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G.A. Aiken – Dragon Kiss
Die Laula wurde von mir gezwun- überredet eine kleine Rezension zu Dragon Kiss zu schreiben. Da ich selbst solche Bücher nicht lese bin ich dankbar, dass sie sich erbarmt hat
Ein Buch, nach dessen Titel (hoffentlich) niemand greifen wird, der ein anspruchsvolles High Fantasy Werk erwartet. Vielmehr lag nach einem kurzen Blick auf die Rückseite der Verdacht nahe, dass es sich hier um ein Buch der sogenannten Romantic Fantasy handelt, ein Genre, das in der letzten Zeit überall wie Pilze aus dem Boden zu sprießen scheint.
Was ich also erwartet habe: Eine Lovestory, bitte mit Happy-End, wobei mindestens einer der Protagonisten kein Mensch ist (Na was wirds wohl sein… ein Vampir, eine Elfe oder vielleicht doch ein DRACHE?), es irgendein Übel zu besiegen gilt und das Ganze dann mit mehr oder weniger ausführlichen Sexszenen untermalt ist .
Somit wurde ich auch nicht zu sehr enttäuscht.
Enttäuschter war ich eigentlich eher darüber, dass die auf dem Klappentext angerissene Geschichte nur etwa die Hälfte des Buches ausgemacht hat. Die andere Hälfte ist die Geschichte von Fearghus Eltern, die zwar etwa auf gleichem Niveau ist, jedoch nicht das war, was ich mir von 50% des Buches versprochen hatte.
Zur Geschichte:
Annwyl “Die Blutrünstige” ist eine cholerische Ziege, die von so ziemlich allem auf 180 gebracht wird und deren liebstes Hobby darin besteht, feindliche Soldaten in handliche Stücke zu zerhacken. Annwyl ist außerdem die Schwester vom bösen Herrscher, den sie – Überraschung – absetzen will, um das Volk zu befreien und natürlich um sich zu rächen.
Fearghus “Der Zerstörer”, der schwarze Drache, passt – so gesehen – wunderbar zu ihr, weil er ungefähr den gleichen Agressionsbewältigungskurs belegen sollte. Als Drache ist er in dieser Welt ein Gestaltwandler und natürlich sieht seine Menschengestalt umwerfend gut aus.
Die beiden begegnen sich, er rettet die Frau und Annwyl fühlt sich von Fearghus’ Menschengestalt sexuell angezogen, während sie den Drachen als Freund schätzt, ohne zu ahnen, dass diese beiden ein und dieselbe Person sind.
Der Rest ist ein bisschen Verführung, ein bisschen Intrige und viel Sex.
Die Hauptcharaktere dieses Buches sind ein wenig flach dargestellt, es sind eine Handvoll Charakterzüge, die hauptsächlich und dafür total überspitzt dargestellt werden. Sexuelles Verlangen, Eifersucht, Rachsucht, Reizbarkeit, aus mehr scheinen die Figuren selten zu bestehen. Was vielleicht am Anfang eine reizvolle Kombination sein mag, kann nach der zehnten Konfrontation, die auf gleicher Weise in beidseitiger Verwirrung oder aber im Bett endet, ein wenig eintönig werden.
Wenn man keine allzu hohen Ansprüche an die Geschichte hat, ein wenig leichte Unterhaltung sucht und sich auch an stellenweise expliziteren Sexszenen nicht stört, kann man hiermit durchaus seinen Spaß haben. Die Zielgruppe dieses Buches sind jedoch eindeutig vor allem die Menschen, die auf der Suche nach eben jenen Szenen sind.
Die eigentliche Handlung kommt vielleicht ein bisschen zu kurz, wenn die beiden Protagonisten die Hälfte der Zeit nur im Bett, ähm, in der Höhle, verbringen.
Trotzdem habe ich das Buch fast am Stück durchgelesen, weil ich eben doch wissen wollte, was als nächstes passiert und dabei, zugegebenermaßen, auch manchmal ein paar Seiten Bettgeflüster überblättert, weil ich mir gedacht habe “Komm schon (Achtung: Wortwitz), ich will wissen, wie es mit dem Krieg weitergeht”.
Was den Schreibstil betrifft, waren mir gerade diese Szenen manchmal ein wenig zu langatmig, was aber vielleicht auch einfach nur an ihrer Häufigkeit lag oder daran, dass ich doch noch ein wenig mehr Wert auf den inhaltlichen Verlauf eines Buches lege. Das ein oder andere Mal sind mir ein paar Wiederholungen negativ aufgefallen, ansonsten war es aber ganz flüssig zu lesen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass meine Ansprüche an den Schreibstil nicht ganz so hoch sind, wie die von manch anderem Leser.
