{"id":815,"date":"2007-04-27T20:46:28","date_gmt":"2007-04-27T20:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=815"},"modified":"2007-04-27T20:46:28","modified_gmt":"2007-04-27T20:46:28","slug":"der-verlorene-traum-karin-roth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/04\/der-verlorene-traum-karin-roth\/","title":{"rendered":"Der verlorene Traum (Karin Roth)"},"content":{"rendered":"<p><P>Er sa\u00df alleine in seiner dunklen, kalten und feuchten H\u00f6hle.. verzweifelt versuchte er sich zu erinnern wer er war, doch seine Erinnerung war wie ein schwarzes tiefes Loch in dem kein Lichtlein sich regen wollte.<BR>Wenn er sich im Teich vor der H\u00f6hle betrachtete, so sah er nur eine dunkle und verkr\u00fcppelte Gestalt.. schwarze Haut spannte sich um deformierte Knochen, sein Gesicht.. ja kann man es Gesicht nennen.. war \u00fcbers\u00e4t von Pusteln und verschoben in sich selbst, sein h\u00e4sslicher&nbsp; K\u00f6rper kann sich kaum aufrecht halten und seine H\u00e4nde&#8230; ja seine H\u00e4nde.. waren Klumpen die am Ende seiner Arme fast nutzlos hingen.<BR>Er war ein Gargoyle.. verst\u00fcmmelte Fl\u00fcgel hingen nutzlos an seinem R\u00fccken und er wusste nicht wer er ist oder wer er war.<BR>Stunden \u00fcber Stunden sa\u00df er da und gr\u00fcbele \u00fcber sein Leben w\u00e4hrend um ihn herum das Leben des Waldes seinen Lauf nahm.<BR>Er wusste er war nicht immer so ein Wesen gewesen.. wusste das er einmal etwas anderes war,wusste das einst die Magie sein Leben beherrscht hatte, doch nur wage Erinnerungsfetzen drangen noch in seine Gedanken. <BR>So lebt er er sein tristes Leben fernab von jedweder Behausung.. lebte das Leben eines einsamen Eremitens und trauerte um Dinge die er nicht mehr wusste.<BR>Er sah Jahreszeiten kommen und gehen.. sah wie der Wald um ihn herum wuchs und gedeihte aber er scherte sich nicht um die Belange seiner Welt in der er Lebte.<BR>Eines Tages.. es ward ein schrecklicher Sturm \u00fcber die Berge hereingebrochen sah er am Rande des Teiches etwas liegen..<BR>Hell gl\u00e4nzend.. filigran und zart.. ein Wesen .. wie er aus den Legenden.. er hatte eine Waldelfe gefunden die durch den Sturm verletzt lag.<BR>Vorsichtig n\u00e4herte er sich der Elfe.. er hatte furcht vor ihr, denn er wusste um die Blicke anderer Wesen wenn sie ihn erblickten.<BR>Doch als er sah wie hilflos und verletzt sie war, nahm er sie auf und trug sie in seine H\u00f6hle.<BR>Das erstemal seit vielen Monden hatte er Kontakt mit einem anderen Wesen. Langsam lie\u00df er sie auf sein Lager sinken und versucht ungeschickt ihre Wunden zu verarzten.<BR>Dann setzte er sich neben sie.. nahm seine Fl\u00f6te.. das einzige was ihm Freude bereitete und spielte eine sanfte Weise die ihren Schlaf begleiten sollte.<BR>Lange Zeit beobachtete er ihren unruhigen Schlaf.. k\u00fchlte mit dem klaren Wasser von Teich ihr erhitzes Gesicht und erfreute sich trotz seiner Furcht an ihrer lieblichen Gestalt.<BR>Irgendwann \u00fcbermannte ihn jedoch der Schlaf und er glitt hin\u00fcber in die Welt der Nacht.<BR>Viele Stunden sp\u00e4ter wurde er durch eine sanfte Ber\u00fchrung geweckt.<BR>Er schrak hoch und erblickte die Elfe die aufrecht im Bette sa\u00df.<BR>\u00c4ngstlich zog er sich vor ihr zur\u00fcck und verbarg sein Gesicht im Schatten der H\u00f6hle.<BR>Wer bist du h\u00f6rte er sie da mit lieblicher Stimme sprechen.. ich wollte dir danken das du mich vor dem Sturm gerettet hast und mit dein Heim als Zuflucht gabst.