{"id":925,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T19:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=925"},"modified":"2011-04-24T17:29:01","modified_gmt":"2011-04-24T16:29:01","slug":"das-prettschett-der-doktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/das-prettschett-der-doktor\/","title":{"rendered":"Das Prettschett (Der Doktor)"},"content":{"rendered":"<h1 align=\"center\">Das Prettschett<\/h1>\n<h4 align=\"center\">Oder: Die durchaus ertr&auml;gliche Leichtigkeit des Seins<br \/>\n  <br \/> Oder: J&auml;ger des verlorenen Prettschetts<br \/>\n  <br \/> Oder: Drachen sind auch nur Menschen<br \/>\n  <br \/> Oder: Das drachige Dekadent<br \/>\n  <br \/> Oder&#8230;okay okay, ich fang ja schon an. <\/h4>\n<p align=\"justify\">Es ist allgemein bekannt, dass Drachen einen schrecklichen Mundgeruch haben.<br \/>\n  <br \/> Doch&#8230;<em>woher<\/em> ist es bekannt?<br \/>\n  <br \/> Die allermeisten Menschen, die den Mundgeruch der Drachen aus n&auml;chster N&auml;he erleben konnten, durften danach sogar sein Innenleben betrachten &#8211; vorausgesetzt, sie hatten eine Lampe dabei. Au&szlig;erdem beschr&auml;nkte sich diese Betrachtung nur auf einen geringen Teil des Verdauungstraktes.<br \/>\n  <br \/> Der Rest der Menschheit konnte ja nicht wissen, ob Drachen beispielsweise explizite Zahnpflege betrieben &#8211; denen kann man ja schlie&szlig;lich alles zutrauen&#8230;<br \/>\n  <br \/> Also, <em>warum<\/em> konnten die Menschen so sicher sein?<br \/>\n  <br \/> Diejenigen, die eine Begegnung der draconischen Art &uuml;berlebt hatten, reichten kaum aus, um diese Information &uuml;ber den gesamten Globus zu verbreiten &#8211; und au&szlig;erdem, wer spricht schon &uuml;ber den Mundgeruch eines Drachen?<br \/>\n  <br \/> Fakt ist, das <em>Wissen<\/em> um diese Information war fest in den K&ouml;pfen der Menschen verankert.<br \/>\n  <br \/> Fakt ist, Drachen <em>haben<\/em> einen schrecklichen Mundgeruch.<br \/>\n  <br \/> Und das wirft die n&auml;chste Frage auf: Was war zuerst da? Der Mundgeruch oder das Wissen darum?<br \/>\n  <br \/> Und <em>das<\/em> wirft die Frage auf: Formt die Realit&auml;t das Wissen oder formt das Wissen die Realit&auml;t?<\/p>\n<p align=\"justify\">Smahug k&uuml;mmerte sich nicht um solche pseudo-philosophischen Fragen.<br \/>\n  <br \/> Er wartete.<br \/>\n  <br \/> Sein golden geschuppter K&ouml;rper r&auml;kelte sich auf dem hoch gelegenen Plateau des Versammlungsplatzes und glitzerte dabei im Licht der ersten Sonnenstrahlen.<br \/>\n  <br \/> Unvorsichtige h&auml;tten ihn f&uuml;r einen gigantischen Schatzhaufen halten k&ouml;nnen &#8211; sie h&auml;tten sehr bald herausgefunden, dass die allerwenigsten Schatzhaufen gro&szlig;e, gr&uuml;ne Augen haben&#8230;<br \/>\n  <br \/> Und einen riesigen Kopf&#8230;<br \/>\n  <br \/> Und zwei gro&szlig;e Fl&uuml;gel&#8230;<br \/>\n  <br \/> Und scharfe Z&auml;hne und Klauen&#8230;<br \/>\n  <br \/> Und schrecklichen Mundgeruch&#8230;<br \/>\n  <br \/> Er wartete auf die anderen.<br \/>\n  <br \/> Sie kamen im Laufe des Vormittags:<br \/>\n  <br \/> Adorelon, der Silberne.<br \/>\n  <br \/> Neidh&ouml;cker, der Bronzene &#8211; wenn er nicht gerade mal wieder mit Droca verwechselt wurde.<br \/>\n  <br \/> Droca, der Kupferne&#8230;oder doch der Bronzene?<br \/>\n  <br \/> Vasdendas, der Messingfarbene.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus, der Schwarze, der aus den finsteren S&uuml;mpfen des schwarzen Todes kam, die noch nie von einem Menschen lebendig wieder verlassen wurden.<br \/>\n  <br \/> Er wurde von allen immer nur Morki genannt.<br \/>\n  <br \/> Glaureng, der Gr&uuml;ne.<br \/>\n  <br \/> Tjamat, der Blaue.<br \/>\n  <br \/> Schneewei&szlig;chen, die Wei&szlig;e &#8211; ja, sie war der einzige weibliche Drache im Rat. Und ja, sie hatte wirklich so einen d&auml;mlichen Namen.<br \/>\n  <br \/> Und Kalessan, der Rote.<br \/>\n  <br \/> Kalessan war einem sofort sympathisch, wenn man ihn das erste Mal traf. Denn man wollte <em>unter keinen Umst&auml;nden<\/em> zulassen, dass er unsympathisch wurde. Leider reichte blo&szlig;es Menschsein schon aus, um ihn <em>sehr<\/em> unsympathisch werden zu lassen&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Es ist ungemein praktisch, ein Drache zu sein!&quot;, hatte er einmal gesagt, &quot;Du musst dich gar nicht mehr um die Nahrungsbeschaffung k&uuml;mmern, nein, die Nahrung kommt zu dir&#8230;und meistens bringt sie noch tolle Dinge zum Sammeln und Tauschen mit&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Deswegen war es ihm auch ein besonderes Greuel, seinen geliebten Hort verlassen zu m&uuml;ssen &#8211; und darum war er auch der einzige, der nicht im Laufe dieses Vormittags, sondern des n&auml;chsten erschien. Den anderen machte das nicht viel aus, sie waren sein Verhalten schon gewohnt &#8211; und wenigstens konnten sie derweil die neuesten Nachrichten, Geschichten und praktische Tips zur effektiven Sklavenhaltung austauschen.<br \/>\n  <br \/> Kalessan landete auf seiner Plattform, w&auml;hrend die anderen ebenfalls ihre Pl&auml;tze einnahmen &#8211; Smahug dabei, wie es die Tradition verlangte, in der Mitte des Felsplateaus.<br \/>\n  <br \/> Eigentlich waren es mehrere Plattformen: Eine gro&szlig;e in der Mitte und zehn weitere, die kreisf&ouml;rmig um sie herum angeordnet waren. Die Drachen hatten keine Ahnung, wer dieses Bergplateau mitten im Gebirge erschaffen hatte. Aber weil sich Unwissenheit seitens der M&auml;chtigen in der &Ouml;ffentlichkeit niemals gut macht, wurde schnell eine sch&ouml;ne Geschichte erfunden. Nun hie&szlig; es offiziell, dass der allererste Rat der Drachen diesen Platz mittels m&auml;chtiger Magie aus dem h&ouml;chsten Berg des Landes heraus gebrochen hatte, um dort in Zukunft seine Versammlungen abzuhalten, die fortan die Geschicke der Welt lenken sollten.<br \/>\n  <br \/> Solche Geschichten machen sich immer gut&#8230;<br \/>\n  <br \/> Jeder Drache sa&szlig; nun auf seiner Plattform. Und sie sa&szlig;en auch nur, weil nicht genug Platz war, um sich hinzulegen.<br \/>\n  <br \/> Der Rat der Drachen tagte einmal mehr. Und sein Vorsitzender, Smahug, erhob nun die Stimme:<br \/>\n  <br \/> &quot;Sch&ouml;n, dass du es auch f&uuml;r n&ouml;tig befindest, hier aufzutauchen, Kalessan!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Sei froh, dass ich &uuml;berhaupt gekommen bin! Ich habe n&auml;mlich keine gro&szlig;e Lust, wieder so einer sinnlosen Sitzung wie letztes Mal beizuwohnen!&quot;, erwiderte der rote Drache, was alle anderen zu Gekicher veranlasste &#8211; alle, au&szlig;er Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, diesmal ist das Anliegen, weswegen ich euch zusammen gerufen habe, ein &auml;u&szlig;erst wichtiges!&quot;, antwortete dieser.<br \/>\n  <br \/> &quot;Das hast du letztes Mal auch gesagt, als dein Lieblingsschmuckst&uuml;ck verschwunden war, wir deine gesamte H&ouml;hle danach abgesucht haben und es schlie&szlig;lich in deinem Ar&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja ja ja, das war sehr lustig damals, nicht wahr? Ha. Ha. Ha.&quot;, unterbrach ihn Smahug schleunigst, &quot;Nein, diesmal ist es <em>wirklich<\/em> wichtig! Ich denke mal, ihr wisst alle, wo die Menschenstadt &quot;Neudorf&quot; liegt?&quot;<br \/>\n  <br \/> Die meisten Drachen nickten.<br \/>\n  <br \/> &quot;Gut, wir werden der Stadt heute einen kleinen Besuch abstatten. Und, um es gleich hinzuzuf&uuml;gen, wir werden die Stadt <em>nicht<\/em> zerst&ouml;ren oder sonst irgendwie besch&auml;digen!&quot;, sagte Smahug mit einem Seitenblick auf Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Ein teils erstauntes, teils erfreutes, teils entt&auml;uschtes Murmeln ert&ouml;nte aus den Reihen der restlichen Drachen.<br \/>\n  <br \/> Glaureng fragte: &quot;Das wird doch nicht wieder so eine Wohlt&auml;tigkeitsveranstaltung f&uuml;r Menschen, oder? Das w&auml;re ja noch schlimmer als die Aktion vom letzten Mal!&quot;<br \/>\n  <br \/> Wieder brach Gel&auml;chter aus.<br \/>\n  <br \/> Smahug unterbrach die Menge mit einem lauten Br&uuml;llen:<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, das wird weder eine Zerst&ouml;rungsorgie, noch eine Wohlt&auml;tigkeitsfahrt. Und ich w&auml;re sehr erfreut, wenn ihr mich nicht alle immer wieder an das kleine Missgeschick unserer letzten Zusammenkunft erinnern w&uuml;rdet, danke! Nein, wir werden uns tarnen und mit einem gewissen Menschen in dieser Stadt mal ein paar Worte wechseln. Droca hier&#8230;&quot;, er deutete mit einem Kopfnicken auf den Kupferdrachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin Droca!&quot;, sagte der Drache, der auf der Plattform nebenan sa&szlig;, &quot;Das da ist Neidh&ouml;cker.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Warum sitzt ihr eigentlich nebeneinander?&quot;, fragte Tjamat, &quot;Man kann euch ja wirklich kaum auseinander halten!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr k&ouml;nnt das seit den 450 Jahren die wir schon nebeneinander sitzen nicht &#8211; aber ihr habt euch nie dar&uuml;ber beschwert!&quot;, erwiderte Neidh&ouml;cker.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dann tue ich es halt jetzt!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;H&auml;ttest du das nicht fr&uuml;her machen k&ouml;nnen? Ich habe mich schon so sehr an den Platz hier gew&ouml;hnt! Au&szlig;erdem bist du ja nur neidisch, weil meine Plattform ein bisschen gr&ouml;&szlig;er&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;WENN ICH WOHL WIEder auf unser eigentliches Thema zur&uuml;ckkommen k&ouml;nnte?&quot;, rief Smahug dazwischen, worauf der Streit zwischen den beiden f&uuml;rs erste verstummte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Also, Droca hat mir berichtet, dass ein Magier namens Saurudalf die Regentschaft &uuml;ber Neudorf &uuml;bernommen hat. Dieser Magier verk&uuml;ndete, dass er s&auml;mtliche Drachen im Umkreis von Neudorf vernichten wolle &#8211; etwas, was wir nat&uuml;rlich nicht zulassen k&ouml;nnen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich wusste, dass ich nicht h&auml;tte kommen d&uuml;rfen!&quot;, st&ouml;hnte Kalessan, &quot;Wozu brauchst du da uns alle? Warum kann Droca ihm nicht alleine einen kleinen Besuch abstatten und ihm den Kopf abbei&szlig;en? Hast du etwa Angst, er k&ouml;nnte dir weh tun, Droca?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Es w&auml;re sehr nett, wenn du mich ausreden lassen w&uuml;rdest, Kalessan! Dieser Saurudalf hat n&auml;mlich laut Drocas Bericht irgendeine Maschine oder ein Artefakt geschaffen &#8211; extra zur Vernichtung von Drachen! Ich bin der Meinung, wir sollten uns dieses Artefakt im Rahmen einer kleinen Weiterbildung alle einmal ansehen &#8211; und diesem Saurudalf nebenbei noch eine kleine Lektion erteilen.&quot;<br \/>\n  <br \/> Als Smahug Kalessans interessierte Seitenblicke vernahm, f&uuml;gte er hinzu: &quot;Und wir werden ihn nur t&ouml;ten, wenn es sich wirklich absolut nicht vermeiden l&auml;sst!&quot;<br \/>\n  <br \/> Irgendetwas in Kalessans Blick sagte ihm jedoch, dass Kalessan schon daf&uuml;r sorgen w&uuml;rde, dass es sich nicht vermeiden lassen w&uuml;rde&#8230;<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Reise verlief relativ schnell, gegen Nachmittag erreichten die zehn Drachen die Umgebung um Neudorf.<br \/>\n  <br \/> Aufgrund des Namens k&ouml;nnte man vielleicht vermuten, dass es sich nur um eine kleine Ansammlung von H&uuml;tten handelte, die mitten im Freien herumstanden und auch nur deswegen als &quot;Dorf&quot; bezeichnet wurden, weil der Abstand zwischen zweien von ihnen weniger als einen Kilometer betrug&#8230;<br \/>\n  <br \/> Nein, in Wahrheit handelte es sich um eine der gr&ouml;&szlig;ten St&auml;dte des Reiches, mit einer Einwohnerzahl von ungef&auml;hr 40.000 Wesen.<br \/>\n  <br \/> Bei der Namenswahl der Stadt war man halt anscheinend ein wenig&#8230;uninspiriert gewesen.<br \/>\n  <br \/> Droca, der der Stadt am n&auml;chsten wohnte, f&uuml;hrte die Drachen zu einem nahe gelegenen Wald, in dem eine Lichtung lag, die gro&szlig; genug war, um zumindest einem von ihnen Platz zu geben.<br \/>\n  <br \/> Da Glaureng als einziger mehr einem riesigen gef&uuml;llten Schleimbeutel als einer gefl&uuml;gelten Echse glich, musste er mit Hilfe von Magie fliegen, was ihn &uuml;ber l&auml;ngere Strecken nicht gerade wenig Kraft kostete. Darum landete er als Erster auf der Lichtung und verschnaufte ein wenig. Das pr&auml;gte der Lichtung zwar schon Glaurengs charakteristischen Gestank auf und lie&szlig; bereits nach kurzer Zeit die ersten Blumen absterben, die restlichen Mitglieder waren diesen sehr speziellen Duft aber gl&uuml;cklicherweise bereits gewohnt. W&auml;hrend ihr Kollege sich noch ausruhte, kreisten die anderen Drachen weit &uuml;ber den Wolken, die &uuml;ber der Lichtung hingen und entzogen sich so eventuellen neugierigen Blicken. Dabei setzte sich eine der unterbrochenen Unterhaltungen vom Vormittag auf mentalem Wege fort.<br \/>\n  <br \/> Tjamat wandte sich &#8211; nat&uuml;rlich erst, nachdem er nachgefragt hatte &#8211; an Neidh&ouml;cker, den Bronzedrachen: &quot;Sag mal, warum gibt es &uuml;berhaupt eine Unterteilung zwischen Kupfer- und Bronzedrachen? Ich meine, Droca und du, ihr &auml;hnelt euch beide wie ein Ei dem anderen! Ich wette, wenn man einen Schl&uuml;pfling von dir und ihm vertauscht, w&uuml;rde keiner von euch etwas merken.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Pass mal auf, mein lieber, blauer Freund: Ich w&uuml;rde auch aus Tausenden von Kupferdrachenschl&uuml;pflingen einen Bronzedrachen herausfinden. Es gibt n&auml;mlich gravierende Unterschiede zwischen unseren beiden Rassen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Als da w&auml;ren&#8230;?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;zum Beispiel leben Kupferdrachen in l&auml;ndlichen Gegenden wie dieser hier, w&auml;hrend wir Bronzedrachen sch&ouml;ne, felsige K&uuml;stenregionen bevorzugen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und daran k&ouml;nntest du die Kleinen unterscheiden, aha&#8230; Wei&szlig;t du was? Ich glaube, diese Einteilung ist nur vorgenommen worden, weil die zehn Pl&auml;tze die sie da oben auf dem Versammlungsplatz vorgefunden hatten alle gef&uuml;llt werden mussten&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Da h&auml;tte man euch Blaue auch weglassen k&ouml;nnen und uns daf&uuml;r dreimal unterteilen k&ouml;nnen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Bevor Tjamat zu einer scharfen Gegenantwort ansetzen konnte, &uuml;bermittelte ihnen Smahug folgendes: &quot;Glaureng ist fertig da unten. Du bist dran, Tjamat!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir sprechen uns noch, H&ouml;cki!&quot;, sagte Tjamat mit einem Knurren und drehte dann ab, um spiralf&ouml;rmig abzusteigen.<br \/>\n  <br \/> So ging es dann immer weiter. Wenn einer der Drachen fertig war, &uuml;bermittelte er den oben fliegenden Kollegen eine entsprechende Botschaft und der n&auml;chste war dran. Smahug war der letzte, der absteigen sollte. Er schraubte sich tiefer und tiefer, bis er die Wolkendecke durchbrach und die Lichtung sichten konnte. Mit angelegten Fl&uuml;geln legte er einen schnellen Sturzflug nach unten hin und breitete sie kurz vor dem Aufprall wieder aus, was seinen Flug rapide abbremste.<br \/>\n  <br \/> Jedem normalen Wesen von diesem Gewicht und dieser Geschwindigkeit h&auml;tte es die Fl&uuml;gel kurzerhand ausgerissen und den Flug kein bisschen gebremst, aber, wie Kalessan bereits sagte, es ist wirklich ungemein praktisch, Drache zu sein &#8211; man muss sich um keinerlei physikalische Gesetze mehr k&uuml;mmern. Wozu gibt es denn Magie?<br \/>\n  <br \/> Smahug drehte der Physik eine lange Nase und landete sanft wie eine Feder auf der gro&szlig;en Lichtung, die f&uuml;r seine stattliche Gr&ouml;&szlig;e von 50 Metern schon fast wieder zu klein war. Er faltete seine Schwingen zusammen und begann, sich zu konzentrieren und damit die Verwandlung einzuleiten. W&auml;ren jetzt Menschen dabei gewesen, h&auml;tte Smahug wahrscheinlich eine optisch beeindruckende Schau mit viel Blitz und Rauch vorgelegt &#8211; Menschen brauchten so etwas. Da dem aber nicht so war, verschwand der Drache einfach und statt dessen stand an seiner Stelle ein &auml;lterer Mann mit wei&szlig;en Vollbart, langen, ebenfalls wei&szlig;en Haaren und einer goldfarbenen Robe. Das Assoziationsverm&ouml;gen eines jeden Menschen w&uuml;rde bei seinem Anblick sofort &quot;Magier&quot; schreien&#8230;<br \/>\n  <br \/> Er sah zum Rand der Lichtung. Neun andere Menschen bewegten sich auf ihn zu. Und jeder von ihnen trug eine Robe von einer anderen Farbe.<br \/>\n  <br \/> Alles in allem sah es aus, als w&auml;ren die Farben aus dem Malkasten eines Grundsch&uuml;lers herausgesprungen und h&auml;tten menschliche Gestalt angenommen. Farben h&auml;tten sich jedoch wahrscheinlich unauff&auml;lliger gekleidet als die Drachen es taten&#8230;<br \/>\n  <br \/> Smahug lie&szlig; seinen Blick nochmals &uuml;ber die Gruppe schweifen. Vor ihm standen sieben menschliche M&auml;nner und zwei Frauen. Es war also alles in Ordnung, alle waren anwesend. Er wollte gerade den Arm in Richtung Neudorf heben und einen Standardspruch &aacute; la &quot;Na dann, lasst uns diesem Magier mal zeigen, wer hier der Boss ist!&quot; loslassen, stockte aber. Sieben M&auml;nner und <em>zwei<\/em> Frauen?<br \/>\n  <br \/> Smahug sah sie sich nochmals an. Die eine Frau trug ein wei&szlig;es Gewand &#8211; das musste Schneewei&szlig;chen sein&#8230; Die andere war blau bekleidet.<br \/>\n  <br \/> &quot;Tjamat, ich denke, ich kann sagen, dass ich mich mit Menschen ganz gut auskenne&#8230;und du hast dich versehentlich in eine menschliche Frau verwandelt!&quot;<br \/>\n  <br \/> Tjamats sehr m&auml;nnliche Stimme antwortete ihm: &quot;Wieso &#8218;versehentlich&#8216;? Sehe ich etwa nicht gut aus?&quot;<br \/>\n  <br \/> Die anderen neun starrten sie&#8230;ihn nur an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist? Ist irgendwas nicht in Ordnung?&quot;, fragte der verwirrte Tjamat.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du verwandelst dich in eine menschliche Frau und beh&auml;ltst deine m&auml;nnliche Drachenstimme bei?&quot;, fragte Adorelon ungl&auml;ubig.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was dagegen? Wir gehen doch nur da rein, regeln unsere Angelegenheit mit diesem Saurudalf und gehen dann wieder raus oder? Ich werde schon nicht mit jedem zweiten Menschen in dieser Stadt reden&#8230;und selbst wenn, was soll uns schon gro&szlig; passieren?&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug sch&uuml;ttelte den Kopf und seufzte: &quot;Ja, gut, du hast Recht. Es wird nicht lange dauern. Rein und wieder raus, nichts besonderes, ein Kinderspiel f&uuml;r uns, ja&#8230; Also, verschwenden wir nicht weiter unsere Zeit mit dieser Angelegenheit sondern ziehen endlich los &#8211; hat noch jemand von euch Fragen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Er schaute fragend in die Runde &#8211; die anderen schauten fragend zur&uuml;ck.<br \/>\n  <br \/> Smahug hob den Arm in Richtung Neudorf und sprach: &quot;Na dann, lasst uns diesem Magier mal zeigen, wer hier der Boss ist!&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine derartige Gruppe h&auml;tte beim Passieren des gro&szlig;en Stadttores eigentlich auffallen m&uuml;ssen. Doch die Bewohner und damit auch die Torw&auml;chter der Stadt waren solcherlei Gefolge schon gewohnt &#8211; wenn eine der gr&ouml;&szlig;ten Magierakademien des Reiches mitten in der Stadt steht, ist man so einiges gewohnt&#8230;<br \/>\n  <br \/> Die H&auml;userw&auml;nde t&uuml;rmten sich rechts und links hoch auf. Zwischen ihnen lag ein gewaltiger Strom aus Menschen, Handelskarren und anderen sich bewegenden Dingen, unter ihnen die zehn Drachen des Rates, die wie ein gro&szlig;er Regenbogenfisch durch das Gedr&auml;nge schwammen.<br \/>\n  <br \/> Die breite Stra&szlig;e &#8211; wahrscheinlich hie&szlig; sie auch &quot;Breite Stra&szlig;e&quot; &#8211; f&uuml;hrte direkt auf den gro&szlig;en Marktplatz der Stadt, der sehr bekannt f&uuml;r&#8230;seine Gr&ouml;&szlig;e war.<br \/>\n  <br \/> Von hier aus zweigten etliche Dutzend gro&szlig;e und kleine Stra&szlig;en in s&auml;mtliche Himmelsrichtungen ab, jedoch keine davon so auff&auml;llig breit und dicht befahren wie der Weg, auf dem sie in die Stadt gekommen waren.<br \/>\n  <br \/> &quot;So, und wo geht es nun zum&#8230;&quot;, wollte sich Smahug an Droca wenden, stockte aber einmal mehr. Die zwei Menschen in rotbraunem Gewand, die vor ihm standen, waren f&uuml;r einen Drachen kaum zu unterscheiden. Denn was ist zwischen zwei Menschen schon gro&szlig; anders? Manchmal ist das Fell auf dem Kopf l&auml;nger, mal k&uuml;rzer, mal in der einen Farbe, mal in einer anderen &#8211; sehr viel mehr Unterschiede, von weiteren auff&auml;lligen Merkmalen wie Gr&ouml;&szlig;e oder Statur mal abgesehen, konnten Drachen an Menschen nicht ausmachen&#8230;oder hatten keine Lust dazu.<br \/>\n  <br \/> Einer von den beiden antwortete auf die abgebrochene Frage: &quot;Folgt mir einfach, ich kenne den Weg zum&#8230;&quot;, wurde aber seinerseits unterbrochen. Und zwar von einer Menschenfrau, die gerade vorbei lief, dann aber stehen blieb, um den Drachen n&auml;her zu betrachten:<br \/>\n  <br \/> &quot;Verzeiht&#8230;seid ihr nicht Droca, der Schauspieler?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, nun ja&#8230;&quot;, antwortete dieser und begann, recht nerv&ouml;s nach rechts und links zu blicken.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, ich habe das St&uuml;ck gesehen. Es war gro&szlig;artig! Ihr habt mit solcher Hingabe gespielt, mit solcher Emotion, mit solchem Talent! Eure Verk&ouml;rperung des Newob hatte so viel Tiefe, so viel Kraft, so viel Liebe&#8230;&quot;, ergoss sich der Redeschwall der Frau &uuml;ber den Drachen, in dessen Blick jetzt eine Spur von Panik lag, w&auml;hrend ihn seine Kollegen nur mit offenen M&uuml;ndern anstarrten.<br \/>\n  <br \/> Irgendwie gelang es Droca, sich selbst zu &uuml;berwinden und ein paar Worte hervorzustammeln: &quot;Gute Frau, ich wei&szlig; nicht, wovon&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Die Frau schien ihn nicht zu h&ouml;ren. Sie brach ihren Redeschwall zwar ab, aber nur um einer Gruppe anderer Frauen in der N&auml;he zuzuwinken und laut zu schreien: &quot;Trixi, Daisy, Peggy, kommt her, seht mal, wen ich gefunden habe! Es ist Droca! <em>Der<\/em> Droca!&quot;<br \/>\n  <br \/> Die drei angesprochenen Frauen sahen auf, kreischten laut und rannten auf den Drachen zu. Anscheinend waren diese vier aber nicht die einzigen, die den Drachen zu kennen schienen, denn nun erschollen weitere laute Rufe und immer mehr Menschen kamen heran, um ein Auge auf den Drachen werfen zu k&ouml;nnen. Es entstand ein riesiges Gedr&auml;nge um die Drachengruppe, mit Droca in ihrem Mittelpunkt. Die Leute schrien Dinge wie &quot;Nur ein St&uuml;ck von seinem Gewand!&quot;, &quot;Eine Locke seiner pr&auml;chtigen Haare!&quot; oder &quot;Oh bitte, lasst mir auch was von ihm &uuml;brig!&quot; und die Menschen begannen an ihm zu ziehen und zu zerren.<br \/>\n  <br \/> Auf einmal blitzte ein helles rotes Licht auf, welches den Marktplatz f&uuml;r den Bruchteil einer Sekunde im Licht der nachmitt&auml;glichen Sonne noch einmal extra erhellte.<br \/>\n  <br \/> Stille.<br \/>\n  <br \/> Eine gro&szlig;e Masse an Menschenaugen starrte sie ausdruckslos an.<br \/>\n  <br \/> Smahug steckte den kleinen Stock mit dem r&ouml;tlich gl&uuml;henden Punkt am Ende wieder in eine Tasche seiner Robe.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was glotzt ihr alle so? Haut endlich ab! Hier gibt es nichts zu sehen! Los, geht weiter euren Gesch&auml;ften nach!&quot;, rief er laut.<br \/>\n  <br \/> Gemurmel und Bewegung entstand wieder und die Menschen kehrten zu ihren vorherigen Aktivit&auml;ten zur&uuml;ck.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was&#8230;was war das?&quot;, fragte Droca.<br \/>\n  <br \/> &quot;Eine kleine Spielerei, hab ich mal vom Elfenk&ouml;nig Emballasilvarandarlessadar dem MCXXIX. bekommen. Es stimuliert die Nervensynapsen des menschlichen Gro&szlig;hirns und l&ouml;scht so ihr Kurz&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug bemerkte die Verst&auml;ndnislosigkeit in Drocas Augen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach, vergiss es! Sag du mir lieber, was das hier gerade war! Wie hat sie dich nochmal bezeichnet? Als Schaumsp&uuml;ler?