Rezensionen

Christopher Paolini – Eragon 4 Inheritance

Langsam aber stetig bewegen sich die Varden voran und auf Urû-baen und die unvermeidliche Konfrontation mit Galbatorix und Shruikan zu. Mit jedem Schritt werden die Aufgaben schwerer und die zu überwindenen Hürden größer. Eragon, Saphira und Roran beweisen sich jeden Tag aufs Neue. Schlachten müssen geschlagen, Mauern überwunden, Bündnisse erhalten und Pläne geschmiedet werden. Doch noch immer fehlt Eragon die entscheidende Idee oder Waffe mit der er eine reelle Chance gegen Galbatorix hätte.

Das ist es also, das Ende der Inheritance Saga von Christopher Paolini. Eine Geschichte von einem jungen Autor, der den großen Vorbildern der Fantasy Literatur nachzueifern versuchte, allen voran Tolkien und der Ringsaga. Verstecken braucht er sich nicht. Das Paolini sehr jung war , als er began seine Romane zu schreiben weiß mittlerweile jeder der die Bücher gelesen oder ihre Entstehung verfolgt hat. Er hat im Laufe seiner Romane einen gewaltigen, zuweilen sogar pompösen Stil entwickelt, in dem er seine Szenen mit adjektiven und Beschreibungen zu schmücken sucht. Es gibt beinahe ausschließlich Superlative. Die Schlachten sind blutig und grausam. Seine Hauptcharaktere stehen praktisch ständig vor dem Ende und er lässt auch einige bekannte, aber unwichtige Randfiguren das Leben aushauchen. Endlich tritt auch der große, bisher unerkannte, Widersacher Galbatorix auf den Plan und ist ein Bösewicht nach meinem Geschmack: Bedrohlich und beinahe allmächtig. Schön, dass er sich nicht so einfach mit irgendeiner Wunderwaffe von der Bildfläche tilgen lies. Garniert wird all das Kampfgetümmel immer mal wieder mit ruhigen Einschüben. Diese sind zwar allesamt wenig überraschend und teilweise erinnern sie stark an Hollywood-Filme, die Paolini wohl gerade in dieser Zeit gesehen haben muss, aber sie verleihen dem Buch und der ganzen Welt etwas mehr Vergangenheit und Rahmen.

Doch nach dem großen Finale fällt der Leser, die Protagonisten und wie mir scheint auch Paolini in ein tiefes Loch mit der Frage was denn nun kommen möge. Oft enden Geschichten mit dem am Boden liegenden Bösewicht und man fragt sich, was denn danach mit dem Land passieren würde. Hier setzt Paolini an. Er lässt seine Welt nicht einfach mit einem Höhepunkt enden, sondern zeigt den Kampf der Varden auch nach dem Sieg über Galbatorix, zeigt die Zukunft der Drachen und der Reiter und führt wirklich alle offenen Handlungsstränge zu einem Ende. Das mag für die Hardcorefans befriedigend und für die Glaubwürdigkeit der Geschichte notwendig sein, aber vor allem ist es eines: langatmig, so als ob er sich par tout nicht von seiner Welt und seinen Geschöpfen lösen wolle.

Inheritance ist ein gelungener Abschluss der Saga und solange ich auch darüber grüble, ich könnte mir kein besseres und vollendeteres Ende wünschen, geschweige denn vorstellen mit dem ich Eragon, Saphira und all die anderen Drachen, Menschen, Zwerge, Elfen, Urgals und Werkatzen aus dieser Geschichte entlassen möchte. Ende gut, alles gut.

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G.A. Aiken – Dragon Kiss

Die Laula wurde von mir gezwun- überredet eine kleine Rezension zu Dragon Kiss zu schreiben. Da ich selbst solche Bücher nicht lese bin ich dankbar, dass sie sich erbarmt hat :-)

Ein Buch, nach dessen Titel (hoffentlich) niemand greifen wird, der ein anspruchsvolles High Fantasy Werk erwartet. Vielmehr lag nach einem kurzen Blick auf die Rückseite der Verdacht nahe, dass es sich hier um ein Buch der sogenannten Romantic Fantasy handelt, ein Genre, das in der letzten Zeit überall wie Pilze aus dem Boden zu sprießen scheint.
Was ich also erwartet habe: Eine Lovestory, bitte mit Happy-End, wobei mindestens einer der Protagonisten kein Mensch ist (Na was wirds wohl sein… ein Vampir, eine Elfe oder vielleicht doch ein DRACHE?), es irgendein Übel zu besiegen gilt und das Ganze dann mit mehr oder weniger ausführlichen Sexszenen untermalt ist .
Somit wurde ich auch nicht zu sehr enttäuscht.
Enttäuschter war ich eigentlich eher darüber, dass die auf dem Klappentext angerissene Geschichte nur etwa die Hälfte des Buches ausgemacht hat. Die andere Hälfte ist die Geschichte von Fearghus Eltern, die zwar etwa auf gleichem Niveau ist, jedoch nicht das war, was ich mir von 50% des Buches versprochen hatte.

Zur Geschichte:
Annwyl “Die Blutrünstige” ist eine cholerische Ziege, die von so ziemlich allem auf 180 gebracht wird und deren liebstes Hobby darin besteht, feindliche Soldaten in handliche Stücke zu zerhacken. Annwyl ist außerdem die Schwester vom bösen Herrscher, den sie – Überraschung – absetzen will, um das Volk zu befreien und natürlich um sich zu rächen.
Fearghus “Der Zerstörer”, der schwarze Drache, passt – so gesehen – wunderbar zu ihr, weil er ungefähr den gleichen Agressionsbewältigungskurs belegen sollte. Als Drache ist er in dieser Welt ein Gestaltwandler und natürlich sieht seine Menschengestalt umwerfend gut aus.
Die beiden begegnen sich, er rettet die Frau und Annwyl fühlt sich von Fearghus’ Menschengestalt sexuell angezogen, während sie den Drachen als Freund schätzt, ohne zu ahnen, dass diese beiden ein und dieselbe Person sind.
Der Rest ist ein bisschen Verführung, ein bisschen Intrige und viel Sex.

Die Hauptcharaktere dieses Buches sind ein wenig flach dargestellt, es sind eine Handvoll Charakterzüge, die hauptsächlich und dafür total überspitzt dargestellt werden. Sexuelles Verlangen, Eifersucht, Rachsucht, Reizbarkeit, aus mehr scheinen die Figuren selten zu bestehen. Was vielleicht am Anfang eine reizvolle Kombination sein mag, kann nach der zehnten Konfrontation, die auf gleicher Weise in beidseitiger Verwirrung oder aber im Bett endet, ein wenig eintönig werden.

Wenn man keine allzu hohen Ansprüche an die Geschichte hat, ein wenig leichte Unterhaltung sucht und sich auch an stellenweise expliziteren Sexszenen nicht stört, kann man hiermit durchaus seinen Spaß haben. Die Zielgruppe dieses Buches sind jedoch eindeutig vor allem die Menschen, die auf der Suche nach eben jenen Szenen sind.
Die eigentliche Handlung kommt vielleicht ein bisschen zu kurz, wenn die beiden Protagonisten die Hälfte der Zeit nur im Bett, ähm, in der Höhle, verbringen.
Trotzdem habe ich das Buch fast am Stück durchgelesen, weil ich eben doch wissen wollte, was als nächstes passiert und dabei, zugegebenermaßen, auch manchmal ein paar Seiten Bettgeflüster überblättert, weil ich mir gedacht habe “Komm schon (Achtung: Wortwitz), ich will wissen, wie es mit dem Krieg weitergeht”.

Was den Schreibstil betrifft, waren mir gerade diese Szenen manchmal ein wenig zu langatmig, was aber vielleicht auch einfach nur an ihrer Häufigkeit lag oder daran, dass ich doch noch ein wenig mehr Wert auf den inhaltlichen Verlauf eines Buches lege. Das ein oder andere Mal sind mir ein paar Wiederholungen negativ aufgefallen, ansonsten war es aber ganz flüssig zu lesen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass meine Ansprüche an den Schreibstil nicht ganz so hoch sind, wie die von manch anderem Leser.

