{"id":609,"date":"2004-08-21T17:48:40","date_gmt":"2004-08-21T17:48:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=609"},"modified":"2011-04-26T04:25:46","modified_gmt":"2011-04-26T03:25:46","slug":"drachen-und-poesie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/08\/drachen-und-poesie\/","title":{"rendered":"Drachen und Poesie"},"content":{"rendered":"<h3>Drachen und Poesie<\/h3>\n<p>Drachen sind recht passable Poeten und vermutlich Urheber vieler anonymer Gedichte aus der Zeit vor dem 12. Jahrhundert, die uns nur durch m\u00fcndliche \u00dcberlieferung bekannt sind. Nach ersch\u00f6pfenden Nachforschungen und unter Ablehnung von dubiosen Werken von Drachen-Troubadouren war es uns verg\u00f6nnt, dieses Beispiel der Drachenpoesie wiederzuentdecken:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Veni Dulcis Amiga Mea<br \/>\nCum Qua Iocari Suaviari<br \/>\nEt Teneras Delicas Sumere<br \/>\nEt In Amore Finire<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Komm meine s\u00fc\u00dfe Freundin<br \/>\nlass uns das Spiel des Kusses spielen<br \/>\nund die s\u00fc\u00dfen Freuden geniessen<br \/>\nund in Liebe sterben<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diese Zeilen sind ein Beispiel h\u00f6fischer Liebesdichtung. Das Gedicht kam zu uns mit der Unterschrift des Ritters Ambrosius de Jilocasin. Dabei handelt es sich um die menschliche Verk\u00f6rperung des Erddrachen Jilocasin, des legend\u00e4ren Adoptivvaters zweier Ritter, die sich unter der Herrschaft von Karl dem Grossen auszeichnen konnten.<br \/>\nObwohl wir nicht wissen, von wem das zweite Gedicht geschrieben wurde, stellt das Thema eine Reminiszenz der Geschichte vom Drachenprinz und einer der Damen von Eleonore von Aquitanien dar. Das Gedicht beschw\u00f6rt auf eindringliche Weise eine Abschiedsszene mit gebrochenem Herzen herauf. Der ungl\u00fcckliche Drachenprinz k\u00f6nnte sich mit genau mit diesen Worten von seiner Liebsten verabschiedet haben.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Dulcis Amica Vale, Sine Te<br \/>\nProcul Hinc Habitatus<br \/>\nAnxius Abscedo, Qui Non<br \/>\nCito Rediam<br \/>\nNon Discedo Tanem Totus<br \/>\nRemanetqui Tecum<br \/>\nCogit Amen Meum, Discedo Vix Ego Mecum<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Lebewohl, meine s\u00fc\u00dfe Freundin,<br \/>\nohne Dich muss ich von hier nun in die Ferne reisen,<br \/>\nmein Abschied ist voller Trauer,<br \/>\ndenn f\u00fcr Jahre werde ich nicht zur\u00fcckkehren,<br \/>\ndoch niemals werde ich vollkommen fern dir sein,<br \/>\ndenn meine Gedanken bleiben bei Dir.<br \/>\nSchweren Herzens nehme ich Abschied.<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Bei einem von ihnen &#8211; dem mysteri\u00f6sen Cercamon &#8211; handelte es sich zweifelsfrei um einen Drachen. F\u00fcr eine Weile war er mit dem ber\u00fchmten Marcabru , dem brillianten Troubadour aus der Cascogne, sehr eng befreundet. Cercamons Stil wurde von dieser Freundschaft stark beeinflusst, er war sanft und musikalisch, wie das folgende Beispiel zeigt:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Quant l&#8217;aura doussa s&#8217;amarzis<br \/>\ne l fuelha chai de sul verjan<br \/>\ne l&#8217;auzelh chajan lor latis,<br \/>\net ieu de sai sospir e chan<br \/>\nd&#8217;amour quem te lassat e pres,<br \/>\nquieu ane no l&#8217;agui en poder.<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Wenn die sanfte Brise wird verbittert<br \/>\nund die B\u00e4ume ihr Blattwerk verlieren<br \/>\nund die V\u00f6gel nicht mehr singen<br \/>\nwerde auch ich, seufzend, von der Liebe singen,<br \/>\ndie in mir brennt,<br \/>\ndenn es steht nicht in meiner Macht,<br \/>\ndieses Lied zu mindern.<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Es existieren auch Zeugnisse \u00fcber einen weibliche Troubadour von unbekannter Herkunft, die f\u00fcr ihre fr\u00f6hlichen Verse und lieblichen Melodien ber\u00fchmt wurde. Das war in einer Zeit, in der weibliche Poeten ihre Lieder von Barden vortragen lie\u00dfen, h\u00f6chst ungew\u00f6hnlich, ihr Leben bleibt in den Mantel des Schweigens geh\u00fcllt. Sie wurde Comtessa de Dia genannt, doch in Wahrheit war sie ein junger weiblicher Drache aus der Familie &#8222;Draco splendens&#8220;. Sie war so k\u00fchn und eitel, das sie mit dem Dichten nicht aufh\u00f6ren konnte &#8211; vier ihrer Gedichte sind uns bis heute erhalten geblieben. Sie wurde au\u00dferdem Mitglied in einer Gruppe von Wanders\u00e4ngern und ging sogar so weit, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drachen und Poesie Drachen sind recht passable Poeten und vermutlich Urheber vieler anonymer Gedichte aus der Zeit vor dem 12. Jahrhundert, die uns nur durch m\u00fcndliche \u00dcberlieferung bekannt sind. 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