{"id":641,"date":"2004-07-23T16:28:27","date_gmt":"2004-07-23T16:28:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=641"},"modified":"2004-07-23T16:28:27","modified_gmt":"2004-07-23T16:28:27","slug":"der-flammenatem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/07\/der-flammenatem\/","title":{"rendered":"Der Flammenatem"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt zwei weit verbreitete Thesen bez&uuml;glich der F&auml;higkeit unserer westlichen Drachen Flammen auszuatmen. Die eine beruht auf einem chemischen Prozess der innerhalb des Drachenmagens stattfindet und Ihren Antrieb im Verzehr bestimmter Stoffe findet, die andere erkl&auml;rt dies aus der Evolutionstheorie von Darwin und attestiert einen eigenen essentiellen Vorgang im K&ouml;rper des Drachen, der f&uuml;r sein &Uuml;berleben ausschlaggebend ist. Beginnen m&ouml;chte ich mit der einfacheren der beiden Thesen, n&auml;mlich der des externen Ausl&ouml;semechanismus: <\/p>\n<p><i>Externe Ausl&ouml;semechanismen:<\/i> <\/p>\n<p><i>&#8218;<\/i>Die geheimnisvolle F&auml;higkeit von Drachen. Feuerst&ouml;&szlig;e zu erzeugen, ist eine ihrer m&auml;chtigsten Waffen &#8211; Drachenforscher wollen bis zu 200 m lange St&ouml;&szlig;e beobachtet haben, mit Temperaturen von &uuml;ber 1000 \u00b0C, und viele Menschen haben versucht zu erkl&auml;ren, wie diese bemerkenswerte F&auml;higkeit erreicht wird. Professor Heinz Diebtrich vom G&ouml;tlingen-lnstitut f&uuml;r Kryptozoologie in Deutschland vermutete, dass Drachen phosphorhaltige Felsen schlucken, die in der sauren Umgebung des Verdauungsapparats zersetzt werden, vielleicht in einem besonderen Magen (von Professor Diebtrich als phosphorokatabolischer Magen bezeichnet), wobei ein Gas frei wird, das sich bei Luftkontakt entz&uuml;ndet. Alle Versuche, dieses Ph&auml;nomen zu untersuchen &#8211; und im Laborversuch zu wiederholen, erwiesen sich als schwierig und h&auml;ufig t&ouml;dlich.&#8217; <sup>[<a href=\"#der-flammenatem-n-1\" class=\"footnoted\" id=\"to-der-flammenatem-n-1\">1<\/a>]<\/sup> <\/p>\n<p>Diese These steht in direktem Widerspruch mit der Arbeitsthese die in &quot;The flight of Dragons&quot; aufgestellt wird, ist aber nicht minder interessant. Stellt Euch jedoch dringend die folgenden Fragen: War es f&uuml;r Drachen tats&auml;chlich immer n&ouml;tig phosphorhaltiges Gestein zu sich zu nehmen um Feuer zu speien? Feuerspeiende Drachen leben auch dort wo es kein phosphorhaltiges Gestein geben kann. Besitzen sie eine M&ouml;glichkeit zu Speicherung des Phosphors? Wie viel Gestein muss ein Drache zu sich nehmen, um die besagten 200m Flammens&auml;ule zu erhalten? Hier erscheint mir also diese These also etwas weit hergeholt und zu stark vereinfacht worden zu sein, wenn sie auch leicht verst&auml;ndlich, sogar f&uuml;r Nicht-Chemiker, ist.