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Schauspieler. &Auml;hm, wisst ihr, die Menschen haben hier eine Tradition namens &#8218;Theater&#8216;. Ich habe da mal mitgemacht. Eine Gruppe von Menschen, die Schauspieler, tun so, als w&auml;ren sie jemand anders und erz&auml;hlen so auf der Theaterb&uuml;hne eine Geschichte. Und viele andere Menschen schauen dabei zu.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was hat das Ganze f&uuml;r einen Sinn?&quot;, fragte Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, es ist ein&#8230;direkteres und anschaulicheres Mittel, um Geschichten glaubw&uuml;rdig erz&auml;hlen zu k&ouml;nnen, w&uuml;rde ich sagen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was f&uuml;r eine Geschichte habt ihr da erz&auml;hlt?&quot;, fragte Adorelon.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, ich kann euch sagen, dass war eine ganz fantastische Geschichte! Es ging um einen Drachent&ouml;ter, der sich mit dem letzten Drachen zusammenschlie&szlig;t, um einen b&ouml;sen K&ouml;nig zu bek&auml;mpfen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und du hast dich vor all den Menschen in deiner wahren Gestalt gezeigt?&quot;, fragte Vasdendas.<br \/>\n  <br \/> &quot;Neinneinnein, ich habe den Drachent&ouml;ter gespielt. Der Drache war ein gro&szlig;es Ger&uuml;st auf R&auml;dern &#8211; sah zwar nicht unbedingt wie ein Drache aus, aber die Phantasie musste sich den Rest einfach nur dazu denken, dann wirkte es gar nicht mal so schlecht. Ich sage euch, die Menschen waren hin und weg von dem St&uuml;ck!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das ist ja sehr erfreulich f&uuml;r dich, lieber Droca! Sch&ouml;n, dass du den Ruf unserer Rasse so in den Dreck ziehst. Sch&ouml;n, dass du so bekannt bist und so viel Aufmerksamkeit auf dich ziehst. Sch&ouml;n, dass du unsere gesamte Aktion hier gef&auml;hrdest!&quot;, rief Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach komm schon, reg dich ab &#8211; was soll uns hier bittesch&ouml;n passieren?&quot;<br \/>\n  <br \/> Bevor Smahug zu einer Gegenantwort ansetzen konnte, schob sich Kalessan dazwischen: &quot;Uns kann hier gar nichts passieren. Aber unser Anf&uuml;hrer hier hat Angst, dass arme, unschuldige Menschen zu Schaden kommen k&ouml;nnten, wenn etwas schiefgeht &#8211; ist es nicht so, oh gro&szlig;er, weiser Anf&uuml;hrer?&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug starrte ihn nur w&uuml;tend an.<br \/>\n  <br \/> Dann antwortete er endlich: &quot;Das Thema haben wir schon so oft durchgekaut, Kalessan! Diesen Disput verschieben wir auf sp&auml;ter, ja? Ich m&ouml;chte erstmal die Angelegenheit in dieser Stadt bereinigen, ja? Also, Droca, wo lang geht es denn jetzt zu diesem&#8230;Rathaus?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Folgt mir einfach!&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Nachdem sich durch einige weitere gr&ouml;&szlig;ere Stra&szlig;en durchgearbeitet hatten, kamen sie auf einen kleineren Platz. Nur ein einzelner, kleiner und noch dazu ziemlich dreckiger Springbrunnen zierte die Fl&auml;che. Neben den &uuml;blichen H&auml;usern und Gesch&auml;ften war der Rand des Platzes noch von einem gro&szlig;en, pr&auml;chtig verzierten Fachwerkhaus ges&auml;umt, welches seine Nachbarn von der &Auml;sthetik her in den Schatten tiefster und vollkommenster H&auml;sslichkeit stellte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sieht so aus, als w&auml;ren wir am Ziel. Warum m&uuml;ssen die M&auml;chtigen unter den Menschen ihre Potenz eigentlich immer in solchen Prunkbauten ausdr&uuml;cken? Wenn sie das Geld schon ausgeben m&uuml;ssen, k&ouml;nnen sie das auch f&uuml;r n&uuml;tzlichere Zwecke machen&#8230;&quot;, sagte Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, das ist die &ouml;rtliche Taverne und nicht das Rathaus&#8230;&quot;, erwiderte Droca.<br \/>\n  <br \/> &quot;Die &ouml;rtliche&#8230;was?&quot;, antwortete Smahug ungl&auml;ubig, &quot;Warum hat eine Taverne bittesch&ouml;n eine so teure Aufmachung? Ist das etwa die einzige Taverne in der Stadt? Dann k&ouml;nnte ich es ja verstehen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Neinnein, der &#8218;Rumstehende Esel&#8216; ist bei weitem nicht das einzige Gasthaus hier. Nur Wirt Brennessel ist der einzige, der es irgendwie geschafft hat, eine Versicherung f&uuml;r Einrichtungssch&auml;den zu ergattern&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Eine was?&quot;<br \/>\n  <br \/> Droca suchte nach Worten und wedelte dabei suchend mit den Armen in der Luft: &quot;&Auml;hm&#8230;das ist, wenn&#8230;wenn&#8230;wenn du&#8230;nein&#8230;&auml;hm, pass auf, das funktioniert so: Wenn jemand dein&#8230;&auml;hm&#8230;dein Eigentum besch&auml;digt und du&#8230;und du so eine Versicherung&#8230;&auml;hm&#8230;&auml;h&#8230;ach, vergiss es!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Also, wo ist jetzt das verdammte Rathaus?&quot;, fragte der langsam ungeduldig werdende Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Da dr&uuml;ben!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das Haus sieht aber aus wie alle anderen!&quot;, sagte Vasdendas entt&auml;uscht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Die Stadt hat halt nicht viel Geld &#8211; selbst du d&uuml;rftest mehr in deinem Hort haben, als die hier in ihrer Stadtkasse, Vas.&quot;, entgegnete der Kupferdrachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Da scheint es ja wirklich schlimm um die Stadt zu stehen. Was haben die denn gemacht, um sich so gro&szlig; zu verschulden?&quot;, fragte Neidh&ouml;cker.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin nicht verschuldet!&quot;, sagte Vasdendas.<br \/>\n  <br \/> &quot;Keine Ahnung! Gestern war die Kasse noch voll und nichts deutet auf eine finanzielle Katastrophe hin und am n&auml;chsten Tag liegt in der Schatzkammer nur noch ein Schuldschein mit einem riesigen Betrag drauf &#8211; beeindruckend, wie menschliche Politiker das so hinbekommen&#8230;&quot;, erkl&auml;rte Droca.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin nicht verschuldet!&quot;, sagte Vasdendas.<br \/>\n  <br \/> Kalessan schnaubte ver&auml;chtlich: &quot;Typisch Menschen, die k&ouml;nnen weder mit sich selbst, noch mit Geld richtig umgehen &#8211; und sowas favorisierst du, Sma&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan stockte.<br \/>\n  <br \/> Smahug stand mit geschlossenen Augen da. Er atmete ruhig ein und aus. Ein Zeichen, dass die anderen Drachen sofort zu deuten wussten. Als er die Augen wieder aufmachte, sah Smahug, wie sie in voller Bereitschaft an der T&uuml;r des Rathauses standen und ihn halb &auml;ngstlich, halb erwartungsvoll betrachteten. Er ging auf sie zu und sagte k&uuml;hl: &quot;Gut. Keine Unterhaltungen mehr. Keine Plaudereien. Keine Diskussionen. Kein Bl&ouml;dsinn. Wir gehen jetzt da rein. Ich werde reden. Niemand sonst. Verstanden?&quot;<br \/>\n  <br \/> Neun K&ouml;pfe bewegten sich simultan auf und ab, erleichert dar&uuml;ber, den Wutausbruch abgewendet zu haben.<br \/>\n  <br \/> Smahug &ouml;ffnete die T&uuml;r.<\/p>\n<p align=\"justify\">&quot;Ah, Hallo! Mister Saurudalf hat euch bereits erwartet. Bitte setzt euch doch kurz, ich sage ihm dann gleich Bescheid, ja?&quot;, ert&ouml;nte eine n&auml;selnde Frauenstimme, welche Smahug den Schwung seines Auftretens nahm und ihn verbl&uuml;fft im Raum stehen lie&szlig;.<br \/>\n  <br \/> Das Zimmer war klein und stickig. Die W&auml;nde waren grau gestrichen und die Einrichtung bestand aus einer von Holzw&uuml;rmern durchl&ouml;cherten T&uuml;r gegen&uuml;ber des Eingangs, einem von Holzw&uuml;rmern durchl&ouml;cherten Tisch auf dem zahlreiche Papierstapel und ein Tintenfass standen und einem von Leinenw&uuml;rmern durchl&ouml;cherten Bild an der Wand dahinter, welches einen Ritter zeigte, der gerade einen kleinen Drachen mit einer Lanze aufspie&szlig;te.<br \/>\n  <br \/> Hinter dem Tisch sa&szlig; ein Skelett. Nein, bei n&auml;herem Hinsehen handelte es sich tats&auml;chlich um eine lebendige, wenn auch schon recht alte Frau. Sie hatte nur einen H&uuml;ftumfang, der ein jedes der g&auml;ngigen Topmodels wie eine Tonne auf Beinen aussehen lassen w&uuml;rde.<br \/>\n  <br \/> Smahug fing sich langsam wieder: &quot;Was&#8230;habt ihr gerade gesagt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich sagte, ihr sollt euch kurz setzen, w&auml;hrend ich Saurudalf&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;NIEMAND&#8230;sagt MIR&#8230;was ICH zu tun habe!&quot;, schrie Smahug sie mit vor Zorn weit ge&ouml;ffneten Augen, die fast aus dem Kopf quollen, an. Dann schritt er auf die T&uuml;r zu und &ouml;ffnete sie mit einem entschlossenen Tritt, was zur Folge hatte, dass sie laut krachte und mehrere Meter weit in den n&auml;chsten Raum hinein flog.<br \/>\n  <br \/> Smahug blieb abermals stehen, w&auml;hrend die anderen Drachen aufr&uuml;ckten und ihm den R&uuml;cken sicherten &#8211; zumindest w&uuml;rden sie ihre Aktion so bezeichnen.<br \/>\n  <br \/> Vor ihnen tat sich eine Halle auf. Sie war nicht sehr gro&szlig; &#8211; Kalessan, der mit &uuml;ber zwei Metern der Gr&ouml;&szlig;te von ihnen war, musste nur den Arm ausstrecken, um die Decke zu ber&uuml;hren &#8211; aber das machte sie in ihrer mehrere Dutzend Meter messenden L&auml;nge wieder wett. Ein breiter, roter Teppich erstreckte sich &uuml;ber die gesamte Halle. Rechts und links neben ihm standen zwei ebenso lange und diesmal seltsamerweise nicht von Holzw&uuml;rmern durchl&ouml;cherte Tische. Der Teppich endete an einem roten Sessel &#8211; und auf diesem Sessel sa&szlig; ein junger Mann. Er hatte die Beine &uuml;bereinander geschlagen und las in einem gro&szlig;en Buch, welches auf seinem Scho&szlig; lag. Er war ebenfalls mit einer Robe bekleidet, w&auml;re in einer Menschenmenge aber wohl kaum so aufgefallen wie der Rat.<br \/>\n  <br \/> Er sah auf: &quot;Cassandra, habe ich nicht gesagt, dass ich nicht gest&ouml;rt werden&#8230;m&ouml;chte&#8230;aahh, ich verstehe, ihr seid es!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, wir sind es &#8211; und wer zur H&ouml;lle seid <em>ihr<\/em>?&quot;, entgegnete der bereits sehr aufgebrachte Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Erlaubt mir, mich vorzustellen&#8230;&quot;, setzte der Mann an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich habe es euch <em>befohlen<\/em>, nicht erlaubt!&quot;, schrie Smahug ihn an.<br \/>\n  <br \/> Damit hatte er ihn ein wenig aus dem Konzept gebracht, denn der Mensch schaute jetzt nerv&ouml;s hin und her und leckte sich mit der Zunge &uuml;ber die Lippen. Bevor er jedoch weiterreden konnte, ert&ouml;nte wieder die Stimme der alten Frau neben ihnen: &quot;Es tut mir leid, Mister Saurudalf, aber diese Herren haben sich einfach vorgedr&auml;ngelt, bevor ich etwas unternehmen konnte!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, schon gut Cassandra, bitte&#8230;nehmen sie sich den Rest des Tages frei, ich denke, ich brauche sie heute nicht mehr!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber die Akten m&uuml;ssen noch&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte gehen sie <em>jetzt<\/em>!&quot;, sagte Saurudalf mit leicht erhobener Stimme.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, Mister!&quot;, ert&ouml;nte die leise Antwort. Danach war die Frau verschwunden und die T&uuml;r wurde zugeschlagen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr seid also Saurudalf? Gut, dann seid ihr auch der, den wir suchen&#8230;aber anscheinend wurden wir auch schon erwartet?&quot;, meldete sich jetzt Smahug wieder zu Wort.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, &auml;h&#8230;ihr geh&ouml;rt doch zu der Abenteurergruppe, die die Handelskarawane aus Kleinstadt begleitet hat oder?&quot;, kam die Antwort.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, sind wir nicht. Wir kommen wegen einer anderen Angelegenheit. Wir haben geh&ouml;rt, ihr habt eine Abneigung gegen Drachen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, diese schrecklichen, h&auml;sslichen, stinkenden, brutalen, fliegenden Monster? Ich h&auml;tte da einen Auftrag f&uuml;r eure Gruppe, der sich mit diesen h&ouml;llischen Kreaturen befasst. Ihr m&uuml;sst nur meine neuste Kreation mitnehmen, die Drachen suchen und k&ouml;nnt ihnen dann im Handumdrehen den Garaus machen. Das ist garantiert v&ouml;llig ungef&auml;hrlich und macht eine Menge Spa&szlig;! Au&szlig;erdem springt noch ein wenig was dabei f&uuml;r euch heraus&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Bevor einer der Drachen aufbrausen konnte, hob Smahug schnell beschwichtigend die Hand und antwortete: &quot;&Auml;hm&#8230;das h&ouml;rt sich&#8230;sehr gut an. Zeigt uns doch mal eure &#8218;Kreation&#8216;. W&uuml;rdet ihr das f&uuml;r uns tun?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, aber nat&uuml;rlich &#8211; seht her!&quot;, sagte Saurudalf und streckte die Hand nach einem kleinen Tisch aus, der neben seinem Sessel stand. Auf ihm stand irgend etwas, aber es war von einem dicken blauen Samttuch bedeckt, sodass man nur einen vagen Schemen von dem Objekt ausmachen konnte. Saurudalf packte die Samtdecke und zog sie weg. Was zum Vorschein kam, war eher unspektakul&auml;r: Das Objekt sah aus, wie eine stinknormale und nicht einmal besonders gro&szlig;e Kristallkugel, die vielleicht f&uuml;r einen Jahrmarktswahrsager gerade mal gut genug gewesen w&auml;re.<br \/>\n  <br \/> Saurudalf schaute seine Sch&ouml;pfung stolz an und sprach: &quot;Ich nenne es&#8230;&quot; &#8211; er machte eine dramatische Pause &#8211; &quot;&#8230;das Prettschett!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das Prettschett!&quot;, echoten einige der Drachen.<br \/>\n  <br \/> Smahug drehte sich um und starrte sie kurz an &#8211; dann wendete er sich wieder Saurudalf zu.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und das da soll eure gro&szlig;artige Drachenvernichtungsmaschine sein? Alleine die Erscheinung dieses Objekts ist nicht sehr eindrucksvoll &#8211; musstet ihr diesem armen Ding auch noch so einen bescheuerten Namen geben?&quot;, sagte er mit unterdr&uuml;cktem Lachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sagt mir ja nichts gegen den Namen! Ich habe es nach meinem armen, verstorbenen Terrier benannt, der vor einem Jahr ermordet wurde&#8230;verschlungen&#8230;von einem Drachen!&quot;, antwortete Saurudalf mit einer Stimme, die von Trauer und Hass nur so strotzte.<br \/>\n  <br \/> Jetzt meldete sich Kalessan zu Wort: &quot;Ihr habt dieses Ding nach eurem verstorbenen Terrier Prettschett benannt? Was ist denn das f&uuml;r ein bescheuerter Name f&uuml;r einen Terrier? Der Terrier Prettschett&#8230;pah, ich glaub&#8217;s nicht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Der Name ist nicht bescheuert. Au&szlig;erdem hie&szlig; er Prett-Schett und nicht Prettschett!&quot;, erwiderte Saurudalf trotzig.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und wo ist da bittesch&ouml;n der Unterschied?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;In der Schreibweise!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan schloss die Augen und war jetzt seinerseits dran, ruhig ein- und auszuatmen. Dann sagte er resigniert: &quot;Gut&#8230;in Ordnung&#8230;das wird mir hier langsam zu bunt, mein lieber Anf&uuml;hrer. Wir verschwenden hier nur unsere Zeit &#8211; und das sage ich dir als Drache, der sich nun wirklich nicht &uuml;ber einen Mangel an selbiger beklagen kann!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein Kalessan, wir werden jetzt versuchen, alles &uuml;ber dieses&#8230;dieses Prettschett dort herauszubekommen. Und ich werde erst gehen, wenn das Ding da zerst&ouml;rt ist!&quot;, entgegnete ihm Smahug.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sah auf.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh? Na, wenn&#8217;s weiter nichts ist&#8230;&quot;, sagte er und richtete einen Finger auf die Kugel. Ein roter Feuerblitz schoss auf das Objekt zu &#8211; und verschwand darin.<br \/>\n  <br \/> Eine Sekunde sp&auml;ter begann sie innerlich in einem unheimlichen, blauen Licht zu gl&uuml;hen.<br \/>\n  <br \/> Saurudalf schaute seine Sch&ouml;pfung kurz an, richtete sich dann wieder an die Drachen und sagte: &quot;Das Prettschett ist nicht direkt eine Drachenvernichtungsmaschine, wie ihr es so sch&ouml;n zu sagen pflegtet, meine lieben Echsen. Es ist mehr&#8230;ein Gef&auml;&szlig;, ein Beh&auml;ltnis f&uuml;r einen ganz besonderen Inhalt. Ihr m&ouml;chtet mehr &uuml;ber seine Funktionsweise erfahren, werter Smahug? Es wird durch Drachenmagie aktiviert. Und es absorbiert genau diese Form der Magie aus einem weiten Umkreis, der euch zehn hier ganz sicher mit einschlie&szlig;t. Jetzt, in diesem Moment, in dieser Sekunde, wird euch gerade der Grundstein eurer Macht genommen: Eure Magie! Und was sind Drachen ohne Magie, die dazu noch in unbewaffneten Menschenk&ouml;rpern stecken? Wehrlos&#8230;absolut wehrlos! Insofern hattet ihr mit eurer Betitelung als Drachenvernichtungsmaschine schon in gewisser Weise Recht&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> W&auml;hrend er sprach, gewann das blaue Licht im Innern der Kristallkugel an Intensit&auml;t und strahlte bald fast so hell wie eine k&uuml;nstliche Sonne.<br \/>\n  <br \/> Kalessan starrte das Ding nur ungl&auml;ubig an und lachte dann auf: &quot;Und den Mist sollen wir euch glauben, Menschling? So etwas Dreistes habe ich wirklich noch nie gesehen! Du vielleicht Smahug? Smahug?&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug stand wie erstarrt neben ihm. Er war kalkwei&szlig; im Gesicht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich&#8230;f&uuml;hle mich&#8230;so leer&#8230;&quot;, st&ouml;hnte er.<br \/>\n  <br \/> Als Kalessan sich umdrehte, sah er in den meisten Gesichtern der anderen Drachen den gleichen, bleichen Ausdruck.<br \/>\n  <br \/> Als Magier war er bei weitem nicht so gut wie einige der anderen aus dem Rat &#8211; aber es reichte immer noch aus, um den ein oder anderen nervenden Menschen auch mal aus der Entfernung zu beseitigen&#8230;oder anscheinend, um ein Prettschett zu aktivieren&#8230;<br \/>\n  <br \/> Doch auch er sp&uuml;rte es &#8211; beziehungsweise, er sp&uuml;rte es nicht mehr. Es war, als ob ein K&ouml;rperteil fehlen w&uuml;rde &#8211; mit dem Unterschied, dass noch alles an ihm dran war.<br \/>\n  <br \/> Saurudalf streichelte &uuml;ber die hell strahlende Kugel neben ihm und begann wieder zu reden: &quot;Es war mir wirklich eine Freude, mit den zehn ehemals m&auml;chtigsten Wesen dieser Welt sprechen zu k&ouml;nnen, doch ich denke, ich werde diese Audienz jetzt beenden. WACHEN!&quot;<br \/>\n  <br \/> Rechts und links neben dem Sessel wurden zwei nahezu unsichtbare Steint&uuml;ren aufgesto&szlig;en und an die 20 Soldaten der neuen Ausbildungsreihe &quot;Schergen des B&ouml;sen, TYP 4: &#8218;Kanonenfutter f&uuml;r Helden&#8217;&quot; kamen mit gezogenen Schwertern in den Saal gest&uuml;rmt, dr&auml;ngten die Drachen gegen einen der Tische und umzingelten sie im Halbkreis.<br \/>\n  <br \/> &quot;Noch einen letzten Wunsch?&quot;, fragte Saurudalf. Die Tradition verlangt es halt so.<br \/>\n  <br \/> Kalessan dachte nach&#8230;die Situation stand schlecht.<br \/>\n  <br \/> Ziemlich &uuml;bel sogar.<br \/>\n  <br \/> Aber da stimmte doch etwas nicht&#8230;<br \/>\n  <br \/> Er&#8230;konnte Saurudalfs stinkenden Schwei&szlig; riechen &#8211; aus dieser Entfernung.<br \/>\n  <br \/> Sein Geruchsinn war also immer noch so ausgepr&auml;gt wie vorher.<br \/>\n  <br \/> Ebenso sein Geh&ouml;r.<br \/>\n  <br \/> Und wenn seine Sinne noch immer die eines Drachen waren, dann musste doch auch&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, lasst mich noch kurz etwas ausprobieren&#8230;&quot;, antwortete er und drehte sich suchend um. Hinter ihm auf dem Tisch stand ein eiserner Kerzenleuchter. Er nahm ihn und drehte ihn pr&uuml;fend hin und her.<br \/>\n  <br \/> Dann begann er ihn zu verbiegen, als w&auml;re es ein St&uuml;ck billiger, d&uuml;nner Draht. Nach ein paar Sekunden hatte er aus dem Leuchter einen formvollendeten Doppelknoten mit Schleifchen geformt &#8211; angesichts der geringen Gr&ouml;&szlig;e des Leuchters eine beachtliche Leistung.<br \/>\n  <br \/> Dann drehte er sich in einer blitzschnellen, fl&uuml;ssigen Bewegung zu der n&auml;chsten Wache hin und schmetterte ihm das Teil gegen den Helm. Es ert&ouml;nte ein Ton, der in dieser Lautst&auml;rke sonst nur um 12 Uhr mittags von gro&szlig;en Kircht&uuml;rmen erklingt. Kalessan sah noch einmal zufrieden auf seine improvisierte Waffe.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm, na wenigstens das funktioniert noch&#8230;&quot;, sagte er und schaute auf, &quot;Na dann, kampflos werde ich nicht&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Vor ihm hingen 19 Schwerter und Schilde in der Luft, die sich gerade fragten, was sie eigentlich dort oben hielt.<br \/>\n  <br \/> Sie fielen auf den Boden.<br \/>\n  <br \/> Man h&ouml;rte noch schnelle Schritte.<br \/>\n  <br \/> Eine der Steint&uuml;ren am anderen Ende des Saales wurde zugeschlagen.<br \/>\n  <br \/> Anscheinend war die Eigenschaft &quot;K&uuml;nstliche Intelligenz&quot; der neuen Soldaten noch ausbaubar&#8230;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf starrte Kalessan w&uuml;tend an.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte zu ihm: &quot;Pass auf, ich werde jetzt etwas machen, was ich seit 1000 Jahren schon nicht mehr getan habe &#8211; ich werde es mal auf dem diplomatischen Weg versuchen! Also: Gib du uns jetzt dieses Ding da und vielleicht werde ich es nicht ganz so schmerzhaft machen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;IHR droht MIR? In eurer Situation? Meine Wachen m&ouml;gen vielleicht nicht ganz effektiv gewesen sein, aber ich wei&szlig; immer noch genau, was mit Abschaum wie euch zu tun ist! Friss das, Drachengew&uuml;rm!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er streckte seinen Arm aus und eine m&auml;chtige magische Entladung baute sich zwischen dem Magier und Kalessan auf. Blitze umzuckten ihn und die anderen Drachen. Nach ein paar Sekunden stoppte das magische Gewitter &#8211; und alles sah so aus, wie vorher. Saurudalf starrte zuerst ungl&auml;ubig an die Stelle, wo jetzt eigentlich zehn Ascheh&auml;ufchen liegen sollte, schaute danach wieder auf seine Hand und wieder zur&uuml;ck zu den Drachen. Die am Boden liegende Wache war jetzt nur noch ein Ascheh&auml;ufchen. Mit dem Spruch stimmte also anscheinend alles&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was&#8230;wie&#8230;warum?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Diese Immunit&auml;t ist uns ebenfalls angeboren, lieber Saurudalf &#8211; studiert eure Gegner ein wenig besser, dann kommt ihr das n&auml;chste Mal vielleicht mit dem Leben davon! Wenn ihr unsere Magie schon als Machtquelle benutzen wollt, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, dann solltet ihr auch erstmal ihre Grundz&uuml;ge und Mechanismen verstehen &#8211; ansonsten ist dieses Prettschett da f&uuml;r euch nur ein h&uuml;bscher kleiner Briefbeschwerer!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan war &uuml;ber sich selbst erstaunt, dass er noch so viel &uuml;ber draconische Magie wusste &#8211; es war ja nie sein Ding gewesen&#8230;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf reckte sein Kinn vor: &quot;Ach, ihr sagt eure Macht w&auml;re nutzlos f&uuml;r mich!? Das werden wir ja sehen! Ich habe viel Zeit und ihr seid immer noch absolut wehrlos! Vielleicht ist dieses Schicksal sogar noch besser f&uuml;r euch zehn &#8211; auf ewig dazu verdammt, ein Mensch zu sein! Ich w&uuml;nsche euch viel Spa&szlig; mit eurer neuen Existenz, AHAHAHAHAHAHAHA&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Er holte eine kleine Kugel aus seinem &Auml;rmel und warf sie auf den Boden. Es gab einen kleinen Lichtblitz, purpurner Rauch stieg auf, der sich langsam verzog.<br \/>\n  <br \/> Als die Sicht wieder klar wurde, waren Saurudalf und das Prettschett verschwunden.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh nein! Kalessan, warum hast du ihn nicht aufgehalten?&quot;, schrie Smahug auf einmal.