Die Welt, in der das Buch spielt, bewohnt von Drachen und Menschen, fand ich interessant und ansprechend. Ein Highlight war für mich jede Begegnung von Fearghus mit dem Rest seiner Familie, einem bunten Haufen verschiedenfarbiger Drachen. Es ist zu erwarten, dass es für jedes Familienmitglied einen Folgeband geben wird – einige davon sind bereits erschienen.

Band zwei habe ich schon gelesen, mit Band drei lasse ich mir Zeit, vielleicht wird er mir irgendwann einmal in die Hände fallen. Es ist eine ganz nette Unterhaltung, mehr aber auch nicht.

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Paladin – Der Drachenjäger

Als Will Shepherds Vater von einem Drachen getötet wird, beendet Will sein abgeschiedenes Bergleben, fest entschlossen den Tod seines Vaters zu rächen. Dazu heuert er bei Baron Sterling an, um sich zum Ritter ausbilden zu lassen. Während seines Aufenthalts wirft er zunehmend ein Auge auf Kate, die schöne Tochter des Barons. Doch nicht nur er buhlt um die Gunst von Sterlings Tochter, auch der Adelige Rogan zeigt ein unverhohlenes Interesse.

Die Geschichte um den Schafhirten Will, der seinen Vater rächen möchte und sich dabei in die Tochter seines neuen Herren verliebt ist weder neu noch originell. Ich mag gar nicht zählen wie oft ich das in dieser oder ähnlicher Form schon gelesen oder gesehen habe. Dennoch ist Paladin ein anständiger Fantasyfilm und die Aufnahmen der Landschaften und Kulissen, die sich mir in voller Bluray-Klarheit boten, waren toll, die Schauspieler passend ausgewählt und die ganze Stimmung gut eingefangen. Wie immer bei solchen Low-Budget Produktionen musste jedoch leider die Qualität des Drachen arg leiden. Der Drachen (mal wieder ein Wyvern) sieht an sich gut gemacht aus und bewegt sich auch so wie man es von solch einer Kreatur erwarten würde. Damit ist es jedoch nicht getan. Die Integration eines 3D Modells in einen Realfilm ist eine Kunst, die die Filmemacher von Splendid Film/WVG leider nicht beherrschten. Völlig deplatziert stacksen und stochern Drachen und Schauspieler aufeinander ein, der Drache wirkt eigentlich ständig falsch belichtet und sein Flammenatem ist nur peinlich. Sehr schade, das konnte sogar Disneys “Dragonslayer” besser und der Film ist über 30 Jahre alt.
Dennoch bleibt ein kurzweiliger Fantasyfilm, bei dem der Drachenangriff den Rahmen für eine kleine Romanze zwischen Schafhirte und Baronentochter bietet. Ausleihen, Ja! Kaufen, Nein!

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Torsten Fink – Drachensturm

Im Jahre 1532 landet der Drachenorden im Gefolge des spanischen Eroberers Francisco Pizarro im heutigen Peru. Auf der Suche nach Schätzen, Land und Glorie für den Kaiser und neuen Gläubigern für  das Christentum, reisen die Besatzer durch das Land. Bei ihnen ist auch Mila, eine scheinbar hilflose, blinde junge Adlige. Doch in ihr steckt mehr. Das spürt auch der Drache Nabu, der Mila zu seiner neuen Reiterin erwählt. Kemaq, ein junger Botenläufer erlebt derweil den Einfall der Fremden und der fliegenden Götter in sein Heimatland mit all seiner Grausamkeit. Nur durch Glück überlebt er mehrere brenzlige Situationen, bis sich ihm eine Möglichkeit des Sieges offenbahrt.

Was wäre, wenn alle Mythen und Legenden wahr wären? Ähnlich wie es Markus Heitz mit “Herrschaft der Flammen” und “Drachenkaiser” vormachte,spielt auch Drachensturm in einer alternativen Realität, in der alle Mythen und Legenden wahr sind.  Drachensturm erzählt die Geschichte der spanischen Einwanderung abwechselnd aus zwei Perspektiven nämlich einerseits die der blinden Mila, die sich unverhofft als neue Drachenreiterin in einem Ränkespiel um Macht und Glaube wiederfindet und von Seiten Kemaqs, einem Botenläufer der Inkas, der das Zünglein an der Waage im Kampf gegen die fremden Götter sein soll.

Fink versteht es wunderbar seine Geschichte aufzubauen und dem Leser das Vorgehen und die Motivation seiner Protagonisten und der beiden Nationen nachvollziehbar darzustellen. Besonders die Behinderung Milas wird eindringlich beschrieben und hat auch Auswirkung darauf wie man als Leser die dargebotene Welt wahrnimmt. Stets abwechselnd geht es voran, von den ersten Eroberungen der Spanier und der Angst der Inkas vor den Göttern und Waffen dieser Neuankömmlinge über deren Vordringen in das Land auf der Suche nach Silber und der Formierung des Widerstandes auf Seiten der Indios, bis hin zum Finale, in dem die Protagonisten und ihre verschlungenen Schicksale endlich aufeinandertreffen. Obwohl Fink seine Welt schön und akribisch aufbaut, hat seine Erzählweise einen Nachteil, sie macht die Geschichte sehr langatmig. Streckenweise passiert nichts, aber auch gar nichts von Bedeutung. Immer mal wieder tauchen bekannte Personen auf, nur um einen unwichtigen Satz zu sagen und wieder zu verschwinden. Die 700 Seiten hätten meiner Meinung auf 400 gekürzt werden sollen, man hätte dennoch nicht das Gefühl gehabt, dass ein wichtiger Erzählstrang zu kurz abgehandelt worden wäre. Erst die letzten 100 Seiten ziehen im Tempo an und führen die Geschichte dorthin wohin sie sich schon viel eher hätte wenden sollen, nämlich auf den Verfall der bestehenden Ordnung auf beider Seiten und den schwelenden Zwist zwischen Kirche, Drache und Mensch. Dieser entläd sich in einem großen Finale, bei dem jeder gegen jeden kämpft. Leider ist dies wiederum zu schnell abgehakt, da wird mal eben das Böse besiegt, die bestehende “Weltordnung” umgebogen und Wunder gewirkt.

Torsten Finks Drachenroman hat mir gut gefallen. Seine Protagonistin Mila überrascht durch die Schilderung ihrer blinden Welt und Kemaqs unfreiwilliger Weg vom Botenläufer zum ernannten Retter der Heimat ist zu toll zu lesen. Finks Drachen sind nicht nur schmuckes Beiwerk, sondern eigenständige Persönlichkeiten mit Einfluss und Charakter. Ein gutes, aber für diesen Inhalt viel zu langes Buch.

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Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenkrieg

Sturms Tod in Drachenzauber läutete eine Wende im Krieg gegen die Drachenarmee ein. Gestärkt durch Hoffnung wird Laurana als neue Generälin der Armee von Palanthas eingesetzt und führt die vereinigten Völker gemeinsam mit Flint Feuerschmied und Tolpan Barfuß gegen die Dunkle Königin. Zugleich befinden sich, Tanis, Raistlin, Caramon und die beiden Barbaren Flusswind und Goldmond auf der Flucht zu Wasser vor der Drachenreiterin Kitiara, die um jeden Preis den geheimnisvollen Brem in ihre Gewalt bringen möchte. Doch da trifft das Schiff auf den tödlichen Malstrom.

