{"id":741,"date":"2005-09-02T14:41:40","date_gmt":"2005-09-02T13:41:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=741"},"modified":"2011-07-02T11:55:25","modified_gmt":"2011-07-02T10:55:25","slug":"christopher-paolini-eldest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2005\/09\/christopher-paolini-eldest\/","title":{"rendered":"Christopher Paolini &#8211; Eldest"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/wp-content\/images\/shopping\/books\/eldest_christopher_paolini.jpg\" hspace=\"6\" alt=\"\" title=\"\" border=\"0\" style=\"float: left;\" \/>Die Schlacht von Tronjheim ist geschlagen, die Urgal sind besiegt, der Schatten Durza wurde vernichtet. Und dennoch ist der Sieg f&uuml;r Eragon bitters&uuml;&szlig;, denn aufgrund ungl&uuml;cklicher Umst&auml;nde muss ein neuer Anf&uuml;hrer f&uuml;r die Varden gew&auml;hlt werden. Ehe er es sich versieht, werden der von Durzas Verwundung geplagte Eragon und seine Drachin Saphira in die R&auml;nkespiele am Hofe Tronjheims mit einbezogen, und schon bald muss er sich entscheiden, wem er seine Treue schw&ouml;rt, bevor er in das Reich der Elfen reist, um dort sein Training als Reiter zu beginnen. Eine Zeit, die einiges an &Uuml;berraschungen, Emotionen und Erkenntnissen f&uuml;r ihn bereithalten wird, im Guten wie im Schlechten.<br \/>\nW&auml;hrenddessen erscheinen Soldaten des wahnsinnigen K&ouml;nigs Galbatorix in Carvahall, die Eragons Cousin Roran mitnehmen wollen. Das Dorf leistet Widerstand &#8211; und muss daf&uuml;r einen hohen Preis bezahlen.<br \/>\nObwohl die Fortsetzung zu Christopher Paolinis spektakul&auml;rem Romandeb&uuml;t &quot;Eragon&quot; von vor zwei Jahren im Rahmen des aktuellen Rummels um &quot;Harry Potter und der Halbblutprinz&quot; untergehen wird, wird sie von der rasch entstandenen Fangemeinde sicherlich trotzdem sehns&uuml;chtig erwartet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\nIch pers&ouml;nlich kann nicht sagen, was zu dem enormen Erfolg des ersten Bandes &quot;Eragon&quot; von Paolinis &quot;Inheritance&quot;-Trilogie gef&uuml;hrt hat, ob es die Drachin Saphira war, die ganz auf Jugendliche zugeschnittene Fantasy, die Hauptfigur, mit der man sich leicht identifizieren konnte oder der offene Hype darum, dass Paolini damit begonnen (!) hatte, das Buch im Alter von 15 Jahren zu schreiben.<br \/>\nLetzteres Argument zieht eh nicht mehr, Paolini ist mittlerweile 21, und jeder, der dieses Alter erreicht hat, wei&szlig;, was f&uuml;r eine enorme Entwicklung man in diesem Zeitraum durchmacht. Das merkt man &quot;Eldest&quot;, so der Titel der von mir gelesenen englischen Ausgabe, auch durchaus an, denn die Fortsetzung ist von wesentlich professionellerer Hand geschrieben als der Erstling.<br \/>\nAm deutlichsten wird das im Aufbau der Geschichte.<br \/>\nPaolini teilt seinen Roman in drei gro&szlig;e, aber nicht weiter gekennzeichnete Abschnitte ein, in denen er mittlerweile sogar mehrere Handlungsstr&auml;nge unterbringt, anstatt ziellos voran zu preschen.<br \/>\n&quot;Eldest&quot; wirkt dadurch wesentlich fokussierter &#8211; ein klares Zeichen daf&uuml;r, dass er in seinem schriftstellerischen Handwerk dazugelernt hat.