{"id":924,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=924"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"the-sacrifice-deutsch-der-doktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/the-sacrifice-deutsch-der-doktor\/","title":{"rendered":"The Sacrifice (deutsch) (Der Doktor)"},"content":{"rendered":"<h1 ALIGN=\"CENTER\">The Sacrifice<\/h1>\n<h3 align=\"center\">Teil 1: Aufbruch<\/h3>\n<p align=\"justify\">\n Sie &ouml;ffnete ihre Augen&#8230;<br \/>\n In ihrem Zimmer herrschte Halbdunkel, da die Sonne noch nicht ganz aufgegangen war. Denya stand auf und ging zum Fenster, um sich nach dem L&auml;rm zu erkundigen, der sie aufgeweckt hatte. Es schien sich um eine gro&szlig;e Menschenmenge auf dem Platz unter dem Fenster ihres Hauses zu handeln&#8230;<br \/>\n Nun, es war nicht wirklich ein &quot;Haus&quot; &#8211; es war mehr eine Burg. Denya war die Tochter von Baron Leoric und Baronin Margareth, den Herrschern kleiner L&auml;ndereien irgendwo im Osten des Kontinents. <br \/>\n Als sie an ihr Fenster kam, sah sie die vermutete Menschenmenge auf dem Platz vor dem Burgtor. Es sah so aus, als w&uuml;rden die Soldaten ihres Vaters sich auf irgend etwas vorbereiten&#8230;<br \/>\n Sie zog sich an und ging hinunter zum Thronsaal (nat&uuml;rlich war er nicht so gro&szlig;, wie die Throns&auml;le der K&ouml;nige, aber besser als gar nichts), wo sie schon ihre Eltern entdeckte, die hektische Anweisungen an unz&auml;hlige Leute erteilten &#8211; sie sahen sehr besch&auml;ftigt aus.<br \/>\n Ihr Vater Leoric hatte seine besten Jahre bereits hinter sich. Er war 53 Jahre alt, hatte langes schwarzes Haar und einen gleichfarbigen Bart &#8211; graue Str&auml;hnen waren im Haar des strengen, aber gutherzigen Mannes noch nicht zu erkennen.<br \/>\n Ihre Mutter Margareth sah nicht sehr anders aus: Sie war zwei Jahre j&uuml;nger als ihr Mann und ein wenig kleiner, doch auch sie trug lange schwarze Haare und, wie ihr Mann, eine schwarze Robe &#8211; Schwarz war die Lieblingsfarbe der beiden.<br \/>\n Noch eine Sache, die sie beide gemeinsam hatten, waren ihre magischen F&auml;higkeiten. Da es im gesamten K&ouml;nigreich keine talentierteren Magier gab als Denyas Eltern, wurden sie oft f&uuml;r entsprechendes Entgelt von anderen Baronen oder gar K&ouml;nigen gerufen, um die verschiedensten Auftr&auml;ge auszuf&uuml;hren, die normalerweise unm&ouml;glich gewesen w&auml;ren. Dennoch, sehr h&auml;ufig mussten sie ihre magischen F&auml;higkeiten nicht einsetzen.<br \/>\n Nun, ihre Eltern hatten sehr viel Zeit f&uuml;r sie und gaben ihr nahezu alles, was sie sich w&uuml;nschte. Sie durfte frei in der Stadt umherwandern und tun und lassen, was sie wollte. Mit einer Ausnahme: Sie durfte niemals und unter keinen Umst&auml;nden die Stadt verlassen.<br \/>\n Sicherlich war die Stadt nicht allzu klein und es gab viel zu entdecken, doch manchmal stand sie einsam auf den Stadtmauern und lie&szlig; ihren Blick in die Ferne schweifen. Sie war nicht ungl&uuml;cklich in der Stadt, doch der Wunsch, hier hinaus zu kommen war immer da gewesen. Nat&uuml;rlich hatte sie dar&uuml;ber nachgedacht einfach wegzulaufen, doch sie verwarf den Gedanken immer wieder &#8211; sei es, weil es keinen unbewachten Ausgang aus der Stadt gab oder weil sie ihre Eltern, die immer so nett zu ihr waren, nicht betr&uuml;gen wollte &#8211; sie hatte versprochen, niemals zu fliehen. <br \/>\n Also lebte Denya ihr Leben in der Burg f&uuml;r 20 lange Jahre &#8211; bis heute&#8230;<br \/>\n &quot;Guten Morgen, Mutter, Vater! Sagt mal, was macht ihr hier?&quot; fragte sie.<br \/>\n Ihr Vater drehte sich um und sagte mit seiner tiefen, vollen Stimme: &quot;Guten Morgen, Schatz! Gut geschlafen?&quot;<br \/>\n &quot;Ja, danke, aber sag mir: Was soll das alles hier? Habt ihr wieder einen Auftrag bekommen?&quot;<br \/>\n Er l&auml;chelte. &quot;Ich denke, du erinnerst dich an dein Versprechen, diese Stadt niemals zu verlassen?&quot; <br \/>\n &quot;Nat&uuml;rlich&#8230; wieso fragst du?&quot; fragte sie verwirrt.<br \/>\n &quot;Heute werden wir dir erlauben, es zu brechen.&quot;<br \/>\n Sie verstand nicht. &quot;Was meinst du?&quot;<br \/>\n Ihre Eltern grinsten nur.<br \/>\n &quot;Ihr meint, ich darf aus der Stadt raus? Heute? Oh, Mutter, Vater, das ist wundervoll!&quot;<br \/>\n Margareth sagte: &quot;Wir haben dich zu lange in diesem alten verstaubten Geb&auml;ude festgehalten. Es ist nun Zeit, hier raus zu kommen und die Welt zu sehen.&quot;<br \/>\n &quot;Aber ihr habt immer gesagt, es w&auml;re zu gef&auml;hrlich dort drau&szlig;en&#8230;&quot;<br \/>\n &quot;Oh ja, ist es auch noch! Wir werden nat&uuml;rlich auch mit dir kommen. Du musst dich vor absolut nichts f&uuml;rchten, Denya!&quot;<br \/>\n &quot;Aber&#8230; wieso gerade jetzt? Wieso haltet ihr mich hier 20 Jahre lang fest, nur um mich dann einfach so gehen zu lassen?&quot; fragte sie skeptisch.<br \/>\n &quot;Du bist nun alt genug. Es sind zwar immer noch b&ouml;se Menschen dort drau&szlig;en &#8211; aber du bist nun so erfahren, dass du auf dich selbst aufpassen kannst. Au&szlig;erdem wollten wir dir zu deinem 20. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk machen &#8211; und der ist ja schlie&szlig;lich in 6 Tagen.&quot;<br \/>\n Damit war alle Skepsis beseitigt.<br \/>\n &quot;Oh, das ist das sch&ouml;nste Geschenk, das ihr mir je gemacht habt.&quot;<br \/>\nMit diesen Worten umarmte sie ihre beiden Eltern und brach in Tr&auml;nen aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Nachmittag gab ihr Vater noch eine Rede vor der Stadtbev&ouml;lkerung, in der er den Grund ihres Aufbruchs beschrieb und ihre R&uuml;ckkehr in 12 Tagen ank&uuml;ndigte. Er &uuml;bergab die Stadt einem seiner Ratgeber f&uuml;r die Zeit ihrer Abwesenheit und dann brachen sie auf. Denya bekam eine G&auml;nsehaut, als sie durch die gro&szlig;en Stadttore ritten &#8211; das war es, wovon sie all die Jahre getr&auml;umt hatte. Aber es ging so schnell&#8230; 20 Jahre &#8211; und nun, einfach so? Au&szlig;erdem fragte sie sich, wieso ihre Eltern 20 ihrer Wachen mit sich nahmen &#8211; normalerweise reisten sie alleine. Sie fragte ihren Vater.<br \/>\n &quot;Deine Sicherheit ist unser gr&ouml;&szlig;tes Anliegen. Wir k&ouml;nnten es nicht ertragen, wenn dir etwas zust&ouml;&szlig;t. Und wir k&ouml;nnen nicht immer bei dir sein &#8211; selbst Magier m&uuml;ssen schlafen.&quot; Er l&auml;chelte.<br \/>\n &quot;Es ist nur zu deiner Sicherheit&quot;, wiederholte er.<br \/>\n &quot;Aber ihr habt gesagt, ich w&auml;re alt genug, um auf mich selbst aufzupassen!&quot; protestierte sie.<br \/>\n &quot;Wir sind immer noch besorgt um dich &#8211; und wir wollen nat&uuml;rlich nichts riskieren, Denya.&quot;<br \/>\nObwohl es ihr etwas seltsam erschien, zuckte sie nur mit den Schultern, ritt weiter und genoss ihre neue Freiheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 align=\"center\">Teil 2: Reise<\/h3>\n<p align=\"justify\">\nSie reisten nun schon seit zwei Tagen auf dieser Stra&szlig;e, immer in Richtung der Berge. Sie schliefen immer im Wald und abseits der Stra&szlig;e. Denya fragte sich, warum, doch ihr Vater sagte nur, es sei zu gef&auml;hrlich, direkt am Stra&szlig;enrand zu rasten, da viele R&auml;uber sich hier nachts umhertreiben w&uuml;rden und dass es zu teuer w&auml;re, mit 23 Mann in einer Taverne zu &uuml;bernachten. Es war zwar nicht sehr komfortabel, in einem Zelt zu schlafen, aber da dies eine v&ouml;llig neue Erfahrung f&uuml;r Denya war, verdr&auml;ngte eine Sache die andere.<\/p>\n<p align=\"justify\">Thomas hatte Wache. Die B&auml;ume ragten hoch &uuml;ber ihm als dunkle Schatten auf und die Ger&auml;usche des n&auml;chtlichen Waldes umgaben ihn. Seine Wachperiode war fast vorbei &#8211; bald w&uuml;rde er gehen, Daniel wecken und ihm die Wache &uuml;bergeben. Er war sehr m&uuml;de und freute sich bereits darauf, in einem warmen Schlafsack zu liegen, so unangenehm dieser auch sein mochte.<br \/>\n Doch pl&ouml;tzlich h&ouml;rte er ein Ger&auml;usch aus dem Geb&uuml;sch links von ihm &#8211; ein seltsames Grunzen. Ein Wildschwein? Oberste Priorit&auml;t hatte die Sicherheit von Denya&#8230; und Wildschweine k&ouml;nnen sehr gef&auml;hrlich sein. Er weckte Daniel.<br \/>\n &quot;Hey, Daniel!&quot;<br \/>\n &quot;Wasislos?&quot; murmelte Daniel noch halb im Schlaf.<br \/>\n &quot;Ich glaub da ist irgendein Tier dort dr&uuml;ben in den Geb&uuml;schen. Vielleicht ein Wildschwein.&quot;<br \/>\n Schon wieder dieses Grunzen. Daniel war sofort wach.<br \/>\n &quot;Nein&#8230; nein, das ist kein Wildschwein! Ich war bereits auf Wildschweinjagden, die klingen ganz anders, glaub mir.&quot;<br \/>\n &quot;Nun, was k&ouml;nnte es dann sein?&quot;<br \/>\n &quot;Ich wei&szlig; nicht&quot; &#8211; er pausierte &#8211; &quot;Lass es uns rausfinden!&quot; <br \/>\n Thomas war nicht sehr erfreut dar&uuml;ber, in den dunklen Wald zu gehen &#8211; aber er wollte nicht erleben, wie Margareth und Leoric reagieren w&uuml;rden, wenn ein wild gewordenes Wildschwein durch das Lager rennt und alles demoliert. <br \/>\n Sie entz&uuml;ndeten ihre Fackeln, zogen ihre Schwerter und gingen in die Richtung, aus der das Ger&auml;usch kam. Nach 100 Metern kamen sie an eine Felswand, in der ein H&ouml;hleneingang zu sehen war. <br \/>\n &quot;Denkst du, es kam von da drinnen?&quot; fragte Thomas.<br \/>\n &quot;Ich wei&szlig; genauso viel wie du, Daniel! Aber ich w&uuml;rde zu gerne wissen, was in dieser H&ouml;hle ist&#8230;&quot;, antwortete er mit einem neugierigen Unterton &#8211; und ging hinein.<br \/>\n &quot;Daniel, bist du wahnsinnig? Komm zur&uuml;ck! Lass uns lieber gehen und die anderen wecken!&quot; fl&uuml;sterte Thomas &#8211; vergeblich.<br \/>\n Schon bald wurde Daniel von der Dunkelheit verschlungen und sp&auml;ter auch das Licht seiner Fackel, w&auml;hrend Thomas noch unschl&uuml;ssig vor dem H&ouml;hleneingang stand. Einerseits hatte er zu gro&szlig;e Angst, in die H&ouml;hle zu gehen, andererseits wollte er seinen Freund nicht alleine lassen.<br \/>\n Pl&ouml;tzlich sah er einen hellen Lichtblitz im Inneren.<br \/>\n &quot;Daniel! &#8230;Oh, verdammt!!!&quot;<br \/>\n Thomas schluckte seine Angst hinunter und ging in die dunkle H&ouml;hle.