Hatten die vorherigen Buchbände stets einen eindeutigen Abschluss mit Endkampf und anschließender Verschnaufpause, bietet Drachenkrieg nichts dergleichen. Abwechselnd geht es im vorletzten Teil der Serie mal auf Seiten des Krieges in Palanthas und mal auf Seiten der Flüchtenden zur Sache. Das seit dem zweiten Band vorbereitete und sehnsüchtig erwartete Eingreifen der guten Drachen in den Kampf schürt neue Hoffnung und es scheint, als könne man die Drachenarmee bezwingen. Kitiara kennt jedoch Lauranas Schwäche und plant diese zu ihren Gunsten auszunutzen, wenn sie schon nicht Brem und Tanis in Ihre Gewalt bringen konnte. Diese sind nämlich nach Raistlins Verrat und der Fahrt in den Malstrom verschwunden und wachen orientierungslos an einem seltsamen Ort wieder auf. Die Geschichte gewinnt nun weiter an Tiefe, denn die Pläne der Drachenarmee werden von Seiten Kitiaras etwas verdeutlicht, was der zuvor formlosen und scheinbar ziellosen Bedrohung etwas mehr Struktur verleiht. Noch immer ist nicht klar, warum Brem, der wahnsinnige Mann mit dem grünen Kristall in der Brust, der Schlüssel zum Sieg sein soll, aber zumindest wird das Finale nun vorbereitet. Die Heldengruppe, die gespalten doch ziemlich kopflos wirkt und (wie zu Beginn der Buchreihe) eher durch Glück als Verstand überlebt, weil anscheinend immer die gerade benötigte Person sich im anderen Erzählstrang befindet, wird wieder zusammengeführt. Leider wirkt die abschließende Idee die Party samt Schlüssel-zum-Sieg-Brem direkt zur schwarzen Königin zu schicken doch arg dämlich. Mal sehen was daraus wird.

Erneut lag mir die Geschichte dank MFM Entertainment als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vor. Was soll ich noch großartig berichten was ich nicht schon geschrieben hätte? Tolles Hörbuch zu einer spannenden Geschichte, aber langsam will ich wissen wie es ausgeht.

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Drachenkrieg als Hörbuch
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Die Drachen von Tashaa – Frischluft

Da ich bisher weder Teil 2 (Moorluft), noch das aktuelle Buch Frischluft lesen konnte, überlasse ich Andi das Feld, der sich als Fan der Serie über das Dritte Buch ausgelassen hat, um Euch einen Eindruck zu vermitteln:

Nachdem Brenn von seinem Drachen Berkom nach Tashaa zurückgebracht wurde, muss er wieder lernen unter Menschen zu leben, ohne jedem der sich ihm nähert sofort anzugreifen. Selbst sein bester Freund und Drachenkommandant, Dies Rastelan, muss sich dabei vor ihm in Acht nehmen, denn die Tatsache kein Mensch mehr zu sein, macht Bren noch immer sehr zu schaffen. Dennoch machen sich die zwei Freunde gemeinsam auf den Weg zur Drachenakademie, es gilt nämlich die zukünftigen Drachenläufer auszubilden.Dort angekommen beginnen sie sofort mit dem Unterricht, als plötzlich eine Eilmeldung den Drachenkommandanten erreicht:
Ein Drache ist durchgebrochen.

Im dritten Teil der Reihe wird vor allem die in “Moorluft” begonnene Handlung fortgeführt. Dabei liegt der Schwerpunkt diesmal auf der Geschichte selbst, aber auch die Weiterentwicklung der Beziehung zwischen Brenn und Berkom kommt wieder ordentlich zum Zuge. Wer nun jedoch heroisches Schlachtengetümmel oder die epische Bezwingung eines Bösewichts sucht wird hier nicht fündig.

Der Schreibstil des Autors ist, wie schon in den Vorgängern, sehr erfrischend. Kar Arian lässt seine Leser die Geschichte direkt durch Brenns Augen erleben. Etwas gänzlich Neues sind dabei allerdings die kurzen Eindrücke anderer Personen, die manchmal eingestreut sind, um ein besseres Verständnis der Gesamtsituation zu geben. Aufmerksame Leser bekommen außerdem hin und wieder auch eine Auflösung einzelner, aus Bergluft und Moorluft, verbliebener Rätsel.

Das bekannte Gefühl, es gebe keine hundert Seiten in denen nicht mindestens ein unvorhergesehener Aspekt der Geschichte offenbart wird, ist auch hier wieder vorhanden. Das der Autor diese Art zu schreiben beherrscht hat er in Teil eins und zwei schon bewiesen. Auch hier entpuppt sich das Ganze nicht als chaotisches Etwas, sondern die Geschichte wird dadurch Stück für Stück einleuchtender. Ich empfehle aber jedem der die Zeit hat, das Buch zweimal zu lesen. Man versteht die Geschichte beim zweiten Mal völlig neu und erkennt erst dann was wirklich alles geschehen ist. Einzig das aus dem zweiten Teil bekannte paradiesische Drachenland Lawelgenyon kam mir etwas zu kurz, da es leider nur ein paar Seiten lang als Schauplatz dient. Sieht man aber die drei Bücher als eine Geschichte, so trägt dieser Faktor nicht so schwer. Denn im Gegensatz zu seinenVorgängern hat Frischluft kein offenes Ende und die Geschichte kommt erstmalig zu einem Abschluss. Der für 2012 geplante vierte Band “Waldluft” beweist jedoch dass die Geschichte  mit Frischluft noch lange nicht zu Ende ist und ich hoffe, dass es noch viele, viele weitere Bücher über Brenn und seine Drachen geben wird.

Man könnte diese Trilogie einfach in ein Buch zusammenfügen und hätte somit den ultimativen Drachenroman (würde man mal von den dann knapp 1500 Seiten absehen).Es wäre eine interessante Darstellung der Verbindung zwischen Drache und Mensch und eine spannende, mit vielen unerwarteten, aber nicht chaotischen, Wendungen ausgestattete Geschichte von der man nicht mehr loslassen will.

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Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenzauber

Der Krieg gegen die Drachenarmee Takisis tobt auf ganz Krynn. Die gespaltene Heldengruppe versucht, auch wenn voneinander getrennt, dennoch Menschen, Elfen, Zwerge und Kender im Kampf gegen die dunklen Mächte zu vereinen. Während der solamnische Ritter Sturm Feuerklinge, die Elfenprinzessin Laurana, der alte Zwerg Flint und der Kender Tolpan beim letzten Kampf um den Turm des Oberklerikers wieder zusammentreffen, sind weit davon entfernt die Zwillinge Caramon und Raistlin, sowie der Halbelf Tanis in die belagerte Stadt Treibgut aufgebrochen.

Der vierte Band der Chroniken der Drachenlanze konzentriert sich hauptsächlich auf die Drachenkugeln und die Ritter von Solamnia, vornehmlich aber auf Sturm Feuerklinge und seine Geschichte. Während die Drachenkugeln mehr als einmal als etwas weder Gutes, noch Böses dargestellt werden, sind sie vor allem eines: Gefährlich. Was bei einem Versuch sie zu benutzen passieren kann, konnte man schon in Drachenwinter erleben. Das der Magier Raistlin zumindest einen Teilerfolg erringen würde, war abzusehen und auch, dass die Völker Krynns an der Frage wer die Kugel besitzen müsse zu zerbrechen drohen. Weis und Hickman stellen der Welt einen Spiegel vor die Nase und lassen sie, trotz einer viel größeren und drohenderen Gefahr in kleinliche Machtkämpfe versinken. Zum Glück muss man auf den sich hebenden Zeigefinger zwecks Belehrung und Bekehrung hin zu einem Besseren nicht lange warten. Zum Wohle der freien Völker, versteht sich. So scheint es zunächst, dass eine Allianz geschmiedet wird und auch Sturm Feuerklinge, endlich sein Ziel – die Ritterwürde – erreicht. Doch die einst prächtigen Ritter von Solamnia sind nur noch ein Schatten ihrer damaligen Glorie, ein intriganter Haufen machthungriger Menschen, die mehr Politiker als Ritter sind. Sturm symbolisiert ein Ideal, dass zum jetzigen Zeitpunkt verloren scheint, aber dringend benötigt wird. Er ist die einzig logische Wahl für den Märtyrertod, der das gesamte Buch über unausweichlich vorbereitet wird, um eine Wende einzuleiten und ist außerdem der einzige Kerncharakter der auch wirklich verzichtbar ist (schließlich haben wir genug andere Kämpfer in der Party). Nichts desto trotz ist die gesamte Geschichte toll präsentiert und zu keiner Zeit langweilig. Besonders die Kombination Tolpan/Fizban ist passend, flach und unermüdlich witzig. Langsam wird es jedoch Zeit die Gruppe wieder zu vereinen, um dem Krieg eine Wendung zu verpassen.

Erneut lag mir die Geschichte dank MFM Entertainment als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vor. Was soll ich noch großartig berichten was ich nicht schon geschrieben hätte? Tolles Hörbuch zu einer spannenden Geschichte.

