{"id":639,"date":"2004-07-23T16:01:44","date_gmt":"2004-07-23T16:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=639"},"modified":"2004-07-23T16:01:44","modified_gmt":"2004-07-23T16:01:44","slug":"drachenbauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/07\/drachenbauch\/","title":{"rendered":"Drachenbauch"},"content":{"rendered":"<p>Der Bauch eines Drachen! Kein K&ouml;rperteil dieser Wesen wurde so h&auml;ufig Ziel einer Attacke. Ist wirklich etwas dran am Mythos des ungesch&uuml;tzten Bauches, oder ist dies nur eine von vielen weiteren Legenden, die sich um diese mythischen Wesen ranken? Ich denke, dass durchaus etwas Wahres in all diesen Geschichten und &Uuml;berlieferungen steckt und ganz besonders in dessen Empfindlichkeit gegen&uuml;ber Stichwaffen. <\/p>\n<p>Weshalb jedoch k&ouml;nnte der Bauch eines Drachen, dessen restlicher K&ouml;rper von harten Schuppen bedeckt ist, derart empfindlich sein?<\/p>\n<p><i>These: Kriechende Lebensweise<\/i> <\/p>\n<p>Obwohl der gesamte Organismus des Drachen darauf ausgelegt ist, ihm das &#8222;Leichter-als-Luft-fliegen&#8220; zu erm&ouml;glichen, befindet sich ein Drache Zeit seines Lebens meistens am Boden und bewegt sich auf allen Vieren kriechend durch, H&ouml;hlen, W&auml;lder, T&auml;ler, kurzum seinen Lebensraum. Dabei schleift sein Bauch st&auml;ndig &uuml;ber den teilweise harten Boden, was nat&uuml;rlich zu einer schweren Beanspruchung der dort befindlichen Schuppen f&uuml;hrt, welche &uuml;ber kurz oder lang abbrechen, oder zumindest gravierende Sch&auml;den davon tragen m&uuml;ssen. Man denke hierbei nur an Basaltsteinh&ouml;hlen mit Ihren scharfen Kanten, die h&auml;ufig Heimat von Drachen sind. Im Laufe der Evolution hatte sich der Drachenk&ouml;rper also dahingehend anzupassen, diese Art der Lebensform und &ouml;kologische Nische m&ouml;glichst gut auszuf&uuml;llen. Das Ergebnis mussten zwangsl&auml;ufig kleinere und weichere, also nachgiebigere Schuppen sein, welche f&uuml;r den Drachen schneller und leichter zu ersetzen und nat&uuml;rlich weicher und flexibler waren als ihre gro&szlig;en Pendants. Dies hatte nicht nur den Vorteil, dass er etwas leichter wurde, sondern auch dass er sich ungest&ouml;rter auf harten Gesteinsschichten niederlassen konnte. Ich gehe sogar davon aus, dass der Drachenbauch nicht &uuml;ber die nat&uuml;rliche Quarzglasschutzschicht der restlichen Drachenschuppen verf&uuml;gte<a name=\"_ftnref1\"> <u>[1]<\/u> <\/a>. Dies jedoch nicht auf Grund der kriechenden Lebensweise, sondern eher als eine Art Tarnung. Die Quarzglasschicht, die ja den Schutz des K&ouml;rpers vor seiner eigenen Chemie darstellt<a name=\"_ftnref2\"> <u>[2]<\/u> <\/a>, schimmerte zwangsl&auml;ufig in allen Farben, wurde sie der Sonne ausgesetzt. Da der Drache es sich jedoch nicht leisten konnte von seiner Beute, die er in seiner Jugend aus der Luft jagte, fr&uuml;h bemerkt zu werden, war eine gl&auml;nzende Unterseite eher von Nachteil. Eine wenig reflektierende Oberfl&auml;che w&auml;re hier dem zu folge evolution&auml;r von Vorteil.<\/p>\n<p>Ein Indiz, welches f&uuml;r diese These spr&auml;che, ist die weit verbreitete Annahme ein Drache w&uuml;rde sich Edelsteine auf den Bauch kleben, um diesen vor &auml;u&szlig;eren Einfl&uuml;ssen zu sch&uuml;tzen und zu schm&uuml;cken. Dagegen w&uuml;rde jedoch der Verlust der gerade gewonnenen besseren Tarnung sprechen. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, da ein Drachenhort<a name=\"_ftnref3\"> <u>[3]<\/u> <\/a>nur von &auml;lteren Drachen bewacht werden konnte, j&uuml;ngere Drachen jedoch noch nicht die Kraft und Ausdauer besitzen, um einen Hort aufzubauen, geschweige denn effektiv verteidigen zu k&ouml;nnen. Sie sind darauf angewiesen erst an Kraft und Erfahrung zu gewinnen, was sie nat&uuml;rlich gr&ouml;&szlig;tenteils bei der Jagd erreichen konnten. Hierbei w&auml;re der gl&auml;nzende Unterleib hinderlich gewesen. Halten wir also zus&auml;tzlich fest, dass sich &auml;ltere, hortende Drachen Ihren ungesch&uuml;tzten Bauch durchaus mit Edelsteinen h&auml;tten verzieren oder sch&uuml;tzen k&ouml;nnen, junge Drachen dies jedoch auf Grund der mit sich f&uuml;hrenden Nachteile bei der Jagd nicht praktizieren.