{"id":842,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=842"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"der-drachentoeter-zu-mixnitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/der-drachentoeter-zu-mixnitz\/","title":{"rendered":"Der Drachent\u00f6ter zu Mixnitz"},"content":{"rendered":"<p>In sagenhaften Zeiten soll die sogenannte Mixnitzer Kogellucken &#8211; die Drachenh\u00f6hle genannt &#8211; einen ungeheuren Drachen beherbergt haben. <\/p>\n<p>Es war ein scheu\u00dfliches Unget\u00fcm, das dort oben lebte, sah einer riesigen Schlange \u00e4hnlich, trug aber einen schuppigen Panzer, an dessen Oberseite zwei zackige Fl\u00fcgel emporstarrten, und war mit vier scharfkralligen F\u00fc\u00dfen bewehrt. Das Unget\u00fcm richtete viel Schaden in der ganzen Umgebung an, Menschen und Tiere waren ihm schon zum Opfer gefallen, und Furcht und Entsetzen herrschten in der Gegend. Niemand wu\u00dfte, was man gegen diesen schrecklichen Feind unternehmen sollte. <\/p>\n<p>Nun hatte auch ein Landwirt aus Pernegg, der in der N\u00e4he von R\u00f6thelstein am Mixnitzbach einen gro\u00dfen Meierhof besa\u00df, die Gefr\u00e4\u00dfigkeit des Unget\u00fcms zu sp\u00fcren bekommen. Das Untier verschlang zwei Rinder aus seiner Herde und t\u00f6tete auch einen Hirtenjungen. Da versprach der Landwirt demjenigen eine gro\u00dfe Belohnung, der den Drachen t\u00f6ten und die Gegend von dieser Plage befreien w\u00fcrde. Die Aussicht auf reichen Lohn lockte gar viele an, das gef\u00e4hrliche Unternehmen zu wagen, aber keinem gelang es, das Untier zu t\u00f6ten. Manche verloren schon den Mut, wenn sie das scheu\u00dfliche Vieh nur von weitem sahen oder sein schauerliches Br\u00fcllen h\u00f6rten, einige versuchten zwar den Kampf, waren aber schlie\u00dflich froh, wenn sie sich, mit mehr oder weniger gr\u00e4\u00dflichen Wunden bedeckt, vor den Krallen des Drachens retten konnten, und andere sah man nie wieder; sie waren wohl im Kampf mit dem gr\u00e4\u00dflichen Untier umgekommen. Das Vieh aber ging nach wie vor seinem Raum nach und verbreitete Angst und Schrecken unter dem Volk. Niemand getraute sich mehr, den Kampf mit dem gr\u00e4\u00dflichen Drachen aufzunehmen, sogar die Knechte und M\u00e4gde verlie\u00dfen den gef\u00e4hrdeten Meierhof. <\/p>\n<p>Da fa\u00dfte der Ziehsohn des Landwirtes, der auf dem Meierhof arbeitete, den Entschlu\u00df, den Drachen zu beseitigen. Da man aber bisher im offenen Kampf gegen ihn nichts ausgerichtet hatte, ersann er eine List und traf in aller Stille seine Vorbereitungen. <\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wollte er das Lager des Drachen auf dem Berg auskundschaften. Dabei entdeckte er, da\u00df sich der Drache eine Rinne vom Berg bis ins Tal herab ausgew\u00e4lzt hatte, die vollkommen glatt und ohne Steine und Schroffen war. Daraus schlo\u00df er, da\u00df der Drache auf der Bauchseite eine weiche, zarte Haut haben m\u00fcsse, und baute nun auf dieser Erw\u00e4gung seinen Plan auf, wie er die Gegend von dieser entsetzlichen Plage befreien k\u00f6nnte. Er begab sich in der D\u00e4mmerung, als der Wind g\u00fcnstig stand, so da\u00df das Untier seine N\u00e4he nicht zu wittern vermochte, zur Rinne und vergrub eine gro\u00dfe Anzahl von Sicheln und Sensen im Boden, und zwar so, da\u00df die Spitzen in der Richtung der Anh\u00f6he, von der das Untier herabkam, aus der Erde herausragten. Dann versteckte er sich seitw\u00e4rts in einem Geb\u00fcsch, um die Wirkung seines Mittels mit anzusehen. <\/p>\n<p>Er brauchte nicht lange zu waren, so h\u00f6rte er das Ungeheuer, das im Bach seinen Durst stillen wollte, schnaubend und br\u00fcllend vom Berg herunterkommen, und bald sah er durch die Zweige des Geb\u00fcschs die Augen des Drachen, dessen riesigem Rachen feuriger Dampf entstr\u00f6mte. <\/p>\n<p>Als der Drache zu der Stelle kam, wo die scharfen Spitzen der Sensen und Sicheln aus dem Boden standen, begann er pl\u00f6tzlich schrecklich zu br\u00fcllen und zu heulen, da\u00df dem jungen Mann hinter den Stauden angst und bang wurde. Die spitzen, schneidigen Werkzeuge bohrten sich in den weichen Bauch des dar\u00fcber hinweggleitenden Ungeheuers und rissen schreckliche Wunden. Wenn sich das Tier in seinem Schmerz zur\u00fcckb\u00e4umte und dann wieder nach vorn fallen lie\u00df, griffen die Spitzen neuerlich in die Haut ein und bohrten sich tief in seine Eingeweide. Von rasenden Schmerzen gequ\u00e4lt, heulte das Ungeheuer f\u00fcrchterlich, w\u00e4lzte sich in seinem Bett hin und her und schlug mit dem riesigen Schwanz und den krallenbewehrten Fl\u00fcgeln so m\u00e4chtig um sich, da\u00df ganze B\u00e4ume geknickt und gro\u00dfe Felsbl\u00f6cke aus dem Boden herausgerissen wurden. Aber je mehr das Untier w\u00fctete und tobte, um so tiefer drangen die verborgenen Waffen in seine Eingeweide ein. T\u00f6dlich verwundet, ballte sich der Drache endlich zu einem scheu\u00dflichen, blutbefleckten Klumpen zusammen und kollerte hilflos ins Tal hinab, wo er unter furchtbaren Zuckungen verendete. <\/p>\n<p>Gro\u00dfe Freude erf\u00fcllte alle Bewohner der Gegend, als sie erfuhren, da\u00df der f\u00fcrchterliche Feind nun doch erledigt sei. Von allen Seiten eilten die Leute an die St\u00e4tte, wo die ungeheure Mi\u00dfgestalt verendet in ihrem Blut lag, noch im Tod schrecklich ansehen, mit ihrem schuppigen Riesenleib und dem entsetzlichen z\u00e4hnestarrenden Rachen. In einer tiefen Grube wurde der stinkende Kadaver verscharrt, wobei es der Arbeit vieler starker M\u00e4nner bedurfte, den Riesenleib in die Grube zu w\u00e4lzen. <\/p>\n<p>Dem klugen, mutigen, jungen Mann aber, der die Gegend von dieser Drachennot befreite, schenkte der Bauer zum Lohn f\u00fcr seine tapfere Tat den Meierhof, und alle Leute im Muttal feierten ihn als ihren Retter und Befreier. <\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In sagenhaften Zeiten soll die sogenannte Mixnitzer Kogellucken &#8211; die Drachenh\u00f6hle genannt &#8211; einen ungeheuren Drachen beherbergt haben. 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