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Drachenzauber als Hörbuch

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Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenwinter

Die Sklaven Lord Verminaards sind befreit und der Drachenlord ist tot. 800 Sklaven aus den Minen bei Pax Tharkas suchen eine sichere Bleibe bei den Bergzwergen. Doch Menschen sind nicht dafür gemacht unter der Erde zu leben und so hofft man in Tarsis Schiffe chartern zu können, die die Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet bringen können. Die Helden Tanis, Sturm Feuerklinge, Raistlin, Caramon, Flint Feuerschmied, Tolpan Barfuß Goldmond und Flusswind, Tika und Laurana bilden die Vorhut und sollen die Möglichkeiten ausloten. Doch in Tarsis angekommen offenbahren sich weitere Probleme. Die Gruppe wird gespalten, gefangen genommen und man hat wenig Aussicht sich jemals wieder zu sehen…

…und so brechen die Einen auf in das Elfenreich Qualinost um der mächtigen Kugel der Drachen, die Macht über die Drachen verspricht zu finden und gerät dabei in einen lebendig gewordenen Alptraum und die Anderen setzen Segel in den Kalten Norden, um dort eine weitere Kugel der Drachen zu suchen und später zwischen die politischen Fronten der Elfenvölker zu gelangen.

Die Spaltung der immer größer werdenden Truppe, die in den ersten beiden Teilen wie eine kleine Elitekämpfertruppe ziellos durch das Land zog, hat der Geschichte sehr gut getan. Mit sehr viel Einfallsreichtum werden beide Erzählstränge verfolgt. Der Alptraum der Elfenkönigs ist beklemmend zu lesen und die immer mal wieder eingestreuten Abschnitte, die Hintergrundinformationen zur Welt Krynns geben, sind wohldosiert. Insgesamt bietet das Buch diesmal weniger Action, dafür mehr Raum für Charakterentwicklung und sehr, sehr viele Ideen, die heutzutage wahrscheinlich gleich in mehrere Bücher gedruckt würden. Viele Teilnehmer der aussichtslosen Expedition rücken so in ein anderes Licht und erstmals kann man tatsächlich von soetwas wie Vielschichtigkeit reden. Das Buch endet für mich mit viel Sehnsucht auf den vierten Teil, so soll es sein!

Mir lag die Geschichte als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vor (vielen lieben Dank erneut an MFM Entertainment). Die Stimme der Drachenlanze – Gordon Piedesack macht seine Sache größtenteils super, hier und da neigt er aber ein wenig zum Overacting. Zu viel “Jammerei” liegt in seiner Stimme wann immer er eine Frauenstimme sprach. Da dies aber Interpretationssache ist und mein einziger Kritikpunkt bleibt, habe ich erneut ein tolles Hörbuch erhalten.

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Todd McCaffrey – Dragon’s Time

…Noch immer steht Pern kurz vor dem Untergang, denn die Zahl der Drachenreiter sinkt mit jedem Fädenfall rapide, trotz aller Bemühungen. Alle Hoffnung ruht derweil auf Lorana, die bereits einmal die Drachen vor der tödlichen Seuche bewahren konnte. Als sie in die Vergangenheit reist und einen Ort findet, um unbemerkt Drachenreiter für den Kampf gegen die todbringenden Sporen heranwachsen zu lassen, schöpft die Welt erstmals wieder Hoffnung.

Jetzt ist es endlich soweit. Über unendlich langweilige und ebenso schlechte Vorgängerbücher hat Todd ein fragiles Konstrukt kunterbunter Handlungsstränge ersponnen und versucht diese nun zu einem Ende zu bringen. Die ersten 60% des Buches plätschern dabei mit Nichtigkeiten dahin. Die erste und letzte Begegnung Loranas mit Tenniz sollte eigentlich einen Fixpunkt im zeitlichen Gebilde darstellen und ihr den entscheidenden Hinweis zur Rettung Perns geben. Doch Stimmung, geschweige denn Emotionen kommen dabei keine auf. Völlig unwichtiges Geplänkel auf allen Erzählebenen. Erst als Lorana das Ziel für die Drachenreiter und die Rettung des Planeten findet, kommt die Handlung in Fahrt. Der östliche Weyr ist geboren und jetzt könnte es mit der Neubevölkerung der Weyr eigentlich losgehen, doch leider landet der Leser in einer konfusen Masse an Namen, Goldreitern, Kandidaten und späteren Drachenreitern, Babys und Schwangerschaftsbeschreibungen, dass man keine Chance hat dem zu folgen, was Todd sich ausgedacht hat und es auch bald nicht mehr will. Erschwerend kommt hinzu, dass wie wild durch die Zeit gesprungen wird, um lose Handlungstränge Vor- oder Rückblenden aufzugreifen und zu einem Ende zu führen. Bisweilen weiß man gar nicht mehr wann man sich befindet und was schon passiert ist oder was noch passieren wird. Und dann geschieht auch noch das, was ich vorausgesehen habe. Die letzten ehernen Gesetze der Pernreihe werden gebrochen und ich möchte mich nur noch hinsetzen und weinen. Grüne Drachen, von Anne seit jeher als unfruchtbar gekennzeichnet, paaren sich und legen Eier. Schlimm genug, dass wieder jeder mit der Zeit gespielt wird als wäre es wie eine Busfahrt und auch sonst alle Kritikpunkte der letzten Romane erneut vertreten sind. Aber derart viele Chancen auf epische Storymomente zu versemmeln UND alles was Mutter Anne aufgebaut hat ad absurdum zu führen, das verlangt schon beinahe nach Anerkennung. Besonders die letzten 50 Seiten möchte ich dabei hervorheben. Da wird mal eben die Protagonistin in das “Dazwischen” bugsiert. Drachenlos. Wow, da traut sich Todd was. Aber nein, innerhalb von zwei Seiten wird sie und nebenbei noch 400 andere gerettet – Schnitt, Ende des Buches.  Oder doch nicht? Da hängen ja noch immer 2-3 Handlungsstränge und seltsaame Vorkommnisse in der Luft. Noch ein Band? Oh neiiiiiin…

Ich habe mir nochmal meine anderen Rezensionen zu Todd MCCaffreys Büchern im Pern Universum durchgelesen und die ersten Werke wurden von mir tatsächlich als gut befunden. Aber das was er innerhalb der letzten Bücher veranstaltet hat ist ein zusammenhangsloser, langweiliger,belangloser Haufen Mist, der auf den Werten der Pern Reihe herumtritt. Warum ich es dennoch lese? Weil ich es beinahe mag mich über diesen Schund aufzuregen.

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Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenjäger

Nachdem die Helden Tanis, Sturm Feuerklinge, Raistlin, Caramon, Flint Feuerschmied, Tolpan Barfuß Goldmond und Flusswind den Drachen Khisanth besiegt und die heiligen Scheiben von Mishakal geborgen haben, kehren sie zurück in das von der Drachenarmee zerstörte Solace. Zu schnell werden sie jedoch zusammengetrieben und mit dem Elfen Gilthanas und dem schrulligen, alten Zauberer Fizban in Gitterkäfige gesperrt, um in den Sklavenminen zu arbeiten. Doch sie können entkommen und nach einem Zwischenstopp in der von der Armee bedrohten Elfenstadt Qualinost ist den Helden klar, sie müssen Richtung Pax Tharkas reisen und dort die Armee Lord Verminaards aufhalten, um den Elfen die Flucht aus Qualinost zu ermöglichen.

