{"id":766,"date":"2007-02-20T12:13:37","date_gmt":"2007-02-20T12:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=766"},"modified":"2007-02-20T12:13:37","modified_gmt":"2007-02-20T12:13:37","slug":"mark-norrel-auf-der-spur-der-drachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2007\/02\/mark-norrel-auf-der-spur-der-drachen\/","title":{"rendered":"Mark Norrel &#8211; Auf der Spur der Drachen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-content\/images\/shopping\/books\/mark_norell_auf_der_spur_der_drachen.jpg\" hspace=\"6\" alt=\"\" title=\"\" border=\"0\" style=\"float: left;\" \/>In China galten Fossilien lange Zeit als Drachenknochen, daher sind der reiche Schatz an drachenbezogenen Mythen und die &uuml;ppigen Fossilvorkommen in einigen chinesischen Provinzen offensichtlich eng miteinander verkn&uuml;pft. Es sind jedoch nicht nur ihre H&auml;ufigkeit und gute Zug&auml;nglichkeit, die den chinesischen Fossilien eine so einzigartige Rolle erm&ouml;glichen. Chinas Pal&auml;ofauna war gepr&auml;gt von Tieren, deren Existenz man noch vor wenigen Jahren f&uuml;r unm&ouml;glich gehalten h&auml;tte: gefiederten Dinosauriern. W&auml;hrend heute allgemein anerkannt wird, dass die V&ouml;gel von einer Gruppe Dinosaurier abstammen, f&auml;llt es schwer, sich Echsen mit Federkleid vorzustellen. Die Fossilien aus China sprechen jedoch exakt diese Sprache. Diese Tiere wurden so rasch und vollst&auml;ndig fossilisiert, dass sich auch weiche und eigentlich verg&auml;ngliche Strukturen wie eben Federn erhalten konnten.<br \/>\n<br \/>Der Autor des vorliegenden Buchs, Mark Norell, und sein Freund, der Fotograf Mick Ellison, stellen dem Leser ihre Reisen nach China und ihre wissenschaftliche Arbeit dort vor. Der Leser lernt nicht nur viele Details aus dem Stammbaum und dem &ouml;kologischen Umfeld von Dinosauriern, V&ouml;geln und S&auml;ugetieren kennen, sondern auch manches &uuml;ber die Geschichte pal&auml;ontologischer Arbeit in China und die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und amerikanischen Forschern auf diesem Gebiet. Zudem beschreibt der Autor seine Eindr&uuml;cke von der chinesischen Kultur, insbesondere der Esskultur, die so vielseitig und f&uuml;r Angeh&ouml;rige au&szlig;erasiatischer Kulturen sehr gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig ist. Manch witzige Episode wird hierzu wie auch zu den Auswirkungen gewisser Heilmittel der traditionellen chinesischen Medizin nacherz&auml;hlt. Zu den Themen des Buchs geh&ouml;rt jedoch au&szlig;erdem nicht zuletzt der erbitterte Streit zwischen rivalisierenden Forschergruppen, von denen eine mit unlogischen, widerspr&uuml;chlichen Argumenten hantiert, die sich jedoch lange Zeit in der &Ouml;ffentlichkeit zu profilieren wusste&#8230;<br \/><!--more--><br \/>Man kann sich kaum einen unterhaltsameren und vergn&uuml;glicheren Ausflug in wissenschaftliche Gefilde vorstellen als dieses Buch. Das an sich schon ausgesprochen faszinierende Thema wird durch die humorvoll vorgetragenen Ausfl&uuml;ge in die chinesische Kultur und Arbeitsweise, durch Informationen &uuml;ber den regen Fossilienschwarzmarkt und viele andere Exkurse gew&uuml;rzt, sodass es im Grunde eben nicht nur ein Buch &uuml;ber einen Ausschnitt aus der pal&auml;ontologischen Forschung, sondern auch eines &uuml;ber soziokulturelle Aspekte des Lebens in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China ist.<br \/>\n<br \/>Ebenso farbenfroh wie die Erz&auml;hlungen &uuml;ber das Leben und die Forschungsarbeiten in China einschlie&szlig;lich einiger Nebenwirkungen auf die westlichen Reisenden sind die zahlreichen Fotos von Mick Ellison, der es nicht nur versteht, Fossilien so abzufotografieren, dass alle wesentlichen Details, wie zum Beispiel Federn einschlie&szlig;lich ihrer feinen inneren Struktur, erkennbar bleiben, sondern zudem bezaubernde Portr&auml;ts von den unterschiedlichsten Personen anzufertigen und auch Stillleben und Landschaften aller Art sehr ansprechend zu pr&auml;sentieren vermag.<br \/>\n<br \/>Wer ein reines Sachbuch &uuml;ber Pal&auml;ontologie erwartet, wird also unter Umst&auml;nden entt&auml;uscht sein. Doch gerade die charmante Mischung aus gut beobachtetem Lokalkolorit eines lange Zeit hartn&auml;ckig von &uuml;berseeischen M&auml;chten abgeschotteten exotischen Landes, das zugleich, abgeschirmt vom Westen, wegweisende pal&auml;ontologische Ausgrabungen und Grundlagenforschung betrieb, und der Erl&auml;uterung und Interpretation von Funden und deren wissenschaftlicher Auswertung macht die Faszination dieses Buchs aus, zumal manche allt&auml;gliche chinesische Essenszutat wie Fr&ouml;sche oder Schildkr&ouml;ten weit in die Vergangenheit verweist und unter den Fossilien der Provinz Liaoning mit manchem Verwandten aufwarten kann, dessen Knochen sich in Gesellschaft von gefiederten Dinosauriern befinden.<br \/>\n<br \/>Dieses Buch &uuml;ber spannende und bedeutsame Entdeckungen ist somit selbst eine Entdeckung. Es eignet sich aufgrund seines unkomplizierten, ansprechenden Stils und seiner Allgemeinverst&auml;ndlichkeit nicht nur f&uuml;r Erwachsene, sondern auch f&uuml;r Jugendliche, die sich f&uuml;r Pal&auml;ontologie und vielleicht ebenso f&uuml;r L&auml;nder- und V&ouml;lkerkunde interessieren.<\/p>\n<p>Diese Rezension wird mit freundlicher Erlaubnis von <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.media-mania.de\/\">Media-Mania.de<\/a> verwendet<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In China galten Fossilien lange Zeit als Drachenknochen, daher sind der reiche Schatz an drachenbezogenen Mythen und die &uuml;ppigen Fossilvorkommen in einigen chinesischen Provinzen offensichtlich eng miteinander verkn&uuml;pft. Es sind jedoch nicht nur ihre H&auml;ufigkeit und gute Zug&auml;nglichkeit, die den chinesischen Fossilien eine so einzigartige Rolle erm&ouml;glichen. 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