{"id":643,"date":"2004-07-23T18:10:59","date_gmt":"2004-07-23T18:10:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=643"},"modified":"2004-07-23T18:10:59","modified_gmt":"2004-07-23T18:10:59","slug":"drachenaugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/07\/drachenaugen\/","title":{"rendered":"Drachenaugen"},"content":{"rendered":"<p>Abh&auml;ngig von Autor oder K&uuml;nstler besitzen Drachen teilweise sich stark voneinander unterscheidende Augenformen. Die k&uuml;nstlerische Darstellung scheint sich oftmals nicht mit wissenschaftlichen Beobachtungen anfreunden zu k&ouml;nnen, weshalb eine Beobachtung dieses Ph&auml;nomens mir nicht nur notwendig erschien, sondern auch gro&szlig;en Spass machte. Um hier nun einmal die gr&ouml;&szlig;ten Gruppen vorzustellen w&auml;hlte ich die folgenden bekannten Augenformen aus und m&ouml;chte diese auf Ihre Plausibilit&auml;t hin &uuml;berpr&uuml;fen.<\/p>\n<ul>\n<li>Augenform der S&auml;ugetiere, wahlweise mit runder oder reptilienhafter Pupille<\/li>\n<li>Insektoide Augenform, auch Facettenaugen genannt<\/li>\n<li>Kristalline Augen, die aus Edelsteinen zu bestehen scheinen <\/li>\n<\/ul>\n<p><i>Augenform der S&auml;ugetiere<\/i> <\/p>\n<p>Diese Augenform kommt in zwei Hauptformen daher. Mit einer runden Pupille oder mit einem vertikalen Schlitz. Dieses Merkmal &auml;ndert jedoch nichts an der grunds&auml;tzlichen Funktionsweise, die der einer Kameralinse &auml;hnelt. Das Licht tritt durch die Hornhaut in das Auge ein, und wird beim durchlaufen der Linse, einem Glask&ouml;rper, auf die Retina fokussiert, wo das Licht in elektrische Impulse &uuml;bersetzt wird, die dann vom Gehirn interpretiert werden. Die Iris, die vor der Linse liegt und aus kleinen Muskeln besteht, ist ein Mechanismus des Auges, um die Sonneneinstrahlung feinstufig anzupassen und erm&ouml;glicht es sogar bei extremen Lichtverh&auml;ltnissen relativ gut zu sehen. Aber auch f&uuml;r nachtaktive Tiere gibt es einen Mechanismus, der diese Augenform plausibel macht. Das Tapetum ist eine reflektierende Schicht, die direkt unter der Netzhaut liegt und das einfallende Licht erneut auf diese zur&uuml;ckwirft und somit auch bei widrigen Lichtverh&auml;ltnissen eine gute Sicht erm&ouml;glicht.<\/p>\n<p>Nachteil dieser Augenform ist allerdings der geringe Fokussierungsbereich, da sich die Linse nur auf einen 0,02\u00b0 breiten Bereich scharf stellen l&auml;sst.<\/p>\n<p>Einer besonders Interessanten Eigenschaft der Drachenaugen kann man dabei auf die Spur kommen, wenn man annimmt, dass Drachen nicht nur das gew&ouml;hnliche Farbspektrum wahrnehmen k&ouml;nnen, wie wir Menschen es tun, sondern auch noch Licht, welches im Infrarot oder Ultravioletten Bereich auf die Retina auftrifft.<\/p>\n<p><i>Facettenaugen<\/i> <\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den Linsenaugen formen Facettenaugen das Gesamtbild aus vielen kleinen einzelnen Einheiten, die alle zusammen zwar einen sehr weiten Sichtbereich ergeben, aber nur ein sehr grobes Bild und eine sehr geringe Sichttiefe von wenigen Millimetern erm&ouml;glichen, ein Umstand, der f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Organismen als Insekten nicht mehr praktikabel ist. Um nicht Gefahr zu laufen einen Drachen extrem kurzsichtig zu machen, belassen wir es bei dieser Betrachtung und nehmen an, dass diese Augenform wohl bei keinem Drachen realistisch w&auml;re.