<br \/>\nLeider hat er in diesem Buch enorme<br \/>\nStartschwierigkeiten. &quot;Eldest&quot; will einfach nicht aus dem Knick kommen, die ersten 200 der englischen 670 Seiten drehen sich gar nur um Politik, B&uuml;ndnisse und Treueschw&uuml;re &#8211; absolut keine spannende Ausgangssituation, wirft Paolini doch auch gleich einige wichtige Charaktere aus dem Vorg&auml;nger aus dem Rennen. Dass die Spannung in diesem Abschnitt gar abseits der Hauptstory liegt, n&auml;mlich bei der Belagerung von Carvahall, spricht ebenfalls gegen den Spannungsbogen von &quot;Eldest&quot;, schlie&szlig;lich dreht sich der Roman haupts&auml;chlich um Eragon. Sobald dieser jedoch im Reich der Elfen angelangt ist und seine Ausbildung, begleitet von einigen handfesten &Uuml;berraschungen, beginnt, liest sich seine Geschichte wesentlich fl&uuml;ssiger. Das liegt vor allem an Eragon selbst, der von Paolini eine umfangreiche und ernst zu nehmende Weiterentwicklung erf&auml;hrt. Zum einen wird der &Uuml;bermensch-Status, den er gegen Ende des letzten Romans zu erreichen drohte, durch seine ihn plagende Verletzung wesentlich abgeschw&auml;cht. Auf der anderen Seite droht er, genau diesen Status im Laufe seiner Ausbildung wieder zu erreichen. Daf&uuml;r macht es jedoch Spa&szlig;, ihn bei seinem rapiden Reifeprozess und auch bei den ersten Kapiteln seines Liebeslebens zu beobachten, verh&auml;lt er sich doch stets nachvollziehbar, gewissenhaft und dennoch trotzig &#8211; ein echter Harry Potter also&#8230; \ud83d\ude09 Fans der Drachin Saphira werden dagegen vielleicht ein wenig entt&auml;uscht sein. Drachen sind nun mal, was sie sind, da kann Paolini auch nichts wirklich Neues mit ins Spiel bringen. Das einzig Interessante sie betreffend w&auml;re da auch bei ihr der von ihr ge&auml;u&szlig;erte Wunsch nach einem Partner&#8230;<br \/>\nDaf&uuml;r wird Eragons Cousin Roran als wichtige neue Figur eingef&uuml;hrt und ebenfalls einer gewaltigen, aber immer auch glaubw&uuml;rdigen und irgendwie coolen Ver&auml;nderung durchzogen.<\/p>\n<p>Man merkt, bei den Charakteren hat sich Paolini wirklich M&uuml;he gegeben und man kann auch getrost sagen, dass er da auf ganzer Linie Erfolg hat. Die Geschichte ist da eine andere Sache.<br \/>\nNach dem lahmen Anfang mag sich &quot;Eldest&quot; zwar interessant weiterlesen, aber vor allem der Hauptgeschichte fehlt es einerseits an einem wirklichen Spannungsaufbau, andererseits an einem Antagonisten, der auch Pr&auml;senz zeigt, bleibt doch Galbatorix auch weiterhin nur ein Name mit einer Geschichte dahinter. Der Klimax, der den dritten Teil des Romans markiert und einfach so 130 Seiten vor Schluss ausgel&ouml;st wird, kommt einem dann nach einem Finale um des Finales Willen vor &#8211; wie gesagt, einen Aufbau zu diesem Klimas hin gibt es de facto nicht.<br \/>\nStattdessen bringt Paolini in diesen &#8211; durchaus spannenden &#8211; letzten 100 Seiten noch einige &Uuml;berraschungen und Twists, die man teilweise schon den gesamten Roman &uuml;ber erwartet, teilweise erahnt hat und die einen teilweise durchaus &uuml;berraschen. Das pl&ouml;tzliche Auftauchen eines Antagonisten nimmt man Paolini aber nicht unbedingt ab &#8211; hier macht sich dann bemerkbar, dass der den gesamten Roman &uuml;ber gefehlt hat. Die Geschehnisse hinterlassen einen also irgendwie unbefriedigt, was aber durchaus auch am offenen Ende liegen mag, schlie&szlig;lich hat man letztendlich durchaus Lust auf Mehr.<\/p>\n<p>Im letzten Buch, &quot;Eragon&quot;, hatte ich noch kritisiert, dass Paolini zu viele Elemente aus J.R.R. Tolkiens &quot;Der Herr der Ringe&quot; &uuml;bernimmt und dass das gesamte Buch zu sehr an jene Fantasybibel erinnert. In &quot;Eldest&quot; erf&auml;hrt dies leider keinen Abbruch.<br \/>\nObwohl Paolini, oder einer seiner Berater, Ahnung von Linguistik zu haben scheint, wirken seine erfundenen Sprachen auf mich nicht wirklich authentisch &#8211; mal davon abgesehen, dass man h&auml;ufig S&auml;tze hinten im Glossar nachschlagen muss, was den Lesefluss ein wenig st&ouml;rt. Sein Zwergisch und sein Elfisch k&ouml;nnte ich, w&uuml;rde ich jetzt einige S&auml;tze losgel&ouml;st vom Roman lesen, wahrscheinlich nicht unterscheiden k&ouml;nnen.