfachte, These tatsächlich ist, lässt sich mit einem Blick auf die reichlich zu erhaltende Drachenliteratur am besten ermitteln. So spricht nicht nur das Buch der Ungeheuer von den Stein fressenden Drachen, sondern auch Anne McCaffrey in ihrem außerordentlich bekannten Roman Zyklus um die Drachenreiter von Pern. Bereits hier sehen wir gravierende Divergenzen! Denn fressen die Drachen in der einen Quelle noch phosphorhaltiges Gestein, nehmen sie in der anderen Feuerstein zu sich, um den bekannten Flammenatem erzeugen zu können. Ganz anders hingegen überliefern es uns alte deutsche Sagen, die von Drachen sprechen, die durch übermäßigen Kalk Genuss förmlich explodierten. Schließen wir aus der oben stehenden These also, dass die Explosion einfach eine Überreaktion gewesen sein muss, so können wir annehmen, das Drachen also wohl demzufolge Kalkstein fressen mussten, um Flammen zu speien.

Wir sehen allerdings auch, dass die drei Quellen hier einfach zu weit auseinander gehen, um ein einheitliches und somit glaubwürdiges Bild entstehen lassen zu können. Stellen wir also die These des externen Auslösemechanismus vorerst zurück, sie bringt uns nicht wirklich weiter, zu viele Ungereimtheiten begegnen uns hier.

Der Flammenatem als lebensnotwendiger Vorgang

Das ganze Phänomen der feuerspeienden Drachen lässt sich zurückführen auf Ihre Fähigkeit zu fliegen. Wie wir alle wissen, sind Drachen mehr oder weniger große Wesen, die sich zum größten Teil atemberaubend durch die Lüfte bewegen können. Zu verdanken haben sie dies Ihren großen und starken Drachenschwingen, das weiß doch jedes Kind. Falsch! Jeder Physiker würde bestätigen können, dass Drachenflügel von der Größe wie sie den Drachen attestiert werden, diese niemals vom Boden hätten anheben können. Drachen sind einfach zu schwer! Man darf sich also nicht mehr die Frage stellen warum Drachen trotz Ihrer Größe fliegen, sondern warum ein Wesen, das dazu bestimmt war zu fliegen, eine solche Größe entwickelte. Nun, mehr oder weniger einfach ist dies zu beantworten. Die Natur begann mit der Evolution. Drachen haben, wie alle Vögel und vermutlich wie auch die prähistorischen Flugechsen wie Pterodactylus und Pteranodon Hohlknochen um Ihr Gewicht zu reduzieren. Das allein hilft ihnen jedoch kaum Ihr gigantisches Gewicht auf ein flugfähiges Minimum zu reduzieren. Ein weiterer Mechanismus trat in Kraft, wie man ihn ähnlich bei Fischen finden kann. Fische besitzen eine Art Luftblase in Ihrem Körper. Je mehr Luft sich in dieser Blase befindet desto mehr Auftrieb haben sie. Ähnliches gilt für Drachen. Beinahe Ihr gesamter Körper besteht aus großen Hohlräumen, die mit einem Gas, welches leichter als Luft ist, gefüllt sind. Nur dieses ermöglicht Ihnen die gigantische Gewichtsreduzierung die es ihnen ermöglicht zu fliegen. Was hat dies jedoch mit dem Feueratem zu tun? Nun, betrachten wir das ganze doch einmal chemisch. Dieses Gas muß leichter als Luft sein und muß zudem vom Drachen selbst erzeugbar sein, um es bei Verlust austauschen zu können. Helium fällt hier aus, denn wie sollte ein Drache aus seinen natürlichen Rohstoffen elementares Helium herstellen? Wohl eher fällt die Wahl auf Wasserstoff, ein ebenfalls leichter als Luft einzustufendes Gas, das zudem leicht entzündbar ist. Die benötigten Bestandteile führt der Drachen wohl immer bei sich, nämlich als Kalzium in seinen Knochen. Die Formel, auf das einfachste Minimum reduziert, (Ich bin kein Chemiker also möge man mir Fehler verzeihen) würde lauten:

CAS + 2HClaq –> H2 (G) + CaCl2(aq)

Natürlich ist dies nicht so einfach wie es hier aussieht, denn die organische Chemie ist nie so einfach wie sie hier dargestellt wurde. Mit Sicherheit spielen auch noch eine Reihe ganz anderer Faktoren eine Rolle. Betrachten wir aber trotzdem erst einmal diese vereinfachte Formel und behalten im Hinterkopf, dass eventuell noch andere Stoffe daran beteiligt sein könnten. Biologisch betrachtet stellt sich der Vorgang also wie folgt dar: Drüsen im Körper des Drachen erzeugen Salzsäure, welche an den Knochen des Drachen herunter läuft. Die Säure reagiert mit der Knochensubstanz und erzeugt unter anderem ein Gas, welches ihm Auftrieb verleiht.