<\/p>\n<p><i>These: Fl&uuml;geltheorie<\/i> <\/p>\n<p>Die zweite These des empfindlichen Drachenbauches beruht auf der Evolutionstheorie aller Wirbeltiere. Gehen wir von einer klassischen Drachenform aus, mit 4 Beinen und einem Paar Fl&uuml;gel. Weltweit ist den Zoologen kein Wirbeltier bekannt, welches mehr als vier voll entwickelte Gliedma&szlig;en besitzt, also ein Paar Vordergliedma&szlig;en und ein Paar Hintergliedma&szlig;en. Wirbeltiere besitzen nur zwei Ansatzpunkte f&uuml;r Extremit&auml;ten und deren Muskeln, n&auml;mlich die Schultern und das Becken. Drachen jedoch besitzen bekannterma&szlig;en zwei Paar Extremit&auml;ten und ein Paar Fl&uuml;gel, welches Ihren Ursprung an den Schulterbl&auml;ttern finden soll, wo sie durch starke Muskeln verankert Ihre Kraft finden, um den Drachen in der Luft man&ouml;vrierf&auml;hig zu halten. Rein Biologisch betrachtet und den mythischen Standpunkt komplett au&szlig;er Acht gelassen befinden wir uns nun in einer evolution&auml;ren Sackgasse. Ein solches Wesen kann nicht existieren, wir h&auml;tten es mit einer v&ouml;llig neuen Spezies zu tun, die sich evolution&auml;r v&ouml;llig unterschiedlichen von allen anderen entwickelt h&auml;tte.<\/p>\n<p>Schlagen wir nun den Bogen zur&uuml;ck zum empfindlichen Bauch des Drachen und versuchen eine Parallele zu finden, indem wir die folgende These aufstellen. Was w&auml;re, wenn die Fl&uuml;gel gar keine &#8222;echten&#8220; Fl&uuml;gel w&auml;ren, sondern Rippen? Mit einem Male erg&auml;be alles einen Sinn! Drachen ben&ouml;tigten einen Mechanismus, der sie in der Luft man&ouml;vrierf&auml;hig machen konnte. Ihre bereits vorhandenen Extremit&auml;ten begannen sich jedoch nicht zu ver&auml;ndern, da diese noch immer haupts&auml;chlich zur Fortbewegung auf der Erde ben&ouml;tigt wurden und eine Modifikation im Stile der Flederm&auml;use eher Nachteile denn Vorteile gehabt h&auml;tte. Die Entwicklung einer vollst&auml;ndig neuen Eigenschaft h&auml;tte evolution&auml;r zu lange gedauert. Die einzige M&ouml;glichkeit bestand demzufolge darin, die schon vorhandenen M&ouml;glichkeiten des Drachen zu modifizieren und auf die neuen Bed&uuml;rfnisse anzupassen. Die Rippen, beziehungsweise der Rippenbogen des Drachen konnte sich im Laufe der Generationen leicht nach au&szlig;en gebogen haben, denn Form, D&uuml;nnwandigkeit und Muskeln waren seit jeher vorhanden. Bis zur heute angenommenen Form und Position war es somit kein v&ouml;llig undenkbarer Schritt mehr. Der Drache besa&szlig; nun also endlich seine Fl&uuml;gel und war in der Luft agil genug, um jagen zu k&ouml;nnen. Der Nachteil jedoch lag v&ouml;llig offen auf der Hand. Der Bauch war v&ouml;llig ungesch&uuml;tzt, da ihn kein Brustkorb mehr st&uuml;tzen konnte, wodurch die lebenswichtigen Organe nur mehr unter den d&uuml;nnen Schuppen verborgen lagen. So gewagt und unglaubw&uuml;rdig diese These nun auch scheinen mag, so muss man sich dennoch fragen, ob nicht doch mehr Wahrheit in Ihr steckt, als es auf den ersten Augenblick scheinen mag. Man beachte: Aus vielen Sagen und Legenden k&ouml;nnen wir entnehmen, dass Drachen unempfindlich gegen&uuml;ber stumpfen Hiebwaffen seien. Im Anbetracht seiner &auml;u&szlig;erst z&auml;hen geschuppten Haut klingt dies logisch. Knochen konnten bei einem gegen den Bauch gef&uuml;hrten Schlag mit einer stumpfen Waffe nicht nachweislich zu Schaden kommen, da diese ja mittlerweile als Fl&uuml;gel fungierten und die Wucht des Schlages somit an der nachgiebigen Drachenhaut verpuffte. Spitze oder scharfe Waffen hingegen waren das andere Extrem und konnten verheerende Wirkung auf den Drachen erzielen, da sie die Haut durchtrennen und die nun ungesch&uuml;tzten Organe zerst&ouml;ren konnten.<\/p>\n<p>Egal ob wir nur eine der beiden Thesen oder beide als zutreffend betrachten, so wird dennoch klar, dass der Drachenbauch kein blo&szlig;er Mythos ist, sondern tats&auml;chlich die Achillesferse der gepanzerten Riesen darstellte und uns eventuell hilft die Techniken des Drachent&ouml;tens besser zu verstehen.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bauch eines Drachen! Kein K&ouml;rperteil dieser Wesen wurde so h&auml;ufig Ziel einer Attacke. Ist wirklich etwas dran am Mythos des ungesch&uuml;tzten Bauches, oder ist dies nur eine von vielen weiteren Legenden, die sich um diese mythischen Wesen ranken? 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