{"id":659,"date":"2004-07-23T18:29:07","date_gmt":"2004-07-23T18:29:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=659"},"modified":"2004-07-23T18:29:07","modified_gmt":"2004-07-23T18:29:07","slug":"der-erste-drache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/07\/der-erste-drache\/","title":{"rendered":"Der erste Drache"},"content":{"rendered":"<p>Als man mich vor einigen Jahren einmal fragte, ob ich den Namen des ersten Drachen kennen w&uuml;rde, musste ich geknickt verneinen. Ich kannte ihn tats&auml;chlich nicht, wie ich mir zu meiner Schande eingestehen musste und ich begann mit Nachforschungen. Zwar ist es mir auch heute nicht m&ouml;glich den wahren Namen des ersten uns bekannten Drachen auszusprechen (aus Gr&uuml;nden, die ich im Kapitel &quot;Der Name des Drachen&quot; erl&auml;utere), allerdings bin ich der endg&uuml;ltigen Kl&auml;rung dieser faszinierenden Frage ein beachtliches St&uuml;ck n&auml;her gekommen.<\/p>\n<pals \/>\n<p>Nidh&ouml;gg war es also, Nidh&ouml;gg war der erste Drache unserer Welt. Aber stimmt dies auch wirklich? Woher sollen wir wissen, ob es nicht schon zuvor Drachen gab?<\/p>\n<p>Einem Jahrtausende alten Babylonier und seiner auf 7 Tontafeln niedergeschriebenen Sch&ouml;pfungsgeschichte k&ouml;nnen wir beispielsweise die Geschichte der g&ouml;ttlichen Drachenmutter &quot;Tjamat&quot; verdanken. Dieser Schreiber aus dem fruchtbaren Mesopotamien, welches von den Fl&uuml;ssen Euphrat und Tigris umflossen wird, schrieb die Entstehung der Ordnung als die Trennung des Lichts von der Dunkelheit und des Himmels von der Erde, nieder, eine Geschichte, die schon Jahrhunderte lang immer weiter m&uuml;ndlich &uuml;bertragen worden war. Endlich war das Chaos von der Ordnung getrennt, die sch&ouml;pferische Energie aller Dinge beruhte nun auf zwei g&ouml;ttlichen Urwesen. Eines war m&auml;nnlich und verk&ouml;rperte den Geist des S&uuml;&szlig;wassers und der Leere. Sein Name, &quot;Aspu&quot;, schallte in die formlose Leere. Das andere Wesen hingegen war weiblich und ihm wohnte der Geist des Salzwassers und des Chaos inne. Dieses Wesen, mit dem Kiefer eines Krokodils, den Z&auml;hnen tausender L&ouml;wen, den Fl&uuml;geln einer gigantischen Fledermaus, den Beinen einer Eidechse, den Krallen eines Adlers, dem Leib einer Python und den H&ouml;rnern eines Stieres war die Drachenmutter &quot;Tjamat&quot; und Ihr Name war es, der die Unterwelt zum Erzittern brachte. Das Ungleiche Paar in Ihrem Liebesspiel schuf die G&ouml;tter. Jedoch eines eben dieser Kinder erschlug seinen Vater &quot;Aspu&quot;. In Ihrer unendlichen Drachenwut gebar &quot;Tjamat&quot; Nachkommen, die so durchtrieben und chaotisch waren wie sie selbst. Diese Ungeheuer sollten Ihre Erstgeborenen f&uuml;r den Frevel und dem Mord an Ihrem Gatten auf ewig peinigen und so herrschten fortan Skorpione, D&auml;monenl&ouml;wen, Riesenschlangen und Drachen, ein Abbild &quot;Tjamats&quot; selbst, &uuml;ber das Chaos und die formlose Leere und lehrten den G&ouml;ttern das F&uuml;rchten.<\/p>\n<p>Zu Ihrem eigenen Schutze beriefen die G&ouml;tter einen der ihren zum K&auml;mpfer gegen die Ungeheuer. Es war &quot;Marduk&quot;, Herrscher des Weltalls, der bewaffnet mit einem Netz und einer Keule, Giftpfeil und Bogen sowie einem K&ouml;cher voller Blitze sich aufmachte, das Weltall nach &quot;Tjamat&quot;, der Drachenmutter zu durchsuchen. Begleitet wurde sein kr&auml;ftiger Sturmwagen von vier Winden und einem Wirbelsturm. &quot;Marduk&quot; breitete sein Netz &uuml;ber dem Weltall aus und fing darin seine Drachenmutter ein. Und er lie&szlig; die Winde in Ihr Gesicht blasen, bis sich Ihr Leib bl&auml;hte und Sie Ihr Maul nicht mehr schlie&szlig;end konnte. Marduk zielte und mit einem einzigen Schuss durchschlug er Ihre Wangen, bohrte sich tief durch Ihr Herz und spie&szlig;te ihr Inneres. Er spaltete Ihr Herz und r&auml;chte sich an Ihrem K&ouml;rper, bis sie machtlos zu seinen F&uuml;&szlig;en sank und Ihr Leben aushauchte. &quot;Tjamats&quot; Tod und der sich aufrecht auf ihren K&ouml;rper st&uuml;tzende &quot;Marduk&quot; lie&szlig;en &quot;Tjamats&quot; Gesch&ouml;pfe des Chaos schaudern und sie flohen in gro&szlig;er Panik in alle Richtungen der Leere. Doch Marduk fing Sie alle, legte sie in Ketten und warf sie in die Unterwelt herab, wo sie auf ewig f&uuml;r Ihre Taten und Ihr chaotisches Dasein leiden sollten. Darauf spaltete er &quot;Tjamats&quot; K&ouml;rper, durchtrennte Ihre Adern und formte aus den entstandenen H&auml;lften das Firmament und die Erde. Er errichtete seinen G&ouml;tterbr&uuml;dern und G&ouml;tterschwestern einen pr&auml;chtigen Wohnsitz im Firmament und befestigte daran die Sterne und den Mond, den H&uuml;ter der Zeit. Aus dem Blut seiner erschlagenen Mutter jedoch formte &quot;Marduk&quot; die Menschen, auf das die Welt ein Ort werde, der die G&ouml;tter erfreute.<\/p>\n<p>Auf diese Weise, so hei&szlig;t es in den &auml;ltesten Schriften, wurde die Welt aus dem Kosmos gehoben!<\/p>\n<p>Viele Geschichten ranken also um die ersten Drachen, immer in Verbindung mit der Entstehung des Universums und der Trennung des ordentlichen, bekannten und des chaotischen, gef&auml;hrlichen. Seit jeher haben sich demnach schon die Menschen mit der Existenz der Drachen besch&auml;ftigt. Sie sind ein Sinnbild des chaotischen, der Zerst&ouml;rung und somit der jedem Menschen inne wohnenden Furcht vor dem Unbekannten.<\/p>\n<p>Jedes Volk hat Ihre ureigenste Verk&ouml;rperung dieser Angst in einer Legende, einem Mythos, der um einen Drachen rankt, aber den Ersten, den werden wir wohl nie finden.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als man mich vor einigen Jahren einmal fragte, ob ich den Namen des ersten Drachen kennen w&uuml;rde, musste ich geknickt verneinen. Ich kannte ihn tats&auml;chlich nicht, wie ich mir zu meiner Schande eingestehen musste und ich begann mit Nachforschungen. 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