{"id":783,"date":"2008-10-15T18:17:39","date_gmt":"2008-10-15T17:17:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=783"},"modified":"2011-07-07T15:53:22","modified_gmt":"2011-07-07T14:53:22","slug":"qbrisingrq-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2008\/10\/qbrisingrq-rezension\/","title":{"rendered":"&#8222;Brisingr&#8220; &#8211; Rezension"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left;\" src=\"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-content\/images\/shopping\/books\/eragon_brisingr.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" hspace=\"6\" \/> Nachdem die ersten beiden B\u00e4nde von Christopher Paolinis &#8222;Inheritance&#8220;-Trilogie clever und erfolgreich vermarktet wurden &#8211; und nachdem die Verfilmung des ersten Bandes grandios floppte -, hat sich der Wirbel um die &#8222;Eragon&#8220;-B\u00fccher erstmal gelegt. Doch halt, mit dem Erscheinen des dritten Buchs, &#8222;Brisingr&#8220;, handelt es sich ja nicht mehr um eine Trilogie, sondern um einen &#8222;Zyklus&#8220;, denn ein vierter Band wird folgen, der die Geschichte abschlie\u00dft. Oh, w\u00e4re Paolini doch blo\u00df bei einer Trilogie geblieben!<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Brisingr&#8220; schlie\u00dft direkt an seinen Vorg\u00e4nger &#8222;Eldest&#8220; &#8211; zu Deutsch &#8222;Der Auftrag des \u00c4ltesten&#8220; &#8211; an, Saphira, Eragon und sein Cousin Roran bereiten sich darauf vor, die Ra&#8217;zac in ihrer Lauer anzugreifen und Rorans Verlobte Katrina zu befreien. Dies gelingt ihnen zwar, doch erblickt Eragon in dem Verlies auch Katrinas Vater Sloan, der nur noch ein H\u00e4ufchen Elend darstellt. Eragon kann es nicht \u00fcber&#8217;s Herz bringen, den Mann zu t\u00f6ten und bleibt mit ihm im Herz von Galbatorix&#8216; Reich zur\u00fcck, w\u00e4hrend die anderen fliehen.<\/p>\n<p>Eine gef\u00e4hrliche Reise zur\u00fcck zu den Varden liegt nun vor Eragon. Doch dies ist nur der Anfang eines unsicheren Wegs, denn der Krieg zwischen den Varden und Galbatorix hat gerade erst begonnen, und noch immer haben Eragon, Arya, Nasuada und alle anderen keine Ahnung, wie sie Murtagh oder Galbatorix bezwingen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem drohen die Zwerge, sich von den Varden abzuspalten, da sie einen neuen K\u00f6nig w\u00e4hlen m\u00fcssen. Und Eragon muss immer noch sein Versprechen einhalten, seinen Lehrmeister Oromis erneut aufzusuchen. Doch k\u00f6nnen ihn seine Verb\u00fcndeten zu Kriegszeiten \u00fcberhaupt noch entbehren?<\/p>\n<p>Brisingr ist ein Wort der alten Sprache und bedeutet \u201eFeuer\u201c. Keine Ahnung, was \u201eKaffeekr\u00e4nzchen\u201c in der alten Sprache hei\u00dft, auf jeden Fall w\u00e4re es ein treffenderer Titel f\u00fcr diesen Roman gewesen. Eragon, Roran, Saphira und Co. entwickeln sich hier von jungen Wesen in der Entwicklung zu ollen Laberbacken, die nichts anderes zu tun haben, als ihr eigenes Tun andauernd moralisch zu hinterfragen, mit ihren Unsicherheiten zu hadern und diese laut in die Welt hinauszuposaunen. Bla bla bla bla bla, hatten wir alles schon im letzten Band der Reihe. Es ist erschreckend, wie wenig Dinge von Konsequenz in \u201eBrisingr\u201c gegen\u00fcber den anderen beiden B\u00fcchern geschehen. Man k\u00f6nnte aus diesem knapp 800 Seiten starken Buch locker 400 k\u00fcrzen und an der