<br \/>\n Der Gang wurde immer breiter und h&ouml;her, bis er schlie&szlig;lich 8 Meter hoch und 6 Meter breit war. Schon bald sah er auch das Licht von Daniels Fackel. Er rannte los und rief: &quot;Daniel, was ist&#8230;&quot; <br \/>\n Er brach seinen Satz abrupt ab. Daniel konnte ihn nicht mehr h&ouml;ren. Die Fackel lag auf dem Boden &#8211; neben den verbrannten &Uuml;berresten von Daniels K&ouml;rper. Thomas stand einfach nur da. Einen Moment&#8230; Zwei&#8230; Dann kniete er sich neben der Leiche nieder. Der Geruch von verbranntem Fleisch stach ihm in die Nase und er f&uuml;hlte, als ob er sich bald &uuml;bergeben m&uuml;sste. <br \/>\n Was zur H&ouml;lle hatte das getan?<br \/>\n Nun verfluchte er sich nochmals &#8211; er h&auml;tte Hilfe holen sollen, bevor er in diese H&ouml;hle ging. Das Wesen, das Daniel so zugerichtet hatte, musste immer noch hier in der N&auml;he sein. Wahrscheinlich, um dasselbe mit ihm zu tun&#8230; Er stand hastig auf &#8211; nur, um etwas zu sehen, was er vorher noch nie erblickt hatte. Seine Augen weiteten sich voller Schrecken. Er konnte nicht schreien. Er konnte sich nicht bewegen &#8211; er war wie versteinert.<br \/>\n Es herrschte eine schreckliche Stille.<br \/>\n Danach das gr&auml;ssliche Ger&auml;usch splitternder Menschenknochen.<br \/>\nUnd wieder Stille&#8230;<\/p>\n<p align=\"justify\">Kampfger&auml;usche weckten Denya. Sie lag in ihrem Zelt und h&ouml;rte die Schreie der Soldaten ihres Vaters, der Pferde und von etwas anderem, etwas sehr seltsamen. Ein Ger&auml;usch wie ein lautes, w&uuml;tendes Quieken. Sie stand auf, um drau&szlig;en zu sehen, was los w&auml;re &#8211; nur um von ihrem Vater zur&uuml;ck ins Zelt gedr&auml;ngt zu werden. <br \/>\n &quot;Geh rein und bleib da, das hier ist nichts f&uuml;r unerfahrene Jugendliche wie dich!&quot;, schrie er. Und schon war er wieder drau&szlig;en und rief irgend etwas.<br \/>\n Also setzte sie sich hin und wartete, ein wenig verletzt durch die Worte ihres Vaters. Was hatten sie noch vor zwei Tagen gesagt? &quot;Du bist nun alt genug, um auf dich selbst aufzupassen!&quot;?<br \/>\n Pl&ouml;tzlich konnte sie einen grellen Lichtblitz durch die Zeltplane hindurch sehen. Danach kam wieder das Quieken &#8211; diesmal ein Laut des Schmerzes. Dann Stille. Ihre Mutter kam herein. Sie hatte Schwei&szlig; auf ihrer Stirn.<br \/>\n &quot;Du kannst jetzt rauskommen &#8211; es ist nun sicher.&quot;<br \/>\n Als sie nach drau&szlig;en ging, offenbarte sich ihr eine schreckliche Szenerie: In ihrem Lager lagen die Leichen einiger Wachen. Der s&uuml;&szlig;liche Geruch des Todes hing in der Luft. Und in der Mitte des Rastplatzes lag der K&ouml;rper des gr&ouml;&szlig;ten Wildschweins, das sie je gesehen hatte. Es war mindestens doppelt so gro&szlig; wie die Wildschweine, die von den J&auml;gern immer in die Stadt gebracht wurden. <br \/>\n Das Tier war mit Pfeilen gespickt &#8211; doch das Wildschwein war nicht durch die Pfeile gestorben, sondern durch den magischen Blitz ihrer Eltern, der seine Seite getroffen hatte.<br \/>\n &quot;Oh, ihr G&ouml;tter!&quot; fl&uuml;sterte sie.<br \/>\n In der N&auml;he standen ihre Eltern und sprachen mit einem der W&auml;chter.<br \/>\n &quot;Wie viele haben wir verloren?&quot; fragte ihr Vater den Mann.<br \/>\n &quot;F&uuml;nf sind tot. Und wir sind immer noch auf der Suche nach Daniel und Thomas.&quot;, antwortete der Soldat, Barlic war sein Name, erinnerte sie sich.<br \/>\n &quot;Verdammt!&quot;<br \/>\n &quot;Gibt es hier viele solcher Biester?&quot; fragte Denya.<br \/>\n &quot;Ich denke nicht&quot;, sagte Barlic, &quot;dies ist bei weitem das gr&ouml;&szlig;te Wildschwein, das ich je gesehen habe!&quot;<br \/>\n &quot;Aber wieso sollte es herkommen und uns angreifen? Und was ist mit Daniel und Thomas?&quot; &#8211; die beiden hatten sie oft bei ihren Ausfl&uuml;gen auf die Stadtmauer begleitet und waren zwei ihrer besten Freunde.<br \/>\n &quot;Wir denken, dass Thomas Daniel aufweckte, dann mit ihm in den Wald ging, wo dann dieses Wildschwein&#8230; Es tut mir leid, ich wei&szlig;, sie waren eure Freunde. Wir suchen noch ihre Leichen&quot;, antwortete er traurig.<br \/>\n Alle waren still, als ein Ruf von der anderen Seite des Lagers kam: &quot;Wir haben sie gefunden!&quot;<br \/>\n Sofort gingen Denyas Eltern und Barlic in diese Richtung. Sie folgte ihnen. Als sie n&auml;her kam, sah sie dann die Leichen von Daniel und Thomas.<br \/>\n Daniels K&ouml;rper war ganz verbrannt und stank f&uuml;rchterlich. Ein schrecklicher Anblick. Doch Thomas&#8216; Leiche war viel schlimmer: Thomas war an seiner Taille in zwei H&auml;lften gerissen worden. Eingeweide hingen aus seinem K&ouml;rper &#8211; aber nicht nur seine Leiche war schlimm anzusehen&#8230; es war der Blick in seinen Augen&#8230; Reiner Schrecken und Todesangst lag in den weit aufgerissen Augen. Sie ertrug es nicht: Sie drehte sich um und erbrach auf den Boden. Ihre Mutter kam zu ihr.<br \/>\n &quot;Tut mir leid f&uuml;r dich &#8211; es muss schrecklich sein, so fr&uuml;h mit dem Tod konfrontiert zu werden&#8230; und auf diesem Art und Weise&#8230;&quot; <br \/>\n &quot;Hast du den Blick in seinen Augen gesehen?&quot; fragte Denya.<br \/>\n &quot;Ja&#8230;&quot;, antwortete Margareth leise.<br \/>\n &quot;Ein Wildschwein kann so etwas doch nicht machen!?&quot;<br \/>\n &quot;Ich wei&szlig; nicht&#8230;&quot;<br \/>\n &quot;Ein verdammtes Wildschwein kann nicht einfach so Leute verbrennen!&quot; rief sie und zeigte auf Daniels verbrannte Leiche.<br \/>\n Auf einmal fragte ihr Vater Barlic: &quot;Wo habt ihr sie gefunden?&quot;<br \/>\n &quot;&Auml;hm&#8230; in einer H&ouml;hle in dieser Richtung&quot;, antwortete dieser mit einer entsprechenden Geste.<br \/>\n &quot;Ich m&ouml;chte sie mir ansehen&#8230; jetzt!&quot;<br \/>\n Der Soldat war kurz irritiert, dann befolgte er den Befehl ihres Vaters und ging in den Wald. Leoric folgte ihm. Margareth wandte sich wieder Denya zu: &quot;Ich werde mit ihnen gehen. Du bleibst hier, hier ist es sicher!&quot; Versprichst du mir das?&quot;<br \/>\n Zuerst wollte sie widersprechen. Dann rollte sie jedoch mit den Augen und sagte: &quot;Ja, Mutter.&quot;<br \/>\n &quot;Gut!&quot; Damit ging Margareth in den Wald.<br \/>\n Es schien alles irgendwie nicht zusammen zu passen: Der verbrannte K&ouml;rper von Daniel, der Blick in Thomas&#8216; Augen, das Riesenwildschwein&#8230; Das seltsame Verhalten ihrer Eltern nicht zu vergessen. <br \/>\nIrgend etwas stimmte hier nicht!<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine Stunde sp&auml;ter kehrten ihre Eltern zur&uuml;ck.<br \/>\n &quot;Also, habt ihr irgend was rausgefunden?&quot; fragte Denya neugierig.<br \/>\n &quot;Die H&ouml;hle war leer&quot;, antwortete Leoric.<br \/>\n &quot;Nun, was k&ouml;nnte dann Daniel und Thomas get&ouml;tet haben?&quot;<br \/>\n &quot;Ein Mensch nat&uuml;rlich, wahrscheinlich irgendein Magier. Woran dachtest du denn?&quot;<br \/>\n &quot;Kein menschliches Wesen k&ouml;nnte einem Soldaten wie Thomas solche Angst einjagen! Geschweige denn, ihn in zwei Teile rei&szlig;en!&quot;<br \/>\n &quot;Untersch&auml;tze einen Magier nicht! Wir wissen nicht, was Thomas gesehen hat &#8211; und vielleicht werden wir es auch nie wissen! Also denk nicht mehr dar&uuml;ber nach!&quot; antwortete Margareth. &quot;Wir brechen bald auf, also pack deine Sachen zusammen!&quot;<br \/>\nDenya war mit den Antworten ihrer Eltern &uuml;berhaupt nicht zufrieden. Warum sollte ein Magier mitten im dunkelsten Wald zwei Menschen attackieren? Und was war jetzt mit dem Wildschwein? Doch sie fragte nicht mehr, sie kannte ihre Eltern zu gut &#8211; sie w&uuml;rde jetzt keine Antworten mehr bekommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die 13 noch &uuml;brigen Wachen waren bald damit besch&auml;ftigt, das Lager abzubauen und sich f&uuml;r die Weiterreise vorzubereiten. Doch es herrschte eine dr&uuml;ckende Atmosph&auml;re zwischen ihnen. Sie hatten einige ihrer Freunde verloren und ihre Herren wollten nun einfach weiter reisen, als ob nichts passiert w&auml;re. Es kam ihnen sehr seltsam vor, doch Denya konnte ihre Eltern ziemlich gut verstehen &#8211; auch sie wollte so schnell wie m&ouml;glich weg von diesem schrecklichen Ort.<br \/>\nSchlie&szlig;lich beerdigten sie ihre Kameraden und hielten eine Schweigeminute. Dann ging es mit ihrer Reise in die Berge, die am Horizont bereits zu sehen waren, weiter. Aber heute waren alle in einer miesen Stimmung und es wurde wenig geredet &#8211; am wenigsten &uuml;ber die Ereignisse der letzten Nacht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Am vierten Tag reisten sie durch ein mittelgro&szlig;es Dorf. Einige der Leute sahen von ihrer Arbeit auf, um die Reisenden zu beobachten. Denya sah Bauern, Schmiede, H&auml;ndler, junge M&auml;dchen und Kinder, die auf den Stra&szlig;en spielten &#8211; alles ging seinen gewohnten Gang. Doch eine Person stach aus der Menge heraus: Ein alter Mann mit wei&szlig;em Vollbart und roter Robe. Er sah aus wie ein Magier. Und er sah sie mit einem Ausdruck im Gesicht an, den sie noch nie zuvor gesehen hatte: Sein Gesicht dr&uuml;ckte nichts aus. Nichts! Kein Zeichen von Interesse, Hass, Liebe oder sonstigen Gef&uuml;hlen. Er sah sie nur mit seinem kalten Gesichtsausdruck an. War dies der Magier, der Daniel und Thomas get&ouml;tet hatte? Hatte er das Wildschwein in ihr Lager gesendet?<br \/>\n Auf einmal wurde ihr Pferd unruhig und b&auml;umte sich auf. Sie versuchte, es schnell mit guten Worten zu beruhigen. Doch als sie wieder in die Richtung des alten Mannes sah, war dieser verschwunden.<br \/>\n &quot;Schatz, was ist denn passiert?&quot; fragte ihre Mutter.<br \/>\n &quot;Nichts, nichts, mein Pferd wurde nur kurz unruhig. Alles in Ordnung&#8230; hast du diesen komischen alten Mann mit der Robe dort dr&uuml;ben gesehen?&quot;<br \/>\n &quot;Nein &#8211; alter Mann?&quot;<br \/>\n &quot;Er stand einfach nur da&quot;, sie zeigte auf den Punkt, wo der Mann eben noch gestanden hatte, &quot;und sah mich seltsam an.&quot;<br \/>\n &quot;Hm&#8230; wir verhalten uns besser vorsichtig &#8211; vielleicht war es ja nur ein verr&uuml;ckter alter Mann&#8230; aber man wei&szlig; ja nie.&quot;<br \/>\nDann wollte sie nichts mehr sagen und schien f&uuml;r den Rest des Tages in Gedanken versunken.