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach reg dich ab, Smahug! Den finden wir schon, den riecht man doch zehn Meilen gegen den Wind! Au&szlig;erdem, warum meldest du dich erst jetzt und hast vorher nur bl&ouml;d herum gestanden?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hast du eigentlich eine Ahnung, was das eben gerade f&uuml;r ein Schock f&uuml;r mich war? Hast du eine Ahnung, wie es ist, das m&auml;chtigste Wesen auf dem Kontinent zu sein und seine gesamte Macht zu verlieren? HAST DU EIGENTLICH AUCH NUR DIE SPUR EINER AHNUNG?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, habe ich nicht. Aber ich habe jetzt eine Ahnung, wie es ist, im K&ouml;rper eines <em>Menschen<\/em> auf unbestimmte Zeit eingesperrt zu sein! Wir sollten jetzt erst einmal alle einen k&uuml;hlen Kopf bewahren &#8211; besonders du, oh gro&szlig;er Anf&uuml;hrer! Dann suchen wir diesen Typen, holen uns unsere Magie zur&uuml;ck und schon ist wieder alles in Ordnung, dann kannst du wieder mit deinem Lieblingsspielzeug spielen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Beim letzten Satz starrte Smahug Kalessan mit einem Blick an, der beinahe den ber&uuml;hmten Medusa-Effekt gehabt und ihn zu Stein verwandelt h&auml;tte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Er hat Recht, Smahug, wir sollten uns jetzt auf die Suche machen und diesen Magier suchen gehen!&quot;, meldete sich jetzt einer der anderen zu Wort.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr habt ja Recht. Du, Kalessan, und du, Droca&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Neidh&ouml;cker!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&#8230;Neidh&ouml;cker&#8230;wir m&uuml;ssen jetzt alle einen k&uuml;hlen Kopf bewahren&#8230;aber&#8230;aber was ist, wenn er schon l&auml;ngst aus der Stadt heraus ist und in einen Tempel in einem dunklen Sumpf, der dann auf einmal zusammen mit dem Prettschett f&uuml;r immer versinkt, SODASS WIR ES NIE WIEDER FINDEN, OH NEIN!&quot; &#8211; die letzten Worte schrie er wieder.<br \/>\n  <br \/> &quot;Solch ein Tempel kann gar nicht existieren, hier in der Umgebung gibt es n&auml;mlich keinen Sumpf! Dazu m&uuml;sste er viel zu weit reisen.&quot;, sprach Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Das stimmt aber nicht ganz, ein wenig weiter im Norden ist ein&#8230;&quot;, wollte Droca ihm erwidern, wurde jedoch von Neidh&ouml;cker unterbrochen, der ihn anstie&szlig; und ihm ins Ohr fl&uuml;sterte: &quot;Jetzt mach es <em>bitte<\/em> nicht noch schlimmer, ja?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hhhm&#8230;nunja, was ich sagen wollte: Sein Hauptquartier muss hier irgendwo in der Stadt sein! Einen Moment&#8230;ich glaube sogar, er hat in der &ouml;rtlichen Magierakademie einen Posten als Lehrkraft gehabt, vielleicht k&ouml;nnte man&#8230;sich da mal erkundigen!?&quot;, sagte Droca.<br \/>\n  <br \/> Smahug erging sich noch immer in Trauer.<br \/>\n  <br \/> &quot;Seht ihn euch an, unseren gro&szlig;en Anf&uuml;hrer! Da ist er kurz davor, zu weinen. Hat dir deine Mama nicht gesagt, das Drachen nicht weinen? Jetzt komm endlich hoch und spiele deine Rolle als Anf&uuml;hrer oder wir werden jemand anderes f&uuml;r diese Rolle ausw&auml;hlen!&quot;, sagte Glaureng.<br \/>\n  <br \/> Smahug sah auf und die anderen Drachen fragend an. Diese nickten nur.<br \/>\n  <br \/> Dann sprach er: &quot;Na sch&ouml;n, ihr habt ja Recht&#8230; &Auml;hm, du sagtest er h&auml;tte eine Stelle an der hiesigen Magierakademie? Nun gut&#8230;Morki, Kalessan, ihr beide geht zu dieser Akademie und versucht, alles &uuml;ber diesen Saurudalf herauszufinden! Wir anderen nehmen uns ein paar Zimmer in dieser Taverne hier nebenan!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du l&auml;sst Kalessan auf die Menschen hier los?&quot;, fragte Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dich auch, ja. Ihr werdet wahrscheinlich mit einigen Menschen etwas&#8230;direkter reden m&uuml;ssen, um an die Informationen zu kommen, die wir brauchen &#8211; und zum Direkt-Reden seid ihr beiden einfach mal die Besten!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und warum k&ouml;nnen wir anderen nicht mit?&quot; erkundigte sich eine M&auml;nnerstimme in einem Frauenk&ouml;rper.<br \/>\n  <br \/> &quot;Unter anderem wegen dir, au&szlig;erdem&#8230;&quot;, setzte Smahug an, wurde aber sogleich wieder von Tjamat unterbrochen: &quot;Das ist Diskriminierung! Nur weil ich wie eine Frau aussehe, m&ouml;chte ich nicht wie eine behandelt werden! Ich verlange sofortige Gleichberechtigung f&uuml;r&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug hob seine Stimme: &quot;Au&szlig;erdem wissen wir nicht, wer in dieser Stadt von uns wei&szlig;. Und wenn da auf der Akademie lauter Schergen des Saurudalf herumlaufen, w&auml;re es vielleicht ein bisschen ung&uuml;nstig, wenn wir alle gemeinsam dort erscheinen, nicht wahr? Ich muss mich jetzt au&szlig;erdem noch erstmal ein wenig ausruhen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Tjamat murmelte noch was von &quot;Frauenfeind&quot; und gab dann Ruhe.<br \/>\n  <br \/> Der goldene Drache war nun wieder voll in Fahrt: &quot;Na los, los, los! Woraus wartet ihr noch?&quot;, gestikulierte er wild in Kalessans und Morkulebus&#8216; Richtung, &quot;Wir haben nicht viel Zeit! Jedes Jahr z&auml;hlt!&quot;<br \/>\n  <br \/> Drachen denken halt in ein klein wenig anderen zeitlichen Relationen als Menschen es tun&#8230;<\/p>\n<p align=\"justify\">Ein paar Minuten sp&auml;ter schwammen Kalessan und Morkulebus erneut durch die Stra&szlig;en Neudorfs.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du bist dir auch sicher, dass das hier der richtige Weg ist, Morki?<br \/>\n  <br \/> &quot;Wei&szlig;t du was? Ich finde meinen Weg nach Hause immer! Nachts. Durch einen &uuml;berall gleich aussehenden Sumpf. Blind. Da wird es ja wohl nicht sehr schwer sein, in einer Menschenstadt direkt auf das h&ouml;chste Geb&auml;ude, welches sich ein paar hundert Meter vor uns befindet, zuzuhalten!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wollte ja nur auf Nummer sicher gehen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Sie schoben sich durch die vielen Menschenmassen in Richtung Magierakademie. Die Magier konnten sich nur ein relativ kleines Grundst&uuml;ck kaufen, deswegen ragte das Geb&auml;ude mehr in die H&ouml;he als die Breite. Zumindest am unteren Ende. Weiter oben, wo rechts und links keine H&auml;user mehr im Weg standen, wurde die Akademie zu einer komplizierten Konstruktion, die an die hundert Meter breit war und in diesem Stil weiter in die H&ouml;he ragte, wo sie dann wieder ein wenig d&uuml;nner wurde &#8211; doch den Rest konnte man aufgrund der vielen Wolken am Himmel nicht mehr erkennen.<br \/>\n  <br \/> Der Betrieb auf dem Platz vor dem Eingangstor war, wie &uuml;berall sonst in der Stadt, sehr heftig &#8211; mit dem Unterschied, dass sich hier mehr Leute mit langen B&auml;rten und spitzen H&uuml;ten tummelten als anderswo. Die Magier zeigten sich dabei leider genauso originell in ihrer Farbwahl wie die Drachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Na toll, die anderen h&auml;tten doch mitkommen k&ouml;nnen &#8211; die hier sehen alle ja genauso aus wie wir!&quot;, sagte Morkulebus entt&auml;uscht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich denke mal, das vorhin war nur eine Ausrede von Smahug mit dem &#8218;Wir fallen ja so schr&auml;ckelich auf!&#8216;. Wir sind verdammt nochmal normaler als diese verdammten Menschen! Aber hey &#8211; was soll&#8217;s? Jetzt k&ouml;nnen wir den ganzen Spa&szlig; f&uuml;r uns alleine haben!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan grinste.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus zuckte nur mit den Schultern und ging mit Kalessan zusammen in das Geb&auml;ude hinein.<br \/>\n  <br \/> In der Eingangshalle&#8230;nun, von Eingangshalle konnte man nicht sprechen. Aufgrund des eher kleinen quadratischen Grundrisses des Geb&auml;udes musste man eher von einer Eingangs<em>kammer<\/em> reden. Der Gro&szlig;teil der Kammer war mit Treppe verbaut, die gleich rechts neben der Eingangst&uuml;r anfing und sich eng an der Wand um den gesamten Raum herum nach oben schl&auml;ngelte. Wenn man den Kopf in den Nacken legte, sah man nichts als Treppe, die sich immer weiter nach oben schl&auml;ngelte, um schlie&szlig;lich weit oben in der Decke zu verschwinden. Und andauernd gingen M&auml;nner mit H&uuml;ten und B&auml;rten die Treppen rauf und runter.<br \/>\n  <br \/> Ein Meter vor dem Eingangsportal stand ein kleiner Steintisch, hinter dem ein j&uuml;ngerer m&auml;nnlicher Mensch mit komischen roten Punkten im Gesicht und einem seltsamen Drahtgestell mit zwei Gl&auml;sern auf der Nase sa&szlig;.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sah Morkulebus kurz an, ging dann auf den Tisch zu und schlug mit der geballten Faust auf die Fl&auml;che, sodass ein lautes Knirschen erklang und sich viele feine Risse bildeten. Der Mensch schaute immer wieder ungl&auml;ubig starrend zwischen Kalessan und dem Tisch hin und her. Er begann zu zittern.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte im drohenden Tonfall: &quot;So, Kleiner, du wirst uns jetzt sagen, wo dieser Saurudalf ist oder ich denke mir f&uuml;r dich eine ganz besonders sch&ouml;ne Todesart aus!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wawawawawawawawawawawawawawawawa&#8230;&quot;, stammelte der Mensch.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, Kalessan? Ich glaube, hier ist das &#8218;direkte Reden&#8216; noch nicht n&ouml;tig!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm? Oh, schade&#8230; Also gut, Menschlein, verrate uns&#8230;&auml;hm&#8230;bitte&#8230;sofort, wo dieser Saurudalf&#8230;&auml;hm&#8230;arbeitet!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Sasasasasasa&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan zog eine Augenbraue hoch &#8211; in seiner draconischen Gestalt machte diese Geste Menschen meistens extrem nerv&ouml;s. So nerv&ouml;s, dass sie versuchten, sich f&uuml;r ihre blo&szlig;e Existenz zu entschuldigen oder gleich anfingen, um Gnade zu flehen. Meistens kamen sie nur bis: &quot;Oh, bitte, bitte, t&ouml;tet mich niAAAHH!&quot;<br \/>\n  <br \/> Doch auch so hatte seine Geste eine entsprechende Wirkung: &quot;SaurudalfhatseinB&uuml;roim3.StockdieTrepperaufunddanngleichdiezweiteT&uuml;rvonlinks!&quot;, antwortete der Mensch nun im Zeitraffer.<br \/>\n  <br \/> Kalessan l&auml;chelte dem Menschen zu und zusammen mit Morkulebus ging er die Treppe hinauf.<br \/>\n  <br \/> Nachdem die beiden ein paar Minuten lang nur Stufen gestiegen waren, fragte Morkulebus: &quot;Du, ich habe geh&ouml;rt, du hast letztens diesen einen roten Hei&szlig;spund beinahe zerfleischt! Was hat der dir denn getan? Er war doch sicherlich nicht so bl&ouml;d und hat versucht, in dein Revier einzudringen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, er wollte sich an meine Neffin ranmachen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du hast eine Neffin?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, du nicht?&quot;, entgegnete Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin schon seit 1000 Jahren ohne Bruder oder Schwester, komm mir jetzt bitte nicht damit! Was hat denn der Kleine genau gemacht?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Er hat ihr die Krallen massiert!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte&#8230;was? Er hat ihr nur die Krallen massiert und du schlachtest ihn fast ab?&quot;, fragte Morkulebus ungl&auml;ubig, &quot;Sie ist schlie&szlig;lich nur deine Neffin!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nur meine Neffin!&quot;, spie Kalessan aus, &quot;Verwandtschaft ist Verwandtschaft! Au&szlig;erdem liegt nicht viel zwischen einer Krallenmassage und einem sexuellem Anbaggerungsversuch!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Moment! Moment mal, stop! Ich wei&szlig; ja nicht, inwiefern meine und deine Krallenmassagentechnik auseinandergehen, aber eine Krallenmassage und ein sexueller Anbaggerungsversuch sind in meinen Augen alles andere als ein und dasselbe!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hast du schonmal jemandem eine Krallenmassage gegeben?&quot;, fragte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Willst du mich verarschen? Nat&uuml;rlich hab ich schonmal jemandem eine Krallenmassage gegeben, ich bin der verdammte Krallenmassagenmeister! Ich habe die perfekte Technik f&uuml;r jede Krallensorte!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;W&uuml;rdest du auch&#8230;einem m&auml;nnlichen Drachen eine Krallenmassage geben?&quot;<br \/>\n  <br \/> Morkulebus blieb stehen und sah ihn an.<br \/>\n  <br \/> Dann sagte er: &quot;Leck mich!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach komm schon!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich sagte Leck mich!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Pfft&#8230;in welchem Stock sind wir eigentlich?&quot;<br \/>\n  <br \/> Nach einer weiteren Minute Treppensteigen erreichten sie die Decke. In ihr war ein gro&szlig;es Loch. Die Treppe f&uuml;hrte durch dieses Loch auf einen nach rechts und links langf&uuml;hrenden Korridor. Auf der Wand gegen&uuml;ber war eine gro&szlig;e Eins gemalt. Daneben begann eine weitere Treppe.<br \/>\n  <br \/> Kalessan und Morkulebus sahen sich an, seufzten und machten sich auf den Weg.<br \/>\n  <br \/> Zum Gl&uuml;ck lagen die n&auml;chsten Stockwerke direkt &uuml;bereinander &#8211; wenige Sekunden sp&auml;ter standen sie also vor der T&uuml;r von Saurudalf B&uuml;ro. Sie war klein, unscheinbar und aus Holz. Rechts neben der T&uuml;r hing eine kleine Plakette an der Wand. Darauf stand geschrieben: &quot;Saurudalf Roklem, Doktor der Thaumaturgie&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hier arbeitet der Mistkerl also!&quot;, sagte Kalessan, &quot;Na dann, lass uns anfangen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Einen Moment noch, wie sp&auml;t ist es denn?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, vergiss es!&quot;<br \/>\n  <br \/> Sie traten gleichzeitig auf die T&uuml;r ein, was einmal mehr zur Folge hatte, dass diese mehrere Meter weit in den Raum gesprengt wurde und gegen die hintere Wand des Zimmers geschleudert wurde, wo sie in mehrere St&uuml;cke zerbarst.<br \/>\n  <br \/> Als die beiden Drachen den Raum betraten, sahen sie einen gro&szlig;en, schweren Holztisch, der im linken Teil des Zimmers stand. Wie es bei diesen Einrichtungsgegenst&auml;nden &uuml;blich war, lagen gro&szlig;e Stapel von Papier darauf, sowie ein Tintenfass und eine Feder, sowie zwei Kerzenst&auml;nder aus massivem Eisen.<br \/>\n  <br \/> Nach ein paar Sekunden erhob sich &auml;ngstlich ein eher seltsames Exemplar der Spezies Mensch hinter dem Tisch.<br \/>\n  <br \/> Sein Gesicht bestand mehr aus braunem Bart als aus Gesicht und seine gleichfarbigen Haare fielen bis auf die Schultern. Mit einer Mischung aus Erstaunen, Furcht, &Auml;rger und Verwirrung sah er die beiden Drachen an, die den Raum jetzt betraten und auf ihn zu gingen.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus begann, sich die vielen Bilder und Zeichnungen an den W&auml;nden anzuschauen, w&auml;hrend Kalessan direkt zum Tisch ging und sich mit den H&auml;nden darauf abst&uuml;tzte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hallo, wir m&ouml;chten mit Saurudalf reden! Aber lass mich raten: Er ist gerade nicht zu sprechen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Mensch sah ihn weiterhin verwirrt an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dacht ich&#8217;s mir doch!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessans Blick fiel auf einen kleinen Teller, der auf dem Tisch lag. Auf dem Teller wiederum lagen zwei H&auml;lften dieser Dinger, die von den Menschen immer &quot;Br&ouml;tchen&quot; genannt wurden, aufeinander. Zwischen ihnen steckte eine dicke Scheibe Fleisch und noch ein paar weitere, undefinierbare Dinge.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, was zu essen! Ich darf doch?&quot;, sagte er. Ohne eine Antwort abzuwarten, nahm er das seltsame Br&ouml;tchen und biss einmal herzhaft hinein.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm, das ist gut&#8230;wirklich gut &#8211; wie nennt ihr Menschen das?&quot;, fragte Kalessan mit vollem Mund.<br \/>\n  <br \/> Der Mensch starrte ihn nur weiter fassungslos an, brachte aber irgendwie &quot;&#8230;ein&#8230;ein B&ouml;rger&#8230;&quot; als Antwort hervor.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, ein B&uuml;rger? Aus dieser Stadt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&#8230;ich&#8230;denke schon&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Jetzt seid ihr Menschen also auch unter die Kannibalen gegangen&#8230; Morki, hast du schonmal einen B&uuml;rger aus Neudorf gefressen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr schmeckt verdammt gut, hat euch das schonmal jemand gesagt?&quot;, wandte sich Kalessan wieder an den Menschen.<br \/>\n  <br \/> Dieser schien wieder langsam zu Bewusstsein zu kommen: &quot;H&ouml;rt mal, was wollt ihr von mir?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan biss nochmals in den B&ouml;rger.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir m&ouml;chten wissen, wo sich Saurudalf momentan aufh&auml;lt. Und du t&auml;test besser daran, es uns jetzt gleich zu sagen&#8230;&quot;, sagte er dann mit einem freundlichen L&auml;cheln &#8211; das brachte die Leute immer aus dem Konzept.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin nur sein Sekret&auml;r! Woher soll ich wissen, wo er sich gerade befindet? Wisst ihr, Herr Saurudalf ist ein vielbesch&auml;ftigter Mann und&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich habe mich vielleicht nicht ganz klar ausgedr&uuml;ckt&#8230;vielleicht hilft dir das hier auf die Spr&uuml;nge?&quot;<br \/>\n  <br \/> Er nahm einen der eisernen Kerzenhalter und brach ihn in der Mitte durch.<br \/>\n  <br \/> Die Augen des Menschen weiteten sich wieder.<br \/>\n  <br \/> &quot;Da&#8230;dada&#8230;dadadas war massives Eisen, sowas kann man nicht einfach verbiegen&#8230;geschweige denn <em>zerbrechen<\/em>! Was zur H&ouml;lle seid ihr eigentlich?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wenn ich dir jetzt erz&auml;hlen w&uuml;rde, wir beide w&auml;ren Drachen, die in Menschenk&ouml;rpern stecken und nicht mehr hinaus kommen, w&uuml;rdest du mir dann glauben, Menschlein?&quot;, l&auml;chelte ihn Kalessan an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, wir leben in einer Welt der Magie, hier ist alles m&ouml;glich und&#8230;ihr seid wirklich Drachen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;K&ouml;nnen sich Tausende von Toten irren?&quot;, entgegnete Kalessan l&auml;chelnd.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus gesellte sich wieder neben Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du, irgendwas sagt mir, dass wir hier nichts Neues herausbekommen. Lass uns gehen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Auf einmal wurde eine T&uuml;r in der Wand hinter ihnen aufgesto&szlig;en. Heraus kam ein Mensch, der es in der Gr&ouml;&szlig;e schon fast mit Kalessans Menschengestalt aufnehmen konnte. Er hatte einen kurzen Stab in der Hand, den er mit beiden H&auml;nden festhielt. Der Mann schrie: &quot;VERRECKT, IHR DRACONISCHEN MISTKELRE, VERRECKT!&quot;<br \/>\n  <br \/> Dann begann er, unter lautem Get&ouml;se mehrere Energieladungen aus dem Stab auf Kalessan und Morkulebus abzufeuern. Irgendwann machte der Stab nur noch *puffpuff*.<br \/>\n  <br \/> Der Mann rannte los, aus der T&uuml;r hinaus auf den Korridor und war verschwunden.<br \/>\n  <br \/> Die beiden Drachen starrten sich zun&auml;chst selbst und dann einander mehrere Sekunden lang an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wer zur H&ouml;lle war das?&quot;, fragte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Das war Ivel, einer von Saurudalfs engeren Mitarbeitern.&quot;, antwortete der b&auml;rtige Mensch hinter dem Tisch.<br \/>\n  <br \/> Kalessan und Morkulebus sahen sich nochmals an. Dann rannten auch sie los, dem Mann hinterher.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hey, so wartet doch, oh m&auml;chtige Drachen!&quot;, h&ouml;rten sie den Menschen noch rufen, als sie auf die Treppe st&uuml;rmten und dem Fl&uuml;chtenden hinterher hetzten.<br \/>\n  <br \/> Sie rannten, rammten und stie&szlig;en sich durch regelrechte Horden von Magiern die Treppe nach unten. Ivel konnte nicht weit von ihnen entfernt sein, da die einzelnen Magier, die sie beiseite stie&szlig;en noch immer einen sehr frisch emp&ouml;rten Gesichtsausdruck trugen.<br \/>\n  <br \/> Nach einigen Minuten kamen sie unten an, rannten durch das ge&ouml;ffnete Portal hindurch auf den Platz davor &#8211; und sahen sich Ivel gegen&uuml;ber, der zwei Armbr&uuml;ste auf sie richtete.<br \/>\n  <br \/> &quot;So l&auml;sst es sich doch gleich viel besser zielen! Absolut freies Schussfeld, keine M&ouml;glichkeit mehr f&uuml;r euch, euch zu verstecken und keiner hier k&uuml;mmert sich um unseren kleinen Disput! So macht mir die Sache Spa&szlig;!&quot;<br \/>\n  <br \/> Und wirklich, die Leute ringsum gingen alle weiter ihren T&auml;tigkeiten nach, als w&uuml;rde nichts besonderes geschehen. Entweder geh&ouml;rte eine Aktion wie diese hier zur Tagesordnung oder die Ignoranz der Menschen ging weiter, als die Drachen gedacht hatten&#8230;<br \/>\n  <br \/> Ivel sprach weiter: &quot;Nun gut, Schlangenbrut &#8211; oh, das reimt sich ja, hihihi &#8211; wo ist denn der Rest von euch? Saurudalf sprach von zehn Drachen in Menschenkost&uuml;men, nicht von zwei!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan verdrehte entnervt die Augen und sah dabei pl&ouml;tzlich, wie weit &uuml;ber ihm im Licht der untergehenden Sonne etwas kurz aufblitzte.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus antwortete Ivel: &quot;Bist du wirklich so dumm und denkst, wir w&uuml;rden dir verraten, wo die anderen sind?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich t&ouml;te euch so oder so, da k&ouml;nnt ihr es mir genauso gut auch verraten!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Moment&#8230;das macht doch &uuml;berhaupt keinen Sinn!&quot;, entgegnete Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> Kalessan fragte sich gerade, ob er sich in dem kurzen Aufblitzen get&auml;uscht hatte, als es noch einmal geschah. Er sagte: &quot;Sie befinden sich momentan in der Taverne &#8218;Rumstehender Esel&#8216; und haben sich dort Zimmer gemietet.&quot;<br \/>\n  <br \/> Morkulebus fl&uuml;sterte ihm entr&uuml;stet zu: &quot;Kalessan, was soll das? Willst du die anderen auch noch gef&auml;hrden!?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Gef&auml;hrden? Denkst du, diese kleinen Splitter da k&ouml;nnen einen Drachen verletzen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte vergiss nicht, dass wir momentan vielmehr Menschen sind als Drachen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Das Aufblitzen wiederholte sich. Es war schon deutlich n&auml;her gekommen und wiederholte sich jetzt immer wieder in regelm&auml;&szlig;igen, kurzen Abst&auml;nden.<br \/>\n  <br \/> Ivel hatte das st&auml;ndige Nach-Oben-Sehen Kalessans bemerkt. Er sprach: &quot;Ich&#8230;kenne diesen Trick&#8230; Doch andererseits&#8230;andererseits k&ouml;nnte da oben ja auch wirklich etwas sein&#8230; Ich werde es mir besser ansehen. Doch damit ihr mich nicht einfach so &uuml;berw&auml;ltigen k&ouml;nnt, werde ich dazu einen Schritt zur&uuml;cktreten.&quot;<br \/>\n  <br \/> Er machte einen Schritt r&uuml;ckw&auml;rts und legte den Kopf leicht in den Nacken.<br \/>\n  <br \/> Kalessan l&auml;chelte.<br \/>\n  <br \/> Das folgende Ger&auml;usch konnte er dank seines exzellenten Geh&ouml;rs nun in seiner &quot;klanglichen Reinheit&quot;, wie er es nennen w&uuml;rde, voll genie&szlig;en: <\/p>\n<p align=\"justify\"><font size=\"1\">Wup<\/font><font size=\"2\">wup<\/font><font size=\"3\">wup<\/font><font size=\"4\">wup<\/font><font size=\"5\">wup<\/font><font size=\"6\">wu<\/font><font size=\"5\"><font size=\"7\">pflatsch<\/font>pling<\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> Ivel kippte zur Seite. Blut str&ouml;mte aus einer kleinen Wunde in seiner Stirn und in seinem Nacken. Unter ihm lag ein kleines, rot gef&auml;rbtes Geldst&uuml;ck. Kalessan hob es auf, schnippte es in die Luft und fing es spielerisch wieder auf &#8211; Drachen lassen nunmal keine einzige M&ouml;glichkeit aus, ihren Hort zu erweitern.