{"id":776,"date":"2008-07-16T08:45:40","date_gmt":"2008-07-16T08:45:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=776"},"modified":"2008-07-16T08:45:40","modified_gmt":"2008-07-16T08:45:40","slug":"naomi-novik-victory-of-eagles-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2008\/07\/naomi-novik-victory-of-eagles-rezension\/","title":{"rendered":"Naomi Novik &#8211; Victory of Eagles Rezension"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-content\/images\/shopping\/books\/naomi_novik_victory_of_eagles.jpg\" hspace=\"6\" alt=\"\" title=\"\" border=\"0\" style=\"float: left;\" \/>Es sind harte Zeiten f&uuml;r Laurence und Temeraire. Die beiden sind voneinander getrennt &#8211; Temeraire auf den walisischen Brutst&auml;tten eingepfercht, Laurence auf einem britischen Schiff gefangen gehalten, seine Exekution erwartend. Napoleon nutzt derweil seine Chance und greift die britischen Inseln frontal an. Bald schon hat er einen Br&uuml;ckenkopf auf englischem Boden geschlagen und marschiert in Richtung London.<br \/>\n  <br \/> Den Briten bleibt nichts Anderes &uuml;brig: Sie brauchen Temeraire, um den Franzosen bei seinem unerbittlichen Vormarsch aufzuhalten. So wird Laurence, als Verr&auml;ter beschimpft und verachtet, geschickt, um Temeraire zu holen. Dieser ist jedoch der &Uuml;berzeugung, dass Laurence mit dem Schiff, auf dem er gehalten wurde, untergegangen ist und zieht nun rachdurstig und einer &auml;u&szlig;erst merkw&uuml;rdigen Schar im Gefolge alleine durch England, um die Konfrontation mit Napoleons Streitkr&auml;ften zu suchen.<br \/>\n  <br \/> Doch selbst wenn Kapit&auml;n und Drache sich wieder vereinen &#8211; k&ouml;nnen in diesem Krieg &uuml;berhaupt noch f&uuml;r eine Nation k&auml;mpfen, die sie als Hochverr&auml;ter verachtet? <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Kaum zu glauben. Da spekuliert man nach dem heftigen Cliffhanger des letzten Buchs, &quot;Drachenglanz&quot;, wie die Geschichte denn nun im n&auml;chsten Band weitergehen k&ouml;nnte und meint, so ziemlich alle M&ouml;glichkeiten abgedeckt zu haben, wie sich Temeraire und Laurence vorerst aus der Aff&auml;re ziehen k&ouml;nnen &#8211; und dann kommt Naomi Novik mit einer v&ouml;llig neuen, frischen Idee, die die Geschichte dann doch in eine andere Richtung laufen l&auml;sst, als man vermutet h&auml;tte. Eine Sache war absehbar und wurde im hinteren Teil der englischen Ausgabe des letzten Buchs sogar gro&szlig; angek&uuml;ndigt: Napoleon f&auml;llt in England ein! Soweit der Grund, warum die Briten Laurence nicht sofort exekutieren, schlie&szlig;lich m&ouml;chte es man sich mit dem m&auml;chtigen Temeraire nicht v&ouml;llig verderben. Aber wie dieser auf einmal seine Ketten sprengt und sich zu einer Art Kommandeur seines ganz eigenen Regiments innerhalb der britischen Armee hocharbeitet &#8211; das kommt v&ouml;llig unerwartet und zeigt, dass Naomi Novik noch lange nicht am Ende ist mit neuen Ideen f&uuml;r ihre Serie.