Die Herkunft des Gases welches den Drachen Ihren Auftrieb verleiht, wäre also hiermit teilweise geklärt. Jedoch ist zu bemerken, dass jeder von der Natur entwickelte Stoffwechselprozess nicht einfach angehalten und später wieder fortgesetzt werden kann. Als Beispiel könnte man hier die Umwandlung von Sauerstoff in CO2+Nebenprodukte anbringen, oder Calcium an und Ablagerung an unseren Knochen. Wir können diese Prozesse weder wissentlich noch unwissentlich abstellen und so kann auch der Drache die Gasproduktion nicht gänzlich abstellen. Von Zeit zu Zeit muß dieses also entweichen, will der Drache nicht explodieren. Es entweicht als der bekannte Flammenatem. Drachen speien also Feuer weil sie es müssen. Natürlich hat das Feuer speien noch ganz andere Hintergründe, zum Beispiel beim Balzverhalten. Der Drache, der in der Luft die größten Kapriolen vollführt, dabei die größte Menge an Feuer (Gas) ausstößt und trotzdem nicht wie ein Stein zu Erde fällt, besitzt die besten Gene und ist es Wert, sich fortzupflanzen. Sicher, ab und an kann das Feuer auch zur Verteidigung verwendet werden, oder um einen feuchten Hort auszutrocknen, aber welcher Drachen wäre schon ernsthaft so dumm einen Kampf auf Leben und Tod ausschließlich mit seiner Flammenwaffe zu bestreiten? Er könnte gen Ende nicht mehr flüchten (sollte dies von Nöten sein), da er über nicht mehr genügend Gas in seinem Körper verfügt welches ihn aufsteigen ließe.

Kurzum. Drachen spucken nur Feuer, weil sie es müssen. Es wurde von der Natur vorgesehen als ein Teil der großartigen Fähigkeit der Drachen zu fliegen.

  1. [1]Auszug aus Das große Buch der Ungeheuer, verwendet mit Erlaubnis des TOSA Verlages

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Drachenperlen

Zu den vielen Rätseln, die die Drachen umgeben, gehören auch die Drachenperlen und die Beziehung der Drachen zu diesen. Die meistens von fernöstlichen Drachen besessenen Kleinodien, werden alten Berichten zu Folge unter dem Kinn, im Hirn oder im Maul der Drachen getragen, doch oft liegen sie auch einfach nur neben Ihren Beschützern oder werden zwischen zwei Drachen abgebildet, die sie zu verschlingen drohen oder gerade ausspeien. Dieses seit der Ming-Zeit gefestigte Bild des Drachen und der Perle hat sich bis heute soweit eingebürgert, dass die Perle auf vielen Drachenfesten dem Drachen voraus getragen wird.

Dabei wird das Rätsel um die Perle noch mystischer, da man sich bis heute nicht völlig sicher ist, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Perle handelt. Viele Aspekte sprechen jedoch dafür. In Asien erzählt man häufig Geschichten und Legenden in denen Drachen Ihre Perle an würdige Menschen weitergeben, wobei die Gabe zumeist mit einer Bedingung verknüpft ist, die, zum Leidwesen des Beschenkten, nicht erfüllt wird und mit dem Zorn des Drachen bestraft wird. Hier ist wohl auch der Grund dafür zu finden, dass in vielen Geschichten davor gewarnt wird sich die Perle eines Drachen zu eigen zu machen, sei es aus Angst vor der Wut des Drachen, deren möglicherweise verschwenderischen und somit schändlicher Verwendung. Meistens gestehen die unglückseligen Finder ihren Fehler ein und versuchen ihn reumütig wieder gut zu machen oder zumindest die Perle wieder zurück zu geben.

Nie Lang

Nie Lang war ein Bauernjunge, der zu Zeiten einer großen Dürre gemeinsam mit seiner Mutter in der chinesischen Provinz Szechuan mehr schlecht als recht lebte. Nie Lang war von seinem Fürsten beauftragt, täglich Gras für dessen edle Pferde zu schneiden. Doch als Nie Lang eines Tages nirgendwo mehr Gras für das edle Gestüt finden konnte, erschien dem Jungen in der Stunde seiner größten Not ein weißer Hase, der ihn zu einer Stelle führte, an der sehr viel frisches und saftiges Gras wuchs.

