{"id":650,"date":"2004-07-23T16:19:09","date_gmt":"2004-07-23T16:19:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=650"},"modified":"2004-07-23T16:19:09","modified_gmt":"2004-07-23T16:19:09","slug":"drachenperlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/07\/drachenperlen\/","title":{"rendered":"Drachenperlen"},"content":{"rendered":"<p>Zu den vielen R&auml;tseln, die die Drachen umgeben, geh&ouml;ren auch die Drachenperlen und die Beziehung der Drachen zu diesen. Die meistens von fern&ouml;stlichen Drachen besessenen Kleinodien, werden alten Berichten zu Folge unter dem Kinn, im Hirn oder im Maul der Drachen getragen, doch oft liegen sie auch einfach nur neben Ihren Besch&uuml;tzern oder werden zwischen zwei Drachen abgebildet, die sie zu verschlingen drohen oder gerade ausspeien. Dieses seit der Ming-Zeit gefestigte Bild des Drachen und der Perle hat sich bis heute soweit eingeb&uuml;rgert, dass die Perle auf vielen Drachenfesten dem Drachen voraus getragen wird.<\/p>\n<p>Dabei wird das R&auml;tsel um die Perle noch mystischer, da man sich bis heute nicht v&ouml;llig sicher ist, ob es sich hierbei tats&auml;chlich um eine Perle handelt. Viele Aspekte sprechen jedoch daf&uuml;r. In Asien erz&auml;hlt man h&auml;ufig Geschichten und Legenden in denen Drachen Ihre Perle an w&uuml;rdige Menschen weitergeben, wobei die Gabe zumeist mit einer Bedingung verkn&uuml;pft ist, die, zum Leidwesen des Beschenkten, nicht erf&uuml;llt wird und mit dem Zorn des Drachen bestraft wird. Hier ist wohl auch der Grund daf&uuml;r zu finden, dass in vielen Geschichten davor gewarnt wird sich die Perle eines Drachen zu eigen zu machen, sei es aus Angst vor der Wut des Drachen, deren m&ouml;glicherweise verschwenderischen und somit sch&auml;ndlicher Verwendung. Meistens gestehen die ungl&uuml;ckseligen Finder ihren Fehler ein und versuchen ihn reum&uuml;tig wieder gut zu machen oder zumindest die Perle wieder zur&uuml;ck zu geben.<\/p>\n<p><i>Nie Lang<\/i><\/p>\n<p><i>Nie Lang war ein Bauernjunge, der zu Zeiten einer gro&szlig;en D&uuml;rre gemeinsam mit seiner Mutter in der chinesischen Provinz Szechuan mehr schlecht als recht lebte. Nie Lang war von seinem F&uuml;rsten beauftragt, t&auml;glich Gras f&uuml;r dessen edle Pferde zu schneiden. Doch als Nie Lang eines Tages nirgendwo mehr Gras f&uuml;r das edle Gest&uuml;t finden konnte, erschien dem Jungen in der Stunde seiner gr&ouml;&szlig;ten Not ein wei&szlig;er Hase, der ihn zu einer Stelle f&uuml;hrte, an der sehr viel frisches und saftiges Gras wuchs.<\/i><\/p>\n<p><i>Nie Lang legte fortan jeden Tag die gro&szlig;e Strecke zur&uuml;ck, um das saftige Gras f&uuml;r die Pferde seines Herrn zu schneiden, bis er eines Tages die Idee hatte, einige Grasb&uuml;schel auszugraben, sie mit nach Hause zu nehmen und dort anzupflanzen, sich Weg und M&uuml;he zu sparen. Als er die ersten Grasb&uuml;schel ausgrub, fand Nie Lang eine wundersch&ouml;ne, hell leuchtende Perle, die unterhalb der Wurzeln lag. Nie Lang nahm beides mit sich nach Hause. Er pflanzte das Gras, die Perle jedoch verbarg er in einer halbleeren Reisschale, um ihr Leuchten zu verbergen.