Archiv für November 2007

Messebericht Spiel 2007

Ein Jahr ohne die Spielemesse? Das wäre der Bruch mit einer jahrelangen Tradition! Und überhaupt, was sollte ich mit dem ganzen Geld anfangen, dass ich spare wenn ich nicht einen Tag in Essen verbringe?

Trotz widriger Umstände, die mein neuer Job so mit sich bringt, konnte ich es also auch dieses Jahr nicht lassen und stattete der Spielemesse einen Besuch ab. Diesmal jedoch, und das ist ein Novum, nicht am Samstag, dem kuschlig vollsten Teil der Messe, sondern am Donnerstag früh, dem ersten. Tag. Direkt aus Dortmund führte mich diesmal mein Weg mutterseelenallein durch die Straßen und Gassen des Ruhrpotts. Der leise Klang meines Erdgasautos ertönte beinahe laut auf den leeren Straßen, die durch die wärmend scheinende Sonne sanft beschienen wur – Alles Quark! Rappeldicke voll war der Ruhrpott, als wenn alle nur darauf gewartet hätten, dass die Spielemesse wieder beginnt und just in dem Moment auf die Straße fahren, als ich mein Hotel verließ. Ich brauchte für die 30km Strecke also nur etwa 2 Stunden und stand damit praktisch pünktlich um 10 Uhr vor dem Eingang Ost der Gruga, wo auch bereits meine Begleitung auf mich wartete. Sithi, das atrahorianische Adminhühnchen hatte auf meinen Geheiß hin zwar extra nochmal einen Crashkurs in Sachen „Spiel, wieviel Geld brauche ich wirklich“ und „Halte Slayer von Bücherständen weg, sonst gibt er sein Geld in 5min aus“ gemacht, aber ich denke nicht, dass ihr die prekäre Lage in der sie sich befand so richtig klar war.

Um es kurz zu machen, es war ihr NICHT klar, es gab mal wieder viel zu viel schöne Dinge zu sehen und zu kaufen und alle schreien „Kauf‘ mich Slayer, kauf‘ mich!“ Naja und äh, das tat ich dann auch. Kaum in Halle 6 angekommen, steuerten wir schnurstracks alle wichtigen Punkte an.

Norm Hood von Chimera Publishing freute sich mich zu sehen und ich kaufte und bestellte Bücher wie ein Weltmeister, dass Sithi nur die Augen über gingen.

Bei Ciruelo ging es ähnlich zu und ich glaube so lange habe ich noch nie mit ihm gequatscht wie diesmal. Was wohl einerseits daran lag, dass die Messe nicht so voll war wie an den Samstagen der Jahre zuvor und andererseits, da Ciruelo viel zu erzählen hatte. Nach einiger Zeit persönlicher Pause und vielen Messen weltweit hatte er endlich die nötige Zeit, um sein lang erwartetes Buch (beinahe) fertig zu stellen. Ich durfte bereits einen Blick auf die spanische Ausgabe werfen und freue mich sagen zu dürfen : „SABBER“ Über den Inhalt und die Texte kann ich mangels Sprachkenntnissen wenig sagen, aber die Bilder vermitteln den Eindruck eines Jugendbuches, welches als Hauptcharaktere die beiden bekannten Drachen Dark Dsurion und den weißen Drachen Hobsyllwin zeigt, die zusammen mit einem Jungen ein Abenteuer erleben. Die Illustrationen Ciruelos reichen dabei von Portraits und Detailzeichnungen von Drachen bis hin zu totalen und Landschaftszeichnungen. in atemberaubender Vielfalt. Der 2008er Kalender Ciruelos enthält bereits 10 der neuen Bilder und diese können wie üblich in meiner Galerie betrachtet werden.

Achja, die Originalskizze für das Dark Dsurion Bild hatte Ciruelo übrigens auch mit dabei und es fand in Sekundenschnelle einen Abnehmer! Nein, nicht mich 🙁 Hätte ich doch nur mehr Geld dabei gehabt…aber irgendwann…

Die interessanteste Neuigkeit ist wohl aber, dass Ciruelo im Gespräch mit Hollywood ist! Jawohl, ein Film zum Buch ist in der Planung! Und dass dabei kein „Murks“ heraus kommt wie bei „George und der letzte Drache“ lassen die beiden folgenden Partner vermuten, die Ciruelo bereits an Bord hat: Industrial Light and Magic und den Oscarpreisträger für die beste Filmmusik 2006.

Im weiteren Verlauf der Messe wurden natürlich wie üblich jede Menge Romane und sonstige Schätze ergattert, die es mir schwer machten so relativ früh schon wieder zu gehen. Zwar taten meine Füße noch gar nicht weh, aber die Zeit drängte mich gen Heimat und Sithis Füße sie wohl ebenfalls.

