{"id":315,"date":"2004-08-17T09:24:23","date_gmt":"2004-08-17T09:24:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/?p=315"},"modified":"2004-08-17T09:24:23","modified_gmt":"2004-08-17T09:24:23","slug":"der-drache-in-der-aareschlucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.drachenserver.de\/wordpress\/2004\/08\/der-drache-in-der-aareschlucht\/","title":{"rendered":"Der Drache in der Aareschlucht"},"content":{"rendered":"<p><em>&quot;Vor langer Zeit gab es auch in der Schweiz schreckliche Fabelwesen in tierischer Gestalt. Eines davon lebte in der Aareschlucht im Berner Oberland.&quot;<\/em><\/p>\n<p>Die schweizer Internetseite Swissinfo hat einen kleinen Artikel &uuml;ber Drachen ver&ouml;ffentlicht und auch ein Foto ver&ouml;ffentlicht, welches einen Tatzelwurm darstellen soll-leider sehr klein, so dass man gar nichts erkennt.<\/p>\n<p><a title=\"Swissinfo Drachen\" href=\"http:\/\/www.swissinfo.org\/sde\/Swissinfo.html?siteSect=105&#038;sid=1866627\" target=\"_blank\">Zum Artikel<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>&quot;In der kollektiven Volksfantasie gilt der Drache als Meister. Von China bis Mexiko kennt jede Kultur ihr &quot;Tiermonster&quot;, ihre fantastische Kreatur, unbesiegbar und gef&uuml;rchtet, Quelle von Furcht, Aberglaube und von Legenden.<\/p>\n<p>Im Fernen Osten wird der Drache gleichgesetzt mit Blitz und Donner und mit fruchtbarem Regen. Bei den Azteken in Mittelamerika wird der Drache dargestellt als gefiederte Riesenschlange. Und in der germanischen Nibelungensage badet sich Sigfried im Blut des get&ouml;teten Drachen, um unverwundbar zu werden.<\/p>\n<p>Ausserdem lebt das ber&uuml;hmte Monster von Loch Ness weiter, als fantomatischer &quot;Wassersaurier&quot; im gleichnamigen Schottischen See. Auch in der Schweiz lebten einst gefl&uuml;gelte Schuppentiere, die sich mit Vorliebe in die Alpen zur&uuml;ckzogen.<\/p>\n<p>Seit dem 15. Jahrhundert wimmelt es vor allem in der Zentralschweiz von Drachen in den unterschiedlichsten Varianten.<\/em><\/p>\n<div class=\"z10\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s50\"><strong><em>Monster in Schweizer Gew&auml;ssern<\/em><\/strong><\/div>\n<div class=\"z05\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s52\"><em>Wenn er nicht gerade Feuer spuckt oder sich in den dunklen Abgr&uuml;nden der Erde versteckt, &uuml;ber die Berge fliegt oder gar die Sonne verdunkelt, lebt der Drache im Wasser.<\/p>\n<p>Um das Jahr 1480 versichert ein Chronist, dass in der Umgebung von Zofingen an der Aare von Zeit zu Zeit eine Art Riesenschlange mit vier F&uuml;ssen auftauche.<\/p>\n<p>Am 26. Mai 1499 &quot;schwimmt ein enormes Drachen- und f&uuml;rchterliches Schlangentier&quot; im Wasser des Vierwaldst&auml;ttersees. Ein entsetzter Augenzeuge berichtet, es sei &quot;zwanzig Meter lang&quot; und sehe aus &quot;wie ein Kalb mit grossen Ohren&quot;.<\/p>\n<p>Ende des 18. Jahrhunderts versichert ein Mann namens Hans Fuchs, vor zwei Drachen gestanden zu sein. Er kommt kaum dazu, das vorgefallene seiner Familie zu beschreiben. Vom Schrecken derart gezeichnet stirbt er an Herzstillstand genau an dem Ort, wo er auf die beiden Monster traf.<\/em><\/div>\n<div class=\"z10\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s50\"><strong><em>Furcht vor den Schluchten<\/em><\/strong><\/div>\n<div class=\"z05\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s52\"><em>Vielleicht spricht 1814 der Berner Historiker Samuel Studer vom gleichen Fantasie-Untier: &quot;Von der Aareschlucht wird berichtet, dass dort ein Schlangentier hause, mit einem fast runden Kopf und sehr runden Tatzen. Dieses Untier zeige sich von Zeit zu Zeit.&quot;<\/p>\n<p>Die Wildheit der Natur in der Aareschlucht mit ihrem tosenden Wasser gibt ein ideales Szenario ab f&uuml;r die Legende eines Wassermonsters. 1817 vergleicht Rudolf Wyss, Autor des Buches &quot;Reise ins Berner Oberland&quot;, die Aareschlucht sogar mit Dantes Beschreibung des unterirdischen Todesflusses Acheron aus der griechischen Mythologie.