<\/p>\n<p>Es beginnt bereits mit dem Beschreiben der Brutst&auml;tten als einem neuen Mikrokosmos innerhalb des Temeraire-Universums &#8211; hier finden sich einige sehr spezielle Drachen, die ihre eigene kleine, wenn auch ungerechte Gesellschaft geformt haben, die der intelligente Temeraire erstmal kr&auml;ftig aufmischt. Dann tut Novik gut daran, ihren Roman nach zahlreichen Ausfl&uuml;gen auf andere Kontinente mal wieder vollst&auml;ndig im umk&auml;mpften Gro&szlig;britannien spielen zu lassen. Die Beschreibung des Kriegs auf der Insel ist &auml;u&szlig;erst sauber geworden, mit gro&szlig;er Wertlegung auf nachvollziehbare Kriegsstrategien und so grundlegende Probleme wie Nachschublinien, die besonders bei der Versorgung vieler riesiger Drachen eine wesentliche Rolle spielen. Und auf der anderen Seite gibt es doch immer wieder neue Ideen und Einf&auml;lle, die Sinn machen und sich nahtlos in das Gesamtbild dieses Paralleluniversums einf&uuml;gen. Neue Figuren, darunter die brillante kleine Drachin Perscitias und der unerbittliche Feldmarshall Wellesley &#8211; Historikern sicherlich nicht unbekannt -, stellen ebenfalls eine Bereicherung f&uuml;r das Ensemble dar.<\/p>\n<p>Fans werden sich mit &quot;Victory of Eagles&quot; aber trotzdem teilweise sehr schwer tun, denn dieser Teil ist der mit Abstand d&uuml;sterste, anspruchsvollste und schwierigste der Reihe. Nat&uuml;rlich ist es einerseits sch&ouml;n zu sehen, wie Temeraire seinen pers&ouml;nlichen Zielen immer n&auml;her kommt und wird das Geschehen immer durch ein wenig trockenen Witz aufgelockert. Aber der heimliche Fokus der Geschichte liegt auf der Figur William Laurence, die eine derma&szlig;ene Tragik erh&auml;lt, dass man sich schwer tut, nicht selbst dabei depressiv zu werden. Laurence ger&auml;t zusehends zum seelischen Wrack, sieht sich mit der stillen Verachtung seiner Kollegen und Freunde konfrontiert sowie der pers&ouml;nlichen Verantwortung, dieses Leid auf Gro&szlig;britannien herabbeschworen zu haben. Und nach und nach muss man miterleben, wie sich der alte Haudegen sogar von seinem geliebten Drachen immer mehr distanziert, bis ihm schlie&szlig;lich nichts mehr zu niedrig ist, um dem Land zu vergelten, welches er verraten hat. Das Schlimmste daran ist, dass man genau wei&szlig;, dass es f&uuml;r diesen Verdammten keinerlei Trost geben kann und Novik bleibt in diesem harten Kurs bewundernswerterweise konsequent &#8211; f&uuml;r Autoren, die ihre Figuren lieben, kann das auch nicht einfach sein.<\/p>\n<p>Und auch wenn das Buch auf einer winzigen Note der Hoffnung endet, so kann man nicht anders, als es mit einem Gef&uuml;hl tiefer Melancholie angesichts der Figur von Laurence und seiner Beziehung zu Temeraire beiseite zu legen. Anders als der Vorg&auml;nger endet es auch nicht mit einem Cliffhanger, sondern mit einem stillen, traurigen Ausklang. Bis dahin gab es jedoch freilich massig Schlachten und K&auml;mpfe, all die Abenteuer, die man von der Serie gewohnt ist sowie ein geradezu apokalyptisches Finale. Nach dem tollen ersten Akt gibt es zwar einen leichten H&auml;nger im Mittelteil, den vor allem eine gr&ouml;&szlig;tenteils unn&ouml;tige Rettungsaktion ausmacht, die nur die Entwicklung von Laurence ein wenig beeinflusst, die Geschichte selbst jedoch nicht. Aber insgesamt reiht sich dieses sehr unterhaltsame Buch makellos in die qualitativ ohnehin hochwertige Serie Noviks ein. Ob der ernste, schwere Ton des Buchs jedoch allen Fans der bisher eher leichten Temeraire-Serie gefallen wird, sei dahingestellt. <\/p>\n<p><em>Vielen Dank an <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.die-subkultur.net\/\">Doc<\/a> f&uuml;r die Rezension!<\/em> <\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind harte Zeiten f&uuml;r Laurence und Temeraire. Die beiden sind voneinander getrennt &#8211; Temeraire auf den walisischen Brutst&auml;tten eingepfercht, Laurence auf einem britischen Schiff gefangen gehalten, seine Exekution erwartend. 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