So ist die bunt gewürfelte, Heldengruppe Weis’ und Hickmanns also ein weiteres mal unterwegs, um sich Hals über Kopf in ein Abenteuer zu stürzen. So recht wissen sie noch gar nicht was sie eigentlich mit den gerade erworbenen Scheiben der Göttin der Heilung anfangen sollen, da entscheiden sie sich bereits das nächste mal falsch. Lasst uns doch erstmal in das zerstörte und von Feinden besetzte Solace gehen, in dem vermutlich jeder unser Gesicht kennt und nach uns sucht…aber hey, irgendwie muss die Story ja beginnen. Und sie beginnt laaaaange. Etwa nach der Hälfte des Buches wissen die Helden endlich, dass sie  direkt in die Höhle des Löwen müssen, um den Elfen die nötige Zeit zu verschaffen, um ihre Stadt zu evakuieren. Ab hier beginnt dann das klassische und auch spannende Dungeon / Labyrinth Abenteuer. Dass ein Verräter in den eigenen Reihen vermutet wird, macht das ganze Unterfangen um eine Nuance interessanter, es wird aber auch eines ganz besonders deutlich: Die Helden trauen sich größtenteils untereinander noch viel weniger als im ersten Buch und ich als Leser verstehe nicht, wie man mit soviel Hass, Zorn, Angst und Enttäuschung überhaupt noch eine Gruppe bilden kann, die mehr auf Konflikt als auf Kameradschaft beruht. Ich schätze, dass ich mit dieser Kritik jedoch jedes Buch der Reihe ausstatten könnte. So sind die Charaktere eben und da es DIE Archetypen der Fantasyrollenspielwelt sind, werde ich auch künftig auf Charakterentwicklung verzichten müssen. Wenn ich dafür aber in jedem Buch ein solch fulminoses Finale erwarten kann, dann bin ich gnädig gestimmt.

Die Chronik der Drachenlanze Band 2 Drachenjäger ist der Mitschnitt einer Liverollenspielrunde, aber einer sehr guten.

Mir lag die Geschichte als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vor (vielen lieben Dank erneut an MFM Entertainment). Daher noch einige Worte zur technischen Umsetzung. Die etwa 7 Stunden wurden wie zuvor von Gordon Piedesack gelesen, dessen Interpretation der Charaktere ich bereits fest mit diesen assoziiere und als sehr gelungen empfand. Die ersten Kapitel klangen seltsamerweise etwas blechern, was sich jedoch bereits nach kurzer Zeit verlor. Die musikalische Untermalung einzelner Szenen oder Kapitelwechsel ist ein nettes Gimmick, aber da die Jingles gleich bleiben verfehlen sie irgendwann die Wirkung, da man sie nicht mehr bewusst wahrnimmt.Erneut habe ich hier ein tolles Hörbuch erhalten. Danke.

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Drachenzwielicht als Paperback
Drachenzwielicht als Hörbuch

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Margaret Weis & Tracy Hickman – Drachenzwielicht

Tanis, der Halb-Elf, Sturm Feuerklinge, der Ritter von Solamnia, Raistlin, der Magier dessen Zwillingsbruder Caramon, Flint Feuerschmied, der Zwerg und Tolpan Barfuß, ein Kender. Das sind die Helden der Drachenlanze, die sich nach Jahren der Wanderschaft bei einem gemütlichen Bier in Solace wiedertreffen wollen. Doch so schnell sie sich gefunden haben, so schnell stolpern sie auch bereits in das nächste Abenteuer. Gemeinsam mit den Barbaren Goldmond und Flusswind treten sie eine lange und beschwerliche Reise an, um die Herkunft eines geheimnisvollen Stabes zu ergründen und ihren Verfolgern zu entkommen.

Drachenzwielicht ist der Auftakt der Fantasyreihe “Die Chronik der Drachenlanze”, die soetwas wie das Urgestein der High Fantasy ist und bis in den Himmel gelobt wird. Dieses allseitige Hochgefühl mag sich bei mir jedoch nicht einstellen. Als alter Rollenspieler fühlte ich mich sofort an den Tisch und die Würfel zurückversetzt. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen an Rollenspiel-Stereotypen wie sie generischer und flacher nicht sein könnten trifft da aufeinander. Man fragt sich von der ersten Minute an wie diese Gruppe überhaupt zueinander finden konnte, so oft fallen Worte wie “Hass”, “Misstrauen” oder “Abscheu” für die Begleiter. Man hat stets das Gefühl einen Pen&Paper Rollenspieler hinter den Charakteren zu sehen, der die Strippen zieht und der die Klischees der einzelnen Rassen und Klassen bis zum Zerbersten bedient. Oft las ich in anderen Rezensionen von der Vielschichtigkeit der Charaktere. Davon kann ich in diesem ersten Roman jedoch absolut nichts entdecken. Der Zwerg ist grummelig und hat Angst vor Wasser, der Ritter ist edel und muss mit Tricks zur Flucht vor einem Kampf gezwungen werden, der Kämpfer ist groß, treu und doof, der Kender ist kindlich, diebisch, dumm aber vom Glück verfolgt, der Magier ist geheimnisvoll und verschlagen…und so zieht es sich durch das gesammte Buch. Keinerlei Veränderung, egal wie schrecklich oder einprägsam die Erlebnisse auch sein mögen. Man kann sicher sein, beim nächsten Anzeichen für ein Klischee wird es bedient. Mehr Charakter hätte den Helden gut getan, denn die Welt in der sie sich bewegen, hätte es verdient. Riesig, fantastisch und erfindungsreich – Weis und Hickman schicken ihre “Party” quer über den mit allerlei Wunder gefüllten Kontinent und lässt sie in einem immer furioser werdenden Finale schließlich den schwarzen Drachen Khisanth und sogar den Tod mehrfach überwinden. Wie kann man soetwas noch steigern?

Drachenzwielicht ist ein Klassiker der Fantasyliteratur und führt den Leser in eine riesige und lebendige Welt ein. Einziger Kritikpunkt sind die mir zu flachen Charaktere deren Überleben mehr auf Glück als auf Verstand baut…also wie bei einer typische Pen&Paper Spielerunde :-)

Da mir die Geschichte als Rezensionsexemplar im Hörbuchformat vorlag (vielen lieben Dank nochmal an MFM Entertainment) noch einige Worte zur technischen Umsetzung. Die 23 Kapitel des Buches wurden von Gordon Piedesack gelesen. Dieser sprach stets stimmig, mit ausreichend Variation und mit fast gleichbleibender Lautstärke. Einige passende Szenen wurden musikalisch untermalt und machten aus dem Roman ein tolles Hörbuch.

(P.S. Ja, Raistlin fällt ein klein wenig aus dem Schema heraus. Er ist tatsächlich der einzige “vielschichtige” Charakter, weil man seine Motivation nicht kennt)

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Drachenzwielicht als Paperback
Drachenzwielicht als Hörbuch

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Lara Morgan – Der Herr der Drachen

Shaan wächst in den Feuchtlanden auf, Tallis in der trockenen Wüste der Clanlande. Doch in ihren Träumen ähneln sie sich. Sie wird sie von den Bildern einer brennenden Stadt heimgesucht – und von einer Stimme, die in der uralten Sprache der Sprache der Drachen zu ihr spricht. Tallis spricht ebenfalls in dieser Sprache und gebietet über Kräfte die seine Clanbrüder fürchten. Sie beide haben etwas mit Azoth, dem finsteren Herr der Drachen gemein, denn dieser ist erwacht und will seine Macht über die Drachen und die Tyrannei über die Welt erneuern. Shaan und Tallis werden sein Schlüssel zum Sieg oder sein Verderben sein.

Lara Morgans Trilogie beginnt mit der langsamen Zerstörung dessen was die beiden jungen Menschen Shaan und Tallis je kannten und liebten. Ihre Clanangehörigkeit, Freunde, die Heimatstadt scheinen verloren und auch an ihrem geistigen Gesundheitszustand zweifeln die beiden, bis sie sich das erste mal Gegenüberstehen und klar wird, dass ihr Schicksal mit dem Azoths und Saranthiums verwunden ist.
Zwar gibt es noch mehr Handlungsstränge (einige Nebencharaktere hätten durchaus Potential für eigene Geschichten), diese verweben sich aber zum Ende hin alle immer mehr miteinander und bleiben dennoch so offen wie möglich. So entsteht eine lebendige Welt mit vielerlei Kulturen und ihren jeweiligen Problemen und Rangeleien untereinander. Die Spannung des Buches ergibt sich nicht aus Unvorhergesehenen Wendungen, sondern vielmehr aus der Unausweichlichkeit mit der sich die Charaktere in (dem Leser mehrfach angedeutete Situationen) manövrieren. Das ist keineswegs langweilig, denn Morgans Schreibstil ist frisch, fesselnd, detailreich und nach der letzten Seite möchte ich einfach immer weiter lesen.