<\/i><\/p>\n<p><i>Als Nie Lang am n&auml;chsten Morgen jedoch das tags zuvor noch frische Gras verdorrt, die halbleere Reisschale hingegen &uuml;berquellend voll auffand wollte er seinen Augen nicht trauen. Er lief zu seiner Mutter und berichtete Ihr von seiner wundersamen Entdeckung. Als er Ihr die Perle zeigte beugte Sie sich zu ihm herunter und k&uuml;sste Ihren Sohn, denn er hatte eine wertvolle Drachenperle gefunden, die es stets weise zu verwenden galt, wolle man den Drachen nicht erz&uuml;rnen. Fortan hatten Nie Lang und seine Mutter stets so viel mehr Reis, als sie selbst essen konnten, dass sie es redlich mit ihren Nachbarn teilten. Es dauerte jedoch nicht lange, bis F&uuml;rst Zhou, Nie Langs Herr, von der magischen Perle erfuhr. Er kam mit seinen Wachen zu Nie Langs Haus, um die Perle f&uuml;r sich selbst zu nehmen. Voller Sorge, dass er die Perle seinem Herrn geben m&uuml;sse, schluckte Nie Lang die Perle herunter. Doch f&uuml;hlte sie sich in seinem Bauch so hei&szlig; an, dass Nie Lang gezwungen war, sehr viel Wasser zu trinken. Ja, er musste sogar zum nahe gelegenen Fluss laufen, um sich in ihm abzuk&uuml;hlen und zu erfrischen, so hei&szlig; brannte die Drachenperle in seinem Bauch<\/i><\/p>\n<p><i>Der Herrscher und seine Wachen folgten Nie Lang, um endlich an die wundersame Perle zu kommen. Doch als sie ihn fanden, erhob sich Nie Lang aus dem Wasser &#8211; er hatte sich in einen m&auml;chtigen Drachen verwandelt. Um sich seiner Verfolgern zu entledigen, erzeugte der Drache Nie Lang eine riesige Welle, die alle davon sp&uuml;lte. Alsdann stieg Nie Lang weit in den Himmel auf, von wo er noch heute sch&uuml;tzend &uuml;ber die Provinz Szechuan und deren Bewohner wacht.<\/i><\/p>\n<p>Drachen spielen nicht nur mit ihren Perlen, sie verschlingen diese auch und speien diese wieder aus. Was es hiermit auf sich hat ist auch bis heute nicht eindeutig gekl&auml;rt. Da aber Drachen im fernen Osten h&auml;ufig mit dem Wetter im Allgemeinen und den Regenwolken im Besonderen in Verbindung gebracht werden, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem runden Gegenstand um den Donner handeln k&ouml;nne, der ja im Volksmund aus den Wolken rollt. Doch auch die Vorstellung, dass es sich um den Blitz direkt handle ist nicht v&ouml;llig abwegig, da die Perle auf vielen Abbildungen als Spirale dargestellt wird, welche von einer schimmernden Corona umgeben ist. Ob es sich hierbei jedoch um ein Schutzsymbol gegen einen bevorstehenden Sturm, oder als Ausdruck des Verlangens nach einem Regenguss handelt, ist unklar.<\/p>\n<p>Neben der Theorie, dass es sich bei dem runden Besitz eines Drachens um Blitz und Donner handle, gibt es auch die Ansicht, dass der Drache und seine Perle Ying Yang verk&ouml;rpern. Sie vereinen dabei die beiden Gegenspieler der buddhistischen Theorie in sich selbst; das Chaos, dargestellt als unberechenbarer Drache und die Ordnung, dargestellt als die reinste Perle <i>tame<\/i>, die perle die alle W&uuml;nsche erf&uuml;llt.<\/p>\n<p>Aber auch den Mond und die Sonne, so wird berichtet, stelle das runde Kleinod des Drachen dar, da der Drache, wieder in Form einer Regenwolke, eben diese bedecke und somit verschlinge. Doch auch am n&auml;chtlichen Sternenhimmel kann man das Schauspiel des gierigen Drachen beobachten. So bewegt sich das Sternenbild Drache jeden Abend auf den aufgehenden Mond zu und es scheint, als w&uuml;rde es ihn verschlingen wollen.<\/p>\n<p>Welche Theorie man auch immer als korrekt betrachten m&ouml;chte, eines bleibt trotzdem bei allen bestehen. Die Verbundenheit des asiatischen Lung, des Drachen, zu seiner Perle, welchem Zwecke diese auch immer dienen mag, ist innig und stellt einen wichtigen Aspekt dieser Spezies dar.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den vielen R&auml;tseln, die die Drachen umgeben, geh&ouml;ren auch die Drachenperlen und die Beziehung der Drachen zu diesen. 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