Das Fazit der diesjährigen Messe:

Auch ohne den Wochenendtrouble hat diese Messe einen unglaublichen Charme, dem jeder erliegen muss, der nur einmal dabei war. Sithi scheint nun endlich die Bedeutung des Satzes „Nimm viel Geld mit“ zu begreifen und mich verwundert es mal wieder wie ich von Jahr zu Jahr noch immer neue Dinge finden und kaufen kann. Langsam müsste ich doch alles haben…

Dennoch, nächstes Jahr ist zumindest für mich der Samstag wieder Pflichtprogramm, schon allein auf Grund meiner lieben Begleiter, deren Zahl nächstes Jahr wohlmöglich stark anwachsen wird.


Warum gibt es diesmal keine Bilder zu sehen?

Tja, zwar klebte mein kleiner Symbiont wie immer artig in meiner Hand, aber ohne Speicherkarte macht sich das schlecht. Diese steckte nämlich ihrerseits in meinem Computer und dieser befand sich außer Reichweite. Könnt ihr euch vorstellen wie ich mich fühlte? So nackt? So hilflos? Nächstes Jahr nehm ich ZWEI Kameras mit! HUGH!

 


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Anglistenalptraum – Rezension zu „Die Legende von Beowulf“

Hwæt! Wé Gárdena in géardagum þéodcyninga þrym gefrúnon hú ðá æþelingas ellen fremedon. Was dem Deutschen sein Nibelungenlied ist dem Angelsachsen sein Beowulf. Helden, Könige, Powerfrauen, Drachen – es ist alles mit drin. Ich könnte jetzt schön auf so Sachen eingehen wie den netten Ringschluss, dass die Welle von Fantasyfilmen, die Peter Jacksons "Der Herr der Ringe" hervorbrachte, nun Nährboden für eine Verfilmung des Beowulf-Gedichts stellt, welches seinerzeit entscheidende Inspiration für Tolkiens Werk war, aber eigentlich möchte ich nur erzählen, wie scheiße und gleichzeitig total lustig Robert Zemeckis‘ "Die Legende von Beowulf" ist. Mit der anfangs zitierten Zeile, sprich der literarischen Vorlage hat der Film nämlich nicht mehr viel gemein.

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Testberichte zum PS3-Spiel Lair

Mir scheint so, als ob jede neue Konsolengeneration zumindest ein Action – Drachenspiel im Programm haben muss und sei es nur darum damit ich mir die Konsole kaufen muss 🙂 Auf der PS1 und PC war es vor Jahren das geniale Drakan – Order of the flame, Auf der PS2 folgte das ebenfalls sehr gute Drakan – The Ancient Gates und auf der PS3? Nun, die PS3 will es mit dem Spiel Lair versuchen. Bilder und Videos die vorab ins Internet gelangten ließen mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Nun ist es endlich da und musste die ersten Testberichte über sich ergehen lassen. 4Players bringt es mit seinem Review schön auf den Punkt:

"GameSpy 30%, GameSpot 45%, IGN 49%. Autsch! Mögen Amerikaner keine Drachen? Was hat Factor 5 denn da für einen Schrott fabriziert? Vorsicht: Lair ist nicht so schlecht, wie es in der amerikanischen Presse gemacht wurde. Aber leider ist es auch nicht viel besser. Ich würde es nicht als mangelhaft bezeichnen. Unterm Strich hat es mich als Fantasy-Fan noch befriedigend unterhalten. Frust und Lust liegen hier allerdings eng beieinander. Für alle, die Großes erwartet haben, ist das natürlich gleichbedeutend mit einer Enttäuschung. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Monumentalität und Chaos. Das Missionsdesign schwankt zwischen hochgradig spannend und aufgrund der Zeitlimits hochgradig nervend. Die Kulisse schwankt zwischen atemberaubenden Panoramablicken auf zerfurchte Landschaften und technischen Schwächen im Detail. Ab und zu blitzt erzählerisch das Epos auf, ab und zu weht sogar der Wind heroischer Fantasy – dafür sorgen vor allem die Zwischensequenzen, die orchestrale Musik sowie das gelungene Kreaturendesign. Aber wo die filmischen Elemente überzeugen, enttäuschen die spielerischen: Warum hat man die Bodenkämpfe nur so steril inszeniert? Wo bleiben Panik und Spannung? Und der Kern des Problems liegt in der obligatorischen Sixaxis-Steuerung, die ihren wichtigsten Auftrag nicht erfüllen kann – die volle Kontrolle über den Drachen zu bieten. Man kann mit viel Geduld und Konzentration auch in Lair erfolgreich sein. Man kann hier in einigen Missionen richtig Spaß haben. Es gibt jedoch einfach zu viel Hektik in der Luft, zu wenig komfortable Automatismen. Warum hat man sich nicht von Warhawk inspirieren lassen und Alternativen angeboten? Lair wird damit zum Symbol. Die PS3 hat nämlich immer noch ein Problem, das der Wii bereits lösen konnte: Skepsis gegenüber einer bewegungssensitiven Steuerung in Actionspielen. Nintendo konnte sie spätestens mit dem ausgezeichneten und hochpräzisen Metroid Prime 3 hinwegfegen. Sony kann das mit Lair nicht. Factor 5 hatte sich viel vorgenommen, sich aber letztlich übernommen.

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