Eine packende Geschichte mit zwei von Grund auf verschiedenen Protagonisten, die nur gemeinsam bestehen können, auch wenn um sie herum alles zerfällt.

Weiterführende Links:
Der Herr der Drachen

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Lara Morgan – Der Verrat der Drachen

Azoth, der Herr der Drachen, versammelt dank des Schöpfersteins seine Armeen, um das Reich Saranthium zu unterwerfen. Shaan flieht mit ihrem Zwillingsbruder Tallis in die Wüste und hofft, dort Verbündete gegen die Drachenarmee zu finden, während die Armeen der Feuchtländer gegen die Wildlande vorrücken. Doch die Wüstenclans begegnen ihnen nur mit Misstrauen und Verachtung, da sie nachkommen des Gefallenen sind. Da erscheinen Shaan in einer Vision die alten Götter der Wüste und offenbaren ihr, wie sie ihre Heimat retten kann. Sie muss den Schöpferstein, Azoths Quell der Macht, zerstören. Doch gleichzeitig muss sie auch verhindern, dass der Herr der Drachen getötet wird, sonst wird die Welt im Chaos versinken.

Als zweites Buch einer Trilogie ist es Morgans Aufgabe in “Der Verrat der Drachen” an das grandiose “Der Herr der Drachen” anzuknüpfen, sich spannend zu entwickeln und den Weg in ein Finale zu bereiten. Und das ist ihr grandios gelungen. Selbst einige Monate nachdem ich den ersten Teil las, konnte ich mich problemlos wieder in die Geschichte und deren Personen einlesen, denn es gibt kurze Erklärungen was zuvor geschah immer genau dann wenn es tatsächlich benötigt wird. Allianzen müssen geschmiedet werden, ein Krieg auf mehreren Fronten verhindert werden und über allem stehen die vier Gottgeschwister, die dem fünften Bruder Azoth gegenübertreten müssen und die “Alten” Clangötter, die aus irgendeinem Grund ihre Finger im Spiel haben. Das Gefühl ein Spielball der Götter zu sein, bei dem alles Vorhergesehen und unabänderlich ist, schwebt stets wie Damokles Schwert über den beiden Geschwistern. Egal wie sehr sie sich auch anstrengen ihre eigene Unabhängigkeit von uralten Prophezeiungen zu beteuern, so steuert sie ihr eigenes Handeln immer weiter auf das Unvermeidliche hin. Umso mehr überrascht, dass…nein, diesen Twist müsst ihr selbst erleben und erlesen.

Der Verrat der Drachen ist von der ersten bis zur letzten Seite fantastisch. Das Ende ist so spannend, befürchtet, im nachhinein betrachtet mehrfach angedeutet aber dennoch so überraschend, dass ich Lara anflehe endlich ihre Trilogie zu vollenden und sie mir in die Hände zu geben.

Weiterführende Links:
Der Verrat der Drachen

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Todd McCaffrey – Dragongirl

Fiona, Reiterin der Königin Talenth ist aus der Vergangenheit zurückgekehrt, in der sich die Drachenreiter von ihren Kampfverletzungen erholten. Lange muss sich die junge Weyrherrin dort nicht der Authorität anderer unterordnen, denn nach einem schrecklichen Unfall bleibt sie die einzig mögliche Option für das Weiterbestehen des Telgar Weyrs. Doch wie sehr sich Fiona, Lorana und Kindan auch bemühen, mit jedem Fädenfall wird die Anzahl der Drachenreiter auf ganz Pern empfindlich dezimiert. Bald werden sie nicht mehr in der Lage sein, Pern zu schützen.

Eigentlich hat Dragongirl alles was einen tollen Pern Roman ausmachen könnte. Die Heilung der Drachen vor der sie dezimierenden Seuche (wie es in Drachenblut angekündigt wurde), der erste Paarungsflug, Gegenüberstellungen, der Kampf gegen die Fäden, Zeitreisen, Liebe, Hass, Hoffnung Verdammnis, … Klingt viel? Ist es auch. Viel zuviel! Ich kann und werde nicht einmal versuchen eine objektive Rezension zu schreiben, denn dieses Buch hat mich einfach zu sehr aufgeregt. Ich bin ein Pern Fan. Ich habe 25 Pern Romane in meinem Buchregal und es gibt einige Regeln, die sich durch alle hindurch ziehen. Todd bricht sie konsequent!

  • Drachen sind intelligente Geschöpfe die mit ihren Reitern in ständigem Kontakt stehen. Die Wortgefechte, bissigen oder kritischen Kommentare eines Drachen zu seinem Reiter sind ein immer wiederkehrender Bestandteil der Pernreihe. Hier sagen sie praktisch nichts, sie werden zur Mobilfunkkommunikation degradiert. Drachentelepathie ist eine Walkie-Talkie Funktion zu anderen Reitern. Kaum mehr.
  • Drachen akzeptieren keine anderen Reiter außer den mit ihnen verbundenen Menschen. Hier werden Drachen jedoch munter verliehen oder zum Zweck des Kampfes mit anderen Reitern bestückt, wenn ihre eigenen verletzt sind. Sie werden wie Vieh behandelt.
  • Zeitreisen sind gefährlich und ein mächtiges Instrument mit schwerwiegenden Auswirkungen. In Dragongirl hüpfen die Protagonisten munter mal nach vorne und nach hinten und abgesehen von einer “schweren Müdigkeit” macht ihnen das nichts aus.

Dann wäre da das Thema Zeitreisen, bei dem ich Todds Herangehensweise nicht verstehe. Todds Argumentation: Wir können niemanden in der Zeit zurückschicken, denn wenn wir es getan hätten, dann wüssten wir davon. Die Zeit ist ein eindimensionaler Strahl, an dem entlang Dinge geschehen. Aber gilt dies nicht nur für alle Leute, die nicht in der Zeit umherreisen? Seit sich Literatur und Filme mit Zeitreisen beschäftigen konnte stets ein Einzelner oder eine Gruppe durch einen Eingriff in der Vergangenheit die Gegenwart aller verändern oder durch das Wissen um die Zukunft sein eigenes Schicksal bestimmen. Nicht so bei Todd, er macht es anders. Der Drachenreiter sieht dass er stirbt, also wird er auch sterben. Punkt. Hey, wenn ihr schon das mächtigste Feature der Drachen so inflationär wie das Mittagsessen verwendet, dann macht es wenigstens sinnv- ach was rege ich mich auf?

Und wenn das nicht reichen würde, wäre da noch die Sache mit dem Sex. Ich frage mich echt was Todd für Gelüste plagten, als er diesen Roman schrieb. Ja, auch zu Zeiten feudaler Herrschaftsstrukturen in Europa waren die Frauen mit jüngeren Jahren bereit für die Fortpflanzung und vielleicht auch geistig eher darauf eingestellt. Das Drachenreiter, auf Grund der Paarungsriten ihrer Drachen, auch eher Polygam veranlagt sind, ist hinreichend bekannt und auch dass sie keine Kinder von Traurigkeit sind hat Mutter Anne häufig durchblicken lassen. Aber was Todd mit Fiona da treibt ist nicht mehr normal. Egal wo sie geht und steht verteilt sie Liebe und Glück, wie ein überdimensionales Glücksbärchi. Alle lieben sie, sie liebt alle. Und wenn ihre eigene Viererbeziehung nicht schon genug wäre kuppelt sie munter hin und her, pimpert sich durch den Weyr, um möglichst von irgendwem schwanger zu werden und weint zwei Zeilen vorher noch, dass sie ja erst 16 wäre und dem allem nicht gewachsen sei. Ach und ihre 13-jährige Weyrfrau ist auch schon munter am pimpern, genau wie ihre beiden besten homosexuellen 13-jährigen Freundinnen. Also bitte Todd…habe ich hier noch ein “Drachenreiter von Pern”-Buch in der Hand oder einen Pseudo-Vampir-Werwolf-Liebesroman für kleine Mädchen?