Nie Lang legte fortan jeden Tag die große Strecke zurück, um das saftige Gras für die Pferde seines Herrn zu schneiden, bis er eines Tages die Idee hatte, einige Grasbüschel auszugraben, sie mit nach Hause zu nehmen und dort anzupflanzen, sich Weg und Mühe zu sparen. Als er die ersten Grasbüschel ausgrub, fand Nie Lang eine wunderschöne, hell leuchtende Perle, die unterhalb der Wurzeln lag. Nie Lang nahm beides mit sich nach Hause. Er pflanzte das Gras, die Perle jedoch verbarg er in einer halbleeren Reisschale, um ihr Leuchten zu verbergen.

Als Nie Lang am nächsten Morgen jedoch das tags zuvor noch frische Gras verdorrt, die halbleere Reisschale hingegen überquellend voll auffand wollte er seinen Augen nicht trauen. Er lief zu seiner Mutter und berichtete Ihr von seiner wundersamen Entdeckung. Als er Ihr die Perle zeigte beugte Sie sich zu ihm herunter und küsste Ihren Sohn, denn er hatte eine wertvolle Drachenperle gefunden, die es stets weise zu verwenden galt, wolle man den Drachen nicht erzürnen. Fortan hatten Nie Lang und seine Mutter stets so viel mehr Reis, als sie selbst essen konnten, dass sie es redlich mit ihren Nachbarn teilten. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Fürst Zhou, Nie Langs Herr, von der magischen Perle erfuhr. Er kam mit seinen Wachen zu Nie Langs Haus, um die Perle für sich selbst zu nehmen. Voller Sorge, dass er die Perle seinem Herrn geben müsse, schluckte Nie Lang die Perle herunter. Doch fühlte sie sich in seinem Bauch so heiß an, dass Nie Lang gezwungen war, sehr viel Wasser zu trinken. Ja, er musste sogar zum nahe gelegenen Fluss laufen, um sich in ihm abzukühlen und zu erfrischen, so heiß brannte die Drachenperle in seinem Bauch

Der Herrscher und seine Wachen folgten Nie Lang, um endlich an die wundersame Perle zu kommen. Doch als sie ihn fanden, erhob sich Nie Lang aus dem Wasser – er hatte sich in einen mächtigen Drachen verwandelt. Um sich seiner Verfolgern zu entledigen, erzeugte der Drache Nie Lang eine riesige Welle, die alle davon spülte. Alsdann stieg Nie Lang weit in den Himmel auf, von wo er noch heute schützend über die Provinz Szechuan und deren Bewohner wacht.

Drachen spielen nicht nur mit ihren Perlen, sie verschlingen diese auch und speien diese wieder aus. Was es hiermit auf sich hat ist auch bis heute nicht eindeutig geklärt. Da aber Drachen im fernen Osten häufig mit dem Wetter im Allgemeinen und den Regenwolken im Besonderen in Verbindung gebracht werden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem runden Gegenstand um den Donner handeln könne, der ja im Volksmund aus den Wolken rollt. Doch auch die Vorstellung, dass es sich um den Blitz direkt handle ist nicht völlig abwegig, da die Perle auf vielen Abbildungen als Spirale dargestellt wird, welche von einer schimmernden Corona umgeben ist. Ob es sich hierbei jedoch um ein Schutzsymbol gegen einen bevorstehenden Sturm, oder als Ausdruck des Verlangens nach einem Regenguss handelt, ist unklar.

Neben der Theorie, dass es sich bei dem runden Besitz eines Drachens um Blitz und Donner handle, gibt es auch die Ansicht, dass der Drache und seine Perle Ying Yang verkörpern. Sie vereinen dabei die beiden Gegenspieler der buddhistischen Theorie in sich selbst; das Chaos, dargestellt als unberechenbarer Drache und die Ordnung, dargestellt als die reinste Perle tame, die perle die alle Wünsche erfüllt.

Aber auch den Mond und die Sonne, so wird berichtet, stelle das runde Kleinod des Drachen dar, da der Drache, wieder in Form einer Regenwolke, eben diese bedecke und somit verschlinge. Doch auch am nächtlichen Sternenhimmel kann man das Schauspiel des gierigen Drachen beobachten. So bewegt sich das Sternenbild Drache jeden Abend auf den aufgehenden Mond zu und es scheint, als würde es ihn verschlingen wollen.

Welche Theorie man auch immer als korrekt betrachten möchte, eines bleibt trotzdem bei allen bestehen. Die Verbundenheit des asiatischen Lung, des Drachen, zu seiner Perle, welchem Zwecke diese auch immer dienen mag, ist innig und stellt einen wichtigen Aspekt dieser Spezies dar.

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