<br \/>\n  <br \/> Eine Stimme aus der Menge kam: &quot;Hat wohl wieder jemand das M&uuml;nzwerfverbot auf der Spitze des Turms missachtet&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Eine junge Frau, die das Geschehen beobachtet hatte, rief mit fassungsloser Stimme: &quot;Diese&#8230;diese M&uuml;nze hat gerade einen Menschen umgebracht&#8230;und ihr hebt sie noch auf? Das bringt doch Ungl&uuml;ck! Sie ist ja noch ganz vom Blut dieses armen Mannes besudelt!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan sah die M&uuml;nze an, die ihre rote Farbe tats&auml;chlich nur vom Blut Ivels zu haben schien &#8211; und stecke sie sich in den Mund. Er lutschte ein paar Sekunden darauf herum und spuckte sie wieder aus. Hervor kam ein Goldtaler &#8211; die Studenten hier hatten f&uuml;r ihre Streiche anscheinend ein recht gro&szlig;es Budget&#8230;<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte: &quot;<em>Jetzt<\/em> ist sie sauber!&quot;<br \/>\n  <br \/> Die Frau fiel in Ohnmacht.<br \/>\n  <br \/> W&auml;hrend sich die ersten Menschen daran machten, den toten K&ouml;rper nach Wertsachen zu durchsuchen, machten Kalessan und Morkulebus sich wieder auf den Weg zur&uuml;ck zur Taverne. Pl&ouml;tzlich ert&ouml;nte hinter ihnen eine Stimme: &quot;So wartet doch, edle Drachen, ich m&ouml;chte euch begleiten!&quot;<br \/>\n  <br \/> Es war der b&auml;rtige Mann von oben.<br \/>\n  <br \/> Kalessan rollte mit den Augen und drehte sich um: &quot;Jetzt h&ouml;r mal&#8230;&auml;hm&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, verzeiht, edle Drachen, ich verga&szlig;, mich vorzustellen.&quot;, er neigte sein Haupt, &quot;Mein Name ist Karlmax.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut&#8230;Karlmax&#8230;ich schlage dir vor, du haust jetzt besser ab, ansonsten erleidest du garantiert dasselbe Schicksal wie dein Kollege da hinten &#8211; nur wird es diesmal kein Zufall sein und durch echte Handarbeit geschehen.&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan hielt ihm die M&uuml;nze vor sein Gesicht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Er war nicht mein Kollege &#8211; ich konnte ihn eh nicht leiden!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Sch&ouml;n f&uuml;r dich &#8211; und jetzt: Verpiss dich!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, wa&#8230;was? Wie? &Auml;h&#8230;wie soll ich mich verpissen, oh edler Drache?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach, vergiss es&#8230;hau einfach ab, ja?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Einen Moment! Ihr wollt doch meinen Meister Saurudalf finden, nicht wahr? Ich&#8230;kann euch vielleicht doch sagen, wo er sich aufh&auml;lt!&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine halbe Stunde sp&auml;ter standen sie vor der Taverne.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, ich kann es noch immer nicht glauben, ich werde gleich die m&auml;chtigsten Gesch&ouml;pfe dieser Welt treffen!&quot;, rief Karlmax freudig aus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Die hast du schon getroffen, Menschlein. Gleich siehst du nur den Rest von ihnen.&quot;, erwiderte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Setzt du dich jetzt also schon auf eine Stufe mit Smahug?&quot;, fragte Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein &#8211; ich stelle mich &uuml;ber ihn. Ohne seine Magie ist er schlie&szlig;lich nur ein desillusioniertes H&auml;ufchen Elend, du hast ihn doch gesehen. Er hat sich die ganze Zeit immer an seine Magie geklammert, seine gesamte Macht, sein Eigen, sein Schatzzz. Smahug benutzte die Magie, um sich sein gesamtes Leben zu vereinfachen. Ich w&uuml;rde mal gerne wissen, ob er ohne seine Magie &uuml;berhaupt noch Jagen gehen und &uuml;berleben k&ouml;nnte. Und dann sein st&auml;ndiger Kontakt zu den Menschen!&quot;, schnaubte Kalessan ver&auml;chtlich, &quot;Er hat es schon immer gebraucht, seinen ach so reichen Wissensfundus diesen Wichten mitzuteilen und so seine ach so &#8218;&uuml;berlegene&#8216; Intelligenz zum Ausdruck zu bringen. Ich sage dir, der st&auml;ndige Kontakt zu den Menschen hat ihn verweichlicht, ihn von dem abgewandt, was ein Drache eigentlich sein sollte&#8230;h&ouml;rst du mir eigentlich zu, Morki?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Dann lass uns rein gehen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Als die beiden Drachen sich in dem Raum umsahen, konnten sie nur Adorelon entdecken, der am Tresen auf sie wartete &#8211; von den anderen war keine Spur zu sehen. Der Schankraum war anscheinend noch ziemlich leer, er w&uuml;rde sich jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit wahrscheinlich schon bald mit Besuchern f&uuml;llen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wo sind die anderen?&quot;, fragte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nachdem sie ein paar Minuten lang mit sich alleine waren, haben sie allesamt einen extremen Stimmungseinbruch bekommen und hocken nun auf ihren Zimmern herum. Smahug ist da noch am schlimmsten &#8211; mit dem kann man kaum mehr reden! Ich sehe die Sache nicht so wild, dass wird schon alles werden&#8230;&quot;, antwortete Adorelon.<br \/>\n  <br \/> &quot;Entschuldigt!&quot;, meldete sich Karlmax zu Wort, &quot;Seid ihr auch ein Drache?&quot;<br \/>\n  <br \/> Adorelon sah ihn schief an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wo habt ihr denn den aufgetrieben? Im Gef&auml;ngnis? Bei dem Bart hat der doch sicher 50 Jahre gesessen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bart?&quot;, erkundigte sich Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Das haarige Ding da im Gesicht.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh! Nein, der arbeitet f&uuml;r Saurudalf und sagte er k&ouml;nne uns zu dessen Versteck f&uuml;hren. Ich hoffe f&uuml;r dich, dass das auch stimmt, Kleiner! Wie dem auch sei, w&uuml;rdest du bitte so freundlich sein und die anderen holen, damit wir weitermachen k&ouml;nnen, Adorelon?&quot;, sagte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, ich denke wir sollten diese Nacht noch hier verbringen &#8211; die Dunkelheit bricht gerade herein, da w&auml;ren wir auf der Stra&szlig;e zu auff&auml;llig. Au&szlig;erdem sind mir die anderen noch nicht bereit dazu, wir sollten sie eine Nacht lang ausruhen lassen, dann geht es ihnen bestimmt besser.&quot;, erwiderte Adorelon.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wei&szlig;t du was? Es ist mir egal, was du denkst &#8211; ich m&ouml;chte aus diesem K&ouml;rper heraus!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Smahug ist nicht in der Verfassung dazu, Befehle zu erteilen, deswegen muss jemand anders diesen Posten &uuml;bernehmen.&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan starrte ihn hasserf&uuml;llt an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und du bist nat&uuml;rlich geradezu pr&auml;destiniert daf&uuml;r, nicht wahr? Was nimmst du dir eigentlich das Recht heraus, hier den gro&szlig;en Anf&uuml;hrer spielen zu d&uuml;rfen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin nach Smahug immerhin der &Auml;lteste vor dir, Kalessan!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh ja, um gigantische 134 Jahre Unterschied, oh &Auml;ltester und damit nat&uuml;rlich auch Weisester unserer Rasse!&quot;, giftete ihn Kalessan an.<br \/>\n  <br \/> &quot;So verlangt es die Tradition &#8211; wenn es dir nicht passt, kannst du nachher gerne bei Smahug Beschwerde einreichen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan starre ihn weiterhin w&uuml;tend an, drehte sich nach einigen Sekunden um und wollte die Treppe hochst&uuml;rmen, prallte dabei jedoch mit Karlmax zusammen, der immer noch hinter ihm stand.<br \/>\n  <br \/> &quot;Verzeiht, oh Drache, aber ich h&auml;tte da noch einige Fragen an euch&#8230;&quot;, sagte dieser, wurde aber gleich von Kalessan unterbrochen: &quot;Und du, Kleiner, du h&ouml;rst mir jetzt mal genau zu! Ich kann Menschen generell schon nicht ausstehen. Menschen, die mich nerven, sind noch viel schlimmer dran &#8211; wei&szlig;t du, was ich mit allen Menschen, die mich jemals nervten, gemacht habe?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;nein?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Die meisten habe ich bei lebendigem Leibe verschlungen, den Rest auf andere Art und Weise get&ouml;tet. Doch ich kann dir versichern: Es war immer qualvoll und langsam. Was ich dir damit sagen will, ist folgendes: Wenn du mir noch einmal, nur noch ein einziges Mal auf die Nerven gehst, wird dein Schicksal nicht sehr anders aussehen. Und es ist mir egal, was andere ach so autorit&auml;re Drachen sagen &#8211; verstanden?&quot;<br \/>\n  <br \/> Ohne ein weiteres Wort st&uuml;rmte Kalessan die Treppe hoch und auf das f&uuml;r ihn gemietete Zimmer.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sah ihm nur verwirrt nach. Dann sagte er: &quot;Er kann Menschen nicht besonders gut leiden oder?&quot;<br \/>\n  <br \/> Adorelon antwortete ihm: &quot;Stimmt, um nicht zu sagen: Er verachtet euch alle aus tiefstem Herzen. Und er ist in dieser Beziehung sehr konsequent.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber warum?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Warum? Nun, vielleicht weil ihr euch wie eine Seuche &uuml;ber die gesamte Welt ausbreitet, die W&auml;lder abholzt, mit Dingen rumspielt, die ihr nicht versteht, nichts anderes zu tun habt, als Kriege zu f&uuml;hren und liebend gerne Drachen t&ouml;tet!?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Vielleicht kann er euch aber auch deswegen nicht leiden, weil es nicht besonders g&uuml;nstig ist, wenn man die Angewohnheit hat, sich andauernd mit seinem Hauptnahrungsmittel anzufreunden!?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm, vielleicht aber auch deswegen, weil Menschen einst seine gesamte Familie und fast auch ihn selbst umbrachten?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;bitte, was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Da war er schon im heranwachsenden Alter und hatte seine gro&szlig;e Liebe gefunden&#8230;ich wei&szlig; jetzt nicht mehr, wie sie hie&szlig;. Auf jeden Fall kamen die Drachent&ouml;ter in die H&ouml;hle, als Kalessan gerade weg war und seine Angebetete schlief. Die Menschen brachten sie um und zerst&ouml;rten danach die Eier. Kalessan fand sie gerade, als sie sich an seinem Hort g&uuml;tlich taten. Er ist vollkommen ausgerastet. Hat sie alle an B&auml;ume gefesselt und dann jeden Einzelnen vor den Augen der anderen f&uuml;nf Tage lang gefoltert&#8230;so erz&auml;hlt man sich. Damals nannte man ihn auch noch Stormblazer &#8211; frag mich bitte nicht, warum!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;das tut mir leid f&uuml;r ihn!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Sag es ihm doch, er interpretiert das wahrscheinlich nur als &#8217;nerven&#8216; und macht seine Drohung wahr&#8230;wie gesagt, er ist sehr konsequent.&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Zwei Stunden sp&auml;ter hielt sich nahezu die halbe Stadt im Schankraum des &quot;Rumstehenden Esels&quot; auf. Die anderen Drachen waren nun auch alle aus ihren Zimmern gekrochen, mischten sich unter die Menschen und versuchten, sich die Zeit zu vertreiben.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sa&szlig; zusammen mit dem immer noch traurig dreinblickenden Smahug am Tresen und trank ein alkoholhaltiges Getr&auml;nk nach dem anderen, wobei er dem Drachen einige seiner &auml;u&szlig;erst interessanten Theorien erl&auml;uterte:<br \/>\n  <br \/> &quot;Also, passu auf! Da isch die Bu&#8230;die Bur&#8230;die Burschwasie oder so, dassin die Leute, die die ganze Knede ham. Un dann isch da dasch Pro&#8230;dasch Prole&#8230;Proledingschbumsch un&#8230;undie ham alle keine Knede. Verstehschtu? Und irjenwann, wenn die Pro&#8230;die Prole&#8230;diese armen Schweinsens die Schnause voll ham, dann kommendie so an un machen die jesamde Burschwodingsch feddisch&#8230;verschtehst?&quot;<br \/>\n  <br \/> Er hatte in Smahug einen geduldigen, jedoch teilnahmslosen Zuh&ouml;rer&#8230;<br \/>\n  <br \/> In zwei verschiedenen Ecken des Schankraumes sa&szlig;en Adorelon und Kalessan, jeder zusammen mit je einer menschlichen Frau. W&auml;hrend Adorelon seine Schw&auml;che f&uuml;r menschliche Frauen zeigte und eher offen mit seinem M&auml;dchen plauderte und auch ein wenig flirtete, sagte Kalessan zu seiner Frau nur Dinge wie &quot;Oh wie gerne w&uuml;rde ich jetzt mit dir in eine dunkle Gasse gehen und dich vernaschen!&quot;, worauf diese nur d&auml;mlich kichern konnte, unwissend dar&uuml;ber, dass ihr Gegen&uuml;ber das Gesagte vollkommen w&ouml;rtlich meinte.<br \/>\n  <br \/> Neidh&ouml;cker sa&szlig; an einem Tisch, an dem gerade ein Wettkampf im Armdr&uuml;cken lief und wo er durch seine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Kr&auml;fte schon bald als Champion des Abends galt und die Wetten f&uuml;r ihn mit einer Gewinnspanne von 1:1.0001 liefen.<br \/>\n  <br \/> Droca sah sich schon bald von einer gro&szlig;en Horde Menschen umzingelt, die alle wollten, dass er ihnen seinen Namen auf ihre mitgebrachten Papierfetzen, Bilder, Taschen oder K&ouml;rper schrieb.<br \/>\n  <br \/> Ganz anderen Problemen gegen&uuml;ber sahen sich die &quot;Frauen&quot; des Rates. W&auml;hrend Tjamat zwar immer wieder von menschlichen M&auml;nnern aufgrund ihrer Sch&ouml;nheit angesprochen wurde, war nach dem ersten Wortwechsel sofort Schluss mit dem Flirten &#8211; die meisten M&auml;nner liefen w&uuml;rgend und mit der Hand vorm Mund hinaus.<br \/>\n  <br \/> Schneewei&szlig;chen wurde jedoch penetranterweise von einem Menschen traktiert, der andauernd versuchte, mit ihr ein Gespr&auml;ch anzufangen. Nun sei erw&auml;hnt, dass Schneewei&szlig;chen zwar die menschliche Sprache beherrschte, sie aber nie anwendete. In den kalten Nordlanden, aus denen sie kam, war es fast nie n&ouml;tig, Menschlich zu sprechen. Die Menschen die sie dort traf, waren entweder tiefgefroren oder wollten sie t&ouml;ten &#8211; beides keine gute Grundlage, um eine gepflegte Konversation zu betreiben&#8230; Mal ganz davon abgesehen, dass Schneewei&szlig;chen viel zu stolz war, diese &quot;niedere&quot; Sprache zu sprechen.<br \/>\n  <br \/> Irgendwann setzte sich dieser Mensch jedenfalls neben sie und begann, sie damit zuzus&uuml;lzen, wie &quot;bezaubernd&quot; sie doch sei, wie &quot;atemberaubend&quot; ihre Sch&ouml;nheit und wie &quot;grazil&quot; ihre Gesichtsz&uuml;ge, dass er noch nie so eine &quot;elfengleiche, perfekte&quot; Frau gesehen habe und wie gerne er sie doch kennen lernen w&uuml;rde. Ihr Schweigen interpretierte er als angeborene Stummheit und ihre Geduld als offenes Interesse f&uuml;r ihn. Nach einiger Zeit riss jedoch selbst Schneewei&szlig;chens draconischer Geduldsfaden. Sie nahm Hans und schleuderte ihn ohne gro&szlig;e Anstrengung durch die halbe Taverne an die gegen&uuml;berliegende Wand. Seine Reaktion darauf war nur: &quot;Eine wundersch&ouml;ne Frau, die auch noch stark wie ein B&auml;r ist&#8230;genau mein Fall!&quot;<br \/>\n  <br \/> Keine solchen Probleme hatte Glaureng. Sein Gestank manifestierte sich bereits als gr&uuml;nliche Wolke, die &uuml;ber seinem Tisch schwebte und jeden, der nicht selbstmordgef&auml;hrdet war, auf gro&szlig;em Abstand hielt.<br \/>\n  <br \/> Bleiben noch Morkulebus und Vasdendas. Die beiden befanden sich gerade in einer Konversation. Morkulebus sagte: &quot;Ich kenne dich jetzt schon seit 1348 Jahren und verstehe immer noch nicht, warum du dir als Drache eine pazifistisch-vegetarische Grundhaltung zugelegt hast. Ich k&ouml;nnte mich keine zwei Tage nur von Pflanzen und Wurzeln ern&auml;hren!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wei&szlig;t du was? <em>Ich<\/em> verstehe <em>euch<\/em> alle nicht, wie ihr all diese Gesch&ouml;pfe der Natur so sinnlos und brutal abschlachten k&ouml;nnt, um dann ihre Eingeweide raus zu rei&szlig;en und diese dann noch zu <em>essen<\/em>! Das ist doch widerlich, abartig!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich find&#8217;s eher&#8230;lecker! Komm schon, du hast es doch noch nie ausprobiert!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Werde ich auch nie. Stell dir nur mal vor: Du bist ein Mensch, der sagen wir 30 Jahre lang gl&uuml;cklich und zufrieden vor sich hin lebt, was f&uuml;r ihn ja schon eine recht lange Zeit ist. Eines Tages geht er dann vielleicht nichts B&ouml;ses wollend in den Wald, um Bl&uuml;mchen zu pfl&uuml;cken oder sich an Mutter Natur zu erfreuen und auf einmal kommt dann so ein daher geflogener schwarzer Drache an und beendet sein Leben mit einem Handstreich. Wie w&uuml;rdest du es finden, wenn dir jetzt jemand einfach so dein Lebenslicht ausblasen w&uuml;rde und du nichts dagegen tun k&ouml;nntest?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;So ist der Lauf der Dinge! Doch lassen wir das, hier kommen wir eh zu keinem Ergebnis&#8230;was mich viel mehr interessiert, ist, wie du bis zum heutigen Tag &uuml;berleben konntest, ohne irgendeinem Lebewesen Schaden zuzuf&uuml;gen. Die Drachent&ouml;ter werden dich kaum verschont haben, nur weil alle wissen, wie friedlich und unbeschwert du vor dich hin lebst&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich habe mich magisch schon sehr fr&uuml;h selbst ausbilden lassen. Ich habe es sogar geschafft, meine H&ouml;hle so zu tarnen, dass nur ein Minimum an Drachent&ouml;tern sie je gefunden hat und eindringen konnte!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was hast du mit denen gemacht?&quot;, fragte Morkulebus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, zuerst habe ich sie immer freundlich zum Essen eingeladen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hat es denn geklappt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;nein, sie haben meine Einladung immer missverstanden.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was hast du stattdessen gemacht?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Dann bin ich immer schnell geflohen und habe mir eine neue H&ouml;hle gesucht&#8230;&quot;, antwortete Vasdendas mit gesenktem Haupt.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus sch&uuml;ttelte nur noch den Kopf.<br \/>\n  <br \/> Diese Diskussion und die anderen Aktivit&auml;ten der Drachen zogen sich jedenfalls noch den gesamten Abend hin, bis der Rat nach und nach beschloss, zu Bett zu gehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Als Kalessan am n&auml;chsten Morgen aus unruhigen Tr&auml;umen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem R&uuml;cken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen flachen und mit weicher, fleischfarbener Haut bedeckten Bauch, auf dem die Bettdecke unordentlich ausgebreitet war. Seine wenigen, im Vergleich zu seinem eigentlichen K&ouml;rper kl&auml;glich d&uuml;nnen Beine und Arme flimmerten ihm hilflos vor den Augen.<br \/>\n  <br \/> Kalessan schrie.<br \/>\n  <br \/> Er war jedoch ein wenig entt&auml;uscht, als sich seiner Kehle nur l&auml;cherliche 60 Dezibel entrangen.<br \/>\n  <br \/> Wenige Sekunden sp&auml;ter kamen die anderen Ratsmitglieder in den Raum hinein gest&uuml;rmt, Smahug an der Spitze.<br \/>\n  <br \/> Er rief: &quot;Was? Was ist los? Was ist passiert?&quot;<br \/>\n  <br \/> Die anderen schauten nur hinter Smahugs R&uuml;cken hervor und Kalessan neugierig an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich..&auml;hm&#8230;ach nichts, ich dachte beim Aufwachen, ich h&auml;tte alles nur getr&auml;umt &#8211; aber wie du siehst, hat sich relativ wenig ver&auml;ndert&#8230; Wenigstens scheinst du wieder bei Verstand zu sein!&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug runzelte: &quot;War ich das etwa irgendwann nicht?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Vor wenigen Stunden das letzte Mal.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern&#8230;&quot;, antwortete er mit auf einmal seltsam vertr&auml;umter Stimme.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sag mal, Smahug, geht es dir irgendwie&#8230;nicht gut? Hat dich der Schock vielleicht doch schwerer getroffen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Wieder mit vertr&auml;umter Stimme und abwesendem Blick, antwortete er: &quot;Welcher Schock?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Deine Magie &#8211; deine verlorene Magie. Du hast gestern den ganzen Abend &uuml;ber den Verlust deiner ach so kostbaren draconischen Magie getrauert!&quot;<br \/>\n  <br \/> Smahug schien irgendwie m&uuml;de. Mit entsprechender Stimme antwortete er: &quot;Magie&#8230;? Draconisch&#8230;? Was meinst du mit &#8218;draconisch&#8216;?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan runzelte die Stirn.<br \/>\n  <br \/> Dann fragte er: &quot;Welcher Spezies geh&ouml;rst du an, Smahug?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich&#8230;ich wei&szlig; nicht. Ich meine zu wissen, ein Mensch zu sein&#8230;doch&#8230;doch war da nicht noch was anderes?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Na toll, jetzt ist er v&ouml;llig durchgeknallt!&quot;, spie Kalessan aus, &quot;Na, was sagst du dazu, Adorelon, oh der du unser neuer Anf&uuml;hrer bist?&quot;<br \/>\n  <br \/> Dieser sah jedoch keine Spur besser aus als Smahug. Mit gleicher, abwesender Stimme antwortete er: &quot;Ja, Mama!&quot;<br \/>\n  <br \/> Als Kalessan sich die anderen Drachen betrachtete, sah er &uuml;berall den langsam v&ouml;llig vertr&auml;umt werdenden Gesichtsausdruck &#8211; von der Neugierde, die vor ein paar Sekunden noch in die Gesichter seiner Kollegen geschrieben stand, war nun nichts mehr zu erkennen. Jetzt hatten sie eine Mimik, die man eigentlich nur bekommt, wenn man sehr viel verbotenes Zeug geraucht hat.<br \/>\n  <br \/> &quot;SEID IHR DENN JETZT ALLE WAHNSINNIG GEWORDEN?&quot;, schrie Kalessan, sprang aus dem Bett, nahm Smahug und presste ihn gegen die Wand.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was bist du?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich&#8230;bin ein Mensch, genau wie d&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan sch&uuml;ttelte ihn.<br \/>\n  <br \/> &quot;Falsche Antwort!&quot;<br \/>\n  <br \/> Da kam ihm eine Idee. Er zog ein Goldst&uuml;ck aus Smahugs Robe.<br \/>\n  <br \/> &quot;Erinnerst du dich an das hier? Du hattest mal Tonnen davon, so viel, dass du darin baden konntest! Du h&auml;ttest diese ganze verdammte Stadt kaufen k&ouml;nnen und w&auml;rest noch immer der Reichste von uns gewesen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Dazu bewegte er das Goldst&uuml;ck vor Smahugs Nase hin und her. Dessen Blick kl&auml;rte sich langsam auf. Schlie&szlig;lich sagte Smahug &quot;Ich&#8230;erinnere&#8230;mich&#8230;&quot; und l&auml;chelte ihn an. Dann wurde er sich seiner Situation schlagartig wieder bewusst. Er vergrub seine H&auml;nde im Gesicht und heulte: &quot;Und ich kann nie mehr zur&uuml;ck zu meinem sch&ouml;nen Schatz! Und&#8230;UND ZU MEINER MAGIE!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh nein&#8230;jetzt fang <em>bitte<\/em> nicht wieder damit an!&quot;, sagte Kalessan &#8211; ohne Erfolg.<br \/>\n  <br \/> Die anderen Drachen standen nur im Raum herum und starrten sie verst&auml;ndnislos-vertr&auml;umt an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was glotzt ihr alle so? Jetzt bringt dieses Weichei hier raus und lasst mich alleine&#8230;ich muss nachdenken!&quot;<br \/>\n  <br \/> Wenigstens konnten sie noch seine Befehle ausf&uuml;hren &#8211; und taten es sogar. Doch was brachte es, wenn man eine Horde von Idioten als Untertanen hatte? Als die Drachen aus dem Raum verschwunden waren, erschien Karlmax in der T&uuml;r.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte finster: &quot;Was zur H&ouml;lle ist hier eigentlich los?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Magier antwortete: &quot;Nun, es fing an, kurz nachdem ihr auf euer Zimmer gegangen seid. Die anderen blieben noch ein bisschen unten, doch als ich mich mit ihnen unterhielt, wurden sie immer abwesender. Sie vergessen, wer sie sind&#8230;oder besse &#8211; <em>was<\/em> sie sind. Und es wird immer schlimmer.