<BR>Ich bin niemand antwortete er.. niemand <BR>So trete doch heraus aus dem Dunkel sprach die Elfe wieder, ich m\u00f6chte demjenigen Dank sagen der mich vor dem sicheren Tod gerettet hat.<BR>Z\u00f6gerlich trat der Gargoyle einen Schritt aus dem dunkel der H\u00f6hle.. bereit die Flucht zu ergreifen, falls er wieder den Schrecken und die Angst in den Augen seines Gegen\u00fcbers erkennen konnte.<BR>Doch.. was war das? <BR>Sie l\u00e4chelte.. l\u00e4chelte IHN an.. <BR>Ohne Furcht<BR>Ohne Schrecken<BR>Ohne Abscheu in den klaren Augen.<BR>Ich bin Syl sprach sie.. eine Waldelfe und durch dein Handeln hast du mich bewahrt in das Schattenreich einzukehren.<BR>Du hast einen Wunsch frei, denn mein Leben lag in deinen H\u00e4nden und es ist Sitte bei meinem Volke das ich dir nun einen Wunsch gew\u00e4hren muss.<BR>Aber ich habe keine W\u00fcnsche sprach er.. das einzige was ich m\u00f6chte kannst du mir nicht geben..<BR>Was ist es, das ich dir nicht geben kann hub die Elfe wieder an.<BR>Meine Erinnerung.. meine Vergangenheit.. Mein damaliges Leben sprach er traurig.<BR>Da stand die Elfe auf, ging auf den Gargoyle zu und nahm sanft sein Gesicht in ihre kleinen H\u00e4nde.<BR>H\u00f6re zu so meinte sie und lass mich dir eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen.<BR>Einst lebte hier im Wald ein Wesen&#8230; umh\u00fcllt von Magie und Zauberei&#8230;<BR>&nbsp;Ein Wesen so sch\u00f6n wie die Morgend\u00e4mmerung,<BR>&nbsp;doch hart im Herzen und verschlossen f\u00fcr alle die Hilfe bei ihm suchten.<BR>Als nun einst eine von meinem Volke Hilfe bei ihm zu suchen glaubte.. schickte er sie in den Sturm hinaus und verweigerte ihr jedwede Zusage.<BR>Schwer verletzt fand sie jedoch den Weg in ihr zu Hause und wurde zornig auf das Wesen.. so ging sie zu dem Herrscher des Waldes und bat ihn unter Tr\u00e4nen das Wesen mit einem Fluch zu belegen.<BR>Der Fluch besagte das es dahinvegetieren sollte&#8230; als h\u00e4ssliches und verabscheuungsw\u00fcrdiges Gesch\u00f6pf.. bis.. ja bis es jemanden freiwillig seine Hilfe anbot und selbstlos handeln w\u00fcrde.<BR>Wenn dies geschehen sollte, w\u00fcrde sich das Wesen wieder an sein fr\u00fcheres Leben erinnern und durch einen von den Elfen geschickten Traum zu seinem alten Selbst zur\u00fcckfinden.<BR>Wei\u00dft du von wem ich spreche fragte die Elfe den Gargoyle?<BR>Vollkommen \u00fcberrascht hatte er der Geschichte der Elfe zugeh\u00f6rt und ihn \u00fcberkam nun eine gro\u00dfe Demut und er sch\u00e4mte sich sehr als er in ihr offenes Gesicht blickte.<BR>Du sprichst von mir nicht wahr? Ich war dieser Narr der nur sein eigenes Wohl im Sinne hatte und niemals andere gedachte.<BR>Ja sprach sie.. du warst es, doch durch deine Tat von heute Nacht hast deinen verloren geglaubten Traum wiedererlangt.<BR>Heute Nacht werde ich die Zauber rufen um dich von deinem Fluch zu erl\u00f6sen, denn du hast dein innerstes \u00fcberwunden und Mitleid empfunden f\u00fcr ein anderes Lebewesen.<BR>Mit diesem Worte in seinen Gedanken schlief der Gargolye ein und begann zu tr\u00e4umen.<BR>Er tr\u00e4umte von weiten W\u00e4ldern.. er tr\u00e4umte vom fliegen und er tr\u00e4umte von der Morgensonne die er so lange gemieden hatte.<BR>Er tr\u00e4umte auch von Magie.. von Zauberwesen und von einer majest\u00e4tischen Gestalt die \u00fcber den L\u00fcften zu&nbsp; schweben schien.<BR>Pl\u00f6tzlich vernahm er ein Brennen in seinen Adern.. ein Spannen in seiner Haut und einen unglaublichen Schmerz in seinen Knochen<BR>Und er erwachte.<BR>Was ihn empfing war ein unsagbarer Schmerz und ein glei\u00dfendes Licht das ihn umgab.. <BR>Lange dauerte es und er dachte er m\u00fcsse nun seine Reise zu den Sternen antreten und sein Leben w\u00fcrde nun ein Ende finden.