Margaret Weis, Tracy Hickman – Himmelsstürmer

Nachdem der liebe Slayer mich schon gezw… ich meine überzeugt hat, etwas über Dragon Kiss zu schreiben, musste ich doch mal an meine Lieblingsserie denken.
Über diese siebenteilige Buchserie bin ich vor vielen Jahren gestolpert. In jeder Übersetzung, außer dem Deutschen, trägt sie den Namen „Death Gate“. Nur bei uns haben sich die Übersetzer für ganz kreativ gehalten und sie „Die vergessenen Reiche“ genannt. Es geht nicht hauptsächlich um Drachen, aber es gibt viele Drachen: Drachen als Reittiere, Drachenschiffe, Grüne Drachen, Drachenschlangen, Labyrinthdrachen, Lavadrachen, Sturmsilberdrachen, Drachenmagier. Ich finde, das sind genug Drachen, um hier vorgestellt werden zu dürfen.

Vermutlich kann ich nicht annähernd neutral über die Bücher schreiben, denn ich liebe sie. Man sollte auch auf jeden Fall bei Band eins anfangen und bei sieben aufhören, nicht einfach irgendeinen Teil lesen (und sich dann am besten noch beschweren, dass man die Zusammenhänge nicht kennt).
Dieser Text bezieht sich auf den ersten Band der Serie: Himmelsstürmer (engl. Dragon Wing).

Die Geschichte spielt in einer Welt, die einmal wie unsere war, bewohnt von Menschen, Elfen, Zwergen, Patryn und Sartan. Letztere sind zwei einander sehr ähnliche Rassen, die durch ihre Runenmagie gottähnliche Macht erlangen konnten. Während die Patryn ihre achteckigen Runen auf ihren Körper tätowieren, sie in die Luft malen und dabei aussprechen, singen und tanzen die Sartan ihre sechseckigen Runen. Ein solches Runenkonstrukt hat die Macht, die Wirklichkeit zu verändern und zum Beispiel die bloße Möglichkeit, dass in einer massiven Wand eine Tür existiert, in die Realität hinüber zu ziehen.

Zweitausend Jahre vor Beginn der Geschichte hielten die Sartan sich für Götter und sahen in den Patryn Konkurrenz. Um ihre Macht zu erhalten, teilten sie die Welt in ihre Elemente auf. Sie erschufen Arianus, die Welt der Luft, Pryan, die Welt des Feuers, Abbarach, die Welt der Steine, Chelestra, die Welt des Wassers und das Labyrinth, ein höllisches Gefängnis, in das sie die gesamte Rasse der Patryn verbannten. Die Überlebenden der anderen Rassen, die sie als „Nichtige“ bezeichnen, verteilten sie auf die übrigen Welten. So viel zur Vorgeschichte.

Das Buch Himmelsstürmer handelt von Haplo, einem Patryn, der im Labyrinth geboren wurde und das letzte Tor, den Ausgang, erreicht hat. Außerhalb des Labyrinths existiert eine wunderschöne Stadt, von den Sartan erbaut, um den Patryn nach ihrer Läuterung Heimat zu sein. Doch die Sartan sind verschwunden und der Fürst der Patryn gibt Haplo den Auftrag, die anderen Welten zu besuchen. Er soll unerkannt bleiben, so viele Informationen wie möglich sammeln und herausfinden, was mit den Sartan passiert ist. Außerdem soll er Unfrieden in den Reichen stiften und einen Schüler für seinen Meister mitbringen, da dieser vor hat, die Macht über alle Reiche an sich zu reißen. Mit einem fliegenden Schiff macht Haplo sich auf den Weg durch das Todestor ohne zu wissen, was ihn in der Welt der Luft erwartet.

Er landet in einer Welt aus fliegenden Kontinenten, in der Wasser ein rares Gut ist, in der Elfen und Menschen sich bekriegen und die Zwerge ausgebeutet werden. Die Menschen reiten auf Drachen, während die Elfen kein Händchen dafür haben, sondern technisch-magische Drachenschiffe konstruieren. Es gibt viele fremdartige Währungen, Maßeinheiten und Begriffe, doch sie werden dem Leser nicht einfach nur an den Kopf geworfen, sondern in einer Fußnote erläutert, was den Eindruck, einen Reisebericht von Haplo zu lesen, nur verstärkt.

Das Buch ist randvoll mit faszinierenden, ungewöhnlichen Ideen und liebenswerten Figuren: Der eigensinnige Zwerg Limbeck mit seiner Freundin Jarre, der Meuchelmörder Hugh, König Stephen, der tollpatschige Diener Alfred oder der Hund, der einfach nur Hund heißt. Sie alle entwickeln sich im Laufe der Geschichte durch ihre Freundschaften, Verluste, Erlebnisse und Erkenntnisse.

Doch es sind nicht nur die Figuren, die mich an diesen Büchern fesseln, sondern auch die detaillierten Welten, die sich so sehr von unserer unterscheiden. Es sind viele kleine Details, die dem Leser immer wieder ins Gedächtnis rufen, wie anders diese Welt doch ist, ohne zu aufdringlich zu wirken. Ob es nun die Währung ist, die sich überall im Reich gegen Wasser eintauschen lässt, die Navigation zwischen den schwebenden Kontinenten oder die Sprichwörter und Flüche, die die Menschen in dieser Welt haben, sie alle machen dieses Reich der Luft einzigartig.

Das Ende des ersten Bandes lässt – natürlich – noch viele Fragen offen, immerhin hat Haplo noch mindestens drei Welten zu bereisen.
Ganz hinten findet sich noch ein Anhang mit Erläuterungen zur Welt der Luft, zur Sartanmagie und die Noten zu einem im Buch vorkommenden Lied.

Ich habe die komplette Serie inzwischen glaube ich fünf Mal gelesen – das letzte Mal davon auf Englisch – und ertappe mich manchmal dabei, wie ich bei einigen Handlungssträngen ungeduldig werde, weil ich genau weiß, was als nächstes kommt und es kaum abwarten kann. Trotzdem nehme ich sie alle zwei bis drei Jahre wieder in die Hand, bin jedes Mal wieder von der Welt der Luft fasziniert, von der Welt des Feuers überwältigt, grusle ich mich vor der Welt der Steine und freue mich auf die Welt des Wassers, bevor ich dann in Band fünf jedes Mal wieder an den gleichen Stellen anfange zu heulen.

Leider sind die deutschen Bände zur Zeit nicht mehr erhältlich und nur noch gebraucht zu kaufen. Ich bin stolzer Besitzer der englischen und der deutschen Ausgabe und kann auch die Originalfassung jedem, der gut genug Englisch kann, nur ans Herz legen.

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2 Kommentare zu „Margaret Weis, Tracy Hickman – Himmelsstürmer“

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  • Dagi:

    Dem schließe ich mich uneingeschränkt an! Ich habe diese Bücher zwar „nur“ auf deutsch, aber ich lese sie immer wieder…..und gebe sie auch nicht mehr her! :-))

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