<\/p>\n<p><i>Kristalline Augen<\/i> <\/p>\n<p>Wie w&auml;re es einem Drachen mit Augen aus Kristallen m&ouml;glich etwas zu sehen? Ganz ohne Linse? Die einfachste Erkl&auml;rung w&auml;re, dass diese Augenform gar nicht existiert. Wie aber liesse sich dann die Augenform der Perneser Drachen erkl&auml;ren? Die einzige M&ouml;glichkeit w&auml;re den Drachen aus Anne McCaffreys Romanwelt eine Augenform zuzugestehen, die gar keine Netzhaut besitzt, auf die das Licht fokussiert werden muss, sondern, dass die Photorezeptoren gleichm&auml;&szlig;ig &uuml;ber den gesamten Glask&ouml;rper verteilt sind. Das w&uuml;rde bedeuten, dass Photorezeptoren, die weiter au&szlig;en liegen auf Objekte fokussieren, die weiter entfernt sind und solche die weiter im Inneren liegen auf n&auml;her liegende Objekte fokussiert sind. In diesem Fall w&auml;re es dem Drachen m&ouml;glich gleichzeitig Objekte in mehreren Entfernungen scharf zu sehen und eine verbesserte Tiefensicht schon mit einem Auge zu erreichen, wof&uuml;r S&auml;ugetiere den Schnittbereich beider Augen ben&ouml;tigen. Doch auch bei dieser Augenform besteht kein Licht ohne Schatten! Der Nachteil best&uuml;nde in einer realtiv geringen Qualit&auml;t der empfangenen Bilder, da die Dichte der Rezeptoren in jeder Tiefenschicht des Auges insgesamt nicht sehr hoch sein darf, wenn darunter liegende Schichten noch Reize aufnehmen sollen. Hie&szlig;e das also, dass die Drachen zwar scharf, aber nicht sehr detailgenau sehen k&ouml;nnen? Vielleicht! Dem muss nicht so sein. Zwar k&ouml;nnen sie die Anzahl der Photorezeptoren nicht in einem Punkt geb&uuml;ndelt haben, wie dies beispielsweise bei Eulen der Fall ist, aber sie besitzen einen im Gegensatz zum Menschen gr&ouml;&szlig;eren Sichtradius von &uuml;ber 180\u00b0 (wenn die Augen leicht seitlich am Kopf liegen). Der sich hierdurch ergebende Schnittwinkel von ca. 100\u00b0 verbessert die Qualit&auml;t des empfangenen Bildes daher deutlich. <\/p>\n<p>Abschlie&szlig;end bliebe nur noch zu kl&auml;ren, was es mit den leuchtenden Drachenaugen aus sich hat, die insbesondere den pernesischen Drachen zugesprochen werden. Ich m&ouml;chte behaupten, dass dies pure k&uuml;nstlerische Freiheit ist und keine Drachen oder Lebewesen mit leuchtenden Augen existieren k&ouml;nnen, da das Auge, in welcher Form auch immer, darauf ausgelegt ist Licht aufzunehmen und nicht abzugeben. Man w&uuml;rde sich selbst blenden, vergleichbar mit dem Blick durch eine Glasscheibe aus einer beleuchteten Umgebung in eine dunkle Umgebung.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abh&auml;ngig von Autor oder K&uuml;nstler besitzen Drachen teilweise sich stark voneinander unterscheidende Augenformen. Die k&uuml;nstlerische Darstellung scheint sich oftmals nicht mit wissenschaftlichen Beobachtungen anfreunden zu k&ouml;nnen, weshalb eine Beobachtung dieses Ph&auml;nomens mir nicht nur notwendig erschien, sondern auch gro&szlig;en Spass machte. 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