{"id":829,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=829"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"die-prinzessin-in-der-drachenburg-sigrid-frueh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/die-prinzessin-in-der-drachenburg-sigrid-frueh\/","title":{"rendered":"Die Prinzessin in der Drachenburg (Sigrid Fr\u00fch)"},"content":{"rendered":"<p><P>Es war einmal ein K\u00f6nig, der war gro\u00df und m\u00e4chtig. \u00dcber viele Reiche und L\u00e4nder herrschte er. Er hatte einen ein zigen Sohn. Als dieser herangewachsen war, zog er hinaus in die Welt, um sich eine Braut zu suchen. Aber wohin er auch reiste, nirgendwo fand der K\u00f6nigssohn das M\u00e4dchen, dessen Bild er in seinem Herzen trug. Endlich gelangte er auf den Gipfel eines hohen Berges. Dort stand ein Turm, und in diesem Turm wohnte ein ururalter Mann, dessen Bart bis zum Erdboden reichte. Der Alte aber war ein Sternseher, und als der K\u00f6nigssohn ihm gesagt hatte, da\u00df er nach einer Braut suche, da nahm er sein Fernrohr und schaute hindurch und sprach: &#8222;Deine Braut ist eine Prinzessin, die in einer Burg von drei Drachen gefangengehalten wird. Die Burg aber steht auf einem hohen Berg inmitten einer einsamen Insel, die von St\u00fcrmen umtobt ist. Es ist schwer, dorthin zu gelangen, und es ist noch schwerer, die Drachen zu besiegen.&#8220;<BR>Der Prinz dankte dem Weisen, schwang sich auf sein Ro\u00df, nahm sein scharfes Schwert in die Hand und vertraute auf Gott.<BR>Als er so lange, lange Zeit in der Welt umhergeritten war, begegnete ihm eines Tages eine alte Frau, die fragte ihn, wohin er gehe. Als sie vernahm, da\u00df er zu der Burg der drei Drachen wollte, sprach sie: &#8222;Oh, es ist schwer, mit den Drachen zu streiten. Aber wenn du mir einen Dienst erweisen willst, so will ich dir gerne helfen. Wisse, ich hatte eine Tochter, die war die sch\u00f6nste weit und breit. Als sie herangewachsen war, da kam ein Drache geflogen und raubte sie mir. Seitdem bin ich um die ganze Welt gewandert und habe sie gesucht. Ich habe sie bis zum heutigen Tage nicht gefunden. Suche sie mir auf deinem Wege, und ich will dir ein D\u00f6schen wunderkr\u00e4ftiger Salbe geben. Wenn du damit deinen Leib bestreichst, wird Kraft in dich zur\u00fcckkehren, die dich verlassen hat.&#8220;<BR>Der J\u00fcngling dankte der Alten, versprach, nach ihrer Tochter zu suchen, und ritt weiter in die Welt hinaus. Als er so viele, viele Tage und N\u00e4chte in der Welt herumgeritten war, begegnete ihm eines Tages ein alter, gebrechlicher Mann, und der K\u00f6nigssohn sah, da\u00df ihn gro\u00dfer Kummer plagte, und fragte ihn nach der Ursache seiner Betr\u00fcbnis: &#8222;Ach&#8220;, antwortete der Alte, &#8222;siebenmal bin ich um die Welt gereist und \u00fcber die Meere gezogen und habe nach dem Schatz gesucht, den mir ein Drache geraubt hatte. Doch all meine M\u00fche war vergebens.&#8220; &#8222;Ich bin auf dem Wege zur Burg der drei Drachen, denn dort ist ja meine geliebte Braut. Wenn ich deinen Schatz finde, so will ich ihn dir gerne bringen.