{"id":839,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=839"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"der-kampf-mit-dem-drachen-zu-laufen-im-oberland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/der-kampf-mit-dem-drachen-zu-laufen-im-oberland\/","title":{"rendered":"Der Kampf mit dem Drachen zu Laufen im Oberland"},"content":{"rendered":"<p>Im Oberland oberhalb von Laufen hielt sich vor langer Zeit in einer d\u00fcsteren H\u00f6hle ein m\u00e4chtiger Lindwurm auf, der die ganze Umgebung mit Furcht und Grauen erf\u00fcllte. Wochen- und monatelang schlief das Untier in seiner vom Volk \u00e4ngstlich gemiedenen Behausung und r\u00fchrte sich nicht, nur das rasselnde Schnarchen des Ungeheuers drang nach au\u00dfen. Wenn aber der Hunger den scheu\u00dflichen Lindwurm aus dem Schlafe weckte, kam er aus dem finsteren Loch gekrochen, und alle Lebewesen, ob Mensch oder Tier, die in den Bereich seines giftigen Pesthauches gerieten, waren verloren. Bet\u00e4ubt fielen sie zu Boden und wurden eine Beute des schrecklichen Drachen. <\/p>\n<p>Um zu verhindern, da\u00df das gefr\u00e4\u00dfige Untier aus seiner H\u00f6hle herauskomme, in der Gegend herumstreife und so noch gr\u00f6\u00dferes Unheil anrichte, beschlossen die Bewohner, ihm sein Futter, Ochsen und K\u00fche, vor das Drachenloch zu bringen. Aber der Futterverbrauch des Drachen war so gewaltig, da\u00df sich die Viehbest\u00e4nde auf den Almen bedenklich lichteten. Da entschlo\u00df man sich, den Versuch zu wagen, den Lindwurm zu t\u00f6ten. <\/p>\n<p>Ein ausgehungerter Ochse, dem man einen Futtersack vor dem Maule anbrachte, sollte mit verbundenen Augen zum Drachenloch getrieben werden. Um den Leib des Ochsen wurden mehrere S\u00e4cklein mit ungel\u00f6schtem Kalk gebunden in der Hoffnung, der Drache werde sie beim Fressen mit hinabschlingen und daran zugrunde gehen. Es erhob sich nun die Frage, wer den Ochsen in die H\u00f6hle des Lindwurms treiben sollte. Das war ein gef\u00e4hrlicher Gang; den wenn der verderbliche Hauch des Untieres den Treiber erreichte, war er verloren; daher sollte das Los entscheiden. Es traf den Schulzen des Ortes, der sich unter dem Jammer seiner Familie anschickte, den gef\u00e4hrlichen Weg anzutreten. Da sprang ein junger Bursche vor, der die Tochter des Schulzen liebte, und erkl\u00e4rte sich bereit, an seiner Stelle den Gang zum Drachenloch zu unternehmen. Er hoffte, im Falle des gl\u00fccklichen Gelingens die Hand der Geliebten zu erringen. <\/p>\n<p>Nachdem er eine lange Leine um einen Baum geschlungen und das andere Ende an seinem G\u00fcrtel befestigt hatte, trieb er, mit einem langen Spie\u00df bewaffnet, den Ochsen vor sich her zur H\u00f6hle. Mit Bangen blickten ihm die Dorfbewohner nach und harrten auf den Ausgang des gef\u00e4hrlichen Wagnisses. Als der Ochse in die N\u00e4he des Drachenloches gekommen war, witterte der hungrige Lindwurm seine Beute und kam aus der H\u00f6hle heraus. <\/p>\n<p>Noch ehe der Ochse sich umwenden konnte, hatte er ihn mit seinen Krallen gepackt und zog ihn in seine Behausung hinein. Der J\u00fcngling hatte zwar seinen Speer gegen das Unget\u00fcm abgeschleudert, aber wirkungslos prallte das Gescho\u00df von dem dichten Schuppenpanzer des Tieres ab. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend aus der H\u00f6hle das Krachen der Knochen und das w\u00fcrgende Schlingen des Lindwurms zu h\u00f6ren war, versp\u00fcrte der J\u00fcngling, wie ihm allm\u00e4hlich die Besinnung schwand. Ein Hauch des verpesteten Atems war von dem Tier zu ihm gedrungen und drohte ihn zu bet\u00e4uben. Rasch suchte er sich an der Leine nach r\u00fcckw\u00e4rts zu ziehen, jedoch schon nach wenigen Schritten brach er bewu\u00dftlos zusammen. Aber die Dorfbewohner, die am Ende der Leine standen, hatten den Vorfall bemerkt und zogen ihn, allen voran die Tochter des Schulzen, an der Leine aus dem vergifteten Bereich auf sicheren Boden zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Von der H\u00f6hle herab vernahm man das Schl\u00fcrfen und Schmatzen des Drachen, der aus einer Lache seinen Durst stillte. Dann erscholl ein Heulen und Br\u00fcllen, ein Schlagen und Toben; der Kalk tat seine Dienste. Als nach einiger Zeit Ruhe eintrat, wu\u00dfte man, da\u00df der Lindwurm verendet war. Aber die Gefahr war damit noch nicht vor\u00fcber. Das Wasser, das aus der H\u00f6hle flo\u00df, f\u00fchrte Unrat von dem verwesenden Drachen mit und brachte die Pest unter die Leute. <\/p>\n<p>Erst als die Seuche erloschen war, kehrte Ruhe und Frieden wieder ins Land. Der junge Bursche der den Weg zur Drachenh\u00f6hle getan, erholte sich bald wieder; er war noch rechtzeitig dem t\u00f6dlichen Wirken des Pesthauches entgangen. Er erhielt die Tochter des Schulzen zum Lohn f\u00fcr seine mutige Tat.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oberland oberhalb von Laufen hielt sich vor langer Zeit in einer d\u00fcsteren H\u00f6hle ein m\u00e4chtiger Lindwurm auf, der die ganze Umgebung mit Furcht und Grauen erf\u00fcllte. 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