<\/p>\n<p align=\"justify\">Diese Nacht verbrachten sie in einem Gasthaus direkt an der Stra&szlig;e. Denyas Vater sagte, es w&auml;re nun doch zu gef&auml;hrlich, in den W&auml;ldern zu schlafen &#8211; vielleicht war er doch besorgter &uuml;ber den alten Mann, als er zugab.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und diese Nacht hatte Denya einen Traum:<br \/>\n Sie sah zwei Magier einen magischen Kampf austragen. Einer davon war ihr Vater Leoric. Den anderen kannte sie nicht, aber sie glaubte, ihn von irgend woher zu kennen.<br \/>\n Dann sah sie den alten Mann mit der roten Robe aus dem Dorf. Er sprach zu ihr ohne seine Lippen zu bewegen: <i>Komm zu mir&#8230; Komm&#8230; Komm zu mir, Denya&#8230; Denya&#8230;<\/i><br \/>\n Dann sah sie einen dunklen Berg bei Nacht. Der gro&szlig;e volle Mond stand direkt &uuml;ber der Bergspitze, hell scheinend. Doch pl&ouml;tzlich f&auml;rbte er sich rot, so als ob jemand Blut &uuml;ber die Oberfl&auml;che des Mondes gie&szlig;en w&uuml;rde. Und Stimmen erklangen, fl&uuml;sternd: &quot;Tod&#8230;Tod&#8230;Tod&quot;. Und als der Mond immer mehr mit Blut &uuml;berzogen wurde, stieg auch die Lautst&auml;rke der Stimmen. Schlie&szlig;lich schien ein blutroter Mond auf den Berg und die Stimmen schrien: <br \/>\n &quot;TOD&quot;<br \/>\n Das Geschrei war unertr&auml;glich laut.<br \/>\n &quot;TOD&quot;<br \/>\n Sie wollte sich die Ohren zuhalten.<br \/>\n &quot;TOD&quot;<br \/>\n Sie wachte auf&#8230;<br \/>\n &quot;Tod&quot;<br \/>\n Es echote in ihrem Kopf.<br \/>\n &quot;Tod&#8230;&quot;<br \/>\n Ihr Atem ging schnell.<br \/>\n Ihr Herz pochte, als ob es aus der Brust springen wollte.<br \/>\n <b>Ein seltsamer Traum<\/b>, dachte sie.<br \/>\nSie h&ouml;rte ein Ger&auml;usch von drau&szlig;en &#8211; ein Rascheln. Sie ging zu ihrem Fenster. Doch das Einzige, was sie sah, war der Rand des Waldes vor ihr. Aber war da nicht ein Schatten in den B&uuml;schen? Sie versuchte, genauer hinzusehen, doch eine gro&szlig;e M&uuml;digkeit &uuml;berfiel sie auf einmal, genauso wie der Gedanke, dass es gut w&auml;re, wieder ins Bett zu gehen. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen war: <i>Nur ein Traum! Nur ein Schatten in den W&auml;ldern! Nichts wichtiges&#8230;<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Am n&auml;chsten Tag reisten sie durch offenes Gel&auml;nde. Es war ein klarer, sonniger Tag und die Gemeinschaft war in guter Laune, ohne irgend welche Gedanken bei den Geschehnissen der vergangenen Tage. Sogar Denyas Eltern, die sich bis jetzt sehr still und zur&uuml;ckgezogen verhalten hatten, waren in scherzhafter Stimmung und sie lachten mit Denya und ihren Soldaten. Ihr Traum war schon fast vergessen. Immer noch hallte der Gedanke <i>Nur ein Traum! Nichts wichtiges&#8230;<\/i> in ihrem Ged&auml;chtnis. Deswegen, und weil sie nicht die Stimmung ihrer Eltern verderben wollte, erz&auml;hlte sie keinem etwas davon. Also reisten sie weiter, mit den Bergen vor und der Trauer hinter sich. <br \/>\n Um die Mittagszeit reisten sie wieder auf einer Stra&szlig;e am Rande eines Waldes, als auf einmal etwas sehr beunruhigendes passierte:<br \/>\n Eine dunkle Wolke erschien direkt &uuml;ber ihren K&ouml;pfen &#8211; aus dem Nichts. Sie begann zu wachsen und schon bald erstreckte sich ein weiter dunkler Teppich &uuml;ber ihren K&ouml;pfen und grollender Donner war zu h&ouml;ren. Alle sa&szlig;en auf ihren Pferden, den Kopf im Nacken, jeder mit einem alarmierten oder leicht ver&auml;ngstigten Gesichtsausdruck &#8211; besonders Denyas Eltern. <br \/>\n Dann setzte ein schwerer Regen ein und sie alle waren binnen Sekunden bis auf die Haut durchn&auml;sst.<br \/>\n &quot;Das&#8230; das ist nicht gut!&quot; sagte einer der Soldaten.<br \/>\n Ein anderer erwiderte: &quot;Hey, das is nur&#8217;n Sturm! N&#8216; bisschen Regen und Donner werden uns schon nich umbringen!&quot;<br \/>\n Es war bittere Ironie, dass gerade dieser Mann vom ersten Blitz getroffen wurde. Der Blitz war eine lebende Verbindung zwischen den dunklen Wolken und dem armen Pferd und seinem Reiter, welcher zuckte und schrie. Nach einigen Sekunden sanken beide, Reiter und Pferd, qualmend und tot zu Boden. <br \/>\n Und dann brach Panik aus&#8230; <br \/>\n Die Pferde drehten durch und rannten voller Panik durcheinander &#8211; die Soldaten verhielten sich nicht anders.<br \/>\n Sie konnte Leoric schreien h&ouml;ren: &quot;ZIEHT ALLE METALLISCHEN GEGENST&Auml;NDE AUS UND WERFT EUCH FLACH AUF DEN BODEN!&quot;<br \/>\n Ein anderer Soldat wurde vom Blitz getroffen. Die Wolke, die sicherlich nicht nat&uuml;rlichen Ursprungs war, schien sich ihre Opfer auszusuchen, als ob sie von irgend einer unbekannten Kraft gelenkt werden w&uuml;rde.<br \/>\n Denyas Pferd b&auml;umte sich auf und warf sie in den Schlamm, wo sie wegen den Anweisungen ihres Vaters auch liegen blieb. Sie beobachtete das Chaos um sie herum &#8211; alles schien wie in Zeitlupe abzulaufen: Sie sah einige Wachen, die versuchten, von ihren Pferden herunter zu kommen und ihre R&uuml;stungen abzulegen &#8211; einige von ihnen waren nicht schnell genug und wurden von den m&auml;chtigen Blitzen get&ouml;tet oder von ihren eigenen Pferden nieder geritten.<br \/>\n Pl&ouml;tzlich sah sie ein wild gewordenes Pferd direkt auf sich zust&uuml;rmen. Sie rollte sich zur Seite, nur den Bruchteil einer Sekunde, bevor einer der Hufe direkt neben ihrem Gesicht auf den Boden schlug und Schlamm aufwirbelte. <br \/>\n Dann stoppte der Regen.<br \/>\n Sie sah auf &#8211; die dunkle Wolke war weg&#8230; einfach verschwunden! Sechs Wachen hatten die magische Attacke &uuml;berlebt. Die anderen waren verbrannt, nieder geritten worden oder waren geflohen. Sie sah ihre Eltern auf sie zu rennen.<br \/>\n &quot;Denya, geht es dir gut?&quot;, fragte ihre Mutter mit besorgter Miene. <br \/>\n Aber Denya antwortete nicht. Sie starrte nur geradeaus, direkt zwischen ihre Eltern hindurch. Was sie sah verursachte aus irgend einem Grund eine unaussprechliche Furcht in ihr.<br \/>\n &quot;Mutter? Vater?&quot;<br \/>\n Sie drehten sich um und sahen es auch. Der alte Mann in der roten Robe stand ungef&auml;hr 50 Meter von ihnen entfernt und schaute ihnen zu.<br \/>\n Dann explodierte er.<br \/>\n Er zerplatzte zu einer gro&szlig;en Wolke aus roten Partikeln, die sich im Kreis zu drehen begannen, wie ein bizarrer Tornado.<br \/>\n Sie h&ouml;rte die erstaunten und angstverzerrten Schreie der Wachen &#8211; hatte aber nur f&uuml;r das wundervolle Spektakel ein Auge.<br \/>\n Bald schon war eine Silhouette in der Wolke zu erkennen. Ein gro&szlig;er Schatten.<br \/>\n Dieser Schatten schien mehr und mehr an Konsistenz zu gewinnen, w&auml;hrend die Wolke an Dichte verlor. Sie konnte schon einige Details in dem riesigen Schatten erkennen &#8211; und begann an sich selbst zu zweifeln.<br \/>\n <b>Nein&#8230; Nein! Das&#8230; das ist unm&ouml;glich! Das ist nicht wirklich!<\/b>, dachte sie &#8211; aber sie beobachtete die Transformation, die sich vor ihren Augen abspielte, weiter. Wurde sie verr&uuml;ckt? Sie sah kurz zu ihren Eltern hin&uuml;ber &#8211; aber deren Gesichter sagten ihr, dass sie alle dasselbe sahen.<br \/>\n Es waren nur ein paar Sekunden &#8211; ihr kam es vor wie mehrere Stunden &#8211; bis die Verwandlung beendet und sie sich sicher war, keine Halluzinationen zu haben. <br \/>\n Das war real! Ein lebendiger roter Drache stand 50 Meter entfernt von der kleinen Gruppe Menschen. Er war 30 Meter lang und hatte riesige, fledermausartige Fl&uuml;gel, deren Spannweite mindestens ebenso lang war. Er hatte viele Stacheln auf seinem R&uuml;cken, lange H&ouml;rner auf dem Kopf, einen langen Hals, scharfe Klauen&#8230; <b>Ja&#8230; das IST ein wirklicher Drache<\/b>, dachte sie. Keine T&auml;uschung, keine Magie, keine Illusion &#8211; Realit&auml;t! <br \/>\n Und der Drache sah SIE an.<br \/>\n Das einzige, was Denya tun konnte, war, in die smaragdgr&uuml;nen Augen der Kreatur zu starren. Sie wusste nicht, was sie aus diesem Blick lesen sollte. Er war nicht sehr angsteinfl&ouml;&szlig;end oder hasserf&uuml;llt. Er war nur in gewisser Weise faszinierend. Auf einmal breitete der Drache seine Fl&uuml;gel aus und begann in ihre Richtung zu fliegen.<br \/>\n &quot;OH IHR G&Ouml;TTER, ER WIRD UNS ALLE T&Ouml;TEN! FLIEHT! FLIIIEEEHT!&quot; schrie einer der Soldaten und verursachte eine weitere Panik zwischen seinen Kameraden. Die Wachen begannen in verschiedene Richtungen zu rennen. Dann kam der Drache. Er &ouml;ffnete sein Maul und spie eine wei&szlig;e Flamme, die den Soldaten Barlic und einen anderen Mann in Asche verwandelte. <br \/>\n Das war zu viel f&uuml;r sie. Sie drehte sich um und lief voller Panik in den Wald. Sie konnte nicht mehr sehen, wie ihre Eltern zum magischen Gegenschlag mit Feuerb&auml;llen ansetzten, was dem Drachen nichts ausmachte. Und sie konnte nicht sehen, wie der Drache ihr interessiert zusah, als sie in den Wald floh.<br \/>\n Sie rannte, wie nie zuvor in ihrem Leben. Zweige peitschten ihr ins Gesicht und hinterlie&szlig;en blutige Schnitte &#8211; sie beachtete den Schmerz nicht und rannte weiter. Weg von dem Tod, weg von dem Feuer. Schlie&szlig;lich fand sie sich auf einer Lichtung im Wald wieder. Sie war v&ouml;llig au&szlig;er Atem, legte die H&auml;nde auf die Knie und atmete tief durch. Doch irgend etwas war falsch&#8230; sie h&ouml;rte nichts &#8211; keine Tiere, keine V&ouml;gel&#8230;nichts! Nur der Wind, der in den B&auml;umen raschelte. Doch&#8230; da war kein Wind. Die B&auml;ume bewegten sich nicht.<br \/>\n Denya war wie versteinert, als der gigantische Schatten &uuml;ber ihr auftauchte.<br \/>\nDas Letzte, woran sie sich erinnerte, bevor sie ihr Bewusstsein verlor, war, wie sie von zwei riesigen Klauen durch die Luft getragen wurde&#8230; <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 align=\"center\">Teil 3: Prophezeiung<\/h3>\n<p align=\"justify\">\n Ein roter Mond&#8230;<br \/>\n Der Gestank des Todes&#8230;<br \/>\n Das Feuer&#8230;<br \/>\n Die gr&uuml;nen Augen&#8230;<br \/>\n Gro&szlig;e, gr&uuml;ne Augen&#8230;<br \/>\n Sie lag auf hartem aber ebenem Felsen. Zun&auml;chst war sie praktisch blind. Dann gew&ouml;hnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Sie lag in einer H&ouml;hle, starrte an die Wand vor ihr und versuchte, sich zu erinnern, was passiert war &#8211; und wieso sie hier lag. War alles nur ein b&ouml;ser Traum gewesen?