Wo sind die klassischen Künstler geblieben?

Wo sind die klassischen Künstler geblieben?Wo sind die klassischen Künstler geblieben?Wo sind die klassischen Künstler geblieben?Wo sind die klassischen Künstler geblieben?

Ja, das sind noch Bilder. Sie stammen von den Fantasy Größen Keith Parkinson, Jeff Easley und Larry Elmore. Und was haben alle diese Bilder gemein? (Abgesehen davon, dass sie alle das selbe Spielesystem bewerben und auf dem DragonCon 2009 ausgestellt wurden?) Sie wurden vom jeweiligen Künstler mit dem Pinsel auf einer echten Leinwand verewigt. Das, so scheint es mir, ist eine seltene Kunst geworden. In Zeiten von PC, Graphictablet, Photoshop und Co. sprießen talentierte Digital-Artisten förmlich wie Pilze aus dem Boden. Sie erstellen Bilder mit einer Geschwindigkeit, die mir den Mund offen stehen lässt. Bestes Beispiel dafür ist Chris Scalf. Sagenhaft was dieser in kürzester Zeit produziert. Gut sieht es ja aus, das will ich nicht bezweifeln. Doch irgendetwas fehlt mir. Eventuell die Vorstellung von einer Person, die farbverschmiert und gedankenverloren mit Pinsel und Farbtablett vor einer Leinwand steht und sich Gedanken über Komposition und Bildwirkung macht? Machen wir uns doch nichts vor. Bei allen Vorteilen die ein Grafikprogramm bietet, sie nimmt dem Künstler das vorausschauende Denken ab und führt ihn zu einem Versuch und Irrtum-Ansatz. Mal schnell einen Effekt testen. Passt nicht? Rückgängig machen. Das Objekt da im Hintergrund vergrößern? Kein Thema, usw. usf.

Im Gegensatz dazu mutet die Arbeit mit traditionellen Methoden steinzeitlich an, denn man muss sich vorher überlegen welchen Weg man beschreitet. Einmal gemalt es ist fast unweigerlich wie in Stein gemeißelt. Vor- oder Nachteil? Fluch oder Segen? Ich kann es nicht beurteilen, da ich selbst weder die eine noch die andere Kunst beherrsche. Dennoch fällt mir auf, dass ich seit langem keinen Künstler mehr im Internet fand, den ich zu den Verfechtern der analogen Kunst zählen könnte. Ich finde 3D Designer, Pixelschubser und Mausakrobaten. Aber wo sind die „Leinwandhelden“? Gibt es sie nicht mehr? Und warum stehe ich diesen veralteten Methoden so nostalgisch positiv gegenüber, obwohl ich doch ein Paradeexemplar der „Digital Natives“ bin, mit dem PC aufwuchs und ihn sogar zu meinem Beruf gemacht habe? Vielleicht weiß ich einfach nur zu gut was mit dem PC möglich ist, als das es mich noch überraschen könnte. Ich ertappe mich, dass ich den den Wow-Effekt bei den Bildern einfach umdrehe. Früher sagte ich: Wow, das sieht ja fast aus wie gemalt, heute bestaune ich Bilder, die mit Acryl oder Öl gemalt wurden und den Photorealismus einer am Computer generierten Szene erreichen.

Ich frage mich:

  • Sterben die klassischen Fantasykünstler vom Schlage eines Elmore, Cabral, Lockwood oder Easley aus?
  • Ist die digitale Kunst ein Nachfolger oder ein neuer, paralleler Zweig?
  • Gibt es sie noch, die Künstler mit dem Pinsel? Und wenn ja wo?

Ich bitte euch: wenn Ihr auf Euren Streifzügen einen dieser raren Gesellen erspäht, dann schreibt mir!

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5 Kommentare zu „Wo sind die klassischen Künstler geblieben?“

  • Guter Artikel! Ich bin auch eher ein Freund der klassischen Fantasy-Maler. Zeichne selbst seit über 20 Jahren traditionell mit Tusche ausschließlich in s/w. Der PC kommt nur zum Einscannen und etwas Korrigieren für Helligkeit/ Kontrast der Bilder zum Einsatz und evlt. noch einen schwarzen Rand drumherum. Larry Elmore ist einer meiner Vorbilder, Virgil Finlay ein weiterer.

    Nur am PC zu Zeichnen liegt mir nicht, ich habe gerne richtigen Zeichenkarton und ein Glas Tusche neben mir stehen. Auch wenn ich mittlerweile von den klassischen Rapidographen auf modernere Fineliner umgestiegen bin, setze ich z.B. bei meinen Stippling-Schraffuren noch jeden Punkt selbst. (und laß keinen Photoshop-Filter drüberlaufen, der das in statt 2 Stunden eben in 3 Minuten macht).

    Ich hoffe auch, daß es zukünftig wieder mehr „klassische Maler“ gibt, wobei ich mir auch digitale Kunst gerne ansehe.

  • Andreas:

    Gute Frage,
    aber wo sind all die guten Drachen-Webseiten geblieben?
    Drachenbande, die-Subkultur, Ryans Drachenhöhle, Drachental…. Da tut sich auch seit Jahren nichts mehr 🙁
    Schön, dass es noch Dragonslayer gibt ^^

    • Ah, ein Kenner 🙂
      Nunja, die Zeit bringt für jeden andere Aufgaben und verändert auch manchmal die Interessen.
      Im Falle von Sylvia und der Drachenbande lag es wohl eher am Internet selber, das ihr das Interesse verhagelt hat ihre Arbeiten weiterhin zu veröffentlichen.
      Der Doc hat schwer zu ackern, was aber keine Entschuldigung ist keine Drachenkurzgeschichten mehr zu schreiben, wie ich finde 😉
      Ryan…Ryan hat genug mit Myrias zu tun (schätze ich) und der Moordrache? Leider lange nichts gehört.

      Aber so ist das nunmal. Ich hoffe es kommen neue nach.

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