<br \/>\nDadurch haben die Sprachen keine Identit&auml;t und k&ouml;nnen den V&ouml;lkern dadurch keinen Identit&auml;tsbonus geben.<br \/>\n&Uuml;berhaupt sind die Elfen mal wieder das &quot;sch&ouml;ne Volk&quot;, sind die Zwerge mal wieder Bergarbeiter und die Menschen mal wieder diejenigen, die alles raushauen m&uuml;ssen.<br \/>\nDie Ra&#8217;zac sind offensichtliche Nazg\u00fbl-, die Urgal offensichtliche Ork-Substitute, Galbatorix zu sehr der gestaltlose, &uuml;berm&auml;chtige B&ouml;sewicht. Dann kommen noch die eingestreuten Lieder und Gedichte hinzu und so vieles mehr, bei dem ich mir w&uuml;nsche, Paolini h&auml;tte eigene Ideen gefunden. Beabsichtigte Tolkien-Zitate machen diesen Eindruck leider auch nicht besser.<br \/>\nDes Weiteren nehme ich ihm auch seine Welt nur halbherzig ab. Zu schnell wird Alaga\u00ebsia von oben nach unten durchquert. Dieses Gef&uuml;hl von geographischer Gr&ouml;&szlig;e, was beim &quot;Herrn der Ringe&quot; auftrat, geht hierbei verloren.<\/p>\n<p>Es ist gemein und hart, Paolinis Erstlingswerk mit Tolkiens Meisterwerk zu vergleichen, aber sein eigener Inhalt dr&auml;ngt es leider auf.<br \/>\nFairerweise muss man aber hinzuf&uuml;gen, dass Paolini trotzdem immer wieder eigene Ideen hat und seine Welt von Mittelerde abheben kann. Die Magie in Alaga\u00ebsia beschreibt Paolini in einem festen Regelsystem, bei dem ich nur hoffe, dass er sich damit nicht &uuml;bernommen hat. Au&szlig;erdem findet er immer und immer wieder Bilder, die zwar simpel, aber dennoch von ungeheurer Ausdruckskraft sind. Sp&auml;ter wird er sogar derma&szlig;en visuell, dass man die Verfilmung dazu bereits vor Augen hat. Vielleicht wurden jene Szenen sogar absichtlich im Hinblick darauf stilisiert?<br \/>\nSein eigentlicher Schreibstil letztendlich ist tats&auml;chlich fast als meisterhaft zu bezeichnen.<br \/>\nPaolini hat ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Talent daf&uuml;r, bunte, lebhafte Beschreibungen zu finden und die Gedankeng&auml;nge seiner Charaktere glaubw&uuml;rdig und gef&uuml;hlvoll darzustellen. Dabei offenbart er ein beeindruckendes Vokabular, was ihm ab und an aber durchgeht. W&ouml;rter wie &quot;ambidextrous&quot; oder &quot;quadriceps muscle&quot; wirken in einer Fantasywelt fehl am Platz, noch mehr angesichts der Tatsache, dass ein Bauernjunge wie Eragon sie kennt.<\/p>\n<p>Das war eine Menge Schelte f&uuml;r einen Roman, der es vielleicht gar nicht mal verdient hat. F&uuml;r seine Erfahrung hat Paolini einen exzellenten Roman geschrieben, der den Vergleich mit anderen professionellen Werken der Fantasyliteratur nicht zu scheuen brauch. Angesichts der sympathischen Hauptfigur, dem prima funktionierenden Ganzen und einem guten Finale ist man dann auch gerne dazu bereit, ihm seine Schnitzer am Anfang und seine generelle Unselbstst&auml;ndigkeit zu verzeihen.<\/p>\n<p>Vielen Dank an <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/subkultur.drachenserver.de\">Doc <\/a>f&uuml;r die Rezension<\/p>\n<p>Weiterf&uuml;hrende Links:<br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/037582670X\/dragonslayer-21\">Eldest bei Amazon bestellen<\/a><br \/><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.eragon.de\">Eldest Homepage<\/a><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlacht von Tronjheim ist geschlagen, die Urgal sind besiegt, der Schatten Durza wurde vernichtet. Und dennoch ist der Sieg f&uuml;r Eragon bitters&uuml;&szlig;, denn aufgrund ungl&uuml;cklicher Umst&auml;nde muss ein neuer Anf&uuml;hrer f&uuml;r die Varden gew&auml;hlt werden. 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