<BR>Doch der Schmerz lie\u00df nach und als er die Augen \u00f6ffnete sah er die Elfe l\u00e4cheln vor sich stehen.<BR>Was hast du mit mir gemacht sprach er&#8230; warum dieser Schmerz und diese Qual?<BR>So schau in den Teich sprach die Waldelfe und erblicke dein altes Gesicht<BR>Und sage mir was du darin erkennen kannst.<BR>Er schritt langsam aus der H\u00f6hle, trat an den Teich und blickte hinein.<BR>Was er dort erkennen konnte, lie\u00df ihn wiederum vor Schreck aber auch Freude erstarren.<BR>Er sah&#8230;<BR>Sich selbst\u2026<BR>Majest\u00e4tisch und gro\u00df<BR>Schillernd in Smaragd und Rubint\u00f6nen<BR>Augen die wie Bernsteine funkelten<BR>Fl\u00fcgel die sich Meterhoch \u00fcber seinen Sch\u00e4del erhoben<BR>Klauen so rein und hart wie Diamant<BR>Schuppen die ,die Farben der Morgend\u00e4mmerung trugen <BR>Ein Drache<BR>Er war ein Drache<BR>Mit seinem Anblick im Teich kehrte auch seine Erinnerung zur\u00fcck an seine verwerflichen Taten und er sch\u00e4mte sich sehr.<BR>So h\u00f6re zarte Elfe begann er nun mit m\u00e4chtiger Stimme zu der Elfe zu sprechen,<BR>ich gebe dir hier nun ein Versprechen<BR>Niemals wieder soll ein Wesen meiner Art Hilfe verweigern<BR>Niemals wieder wird ein Wesen meiner Art das Mitleid vergessen <BR>Niemals wieder wird ein Wesen meiner Art vergessen was mir geschah<BR>Niemals wieder&nbsp; das schw\u00f6re ich dir in Namen aller Drachen auf Erden.<BR>Mitleid und Hilfsbereitschaft sollen nicht in Vergessenheit geraten und ich werde die Kunde verbreiten und mein Bestes dazu tun<BR>Denn wo das Mitleid stirbt, da stirbt auch die Welt<BR>Wo die Hilfe stirbt da stirbt auch das Gewissen<BR>Wo das Verstehen stirbt<BR>Da stirbt auch diese Welt.<BR>Mit diesen Worten erhob sich der Drache und flog hinweg \u00fcber die Berge um&nbsp; auszuziehen und sein Versprechen einzuhalten.<BR>Zur\u00fcck blieb die Elfe mit einem wissenden L\u00e4cheln und zufrieden kehrte sie zu ihrem Volke zur\u00fcck.<BR>Wusste sie doch nun, das alle folgenden Generationen diesem Wort folge leisten w\u00fcrden und die Drachen nun endlich ihrer Bestimmung zukommen w\u00fcrden.<BR>Als Helfer.. Sch\u00fctzer und Bewacher dieser unserer Welt.<BR>Wo Drachen leben&#8230;<BR>&nbsp;sei es in der Phantasie der Menschen oder in den Zauberreichen<BR>wird immer das Verst\u00e4ndnis und die Hilfsbereitschaft regieren<BR>So fliegen auch heute noch viele Drachen durch unsere Geister und durch unsere Welt,<BR>denn wahrhafte G\u00fcte existiert in vielen von uns<\/P><P>\u00a9 Aquamarin 2002<\/P><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er sa\u00df alleine in seiner dunklen, kalten und feuchten H\u00f6hle.. verzweifelt versuchte er sich zu erinnern wer er war, doch seine Erinnerung war wie ein schwarzes tiefes Loch in dem kein Lichtlein sich regen wollte.Wenn er sich im Teich vor der H\u00f6hle betrachtete, so sah er nur eine dunkle und verkr\u00fcppelte Gestalt.. schwarze Haut spannte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"class_list":["post-815","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fantasy"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/815","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=815"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/815\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=815"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=815"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=815"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}