<br \/>\n Sie h&ouml;rte ein Ger&auml;usch hinter sich und drehte sich um. Da lag der gro&szlig;e rote Drache, den Eingang der H&ouml;hle blockierend und sie beobachtend. Sofort &uuml;berschwemmten sie die Erinnerungen. Sie stand schnell auf und ging langsam r&uuml;ckw&auml;rts, bis sie mit dem R&uuml;cken an die H&ouml;hlenwand stie&szlig;. Der Drache beobachtete sie einfach nur. Dann h&ouml;rte sie sich selbst denken:<br \/>\n <i>Habe keine Angst!<\/i><br \/>\n Aber sie hatte Angst! Warum dachte sie so etwas?<br \/>\n <i>Ich werde dir nichts tun.<\/i><br \/>\n Warum dachte sie solch seltsame Dinge? War sie nun vollkommen durchgedreht? Doch da kam ihr eine Idee:<br \/>\n &quot;Sprichst&#8230; sprecht ihr mit mir?&quot;, fragte sie den Drachen und kam sich ein wenig l&auml;cherlich dabei vor. <br \/>\n Sie dachte&#8230; <br \/>\n Nein&#8230;der Drache <i>sagte: Ja<\/i><br \/>\n &quot;Ihr sprecht zu mir&#8230; durch meine Gedanken?&quot;<br \/>\n <i>Ich habe keine Stimmb&auml;nder so wie deine Spezies, also muss ich mich auf andere Weise f&uuml;r dich verst&auml;ndlich machen, Denya.<\/i><br \/>\n Es kam ihr vor, als w&uuml;rde sie mit sich selbst reden. Doch dann erinnerte sie sich an ihre Situation.<br \/>\n &quot;Woher wisst ihr meinen Namen? Warum habt ihr mich hierher gebracht? Wieso habt ihr uns angegriffen?&quot;, fragte sie &auml;rgerlich.<br \/>\n <i>Deine Rasse stellt immer so viele Fragen auf einmal&#8230;<\/i>, dachte sie ein wenig am&uuml;siert &#8211; das war verr&uuml;ckt! <br \/>\n <i>Nun, ich wei&szlig; viel &uuml;ber dich, Denya, und ich habe dich hergebracht, weil ich dich besch&uuml;tzen will &#8211; ich musste die anderen Menschen daf&uuml;r leider t&ouml;ten.<\/i><br \/>\n &quot;Aber ich war die ganze Zeit &uuml;ber in Sicherheit &#8211; bis ihr mit euren magischen Tricks aufgetaucht seid! Ihr wart die einzige Gefahr auf meiner Reise!&quot;<br \/>\n Es wurde immer verr&uuml;ckter: Sie stand vor einem echten Drache, der sie jederzeit auf 1001 verschiedenen Wegen umbringen konnte &#8211; und sie war drauf und dran, ihn zu beschimpfen und so sehr w&uuml;tend zu machen. Aber sie hatte seltsamerweise keine Angst &#8211; und nun war es sowieso zu sp&auml;t, um damit aufzuh&ouml;ren. Doch zu ihrem Erstaunen wurde der Drache nicht w&uuml;tend, sondern&#8230;l&auml;chelte! Nun, das Zeigen seiner gro&szlig;en scharfen Z&auml;hne schien ein L&auml;cheln zu sein &#8211; obwohl es wahrscheinlich selbst im Herzen des mutigsten Kriegers eine Panik verursacht h&auml;tte.<br \/>\n <i>Du bist w&uuml;tend &#8211; ich verstehe das, Denya. Aber du musst mir glauben!<\/i><br \/>\n &quot;Wieso sollte ich euch glauben, Drache? Ihr habt mich entf&uuml;hrt, mich von meinen Eltern getrennt und ihr haltet mich in einer dunklen H&ouml;hle gefangen!&quot;<br \/>\n <i>Zu allererst: Du bist nicht gefangen. Wenn du gehen willst: Dort ist der Ausgang aus meiner H&ouml;hle.<\/i><br \/>\n Er zeigte mit einer seiner Klauen auf den H&ouml;hleneingang, durch den ein wenig Tageslicht einstr&ouml;mte.<br \/>\n <i>Doch bevor du gehst, solltest du noch etwas &uuml;ber deine Eltern erfahren.<\/i><br \/>\n Zuerst war sie nur erstaunt: Der Drache entf&uuml;hrte sie, nur um sie kurze Zeit sp&auml;ter wieder laufen zu lassen?<br \/>\n &quot;Ihr w&uuml;rdet mich gehen lassen? Einfach so?&quot; <br \/>\n Der Drache nickte. <br \/>\n Sie dachte nach. <br \/>\n &quot;Was sollte ich &uuml;ber meine Eltern wissen?&quot;<br \/>\n <i>Leoric und Margareth sind nicht deine Eltern.<\/i><br \/>\n Sie sagte zun&auml;chst nichts. <br \/>\n <b>Das ist nicht wahr&#8230; nein, das ist nicht wahr! Der Drache l&uuml;gt&#8230; ja, es muss eine L&uuml;ge sein&#8230;, dachte sie.<\/b> Aber sie war nicht ganz so &uuml;berzeugt davon, wie sie h&auml;tte sein sollen&#8230;<br \/>\n <b>VERDAMMT, DENYA, DAS KANN EINFACH NICHT WAHR SEIN!<\/b>, scholt sie sich selbst &#8211; wie konnte sie sich durch so eine billige L&uuml;ge in Zweifel bringen lassen? <br \/>\n Nachdem sie eine Zeit lang still mit sich selbst gerungen hatte, fragte sie dann trotzdem: &quot;K&ouml;nnt ihr diese Aussage beweisen, Drache?&quot; <br \/>\n <i>Ich denke schon&#8230; doch dazu musst du mir vertrauen!<\/i><br \/>\n &quot;Ich frage euch noch mal, Drache: Wieso sollte ich euch trauen, nach all dem, was passiert ist?&quot;<br \/>\n <i>Nun&#8230; ich habe dich nicht get&ouml;tet&#8230;<\/i><br \/>\n Das war ein guter Grund&#8230; Wenn er sie t&ouml;ten wollte, warum sollte er solche Spiele spielen?<br \/>\n &quot;Und wie wollt ihr es beweisen?&quot;, fragte sie tonlos.<br \/>\n <i>Ich kenne einen magischen Spruch, der dir bereits vergessene Erinnerungen zur&uuml;ck bringen kann.<\/i><br \/>\n &quot;Aha&#8230; aber sagt mir: Wie soll das beweisen, dass meine Eltern nicht meine Eltern sind?&quot;, fragte sie &auml;rgerlich.<br \/>\n <i>Ich kann dir dabei helfen, die Erinnerung an deine wirklichen Eltern und wie sie von Leoric und Margareth umgebracht wurden, zu suchen.<\/i><br \/>\n &quot;Meine&#8230; sie t&ouml;teten meine &quot;richtigen&quot; Eltern? Das ist absurd!&quot;, sie lachte &#8211; doch es klang nicht sehr &uuml;berzeugend. <br \/>\n <i>Tu es oder lass es &#8211; es ist deine Entscheidung&#8230; doch ich verspreche, dass ich dir nichts tun werde.<\/i><br \/>\n Sie dachte dr&uuml;ber nach&#8230; was k&ouml;nnte er schon mit ihr machen? Was w&uuml;rde passieren? Es w&uuml;rde schon nicht von Nachteil sein&#8230;<br \/>\n &quot;Nun gut &#8211; zeigt mir, was ihr mir zu zeigen habt. Obwohl ich bezweifle, dass ihr die Wahrheit sprecht.&quot;<br \/>\n <i>Ich kann dir nur zeigen, was du schon wei&szlig;t, was jedoch tief in deinem Ged&auml;chtnis vergraben liegt. Leg dich hin! <\/i><br \/>\n Sie z&ouml;gerte einen Moment &#8211; dann tat sie, wie der Drache gesagt hatte und legte sich auf den harten Boden. Der Drache bewegte eine seiner Krallen in ihre Richtung. Pl&ouml;tzlich &uuml;berkam sie eine Panik. Ihr Herzschlag und ihr Atem wurden schneller. Sie dachte: <b>Er wird mich t&ouml;ten, oh ihr G&ouml;tter, er wird mich in tausend St&uuml;cke zerfetzen&#8230;<\/b><br \/>\n <i>Ich muss deinen Kopf ber&uuml;hren, um den Spruch ausf&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Hab keine Angst!<\/i><br \/>\n Und sie beruhigte sich wirklich. War das eine Art von Magie?<br \/>\n <i>Nun entspanne dich und schlie&szlig;e deine Augen, Denya!<\/i><br \/>\nDa sie sich nun aus irgendeinem Grund wieder beruhigt hatte, war es kein Problem f&uuml;r sie, sich zu entspannen. Und als sie ihre Augen schloss, beachtete sie die Klaue des Drachen, die ihr Gesicht sanft ber&uuml;hrte, &uuml;berhaupt nicht mehr.<\/p>\n<p align=\"justify\"> Sie fand sich selbst in einer Art Korb liegen. Es schien wie eine Erinnerung aus ihrer fr&uuml;hen Kindheit&#8230; Sie konnte sich nicht bewegen und nicht sprechen &#8211; nur der Szene, die sich vor ihr abspielte, zusehen: Sie sah einen gro&szlig;en, schlanken Mann in einer wei&szlig;en Robe, der vor ihrem Korb stand. Er sah sie nicht an, sondern schien sich auf einen Punkt au&szlig;erhalb ihrer Sichtweite zu konzentrieren. In ihren Augenwinkeln sah sie eine Frau, die ihren Korb hielt und ihr beruhigende Worte ins Ohr fl&uuml;sterte. Dann sah sie einen anderen Mann in ihrem Sichtfeld erscheinen &#8211; es war ihr Vater, Leoric. Er sagte etwas:<br \/>\n <i>Du Narr, du hast keine Chance gegen meine arkanen Kr&auml;fte! Gib mir das Kind jetzt gleich und vielleicht werde ich dein wertloses Leben und das deiner Frau verschonen.<\/i><br \/>\n Der andere Mann antwortete:<br \/>\n <i>Nein! Du wirst mich schon umbringen m&uuml;ssen, um Denya in deine dreckigen Pranken zu bekommen, Bastard!<\/i><br \/>\n Denya konnte sich nicht helfen, sie KANNTE diese Stimme von irgendwoher. Leoric sprach wieder:<br \/>\n <i>Es wird mir ein Vergn&uuml;gen sein, dich zu t&ouml;ten, Narr!<\/i><br \/>\n Die beiden M&auml;nner begannen sich zu umkreisen. Dann sah sie das Gesicht des fremden Mannes. Es war der gleiche Mann wie in ihrem Traum gestern Nacht &#8211; und die gleiche Szene. Und wieder erschien er ihr seltsam vertraut. Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck starrte er in die Augen seines Feindes. Leoric auf der anderen Seite l&auml;chelte b&ouml;se und schien von dem Verhalten seines Opfers am&uuml;siert. <br \/>\n Dies war nicht ihr Vater, wie sie ihn kannte&#8230; <br \/>\n Aber der andere&#8230; <br \/>\n Er sah kurz in ihre Richtung, l&auml;chelte entschlossen &#8211; und dann &uuml;berw&auml;ltigte Denya die Erkenntnis, wer ihr wirklicher Vater war&#8230; in diesem Blick lagen Gef&uuml;hle f&uuml;r sie &#8211; ehrliche Gef&uuml;hle&#8230; die Gef&uuml;hle eines Vaters. Und nun schleuderte er einen Feuerball in Leorics Richtung, fest entschlossen, seine kleine Tochter zu verteidigen. Leoric wich blitzschnell aus und begann nun seinerseits, ihren Vater mit Zauberspr&uuml;chen zu bombardieren. Doch Denya konnte weder dem magischen Kampf, noch den Schreien ihrer Mutter Aufmerksamkeit schenken. Sie war in Trance, nicht in der Lage, klar zu denken. Ihr Kopf war leer &#8211; so unglaublich leer. <br \/>\n <b>20 Jahre Betrug&#8230;?<\/b><br \/>\n Was ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich zog, war Leoric, wie er zu Boden sank.<br \/>\n <i>Gibst du auf?<\/i>, fragte ihr Vater.<br \/>\n <i>Lass mich dr&uuml;ber nachdenken&#8230;<\/i>, antwortete Leoric mit einem seltsamen L&auml;cheln auf den Lippen. <br \/>\n Denya wollte ihren Vater warnen, doch sie konnte nichts tun. Einen Moment sp&auml;ter wurde er von einem Blitz in den R&uuml;cken getroffen, welcher ihn sich auf dem Boden vor Schmerzen winden lie&szlig;. Margareth erschien von links.<br \/>\n <i>Hm&#8230; nein!<\/i>, sagte Leoric sarkastisch und stand auf.