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber warum? Einige von ihnen sind fr&uuml;her schon tagelang in ihrer menschlichen Form gewesen&#8230;Adorelon sogar ein paar Jahre, als er die Beziehung zu dieser Bauerntochter hatte&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, ich habe mir in der Nacht Gedanken dar&uuml;ber gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass das physische Erscheinungsbild in dem sie sich momentan befinden, sich ihres Geistes bem&auml;chtigt und&#8230;ach verdammt, ich hatte doch so einen Merksatz daf&uuml;r. Ah, genau, passt auf, ich habe ihn: &#8218;Das Schwein bestimmt das Bewusstsein&#8230;&#8216; Moment&#8230;nein&#8230;nein, das war es nicht&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Er sah auf.<br \/>\n  <br \/> Kalessans Blick, mit dem dieser zur&uuml;ck starrte, sagte: &quot;Du wirst das jetzt noch einmal so wiederholen, dass ich es auch verstehe, ansonsten passiert etwas sehr, sehr schlimmes!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, &auml;hm&#8230;ihr m&uuml;sst verstehen: Eure Magie ist eure Essenz. Die Magie ist das, was euch als Drachen kennzeichnet, wenn ihr euch in euren menschlichen K&ouml;rpern befindet. Jetzt, wo euch eure Magie fehlt, unterscheidet ihr euch nicht von anderen Menschen. Deswegen beginnt ihr, welche zu werden&#8230;&quot;, er stockte und begann nachzugr&uuml;beln, &quot;Hm&#8230;oder war es &#8218;Das Bein bestimmt das Bewusstsein&#8216;?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wenn die anderen langsam zu Menschen werden &#8211; was ist dann mit mir? Ich wei&szlig;, dass ich ein Drache war&#8230;bin.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke es liegt daran, dass ihr meine Spezies noch nie&#8230;so gut leiden konntet. Deswegen weigert sich euer Verstand hartn&auml;ckig, den Glauben anzunehmen, ihr w&auml;ret der von euch selbst erw&auml;hlte gr&ouml;&szlig;te Feind&#8230;(hmmm, &#8218;Die Pein&#8230;&#8216;?)&#8230;&auml;hm&#8230;aber ich bin auch fest davon &uuml;berzeugt, dass ihr euch der Verwandlung nicht sehr viel l&auml;nger entziehen k&ouml;nnt&#8230;(&#8218;Der Leim&#8230;&#8216;?)&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und wieviel Zeit habe ich noch?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich wei&szlig; es nicht. Vielleicht noch ein paar Stunden&#8230;(&#8218;Der Hain&#8230;&#8216;?)&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh verdammt! Also gut, du wei&szlig;t wo Saurudalfs Versteck ist. Wie schnell kannst du uns dort hinf&uuml;hren?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax&#8216; antwortete abwesend: &quot;Jaja&#8230;(&#8218;Herr Klein&#8230;&#8216;?)&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan nahm ihn an der Kehle und hob ihn auf eine H&ouml;he mit seinen Augen.<br \/>\n  <br \/> &quot;H&ouml;r mal zu: Du wirst jetzt aufh&ouml;ren &uuml;ber diesen d&auml;mlichen Merksatz nachzudenken. Du wirst mich und meine Kollegen jetzt zu Saurudalfs Versteck f&uuml;hren. Du hast eine Stunde Zeit. Ansonsten wird die letzte Handlung meiner draconischen Existenz noch einmal meine Lieblingsbesch&auml;ftigung sein &#8211; das Ausblasen von menschlichen Lebenslichtern auf extrem brutale und unangenehme Art und Weise.&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax wand sich in Kalessans st&auml;hlernem Griff und r&ouml;chelte.<br \/>\n  <br \/> Kalessan lie&szlig; ihn fallen, beugte sich &uuml;ber ihn und fragte fr&ouml;hlich: &quot;Na, kann&#8217;s losgehen?&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Karlmax f&uuml;hrte den Rat zum Eingang der Kanalisation von Neudorf.<br \/>\n  <br \/> Es hatte sich als n&ouml;tige Ma&szlig;nahme erwiesen, die neun abwesenden Drachen mit dem Menschen zusammen zu ketten, weil sie ansonsten von alleine keinen Schritt mehr getan h&auml;tten &#8211; ihr Bewusstsein schaltete doch schneller ab, als erwartet&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Meine Freunde hier werden aufpassen, dass du mir nicht einfach wegrennst!&quot;, hatte Kalessan zu Karlmax gesagt.<br \/>\n  <br \/> Der gesamte Rat bildete also jetzt eine kleine Kolonne aus vor sich hin tr&auml;umenden Menschen in farbigen Gew&auml;ndern, die von einem grimmigen H&uuml;nen in roter Robe begleitet und von einem kleinen, b&auml;rtigen Mann gef&uuml;hrt wurde.<br \/>\n  <br \/> &quot;Woher wei&szlig;t du eigentlich von Saurudalfs geheimen Versteck? So geheim scheint es ja nicht zu sein, wenn du davon wei&szlig;t&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax ignorierte den sarkastischen Unterton Kalessans: &quot;Ich habe einmal heimlich in Saurudalfs Aufzeichnungen gest&ouml;bert. Da bin ich auf eine Wegbeschreibung zu seinem Versteck in der Kanalisation gesto&szlig;en.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das ist ja sch&ouml;n f&uuml;r dich!&quot;, antwortete Kalessan, &quot;Mit jedem Satz, den du sagst, verschwendest du weitere wertvolle Zeit deines kurzen Lebens. Wenn ich dir also einen gut gemeinten Vorschlag machen darf: Geh weiter!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich gehe doch weiter!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Willst du mich nerven?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax hob die H&auml;nde in einer abwehrenden Geste und wollte gerade die Kanalisation betreten, als er mit einem jungen Mann zusammen prallte, der diese gerade verlie&szlig;. Der Mann schaute die seltsame Gruppe verwirrt an und sagte: &quot;Also Sally hat schon zugemacht. An eurer Stelle w&uuml;rde ich es heute Abend noch einmal versuchen. Oder wollt ihr woanders hin? Achso, zum Sklavenh&auml;ndler?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax antwortete: &quot;&Auml;hm, nein, wir wollen nicht zu Sally &#8211; und auch nicht zum Sklavenh&auml;ndler, wir haben&#8230;&auml;hm, woanders einen Termin.&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Mann zuckte nur mit den Schultern und ging weiter seines Weges.<br \/>\n  <br \/> Kalessan fragte Karlmax auf ihrem Weg in die Kanalisation: &quot;Wer ist Sally? Und was zur H&ouml;lle hat sie in der Kanalisation zu suchen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;Sally ist Inhaberin eines&#8230;Gesch&auml;ftes&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ein Gesch&auml;ft in der Kanalisation? Was verkauft sie denn da unten? Schei&szlig;e?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, sie verkauft&#8230;gewisse Dienstleistungen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan zog nur die Augenbraue hoch.<br \/>\n  <br \/> &quot;Man kann zu ihr gehen&#8230;und gegen ein gewisses Entgelt kann man mit einer Frau&#8230;zusammen sein&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und das geht nur in der Kanalisation?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Naja, Sallys Aktivit&auml;ten werden nicht von allen als&#8230;v&ouml;llig legal betrachtet&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Zu Karlmax&#8216; Erleichterung hakte Kalessan nicht weiter nach, sondern sch&uuml;ttelte nur den Kopf.<br \/>\n  <br \/> Auf ihrem Weg durch die Kanalisation bemerkte der Drache, dass &uuml;berall an den W&auml;nden Fackeln hingen. Wozu sollte jemand in einer Kanalisation Fackeln aufh&auml;ngen lassen? Und warum kamen ihnen immer wieder Menschen auf dem Weg in die Kanalisation entgegen?<br \/>\n  <br \/> Karlmax sagte: &quot;So, jetzt kommen wir in den Haupttunnel!&quot;<br \/>\n  <br \/> Sie bogen um eine Ecke &#8211; und fanden sich auf einer Art Stra&szlig;e wieder. Erneut hingen hier &uuml;berall Fackeln an den W&auml;nden. Mehrere Menschen liefen auf den breiten Randsteinen neben dem stinkendem Hauptstrom der Kanalisation entlang und bogen ab und zu in finstere Seitengassen ein. Als Kalessan einen Blick in einen der Seitentunnel warf, sah er am Ende eine T&uuml;r, &uuml;ber der ein h&ouml;lzernes Schild hing, auf dem ein gro&szlig;es Messer abgebildet war. In einem anderen Tunnel war eine T&uuml;r mit einem Schild, auf dem ein brennendes Pentagramm aufgemalt war. Wieder in einem anderen Tunnel hing ein Schild auf dem eine vermummte Gestalt zu sehen war.<br \/>\n  <br \/> Nachdem sie diesen Tunnel passiert hatten, kam ihnen genau eine solche Person entgegen. Als Kalessan sie passierte, rempelte diese ihn kurz an, entschuldigte sich und ging hastig weiter. Kalessan bef&uuml;hlte seine Taschen und war eher weniger &uuml;berrascht, als er sie leer vorfand.<br \/>\n  <br \/> Er drehte sich um und sah die vermummte Gestalt noch schnell in den dazu passenden Seitentunnel einbiegen. Kalessan rannte dem Menschen in den Tunnel hinterher und kam vor der Holzt&uuml;r mit dem &quot;Vermummter Mann&quot;-Schild zu stehen.<br \/>\n  <br \/> Er klopfte an, worauf sich der obligatorische Schlitz, durch den zwei finstere Augenpaare starrten, &ouml;ffnete.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja?&quot;, hie&szlig; es barsch.<br \/>\n  <br \/> &quot;Einer von euren kleinen, dreckigen Dieben hat mich eben beraubt. Er wird eine Menge Leben retten, wenn er mir jetzt gibt, was mir zusteht.&quot;<br \/>\n  <br \/> Die finsteren Augen wurden noch finsterer. Dann ging der Schlitz zu. Von innen h&ouml;rte man die Stimme des Pf&ouml;rtners rufen: &quot;Jimmy, hast du eben einen zwei Meter gro&szlig;en Typen, mit &#8217;ner komischen roten Robe ausgeraubt?&#8230;Du hast da mal wieder was vergessen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Schlitz &ouml;ffnete sich wieder: &quot;Es tut uns leid, er ist noch jung und relativ unerfahren. Hier, bitte!&quot;<br \/>\n  <br \/> Eine Karte wurde durch den Schlitz gesteckt. Kalessan nahm sie entgegen. Der Schlitz ging zu. Auf der Karte stand: &quot;Ihr wurdet von Jimmy dem Fu&szlig; ausgeraubt, offizielles Mitglied der Diebesgilde, Neudorf, HbmG. Wir danken f&uuml;r eure Kooperation und w&uuml;nschen euch noch einen angenehmen weiteren Aufenthalt in der Neudorfer Kanalisation!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan zerkn&uuml;llte die Karte w&uuml;tend mit einer Hand.<br \/>\n  <br \/> &quot;So, das reicht&#8230;jetzt gibt es Tote!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er ballte seine Hand zur Faust und schlug mit aller Kraft gegen die Holzt&uuml;r. Der erwartete Effekt explodierenden Holzes blieb jedoch aus. Stattdessen explodierte der Schmerz in seiner Hand.<br \/>\n  <br \/> Kalessan wimmerte.<br \/>\n  <br \/> Hinter der T&uuml;r ert&ouml;nte die Stimme des Pf&ouml;rtners: &quot;Wir haben jetzt geschlossen, kommt morgen wieder!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan betrachtete ungl&auml;ubig seine schmerzende Hand &#8211; es hatte also begonnen.<br \/>\n  <br \/> Er rannte los.<br \/>\n  <br \/> Am anderen Ende des Tunnels stand Karlmax mit den tr&auml;umenden Drachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was&#8230;was ist denn los mit euch?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Halt die Klappe und f&uuml;hre mich zu Saurudalfs Versteck. Keine Umwege, kein Verlaufen, keine &#8218;Abk&uuml;rzungen&#8216;, verstanden?&quot;.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sah ihn an &#8211; direkt in seine Augen. Und was er entdeckte, gefiel ihm &uuml;berhaupt nicht &#8211; er sah Panik.<\/p>\n<p align=\"justify\">Obwohl Karlmax nicht der Schnellste war und die neun Drachen hinter ihm die Fortbewegung enorm erschwerten, schafften sie es binnen weniger Minuten durch einige Seitenkan&auml;le in einen kleinen Tunnel, der an einer Gargoyle-Statue endete.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und jetzt? Ich tippe auf das alte &#8218;Schalter finden und dr&uuml;cken&#8216;-Spiel.&quot;, sagte Kalessan ungeduldig, aber mit einer geh&ouml;rigen Portion Galgenhumor.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nicht ganz&#8230;laut Saurudalfs Aufzeichnungen m&uuml;sste uns jetzt ein R&auml;tsel gestellt werden. Leider wei&szlig; ich nicht genau, wie es lautet.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ein R&auml;tsel? Warum wird nicht nach irgendeinem Passwort oder so gefragt? Das w&auml;re doch viel sicherer!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nunja, Saurudalf ist recht vergesslich, besonders was Passw&ouml;rter betrifft. Aber er ist gut im R&auml;tseln. Deswegen hat er diesen Gargoyle verzaubert, ein R&auml;tsel aufzugeben. So hat er zumindest eine Eselsbr&uuml;cke f&uuml;r sein Passwort&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan zog eine Augenbraue hoch, zuckte dann aber nur mit den Schultern und ging auf die Statue zu. Die Augen des Gargoyles begannen auf klassische Art und Weise rot zu gl&uuml;hen. Dann sprach er:<br \/>\n  <br \/> &quot;Halt, wer hier vorbei m&ouml;chte, muss erst das schwierigste R&auml;tsel l&ouml;sen, welches da je erfunden worden ist, ansonsten&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ansonsten was?&quot;, fragte Kalessan herausfordernd.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ansonsten wird er ein schreckliches Schicksal erleiden!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das da w&auml;re&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Er muss eine Stunde warten, bis er noch einen Versuch bekommt!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte&#8230;was? Keine t&ouml;dlichen Strafen? Keine alles zu Asche verbrennenden Feuerb&auml;lle? Keine rasiermesserscharfen, pl&ouml;tzlich aus der Wand schie&szlig;enden Klingen? Keine sich langsam zusammen bewegenden W&auml;nde, die ihre Opfer langsam und qualvoll zerquetschen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein! Mein Meister w&uuml;rde sich doch nicht absichtlich in Gefahr bringen. Au&szlig;erdem w&auml;re es doch ziemlich l&auml;stig, die Sauerei hinterher hier immer aufr&auml;umen zu m&uuml;ssen, nicht wahr?&quot;, antwortete der Gargoyle fr&ouml;hlich.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;wie langweilig!&quot;, entgegnete Kalessan offensichtlich entt&auml;uscht, &quot;Nun gut, dann stell dein ach so schweres R&auml;tsel!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut. Aber seid vorbereitet auf das schwierigste und gewiefteste R&auml;tsel aller Zeiten, eine Kopfnuss, die nur die Allerwenigsten der Allerwenigsten knacken konnten, eine Aufgabe, die nur die Schlauesten der Schlauesten der&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Gargoyle bemerkte nun Kalessans patentierten Todesblick, welcher anscheinend auch bei ihm hervorragend funktionierte&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, ja&#8230;Verzeihung. Hier nun das R&auml;tsel: Am Morgen geht es auf vier Bei&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Der Mensch!&quot;, sagte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hey, das ist gemein. Ihr kanntet das R&auml;tsel schon!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, ich bitte dich &#8211; das ist das &auml;lteste, d&uuml;mmste und vor allem popul&auml;rste R&auml;tsel der Geschichte.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber bis jetzt hat es noch keiner gel&ouml;st!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;wie viele waren vor uns denn schon hier au&szlig;er deinem Meister?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Gargoyle sah sie nachdenklich an, zuckte dann mit steinernen Schultern und schob sich mitsamt der Wand, in der er befestigt war, beiseite und gab den Weg frei.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sagte: &quot;Ich kannte das R&auml;tsel noch nicht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du bist ja auch kein Drache. Weiter!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan, Karlmax und die neun halbnarkotisierten Drachen gingen durch die T&uuml;r hindurch. Dahinter befand sich ein Raum, der eher sp&auml;rlich ausgestattet war: Je zwei Holzb&auml;nke standen an den beiden Seitenw&auml;nden und in der Mitte des Raumes war ein Tisch, auf dem einige Schriftrollen lagen.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sagte: &quot;Das hier muss der Empfangsraum sein!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wozu braucht ein machtgieriger Magier in seinem geheimen Labor unter der Erde einen Empfangsraum?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hoher Besuch, Freunde, Sponsoren&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan nahm sich eine der Schriftrollen. Sie war mit dem Schriftzug &quot;Mord ist Sport, Ausgabe 4\/01&quot; betitelt.<br \/>\n  <br \/> Die T&uuml;r hinter ihnen ging wieder zu. Aus der gleichen Richtung ert&ouml;nte eine Stimme: &quot;Guten Tag!&quot;<br \/>\n  <br \/> Die beiden drehten sich ruckartig um. Hinter ihnen stand ein ihnen sehr bekannter Mann, der einmal mehr zwei Armbr&uuml;ste auf sie richtete.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ivel!?&quot;, riefen sie gleichzeitig (Kalessan und Karlmax, nicht die Armbr&uuml;ste).<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, ich bin Es&ouml;b, der Zwillingsbruder von Ivel, den ihr so hinterh&auml;ltig ermordet habt. Daf&uuml;r werdet ihr mir bezahlen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir haben gar kein Geld dabei, das wurde uns gestohlen!&quot;, antwortete Karlmax schnell, &quot;Au&szlig;erdem haben wir ihn nicht umgebracht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du h&ouml;rst besser auf, mich f&uuml;r dumm zu verkaufen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Er hat Recht, wir haben ihn nicht umgebracht. Nicht direkt zumindest.&quot;, warf Kalessan ein.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wenn ihr es nicht wart, wer dann?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich k&ouml;nnte euch jetzt die Wahrheit erz&auml;hlen und sagen, dass Ivel von einer M&uuml;nze get&ouml;tet wurde, die mehrere hundert Meter weit fiel, eine irrsinnige Geschwindigkeit entwickelte und seinen Kopf durchbohrte. W&uuml;rdet ihr mir glauben?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das geschah vor der Magierakademie?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh diese verdammten Studenten! Eines Tages verpasse ich denen f&uuml;r ihre dummen Streiche eine Tracht Pr&uuml;gel, die sich gewaschen hat! Wie dem auch sei, ich danke euch f&uuml;r eure Hilfe. Jetzt muss ich euch aber leider bitten, mit mir mitzukommen &#8211; wir haben euch bereits erwartet.&quot;<br \/>\n  <br \/> Er deutete h&ouml;flich auf die T&uuml;r am anderen Ende des Raumes.<br \/>\n  <br \/> Angesichts der Armbr&uuml;ste blieb den beiden wohl keine Wahl. Sie setzten sich in Bewegung, &ouml;ffneten die T&uuml;r und liefen den dahinter liegenden Gang hinunter. Es&ouml;b ging direkt hinter ihnen, stie&szlig; aber immer wieder mit dem geistlosen Smahug zusammen, der noch hinter Karlmax hing &#8211; und das brachte ihn langsam aus der Fassung: &quot;M&uuml;ssen diese neun Zombies denn unbedingt hinter dir herlaufen? &Ouml;ffne die T&uuml;r!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax tat wie ihm gehei&szlig;en und &ouml;ffnete die T&uuml;r neben ihm. Dahinter lag ein leerer, kleiner Raum.<br \/>\n  <br \/> &quot;Binde sie ab und f&uuml;hre sie da hinein!&quot;<br \/>\n  <br \/> Nachdem Karlmax auch das ausgef&uuml;hrt hatte, erkundigte sich Es&ouml;b: &quot;Und sie k&ouml;nnen sich nicht aus freiem Willen weiterbewegen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Anscheinend nicht, nein.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Gut. Weiter!&quot;<br \/>\n  <br \/> Einmal mehr markierte eine dieser langweiligen Holzt&uuml;ren das Ende des Ganges.<br \/>\n  <br \/> &quot;Da durch!&quot;<br \/>\n  <br \/> Hinter dieser letzten T&uuml;r wartete eine echte &Uuml;berraschung auf Kalessan und Karlmax: Es handelte sich hierbei nicht um einen weiteren, kleinen, leeren Raum, sondern um eine Halle von relativ beachtlichen Ausma&szlig;en. &Uuml;berall standen Tische herum, auf denen, wie es sich f&uuml;r ein ordentliches Magierlabor geh&ouml;rt, verschiedenste Ger&auml;tschaften und vor allem Dutzende Reagenzgl&auml;ser standen, die mit allerlei Fl&uuml;ssigkeiten gef&uuml;llt waren, deren Farbspektrum es einmal mehr schon fast mit dem der Drachen aufnehmen konnte.<br \/>\n  <br \/> An einem der Tische und neben einem gro&szlig;en Eisenk&auml;fig stand mit dem R&uuml;cken zu ihnen Saurudalf. Vor ihm war das Prettschett positioniert. Saurudalf fluchte: &quot;Verdammt!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan antwortete: &quot;Ihr wisst nicht, wie man es bedient, hm? Lasst mich raten: Es liegt an diesen komplizierten ausl&auml;ndischen Anleitungen, die kein Normalsterblicher verstehen kann, nicht wahr? Achso, ihr habt es ja selbst gebaut&#8230;ich verga&szlig;&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf drehte sich um.<br \/>\n  <br \/> &quot;IHR! Ich&#8230;&auml;h&#8230;ich habe euch schon erwartet! Besonders&#8230;MEIN SEKRET&Auml;R? Was zur H&ouml;lle willst du hier, Karlmax? Und wo ist der Rest von dem Drachengesocks?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Die habt ihr mit euren M&auml;tzchen in den Wahnsinn getrieben, sodass sie jetzt glauben, sie w&auml;ren Menschen. So etwas finde ich sehr unsch&ouml;n von euch&#8230; Ich dachte, ihr wolltet aus dieser Stadt einen lebenswerten Ort machen!&quot;, antwortete Karlmax &#8211; seine Naivit&auml;t war doch wirklich zu niedlich.<br \/>\n  <br \/> &quot;Die anderen habe ich in eine unserer Zellen gesperrt &#8211; wie er sagt, sie waren v&ouml;llig geistlos&#8230;&quot;, sagte Es&ouml;b.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm&#8230;interessant! Sagt mir, um noch einmal auf den Beginn unseres Gespr&auml;ches zur&uuml;ck zu kommen, Drache, was meintet ihr damit, dass ich nicht w&uuml;sste, wie man das Prettschett bedient?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir haben euch doch gesagt, dass sich unsere Magie von der euren unterscheidet. Das Ding da hat keinerlei Nutzen f&uuml;r euch, solange ihr die Funktionsweise unserer Magie nicht versteht.&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf kniff die Augen zusammen und schenkte Kalessan den b&ouml;sen Blick, was diesen nat&uuml;rlich wenig beeindruckte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun, ich lerne schnell. Ihr seid nicht zuf&auml;llig bereit, es mir zu erz&auml;hlen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan l&auml;chelte den Magier an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut, dann werde ich mich woanders erkundigen gehen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Da bin ich ja mal gespannt, wie ihr das anstellen wollt. Wenn nicht gerade Smahug wieder ein loses Mundwerk gehabt hat, d&uuml;rfte dieses Geheimnis kaum in einer eurer billigen Schriften niedergeschrieben sein. Und bei dieser Angelegenheit bin ich mir ziemlich sicher, dass sogar er die Klappe halten kann.&quot; antwortete Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Saurudalf l&auml;chelte den Drachen an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Er <em>hat<\/em> geredet, nicht wahr?&quot;, sagte Kalessan<br \/>\n  <br \/> &quot;Ganz in der N&auml;he von Neudorf gibt es einen alten Tempel mit einer gro&szlig;en Bibliothek. Und rein zuf&auml;llig gibt es meines Wissens nach in dieser Bibliothek auch ein Buch &uuml;ber &quot;Die Geheimnisse der Drachenmagie&quot; &#8211; verfasst mit Hilfe von Smahug, dem Weisen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan spitzte die Lippen und ging dann mit seinem Gesicht in eine w&uuml;tend-entt&auml;uschte Grimasse &uuml;ber. Er sah ungef&auml;hr so aus, als h&auml;tte ihm jemand eine Stunde lang ohne Unterbrechung ins Gesicht geschlagen.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, Meister?&quot;, fragte Es&ouml;b.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Meint ihr den Tempel, der im Dunklen Sumpf im Norden liegt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich halte es f&uuml;r gef&auml;hrlich, dort hinzureisen. Der Tempel ist im letzten Monat wieder einige Meter gesunken, habe ich geh&ouml;rt. Viele der &ouml;rtlichen M&ouml;nche haben ihn schon verlassen, weil er jetzt jederzeit untergehen k&ouml;nnte&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach, Quatsch! So lange wird er ja wohl noch halten. Ich brauche h&ouml;chstens zwei Tage bis dahin. Und f&uuml;r meine Studien ben&ouml;tige ich auch nicht viel Zeit. Doch bevor ich abreise, habe ich noch etwas zu erledigen&#8230;&quot;, sagte Saurudalf mit einem b&ouml;sen Blick auf Kalessan und Karlmax.