&#8220; &#8222;Der Himmel segne dich, mein Sohn. Hier, nimm diesen Beutel mit Samen. Wenn du diese Samenk\u00f6rner gegen harten Felsen wirfst, so wird er zerspringen.&#8220; Der K\u00f6nigssohn dankte dem Alten, gab seinem Ro\u00df die Sporen und ritt weiter in die Welt hinaus. Er ritt und ritt, viele Tage und viele N\u00e4chte ritt er so dahin. Endlich gelangte er zum Meeresufer. Weit drau\u00dfen in der Ferne sah er die felsige Dracheninsel. Traurig setzte er sich am Ufer nieder, denn wie sollte er jemals hin\u00fcberkommen? Auf einmal kam ein riesengro\u00dfer schwarzer Rabe geflogen und sprach mit menschlicher Stimme: &#8222;Wer bist du? Was willst du hier an diesem \u00f6den Strand ?&#8220; &#8222;Ich m\u00f6chte auf diese Insel dort hin\u00fcbergelangen und meine Braut von dem Drachen befreien, denn sie wird ja in der Drachenburg gefangengehalten.&#8220;<BR>&#8222;So bist du der K\u00f6nigssohn, auf den ich schon einundzwanzig Jahre warte. Steig auf meinen R\u00fccken, und ich werde dich hin\u00fcberbringen.&#8220;<BR>Der J\u00fcngling stieg auf den R\u00fccken des Raben, und dieser flog mit ihm schneller als der Wind durch die L\u00fcfte. Der Weg aber war weit, und dem Vogel erlahmten die Kr\u00e4fte. Der K\u00f6nigssohn aber nahm von seiner Salbe und bestrich den Leib des Raben damit, und siehe, dessen Kr\u00e4fte kehrten wieder zur\u00fcck, und er brachte ihn heil auf die Felseninsel. Der K\u00f6nigssohn dankte dem Vogel und kletterte an den steilen Felsen empor. Auf einreal kam ein dreik\u00f6pfiger Drache herbeigeflogen, und er spie Rauch und Feuer und Schwefel. Rasch bestrich der Prinz seinen Leib mit der wunderkr\u00e4ftigen Salbe, und er k\u00e4mpfte mit dem Untier. Nach langem Gefecht gelang es ihm, die drei K\u00f6pfe des Drachen abzuschlagen. Voller Freude betrat er nun die Burg, und da sa\u00df in einer Kammer die Prinzessin. Sie war so wundersch\u00f6n, wie der J\u00fcngling noch nie eine gesehen hatte, und sie war sch\u00f6ner als ihr Bild, das er in seinem Herzen getragen hatte. Sie war voller Freude, als sie den dreik\u00f6pfigen Drachen tot am Boden liegen sah. Dann aber sprach sie: &#8222;Wir m\u00fcssen auf der Hut sein, denn bald kommen die beiden andern Drachen zur\u00fcck, und wenn sie dich sehen, verschlingen sie dich mit Haut und Haar!&#8220;<BR>Kaum aber hatte sie diese Worte gesprochen, da h\u00f6rte man ein Sausen und Brausen in der Luft. Ein Drache mit sechs K\u00f6pfen kam geflogen und spie Feuer, Rauch und Schwefel. Schnell bestrich der J\u00fcngling seinen Leib mit der wunderkr\u00e4ftigen Salbe, und nach langem, langem Kampf gelang es ihm, dein Drachen alle sechs K\u00f6pfe abzuschlagen. Gl\u00fccklich umarmte und k\u00fc\u00dfte ihn die Prinzessin. Dann aber sprach sie: &#8222;Eile, verstecke dich in der Truhe. Gleich wird der dritte Drache kommen, und der ist schrecklicher als die beiden ersten.&#8220;<BR>Kaum hatte der K\u00f6nigssohn den Truhendeckel \u00fcber seinem Haupt geschlossen, da h\u00f6rte man auch schon ein Sausen und Brausen gleich einem Erdbeben. Herein kam der dritte Drache geflogen, und er hatte neun K\u00f6pfe und spie Feuer und Flammen, Rauch und Schwefel und schrie mit gewaltiger Stimme: &#8222;Es riecht nach Menschenfleisch!