<\/p>\n<p>Wie bekannt diese, ganz offensichtlich sehr vereinfachte, These tats&auml;chlich ist, l&auml;sst sich mit einem Blick auf die reichlich zu erhaltende Drachenliteratur am besten ermitteln. So spricht nicht nur das Buch der Ungeheuer von den Stein fressenden Drachen, sondern auch Anne McCaffrey in ihrem au&szlig;erordentlich bekannten Roman Zyklus um die Drachenreiter von Pern. Bereits hier sehen wir gravierende Divergenzen! Denn fressen die Drachen in der einen Quelle noch phosphorhaltiges Gestein, nehmen sie in der anderen Feuerstein zu sich, um den bekannten Flammenatem erzeugen zu k&ouml;nnen. Ganz anders hingegen &uuml;berliefern es uns alte deutsche Sagen, die von Drachen sprechen, die durch &uuml;berm&auml;&szlig;igen Kalk Genuss f&ouml;rmlich explodierten. Schlie&szlig;en wir aus der oben stehenden These also, dass die Explosion einfach eine &Uuml;berreaktion gewesen sein muss, so k&ouml;nnen wir annehmen, das Drachen also wohl demzufolge Kalkstein fressen mussten, um Flammen zu speien.<\/p>\n<p>Wir sehen allerdings auch, dass die drei Quellen hier einfach zu weit auseinander gehen, um ein einheitliches und somit glaubw&uuml;rdiges Bild entstehen lassen zu k&ouml;nnen. Stellen wir also die These des externen Ausl&ouml;semechanismus vorerst zur&uuml;ck, sie bringt uns nicht wirklich weiter, zu viele Ungereimtheiten begegnen uns hier. <\/p>\n<p><i>Der Flammenatem als lebensnotwendiger Vorgang<\/i> <\/p>\n<p>Das ganze Ph&auml;nomen der feuerspeienden Drachen l&auml;sst sich zur&uuml;ckf&uuml;hren auf Ihre F&auml;higkeit zu fliegen. Wie wir alle wissen, sind Drachen mehr oder weniger gro&szlig;e Wesen, die sich zum gr&ouml;&szlig;ten Teil atemberaubend durch die L&uuml;fte bewegen k&ouml;nnen. Zu verdanken haben sie dies Ihren gro&szlig;en und starken Drachenschwingen, das wei&szlig; doch jedes Kind. Falsch! Jeder Physiker w&uuml;rde best&auml;tigen k&ouml;nnen, dass Drachenfl&uuml;gel von der Gr&ouml;&szlig;e wie sie den Drachen attestiert werden, diese niemals vom Boden h&auml;tten anheben k&ouml;nnen. Drachen sind einfach zu schwer! Man darf sich also nicht mehr die Frage stellen warum Drachen trotz Ihrer Gr&ouml;&szlig;e fliegen, sondern warum ein Wesen, das dazu bestimmt war zu fliegen, eine solche Gr&ouml;&szlig;e entwickelte. Nun, mehr oder weniger einfach ist dies zu beantworten. Die Natur begann mit der Evolution. Drachen haben, wie alle V&ouml;gel und vermutlich wie auch die pr&auml;historischen Flugechsen wie Pterodactylus und Pteranodon Hohlknochen um Ihr Gewicht zu reduzieren. Das allein hilft ihnen jedoch kaum Ihr gigantisches Gewicht auf ein flugf&auml;higes Minimum zu reduzieren. Ein weiterer Mechanismus trat in Kraft, wie man ihn &auml;hnlich bei Fischen finden kann. Fische besitzen eine Art Luftblase in Ihrem K&ouml;rper. Je mehr Luft sich in dieser Blase befindet desto mehr Auftrieb haben sie. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r Drachen. Beinahe Ihr gesamter K&ouml;rper besteht aus gro&szlig;en Hohlr&auml;umen, die mit einem Gas, welches leichter als Luft ist, gef&uuml;llt sind. Nur dieses erm&ouml;glicht Ihnen die gigantische Gewichtsreduzierung die es ihnen erm&ouml;glicht zu fliegen. Was hat dies jedoch mit dem Feueratem zu tun? Nun, betrachten wir das ganze doch einmal chemisch. Dieses Gas mu&szlig; leichter als Luft sein und mu&szlig; zudem vom Drachen selbst erzeugbar sein, um es bei Verlust austauschen zu k&ouml;nnen. Helium f&auml;llt hier aus, denn wie sollte ein Drache aus seinen nat&uuml;rlichen Rohstoffen elementares Helium herstellen? Wohl eher f&auml;llt die Wahl auf Wasserstoff, ein ebenfalls leichter als Luft einzustufendes Gas, das zudem leicht entz&uuml;ndbar ist. Die ben&ouml;tigten Bestandteile f&uuml;hrt der Drachen wohl immer bei sich, n&auml;mlich