<br \/>\n Dann zog er einen Dolch, ging zu ihrem Vater und zog seinen Kopf bei den Haaren zur&uuml;ck. Ohne ein Wort zu sagen, schnitt er ihrem Vater die Kehle durch. Ihr Vater r&ouml;chelte und ein Schwall warmen, roten Blutes ergoss sich auf die Erde. Er sank zu Boden, wo er starb &#8211; ertrunken an seinem eigenen Blut. <br \/>\n Denya wollte schreien, sie wollte ihre Augen schlie&szlig;en, sie wollte diesen Alptraum anhalten &#8211; doch sie war immer noch machtlos. Dann sah sie ihre Mutter, wie sie sich vor dem Korb aufstellte. Denya wusste, was nun kommen w&uuml;rde, doch alles, was sie tun konnte, war <b>Oh nein! Nein, bitte, nicht!<\/b> zu denken. Doch ihre Mutter wurde von Leoric hart zur Seite gesto&szlig;en. Sie war nun f&uuml;r Denya au&szlig;er Sicht, doch sie konnte ihren &quot;Vater&quot; sehen, wie er sich neben dem Korb hinkniete. Seine H&auml;nde begannen zu gl&uuml;hen und er senkte sie beide mit einem Blick sadistischer Erwartung nach unten. Dann h&ouml;rte sie die Schreie ihrer Mutter. Die Schreie waren nicht mehr menschlich, als Leoric sie zu Tode folterte. Denya dankte den G&ouml;ttern, dass sie diese schreckliche Szene nicht mit ansehen musste. Dann kam Margareth wieder in ihr Sichtfeld. Sie beugte sich &uuml;ber ihren Korb und l&auml;chelte.<br \/>\n<i>Hallo Denya, meine kleine Tochter!<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Sie war wieder in der Drachenh&ouml;hle. Doch sie war immer noch wie versteinert. Aber sie wollte sich nicht bewegen, nicht sprechen, nicht schreien. Der Drache sah ihr zu, als eine Tr&auml;ne ihr Gesicht herab lief und auf dem Boden des harten Felsens der H&ouml;hle zerplatzte.<br \/>\n <i>Ich wei&szlig;, das muss hart f&uuml;r dich sein. So fr&uuml;h mit Tod und Gewalt konfrontiert zu werden&#8230; es tut mir leid.<\/i><br \/>\n Margareth hatte vor ein paar Tagen fast dasselbe zu ihr gesagt. Nein&#8230; er wusste nicht, wie hart es f&uuml;r sie war&#8230; er konnte den inneren Schmerz, den sie f&uuml;hlte, nicht nachempfinden.<br \/>\n <i>Dein Vater war ein guter Mann. Ich habe ihn schon vor deiner Geburt gekannt.<\/i><br \/>\n Sie sah auf.<br \/>\n <i>Er rettete mein Leben, als deine Mutter gerade schwanger war. Ich hatte schlimme Verletzungen, als dein Vater mich in den W&auml;ldern fand. Er pflegte mich eine Woche lang, bis ich wieder geheilt war. Ich war ihm nat&uuml;rlich dankbar und wollte mich bei ihm revangieren. Doch das Einzige, was er von mir haben wollte, war ein Versprechen. Ich musste ihm versprechen, sein Kind nach dessen Geburt zu besch&uuml;tzen &#8211; dich!<\/i><br \/>\n Sie sah ihn ungl&auml;ubig an.<br \/>\n &quot;Und wo wart ihr dann die 20 Jahre meines Lebens? Wo wart ihr, als meine Eltern starben?&quot;, Tr&auml;nen f&uuml;llten wieder ihre Augen.<br \/>\n <i>Ich kam zu sp&auml;t&#8230;<\/i><br \/>\n Sie schrie: &quot;Aber ihr gabt das Versprechen, mich zu besch&uuml;tzen! Warum seid ihr nicht bei meinen Eltern geblieben? Warum habt ihr sie alleine gelassen?&quot;<br \/>\n <i>Mit Menschen zusammen leben. Das ist keine Leben f&uuml;r einen Drachen!<\/i>, diesmal waren w&uuml;tende Emotionen in seinen Gedanken.<br \/>\n <i>Und ich habe geschworen, <\/i>dich<i> zu besch&uuml;tzen, nicht sie. Du warst die letzten 20 Jahre in Sicherheit. Doch jetzt nicht mehr &#8211; also habe ich dich vor Leoric und Margareth gerettet.<\/i><br \/>\n &quot;Sie waren beide immer freundlich zu mir&#8230; ich kann das nicht glauben! Wieso sollten sie mich wie ihr eigenes Kind behandeln? Und warum muss ich gerade jetzt vor den beiden &quot;gerettet&quot; werden?&quot;<br \/>\n <i>Das ist noch eine Sache, die du &uuml;ber dich wissen musst&#8230; Ich bin sicher, dass deine Eltern dir nie &uuml;ber die &quot;Prophezeiung&quot; erz&auml;hlt haben!?<\/i><br \/>\n <b>Noch mehr schreckliche Dinge, die ich erfahren muss&#8230;<\/b>, dachte sie.<br \/>\n &quot;Nein, haben sie nie&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Lass mich erz&auml;hlen:<br \/>\n Vor 30 Jahren hatte jede Kreatur mit magischen F&auml;higkeiten auf diesem Planeten, seien es Magier, Zwerge, Elfen oder auch Drachen, den gleichen Traum: Einer der alten G&ouml;tter sprach zu uns. Er sagte, dass da ein Kind geboren werden w&uuml;rde. Ein Kind, das jedem die Gabe der Unsterblichkeit geben w&uuml;rde, wenn er es in der Nacht zu dessen 20. Geburtstag auf dem alten Druidenberg opfern w&uuml;rde. Und wenn es geboren wird, w&uuml;rde jeder wissen, wo er das Kind finden k&ouml;nnte. Und wirklich &#8211; 10 Jahre sp&auml;ter f&uuml;hlten alle eine extrem starke magische Pr&auml;senz, die alle Magier in ihre Richtung zog.<\/i><br \/>\n &quot;Ich bin dieses Kind&#8230;&quot; &#8211; es war keine Frage.<br \/>\n Der Drache l&auml;chelte ein trauriges L&auml;cheln.<br \/>\n <i>Ja&#8230;<br \/>\n Ich wei&szlig; nicht, warum die G&ouml;tter das taten. Ich w&uuml;rde sagen, es ist eines ihrer grausamen Spiele mit dieser Welt. Vielleicht dachten sie, es w&auml;re spa&szlig;ig, zu sehen, wie sich Menschen, Zwerge, Elfen und Drachen gegenseitig abschlachten, nur um ein Kind in die Finger zu bekommen und es sp&auml;ter zu opfern&#8230; Doch sie rechneten nicht mit der Macht von Leoric und Margareth. Die beiden belegten dich mit einem Spruch, der diese attraktive Kraft blockierte. Und der magische Kontakt zu dir wurde von allen verloren. Doch die G&ouml;tter reagierten nicht, &#8211; niemand kennt die Wege, die sie gehen &#8211; also bliebst du 20 Jahre lang unentdeckt. Ich wusste, wo du zu finden warst, doch selbst ich kann gegen eine ganze Stadt voll Soldaten und Magiern nichts ausrichten. Darum musste ich bis jetzt warten.<\/i><br \/>\n Irgendwie wusste Denya, dass der Drache die Wahrheit sagte. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass diese Kreatur log. Und die Geschichte passte auch perfekt zu ihrem Traum von letzter Nacht&#8230;<br \/>\n Sie wusste, dass ihr Leben sich durch die Dinge, die sie gerade gesehen und geh&ouml;rt hatte, komplett ver&auml;ndern w&uuml;rde, doch es h&ouml;rte sich an wie kompletter Nonsens: Ihr Vater, der ihren Vater umbrachte&#8230; ein Drache, der sie vor ihrem eigenen Vater besch&uuml;tzte&#8230; eine Prophezeiung, die ihren Vater veranlasste, sie zu ermorden&#8230; Doch es war gar nicht ihr Vater!? Sie war sich immer noch nicht sicher. Sie erinnerte sich an Leoric mit seinem b&ouml;sen Grinsen&#8230; Dann an den anderen Mann mit seinem milden Blick&#8230; Und wieder an Leoric, wie er seine Kehle durchschnitt&#8230; <br \/>\n <b>Wenn meine Eltern wirklich so grausam sind, waren sie die letzten 20 Jahre &uuml;ber verdammt gute Schauspieler&#8230;<\/b>, dachte sie. <br \/>\n Sie war ausgelaugt und ersch&ouml;pft &#8211; physisch und emotional.<br \/>\n So viel war passiert&#8230; <br \/>\nIn Gedanken versunken lag sie so auf dem Boden der H&ouml;hle &#8211; und schlief ersch&ouml;pft ein&#8230;<\/p>\n<p align=\"justify\">Als sie aufwachte, sah sie den Drachen ein paar Schritt neben sich schlafen. Es schien sp&auml;ter Nachmittag zu sein, denn der Himmel au&szlig;erhalb der H&ouml;hle f&auml;rbte sich langsam rot. Sie ging zum Eingang, um sich die Landschaft anzusehen. Die H&ouml;hle lag im Inneren von einem der Berge. Der Fels vor ihr fiel nahezu senkrecht ab. Keine Chance f&uuml;r ein Wesen ohne Fl&uuml;gel, hier hoch zu kommen.<br \/>\n <i>Netter Ausblick, hm?<\/i>, dachte sie sich&#8230; und brauchte einige Sekunden, um zu bemerken, dass sie das gar nicht denken wollte. Sie drehte sich um. <br \/>\n Die smaragdgr&uuml;nen Augen beobachteten sie.<br \/>\n &quot;Ja, es ist sehr sch&ouml;n&#8230;&quot; Den Ausblick hatte sie gar nicht so sehr beachtet&#8230;<br \/>\n Stille.<br \/>\n &quot;Ich habe &uuml;ber alles, was ihr mir erz&auml;hlt habt, nachgedacht. Wieso habt ihr alle M&auml;nner meines&#8230; von Leoric get&ouml;tet? Warum habt ihr mich nicht einfach bei Nacht geholt oder als ich alleine war?&quot;<br \/>\n <i>Ich wollte nichts riskieren. Du warst nie richtig alleine, immer waren Soldaten um dich herum. Und w&auml;re mein Versuch fehlgeschlagen, w&auml;re es noch schwieriger geworden, dich zu retten &#8211; ich musste mich so sp&auml;t offenbaren, wie m&ouml;glich.<\/i><br \/>\n Sie dachte noch einmal dr&uuml;ber nach &#8211; musste sie wirklich vor ihren &quot;Eltern&quot; gerettet werden? Wollten diese sie wirklich t&ouml;ten?<br \/>\n Laut sagte sie: &quot;Unsterblichkeit&#8230; nur indem man das Leben einer anderen Person nimmt&#8230; es klingt noch immer unglaublich. Wieso muss gerade ich diese Person sein?&quot;<br \/>\n <i>Die G&ouml;tter haben dich ausgew&auml;hlt. Ich kann es aus dieser N&auml;he sogar durch den m&auml;chtigen Spruch deiner Eltern hindurch sp&uuml;ren.<\/i><br \/>\n &quot;Und wieso seid ihr so sicher, dass diese Unsterblichkeitsgeschichte wahr ist? Warum sind sich Leoric und Margareth so sicher?&quot;<br \/>\n <i>Du verstehst nicht, Mensch! Leoric und Margareth hatten diesen Traum! Ich hatte vor drei&szlig;ig Jahren diesen Traum! Andere Drachen hatten ihn auch! Selbst dein richtiger Vater&#8230; Denkst du immer noch, das ist alles Zufall?<\/i><br \/>\n W&uuml;tende Emotionen trafen ihre Gedanken und beeinflussten ihre Gef&uuml;hle.<br \/>\n &quot;Nennt mich nicht &quot;Mensch&quot;! Ihr wisst, dass ich einen Namen habe. Wo wir gerade dabei sind, wie ist eigentlich euer Name?&quot;<br \/>\n <i>Grmpf&#8230; nenn mich T&#8217;Sana! <\/i><br \/>\n &quot;T&#8217;Sana&#8230; das ist ein seltsamer Name&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Nenn mich Drache, nenn mich T&#8217;Sana &#8211; es macht keinen Unterschied! <\/i><br \/>\n Sie war wieder still.<br \/>\n Dann sagte sie: &quot;Es tut mir leid. Ich bin immer noch verwirrt von allem&#8230; Was w&uuml;rdet ihr sagen, wenn eine Kreatur, die 100mal gr&ouml;&szlig;er als ihr ist, euch erz&auml;hlt, dass eure Eltern nicht eure Eltern sind und dass die gesamte Welt euch jagt, nur weil ihr ein wenig Unsterblichkeit mit euch herum tragt!&quot;<br \/>\n Auf einmal kam etwas, wie Fr&ouml;hlichkeit in ihre Gedanken. Und dann begann der Drache &#8211; zu lachen! Es klang zwar mehr wie ein befremdliches Grunzen, doch in ihrem Kopf ert&ouml;nte trotz ihrer Wut ihr eigenes, helles, klares Lachen &#8211; es schien, als w&uuml;rde sie f&uuml;r den Drachen emotional lachen, w&auml;hrend er nur die passenden drakonischen Gesten und T&ouml;ne machte.<br \/>\n &quot;Wieso lacht ihr? Was ist so lustig daran?&quot;<br \/>\n <i>Es ist nur niedlich, dich hier vor mir zu sehen, immer noch mit Angst im Herzen, aber bereits streitend, als w&auml;ren wir ein altes Ehepaar.