<br \/>\n  <br \/> An seinen Sekret&auml;r gewandt sagte er dann: &quot;Zun&auml;chst einmal: Du bist gefeuert! Und dann habe ich mir f&uuml;r euch beide schon ein wundervolles Schicksal ausgedacht. Ich werde an euch beiden meine neueste und b&ouml;sartigste Errungenschaft einweihen und euch in einen gro&szlig;en Bottich stecken, der bis zum Rand gef&uuml;llt ist mit kochender, brodelnder, alles aufl&ouml;sender&#8230;&quot;, er machte eine dramatische Pause, &quot;ASCORBINS&Auml;URE!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;Meister?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, was ist?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm, das mit dem Kochen und Brodeln und dem Alles-aufl&ouml;sen stimmt nicht so ganz&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte&#8230;was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;es handelt sich nicht um eine aggressive Fl&uuml;ssigkeit, wie ihr vielleicht annehmt, sondern eher um&#8230;um&#8230;um&#8230;ein Pulver&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ein Pulver&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ein Pulver.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich hatte dir doch aufgetragen, S&auml;ure f&uuml;r meine Folterkammer zu beschaffen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja &#8211; und ihr hattet mir auch aufgetragen, m&ouml;glichst die billigste S&auml;ure zu besorgen, die ich finden k&ouml;nnte. Und das war nunmal Ascorbins&auml;ure.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Kann man das Pulver vielleicht in Wasser l&ouml;sen und so eine kochende, brodelnde und alles aufl&ouml;sende S&auml;ure schaffen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, das habe ich schon versucht.&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf schloss die Augen, presste die Zeigefinger an die Stirn, massierte sich die Schl&auml;fen und atmete ruhig ein und aus. Dann sagte er: &quot;Nun gut&#8230;vielleicht ist es ja besser so.&quot;, er wandte sich an Kalessan, &quot;Jetzt kann ich euch noch damit qu&auml;len, wie ich eure eigene Magie benutze, um euch langsam zu Tode zu foltern&#8230; Es&ouml;b, du wirst diese beiden hier in den Eisenk&auml;fig sperren und sie so lange bewachen, bis ich wieder da bin &#8211; verstanden?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, Herr.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Diese Aufgabe ist auch wirklich nicht zu schwer f&uuml;r dich?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, Herr.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du wirst dich auf diesen Stuhl setzen und diese beiden nicht aus den Augen lassen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, Herr. Nein, Herr.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Gut.&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf drehte sich ohne ein weiteres Wort um und st&uuml;rmte aus der Halle hinaus.<\/p>\n<p align=\"justify\">&quot;Es war irgendwas mit &#8218;&#8230;ein&#8216; hinten dran&#8230;&quot;, sagte sich Karlmax.<br \/>\n  <br \/> Er sa&szlig; nun schon seit ungef&auml;hr zwei Stunden zusammen mit Kalessan in dem Eisenk&auml;fig und nutzte die Zeit, um sich &uuml;ber das Problem Gedanken zu machen, welches ihn schon seit einiger Zeit besch&auml;ftigte.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sa&szlig; ebenfalls in Gedanken versunken neben ihm.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wisst ihr vielleicht noch ein Wort mit &#8218;&#8230;ein&#8216; hinten dran?&quot;, wandte Karlmax sich an den verwandelten Drachen. Dieser sa&szlig; jedoch nur da und starrte ins Leere.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;Kalessan?&quot;, fragte Karlmax und streckte die Hand aus. Er z&ouml;gerte kurz, in dem Bewusstsein, dass sein Vorhaben einem Selbstmord gleichkommen k&ouml;nnte &#8211; dann r&uuml;ttelte er den Drachen an der Schulter. Nichts geschah.<br \/>\n  <br \/> &quot;Kalessan? Hallo! Aufwachen! Oh, verdammt&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Das war ein schlechtes Zeichen. Kalessan war un&uuml;bersehbar geistig abwesend.<br \/>\n  <br \/> Karlmax suchte nun nach der L&ouml;sung von einem ganz anderen Problem. Er tastete seine Taschen nach Geld ab, doch seine Unterbezahlung machte sich in gefundenem finanziellem Nichts recht deutlich bemerkbar.<br \/>\n  <br \/> Er fragte den in der N&auml;he auf einem Stuhl sitzenden Es&ouml;b, der gerade in einer Schriftrolle las, die mit &quot;Das Sally-Magazin&quot; betitelt war: &quot;&Auml;hm habt ihr vielleicht kurz eine M&uuml;nze oder ein Goldst&uuml;ck f&uuml;r mich? Ihr bekommt es auch gleich wieder.&quot;<br \/>\n  <br \/> Es&ouml;b sah kurz auf: &quot;Ich soll dich wohl noch daf&uuml;r bezahlen, dass du da drinnen sitzt? Vergiss es!&quot;<br \/>\n  <br \/> Dann wandte er sich wieder seiner Schriftrolle zu. Auf einmal wurden seine Augen gro&szlig;. Er drehte die Schriftrolle um 90 Grad. Seine Augen wurden noch gr&ouml;&szlig;er. Es&ouml;b schaute wieder auf Karlmax und machte den Mund hastig auf und zu: &quot;Ent&#8230;ent&#8230;oh&#8230;oooh&#8230;.entschuldige mich, ich habe&#8230;oohhoohh&#8230;kurz was zu erledigen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Dann stand er schnell auf, rannte mit der Schriftrolle vor den Augen zun&auml;chst gegen eine geschlossene T&uuml;r, &ouml;ffnete sie dann, ging hindurch und schloss sie wieder. Dann waren nur laute Oh..oohh&#8230;ohhohhhhoooohhhhs aus dem Raum dahinter zu h&ouml;ren.<br \/>\n  <br \/> Karlmax dachte weiter nach, wie er Kalessan aus seiner Lethargie rei&szlig;en k&ouml;nnte. Da kam ihm eine weitere Idee.<br \/>\n  <br \/> Er ging zu Kalessan und &ouml;ffnete dessen Mund und legte ein paar seiner Finger hinein.<br \/>\n  <br \/> &quot;Na, schmeckt euch das?&quot;<br \/>\n  <br \/> Keine Reaktion.<br \/>\n  <br \/> Zur Standardausstattung eines B&uuml;rgers, der in einer Stadt wie Neudorf wohnt, geh&ouml;rt immer ein Messer. Das ist so selbstverst&auml;ndlich, dass es nicht einmal von den &ouml;rtlichen B&ouml;sewichten und Schurken bei Durchsuchungen abgenommen wird. Es gibt sogar ein Gesetz, das alle B&uuml;rger von Neudorf verpflichtet, immer ein Messer dabei zu haben. Wenn man jemandem sein pers&ouml;nliches Messer entwendet, droht dem Dieb darauf die Todesstrafe. Das reduzierte die Gerichtsverfahren wegen vors&auml;tzlichem Mord ganz erheblich, da nun jeder M&ouml;rder auf &quot;Verteidigung aus Notwehr&quot; pl&auml;dieren konnte.<br \/>\n  <br \/> Jedenfalls holte Karlmax sein ganz pers&ouml;nliches Messer aus dem &Auml;rmel, z&ouml;gerte kurz, biss dann die Z&auml;hne zusammen und schnitt sich in den Arm.<br \/>\n  <br \/> Dann lie&szlig; er das Blut in Kalessans ge&ouml;ffneten Mund laufen.<br \/>\n  <br \/> Zun&auml;chst gab es wieder keine Reaktion. Dann schloss sich Kalessans Mund pl&ouml;tzlich um die Wunde und begann zu saugen.<br \/>\n  <br \/> &quot;AUA!&quot;, rief Karlmax, zog den Arm schnell weg und legte sich dann erschrocken die Hand auf den Mund, in der Annahme, Es&ouml;b k&ouml;nnte etwas geh&ouml;rt haben.<br \/>\n  <br \/> Kalessan starrte ihn zun&auml;chst an, als ob er ein saftiges St&uuml;ck Fleisch w&auml;re. Dann schaute er ihn v&ouml;llig verwirrt an und schlie&szlig;lich betrachtete er ihn so, wie er ansonsten immer nur&#8230;Karlmax anstarrte. Sein Blick fiel auf dessen Schnittwunde.<br \/>\n  <br \/> Er runzelte die Stirn und schien erneut ins Leere zu starren. Als Karlmax schon dachte, seine schmerzhafte Aktion h&auml;tte doch keinen Erfolg gehabt, sagte Kalessan:<br \/>\n  <br \/> &quot;Warum tust du das? Du hast mich vorher noch nie getroffen. Du wei&szlig;t nicht mal mehr, ob ich die Wahrheit sage und wirklich ein Drache bin&#8230; Au&szlig;erdem war ich nicht gerade nett zu dir &#8211; und dennoch machst du das alles hier mit, um mir zu helfen. Warum?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax zuckte mit den Schultern: &quot;Nun, sogar Saurudalf sagt, dass ihr ein Drache seid &#8211; warum sollte er sonst so etwas behaupten? Vielleicht helfe ich euch aber auch nur deswegen, weil ich schon immer einem Drachen begegnen wollte &#8211; weil ich schon immer mal auf einem Drachen reiten und die Welt von oben sehen wollte&#8230;ich bin wahrscheinlich nur wieder zu naiv&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Allerdings! Schon Pl&auml;ne, wie wir hier herauskommen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun&#8230;nein! Ich dachte vielleicht, dass ihr&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Kalessan! Karlmax!&quot;, rief eine Stimme von der T&uuml;r her, durch die sie den Raum betreten hatten. In ihr stand Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was macht ihr denn da drinnen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan antwortete: &quot;Smahug! Geht es dir wieder besser?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Drache kam n&auml;her an den K&auml;fig heran: &quot;Ging es mir denn je schlecht? Daran kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan seufzte: &quot;Nicht schon wieder&#8230;Smahug, sag mir: Was bist du?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wie&#8230;was bin ich?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Welcher Spezies geh&ouml;rst du an?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin nat&uuml;rlich ein Mensch! Was ist denn das f&uuml;r eine seltsame Frage?&quot;, antwortete Smahug fr&ouml;hlich.<br \/>\n  <br \/> Kalessan senkte resigniert den Kopf und seufzte erneut &#8211; diesmal war sich Smahug anscheinend sicher. Dann schreckte er auf: &quot;Karlmax, wo ist dieser Es&ouml;b hin?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, der ist wahrscheinlich gerade auf der Toilette und schaut sich schmutzige Schriftrollen an&#8230;&quot;, antwortete dieser.<br \/>\n  <br \/> &quot;Warum muss er dazu auf die Toilette? Warum geht er nicht in die Eingangshalle und nimmt eine der sauberen Schriftrollen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Vergesst es! Smahug, k&ouml;nntet ihr bitte das Schl&uuml;sselbund dort nehmen und die T&uuml;r dort dr&uuml;ben abschlie&szlig;en? Das w&uuml;rde uns ein paar Probleme ersparen&#8230;&quot;, Karlmax zeigte auf die Schl&uuml;ssel und die T&uuml;r.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist denn hinter&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Halt den Mund und tu es einfach! Wir wissen nicht, wann er wieder zur&uuml;ck kommt!&quot;, sagte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Smahug hob abwehrend die H&auml;nde: &quot;Nein! Nicht in diesem Tonfall! Ich m&ouml;chte zuerst das Zauberw&ouml;rtchen h&ouml;ren!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Abrakadabra!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du wei&szlig;t, welches Wort ich meine!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Er hat es doch eben gerade gesagt!&quot;, st&ouml;hnte Kalessan und deutete auf Karlmax.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich m&ouml;chte es aber von dir h&ouml;ren!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan seufzte: &quot;W&uuml;rdest du BITTE zu diesem Tisch dort gehen, BITTE das Schl&uuml;sselbund welches dort liegt aufnehmen, dich BITTE zu dieser T&uuml;r dort dr&uuml;ben bewegen und sie dann BITTE abschlie&szlig;en, WEIL UNSER VERDAMMTES LEBEN DAVON ABH&Auml;NGT!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber nat&uuml;rlich, mein Freund!&quot;, antwortete Smahug fr&ouml;hlich und setzte sich in Bewegung.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;das ist so erniedrigend!&quot;, st&ouml;hnte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Smahug probierte einige der Schl&uuml;ssel aus und fand schlie&szlig;lich den richtigen. Kurz nachdem er ihn umgedreht hatte, wurde die Klinke von der anderen Seite heruntergedr&uuml;ckt.<br \/>\n  <br \/> Smahug rief: &quot;Hahaahaaa, wir haben dich eingeschlossen, du B&ouml;sewicht!&quot;<br \/>\n  <br \/> Es&ouml;b antwortete: &quot;Och Mist&#8230;dann geh ich halt noch mal auf die Toilette&#8230;&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Kalessan und Karlmax befanden sich wieder auf dem Weg zur Oberfl&auml;che.<br \/>\n  <br \/> Hinter ihnen liefen die neun nun mehr als aufgeweckten Mitglieder des Rates. Sie benahmen sich wie Kinder, die gerade durch das gr&ouml;&szlig;te Spielwarengesch&auml;ft der Welt liefen &#8211; und dabei war es nur eine stinkende Kanalisation&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was war eigentlich der Grund f&uuml;r ihren langen Aussetzer vorhin?&quot;, erkundigte sich Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich vermute, dass sie sich in einem inneren Konflikt befanden, in dem ihre alten Erinnerungen und ihr neues, menschliches Ich gegeneinander ank&auml;mpften. Eine Vergangenheit als Drache und eine Zukunft als Mensch l&auml;sst sich nunmal nicht unter einen Hut bringen. Nun, das Ergebnis dieses Konfliktes liegt hier gut sichtbar vor uns. Sie scheinen nun hyperaktiv zu sein und all die neuen Eindr&uuml;cke in sich aufzunehmen, als m&uuml;ssten sie ihr verlorenes Ged&auml;chtnis mit Erinnerungen aller Art f&uuml;llen&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber du bist dir sicher, dass sie ihre Erinnerungen von vor der Verwandlung alle wieder zur&uuml;ck erhalten?&quot;, fragte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin mir in gar nichts sicher &#8211; ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob man sie &uuml;berhaupt zur&uuml;ckverwandeln kann!&quot;, kam Karlmax&#8216; Antwort.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du wirst ja richtig aggressiv, Kleiner &#8211; so gef&auml;llst du mir!&quot;, erwiderte Kalessan mit einem Grinsen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und warum geht es euch auf einmal wieder so gut? Ihr h&ouml;rt euch nicht so an, als w&auml;ret ihr noch vor einigen Minuten kurz davor gewesen, eure Existenz aufzugeben&#8230;&quot;, fragte Karlmax.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du hast Blutgruppe 0 negativ?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Woher&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Meine Lieblingsblutgruppe &#8211; lass es mich so sagen: Daf&uuml;r lohnt es sich wirklich, weiter als Drache zu existieren!&quot;, antwortete Kalessan weiterhin grinsend. Dann wurde er schlagartig ernst, blieb stehen und sah Karlmax lange und seltsamerweise v&ouml;llig ohne Aggressivit&auml;t im Blick in die Augen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Danke!&quot;, sagte er dann &#8211; und ging weiter.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sah ihm nach. <\/p>\n<p align=\"justify\">An der Oberfl&auml;che angekommen machten sie sich auf die Suche nach dem erstbesten Stall, der Pferde verleihen konnte. Auf dem Weg zu &quot;Rudy&#8217;s Rappen&quot; in der Stinkegasse, dem einzigen Pferdestall der auch richtige Pferde anbot, kamen sie einmal mehr an dem gro&szlig;en Platz vor der Magierakademie vorbei. Auf dem Platz stand eine derartig gro&szlig;e Menschenmasse, dass es unm&ouml;glich war, den Platz zu &uuml;berqueren, wenn man nicht gerade ein Bulldozer war.<br \/>\n  <br \/> Die Menge bestand nahezu ausschlie&szlig;lich aus menschlichen M&auml;nnern im jungen bis mittleren Alter, die alle in voller R&uuml;stung und bewaffnet waren. Sie standen halbkreisf&ouml;rmig um den Eingang der Magierakademie. Alle schauten einen kleinen Holzpodest vor dem Eingang an, auf dem ein Redner stand &#8211; es war Saurudalf.<br \/>\n  <br \/> Mit lauter Stimme verk&uuml;ndete er etwas: &quot;&#8230;und deswegen ben&ouml;tige ich mindestens ein Viertel von euch, damit wir uns zusammen einen Weg durch die Armee schlagen k&ouml;nnen. Diejenigen unter euch, die diese Aktion &uuml;berleben, werden reich belohnt werden!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax fragte einen in der N&auml;he stehenden Soldaten: &quot;Was ist denn los? Was f&uuml;r eine Armee meint er?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Neudorf wird von der Armee des Schr&auml;ckelichen Haramasch belagert. Seine Truppen haben bereits die gesamte Stadt umzingelt und man kann nun weder in sie hinein noch aus ihr heraus&#8230;deswegen m&ouml;chte der B&uuml;rgermeister jetzt losziehen, um Hilfe zu holen. Doch dazu braucht er halt ein paar M&auml;nner, um sich eine Schneise zu schlagen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber wie kann so eine Armee unbemerkt bleiben? Warum wurden wir nicht vorgewarnt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Keine Ahnung&#8230;wahrscheinlich haben all die H&auml;ndler, Kundschafter und Reisenden nur wieder vergessen, uns davon zu erz&auml;hlen &#8211; das hatten wir schon einmal.&quot;, der Soldat zuckte mit den Schultern.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wie gro&szlig; ist denn Haramaschs Armee?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;So an die 1.000 Mann&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm, das geht ja noch.&quot;, erwiderte Karlmax erleichtert.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, wenn man die restlichen 99.000 Amazonenk&auml;mpferinnen seiner Armee nicht mitz&auml;hlt &#8211; die sind alle anscheinend v&ouml;llig begeistert von Haramasch&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax klappte die Kinnlade herunter.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte: &quot;Diese Armee ist kein Problem f&uuml;r uns, sobald wir unsere Magie wieder haben. Komm mit!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er packte Karlmax am &Auml;rmel und zog ihn mit sich durch die Menge &#8211; die anderen Drachen folgten brav. Wenigstens gab es diesmal wirklich was zum Glotzen&#8230;<br \/>\n  <br \/> Nach einigen Minuten voller Schubsen und Dr&auml;ngeln gelangte Kalessan mit seinem Anhang dem Holzpodest schon sehr nahe. Leider fielen die Drachen mit ihren farbigen Roben in der Menge so stark auf, wie ein Pottwal im h&auml;uslichen Wohnzimmer. Ihre Ankunft blieb bei Saurudalf also nicht unbemerkt.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr da! Bringt mir diese komischen V&ouml;gel in ihren bunten Roben hier her und haltet sie hier fest!&quot;<br \/>\n  <br \/> Wenige Sekunden sp&auml;ter sahen sich die Drachen mit Saurudalf konfrontiert und von einer Horde feindlicher Soldaten umzingelt.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich wei&szlig; nicht, wie ihr euch befreien konntet&#8230;aber ich werde euren Tod nicht weiter hinausz&ouml;gern! Soldaten! Bringt sie um! Hier und jetzt, vor meinen Augen!&quot;, rief Saurudalf.<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber Herr, warum sollen wir sie umbringen? Sie haben euch doch gar nichts getan!&quot;, erwiderte einer der Soldaten. Die anderen nickten zustimmend.<br \/>\n  <br \/> &quot;Doch, haben sie &#8211; was wagt ihr eigentlich, meine Autorit&auml;t in Frage zu stellen!?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir m&ouml;chten ja nur wissen, was sie euch getan haben.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Siiieee&#8230;sind bei mir eingebrochen und&#8230;und haben versucht mich zu bestehlen.&quot;, Saurudalf war sichtlich stolz darauf, dass er seinem Publikum zumindest eine Halbwahrheit pr&auml;sentiert hatte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir wollten uns aber nur das zur&uuml;ckholen, was uns geh&ouml;rt!&quot;, schrie Kalessan den Magier an.<br \/>\n  <br \/> Einer der Soldaten sah den Drachen an und wieder zu Saurudalf zur&uuml;ck: &quot;Stimmt das, was er sagt?&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf lief rot an: &quot;DAS IST DOCH WOHL V&Ouml;LLIG EGAL, JETZT BRINGT DIESE MISTKERLE ENDLICH UM!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh nein, so kommen wir erst gar nicht ins Gespr&auml;ch.&quot;, antwortete der Soldat und wandte sich wieder an Kalessan, &quot;Was hat euch Saurudalf denn abgenommen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wenn ich dir erz&auml;hlen w&uuml;rde, dass ich und meine neun farbigen Kollegen hier Drachen sind, deren Magie von Saurudalf gestohlen wurde, wodurch sie jetzt in diesen Menschenk&ouml;rpern feststecken &#8211; w&uuml;rdest du mir dann glauben?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Soldat schrak zur&uuml;ck: &quot;Das ist ja ein unglaubliches Vergehen! Werter B&uuml;rgermeister, bevor wir euch in eurem Vorhaben unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen, muss ich euch eindringlich darum bitten, diesen Herren hier ihre Magie zur&uuml;ck zu geben!&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf sah so aus, als w&uuml;rde er gleichzeitig kurz vor dem gr&ouml;&szlig;ten Heulkrampf und dem schwersten Wutausbruch in der Geschichte der Menschheit stehen.<br \/>\n  <br \/> So ist es &auml;u&szlig;erst bewundernswert, dass er es schaffte, sich zusammenzurei&szlig;en. Jedenfalls schrie er nicht gro&szlig; herum und brachte alles um, was ihm im Wege stand.<br \/>\n  <br \/> Vielmehr hob er beide H&auml;nde. Sie begannen zu leuchten.<br \/>\n  <br \/> &quot;Vielleicht kann ich euch Drachen mit Magie nicht verletzten &#8211; aber eurem Freund und dem Gro&szlig;teil der anderen Menschen hier w&uuml;rden ein paar ordentliche Stromschl&auml;ge sicherlich&#8230;schlecht tun. Deswegen tut ihr alle gut daran, mich jetzt durch zu lassen &#8211; und wehe euch, ihr versucht, mich anzugreifen oder ihr verfolgt mich&#8230;ihr m&ouml;chtet nicht wissen, was dann passiert!&quot;, sagte er.<br \/>\n  <br \/> Kalessan schnaubte ver&auml;chtlich. Sollte er jetzt der Besch&uuml;tzer dieser Menschen sein? Das wurde wirklich immer und immer besser&#8230; Er tr&ouml;stete sich jedoch damit, dass seine eigene magische Immunit&auml;t nun wahrscheinlich auch verschwunden sein w&uuml;rde und trat beiseite.<br \/>\n  <br \/> Eine kleine Gasse bildete sich in der Menge. Saurudalf bewegte sich z&uuml;gig durch die Masse, die H&auml;nde leuchtend im Anschlag gehalten. Am Rande des Platzes angekommen, rannte er los.<br \/>\n  <br \/> &quot;VERDAMMT!&quot;, schrie Kalessan und stampfte mit dem Fu&szlig; auf.<br \/>\n  <br \/> Karlmax versuchte, ihn zu beruhigen: &quot;Ruhig Blut, Kalessan! Er kann ohne Hilfe nicht aus der Stadt raus, er ist uns hier ausgeliefert.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du vergisst den netten Herrn Haramasch und seine Feministentruppe, Kleiner. Allzu viel Zeit haben wir in dieser Hinsicht sicherlich nicht mehr.&quot;<br \/>\n  <br \/> Die Menge auf dem Platz begann sich langsam aufzul&ouml;sen &#8211; die Soldaten waren anscheinend auf dem Weg, um die Stadtmauern zu bemannen und der aufkommenden Belagerung zu trotzen.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sagte: &quot;Das mit dem Krieg lasst mal meine Sorge sein!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er stieg auf den Podest und richtete sich lauthals an die Menge: &quot;&Auml;hm&#8230;Hallo? K&ouml;nnte mir mal bitte jemand zuh&ouml;ren?&quot;<br \/>\n  <br \/> Jemand in der Menge schien ihn tats&auml;chlich bemerkt zu haben: &quot;Hey Leute, schaut mal, da steht noch jemand auf dem Podest!&quot;<br \/>\n  <br \/> Zustimmende Rufe ert&ouml;nten aus anderen Teilen der Masse: &quot;Ja, stimmt!&quot;, &quot;Der hat sicher was zu sagen!&quot;, &quot;Komm, sprich zu uns!&quot;, &quot;Ja, genau, sprich zu uns!&quot;<br \/>\n  <br \/> Der Platz f&uuml;llte sich wieder genauso schnell mit Soldaten, wie er sich geleert hatte &#8211; anscheinend war jede M&ouml;glichkeit, die unangenehme Arbeit auf der Mauer noch ein wenig hinauszuz&ouml;gern, &auml;u&szlig;erst willkommen.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;h&ouml;rt mich an, oh Soldaten von Neudorf!&quot;, rief Karlmax in &uuml;bertriebener Betonung.<br \/>\n  <br \/> Ein Blick in die Menge verriet ihm, dass diese Art der Rede nicht sehr gut ankam. Also machte er normal weiter: &quot;Passt auf, ich wei&szlig;, wie ihr die Invasion auf unsere Stadt verhindern k&ouml;nnt!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;H&ouml;rt h&ouml;rt!&quot;, kam die Antwort aus dem Publikum.<br \/>\n  <br \/> &quot;Diese letzten 24 Stunden hat mir eines klar gemacht: Die physische Projektion des eigenen Ich ist r&uuml;ckkoppelnd auf die Gedanken des betroffenen Individuums!&quot;<br \/>\n  <br \/> Stille.<br \/>\n  <br \/> Kurze Ans&auml;tze eines halbherzigen &quot;H&ouml;rt&#8230;&quot; waren zu vernehmen.