Ich habe den Roman nicht rezensiert, sondern hoch emozional meine Meinung aufs digitale Papier getippt. Ich fand das Buch gelinde gesagt scheisse und stehe damit offensichtlich in Perns Fanbasis nicht allein da. Als Anne McCaffrey Fan kann ich nicht akzeptieren was da mit einer Jahrzehnte alten Buchreihe binnen weniger Romane passiert. Todd, schreib deine eigene Buchreihe, da kannst du Regeln aufstellen wie du willst und Dinge geschehen lassen, die dich befriedigen. Aber vergreife dich nicht an etwas mit dem viele Menschen aufgewachsen sind. Veränderungen und dein eigener Touch sind ja per se nichts schlechtes. Aber nicht so. Und genauso wie du auf das geistige Erbe deiner Mutter spuckst, werde ich auch weiterhin auf deiner literarischen Ausbrüche spucken, wenn sich da nichts ändert.

- Der verägerte, pöbelnde Fan

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Die Drachenjäger – Der Film

Die gleichnamigen Cartoonserie um die verschrobenen Drachenjäger Gwizdo und Lian-Chu auf der großen Leinwand. Ich gebe zu die Zeichentrickserie nie gesehen zu haben, war von der Qualität des Kinofilms aber mehr als überrascht.

Die kleine Zoe wünschte sich seit jeher an der Seite ihres Idols, dem silbernen Ritter, gegen Drachen zu kämpfen. Als die Kunde vom baldigen Erwachen des zerstörerischen Weltenfressers die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt kann Zoe die beiden Drachenjäger Gwizdo und Lian-Chu überreden, nein sagen wir eher unfreiwillig in diesen Auftrag hineinmanövrieren. Gemeinsam brechen sie auf, um den Weltenfresser aufzuhalten.

Klassische Drachen und Drachenformen? Die haben bei den Drachenjägern nichts zu suchen. Hector das kleine, blaue Feuer-spuckende Plüsch Drachen-Ding macht da nur den Anfang. Ein riesiger Drache aus Fledermäusen bestehend und Feuerpfurz – angetriebene Schweinedrachen geben sich die Klinke in die Hand und ein riesiger Knochendrache ist der logische Schluss. Man merkt, es ist ein Kinderfilm. Manches ist gruselig, aber letztendlich immer niedlich und mit einem oder zwei Augenzwinkern versehen. Bei all der Niedlichkeit und verbalen Kabbeleien zwischen den Protagonisten ist für mich der wahre Hauptdarsteller jedoch die Welt der Drachenjäger an sich. Frei im Nichts schwebende Steininseln, herumtreibende Minigloben, in der Schwerelosigkeit gegeneinanderkrachende Überreste vergangener Großstädte; das ist ein Feuerwerk an Effekten. Mal übertrieben bunt mit umherfliegenden Kaninchen, mal gruselig mit verängstigt umherfliegenden und blökenden Schafen … erm ja… aber dennoch höchst beeindruckend. Falls ihr den Film nicht eh schon kennt, schaut ihn euch an, ich habe mich köstlich amüsiert!

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Todd McCaffrey – Dragonheart

Dragonheart erzählt die Geschichte der jungen Fiona, Tochter des Lords von Fort kurz nach den Geschehnissen in Dragon’s Harper. Nachdem die Pern-übergreifende Seuche überwunden wurde und das Land sich allmählich von den schweren Auswirkungen auf seine Bewohner erholt, verbindet sich Fiona mit einer goldenen Königin und muss sich fortan an das Weyrleben kurz vor dem dritten Fädenfall gewöhnen und dort auch beweisen. Währenddessen wütet eine zweite Seuche, diesmal von den Feuerechsen auf die Drachen übertragen. Ohne wirksame Medizin sterben täglich Drachen – solange, bis die einzigen Beschützer Perns vor den Fäden sich zahlenmäßig nicht mehr dazu in der Lage sehen, ihrer Aufgabe nachzukommen. Den verletzten Drachenreitern bleibt nur die Möglichkeit sich rechtzeitig vor dem nächsten Fädenfall von ihren Verletzungen zu kurieren. Aber wo? Oder besser. Wann?

Todd McCaffrey veröffentlich mit Dragonheart eine weitere Geschichte in der Epoche des dritten Fädenfalls. In der er sich mal wieder der Seuche, Zeitreise und einer selbstlosen Goldreiterin annimmt. Das scheinen sein Lieblingsthemen zu sein. Viele Charatere aus den vorangegangenen Büchern treten am Rande als Wiedererkennungswert auf und bereiten den Weg für die junge Weyrherrin Fiona, die als Tochter des Burgherren von Fort die besten Voraussetzungen mitbringt, um sich dieser Herausforderung zu stellen. So ist Dragonsheart größtenteils ein Buch, dass den Reifeprozess eines von Selbstzweifeln geplagten Teenagers thematisiert, die ihren Platz und ihre Freunde finden und ganz nebenbei auch noch einen Weyr leiten muss. Auch wenn Todd dabei erneut einen lebendigen Schreibtstil an den Tag legt und viele tolle Ideen hat, so ist das Szenario mittlerweile abgegriffen und leider durch den Vorgänger Dragonsblood auch das Ende bereits bekannt. So kann nichts wirklich überraschen, die vielen Zeitparadoxa und Parallelen mit den, mittlerweile über mehrere Bücher wild hin und her springenden, Protagonisten sind langsam nicht mehr ohne Zettel und Stift nachvollziehbar. Hat er es schon getan oder wird er noch? Wird sie es ihm sagen ohne die Zukunft zu beeinflussen oder muss sie es um die Zukunft in Gang zu bringen…verwirrend. Wenigstens bleibt Todd bei einigen Dingen konstant zum Beispiel dem Essen. Es vergehen keine fünf Seiten in denen die Handlung nicht wenigstens Frühstück, Mittag oder Abendessen erwähnt, oder dass sich Fiona (und noch einige andere Charaktere) stets zu jung für dieses oder jenes wähnen und erstmal von irgendwem wieder verbal aufgepäppelt werden müsen. Wie man zwischen meinen Zeilen vielleicht herauslesen kann, hat das Buch eine Menge Nervfaktor und gehört sicherlich nicht zu den besten der Serie. Aber es ist ein Pern Roman mit einem fiesen offenen Ende und ich muss einfach weiterlesen.

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Warbirds – Drachen des Todes

Es herrscht der zweite Weltkrieg. Eine Truppe weiblicher Fliegerasse wird während eines geheimen Eskortauftrags, über dem Pazifik von unbekannten Wesen angegriffen. Sie, ihre Fracht und die restliche männliche Besatzung müssen auf einer japanisch besetzten Insel notlanden. dort ist jedoch kaum noch jemand am Leben, alle wurden von den Drachen getötet. Mit aller Kraft versuchen sie von der Insel zu fliehen.

Warbirds ist ein TV-Produktion von 2008 mit durchaus ansprechenden Computeranimationen für diese Budgetklasse. Auch die Schauspielerinnen sind sehr ansehnlich und wurden in Mode und Frisur authentisch auf das Szenario anno 1945 gestyled. Damit enden jedoch die positiven Aspekte des Films, denn der Rest ist einfach nur Schrott. Die Dialoge sind dümmlich, die deutschen Synchronsprecher machen das ganze noch beknackter und die stets perfekt gestylten Damen agieren im Angesicht des nahenden Todes so unglaublich dämlich, dass man sich fragt was für Drogen vergeben wurden, um sie derart gefügig zu machen. Die “Drachen” sind für mich eher Pterodaktylosaurier, aber vermehren sich anscheinend zu hunderten innerhalb weniger Tage, verfolgen kleine wendige Kampfflugzeuge mühelos und zerlegen selbst die Stahlaußenhaut von Bombern mit ihren Klauen. Ach ja, mit einem Lastwagen kann man ihnen übrigens davonfahren. Am besten man schmeisst am Ende eine große fette Bombe auf die Insel, dann hat das Trauerspiel ein Ende – uups habe ich jetzt den völlig unvorhersehbaren Twist der Handlung verraten? Nein, ich denke nicht! Der Film ist von erster Sekunde an sehr durchschaubar. Zum Glück sterben fast alle dieser Hirnis in Uniform, abgesehen natürlich von den zwei hübschesten Frauen. Drache sei dank…

Es war schon schade um den Gutschein den ich in der Videothek dafür ausgegeben habe. Schaut ihn euch nicht an, kauft ihn nicht. Auch nicht die Sammler. Downloaded ihn nichtmal. Er lohnt sich nicht im entferntesten, ihr könnt nur Dümmer von der Couch aufstehen als ihr noch 90 Minuten zuvor gewesen seid!