&#8220; &#8222;Nein, nur ein Rabe hat einen Menschenknochen fallen lassen&#8220;, sprach die Prinzessin.<BR>Da setzte sich der Drache an den Tisch und fra\u00df neun Stiere, die er vorher gefangen hatte. &#8222;Diese Nacht tr\u00e4umte mir, es k\u00e4me ein alte Frau und fragte mich, wo ihre Tochter geblieben sei&#8220;, sagte die Prinzessin. &#8222;Das war dein Gl\u00fcck. H\u00e4ttest du gesagt, da\u00df du es selber bist, ich h\u00e4tte dich gefressen bei lebendigem Leib.&#8220; &#8222;Und dann tr\u00e4umte mir von einem Mann, der war sieben Jahre um die Welt gereist und hat doch nie mehr seinen Schatz gefunden.&#8220;<BR>&#8222;Das war dein Gl\u00fcck. H\u00e4ttest du ihm gesagt, da\u00df ich es selber bin, der seinen Schatz besitzt, so h\u00e4tte ich dich gefressen, ungesotten und ungebraten.&#8220;<BR>Unterdessen hatte der K\u00f6nigssohn alles wohl vernommen und sich den Leib mit dem Rest der wunderkr\u00e4ftigen Salbe bestrichen. Er sprang mit einem Male aus der Truhe und k\u00e4mpfte mit dem Drachen. Lange, lange tobte der Kampf.<BR>Endlich aber gelang es ihm, dem Drachen alle neun K\u00f6pfe abzuschlagen. Zu Tode ermattet sank der K\u00f6nigssohn nieder. Da bestrich ihm die Prinzessin die Stirn mit ein wenig Drachenblut, und sogleich kehrte wieder alle Kraft in ihn zur\u00fcck, und sie gingen miteinander in die Schatzh\u00f6hle. Dort aber war das Tor mit einem riesigen Felsbrocken verschlossen. Da gedachte der J\u00fcngling seiner Samenk\u00f6rner und warf sie gegen den Felsen. I)a zerbarst dieser mit gewaltigem Krachen und gab die Schatzkammern des Drachen frei, die unerme\u00dfliche Mengen Gold, Silber und kostbarer Geschmeide bargen. Sie fanden auch den Schatz des alten Mannes. Da rief der Prinz nach dem Raben und gab ihm von dem Drachenblut zu trinken, denn von der Salbe war nichts mehr \u00fcbrig geblieben. Der Rabe wurde davon so stark, da\u00df er den Prinzen und die Prinzessin samt all ihrer Sch\u00e4tze ans andere Ufer tragen konnte. Noch ehe die beiden ihn danken konnten, hatte er sich in die L\u00fcfte erhoben und ward nicht mehr gesehen.<BR>Bald aber begegneten sie dem alten Mann, und der war froh und gl\u00fccklich, seine Sch\u00e4tze wieder zu haben. Es dauerte nicht lange, so begegnete ihnen auch die alte Frau, die K\u00f6nigin, die ihre lichter in die Arme schlo\u00df. Alle zogen sie dann zusammen an den K\u00f6nigshof, in dem der Vater des J\u00fcnglings regierte. Am selben Tage noch wurde dort die Hochzeit gefeiert. Viele Tage und viele N\u00e4chte lang feierte und jubelte das Volk, und wenn sie nicht gestorben sind, so feiern sie noch heute.<BR>[M\u00e4rchen aus Norddeutschland]<\/P><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der war gro\u00df und m\u00e4chtig. \u00dcber viele Reiche und L\u00e4nder herrschte er. Er hatte einen ein zigen Sohn. Als dieser herangewachsen war, zog er hinaus in die Welt, um sich eine Braut zu suchen. 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