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;was ich sagen m&ouml;chte, ist: Das, was man glaubt zu sein, das ist man auch. Das, was man wei&szlig;, das kann auch nicht falsch sein. Wenn wir jetzt einfach annehmen&#8230;nein, wenn wir <em>wissen<\/em>, dass diese Armee gar nicht da drau&szlig;en steht &#8211; dann wird sie auch nicht mehr da sein, wenn wir nachsehen. Jetzt wissen wir noch, dass Haramasch mit seinen Horden da drau&szlig;en wartet. Wenn wir jetzt anfangen zu <em>wissen<\/em>, dass alles seinen gewohnten Gang geht, dann kann doch gar keine Barbarenhorde existieren. Denn wir <em>wissen<\/em>, dass sie nicht existiert!&quot;, Karlmax&#8216; Versuch den Soldaten seine Gedankeng&auml;nge zu erkl&auml;ren war &auml;hnlich hilflos wie der eines Hochschullehrers, der Quantenphysik in einer Vorschulklasse unterrichten soll.<br \/>\n  <br \/> Dennoch sprangen die Soldaten auf seinen Vortrag an &#8211; wenn auch nicht so, wie sich Karlmax das vorgestellt hatte: &quot;Hey, der Typ da scheint intelligent zu sein, das stimmt sicher, was der sagt!&quot;, &quot;Ja, genau!&quot;, &quot;Hey, ich wei&szlig; gar nichts von eine Barbarenhorde, die vor unserer Stadt campt und uns zu &uuml;berrennen droht!&quot;, &quot;Was f&uuml;r eine Barbarenhorde?&quot;<br \/>\n  <br \/> Die Menge begann sich auf unter fr&ouml;hlichem Gel&auml;chter aufzul&ouml;sen.<br \/>\n  <br \/> Kalessan stellte sich neben Karlmax. Aus der absoluten Leere seines Gesichtsausdruck konnte man nur ansatzweise das herauslesen, was er &uuml;ber das eben Gesehene dachte.<br \/>\n  <br \/> Er sagte zu Karlmax: &quot;Eine Frage&#8230;eine einzige Frage, dich mich Zeit meines Lebens besch&auml;ftigt hat: Ihr existiert erst seit wenigen Jahrtausenden. Ihr vermehrt euch schneller als die Karnickel. Ihr nehmt mit euren St&auml;dten und Burgen drei Viertel der gesamten Landmasse des Planeten ein. Ihr seid die erfolgreichste Spezies, die diese Welt je hervorgebracht hat&#8230;<br \/>\n  <br \/> Warum?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax sah ihn an und l&auml;chelte &#8211; es war, als ob die Rollen getauscht wurden &#8211; und sagte: &quot;Wir wissen halt sehr viel&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Und dann stand Es&ouml;b vor ihnen. Er hatte eine riesige Armbrust in der Hand. Wie man unschwer erkennen konnte, war sie jedoch ein wenig modifiziert: Die Waffe war mit lauter Zahnr&auml;dern versehen und hatte statt einem Abzug eine gro&szlig;e Kurbel, sowie ein langes, ledernes Band, welches an der Seite des Gesch&uuml;tzes herunter hing und in dem viele weitere gro&szlig;kalibrige Armbrustbolzen steckten.<br \/>\n  <br \/> Er trieb die Drachen auf dem Podest zusammen und begann, b&ouml;se zu grinsen.<br \/>\n  <br \/> &quot;So&#8230;ich denke mal, ich habe jetzt die Erlaubnis von Saurudalf bekommen, euch mit meinem kleinen Baby hier umzulegen. Noch ein paar obligatorische letzte Worte?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan bemerkte ein vertrautes altes Aufblitzen &uuml;ber sich und sah nach oben. Dann rief er: &quot;Ja: ALLE IN DIE AKADEMIE!&quot;<br \/>\n  <br \/> Es&ouml;b sah ebenfalls nach oben &#8211; diesmal war das Blitzen nicht einfach, sondern gleich dutzendfach. Und w&auml;hrend sich die Drachen in die Akademie zur&uuml;ckzogen, fluchte er seine eigenen letzten Worte: &quot;Oh, diese verdammten Studenten!&quot;<br \/>\n  <br \/> Und dann war da wieder dieses wundervolle Ger&auml;usch:<\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> <font size=\"1\">Wup<\/font><font size=\"2\">wup<\/font><font size=\"3\">wup<\/font><font size=\"4\">wup<\/font><font size=\"5\">wup<\/font><font size=\"6\">wu<\/font><font size=\"7\">pflatsch<\/font><font size=\"5\">pling<\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> <font size=\"5\">wup<\/font><font size=\"6\">wu<\/font><font size=\"7\">pflatsch<\/font><font size=\"5\">pling<\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> <font size=\"6\">wu<\/font><font size=\"7\">pflatschpflatsch<\/font><font size=\"5\">plingpling<\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> <font size=\"4\">wup<\/font><font size=\"5\">wup<\/font><font size=\"6\">wu<\/font><font size=\"7\">pflatsch<\/font><font size=\"5\">pling<\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n  <br \/> Es sah aus wie eine realistische Version des M&auml;rchens vom Sterntaler.<br \/>\n  <br \/> Die Drachen beobachteten das Schauspiel teils angewidert, teils belustigt.<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte: &quot;Diese Studenten gefallen mir&#8230;sie haben genau das richtige Timing!&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Zur gleichen Zeit, au&szlig;erhalb der Stadt:<br \/>\n  <br \/> Die gigantischen Horden des schr&auml;ckelichen Barbaren Haramasch bereiteten sich auf ihren Sturm auf Neudorf vor.<br \/>\n  <br \/> Junge M&auml;nner machten sich bereit, f&uuml;r ihren F&uuml;hrer in den gegnerischen Pfeilhagel zu laufen und schoben den riesigen Rammbock in Richtung des gro&szlig;en Holztores der Stadt. Hinter ihnen folgten die ersten Wellen von Kriegerinnen und Bogensch&uuml;tzinnen.<br \/>\n  <br \/> &Uuml;ber Steine und &Auml;ste rollte der gigantische Baumstamm, auf welchem vorne ein Eisenkopf in Form eines riesigen Geschlechtsteiles aufgesteckt war &#8211; das Zeichen des Schr&auml;ckelichen Haramasch. Es hatte schon seine Gr&uuml;nde, warum ihm die Frauen wortw&ouml;rtlich in Scharen hinterher liefen.<br \/>\n  <br \/> Die M&auml;nner hatten das Stadttor erreicht. Auf Kommando holten sie mit dem schweren Baumstamm aus und lie&szlig;en ihn gegen das Tor krachen. Die Ersch&uuml;tterung und der L&auml;rm mussten durch die gesamte Stadt zu h&ouml;ren sein.<br \/>\n  <br \/> Ein weiteres Mal schmetterte der eiserne Wille Haramaschs gegen die schutzlosen Tore Neudorfs. Da rief einer der M&auml;nner, die das Ger&auml;t bedienten: &quot;STOP! STOP! Ist euch eigentlich nichts aufgefallen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Hey, an dem Rammbock da vorne steckt ja ein&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nein, das meine ich nicht, Idiot! Wir m&uuml;ssten doch jetzt eigentlich von siedendem &Ouml;l &uuml;bergossen und von Pfeilen &uuml;bersch&uuml;ttet werden, oder?&quot;<br \/>\n  <br \/> Zustimmende Rufe ert&ouml;nten von den anderen M&auml;nnern. Der Redner ging ein paar Schritte zur&uuml;ck, hob die H&auml;nde trichterf&ouml;rmig vor den Mund und rief lauthals: &quot;HAAALLOOO! IHR DA! GEHT ES LANGSAM MAL LOS HIER?&quot;<br \/>\n  <br \/> Keine Antwort.<br \/>\n  <br \/> &quot;IST &Uuml;BERHAUPT JEMAND ZU HAUSE?&quot;<br \/>\n  <br \/> Keine Antwort.<br \/>\n  <br \/> Der Mann stapfte wieder zur&uuml;ck zu seinen Kollegen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Na toll, keiner da. Da gibt es endlich mal eine Sache, f&uuml;r die man ordentlich sterben kann und dann&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, genau! Ich hatte mich schon so gefreut, heldenhaft f&uuml;r die Eroberung dieser Stadt draufzugehen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und meine Familie braucht das Geld von meiner Lebensversicherung!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Von deiner was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;das ist, wenn&#8230;wenn&#8230;wenn du&#8230;nein&#8230;&auml;hm, pass auf, das funktioniert so: Wenn du&#8230;&auml;hm&#8230;stirbst und du&#8230;und du so eine Versicherung&#8230;&auml;hm&#8230;&auml;h&#8230;ach, vergiss es!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist hier eigentlich los, ihr maskulinen Faulpelze?&quot;, br&uuml;llte eine heran marschierende Kommandantin.<br \/>\n  <br \/> &quot;Die Neudorfer wollen nicht k&auml;mpfen!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Die reagieren einfach nicht auf unsere Attacken!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ist doch wunderbar, da bleibt ihr noch ein bisschen l&auml;nger am Leben.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;So macht es aber keinen Spa&szlig;!&quot;, sagte einer der Soldaten entt&auml;uscht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hm&#8230;da hast du auch wieder Recht.&quot;, stimmte die Kommandantin zu.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was machen wir jetzt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Tja, ich w&uuml;rde sagen, diese Party ist gelaufen&#8230;kommt, wir suchen uns eine andere Stadt &#8211; ich sage noch schnell Haramasch Bescheid!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;In Ordnung!&quot;, &quot;Bis nachher!&quot;, &quot;Tschau!&quot;, &quot;Ssih Juh!&quot;, &quot;Wir sehn uns!&quot;, &quot;Bai bai!&quot;<br \/>\n  <br \/> Es war eine fr&ouml;hliche Soldatentruppe.<\/p>\n<p align=\"justify\">Kalessan schaute vorsichtig &uuml;ber die Mauer.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich glaube es einfach nicht &#8211; die ziehen tats&auml;chlich ab! Woher zur H&ouml;lle wusstest du, dass das passieren w&uuml;rde?&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax zuckte mit den Schultern: &quot;Einen Versuch war es doch wert, meint ihr nicht auch?&quot;<br \/>\n  <br \/> Jemand zupfte ihn am Gewand: &quot;&Auml;hm&#8230;Entschuldigung?<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist&#8230;Neidh&ouml;cker?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Mooooment! Woher willst du wissen, dass das da Neidh&ouml;cker ist und nicht Droca?&quot;, unterbrach ihn Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber ich <em>bin<\/em> Neidh&ouml;cker!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax schaute Kalessan verwirrt an: &quot;Das ist doch eindeutig. Er hat eine viel gr&ouml;&szlig;ere Nase als Droca, au&szlig;erdem ist seine Stirn leicht gew&ouml;lbt und er hat ein gut sichtbares Gr&uuml;bchen im Kinn. Mal ganz davon abgesehen, dass seine Haare blond und Drocas Haare eher dunkelblond sind&#8230; Das Einzige, was die beiden verbindet, ist die Farbe ihres Gewandes. Obwohl&#8230;Neidh&ouml;ckers Robe ist eher bronze- und Drocas kupferfarben&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ist dir gerade klar geworden, dass du das erste Wesen bist, das die beiden mit 100%iger Genauigkeit voneinander unterscheiden konnte?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;hallo?&quot;, sagte Neidh&ouml;cker, &quot;Darf ich auch noch was sagen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Jaja, nur zu&#8230;&quot;, antwortete Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir suchen doch nach diesem Saurudalf&#8230;wie wollen wir ihn jetzt finden?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich denke, wir sollten uns auf den Weg zu &#8218;Rudys Rappen&#8216; machen und versuchen, Saurudalf dort abzufangen.&quot;<br \/>\n  <br \/> Wenige Minuten sp&auml;ter kamen sie an besagtem Ort an.<br \/>\n  <br \/> Es handelte sich&#8230;um einen Stall.<br \/>\n  <br \/> Ein ganz normaler Stall.<br \/>\n  <br \/> Er war im fackwerklichen Stil erbaut und hatte eine gro&szlig;e, klassische Holzt&uuml;r als Eingang.<br \/>\n  <br \/> Keine architektonischen Verr&uuml;cktheiten.<br \/>\n  <br \/> Keine durchgedrehten Menschen, die vor dem Stall herumliefen, noch durchgedrehtere Sachen machten und gar unaussprechliche Dinge taten.<br \/>\n  <br \/> Ein ganz normaler Stall.<br \/>\n  <br \/> Kalessan <em>mochte<\/em> den Stall.<br \/>\n  <br \/> An der T&uuml;r hing ein Schild:<br \/>\n  <br \/> <strong>Rudys Rappen<br \/>\n  <br \/> Inhaber: Rudy Maphrodit<\/strong><br \/>\n  <br \/> Kalessan, Karlmax und der Rest betraten das Geb&auml;ude.<br \/>\n  <br \/> Es roch nach Pferd. Und auch ein wenig nach Eseln, Schweinen und zu gro&szlig; geratenen Hunden. Sie alle standen in ihren Boxen rechts und links neben dem Hauptgang, welcher an einer Art Theke endete.<br \/>\n  <br \/> Dahinter stand ein muskul&ouml;ser, ungewaschener und unrasierter Mann.<br \/>\n  <br \/> Der Stall war schon fast <em>zu<\/em> klassisch.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sagte: &quot;Hallo&#8230;ich nehme an, ihr seid Rudy?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nennt mich Maphrodit!&quot;, kam die barsche Antwort.<br \/>\n  <br \/> &quot;In Ordnung, Herr Maphrodit. Wir wollten nur fragen, ob hier vor kurzem ein junger, recht unauff&auml;llig gekleideter Mann vorbei gekommen ist.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Geht&#8217;s vielleicht &#8217;n bisschen pr&auml;ziser, Freundchen? Junge M&auml;nner, die unauff&auml;llig gekleidet sind, kommen hier nicht gerade selten vorbei.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;wisst ihr zuf&auml;llig, wie der B&uuml;rgermeister aussieht?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;War vor &#8217;ner Viertelstunde hier, der gute alte Saurudalf. Wollte mein schnellstes Pferd hab&#8217;n. Hab ihm hundert Goldst&uuml;cke daf&uuml;r abgekn&ouml;pft. Dabei sind se doch alle gleich schnell!&quot;, Herr Maphrodit lachte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dann gebt uns euer zweitschnellstes Pferd!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Das kostet euch 90 Goldst&uuml;cke!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;20 Goldst&uuml;cke!&quot;, warf Kalessan ein und setzte sofort seinen Lieblingsblick auf.<br \/>\n  <br \/> Herr Maphrodit zeigte sich allerdings als &auml;u&szlig;erst widerstandsf&auml;hig&#8230;<br \/>\n  <br \/> &quot;Lass nich mit mir f&auml;lschen!&quot;<br \/>\n  <br \/> Das verwirrte selbst Kalessan. Doch zum Gl&uuml;ck kam ihm Tjamat zu Hilfe.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ooohhh, schaut mal, das s&uuml;&szlig;e H&uuml;ndchen da!&quot;, sagte sie&#8230;er zu einem riesigen, bellenden Dobermann, der angestrengt an seiner Kette riss und versuchte, ihm die Kehle rauszurei&szlig;en.<br \/>\n  <br \/> Der Fakt, dass da gerade eine Frau mit der tiefsten Bassstimme sprach, die Herr Maphrodit je geh&ouml;rt hatte, lie&szlig; dessen Unterkiefer runterklappen und brach seine psychische Widerstandskraft gegen&uuml;ber Kalessans &quot;Tu was ich die befehle!&quot;-Blick. Diese taktische Schw&auml;che wurde sofort ausgenutzt.<br \/>\n  <br \/> &quot;10 Goldst&uuml;cke!&quot;<br \/>\n  <br \/> Herr Maphrodit nickte wortlos und murmelte: &quot;Box 4&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte zu Smahug: &quot;Du regelst das mit der Bezahlung. Zur Not bleibst du einfach so lange hier, bis ich wieder zur&uuml;ckkomme, ja?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;In Ordnung, mein Freund!&quot;, antwortete dieser fr&ouml;hlich.<br \/>\n  <br \/> Kalessan verzog s&auml;uerlich das Gesicht, drehte sich dann um und ging zur besagten Box. Karlmax folgte ihm.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist?&quot;, fragte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Darf ich nicht mitkommen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Zu zweit sind wir viel zu langsam &#8211; ich reite alleine.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber ihr kennt nicht die geheime Abk&uuml;rzung durch den Wald, so wie ich&#8230;&quot;, antwortete Kalessan mit einem Grinsen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sag mal, woher kennst du eigentlich immer die beste Abk&uuml;rzung, den exakten Weg zum Ziel und die richtige Erkl&auml;rung f&uuml;r alles?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wenn man nicht der St&auml;rkste oder Schnellste ist oder enorme magische F&auml;higkeiten, sowie einen eisernen Willen oder wirtschaftliches Geschick hat, dann hat man in dieser Stadt keine Chance zu &uuml;berleben. Also schafft man sich so viel Wissen an wie m&ouml;glich, um den Gro&szlig;en und Starken n&uuml;tzlich zu sein.&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan seufzte: &quot;Wenn doch nur alle Menschen eine solche Einstellung h&auml;tten&#8230; Steig auf!&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihm gefiel diese Abk&uuml;rzung nicht. &Auml;ste peitschten gegen sein Gesicht und Zweige rissen seine Kleidung auf. Warum musste er eigentlich reiten? Ach ja, weil Karlmax nicht reiten konnte &#8211; selbst er als Drache konnte das! Ein Transportmittel, das man fressen konnte, hielt er f&uuml;r eine praktische Erfindung.<br \/>\n  <br \/> Nach einer Ewigkeit, wie es Kalessan schien, kamen sie aus dieser H&ouml;lle von einem Wald heraus und auf offenes Gel&auml;nde.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wohin jetzt?&quot;, rief Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Doch sein Reitpartner antwortete nicht.<br \/>\n  <br \/> Der Drache drehte sich um, blieb jedoch bei der H&auml;lfte der Drehung stecken. Genau parallel zu ihnen, vielleicht 50 Meter entfernt, ritt Saurudalf und starrte sie genauso d&auml;mlich an wie sie ihn. Dennoch reagierte er fr&uuml;her und gab seinem Pferd die Sporen.<br \/>\n  <br \/> Die Verfolgungsjagd ging nun &uuml;ber das offene Feld.<br \/>\n  <br \/> Saurudalf hatte sein Pferd anscheinend bereits ziemlich verausgabt, denn obwohl Kalessan und Karlmax zu zweit auf einem Ross sa&szlig;en, gelang es ihnen, immer weiter und weiter aufzuholen.<br \/>\n  <br \/> Sie kamen n&auml;her und n&auml;her, bis auf eine Entfernung von 5 Metern, da schlug Saurudalf einen Haken und vergr&ouml;&szlig;erte den Abstand wieder.<br \/>\n  <br \/> So ging das Spiel eine Zeit lang weiter. Immer wieder holten Kalessan und Karlmax auf. Ab und zu kamen sie sogar so nah heran, dass Karlmax nach Saurudalf greifen konnte. Doch dieser schlug immer wieder pl&ouml;tzliche Haken, was einmal sogar zur Folge hatte, dass Karlmax fast aus dem Sattel fiel.<br \/>\n  <br \/> Schlie&szlig;lich kamen Verfolger und Verfolgter an einen Fluss, der &uuml;ber eine Furt durchquert werden konnte. Saurudalf ritt vor und drehte am anderen Ufer um. Er hob etwas in die Luft &#8211; es war das Prettschett.<br \/>\n  <br \/> Er rief: &quot;Wenn ihr ihn haben wollt &#8211; dann kommt und verlangt nach ihm!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax rief zur&uuml;ck: &quot;Hei&szlig;t es nicht <em>das<\/em> Prettschett?&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan sagte zu ihm: &quot;K&ouml;nnen wir solche Debatten jetzt wohl mal bitte au&szlig;en vor lassen?&quot;<br \/>\n  <br \/> Dann ritt er los, durch die Furt. Auf halbem Wege hob Saurudalf auf einmal den anderen Arm und begann, einen seltsamen Singsang aufzusagen. Gleich darauf war ein lautes Rauschen zu vernehmen.<br \/>\n  <br \/> Kalessan ritt weiter, doch das Rauschen wurde schnell immer lauter und lauter. Mit letzter Kraft schob sich sein Pferd aus dem Fluss hinaus. Der Drache st&uuml;rzte sich sogleich auf seinen Widersacher.<br \/>\n  <br \/> Die beiden Pferde gingen zu Boden.<br \/>\n  <br \/> Nach ein paar Sekunden legte sich der Staub.<br \/>\n  <br \/> Kalessan hatte Saurudalf am Boden festgenagelt. Dieser schaute ihn v&ouml;llig verwirrt an: &quot;Das&#8230;das ist aber nicht <em>richtig<\/em>! Ihr solltet voller Erstaunen in dem Fluss warten und dann hilflos von der gigantischen Flutwelle weggesp&uuml;lt werden&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan drehte sich um. Das Rauschen, das er geh&ouml;rt hatte, war nur der Wind gewesen. Doch da war auch eine Flutwelle. Sie war knapp einen Meter hoch.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin beeindruckt&#8230;&quot;, sagte er. Dann holte er aus und schlug Saurudalf mit der Faust ins Gesicht, sodass dieser sofort bewusstlos wurde.<br \/>\n  <br \/> &quot;&Auml;hm&#8230;hallo? K&ouml;nnt ihr mir mal helfen?&quot;, fragte Karlmax, der b&auml;uchlings unter dem Pferd begraben lag.<br \/>\n  <br \/> Kalessan h&ouml;rte nicht auf ihn. Er nahm das immer noch blau leuchtende Prettschett in die Hand und betrachtete es kurz.<br \/>\n  <br \/> Karlmax sah, wie er es zu Boden schmetterte und wie es zerplatzte. Das blaue Leuchten, das vorher immer so intensiv gewesen war ging in die Luft &uuml;ber und wurde sofort von Kalessans K&ouml;rper aufgesogen. Die Bedienung des Prettschetts war doch einfacher, als er gedacht hatte&#8230;<br \/>\n  <br \/> Wie ein gigantischer Wirbelsturm rotierte die blau gef&auml;rbte Luft um den Drachen, ohne jedoch einen Ton hervorzubringen. Es war, als betrachtete man einen spektakul&auml;ren Effektfilm, den man vorher auf &quot;Stumm&quot; geschaltet hat. Schon bald war nichts mehr von dem blauen Licht in der Luft um Kalessan vorhanden.<br \/>\n  <br \/> Und dann verschwand die Sonne.<br \/>\n  <br \/> Nein, sie verschwand nicht &#8211; sie war einfach weg.<br \/>\n  <br \/> An ihrer statt erhob sich eine riesige gelbe Mauer vor Karlmax&#8216; Augen. Es war Kalessans Unterbauch.<br \/>\n  <br \/> Der Drache hatte seine Fl&uuml;gel weit ausgebreitet und das Sonnenlicht schien durch die relativ d&uuml;nnen Membranen.<br \/>\n  <br \/> Seine Arme hielt er so, als ob er die Welt umarmen wolle.<br \/>\n  <br \/> Die Augen waren geschlossen.<br \/>\n  <br \/> Es war die Pose, die Menschen einnahmen, wenn sie nach einem sehr langen und sehr unfreiwilligem Aufenthalt unter der Erde endlich mal wieder an die Erdoberfl&auml;che kamen und die Sonne sehen konnten.<br \/>\n  <br \/> Dann ert&ouml;nte die Stimme des Drachen. Wie eine m&auml;chtige Orkanb&ouml;e dr&uuml;ckten die erzeugten Schallwellen Karlmax zu Boden.<br \/>\n  <br \/> &quot;JAAAAA &#8211; DAS IST MACHT!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan schlug die Augen wieder auf. Sein Blick fiel auf Karlmax. Mit einer Handbewegung schleuderte er das ersch&ouml;pfte Pferd von seinem K&ouml;rper herunter.<br \/>\n  <br \/> Der kleine Mensch rappelte sich auf und betrachtete den Drachen mit offenem Mund von oben bis unten.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr&#8230;ihr seid wundersch&ouml;n&#8230;&quot;, hauchte er.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sch&ouml;n f&uuml;r dich, Wurm!&quot;, antwortete das gigantische Wesen in leiserem Tonfall, was allerdings auch schon ausreichte, Karlmax wieder zu Boden zu schmettern.<br \/>\n  <br \/> Der Drache machte nicht einmal eine Bewegung mit der Klaue, als er den Menschen in die Luft hob, welcher sich nun, von unsichtbaren H&auml;nden getragen, in einer H&ouml;he mit Kalessans gigantischem Gesicht befand.<br \/>\n  <br \/> Das Gesicht grinste &#8211; Karlmax l&auml;chelte zur&uuml;ck.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du denkst also wirklich, ich h&auml;tte mich ge&auml;ndert&#8230;&quot;, sagte der Drache, diesmal in einem Tonfall, der in Karlmax&#8216; Ohren keine bleibenden Sch&auml;den hinterlie&szlig;.<br \/>\n  <br \/> Das L&auml;cheln auf dessen Gesicht erstarb sofort und wich einem verwirrten Blick.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was&#8230;was meint ihr damit?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, komm schon &#8211; ich hatte dich f&uuml;r intelligenter gehalten. Denkst du wirklich, du kannst einen 3000 Jahre w&auml;hrenden Pers&ouml;nlichkeitszug von mir einfach umpolen? Ich dachte eigentlich immer, deine Naivit&auml;t w&auml;re nur oberfl&auml;chlich. Jetzt hat sie dich in den Tod getrieben&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr&#8230;ihr wollt mich jetzt umbringen? Einfach so umbringen? Ich habe euch das Leben gerettet! Ich habe euch eure Existenz bewahrt! Ohne mich w&auml;ret ihr gar nicht in der Gestalt, in der ihr euch momentan befindet!&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan lachte: &quot;Oh, aber Selbstbewusstsein hast du dazu gewonnen &#8211; bravo! Wei&szlig;t du&#8230;ich bin dir sehr dankbar, dass du mir mein Leben gerettet hast. Ich bin dir aber noch dankbarer f&uuml;r die erste richtige Mahlzeit seit langem, die du mir abgeben wirst. Und nat&uuml;rlich f&uuml;r dieses wunderbare Geschenk&#8230;diese unb&auml;ndige Kraft, die nun durch meinen K&ouml;rper flie&szlig;t&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr werdet den anderen Drachen ihre Magie doch zur&uuml;ckgeben&#8230;oder?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ha, deine Naivit&auml;t kennt wirklich keine Grenzen! Schau dir diese Trottel doch an! Einer ist unf&auml;higer als der andere, kaum sind sie von dieser Kraft getrennt. Sie vergraben sich in sich selbst und akzeptieren ihr Schicksal &#8211; sie k&auml;mpfen nicht f&uuml;r ihre Existenz. Ich bin der Einzige, der w&uuml;rdig ist f&uuml;r diese Macht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Aber&#8230;aber&#8230;&quot;, stammelte Karlmax, &quot;Aber es ist nicht <em>richtig<\/em>! Es kann nicht einer alleine die gesamte Verantwortung &uuml;bernehmen. Es kann nicht nur eine Meinung vertreten sein, eine Herrschaft oder ein &uuml;berautorit&auml;res Wesen.