<\/p>\n<p>Die Schlucht liegt zwischen den beiden Orten Meiringen und Innertkirchen. Sie entstand, als sich der Aaregletscher zur&uuml;ckzog, und windet sich durchs Haslital, einem der gr&ouml;ssten Quert&auml;ler des Alpenmassivs, das vom Grimselpass bis zum Brienzersee reicht.<\/p>\n<p>Eindr&uuml;ckliche Wassermassen zw&auml;ngen sich zwischen steilen und engen Felsabh&auml;ngen in einem gleichermassen magischen wie dunklen Ambiente. Seit Jahrhunderten zwar bekannt, hatte man sie immer aus Angst gemieden.<\/p>\n<p>Bis Anfang des 19. Jahrhunderts konnten die Wassermassen ausschliesslich mit einem Boot &uuml;berwunden werden: Ein m&uuml;hsames Unterfangen, zu schwierig und sehr selten machbar.<\/p>\n<p>1890 beschreibt Josef Viktor Widmann, ein weiterer Autor, die Schlucht mit den folgenden Worten: &quot;In Richtung Ausgang w&ouml;lbt sich eine Art Nische oder Grotte, aus dem Felsen gehauen. Sozusagen auf Mass gemacht, um ein Wesen zu beherbergen, das diesen Ort symbolisiert. Wahrscheinlich beziehen sich die Drachenbilder der Legende darauf.&quot;<\/em><\/div>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"6\" align=\"right\" bgcolor=\"#ffffff\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><em><\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div class=\"z10\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s50\"><strong><em>Das Geheimnis des Tatzelwurms<\/em><\/strong><\/div>\n<div class=\"z05\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s52\"><em>Im 20. Jahrhundert wuchs mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs in den Alpen auch das Interesse an den mysteri&ouml;sen Aareschluchten. Die Gemeinde entschied deshalb, &uuml;ber dem Wasser Laufstege zu errichten.<\/p>\n<p>Doch auch in diesen aufgekl&auml;rten Zeiten blieb der Mythos des Schluchtenmonsters und der Drachenschlange lebendig. Genannt wurde es Tatzelwurm, weil es einem Riesenwurm &auml;hnlich sah.<\/p>\n<p>1935 geschah in der Aareschlucht etwas v&ouml;llig aussergew&ouml;hnliches, und ganz Europa nahm daran teil. Einem Fotografen russischer Abstammung gelang es, das Monster zu fotografieren. Er publizierte das Bild in der &quot;Berliner Illustrierten&quot;.<\/p>\n<p>Existiert demnach wirklich ein Tatzelwurm? Das Foto beseitigt jeglichen Zweifel: Das Monster hat ein Maul wie ein Haifisch, ein f&uuml;rchterliches Gebiss, eine Nase wie ein Affe und seitliche Mandelaugen.<\/em><\/div>\n<div class=\"z10\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s50\"><strong><em>Monsterhysterie<\/em><\/strong><\/div>\n<div class=\"z05\"><em>&nbsp;<\/em><\/div>\n<div class=\"s52\"><em>Nach der Ver&ouml;ffentlichung des Bildes schickt die Redaktion der &quot;Berliner Illustrierten&quot; zweimal Mitarbeiter ins Haslital, um die Umgebung zu durchsuchen. Ein Preisgeld von tausend Reichsmark wird ausgeschrieben f&uuml;r den Fang des Tatzelwurms.<\/p>\n<p>Sogar die seri&ouml;se und angesehene &quot;Neue Z&uuml;rcher Zeitung&quot; widmet der Monsterhysterie mehrere ganze Seiten. Doch das Untier bleibt unauffindbar, und seither hat es niemand mehr gesehen. Das Preisgeld wurde nie vergeben, und die Echtheit des Fotos wurde angefochten.<\/p>\n<p>Doch der Zweifel bleibt: Vielleicht gab es wirklich einst eine Spezies Tatzelwurm, die inzwischen ausgestorben ist.<\/p>\n<p>Beim Eingang zur Aarschlucht, inzwischen Ziel von tausenden von Besuchern, erinnert eine Holzskulptur des Tatzelwurms an die Legende.<\/p>\n<p>Und in den Konditoreien von Meiringen warten kleine S&uuml;ss-Monster, mit Schokolade &uuml;berzogen und einer Marzipanzunge, auf die vielen Kinder, um selbst verspeist zu werden. Zum Andenken an den Tatzelwurm aus fernen Zeiten &#8211; ohne Furcht.<\/p>\n<p>swissinfo, Elena Altenburger<br \/>(&Uuml;bertragung aus dem Italienischen: Alexander P. K&uuml;nzle)&quot;<\/em><\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&quot;Vor langer Zeit gab es auch in der Schweiz schreckliche Fabelwesen in tierischer Gestalt. 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