Geschichte w\u00fcrde sich rein gar nichts \u00e4ndern. Paolini schreibt zwar, dass er jetzt mehr Zeit habe, um seine Charaktere zu entwickeln, de facto passiert da aber nichts, was nicht schon im letzten Buch klar gemacht wurde. Eragon schwankt weiterhin zwischen erz\u00fcrntem Bengel und feingeistigem Humanist, Nasuada intrigiert flei\u00dfig, um sich an der Macht zu erhalten und Roran hat nichts Besseres zu tun, als sich wie ein monstr\u00f6ser Lemming in die aussichtslosesten, halsbrecherischsten, d\u00fcmmsten K\u00e4mpfe zu st\u00fcrzen, um dann mal eben doch noch zu \u00fcberleben. Und die Drachin Saphira sagt zwar viel, hat aber im Endeffekt nichts zu sagen.<\/p>\n<p>Die eigentliche Geschichte findet auf den ersten 100 und auf den letzten 200 Seiten statt. Da gibt es dann auch noch eine kleine Offenbarung, die den Eindruck macht, als w\u00fcrde jemand seinem schreienden Kind im Supermarkt nun doch noch den gew\u00fcnschten Lolly kaufen, damit es endlich Ruhe gibt. Immerhin wurde die hoffnungslose Romanze zwischen Eragon und Arya aus \u201eEldest\u201c auch als wirklich hoffnungslos abgehakt und macht keine weiteren Anstalten, wieder aufzubrechen.<\/p>\n<p>Dies sind harte Worte f\u00fcr ein Buch, das man auf jeder Seite eigentlich m\u00f6gen m\u00f6chte \u2013 denn die beiden Vorg\u00e4nger sind gut und die Hoffnung besteht die ganze Zeit \u00fcber, dass mal endlich irgendwas Spannendes passiert. Zum Schluss muss man sich die Entt\u00e4uschung \u00fcber den mageren Inhalt dann jedoch eingestehen. Dabei ist doch das Ausma\u00df an Selbstreflexion, das die Charaktere des Buchs zeigen, f\u00fcr einen Jugend-Fantasyroman regelrecht beeindruckend. Viele der Handlungen Eragons (zuviele) werden auf ihre Moralit\u00e4t abgeklopft, immer wieder wird gefragt, was Richtig und was Falsch ist, all das T\u00f6ten hinterl\u00e4sst die Protagonisten \u2013 von Saphira mal abgesehen \u2013 nicht ohne Spuren. Paolini bem\u00fcht sich um Differenziertheit, und das ist bemerkenswert. Nur ist all das wie hinweggeblasen, wenn es tats\u00e4chlich ans Morden und T\u00f6ten geht. Denn da werden all die Kriegshandlungen detailliert beschrieben, gelegentlich sogar fast schon beunruhigend hochstilisiert, wie in einem Hollywood-Film. Bei einem normalen Fantasyroman w\u00e4re das kein Problem, f\u00fcr ein Jugendbuch ist es fast schon zu heftig.<\/p>\n<p>Im Endeffekt hat man den Eindruck, als w\u00e4re aus der Trilogie nur deswegen ein Zyklus geworden, damit man ein Buch mehr an den Leser verkaufen kann. Paolini mag zwar als Jungschriftsteller bereits einen sicheren (wenn auch recht pomp\u00f6sen) Stil haben, aber \u00fcber das K\u00fcrzen seiner Geschichte sollte ihn nochmal irgendjemand belehren. An \u201eBrisingr\u201c hat man jedenfalls nur deswegen Spa\u00df, weil die Hoffnung nicht verloren geht, dass es irgendwann noch besser wird. Letztendlich bleibt dann jedoch nur die Hoffnung, dass aus vier B\u00e4nden im Endeffekt nicht etwa f\u00fcnf werden \u2026<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die ersten beiden B\u00e4nde von Christopher Paolinis &#8222;Inheritance&#8220;-Trilogie clever und erfolgreich vermarktet wurden &#8211; und nachdem die Verfilmung des ersten Bandes grandios floppte -, hat sich der Wirbel um die &#8222;Eragon&#8220;-B\u00fccher erstmal gelegt. 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