<\/i><br \/>\n <i>Du siehst gut aus in Rot!<\/i>, f&uuml;gte er dann mit einem Grinsen hinzu.<br \/>\n Sie drehte sich w&uuml;tend um. Der Drache fuhr mit dem Lachen fort und seine Emotionen bek&auml;mpften die ihren. T&#8217;Sana gewann den Kampf und Denya begann zuerst wider Willen, aber dann ehrlich und herzlich mit ihm zu lachen.<br \/>\n Das ging eine Minute so &#8211; bis Denya komplett au&szlig;er Puste war und sie ein lautes Rumpeln in ihrem K&ouml;rper vernahm.<br \/>\n &quot;Sagt mal, habt ihr irgend was zu Essen in eurer H&ouml;hle?&quot;<br \/>\n Der Drache wurde sofort ernst.<br \/>\n <i>Nein, habe ich nicht. Und ich werde auch nicht jagen gehen. Jemand k&ouml;nnte mir folgen.<\/i><br \/>\n &quot;Und was ist mit Wasser? Ihr m&uuml;sst wissen, dass ich ohne Wasser nicht lange &uuml;berleben kann&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Sehr witzig! Tiefer in der H&ouml;hle ist eine Quelle, da kannst du dich waschen und etwas trinken.<\/i><br \/>\n Sie sah tiefer in die H&ouml;hle hinein &#8211; oder sie versuchte es zumindest. Denn da war nur ein gro&szlig;es, schwarzes Loch in der Wand.<br \/>\n &quot;Ich kann &uuml;berhaupt nichts sehen!&quot;<br \/>\n T&#8217;Sana grummelte.<br \/>\n <i>Menschen&#8230; Nimm das hier!<\/i><br \/>\n Ein gelber Ball erschien auf einer seiner Klauen. Er schien wie eine Fackel. Sie nahm ihn &#8211; obwohl er wie eine Flamme brannte, war er kalt wie ein Stein.<br \/>\n &quot;Wow!&quot; war alles, was sie heraus brachte.<br \/>\n Dann ging sie tiefer in die H&ouml;hle, die sie nun einigerma&szlig;en gut ausleuchten konnte, hinein.<br \/>\n Je tiefer sie eindrang, desto w&auml;rmer wurde es. Dann fand sie einen kleinen See. Sie legte das Licht auf den Boden und tunkte ihre Zehenspitzen in das Wasser &#8211; es war angenehm warm. Zuerst trank sie ein wenig, &#8211; trotz seiner warmen Temperatur schmeckte es frisch und sauber &#8211; dann zog sie sich aus, lie&szlig; sich in den kleinen See gleiten und genoss die W&auml;rme. Als sie wieder aus dem Wasser kam, merkte sie, dass sie nichts zum Abtrocknen besa&szlig;. Also w&uuml;rde sie warten m&uuml;ssen. Sie kniete sich hin und sah sich ihr Spiegelbild auf der ruhigen Wasseroberfl&auml;che an. Ihr Gesicht war v&ouml;llig zerkratzt. Denya konnte sich nicht erinnern, jemals so ausgesehen zu haben. Es war verr&uuml;ckt&#8230; alles war verr&uuml;ckt.<br \/>\n <i>Eure K&ouml;rper sind&#8230;so zerbrechlich&#8230;<\/i><br \/>\n Diesmal dauerte es nicht lange, bis sie bemerkte, dass es T&#8217;Sana war, der sprach. Sie drehte sich um und versuchte, bestimmte Teile ihres K&ouml;rpers zu bedecken, als sie den Drachen im Eingang der unterirdischen H&ouml;hle sah.<br \/>\n <i>Denkst du, ich finde deinen nackten K&ouml;rper attraktiv? Ich bin kein Mensch! Au&szlig;erdem bin ich genauso &quot;nackt&quot; wie du. Und bedecke ich meine Genitalien, wenn ich einen anderen Drachen sehe? Oder einen Menschen? Die Natur hat uns beide so erschaffen, wie wir hier stehen. Aber ihr Menschen m&uuml;sst immer diese Kleidung tragen, um das zu verbergen, was ihr seid: Tiere! Tiere wie Pferde. Tiere wie Schweine. Tiere wie Elfen oder Zwerge. Tiere wie Drachen&#8230;<\/i><br \/>\n Sie war verwirrt: &quot;Was&#8230; was habe ich denn getan?&quot;<br \/>\n Ein Seufzen ging durch ihren Kopf.<br \/>\n <i>Nichts&#8230; es ist nur so, dass ich euch Menschen wohl nie verstehen werde&#8230;<\/i><br \/>\n &quot;Ihr m&ouml;gt Menschen nicht besonders, oder?&quot;<br \/>\n <i>Du hast Recht&#8230;<\/i><br \/>\n &quot;Aber warum? Was ist so schlecht an Menschen?&quot;<br \/>\n <i>Haben Leoric und Margareth dir je etwas &uuml;ber Drachen erz&auml;hlt?<\/i><br \/>\n &quot;Ja, nat&uuml;rlich!&quot;<br \/>\n <i>Dann haben sie dir sicherlich von Drachen erz&auml;hlt, die schreckliche und brutale Wesen sind, die es m&ouml;gen, Menschen und Tiere nur zum Spa&szlig; zu jagen und zu t&ouml;ten?<\/i><br \/>\n &quot;Nun&#8230; ja, sowas in der Richtung&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Und siehst du so einen Drachen vor dir?<\/i><br \/>\n &quot;Nun&#8230; nein!&quot;<br \/>\n <i>Und das ist der Punkt! Zuerst jagten sie uns, weil wir &quot;ihre&quot; Rinder fra&szlig;en. Als ob sie ihnen geh&ouml;ren w&uuml;rden! Die Menschen, die Drachen bek&auml;mpft und diese K&auml;mpfe &uuml;berlebt hatten, verbreiteten Geschichten &uuml;ber die &quot;schrecklichen Bestien&quot; und veranlassten damit noch mehr Menschen, die Welt von dieser &quot;Krankheit&quot;, wie sie es nannten, zu befreien. Die Geschichten wurden immer fantastischer: Die Sache, dass Drachen gro&szlig;e Sch&auml;tze h&uuml;ten&#8230; kompletter Schwachsinn! Doch er lie&szlig; Tausende von Menschen ausziehen, um Drachen zu t&ouml;ten &#8211; alle nur auf der Suche nach Ruhm und Sch&auml;tzen, die nicht existierten. Die Menschen glaubten alles, was man ihnen erz&auml;hlte: Dass Drachen nur Jungfrauen fressen w&uuml;rden und dass sie M&auml;nner und Kinder als Sklaven hielten. Sie rotteten beinahe unsere gesamte Rasse aus. Nur eine Handvoll von uns sind &uuml;brig&#8230; Und alles nur wegen ein paar falschen Ger&uuml;chten und Geschichten&#8230;<\/i><br \/>\n Zun&auml;chst war er so w&uuml;tend, dass sie sich instinktiv duckte, doch als er fortfuhr wurde seine Stimme in ihrem Kopf immer trauriger &#8211; so traurig, dass sich ihre Augen mit Tr&auml;nen f&uuml;llten.<br \/>\n &quot;W&uuml;rdet ihr mich auf dem Berg opfern, wenn ihr k&ouml;nntet?&quot;, fragte sie dann.<br \/>\n Der Drache sah sie eine Weile mit seinen tief gr&uuml;nen Augen an.<br \/>\n <i>Ich wei&szlig; nicht&#8230; doch ich gab ein Versprechen. Und Drachen halten ihre Versprechen &#8211; sogar gegen&uuml;ber Menschen. Ich w&uuml;rde mein Leben geben, um dich vor dem Tod zu retten.<\/i><br \/>\n &quot;T&#8217;Sana?&quot;<br \/>\n <i>Ja?<\/i><br \/>\n &quot;Wenn das hier vorbei ist, werde ich allen Menschen die Wahrheit erz&auml;hlen. Ich werde ihnen sagen, wie ihr Drachen wirklich seid! Ich werde sie bitten, euch nicht mehr zu jagen. Das verspreche ich!&quot;<br \/>\n T&#8217;Sana l&auml;chelte.<br \/>\n <i>Das ist zwar nett von dir, aber meine Erfahrung lehrt mich, dass Menschen ihre Versprechen eher selten halten.<\/i><br \/>\n &quot;Ich werde mein Versprechen halten!&quot;<br \/>\n <i>Wir werden sehen&#8230;<\/i><br \/>\n Das magische Licht T&#8217;Sanas begann zu flackern.<br \/>\n <i>Ich denke, wir gehen besser wieder nach oben. Dort ist besseres Licht f&uuml;r dich. Und ein sch&ouml;ner Sonnenuntergang.<\/i><br \/>\n Denya zog sich wieder an und zusammen gingen sie nach oben, die junge Frau und der alte Drache. Doch als sie die obere H&ouml;hle, die bereits von dem abendlichen Himmel in tiefes Rot getaucht war, erreichten, blieben sie beide abrupt stehen. T&#8217;Sana knurrte. <br \/>\n &quot;Hallo, Schatz!&quot;<br \/>\n Leoric und Margareth standen im Eingang der H&ouml;hle.<br \/>\n Denya stand da wie angewurzelt.<br \/>\n &quot;Wie&#8230; wie seid ihr hier hoch gekommen?&quot;, fragte Denya.<br \/>\n &quot;Nicht nur Drachen k&ouml;nnen sich in andere Lebewesen verwandeln&quot;, war ihre Antwort, wobei sie einen Blick auf die gigantische Kreatur warf. Denya wunderte sich, wieso T&#8217;Sana nichts erwiderte.<br \/>\n &quot;Was wollt ihr?&quot;<br \/>\n Margareth lachte seltsam: &quot;Oh, Denya, bist du nicht froh, uns zu sehen? Wir haben dich den ganzen Tag lang gesucht! Wir haben uns Sorgen um dich gemacht! Diese Kreatur h&auml;tte dich t&ouml;ten k&ouml;nnen!&quot;<br \/>\n &quot;Hat er aber nicht! Und nebenbei zeigte er mir, wer ihr wirklich seid, M&ouml;rder!&quot;<br \/>\n Jetzt zeigte sich ein wirklich besorgter Ausdruck auf dem Gesicht von Margareth. <b>Kann das gespielt sein?<\/b>, fragte sich Denya, <b>es wirkt so echt!<\/b><br \/>\n &quot;Was meinst du, Schatz? Warum bezeichnest du deine Mutter als M&ouml;rderin?&quot;<br \/>\n &quot;Du bist nicht meine Mutter!&quot; <br \/>\n Sie schrie fast. <br \/>\n Doch jetzt sah sie richtig verzweifelt aus und fl&uuml;sterte fast: &quot;Oh, Denya, Liebling! Was&#8230;was ist mit dir los? Was hat diese Kreatur mit dir angestellt?&quot;<br \/>\n &quot;Sie zeigte mir, wer meine echten Eltern get&ouml;tet hat! Ihr verdammten Bastarde, ich habe euch GELIEBT!&quot;<br \/>\n <b>Ihr Gesichtsausdruck ist so echt&#8230;<\/b><br \/>\n &quot;Merkst du denn nicht? Er zeigte dir eine Illusion! Etwas, das nie passiert ist&#8230;&quot; <br \/>\n Es schien, als w&uuml;rde ihre Mutter gleich weinen.<br \/>\n &quot;Nein, hat er nicht. Ich wei&szlig; es!&quot; <br \/>\n Doch sie war sich nicht mehr so sicher.<br \/>\n &quot;T&#8217;Sana hat mir &uuml;ber euch und das Opfer erz&auml;hlt! Ihr habt mich 20 Jahre lang aufgezogen&#8230; nur um mich jetzt umzubringen?&quot;<br \/>\n &quot;Oh, Denya, bitte sag mir, dass du das nicht ernst gemeint hast! Bitte sag mir, dass du das nicht so gemeint hast! Nie, niemals w&uuml;rden wir dir ein Leid zuf&uuml;gen! Niemals, Denya&#8230; Und das wei&szlig;t du!&quot;<br \/>\n Denya war nun v&ouml;llig verwirrt von der Situation. Jetzt konnte sie nicht mehr glauben, dass ihre Eltern sie betrogen, doch es waren immer noch Bilder von ihrer ein paar Stunden zur&uuml;ckliegenden Vision in ihrem Kopf. Sie stand nun genau zwischen T&#8217;Sana und Margareth. Ihre Gedanken schienen sich selbst zu bekriegen: In diesem Moment sah sie ihre Leoric und Margareth und was sie f&uuml;r sie getan hatten, dann kamen Bilder von ihnen, wie sie ihren Vater umbrachten. Sie f&uuml;hlte sich in eine Richtung gezogen, dann wieder in die andere&#8230; als ob T&#8217;Sana und ihre Eltern einen mentalen Kampf in ihrem Kopf austragen w&uuml;rden&#8230;<br \/>\n Ihre Mutter sah sie besorgt an, w&auml;hrend sie unentschieden zwischen T&#8217;Sana und Margareth hin und her sah.<br \/>\n So lange, bis Margareth auf einmal l&auml;chelte und ihre H&auml;nde ausstreckte &#8211; es war dasselbe L&auml;cheln, das sie ihr vor 20 Jahren gegeben hatten, bei ihrem allerersten Treffen&#8230; <br \/>\n Pl&ouml;tzlich war ihr Kopf frei. <br \/>\n Sie machte einen Schritt in die Richtung des Drachen. Dann noch einen.<br \/>\n Das L&auml;cheln auf dem Gesicht ihrer Mutter erstarb abrupt.