Die Welt, in der das Buch spielt, bewohnt von Drachen und Menschen, fand ich interessant und ansprechend. Ein Highlight war für mich jede Begegnung von Fearghus mit dem Rest seiner Familie, einem bunten Haufen verschiedenfarbiger Drachen. Es ist zu erwarten, dass es für jedes Familienmitglied einen Folgeband geben wird – einige davon sind bereits erschienen.
Band zwei habe ich schon gelesen, mit Band drei lasse ich mir Zeit, vielleicht wird er mir irgendwann einmal in die Hände fallen. Es ist eine ganz nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht.
Markus Heitz Feuerkriege
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Im Februar erscheint Feuerkriege, eine Zusammenlegung der beiden Romane Die Mächte des Feuers und Drachenkaiser von Markus Heitz. Wer die Bücher bisher nicht gelesen hat sollte zugreifen, denn Heitz hat die alternative Realität+Drachen mit diesen beiden Büchern auf ein neues Level gehoben. Außerdem ist die in den 1920er Jahren spielende Geschichte vor Allem eines: Spannend!
Feuerkriege bei AmazonTorsten Fink – Drachensturm
Im Jahre 1532 landet der Drachenorden im Gefolge des spanischen Eroberers Francisco Pizarro im heutigen Peru. Auf der Suche nach Schätzen, Land und Glorie für den Kaiser und neuen Gläubigern für das Christentum, reisen die Besatzer durch das Land. Bei ihnen ist auch Mila, eine scheinbar hilflose, blinde junge Adlige. Doch in ihr steckt mehr. Das spürt auch der Drache Nabu, der Mila zu seiner neuen Reiterin erwählt. Kemaq, ein junger Botenläufer erlebt derweil den Einfall der Fremden und der fliegenden Götter in sein Heimatland mit all seiner Grausamkeit. Nur durch Glück überlebt er mehrere brenzlige Situationen, bis sich ihm eine Möglichkeit des Sieges offenbahrt.
Was wäre, wenn alle Mythen und Legenden wahr wären? Ähnlich wie es Markus Heitz mit “Herrschaft der Flammen” und “Drachenkaiser” vormachte,spielt auch Drachensturm in einer alternativen Realität, in der alle Mythen und Legenden wahr sind. Drachensturm erzählt die Geschichte der spanischen Einwanderung abwechselnd aus zwei Perspektiven nämlich einerseits die der blinden Mila, die sich unverhofft als neue Drachenreiterin in einem Ränkespiel um Macht und Glaube wiederfindet und von Seiten Kemaqs, einem Botenläufer der Inkas, der das Zünglein an der Waage im Kampf gegen die fremden Götter sein soll.
Fink versteht es wunderbar seine Geschichte aufzubauen und dem Leser das Vorgehen und die Motivation seiner Protagonisten und der beiden Nationen nachvollziehbar darzustellen. Besonders die Behinderung Milas wird eindringlich beschrieben und hat auch Auswirkung darauf wie man als Leser die dargebotene Welt wahrnimmt. Stets abwechselnd geht es voran, von den ersten Eroberungen der Spanier und der Angst der Inkas vor den Göttern und Waffen dieser Neuankömmlinge über deren Vordringen in das Land auf der Suche nach Silber und der Formierung des Widerstandes auf Seiten der Indios, bis hin zum Finale, in dem die Protagonisten und ihre verschlungenen Schicksale endlich aufeinandertreffen. Obwohl Fink seine Welt schön und akribisch aufbaut, hat seine Erzählweise einen Nachteil, sie macht die Geschichte sehr langatmig. Streckenweise passiert nichts, aber auch gar nichts von Bedeutung. Immer mal wieder tauchen bekannte Personen auf, nur um einen unwichtigen Satz zu sagen und wieder zu verschwinden. Die 700 Seiten hätten meiner Meinung auf 400 gekürzt werden sollen, man hätte dennoch nicht das Gefühl gehabt, dass ein wichtiger Erzählstrang zu kurz abgehandelt worden wäre. Erst die letzten 100 Seiten ziehen im Tempo an und führen die Geschichte dorthin wohin sie sich schon viel eher hätte wenden sollen, nämlich auf den Verfall der bestehenden Ordnung auf beider Seiten und den schwelenden Zwist zwischen Kirche, Drache und Mensch. Dieser entläd sich in einem großen Finale, bei dem jeder gegen jeden kämpft. Leider ist dies wiederum zu schnell abgehakt, da wird mal eben das Böse besiegt, die bestehende “Weltordnung” umgebogen und Wunder gewirkt.
Torsten Finks Drachenroman hat mir gut gefallen. Seine Protagonistin Mila überrascht durch die Schilderung ihrer blinden Welt und Kemaqs unfreiwilliger Weg vom Botenläufer zum ernannten Retter der Heimat ist zu toll zu lesen. Finks Drachen sind nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern eigenständige Persönlichkeiten mit Einfluss und Charakter. Ein gutes, aber für diesen Inhalt viel zu langes Buch.
