{"id":692,"date":"2002-12-28T20:43:00","date_gmt":"2002-12-28T20:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=692"},"modified":"2002-12-28T20:43:00","modified_gmt":"2002-12-28T20:43:00","slug":"das-drachenbuch-update","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2002\/12\/das-drachenbuch-update\/","title":{"rendered":"Das Drachenbuch update"},"content":{"rendered":"<p>Meine Rezension zum Drachenbuch vom Ehepaar Bandini habe ich erneut &uuml;berarbeitet, hier die aktuelle Fassung:<br \/>\n<br \/>Das Drachenbuch von Ditte und Giovanni Bandini ist, meines Erachtens nach, DAS Highlight der Drachenliteratur 2002. Aber ich beginne besser am Anfang. Als ich das Buch zum ersten Mal auf der Liste der bald zu erscheinenden B&uuml;cher fand, da neigte sich das Jahr 2001 gerade dem Ende zu. Als ich es dann endlich erhielt, war das Jahr 2002 beinahe ebenso weit fortgeschritten. In diesem Fall l&auml;sst sich jedoch ohne Bedenken sagen, dass gut Ding Weile hatte! Das Buch ist kein Aufguss bereits bekannter Geschichten, keine Kopie des Buches &bdquo;Das Gro&szlig;e Buch der Drachen&ldquo; und auch keine v&ouml;llig abwegige Eigenkreation. Es ist ein Blick auf die Drachen wie sie heute sind und wie sie zu dem wurden als was wir sie heute betrachten. Jedoch beschr&auml;nken sich die Autoren im Hier und Jetzt nicht einfach auf die Vorstellung Drachen sein blutr&uuml;nstige Monster, so wie es althergebracht und festgeschrieben steht. Nein, sie versuchen vielmehr zu ergr&uuml;nden, warum die Drachen in unserer Kultur trotz der vermeintlichen Boshaftigkeit und Verschlagenheit einen so hohen Stellenwert erhalten konnte und gehen bei diesem Versuch tiefer, als viele Autoren es vorher jemals versucht haben.<br \/>\n<br \/>Das Buch beginnt f&uuml;r jeden Kritiker freundlich, denn empfangen wird mit der ehrlichen Aussage, dass dasselbige keinen Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit erhebt und viele als m&ouml;glicherweise wichtig erachtete Punkte nur gestriffen werden, um ein m&ouml;glichst breit gef&auml;chertes Bild der Drachen zu erm&ouml;glichen. Hut ab! Soviel Ehrlichkeit ist l&ouml;blich und zeigt, dass sich die Autoren tats&auml;chlich mit der Materie und den Quellen auseinander gesetzt haben und wissen, was sie sich f&uuml;r ein schweres Gebiet ausgesucht haben.<br \/>\n<br \/>So folgt im Drachenbuch zun&auml;chst die allgemeine Definition eines Drachen, sowie die grobe Kl&auml;rung der Frage, was sich eigentlich alles zu einem Drachen z&auml;hlen darf und was nicht. Nachdem der Leser nun wei&szlig;, was er unter einem Drachen zu verstehen hat und wie er diese eventuell unterscheiden kann, ist es nat&uuml;rlich interessant zu erfahren, was Drachen den ganzen Tag lang so treiben und warum sich dieses oder jenes Bild gefestigt hat! Hier beginnt nun endlich der besondere Charme des Buches sich zu entfalten. Nicht nur die althergebrachten Klischees von Gold hortenden, Jungfrauen stehlenden Drachen werden in den Vordergrund ger&uuml;ckt, sondern auch dass, was Drachen in heutiger Zeit so popul&auml;r macht, n&auml;mlich beispielsweise die Suche nach Freunden und Gleichgesinnten. An einen Drachen ebenso fest gebunden wie seine Lebensweise ist sein Tod. Dieser wird hierbei genauso vollst&auml;ndig beschrieben, wie die Drachent&ouml;ter und Ihre erfolgreichsten Strategien, wobei nicht nur der martialische Waffengang erw&auml;hnt wird, sondern auch die vielen kleinen &bdquo;Hausmittelchen&ldquo;, die Sagen oder antiken &Uuml;berlieferungen zu Folge geholfen haben sollen einen Drachen zu vertreiben oder zu vernichten. Nachdem der Leser alle Vorkenntnisse &uuml;ber die verschiedensten Drachen, deren Lebensstile und Gepflogenheiten, Feinde und Freunde kennt, folgt der interessanteste Part des Buches, eine Art Drachenkompendium! Hierbei werden viele Begriffe, die teilweise aus M&auml;rchen, haupts&auml;chlich aber aus Rollenspielen bekannt sind, beleuchtet und sehr passend, korrekt und stimmig wiedergegeben. Besonders hervorzuheben ist hierbei das Kapitel &uuml;ber Hausdrachen, das zu schreiben sich noch niemand vorher getraut hat, man aber jetzt, wo man es zu ersten Male liest, doch schmerzlich vermisst hat. Der letzte Teil des Buches behandelt schlussendlich den Weg des Drachen vom althergebrachten Unget&uuml;m bis zum heutigen Knuddeldrachen und zum salonf&auml;higen Charakter, der vielerorts, auch im Internet, geehrt wird, sowie ein kurzes Nachwort, welches versichert, dass Drachen noch immer existieren.<\/p>\n<p>Kein Buch ganz ohne Schattenseiten, so folgt hier die sp&auml;rlich ges&auml;te Kritik. Die Aufmachung des Buches an sich ist dem DTV gut gelungen, auch die von Michael Whelan lizensierten Bilder auf Hochglanzpapier wissen zu gefallen. Allerdings h&auml;tte bei der &Uuml;berarbeitung des Buches doch mal irgendjemand auffallen m&uuml;ssen, dass eingewobene Geschichten und M&auml;rchenzitate zwar in kleinerer Schrift dargestellt werden, der auf diese Geschichten und M&auml;rchen folgende Text aber immer wieder normal geschrieben werden m&uuml;sste. So beginnt und endet manchmal eine Geschichte und wird einfach Typographisch weiter gef&uuml;hrt, bis irgendwann mal wieder die andere Schriftart verwendet wird. Bei den Geschichten bin ich auch gleich an meinem einzigen wirklichen Kritikpunkt angelangt. Sie sind teilweise zu kurz oder werden unterbrochen, um Platz f&uuml;r weiterf&uuml;hrende Kommentare der Autoren zu geben. Ein wenig mehr h&auml;tte hier bei weitem nicht geschadet! Besonders positiv ist aber zu erw&auml;hnen, dass die Autoren ein sehr ausf&uuml;hrliches Literaturverzeichnis angelegt haben, welches viele Quellen aufweist und nur erneut zeigt, wie gut sie sich mit der Materie befasst haben. Ach ja, das Zitat auf der letzten Seite des Buches stammt nicht vom Museum f&uuml;r Drachen zu Furth im Wald, sondern aus dem Buch &bdquo;The Flight of dragons&ldquo; von Peter Dickins.<\/p>\n<p>Ich kann nur abschlie&szlig;end noch einmal betonen was ich schon wusste nachdem ich das Buch das erste Mal gelesen hatte. Das Buch ist einmalig, deckt bereiche ab, in die sich noch kein Autor vorher gewagt hat und geht dabei mit soviel Witz und Charme zur Sache, dass man es gar nicht mehr aus der hand legen m&ouml;chte. Das Drachenbuch von Ditte Bandini hat sich einen Ehrenplatz in jedem Liebhaberregal verdient und ist meines Erachtens nach das beste Sachbuch &uuml;ber Drachen 2002. Aber Achtung! Verwechselt das Buch des Ehepaares Bandini nicht mit dem Buch &bdquo;Drachenwelten&ldquo; von Andreas G&ouml;&szlig;ling, der unter dem Pseudonym Pietro Bandini schreibt. Der Inhalt der beiden B&uuml;cher unterscheidet sich gewaltig, denn w&auml;hrend das Ehepaar Bandini den phantastischen Aspekt Drache behandelt Erkl&auml;rt A. G&ouml;&szlig;ling das Auftreten der Drachen anhand verschiedener Sch&ouml;pfungsgeschichten aus einem v&ouml;llig anderen Blickpunkt.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Rezension zum Drachenbuch vom Ehepaar Bandini habe ich erneut &uuml;berarbeitet, hier die aktuelle Fassung: Das Drachenbuch von Ditte und Giovanni Bandini ist, meines Erachtens nach, DAS Highlight der Drachenliteratur 2002. Aber ich beginne besser am Anfang. 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