<br \/>\n &quot;Falsche Entscheidung, Liebling!&quot;<br \/>\n Nach diesen Worten zauberte ihr Vater, der die ganze Zeit so ruhig gewesen war wie T&#8217;Sana, einen m&auml;chtigen Blitz auf den Drachen, welcher voller Schmerz aufschrie. Ihre Mutter beschoss ihn ebenfalls mit Blitzen, so dass er bald v&ouml;llig in ein Netz aus zuckenden Blitzen eingeh&uuml;llt war. Dann stoppte er mit dem Schreien und fiel in sich zusammen, wobei der Boden ein wenig zitterte.<br \/>\n Sie fl&uuml;sterte: &quot;Nein!&quot; <br \/>\n War sie denn dazu verdammt, allen Wesen, die sie mochte, den Tod zu bringen? Sie drehte sich, mit Tr&auml;nen in den Augen, zu ihren Eltern um und schrie: &quot;IHR MIESEN SCHWEINE!!!&quot;<br \/>\n&quot;Schschsch, Denya! Du m&ouml;chtest doch morgen keine schlechte Laune haben. Es ist schlie&szlig;lich dein Geburtstag. Schlaf jetzt!&quot;, sagte ihre Mutter mit ihrem typischen kalten L&auml;cheln. Dann ber&uuml;hrte sie Denyas Augen mit ihren Fingern, die darauf von seliger Dunkelheit &uuml;berfallen wurde&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 align=\"center\">Teil 4: Opfer<\/h3>\n<p align=\"justify\">\n Es war Nacht und der volle Mond schien &uuml;ber ihr.<br \/>\n Sie wusste nicht, wie lange sie geschlafen hatte &#8211; und sie konnte sich nicht bewegen. Denya war auf einer Art Altar festgebunden. Zu ihrer Linken schien eine Klippe zu sein, da der Boden dort einfach aufh&ouml;rte. Rechts von ihr standen ein paar alte B&auml;ume auf harter, steiniger Erde. Zwischen ihnen brannte ein Feuer. Sie konnte ihre Eltern h&ouml;ren.<br \/>\n &quot;Und du bist sicher, dass der Spruch funktioniert?&quot; das war Margareth.<br \/>\n &quot;Ja &#8211; die Energie wird sich spalten und in uns beide flie&szlig;en. Sei ohne Sorge, es wird klappen, ich bin mir da sehr sicher&#8230; oh, schau nur, unser M&auml;dchen ist aufgewacht!&quot;<br \/>\n Mit diesen Worten erschien Leoric in ihrem Sichtfeld. Sein Gesicht war so ernst wie immer.<br \/>\n &quot;Hast du gut geschlafen, Schatz?&quot;<br \/>\n Sie drehte ihren Kopf von ihm weg.<br \/>\n Er seufzte: &quot;Denya, sag mir eins: W&uuml;rdest du an meiner Position etwa nicht das Gleiche tun? Stell dir mal vor: Du k&ouml;nntest tun und lassen, was du willst! Du h&auml;ttest Macht &#8211; endlose Macht! Und du m&uuml;sstest nie mehr irgend jemanden f&uuml;rchten&#8230; oder irgend etwas.&quot;<br \/>\n &quot;Aber ich w&uuml;rde niemanden t&ouml;ten, den ich 20 Jahre lang geliebt habe!&quot;<br \/>\n &quot;Oh, Denya, du bist ja so naiv. Lass mich dir eins sagen: Wir haben dich niemals geliebt! Nie!&quot;<br \/>\n Sie drehte sich wieder zu ihm um: &quot;Das ist nicht wahr! Ich wei&szlig;, dass ihr mich geliebt habt! Ich konnte es f&uuml;hlen, ich konnte es zwanzig Jahre lang f&uuml;hlen! Ihr k&ouml;nnt nicht sagen, dass ihr mich nicht geliebt habt! Nein, das k&ouml;nnt ihr nicht&#8230;&quot; <br \/>\n Er lachte laut auf: &quot;Oh, Mann! Margareths telepatische Kr&auml;fte sind doch besser, als ich gedacht habe. Du musst wissen, sie hat dich die ganze Zeit &uuml;ber manipuliert. Sie gab dir mental ein, nie die Burg zu verlassen &#8211; also bist du auch nicht geflohen. Sie gab deinem Unterbewusstsein das Gef&uuml;hl, wir w&uuml;rden dich lieben &#8211; also hast du das auch 20 Jahre lang gedacht. Sie hat dich manchmal Sachen machen lassen, die du &uuml;berhaupt nicht wolltest &#8211; und ohne, dass du es je erfahren h&auml;ttest!&quot;<br \/>\n &quot;Aber&#8230; ich&#8230; ich wollte die Burg nicht verlassen, weil&#8230; weil&#8230; ich dachte ihr w&uuml;rdet&#8230;&quot;, sie brach in Tr&auml;nen aus. Sie war nicht mehr in der Lage zu sprechen. Es war ein Schock: 20 Jahre &#8211; ein Spiel, ein Drama, ein Theaterst&uuml;ck von zwanzig Jahren L&auml;nge. Und sie war die Hauptfigur gewesen.<br \/>\n Leoric fuhr fort: &quot;Du musst wissen, als ich von der Prophezeiung tr&auml;umte, konnte ich es nat&uuml;rlich nicht glauben. Aber als ich mit Margareth und einigen anderen Menschen sprach, die allesamt genau den selben Traum gehabt hatten, wurde es immer und immer wahrscheinlicher, dass du geboren werden w&uuml;rdest und die Prophezeiung wahr ist. Und dann, eines Nachts, sp&uuml;rten wir die ungeheure Energie &#8211; die reine magische Energie, die von dir ausging. Wir wurden nahezu magnetisch in deine Richtung gezogen. <br \/>\n Der einzige Moment in meinem Leben, an dem ich dich liebte, war, als wir dich in deinem Korb fanden und ich die Best&auml;tigung erhielt, dass es dich gibt&#8230;&quot;<br \/>\n &quot;Nachdem ihr meine Eltern get&ouml;tet habt, M&ouml;rder!&quot;<br \/>\n Er runzelte die Stirn.<br \/>\n &quot;Ich kannte deine Eltern nicht, aber ich kann offen und ehrlich sprechen, wenn ich sage&#8230;&quot;<br \/>\n Er brach seinen Satz abrupt ab. Seine Augen weiteten sich. Er st&ouml;hnte&#8230; und brach dann tot zusammen. Hinter ihm stand Margareth mit einem blutigen Dolch in der Hand. Und mit ihrem typischen L&auml;cheln sagte sie: &quot;Tut mir leid Leoric, aber ich m&ouml;chte lieber auf Nummer Sicher gehen&#8230; doch du verstehst mich bestimmt.&quot;<br \/>\n Dann sah sie auf.<br \/>\n &quot;Ich wei&szlig; nicht genau, wie sp&auml;t es ist, aber dein Geburtstag ist mehr als nah, Denya! Ach ja, wie er die gerade erz&auml;hlt hat: Es war schon eine harte Zeit mit dir. Immer, wenn du in unserer N&auml;he warst, musste ich mich konzentrieren. Es hat f&uuml;nf Jahre gedauert, bis du uns ganz akzeptiert hast&#8230; und dieser Drache zerst&ouml;rte alles binnen weniger Stunden! Er war m&auml;chtig &#8211; aber nicht so m&auml;chtig, wie wir dachten. Er war leicht zu besiegen. War er dein Freund?&quot;<br \/>\n Denya nickte abwesend.<br \/>\n &quot;Oh, tut mir leid! Ich bin mir sicher, du wirst ihn bald schon wieder treffen. Aber bitte, sei ehrlich: Hast du ihm voll und ganz vertraut? Du wusstest doch nichts &uuml;ber ihn. Er h&auml;tte dich jederzeit t&ouml;ten k&ouml;nnen &#8211; einfach so! Du wei&szlig;t nicht, was du dir als Freund auserkoren hast! Ein wildes Tier&#8230;&quot;<br \/>\n &quot;NEIN! DU wei&szlig;t nicht, was ich mir als Freund auserkoren habe! Du wei&szlig;t nichts &uuml;ber Drachen, gar nichts! Du kennst nur die Klischees von ihnen &#8211; du wei&szlig;t nicht, wie sie wirklich sind! Und du bist noch viel schlimmer, als dieses wilde Tier!&quot;<br \/>\n &quot;Ich denke, ich sollte dir sagen, dass der Drache &auml;hnliche Kr&auml;fte hatte, wie ich. Ich denke, er manipulierte deine Gedanken, wie ich es die Jahre davor getan habe. Ich wei&szlig; nicht, was er dir erz&auml;hlt hat, aber ich denke, das Wenigste davon war wahr. Ich denke, er war ein L&uuml;gner, wie Leoric und ich. Er h&auml;tte dich gegen Mitternacht hierher gebracht und dich get&ouml;tet. Seine H&ouml;hle ist ja schlie&szlig;lich ganz in der N&auml;he&#8230; Aber er ist tot &#8211; genauso wie Leoric. Ich bin der letzte L&uuml;gner, der &uuml;brig ist! Ich bin der Gewinner im gro&szlig;en Spiel der G&ouml;tter! Und ich werde ihnen gleich sein, wenn ich diese Welt f&uuml;r mich eingenommen habe!&quot; <br \/>\n Die letzten S&auml;tze schrie sie beinahe &#8211; dann wurde sie wieder ruhig und beugte sich herab, um in ihr Ohr zu fl&uuml;stern. &quot;Ich muss dir danken, Denya. Denn du wirst mir die Gabe dazu geben &#8211; die Macht!&quot; <br \/>\n Dann k&uuml;sste Margareth sie auf die Stirn und hob ihren blutigen Dolch.<br \/>\n &quot;Einen sch&ouml;nen Geburtstag w&uuml;nsche ich dir, Denya&quot;, schrie sie.<br \/>\n Doch der Dolch kam nicht herunter. Margareth stand einfach nur da, v&ouml;llig regungslos. Denya konnte durch ein gro&szlig;es, rundes Loch in ihrem Bauch sehen. Dann materialisierte sich eine gro&szlig;e Klaue in diesem Loch &#8211; und hinter ihr T&#8217;Sana, der rote Drache. Er hatte Margareth einfach auf eine seiner scharfen Klauen aufgespie&szlig;t. Sie r&ouml;chelte und spuckte Blut &#8211; dann hob sie der Drache hoch und warf sie in die Luft, holte tief Luft und spie eine gro&szlig;e wei&szlig;e Flamme in ihre Richtung, noch w&auml;hrend sie flog. <br \/>\n Nur Asche kam wieder zu Boden. <br \/>\n Er drehte sich zu Denya und l&auml;chelte.<br \/>\n <i>Unsichtbarkeit &#8211; sehr n&uuml;tzlich&#8230;<\/i><br \/>\n &quot;T&#8217;Sana, ich dachte du w&auml;rst&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Tot? Oh, es braucht schon ein wenig mehr, als ein paar l&auml;cherliche kleine Blitze, um einen Drachen zu t&ouml;ten! Geht es dir gut?<\/i><br \/>\n &quot;Ja, danke.&quot; Nun l&auml;chelte sie auch. &quot;Ich dachte schon, das w&auml;re mein Ende&#8230;&quot;<br \/>\n <i>Ich habe doch gesagt, dass ich dich vor ihnen besch&uuml;tzen w&uuml;rde!<\/i><br \/>\n Der Drache l&auml;chelte noch ein wenig breiter.<br \/>\n <i>Aber du darfst dich jetzt entspannen &#8211; es ist vorbei!<\/i><br \/>\n &quot;Ja&#8230; endlich&#8230;&quot;, sie seufzte und versuchte sich zu entspannen.<br \/>\nDann wurde sie von einer Vision &uuml;berw&auml;ltigt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Sie flog. <br \/>\n Es schien der gleiche Spruch zu sein, den T&#8217;Sana schon in seiner H&ouml;hle auf sie gesprochen hatte. Doch er hatte sie diesmal nicht mit seiner Klaue ber&uuml;hrt! Au&szlig;erdem konnte es keine von ihren Erinnerungen sein&#8230; es war eine von T&#8217;Sanas Erinnerungen! Sie war in seinem K&ouml;rper, sie konnte sehen, was er sah, sie konnte f&uuml;hlen, was er f&uuml;hlte, sie teilte sogar seine Emotionen &#8211; sie war ein Drache! Denya flog hoch &uuml;ber den Wolken und eine wundersch&ouml;ne, wei&szlig;e Landschaft breitete sich unter ihr aus. Und sie f&uuml;hlte eine magische Pr&auml;senz. Eine magnetische Kraft, die sie in eine bestimmte Richtung zog. Sie brach durch die Wolken. Unter ihr lagen W&auml;lder, Fl&uuml;sse, Wiesen und eine Stra&szlig;e, die sich am Rande des Waldes durch die Landschaft schl&auml;ngelte. Und dann fand sie, wonach sie gesucht hatte. Zwei Menschen waren auf der Stra&szlig;e &#8211; ihre scharfen Augen erkannten einen Mann und eine Frau&#8230; die Frau trug irgend etwas. Ein Kind&#8230; das Kind, nach dem sie suchte. <br \/>\n Denya&#8217;s Unterbewusstsein wusste, was nun kommen w&uuml;rde &#8211; aber es war nur eine leise Stimme, die sie nicht beachtete. Sie war von den Gef&uuml;hlen des Drachen &uuml;berw&auml;ltigt. Es war so sch&ouml;n, zu fliegen&#8230; es war die pure Freiheit! <br \/>\n Nun war sie den beiden Menschen schon recht nahe, also ging sie in einen Gleitflug, um die beiden nicht zu fr&uuml;h zu erschrecken. Doch ein paar Sekunden bevor sie landete, fiel ihr Schatten &uuml;ber die beiden Menschen. Sie drehten sich um. Die Frau schrie laut und die Augen des Mannes fielen fast aus seinem Kopf. Das Baby, ihr Ziel, begann ebenfalls zu schreien. Aber Denya war von den neuen Gef&uuml;hlen von T&#8217;Sanas K&ouml;rper noch immer zu fasziniert, um die Stimmen zu beachten, die ihr sagten, dass sie die beiden Gesichter vor ihr kennen w&uuml;rde. Ihr Vater sah noch immer so aus, wie der Mann, den sie in ihren Visionen zuvor gesehen hatte. Sie landete genau vor ihnen, was die Menschen veranlasste, ein paar Schritte r&uuml;ckw&auml;rts zu machen.