{"id":845,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=845"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"publius-ovidius-naso-kadmus-in-illyrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/publius-ovidius-naso-kadmus-in-illyrien\/","title":{"rendered":"(Publius Ovidius Naso) Kadmus in Illyrien"},"content":{"rendered":"<p>Kadmus, besiegt durch Gram und gereihete \u00dcbel des Hauses,<br \/>Und durch k\u00fcnftigen Grams Vordeutungen, ging, der Erbauer,<br \/>Aus der eigenen Stadt; als ob ihn der Gegenden Schicksal,<br \/>Nicht das seinige dr\u00e4ngt&#8216;; und lang&#8216; umirrend erreicht&#8216; er<br \/>Nun das illyrische Land mit Harmonia, seiner Genossin. <br \/>Als sie, von Leid und Alter gebeugt, nachdenken des Hauses<br \/>Erste Geschick&#8216;, und beid&#8216; im Gespr\u00e4ch auffrischen die Drangsal:<br \/>Sollte vielleicht, sprach Kadmus, der Drache da, den ich durchbohrte,<br \/>Gar ein geheiligter sein? damals, wie ich, kommend von Sidon,<br \/>Streute die Natternz\u00e4hn&#8216;, als neue Saat, in das Erdreich?<br \/>Wenn ihn sorgsame G\u00f6tter ger\u00e4cht mit so treffendem Zorne;<br \/>M\u00f6g&#8216; ich doch selbst auf dem Bauch als langer Drache mich winden! <\/p>\n<p>Sprach&#8217;s, und er dehnte den Bauch, ein langgewundener Drache;<br \/>Und die geh\u00e4rtete Haut, er f\u00fchlt&#8217;s, umzog sich mit Schuppen,<br \/>Und sein dunkeler Leib ward blau mit Tropfen gesprenkelt.<br \/>Vorw\u00e4rts sinkt auf die Brust er hinab; und beide vereinigt<br \/>Ziehn sich die Bein&#8216; allm\u00e4hlich gew\u00f6lbt zur gerundeten Spitze.<br \/>Noch sind die Arm&#8216; unverwandelt; die noch unverwandelten streckt er,<br \/>Und mit Tr\u00e4nen bestr\u00f6mend das auch noch menschliche Antlitz: <\/p>\n<p>Komm, mein Weib, komm n\u00e4her, Erbarmungsw\u00fcrdige! sprach er;<br \/>Weil noch etwas von mir nachbleibt, ber\u00fchre mich! nimm doch,<br \/>Traute, die Hand, da sie Hand noch ist, nicht alles mir Schlang&#8216; ist!<br \/>Mehreres strebt zu reden der Greis; doch die Zunge verd\u00fcnnt sich<br \/>Pl\u00f6tzlich, und hebt zweispaltig: wie sehr er sich m\u00fchet, die Worte<br \/>Stocken ihm, und wie er ringt, doch einige Klage zu geben,<br \/>Zischet er; diesen Laut erteilete jetzt die Natur ihm. <\/p>\n<p>Schlagend die Brust mit der Hand, die enth\u00fcllete, ruft die Genossin:<br \/>Kadmus, o bleib, und wind&#8216;, Unseliger, dich aus dem Scheusal!<br \/>Kadmus, wie nun? wo geblieben der Fu\u00df! wo die H\u00e4nd&#8216; und die Schultern?<br \/>Wo das Gesicht, und die Farb&#8216;, und, indem ich plaudere, alles?<br \/>G\u00f6tter, warum nicht mich zur \u00e4hnlichen Schlange verwandelt? <\/p>\n<p>Als sie es sprach, da leckt er das Antlitz seiner Gemahlin,<br \/>Und in den teueren Busen, als ob er sie kennete, schl\u00fcpft er,<br \/>Windet sie ein, und schl\u00e4ngelt, wie lange vertraut, zu dem Hals&#8216; auf<br \/>Wer sich genaht von den Ihrigen, schaut mit Entsetzen. Doch jene<br \/>Streichelt den schl\u00fcpfrigen Hals des purpurk\u00e4mmigen Drachen.<br \/>Pl\u00f6tzlich wurden es zwei; und sie gehn, in verschlungenen Ringeln,<br \/>Schl\u00e4ngelnd einher, bis die Kluft des grenzenden Waldes sie aufnahm. <\/p>\n<p>Jetzt auch fliehn vor den Menschen sie nicht, noch kr\u00e4nken sie feindlich;<br \/>Eingedenk, was sie waren, sind noch die friedsamen Drachen. <\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kadmus, besiegt durch Gram und gereihete \u00dcbel des Hauses,Und durch k\u00fcnftigen Grams Vordeutungen, ging, der Erbauer,Aus der eigenen Stadt; als ob ihn der Gegenden Schicksal,Nicht das seinige dr\u00e4ngt&#8216;; und lang&#8216; umirrend erreicht&#8216; erNun das illyrische Land mit Harmonia, seiner Genossin. 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