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Deine kleinen Theorien k&ouml;nnen mir absolut egal sein, Wurm. Du warst zwar ein ganz schlaues Kerlchen, aber es kann mir egal sein, was die Welt &uuml;ber mich denkt. Was wollen sie denn alle gegen mich unternehmen? Endlich habe ich die Freiheit, zu tun und lassen, was ich will, unabh&auml;ngig von den Entscheidungen irgendeines Rates und ohne die M&ouml;glichkeit, dass mir jemand in meine Angelegenheiten pfuscht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut, dann fresst mich! Doch ich prophezeie euch eins: Wenn ihr nicht im Sinne eurer Untergebenen handelt, wovon ich stark ausgehe, dann werden sie sich eines Tages gegen euch aufheben &#8211; allesamt! Alle intelligenten V&ouml;lker und Wesen dieses Planeten werden sich gegen euch auflehnen. Und dann habt ihr nur zwei M&ouml;glichkeiten: Entweder, sie finden einen Weg, euch umzubringen. Oder ihr schafft es, sie alle zu vernichten. Doch sagt mir: Lohnt es sich, alleine auf der Welt zu sein? Was n&uuml;tzt es, &uuml;ber die gesamte Welt zu herrschen, wenn es nichts mehr gibt, wor&uuml;ber man herrschen k&ouml;nnte? Eines Tages werdet ihr das einsamste Wesen auf diesem Planeten sein und dann werdet ihr w&uuml;nschen, mich nicht gefressen und den Rat gerettet zu haben. Ich wei&szlig;, dass auch ihr von anderen Wesen abh&auml;ngig seid. Ihr habt doch immer jemanden gebraucht, mit dem ihr euch auseinandersetzen konntet. Ich wei&szlig;, dass ihr die Konversationen und Streitigkeiten mit euren Kollegen im Grunde immer gemocht habt. Ohne sie wird es euch schnell langweilig werden.&quot;<br \/>\n  <br \/> Kalessan schnaubte: &quot;Und woher willst du das wissen, W&uuml;rmchen?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich wei&szlig; es einfach. So etwas habe ich im Gef&uuml;hl! Und jetzt: Bringt es hinter euch!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax Stimme zitterte kein bisschen &#8211; das tat schon sein K&ouml;rper. Und sein Blick sah eisern in die gelb gl&uuml;henden Abgr&uuml;nde seines Gegen&uuml;bers, so wie es vor ihm noch niemand getan hatte.<br \/>\n  <br \/> Kalessan war beeindruckt.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich bin beeindruckt!&quot;, sagte er, &quot;Du versuchst nicht weiter, mich irgendwie umzustimmen. Du flehst nicht um dein Leben. Du bettelst nicht um Gnade oder um einen schnellen Tod, weil du wei&szlig;t, dass es keinen Sinn hat. Ich bin nicht dumm, musst du wissen&#8230;und ich wei&szlig;, dass alles, was du gerade gesagt hast, vollkommen richtig ist.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Also&#8230;was werdet ihr jetzt tun?&quot;, fragte Karlmax.<br \/>\n  <br \/> Kalessan l&auml;chelte.<br \/>\n  <br \/> <a name=\"Prettschett\"><\/a><br \/>\n  <br \/> &quot;Sagt, werter Herr, was ist das da f&uuml;r ein Ding, was ihr in den H&auml;nden haltet?&quot;, fragte Tjamat den Herrn Maphrodit h&ouml;flich.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dassis &#8217;ne Armbrust, du Ausjeburt der H&ouml;lle! Noch ein Wort von dir und ich dr&uuml;ck&#8216; ab!&quot;, antwortete dieser nicht ganz so h&ouml;flich.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und was passiert dann?&quot;, erkundigte sich Smahug, der sich gen&auml;hert hatte, um das interessante Ger&auml;t zu betrachten.<br \/>\n  <br \/> Herr Maphrodit wich sofort zur&uuml;ck an seine Theke.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und ihr andern bleibt mir auch fern, oder &#8217;s setzt f&uuml;r euch auch was, ihr Diebe!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was ist ein Dieb?&quot;, fragte einer der restlichen Drachen mit kindlicher Neugier.<br \/>\n  <br \/> &quot;Seid&#8217;s ihr vollkommen bescheuert oder was? Ihr wisst jenau, dass ihr mir noch Geld schuldet&#8230;150 Goldst&uuml;cke!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Geld?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Schon mal g&#8217;sehn?&quot;, fragte Herr Maphrodit sarkastisch, als er eine golden gl&auml;nzende M&uuml;nze aus der Tasche zog.<br \/>\n  <br \/> Die Drachen schraken sofort auf, wichen vor dem kleinen Geldst&uuml;ck zur&uuml;ck und betrachteten es furchtvoll.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nehmt dieses schreckliche Mordinstrument sofort weg von uns! Wollt ihr uns etwa Schaden zuf&uuml;gen?&quot;, rief Smahug &auml;ngstlich aus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wat?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir haben vorhin gesehen, wie ein Mensch damit umgebracht wurde &#8211; bitte&#8230;tut uns nichts!&quot;<br \/>\n  <br \/> Das l&ouml;ste bei Herrn Maphrodit einen Geistesblitz aus, wie er nur &auml;u&szlig;erst gerissenen und geldgierigen Gesch&auml;ftsleuten kommen kann. Zur Probe hielt die M&uuml;nze noch ein wenig weiter von sich, was sofort zur Folge hatte, dass die Drachen noch ein wenig weiter zur&uuml;ckwichen. Er legte die Armbrust auf seine Theke und bewegte sich langsam auf die Gruppe der neun versch&uuml;chterten Drachen zu, die M&uuml;nze stetig von sich gerichtet.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ihr werdet mir jetzt all euer Ge&#8230;alle eure Waffen geben, ansonsten werde&#8230;ich meine hier benutzen!&quot;, rief er aus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, bitte&#8230;wir sind unbewaffnet!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wat, ihr habt kein Geld dabei?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir&#8230;wir sind friedliebende Leute, wir tragen keine Waffen bei uns!&quot;, stammelte Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nicht ma&#8216; mehr euer Messer?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Was auch immer das ist &#8211; nein!&quot;<br \/>\n  <br \/> Und wie es der Zufall so will ersp&auml;hte Herr Maphrodit just in diesem Moment durch die immer noch ge&ouml;ffnete Eingangspforte seines Stalles zwei M&auml;nner der Stadtwache vor seinem Laden. Schnell bewegte er sich auf die beiden zu und rief: &quot;Hey, Wachen! Ich hab&#8216; hier neun Frevler, die ohne Messer herumlaufen und mir noch Geld schulden. Nehmt se sofort fest!&quot;<br \/>\n  <br \/> Die beiden M&auml;nner reagierten nicht.<br \/>\n  <br \/> Sie schauten nach oben.<br \/>\n  <br \/> Genauso die vielen Menschen rechts und links neben ihnen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Hallo? K&ouml;nnt&#8217;s ihr noch h&ouml;ren?&quot;<br \/>\n  <br \/> Vielleicht lag es ja an der M&uuml;nze in Herrn Maphrodits Hand&#8230;auf jeden Fall st&uuml;rmte die kleine Menschenmasse, die sich vor seinem Laden angesammelt hatte, auf einmal laut schreiend auseinander.<br \/>\n  <br \/> Die Tiere im Stall begannen zu scheuen und zu schreien.<br \/>\n  <br \/> Die Erde erzitterte und ein lautes Krachen war von drau&szlig;en zu h&ouml;ren.<br \/>\n  <br \/> &quot;Wat zur&#8230;&quot;, setzte Herr Maphrodit an. Der Rest seines Satzes ging jedoch in einem ohrenbet&auml;ubenden Knirschen und Bersten unter.<br \/>\n  <br \/> Bretter und Holzsplitter fielen auf ihn, seine Tiere und seine neun Kunden herunter. Alle Anwesenden in dem Geb&auml;ude warfen sich zu Boden, bis der Holzregen aufgeh&ouml;rt hatte.<br \/>\n  <br \/> Herr Maphrodit sah nach oben.<br \/>\n  <br \/> Das Dach des Hauses war nicht mehr vorhanden. Stattdessen t&uuml;rmte sich der Schatten eines gigantischen Drachen &uuml;ber das Geb&auml;ude, der sich anscheinend direkt in das Haus nebenan gesetzt hatte und den Inhalt des von ihm aufgebrochenen Stalls fies grinsend betrachtete.<br \/>\n  <br \/> &quot;Da seid ihr ja alle, sch&ouml;n zusammengepfercht auf einen Haufen &#8211; wie praktisch!&quot;, donnerte seine Stimme &uuml;ber die Stadt und zerst&ouml;rte noch ein wenig mehr von Herrn Maphrodits Stall.<br \/>\n  <br \/> Und w&auml;hrend dieser noch &uuml;berlegte, ob er von dem Drachen einen Schadenersatz fordern solle, wurde der Kunde, der eine goldene Robe trug, wie von Geisterhand in die Luft erhoben.<br \/>\n  <br \/> Herr Maphrodit beobachtete sprachlos, wie der Mensch immer weiter anstieg, auf den gigantischen Kopf und das riesige Maul des Drachen zu.<\/p>\n<p align=\"justify\">Saurudalf erwachte.<br \/>\n  <br \/> Er war anscheinend nicht tot.<br \/>\n  <br \/> Das war ja zumindest schonmal etwas&#8230;<br \/>\n  <br \/> Er richtete sich auf.<br \/>\n  <br \/> Anscheinend lag er immer noch neben der Furt, die &uuml;ber den Fluss f&uuml;hrte.<br \/>\n  <br \/> <em>Mein Prettschett!<\/em>, dachte er panisch und betastete hektisch seinen gesamten K&ouml;rper, sah sich um &#8211; und fand ein paar Meter neben ihm die &uuml;brig gebliebenen Scherben seiner Kreation.<br \/>\n  <br \/> Er kniete sich hin, nahm einige der Scherben mit beiden H&auml;nden auf und lie&szlig; sie durch seine Finger auf den Boden rieseln.<br \/>\n  <br \/> &quot;Mein sch&ouml;nes, sch&ouml;nes Prettschett&#8230;wie konnte das nur passieren? Was habe ich falsch gemacht? Warum ich? Warum muss immer mir so etwas passieren? WARUM ICH?&quot;, schrie er letztendlich laut aus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Psst, nicht so laut! Ihr wollt doch nicht wilde Tiere anlocken oder?&quot;, ert&ouml;nte eine Stimme.<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh, richtig&#8230;Verzeihung! Moment mal&#8230;&quot;, Saurudalf drehte sich um, &quot;DU?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Warum duzt mich eigentlich jeder in dieser d&auml;mlichen Geschichte, w&auml;hrend alle anderen geihrzt werden?&quot;, antwortete sein Sekret&auml;r.<br \/>\n  <br \/> &quot;Bitte&#8230;was?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ach, vergesst es!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wo ist dieser uns&auml;gliche Drache hin? Ich m&ouml;chte meine Magie wiederhaben!&quot;, rief Saurudalf w&uuml;tend aus.<br \/>\n  <br \/> &quot;Keine Ahnung, er hat mich einfach hier gelassen und ist weggeflogen. Ich bin nur noch hier, um euch einem Gericht zu verantworten, das eine angemessene Strafe &uuml;ber eure Taten verh&auml;ngen wird.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich habe keine Zeit f&uuml;r solche Spielchen!&quot;, knurrte Saurudalf entnervt und machte eine Handbewegung durch die Luft, die zur Folge hatte, dass Karlmax&#8216; Beine wortw&ouml;rtlich unter seinem K&ouml;rper weggefegt wurden.<br \/>\n  <br \/> Er gab einen kurzen Schmerzenslaut von sich und fragte Saurudalf dann erstaunt am Boden liegend: &quot;Hey, wie habt ihr das gemacht?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Die Macht ist mit mir&#8230;ich bin Magier, du Vollidiot!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er machte weitere Handbewegungen. Karlmax drehte sich schnell, ein wenig &uuml;ber dem Boden schwebend, immer im Kreis.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du sagst mir jetzt, wo dieser Drache hin ist, ansonsten mache ich hiermit solange weiter, bis das gesamte Blut deines K&ouml;rpers im Kopf und in den F&uuml;&szlig;en ist!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax&#8216; Antwort war: &quot;Hui! Juchuu! Das macht Spa&szlig;!&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf zog ihn mit einer Handbewegung an sich heran und starrte ihn mit w&uuml;tenden Blicken an.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du h&auml;ltst das Ganze wohl f&uuml;r besonders komisch, nicht wahr? Nun, ich nicht. Also, wo ist der Drache?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich wei&szlig; es nicht!&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut&#8230;dann brauche ich dich nicht mehr&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Saurudalf schleuderte seinen Sekret&auml;r mit einer starken magischen Handbewegung mehrere Meter weit von sich weg und gegen einen Baum, wo dieser an einem spitzen Ast h&auml;ngen blieb.<br \/>\n  <br \/> Der Magier l&auml;chelte, drehte sich um &#8211; und h&ouml;rte wieder auf zu l&auml;cheln. Die Erde bebte kurz, als der gigantische rote Drache rund zehn Meter vor ihm aufsetzte.<br \/>\n  <br \/> Sie erbebte erneut. Direkt hinter ihm hatte sich ein weiterer Drache, diesmal mit goldenen Schuppen niedergelassen.<br \/>\n  <br \/> Dann bebte die Erde wieder.<br \/>\n  <br \/> Und wieder.<br \/>\n  <br \/> Und wieder.<br \/>\n  <br \/> Und immer wieder, als die anderen acht Drachen des Rates sich kreisf&ouml;rmig um ihn postierten und eine riesige, undurchdringliche Mauer aus schuppigen Leibern bildeten.<br \/>\n  <br \/> Der goldene Drache begann zu sprechen: &quot;Seid ihr Saurudalf Roklem, B&uuml;rgermeister der Menschenstadt Neudorf und lehrender Magier an der dortigen Magierakademie?&quot;<br \/>\n  <br \/> Aufgrund der f&uuml;r ihn eher ungewohnten Lautst&auml;rke w&auml;lzte sich der Mensch auf dem Boden hin und her, hielt sich die Ohren zu und schrie in einem hilflosen Versuch, gegen die geballte Dezibelkraft anzukommen, laut &quot;AAAAAAAAAAAHHHH!&quot;.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was hat er gesagt?&quot;, fragte Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich glaube, er sagte &#8218;Jaaaaaaaaaaaaa!&#8217;&quot;, antwortete Vasdendas.<br \/>\n  <br \/> &quot;M&uuml;ssen denn diese Formalit&auml;ten sein? K&ouml;nnen wir ihn nicht einfach endlich umbringen?&quot;, seufzte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> Smahug sagte: &quot;Du hast ja Recht&#8230;also, Freunde &#8211; auf mein Zeichen! Eins, Zwei&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> W&auml;hrend Smahug diesen Satz sagte, rappelte sich Saurudalf wieder auf.<br \/>\n  <br \/> <em>Ah, so ist es besser!<\/em>, dachte er sich.<br \/>\n  <br \/> Blut str&ouml;mte aus seinen Ohren.<br \/>\n  <br \/> <em>Doch warum macht dieser Drache sein Maul auf und zu, ohne etwas zu sagen?<\/em><br \/>\n  <br \/> So sehr Saurudalf R&auml;tsel mochte, dieses sollte ihm f&uuml;r den Rest seines Lebens zu schaffen machen und ungel&ouml;st bleiben. Unn&ouml;tig zu sagen, dass dieser Rest nicht mehr sehr gro&szlig; war.<br \/>\n  <br \/> Denn pl&ouml;tzlich &ouml;ffneten alle zehn Drachen ihre M&auml;uler und hauchten ihn an. Ein t&ouml;dlicher Regenbogen aus Drachenodems ging auf ihn nieder.<br \/>\n  <br \/> Fortan h&auml;tte man den Magier Saurudalf in ein Buch der Rekorde eintragen k&ouml;nnen, h&auml;tte es etwas derartiges schon gegeben. Er war der erste Mensch der Welt, der auf sechs verschiedene Weisen gleichzeitig starb.<br \/>\n  <br \/> Er wurde durch die Odems der Drachen gleichzeitig verbrannt, eingefroren, von S&auml;ure zerfressen, von einer Giftwolke erstickt, von einem Blitz gebrutzelt und in einer Wolke aus Wasserdampf gekocht.<br \/>\n  <br \/> Das hatte nat&uuml;rlich zur Folge, dass von ihm und einem gro&szlig;en St&uuml;ck Land rings um ihn herum relativ wenig &uuml;brig blieb.<br \/>\n  <br \/> Smahug ergriff erneut das Wort: &quot;So, gute Arbeit Freunde, das w&auml;re erl&#8230;Vas? Vasdendas? Geht es dir gut?&quot;<br \/>\n  <br \/> Der messingfarbene Drache sa&szlig; bebend vor dem verkohlten St&uuml;ck Land, das einmal Saurudalf gewesen war.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich&#8230;ich habe gerade ein lebendes Wesen umgebracht&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Tut mir ja sehr leid, dass du so gegen deine Prinzipien ver&#8230;&quot;<br \/>\n  <br \/> Vasdendas unterbrach ihn gleich wieder: &quot;Es war&#8230;befriedigend&#8230;es&#8230;es hat mir etwas gegeben, diesen&#8230;diesen MISTKERL zu pulverisieren. Na? Gef&auml;llt dir das, du&#8230;du bl&ouml;der Mensch du? Na? Willst du mehr davon?&quot;<br \/>\n  <br \/> Und erneut spie er seinen korrosiven Atem auf das ohnehin schon gequ&auml;lte St&uuml;ck Land.<br \/>\n  <br \/> &quot;Na? Jetzt bist du nicht mehr so stark, ohne dein Prettschett, hm?&quot;<br \/>\n  <br \/> Er nahm die verbrannte Erde in seine Klauen, warf sie in die Luft und lachte dazu irre.<br \/>\n  <br \/> W&auml;hrend einige der anderen Drachen des Rates versuchten, ihn zu beruhigen, fiel Kalessan etwas ein: &quot;Wo ist denn eigentlich Karlmax?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Der h&auml;ngt da hinten an diesem kleinen Baum.&quot;, antwortete Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Smahug?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Du hast Recht, er h&auml;ngt da an dem Baum. An einem spitzen Ast h&auml;ngt er.&quot;, sagte Kalessan.<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja, und?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Der Ast ist durch seinen Brustkorb getrieben worden.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Oh&#8230;ist er tot?&quot;<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Paradies war sch&ouml;n.<br \/>\n  <br \/> Karlmax hatte zwar nie an ein Leben nach dem Tod geglaubt, doch hier war es. Eine wundervolle, paradiesische Landschaft mit immergr&uuml;nen B&auml;umen, wundervoll duftenden Blumen in den sch&ouml;nsten Farben, gro&szlig;artigem Wetter und idyllischen Seen.<br \/>\n  <br \/> Doch das war noch nicht alles. Als er das Paradies durchstreifte, noch immer in den Sachen, die er bei seinem Tod getragen hatte, traf er auf all die Personen, die ihm in seinem Leben wichtig gewesen waren.<br \/>\n  <br \/> Seine verstorbenen Eltern, seine Geschwister, seine gesamte Familie war dar. Und es bedurfte keiner Worte mehr, um zu kommunizieren &#8211; es herrschte einfach ein tiefes, wortloses Verst&auml;ndnis. L&auml;chelnd und lachend zeigten ihm seine Verwandten die sch&ouml;nsten Ecken des Paradieses, f&uuml;hrten ihn durch die idyllische Landschaft und durch heimelige D&ouml;rfer, in denen die Menschen in ewigem Gl&uuml;ck leben konnten.<br \/>\n  <br \/> Und die ganz Zeit dachte dich Karlmax nur eines: <em>Warum bin ich eigentlich nicht schon fr&uuml;her gestorben?<\/em><br \/>\n  <br \/> Irgendwann versammelten sich all seine Verwandten rings um ihn herum und l&auml;chelten ihn an. Doch etwas Trauriges schwang in diesem L&auml;cheln mit.<br \/>\n  <br \/> <em>Was&#8230;was ist?<\/em>, wollte Karlmax fragen, doch auf einmal gab der Boden unter ihm nach und er fiel. Er konnte noch von unten die Gesichter seiner Liebsten sehen, wie sie ihm nachsahen.<br \/>\n  <br \/> Dann verschwammen ihre K&ouml;pfe.<br \/>\n  <br \/> Stattdessen starrten ihn zehn riesige Drachen an.<br \/>\n  <br \/> Und sie alle hatten schrecklichen Mundgeruch.<br \/>\n  <br \/> Au&szlig;erdem lag er auf einem verkohlten St&uuml;ck Land. Neben ihm standen ein paar verbrannte, verkr&uuml;ppelte B&auml;ume.<br \/>\n  <br \/> &quot;Er kommt zu sich!&quot;, sagte einer von den Drachen.<br \/>\n  <br \/> &quot;Was&#8230;wo&#8230;wo sind meine Eltern? Meine Verwandten? Die sch&ouml;ne Landschaft? Bin ich in der H&ouml;lle?&quot;, stammelte Karlmax.<br \/>\n  <br \/> &quot;Du bist wieder in der Welt der Lebenden.&quot;, antwortete der Drache mit dem goldenen Kopf, &quot;Du hast unser Leben gerettet, also retteten wir deines &#8211; ist doch ein faires Gesch&auml;ft, nicht wahr?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ja&#8230;&quot;, sagte der Mensch resigniert.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und so dankt er es uns. Hallo! Wir haben uns alle gerade <em>angestrengt<\/em>, um dich aus dem Reich der Toten zu holen!&quot;, sprach der gr&uuml;ne Drache&#8230;Glaureng war sein Name gewesen, richtig.<br \/>\n  <br \/> &quot;Denen geht es irgendwie immer so mies, wenn man sie wieder zum Leben erweckt. Bis jetzt haben sich nur die wenigsten gefreut. Die waren aber genauso wenig dankbar&#8230;&quot;, erwiderte Adorelon, der Silberne.<br \/>\n  <br \/> So langsam kamen die Erinnerungen Karlmax&#8216; wieder zur&uuml;ck. Er wandte sich an Kalessan: &quot;So seid ihr meinem Rat also gefolgt!?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Andernfalls w&auml;rest du bereits seit einigen Stunden verdaut.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und&#8230;&quot; &#8211; Karlmax warf einen Blick auf die anderen Drachen &#8211; &quot;Und die anderen hier haben wieder alle ihr Ged&auml;chtnis zur&uuml;ck? Sie sind wieder genauso wie vorher?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Ich denke schon.&quot;, antwortete Kalessan, &quot;Sie haben jetzt nur erstmal keine gro&szlig;e Lust, wieder in die N&auml;he von menschlichen St&auml;dten zu kommen&#8230;kann ich ihnen nicht verdenken.&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Und jetzt? Was passiert jetzt?&quot;<br \/>\n  <br \/> &quot;Wir werden jetzt alle nach Hause fliegen. Ich erkl&auml;re diese Sitzung als beendet! Wir sehen uns in ein paar Jahrzehnten zur Jahrhundertsabrechnung wieder, ja?&quot;, sagte Smahug.<br \/>\n  <br \/> Die meisten der Drachen riefen eine Zustimmung, verabschiedeten sich voneinander und schwangen sich in die L&uuml;fte.<br \/>\n  <br \/> &quot;Und das war&#8217;s? Mehr nicht? Keine gro&szlig;e Abschlussfeier? Sie haben mir nicht einmal mehr gedankt!&quot;, rief Karlmax entt&auml;uscht.<br \/>\n  <br \/> &quot;Sie haben ihre Schuld an dich bezahlt. Du bist schlie&szlig;lich auch nur ein Mensch von vielen. In ein paar Jahren bist du eh tot.&quot;, erwiderte Kalessan, der noch dageblieben war, &quot;Aber du kannst gerne mit zu mir kommen, dann zeige ich dir mal meine H&ouml;hle, wenn es dich froh macht.&quot;<br \/>\n  <br \/> Ein gl&uuml;ckliches Aufblitzen in Karlmax&#8216; Augen verriet ihm, dass dies der Fall war. Kalessan senkte seinen Kopf.<br \/>\n  <br \/> &quot;Also gut &#8211; steig auf!&quot;<br \/>\n  <br \/> Karlmax lie&szlig; nicht lange auf sich warten.<br \/>\n  <br \/> &quot;Nun gut, oh gro&szlig;er Anf&uuml;hrer&#8230;man sieht sich!&quot;, sagte Kalessan zu Smahug.<br \/>\n  <br \/> &quot;Kalessan, ich wollte dir noch sagen, &auml;hm&#8230;danke! Du hast die richtige Entscheidung getroffen!&quot;, antwortete dieser.<br \/>\n  <br \/> &quot;Dieses Urteil &uuml;berlasse lieber mir, Smahug!&quot;<br \/>\n  <br \/> Er stie&szlig; sich vom Boden ab und flog weg.<br \/>\n  <br \/> Smahug sah ihm nach und dachte sich: <em>Irgendetwas bin ich auch ihm schuldig&#8230;vielleicht sollte ich demn&auml;chst damit aufh&ouml;ren, so offen &uuml;ber unsere Rasse zu plaudern&#8230;<\/em><br \/>\n  <br \/> Und w&auml;hrend ihrem Flug nach Hause dachten auch die anderen &uuml;ber sich und die zur&uuml;ckliegenden Ereignisse nach.<br \/>\n  <br \/> Droca dachte dar&uuml;ber nach, ob er bei dem aufkommenden Theaterst&uuml;ck &quot;Kerker und Drachen&quot; eine Rolle &uuml;bernehmen sollte.<br \/>\n  <br \/> Neidh&ouml;cker dachte: <em>Ich habe jetzt mal wieder richtig Lust, an einer saftigen Wurzel zu knabbern!<\/em><br \/>\n  <br \/> Adorelon dachte: <em>Der zeitliche Ablauf der letzten paar Seiten ist irgendwie vollkommen unlogisch, wenn man mal dar&uuml;ber nachdenkt&#8230;<\/em><br \/>\n  <br \/> Vasdendas dachte:<em> Ich muss jetzt irgend etwas t&ouml;ten&#8230;jetzt sofort!<\/em><br \/>\n  <br \/> Glaureng dachte: <em>War ich wirklich so b&ouml;se, dass man mich so h&auml;sslich erschaffen musste? Das ist gemein!<\/em><br \/>\n  <br \/> Tjamat dachte ernsthaft dar&uuml;ber nach, demn&auml;chst bei sich zu Hause ein Ei auszubr&uuml;ten.<br \/>\n  <br \/> Morkulebus dachte ernsthaft dar&uuml;ber nach, professioneller Krallenmasseur zu werden.<br \/>\n  <br \/> Schneewei&szlig;chen dachte: <em>HED DSUEB SAHEZA KEIW JASHD AKEJES MEUNASJ KAOSLEJB!<\/em><br \/>\n  <br \/> Karlmax erfreute sich an der absoluten Freiheit des Fliegens, genoss den Wind, der durch seinen Bart rauschte und dachte: <em>Vielleicht ist das Leben ja doch nicht so schlimm!?<\/em><br \/>\n  <br \/> Und Kalessan? Der dachte nur: <em>Oh, hab ich einen Hunger! Irgendwo muss doch hier etwas zum Essen sein! Ein Dorf, eine kleine Stadt&#8230;irgendwas!<\/em><br \/>\n  <br \/> Tja&#8230;das Sein verdirbt das Bewusstsein.<\/p>\n<p>Der Doktor, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.die-subkultur.net\">http:\/\/www.die-subkultur.net<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Prettschett Oder: Die durchaus ertr&auml;gliche Leichtigkeit des Seins Oder: J&auml;ger des verlorenen Prettschetts Oder: Drachen sind auch nur Menschen Oder: Das drachige Dekadent Oder&#8230;okay okay, ich fang ja schon an. Es ist allgemein bekannt, dass Drachen einen schrecklichen Mundgeruch haben. Doch&#8230;woher ist es bekannt? 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