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Todd McCaffrey – Dragonharper

Kindan (der bereits in Dragon’s Fire auftrat) ist mittlerweile ein Harfnerlehrling geworden aber der Unterricht fällt ihm schwer, besonders da er und seine Freunde Nonala, Kelsa und Verilan von einem der älteren Lehrlinge schikaniert werden. Erst als Kindan den älteren und kräftigeren Vaxoram in einem Duell besiegt und ihn so zu seinem Diener macht, verbessert sich die Lage und auch die Kluft zwischen Vaxoram und Kindan schließt sich rasch. Schon bald kann Kindan eine kleine Feuerechse an sich binden und verliebt sich in die Tochter des Herren von Burg Fort. Als jedoch eine grassierende Seuche den Planeten bedroht, findet sich Kindan als einziger in der Position wieder aus den Puzzlestücken der Vergangenheit des Planeten eine Lösung für die Epedemie zu finden, während um ihn herum immer mehr Menschen erkranken und sterben.

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man jahrelang Pernromane in der (sehr guten) deutschen Übersetzung gelesen hat und nun plötzlich, auf Grund fehlender Bereitschaft der Verlage, ins Englische wechseln muss. Viele seit 20+ Büchern bekannte Begriffe müssen von Grund auf neu erlernt werden und so manche feudalherrschaftliche Vokabel findet sich zumindest in meinem Standardwortschatz nicht an. Dafür kann natürlich das Buch nichts, das hat ganz eigene Problemchen. Zwar findet sich der Fan umgehend in einer bekannten Umgebung wieder und fühlt sich schnell heimisch, aber das täuscht nur kurz über die anfangs sehr zusammengestückelte Handlung hinweg. Duell, Frauenproblematik, Schwulenthematik, Minderwertigkeitskomplexe – Todd McCaffrey schmeisst zu Beginn des Buches bunt irgendwelche Puzzleteile in den Topf und rührt kräftig. Auch wenn die Zutaten interessant klingen, nichts wird richtig behandelt, nur angerissen. Das ändert sich mit dem Auftreten der großen Seuche, deren Vorbild in der unserer Welt vermutlich SARS war. Durchaus brisanter Stoff der in einer wenig technisierten Welt wie Pern zu einer globalen Katastrophe führt. Um so seltsamer, dass die “unfähigen” Lehrlinge mit der Suche nach Hinweisen betreut werden. Glücklicherweise ist sich Todd nicht zu Schade die Grausamkeit und die Trauer einer derartigen Epedemie entsprechend radikal zu beschreiben und dabei auch einige Charaktere über die Klinge zu springen zu lassen. Gerade dieses Grauen faszinierte mich auch das Buch nicht mehr aus den Händen zu legen. Dragonharper fängt also mäßig an und steigert sich langsam zu einem durchaus guten Buch der Pern Reihe heran. Nichts was Mutter Anne nicht bereits zuvor schon thematisiert hätte, aber nett zu lesen und für Fans ein Muss!

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Boris Koch – Der Drachenflüsterer – Das Verlies der Stürme

boris_koch_der_drachenfluesterer_das_verlies_der_stuermeIm Dritten Buch um den Drachenflüsterer und seine Freunde, lässt es Boris Koch langsam angehen. Beinahe kommt eine “Tom Sawyer” – Stimmung auf, als sich die acht Freunde – vier Menschen und vier Drachen – an den schönsten Plätzen ihrer Welt niederlassen, Schätze suchen, jagen, fischen und wahnwitzige Geschichten ausdenken. Getrieben von der Unruhe etwas Großes vollbringen zu müssen, bleibt die Idylle aber nicht lang bestehen. Schon bald beginnt die kleine Truppe damit den lügnerischen Orden bei Nacht- und Nebel-Aktionen zu denunzieren und in kleinen Dörfern die Bevölkerung zu bekehren. Mit zunächst mäßigem Erfolg wächst schließlich ihre Truppe zu einer kleinen Bande an jugendlichen Verschwörern heran, doch nicht ohne Gegenwehr des Ordens. Dieser scheint sich zunächst des Drachens Aiphyrons und dann auch Bens erfolgreich zu entledigen.

Die Geschichte von Boris Koch liest sich genauso gut, wie ihre zwei Vorgänger: bunt beschrieben, mit vielen guten Ideen und viel zuviel herumpubertiererei. Schade, dass seine Charaktere sich kein bisschen weiterentwickelt haben und mit ihren Aufgaben gereift sind. Die Rivalität zwischen Ben und seinem Freund Yanko um den Größten, Schnellsten, Längsten und die immerwährenden Schimpftiraden sind witzig, aber mit dem dritten Buch etwas abgenutzt. Sie passen nicht mehr auf die Charaktere, die sich solch einer schweren Aufgabe verschrieben haben, ohne auch nur ein kleines bisschen an Ernsthaftigkeit zu gewinnen. Im zweiten Drittel des Buches gwinnt die Geschichte dann rasant an Geschwindigkeit. Boris Koch prügelt förmlich immer mehr Ideen in seine Geschichte hinein, man hätte zwei daraus machen können, nein müssen! Denn so toll ich die Einfälle auch fand (vorhersehbar sind sie nämlich nicht), so kurz werden sie nämlich abgefrühstückt. Ging ihm da das Papier aus? Hatte Koch eine verlagsseitige Seitenvorgabe? Was ist mit der ominösen Flaschenpost am Anfang? Einige Handlungsstränge bleiben offen, andere werden zu schnell wieder geschlossen. Sehr schade!

100 Seiten mehr hätten aus einem guten Buch ein fantastisches Buch gemacht, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Boris Koch hat unglaublich viele Idee und ich würde mich freuen, bald wieder von Ben und den Drachen zu lesen.

Weiterführende Links
Der Drachenflüsterer
Der Schwur der Geächteten
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Wolfgang Schwerdt – Andre Zeiten, andre Drachen: Eine Kulturgeschichte der Drachen

Es passiert selten, dass man in seinem Verständnis über Drachen, deren Wesen, Herkunft und Veränderung eine komplett neue Sichtweise präsentiert bekommt und diese auch sofort nachvollziehen kann. Für mich gab es bisher nur Fantasy, Schöpfungslegenden und den asiatischen und christlichen Einfluss auf die schuppigen Gestalten. Wolfgang Schwerdt fügt in seinem Buch “Andre Zeiten, andre Drachen” dies jedoch alles zusammen.

Einen besseren und passenderen Titel hätte sich das Buch nicht wünschen können, als der des Gedichts von Christian Morgenstern, denn Schwerdt beginnt seine Wanderung durch die Kulturgeschichte tausende Jahre in der Vergangenheit, in der Wiege der Menschheit und führt seine Beobachtungen bis in die Gegenwart. Er erklärt was ein Drache ist, wie der Drache zu seiner Form als Mischwesen heranwuchs und seinen Platz in jeder entstehenden und zusammenwachsenden Kultur finden konnte. Seine Betrachtung beschränkt sich dabei größtenteils auf unsere westliche Drachenform, streift aber auch asiatische Kulturen immer wieder einmal.

Seit ich das Buch Andreas Gößlings “Drachenwelten” las, wurde meine Sichtweise auf Drachen nicht mehr derart erweitert. Bisher hatte ich mich einfach nie gefragt, warum sich die Sagen verschiedener Kulturkreise so sehr ähneln, wie es der heilige Georg schaffen konnte praktisch jeden Drachen in unseren Breiten über mehrere Jahrhunderte hinweg zu töten oder wie Drachen ihre heutige Form erhielten. Jetzt weiß ich es. “Andre zeiten, andre Drachen” gehört einfach in das Bücherregal, da führt kein Weg dran vorbei. Lest es zweimal und denkt darüber nach was euch an Drachen fasziniert! Ein erstklassiges Buch für Drachenfans, die mehr wissen wollen.

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