als Kalzium in seinen Knochen. Die Formel, auf das einfachste Minimum reduziert, (Ich bin kein Chemiker also m&ouml;ge man mir Fehler verzeihen) w&uuml;rde lauten:<\/p>\n<p><strong>CA<sub>S<\/sub> + 2HCl<sub>aq<\/sub> &#8211;&gt; H<sub>2 (G)<\/sub> + CaCl<sub>2(aq)<\/sub> <\/strong><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich ist dies nicht so einfach wie es hier aussieht, denn die organische Chemie ist nie so einfach wie sie hier dargestellt wurde. Mit Sicherheit spielen auch noch eine Reihe ganz anderer Faktoren eine Rolle. Betrachten wir aber trotzdem erst einmal diese vereinfachte Formel und behalten im Hinterkopf, dass eventuell noch andere Stoffe daran beteiligt sein k&ouml;nnten. Biologisch betrachtet stellt sich der Vorgang also wie folgt dar: Dr&uuml;sen im K&ouml;rper des Drachen erzeugen Salzs&auml;ure, welche an den Knochen des Drachen herunter l&auml;uft. Die S&auml;ure reagiert mit der Knochensubstanz und erzeugt unter anderem ein Gas, welches ihm Auftrieb verleiht. <\/p>\n<p>Die Herkunft des Gases welches den Drachen Ihren Auftrieb verleiht, w&auml;re also hiermit teilweise gekl&auml;rt. Jedoch ist zu bemerken, dass jeder von der Natur entwickelte Stoffwechselprozess nicht einfach angehalten und sp&auml;ter wieder fortgesetzt werden kann. Als Beispiel k&ouml;nnte man hier die Umwandlung von Sauerstoff in CO<sub>2<\/sub>+Nebenprodukte anbringen, oder Calcium an und Ablagerung an unseren Knochen. Wir k&ouml;nnen diese Prozesse weder wissentlich noch unwissentlich abstellen und so kann auch der Drache die Gasproduktion nicht g&auml;nzlich abstellen. Von Zeit zu Zeit mu&szlig; dieses also entweichen, will der Drache nicht explodieren. <strong>Es entweicht als der bekannte Flammenatem<\/strong>. Drachen speien also Feuer weil sie es m&uuml;ssen. Nat&uuml;rlich hat das Feuer speien noch ganz andere Hintergr&uuml;nde, zum Beispiel beim Balzverhalten. Der Drache, der in der Luft die gr&ouml;&szlig;ten Kapriolen vollf&uuml;hrt, dabei die gr&ouml;&szlig;te Menge an Feuer (Gas) ausst&ouml;&szlig;t und trotzdem nicht wie ein Stein zu Erde f&auml;llt, besitzt die besten Gene und ist es Wert, sich fortzupflanzen. Sicher, ab und an kann das Feuer auch zur Verteidigung verwendet werden, oder um einen feuchten Hort auszutrocknen, aber welcher Drachen w&auml;re schon ernsthaft so dumm einen Kampf auf Leben und Tod ausschlie&szlig;lich mit seiner Flammenwaffe zu bestreiten? Er k&ouml;nnte gen Ende nicht mehr fl&uuml;chten (sollte dies von N&ouml;ten sein), da er &uuml;ber nicht mehr gen&uuml;gend Gas in seinem K&ouml;rper verf&uuml;gt welches ihn aufsteigen lie&szlig;e. <\/p>\n<p>Kurzum. Drachen spucken nur Feuer, weil sie es m&uuml;ssen. Es wurde von der Natur vorgesehen als ein Teil der gro&szlig;artigen F&auml;higkeit der Drachen zu fliegen. <\/p>\n\n<ol class=\"footnotes\">\n\t<li class=\"footnote\" id=\"der-flammenatem-n-1\"><strong><sup>[1]<\/sup><\/strong>Auszug aus Das gro&szlig;e Buch der Ungeheuer, verwendet mit Erlaubnis des TOSA Verlages<a class=\"note-return\" href=\"#to-der-flammenatem-n-1\">&#x21A9;<\/a><\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt zwei weit verbreitete Thesen bez&uuml;glich der F&auml;higkeit unserer westlichen Drachen Flammen auszuatmen. 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