Der Drachenstich zu Furth im Wald 2009

Welches ist das älteste deutsche Volksschauspiel bei dem ein Drache sein Leben lassen muss? Ein kurzer Blick auf die Überschrift verrät es: Der Drachenstich zu Furth im Wald. Seit über 500 Jahren wird die Geschichte des Drachenstichs in Form eines Laienschauspiels vorgetragen und 2009 war auch ich das erste Mal dabei.

Die Anreise

Ich bin Kurzreisen – gestählt. Ja, das kann ich mit Recht behaupten. Also hätte eigentlich nichts schief gehen dürfen. Hotel? Gebucht. Tickets? Bestellt. Kamera? Aufgeladen. Aber wer rechnet denn damit, dass einem gleich 200km hinter Berlin die frisch gewartete Karre verreckt und abgeschleppt werden muss? Hey, wenn es wenigstens ein echtes Problem gewesen wäre. Aber nein, zwei lockere Schraubenhaben mich aufgehalten. MICH! Pah! Zum Glück kostete das ja nur 4 Stunden und so kam ich noch freundlich nächstens im Further Nachbarort Rimbach an, wo eine kurze Nacht auf mich wartete. Schließlich will der Drachenfan von Welt ausgeruht sein. Drei Mückentode später krähte auch sogleich der Wecker und hellwach, wie ich um diese Uhrzeit halt bin, schlurfte ich zunächst gegen die Wand und dann unter die Dusche!

 

Furth im Wald

Furth im Wald erinnert mich ein wenig an Wacken, das „Full Metal Village“. Ein kleines, malerisch-verschlafenes Dörfchen in dem vermutlich, über das ganze Jahr gezählt, gerademal 30 Menschen über die Straße laufen würden, wäre da nicht diese eine Woche im August…

Ein riesiger als Parkplatz umfunktionierter Acker begrüßt die Neuankömmlinge auf ihren neumodischen Kutschböcken und alle Schankmaiden, Rittersleute und Schelme laufen wie ferngesteuert in Richtung Innenstadt, dort wo sich der Eingang zum Cave Cladium befindet, einem riesigen Mittelalterspektakel unter dem Motto „Furth im Wald, eine Stadt lebt Mittelalter“. Nun bin ich ja nicht wirklich der LARP oder Con Experte, aber DAS hat mich beeindruckt. Zelte so weit das Auge reicht. Kleine Rauchfahnen von Lagerfeuern und Kochstellen streichen in den blauen Himmel, es riecht nach Braten und überall hört man Musik und spürt die Basaratmosphäre. So kann man einfach stundenlang den Tag an sich vorbei ziehen lassen, Schwert-, Bogen und Rededuelle betrachten oder daran teilnehmen, Gewandungen und Schaukampfwaffen kaufen und immer wieder mehr oder minder mittelalterliche Nahrung in die Wampe stopfen. (Tipp: Die Stockforelle).

Das Drachemuseum

Natürlich habe ich nur den halben Tag auf der faulen Haut gelegen, denn auch ein Besuch im ersten deutschen Drachenmuseum stand für mich an. Die unterste Etage des Heimatmuseums in Furth im Wald wurde mit allerlei Skulpturen, Bildern und Texten geschmückt. Ich selbst habe mir ein klein wenig mehr „Anfassen und Erleben “ erträumt und zumindest eine Sammlung an Drachensichtungen. So hinterlässt das Museum zwar einen insgesamt positiven Eindruck bei mir, aber man hätte ohne viel Investition weit mehr daraus machen können. Einige nette Exponate habe ich dennoch einmal abgelichtet und ich hoffe dass mich die nette Empfangsdame jetzt nicht zu sehr hasst, habe ich sie doch bestimmt eine halbe Stunde lang belagert mich einmal exklusiv in die angrenzende Drachengrotte (ok, Werkstatt) zu lassen. Dort hätte er zu meiner Verfügung gestanden. Der Drache! Jenes etwa 12m lange Ungetüm welches seit Jahren die Hauptattraktion des Drachenstichs ist.

Der Drachenstich

Ganze vier Stunden musste ich verbringen, bevor es dann endlich soweit war. Pünktlich um 8 Uhr saßen mehrere hundert Gäste und ein aufgeregter Slayer in der Drachenarena und lauschten den ersten Klängen des Schauspiels. Und ich muss sagen: ich war begeistert! Eine schöne Geschichte. Lustig, treffend und vor allem spannend erzählt. Ich hatte das Gefühl dass das halbe Dorf in Statistenrollen mitwirkt und die Geschichte wirkte zu keiner Zeit abgedroschen. ( Zugegeben, dank des Dialekts musste ich an vereinzelten Stellen aussteigen) Der Drache war dann der Höhepunkt des Spektakels und obwohl er nur die letzten Minuten auf der Bühne zu sehen war, war es ein tolles Gefühl, wahrscheinlich auch, weil ich so dicht dran gesessen habe. Natürlich wurden nach der Show noch massenweise Photos mit den Darstellern und dem Drachen geschossen und sogar einen kleinen Blick hinter äh in die Kulissen konnte ich ergattern und so das Innenleben und den Fahrer des Drachen erspähen.

Der Abschluss

Eine toller Tag muss mit einem tollen Abend enden und das Cave Cladium lockte mit lauter Musik. Folglich endete mein Tag mit einem Heidenlärm der Gruppe Heidenlaerm 🙂 Die berliner Krachmacher (http://www.heidenlaerm.org) haben echt eine super Show abgelegt und meine Nachtruhe um ein paar ausgelassene Stunden verschoben.

Ich weiß nach mehr als 12 Stunden Furth im Wald jetzt jedenfalls schon einiges. Genau wie die Essen anlässlich der „Spiel“ werde ich auch Furth erneut besuchen und auch hier werde ich beim näcsten mal eine größere Meute und mehr Zeit mitbringen. Mir hat es gefallen!

 


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2 Kommentare zu „Der Drachenstich zu Furth im Wald 2009“

  • Eli Nürnberger:

    Hallo!
    Schöner Bericht und es freut mich, dass dir der Drachenstich so gut gefallen hat.
    Seit letzten Jahr hat Furth einen neuen Drachen.
    Der größte vierbeinige Roboter der Welt.
    Ich bin absolut begeistert. Unsere Fanny (so sagen wir Further liebevoll zu unsern neuen Drachen) kann gehen, Lächeln, wütend sein, allemöglichen Mimiken ziehen und ist einfach der Wahnsinn! 🙂
    Im Spiel sieht man ihn mittlerweile dreimal. 😉
    Vielleicht hast ja Lust wieder einmal zu kommen und dich von diesen Drachen begeistern zu lassen! 😉

  • Eli Nürnberger:

    Ach ich Les gerade die anderen Berichte, du hast den neuen schon gesehen. 🙂

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