Weiterführende Links:
Drachensturm bei Amazon
Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenzauber
Der Krieg gegen die Drachenarmee Takisis tobt auf ganz Krynn. Die gespaltene Heldengruppe versucht, auch wenn voneinander getrennt, dennoch Menschen, Elfen, Zwerge und Kender im Kampf gegen die dunklen Mächte zu vereinen. Während der solamnische Ritter Sturm Feuerklinge, die Elfenprinzessin Laurana, der alte Zwerg Flint und der Kender Tolpan beim letzten Kampf um den Turm des Oberklerikers wieder zusammentreffen, sind weit davon entfernt die Zwillinge Caramon und Raistlin, sowie der Halbelf Tanis in die belagerte Stadt Treibgut aufgebrochen.
Der vierte Band der Chroniken der Drachenlanze konzentriert sich hauptsächlich auf die Drachenkugeln und die Ritter von Solamnia, vornehmlich aber auf Sturm Feuerklinge und seine Geschichte. Während die Drachenkugeln mehr als einmal als etwas weder Gutes, noch Böses dargestellt werden, sind sie vor allem eines: Gefährlich. Was bei einem Versuch sie zu benutzen passieren kann, konnte man schon in Drachenwinter erleben. Das der Magier Raistlin zumindest einen Teilerfolg erringen würde, war abzusehen und auch, dass die Völker Krynns an der Frage wer die Kugel besitzen müsse zu zerbrechen drohen. Weis und Hickman stellen der Welt einen Spiegel vor die Nase und lassen sie, trotz einer viel größeren und drohenderen Gefahr in kleinliche Machtkämpfe versinken. Zum Glück muss man auf den sich hebenden Zeigefinger zwecks Belehrung und Bekehrung hin zu einem Besseren nicht lange warten. Zum Wohle der freien Völker, versteht sich. So scheint es zunächst, dass eine Allianz geschmiedet wird und auch Sturm Feuerklinge, endlich sein Ziel – die Ritterwürde – erreicht. Doch die einst prächtigen Ritter von Solamnia sind nur noch ein Schatten ihrer damaligen Glorie, ein intriganter Haufen machthungriger Menschen, die mehr Politiker als Ritter sind. Sturm symbolisiert ein Ideal, dass zum jetzigen Zeitpunkt verloren scheint, aber dringend benötigt wird. Er ist die einzig logische Wahl für den Märtyrertod, der das gesamte Buch über unausweichlich vorbereitet wird, um eine Wende einzuleiten und ist außerdem der einzige Kerncharakter der auch wirklich verzichtbar ist (schließlich haben wir genug andere Kämpfer in der Party). Nichts desto trotz ist die gesamte Geschichte toll präsentiert und zu keiner Zeit langweilig. Besonders die Kombination Tolpan/Fizban ist passend, flach und unermüdlich witzig. Langsam wird es jedoch Zeit die Gruppe wieder zu vereinen, um dem Krieg eine Wendung zu verpassen.
Erneut lag mir die Geschichte dank MFM Entertainment als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vor. Was soll ich noch großartig berichten was ich nicht schon geschrieben hätte? Tolles Hörbuch zu einer spannenden Geschichte.
Weiterführende Links
Drachenzauber als Paperback
Drachenzauber als Hörbuch
Rezensionsexemplar von Drachensturm erhalten
Mensch, das ist ja wie Weihnachten dieses Wochenende. Drachensturm wurde mir vom Blanvalet Verlag tatsächlich als Rezensionsexemplar zugesendet und kam heute morgen bei mir an. Vielen herzlichen Dank! Ich werde mich schleunigst daran machen es durchzulesen. 782 Seiten könnten bei mir als “Im-Bett-Leser” allerdings einige Abende reichen
Weiterführende Links:
Drachensturm bei Amazon
Drachensturm von Torsten Fink erschienen
Heute sah ich im Zeitschriftenhandel ein Buch mit interessantem Cover liegen. Drachensturm, hm… Wie magnetisch zog es sich in meine Hände und präsentierte seinen Klappentext:
Im Jahre 1532 betritt die blinde Mila im Gefolge von Francisco Pizarro und der letzten Drachenreiter das heutige Peru. Alle empfinden die scheinbar hilflose junge Frau lediglich als Belastung. Da erwählt der mächtige Drache Al-Nabu sie trotz ihrer Blindheit als neue Reiterin. Plötzlich hängen die Geschicke von Menschen und Drachen von ihren Entscheidungen ab. Mila muss ihre unerwartete Verantwortung rasch akzeptieren, will sie nicht für den Tod aller verantwortlich sein. Denn im Reich der Inka lauert etwas weitaus Gefährlicheres als Drachen!
Das klingt doch schonmal ganz nett. Vielleicht gewährt mir ja Blanvalet bzw. Randomhouse ein Rezensionsexemplar? Immerhin ist das Buch an meinem Geburtstag veröffentlicht worden. 17. Oktober…