<br \/>\n Der Mann reagierte zuerst: &quot;Was wollt ihr, Drache?&quot; Er hatte Mut.<br \/>\n Sie konnte T&#8217;Sana denken h&ouml;ren&#8230; oder war es sie, die dachte?<br \/>\n <i>Ich will das Kind.<\/i><br \/>\n &quot;Nein! Ihr werdet es niemals bekommen! Niemand wird es je bekommen! Es ist mein Kind und ich werde es vor jedem besch&uuml;tzen, der hier ankommt und es f&uuml;r dieses verdammte Opfer stehlen will! Kommt schon, Drache, k&auml;mpft gegen mich! Ich habe keine Angst!&quot;<br \/>\n Sein Geruch sagte aber etwas anderes.<br \/>\n <i>Narr! Denkst du wirklich, du kannst solch einen Kampf gewinnen? Gib mir das Kind und vielleicht lasse ich dich und deine Frau leben!<\/i><br \/>\n Der Mann sah sie hasserf&uuml;llt an. Dann hob er eine Hand &#8211; und aus seinem Finger schoss ein magischer Pfeil, der ihre Brust traf und sie einfror. Der Schmerz war unertr&auml;glich. Er war es auch, der sie aus ihrer Lethargie holte. Sie war nicht T&#8217;Sana, sie war nur in seinem K&ouml;rper&#8230; und der war drauf und dran, ihre Eltern umzubringen! <br \/>\n F&uuml;r den Moment konnte sich T&#8217;Sanas K&ouml;rper nicht bewegen. Sie sah ihren Vater wie er sagte: &quot;Ha! Ihr denkt, ich bin so einfach zu besiegen, wie die anderen Menschen? Ihr denkt, es w&uuml;rde einfach werden, das Kind der Unsterblichkeit in die Finger zu bekommen? IHR seid der Narr, Drache!&quot;<br \/>\n Mit diesen Worten zauberte er einige magische Spr&uuml;che auf sie, die schreckliche Schmerzen durch ihren gesamten K&ouml;rper schickten. Sie wollte, dass es aufh&ouml;rt, doch sie hatte keine Kontrolle &#8211; sie konnte nur zusehen, denken und leiden. <br \/>\n Doch dann machte ihr Vater einen gravierenden Fehler: In seiner Wut zauberte er einen Feuerball, der das Eis schmelzen lie&szlig; und den Drachen befreite. Blitzschnell hob er eine Klaue und dr&uuml;ckte Denyas Vater zu Boden. <br \/>\n Und sie konnte nur zusehen.<br \/>\n <i>Ich denke, die Antwort auf die Frage &quot;Wer ist hier der Narr?&quot;, hat sich wieder ver&auml;ndert &#8211; aber ich denke auch, dass sie sich nicht noch einmal &auml;ndern wird&#8230;<\/i><br \/>\n Und was jetzt kam, war der reinste Horror f&uuml;r sie.<br \/>\n Denn sie holte tief Luft. Sie wollte es nicht sehen, sie wollte ihre Augen schlie&szlig;en oder wegsehen &#8211; alles nutzlos. Dann spie SIE eine helle Flamme, die gerade noch hei&szlig; genug war, um ihren Vater ein paar Sekunden lang voller Qual schreiend leben zu lassen. Als seine Schreie verstummten, wurde das Feuer, das SIE spie, nahezu wei&szlig; und verbrannte ihn letztendlich zu Asche. Sie f&uuml;hlte T&#8217;Sanas tiefe Zufriedenheit &#8211; und sie wollte schreien und aufwachen&#8230; doch die Folter ging noch weiter.<br \/>\n T&#8217;Sana suchte nach der Frau &#8211; sie rannte die Stra&szlig;e hinunter. Denya warf sich in die Luft und folgte ihr. Pl&ouml;tzlich stolperte die Frau und fiel der L&auml;nge nach hin. Denya br&uuml;llte triumphierend, w&auml;hrend sie <b>Nein, nein, bitte nicht&#8230;<\/b> dachte. Sie landete vor ihrer Mutter. Die relativ junge Frau rappelte sich auf und starrte in die Augen von Denyas drakonischem K&ouml;rper. Das Kind war nirgendwo zu sehen&#8230;<br \/>\n <i>Wo ist das Kind, Mensch?<\/i><br \/>\n Sie konnte die Angst in den Augen ihrer Mutter sehen&#8230; sie konnte ihre Angst riechen. Doch die Frau sagte: &quot;Ich werde euch nichts sagen! Ihr werdet sie nie bekommen! Nicht in eintausend Jahren!&quot; Dann spuckte sie auf den Boden vor dem Drachen. &Auml;rger &uuml;berkam Denya. Dann &ouml;ffnete SIE ihr Maul und schloss es &uuml;ber ihrer Mutter. Sie hob ihren Kopf und verschlang ihre eigene Mutter, die noch immer zappelte und schrie. <br \/>\n Bei dieser Aktion schrien alle von Denyas Gedanken in psychischer Agonie &#8211; doch ihre Gedanken waren die genauen Gegens&auml;tze zu ihren Gef&uuml;hlen ihres K&ouml;rpers: Sie konnte das Blut ihrer Mutter schmecken &#8211; es war k&ouml;stlich! Doch gleichzeitig erweckt der Geschmack eine unertr&auml;gliche &Uuml;belkeit in ihr. Und nachher kam wieder dieses Gef&uuml;hl vollkommener Zufriedenheit &#8211; und dazu entstand in ihr ein bodenloser Selbsthass. <br \/>\n Diese gegens&auml;tzlichen Gef&uuml;hle machten sie wahnsinnig &#8211; doch die Vision ging immer noch weiter. <br \/>\n Pl&ouml;tzlich konnte sie Pferde h&ouml;ren. Sie mussten noch eine oder zwei Meilen weit weg sein. Sie schlug mit ihren Fl&uuml;geln, erhob sich in die L&uuml;fte und sp&auml;hte in die Richtung, aus der die Ger&auml;usche kamen. Zwei Pferde mit zwei Reitern kamen die Stra&szlig;e herauf &#8211; sie kannte die beiden Menschen nur allzu gut: Es waren Leoric und Margareth. Eine Welle des Zorns &uuml;berkam sie. T&#8217;Sana war durch ihren Vater zu sehr geschw&auml;cht, um es mit den beiden Magiern aufnehmen zu k&ouml;nnen. Er beobachtete sie, wie sie die junge Denya im Wald neben der Stra&szlig;e fanden und wie sie zur&uuml;ck zu ihrer Burg ritten.<br \/>\n Doch den Rest ihrer Vision beachtete sie nicht mehr. Nur ein einziger Gedanke begleitete sie:<br \/>\n <b>Ich habe meine Eltern get&ouml;tet&#8230;<br \/>\n Ich habe meine Eltern get&ouml;tet&#8230;<br \/>\n Ich habe meine Eltern get&ouml;tet&#8230;<br \/>\nICH HABE MEINE ELTERN GET&Ouml;TET!<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">&quot;ICH HABE MEINE ELTERN GET&Ouml;TET! IHR G&Ouml;TTER, ICH HABE MEINE ELTERN GET&Ouml;TET! ICH HABE&#8230;&quot;<br \/>\n <i>HALT DIE KLAPPE!<\/i><br \/>\n Sie war sofort ruhig. Sie wollte zwar weiter schreien, doch etwas verbot es ihr. T&#8217;Sana l&auml;chelte noch immer sein drakonisches Grinsen &#8211; doch nun erkannte sie es als das b&ouml;se L&auml;cheln, das es die ganze Zeit &uuml;ber gewesen war.<br \/>\n <i>In gewisser Weise hast du Recht, meine liebe Denya: Du hast deine Eltern wirklich get&ouml;tet! Dein Geburt&#8230; Ja, deine Existenz hat sie umgebracht!<\/i><br \/>\n &quot;Warum? Warum du? Was&#8230; was ist mit deinem Versprechen?&quot;<br \/>\n <i>N&auml;rrisches Kind! So ein Versprechen existiert nat&uuml;rlich nicht! Und warum ich das hier mache, wei&szlig;t du gut genug.<\/i><br \/>\n &quot;Rache?&quot;<br \/>\n <i>Teilweise, ja! Haupts&auml;chlich kann ich nicht mit deiner Spezies auf einem Planeten zusammen leben. Ihr verbreitet euch &uuml;ber die gesamte Welt und bezeichnet euch selbst als ihre gro&szlig;en Herrscher. Aber ihr seid schwach! Sieh dich an! Was bist du, ohne irgendwelche Waffen oder Zauberspr&uuml;che? Fleisch! Das seid ihr Menschen f&uuml;r mich! Es hat mich sehr viel &Uuml;berwindung gekostet, dich nicht gleich umzubringen, als du in meiner H&ouml;hle warst. Und es hat mich sogar noch mehr &Uuml;berwindung gekostet, mit dir wie ein s&uuml;&szlig;es kleines Haustier zu reden! Doch ich denke, das, was jetzt kommt, ist all den Trubel wert! Stell dir das mal vor: Millionen von Menschen werden sterben &#8211; nur wegen dir!<\/i><br \/>\n Er hob eine Klaue und setzte sie auf ihre Brust.<br \/>\nSie schloss ihre Augen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 align=\"center\">Epilog<\/h3>\n<p align=\"justify\">\nT&#8217;Sana stand auf der Klippe. Er konnte die Macht f&uuml;hlen, die durch seine Adern str&ouml;mte. Es war also Wirklichkeit. Er war unsterblich! Es war nicht nur ein Gef&uuml;hl &#8211; es war eine innere Gewissheit! Er genoss die pure Macht, die ihn durchfloss. Dann fragte er sich, was er mit dieser Macht anstellen wollte. Er hatte es angesichts des &uuml;berw&auml;ltigenden Gef&uuml;hles einfach vergessen. Da sah er unter sich auf der Stra&szlig;e einige Lichter. Es war eine Zigeunerkarawane. Oh, ja&#8230; jetzt wusste er wieder, was er mit seiner neuen Macht machen wollte. Er breitete seine Fl&uuml;gel aus und flog den Berg hinunter.<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine schlaffe Hand hing vom Altar, noch immer vom Feuer auf dem Berg beleuchtet. Doch die Flamme war schon weit herunter gebrannt und w&uuml;rde nicht mehr sehr lange leuchten.<br \/>\n Als die Schreie der sterbenden Menschen den Berg herauf klangen, begann das Feuer stark zu flackern. Es war nicht der L&auml;rm eines Kampfes &#8211; es war der L&auml;rm eines Massakers. M&auml;nner, Frauen, Kinder, sogar Babys &#8211; sie alle schrien und starben in Schmerz und Leid. Nur das triumphierende Br&uuml;llen des Drachen war lauter als die schrecklichen Schreie.<br \/>\nUnd als die letzten Ger&auml;usche von sterbenden Kindern &uuml;ber den Berg hinweg hallten, ging das Feuer aus&#8230;<\/p>\n<p align=\"justify\">Written by Der Doktor <a href=\"http:\/\/www.die-subkultur.net\">http:\/\/www.die-subkultur.net<\/a><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Sacrifice Teil 1: Aufbruch Sie &ouml;ffnete ihre Augen&#8230; In ihrem Zimmer herrschte Halbdunkel, da die Sonne noch nicht ganz aufgegangen war. Denya stand auf und ging zum Fenster, um sich nach dem L&auml;rm zu erkundigen, der sie aufgeweckt hatte. Es schien sich um eine gro&szlig;e Menschenmenge auf dem Platz unter dem Fenster ihres Hauses [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-924","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-romane"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=924"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/924\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}